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Arbeiten, insbesondere gegen die Vergebung an einen Densralunternehmer. Diese Art der Ver­gebung widerspreche einer rationellen und mög­lichst sparsamen Bauweise. 3n der vorletzten Stadtverordnetenversammlung sei bezüglich der Vergebung von Vauarbeiten eine Einigung dahin erzielt worden, daß die eingereichten Angebote geprüft und die Arbeiten in Losen vergeben wurden, um auf diese Art einen möglichst groben KreiS von Bauhanbwerkern an der Au-fuhrung der Arbeiten beteiligen zu können. Die Ver­sammlung vertrat die Auffassung, daß auch bei Vergebung der Arbeiten für die Errichtung des Reunfamilienhauses für Reichsbeamte in der Wilhelrnstrafte diese Art der Vergebung gefordert werden müsse: unter keinen Umständen dürften die Arbeiten an einen Generalunternehmer ver­geben werden. Vei der Stadtverwaltung sollen entsprechende Schritte von der Handwerkskammer» Rebenstelle unternommen werden.

" Eine Neunzigjährige. Frau Wil- f dmine Preuschen (Marburger Strafte 20), Witwe des am 1. Juni 1868 zu Liftberg ver­dorbenen Pfarrer- Erwin Preuschen. feiert heute ihren 90. Geburtstag. Frau Preuschen ist die Mutter des im Jahre 1920 zu Hausen verstor­benen Pfarrers D. Fr. Erwin Preuschrn, der sich al- gelehrter Forscher auf dem Gebiete des neuen Testamente- und der alteren Kirchenge» schichte einen Aamen gemacht hat und zuletzt eine Berufung an die Landesuniversität aus Gefund- heltsfücksichten ablehnen muftte. Das Landes- tirchenamt in Darmstadt hat dem Reunzigjährigen in einem Schreiben, das durch daS hiesige Pfarr­amt stbcrveicht wurde, seine Glüchpünschr auS- gesprlxhen.

7. Seinen 75. Geburtstag kann mor­gen. Mittwoch, der im Ruhestand lebende Polizei­wachtmeister Göbel, Ebelstrafte, begehen. Herr Döbel war früher Verwalter des Polizei gefäng» nifses in der Sandgasse. Dem Kirchenvorstand der Matthäusgemeinde gehört er schon viele Jahre als Kirchenvorsteher an. Möge es dem Geburts» lagskind vergönnt sein, noch viele Saftre zum Segen der Gemeinde zu wirken

Kreis st raftensperre. Die Kreis­st rafte LeibgesternBahnhof Stoßen* Linden ist wegen Kanalisationsarbeiten von Mittwoch, 26. Mai, ab für den Fuhrwerks­und Autoverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über ReuhofLang-Göns umgeleitet.

Der ZirkuS Geschw. Birkeneder gastierte die Pfingstseierläge über bis einschl. heute abend auf Oswaldsgarten. Menn auch das Tlnternehmen dem Ramen nach bis jetzt noch nicht so bekannt ist, wie andere grobe Vertreten der zirzensischen Kunst, so kann eS doch gut be­gründeten Anspruch darauf machen, in die Reihe der hervorragenden ZirkuSunternehmungen etn- aefügt zu werden. Die Leistungen dcS Zirkus Birkeneber stehen durchweg auf sehr hoher Stufe zirzensischen Können-, ja in mancherlei Hinsicht bringt et Darbietungen, die bis jetzt einzig in ihrer Art daftehen. Das Tiermaterial, immer cm Hauptanziehungspunkt dieser Unternehmun­gen, ist gut gepflegt und hervorragend in der Dressur. Sine große Schar von Ewwns sorgt dezent und originell für die lustige Stimmung. 3n dem ganzen Betrieb ist Tempo und Schmitz, wodurch im Verein mit den glanzenden Leistungen von Mensch und Tier den Besuchern Stunden besten zirzensischen Genusses bereitet werden. Auf Einzelheiten des gediegenen Programm- einzu- gehen, müssen wir uns versagen, wir können aber auf Grund des hier niedergelegten Gesamturteils den Besuch dieses ZirkuSunternehmens nur besten- empfehlen.

. Der Gewerkschaftsbund der 21 n gift eilten hielt im Eisenbahnhotel Hopfeld einen Vortragsabend ab, der recht gut besucht war. 5")crr Alexander Bogel aus Berlin von der So­zialpolitischen Abteilung des G. D. A. hielt einen 'Vortrag über das Thema:Heraus aus der Not, oder wie überwinden wir die Wirtschaftskrise?" Er schiderte die Neuorganisation und die Umstellung der einzelnen Betriebe auf Mehrproduktion. Die hohen Zinsen wirken sehr hindernd auf die Gesamt- wirtschaft. Es fei möglich, sich dem Ford-System an- zupassen, um die Produktion dadurch zu erhöhen und rentabler zu gestalten, trotz erhöhter Löhne für Arbeiter und Angestellte. Er nannte verschiedene Professoren und Fachmänner, die Theorien in dieser Hinsicht aufgestellt haben. Dem Vortraa folgte eine längere, sehr anregende Aussprache. Aus Grund die­ser Erörterungen wurde eine Entschließung einstim­mig angenommen, in der zunächst Protest erhoben wird gegen die Versuche, die Folgen der Wirt­schaftskrise einseitig der Arbeitnehmerschaft aufzu­erlegen, und in der es dann u. a. weiter heißt: Mit Lohn- und Gehaltsdruck ist untrennbar eine weitere Verminderung der ohnehin schon er­schreckend zurückgegangenen Massenkaufkraft ver­bunden, mit schematischer Arbeitszeitverlängerung ist keine Produktionssteigerung zu erzielen, und die sozialen Abgaben sind in der heutigen Gehalts- und Lohnhöhe bereits voll berücksichtigt. Wohl erkennt die Angestelltenschaft an, daß die Ueberroinbung der Krise eine planmäßige technische und organisato­rische Umstellung der Wirtschaft, eine Reinigung von überzähligen Betrieben und im besonderen eine Herabsetzung des übergroßen Warenverteilungs- apparates erfordert. Aus der Erkenntnis dieser Not­wendigkeit wird die Angestelltenschaft auch eine mögliche Vermehrung der Arbeitslosigkeit als erste Folge der Rationalisierung der Wirtschaft auf fick neftmen, weil diese Vergrößerung der Arbeitslosig­keit nur vorübergehend sein kann, wenn die durch die Rationalisierungsmaßnahmen geringer werden­den Produktionskosten auch wirklich in vollem Um­fange in der Preisgestaltung zum Ausdruck kom­

men. Darum gehört zur Rationalisierung die rück­sichtslose staatliche Bekämpfung des jetzigen Kartell- Unwesens und eine reftlofe Preisgabe aller heute noch reichlich vorhandenen Geichäftsmelhoden aus der Inflationszeit. Nur so und durch eine zielbe- wußte Höherbeweriung der menschlichen Arbeits­kraft kann der Wiederaufstieg der bcutftfien Wirt­schaft erfolgen. Die Angestelltenschaft befindet sich damit in Uebereinfitmmung mit den einsichtigen Ar­beitgebern, die selbst nachdrücklich vor Der Fort­setzung der jetzigen .siartellpolitik und der Herab- brütfung des Lebensstandard«» der Massen warnen. Die deutsche Wirtschaft ist nicht auf dem Boden

einer Wirtfchastsautokratie, sondern nur auf der Wirtschaftsdemokratie weiter aufbaubar.**

" Die Maul- und Kleuenseuche ist neuerding- in Butzbach und Rockenberg (Kreis Friedberg) und Gohselden, Detter und Darzen­bach (KreiS Marburg) au-gebrochen. Erloschen ist die Seuche in Melbach, Heidenbergci^ Rieder- Eschbach. Ober-Mörlen, Burg-GrSsenrode und Dorheim (Krei- Friedberg).

* Auftrieb aus dem heutigen Frankfurter Schlacht vieh m a rt t: 356 Ochsen, 48 Bullen. 692 Kühe. 438 Kälber. 20 Schafe, 2867 Schweine.

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Die Saarfänger in Bietzen.

Unsere Stadt hatte am ersten Pfingstseiertag lieben Besuch. Zwechundert Sanger des MannergesangvereinS Liederkranz aus Saarbrücken unter Führung ihres Prältdente", KreiSschulratS H e l l w ig und ihres ersten geschäft-führenden Vorsitzenden Detft- g e r b e r breiten bei uns Einkehr, um uns in einem Konzert zu zeigen, daft auch «m Saarland das deutsche Lied eine gute Pflegstatt hat.

Der Empfang.

Vormittag- um 9,51 älhr tarnen die Gäste, von Marburg kommend, wo sie am Pfingst- samstag^Äbend gesungen hatten, hier an. Mit den Gießener Gesangvereinen und der Gießener Turnerfchaft, die mit ihren Fahnen am Bahnhof Aufstellung genommen hatten, faird sich eine riesige Menschenmenge zum Empfang der Gäste ein. Don den Mitgliedern des Arbeitsausschusses, dem die Gesang- und Turnvereine, der Ver­kehrsverein und der Saarverein angehörten, wurden dir Sänger am Zuge abgeholt und aus dem Bahnhof geleitet, den sie unter den Klängen des Deutschlandliedes, gespielt vom Orchester­verein. verließen. Rach dem Sängergruß der Gießener Gesangvereine richtete der Vorsitzende des Arbeitsausschusses, Lehrer Georg Kling, herzliche Worte des Willkomms an die Gäste von der Saar, in deren Ramen der erste Vorsitzende Weißgerber ebenso herzlich erwiderte. An- schließeich fangen die Gäste den Saarsänger- Gruft, der folgenden Wortlaut hat:

..Brüder, daS ist des Saarlands Schwur: Deutsch bleiben Berge, Sqar und Flur, Deutsch bleibt das Blut, da- uns durchzieht ilnb ewig deutsch des Saarlands Lied." Runmehr erfolgte in geschlossenem Zuge, die Fahnen voran, dann die Gäste, am Schluß die Lieftener Vereine, unter den Klängen der flotten Marschmusik des Orchestervereins der Einzug in die Stadt, wobei mehrere Hauptstraßen durch­schritten wurden, begleitet von einer großen Menschenmenge. Der Zug endete am Saalbau Sauer, wo öie Ouartiertarten ausgegeben wur­den. Sic Sänger waren in zahlreichen Familien und Gasthäusern als Gäste willkommen.

Das Konzert.

Rachmittags um 4 ilftr begann in der Volks- Halle das angekündigte Konzert, zu dem sich schätzungsweise rund 2500 Zuhörer aus der Stadt und vom Lande eingefunden hatten. Bei dieser Gelegenheit entboten die Saarsänger durch ihren Präsidenten, KreiLschulrat Hellwig, dem als Ehrengast anwesenden Generalleutnant a. D. Klingelhöffer in Erinnerung an sein Wir­ken als Oberst und Regimentskommandeur beS 70. Infanterie-Regiments in Saarbrücken einen besonderen Gruft, indem sie für sein Erscheinen dankten und ihm au Ehren den Saarsänger-Druft fangen, lieber das Konzert selbst fchreibt unser Sm.-Mitarbeiter folgendes:

Deutsche Brüder von der Saar, die man eines ihrer köstlichsten Güter, ihrer Heimat, ihres boden­ständigen Volkstums berauben möchte, und die im tiefsten Me nschenleid jene wahre Le­bensfreude sich bewahrt haben, in euren Herzen wurzelt echte deutsche Heimatliebe, welche auch die Kraft verleiht, unter eurem zielbewußten Steuermann, eurem reich begnadeten Ehormeister so bewegten Herzens zu fingen von Menschenleid, Lebensfreude und He i- m a 11 i eb e!

Zeugte so schon der Aufbau des Programms, die stilvolle Einheit der Veranstaltung, die ge­pflegte Idee eine stark verinnerlichte Kunstaus­fassung, so waren die Darbietungen selbst den atemlos lauschenden Zuhörern. ein Kulturbild der auf hoher Entwicklungsstufe stehenden Ge- sangespflege einer begeisterten Kunstgemeinschaft.

Eingedenk des Mahnrufs unseres großen deutschen Meisters Richard Wagner, ter in .seinenMeistersingern" durch Hans Sachs einer verknöcherten Kunstsippe seiner Zeit in das Ge­wissen ruft:Ehrt eure deutschen Meister, da nm bannt ihr gute Geister", haben die Gäste ein vorbildliches Treugelöbnis zur deutschen Kunfb- pflege abgelegt. Durchgehend wertvolle Dichtun­gen tK. E Knodt, E. M. Arndt, Jos. v. Eichen­dorfs u a.), vertont von ersten dmttschen Mei­stern, hauptsächlich dev Reuzeit angoftörenö, waren Kunststoff. Unter letzteren ist es Hugo Kaun, welcher bei jedem Seil deS Programms unsere Seele bewegte, erschütterte, erhob. Frei von Effekthascherei wohnt seinen Chorwerken eine starke nrelodische Kraft inne, eigenartig geführte Stimmlinien verschlingen sich zu einem farben­prächtigen Dongcmälde von elndringlichster Leucht­kraft und dynamischer Differenzierung Wie hat dies doch Hugo Kann in so tief ergreifender, feierlicher Weife zum Ausdruck gebracht bei Ver­

tonung deS tief empfundenen Gedichtes ,Weine 1 leise" von dem uns Hessen so wohlbekannten Waldpfarreer" K. E. Knodt! And nun erst die Ausführung diese- weihevollen Tongrmäldes durch die Gäste, die rn.rschiedenart.ge Schattie­rung seelischen Empfindens von leiser, weh­mütiger Klage biS hin zum tiefsten Seelenfrieden kam zart unb fein, edeltönend und klar heraus. ES war überhaupt durch alle Werke hindurch ein Klingen und Singen von Wohllaut unb Son- reinfteit Hell und frisch, wie edles Metall klan­gen im Matrosenchor (2t. Wagner) die Lenore, zu dessen Wteletcholung die Sänger trotz der ge­waltigen stimmlichen Anforderungen gern und willig bereit waren. Dezent und lyrisch-geschmack­voll abgetönt führten die Tenorstimmen im "Glockenlied" <Erw. Lendvai) die Melodie durch. Wie edler weicher Orgelton und volltönender tiefer Glocken klang ahmten die Bässe da- Ge­läute. Sieghafte Kraft entfalteten die Ehor- stimmen in dem Schlußchov, 3of. v. Sichendorlfs .FvÄheit", vertont von dem auf dem Gebiete der Vokalmusik in der Tonmalerei so hervor­ragend begabten Hrch. Zöllner. Gewaltig empor- gezogen ward die Seele her Zuhörer bei der plastischen Hervorhebung des MotiveS des Deutschlandsliedes in diesem an Stimmkraft und -auSdauer. Atemtechnik und Rhythmusgefühl so hohe Anforderung stellenden Chorwerk. Stür­mischer Beifall lohnte das zähe Aushalten der San-er. Dankbar wurde die Zugabe be* Vereins Hcimatklänge von der Saar", wahrer Hei­matliebe vertont von dem trefflichen Chormeister des Vereins, Musikoberlehrer PH. S t i l z. aus­genommen.

Bewunderung erregten die hingebungsvolle Vertiefung, die geistvolle, lebensgetreue, seelisch tief erschütternde Wiedergabe des Inhaltes der Chorwerke und die ruhige Sicherheit, mit der die vi len Klippen überwunden wurden.

Den Saarbrücker , Liederkranz" darf man dazu beglückwürschon daß er In Herrn Stilz einen Führer besitzt, der nicht nur sein vollen­dete- technisches Können in den Dienst der großen Sache stellt, sondern auch als eine Persönlichkeit im wahrsten Sinn dos Wortes sich in die Werke mit ihren Höhen und Tiefen einzufühlen versteht und ihnen lebendigen Odem einzuhauchen vermag.

Der Festabend.

Zu Ehren der Gäste veranstalteten di« ver­einigten Männergesangvereine von Gieften, die Gieftener Turnerschaft und der Orchesterverein am Pftnastsonntag-Abend in der Volkshalle einen Festabend, bet ebenso wie das Konzert am Rachmittag einen glänzenden Verlauf nahm und bei unseren Gästen von der Saar volle Zu­friedenheit auSlöste. Der Besuch dieser Veran­staltung war außerordentlich stark: man darf die Zahl der Anwesenden wohl auf 3500 schätzen. Zu dem Abend hatten sich außerdem die Spitzen der Behörden eingefunden.

Rach einigen instrumentalen Darbietungen deS Orchestervereins unter der Leitung des Ka­pellmeister- Weller und nach einem Männcr- chor der vereinigten Gesangvereine unter der Führung des Thorrneisters G ö r l a ch hielt der Ausschuftvorsihende Georg Kling eine Be­grüßungsansprache an die Gäste, in der er des deutschen LiedeS und seiner trefflichen Pflegstatt bei den Gaarsängern gedachte, den Brüdern von der Saar Dank sagte für ihr bisheriges treues Ausharren im Ringen für das gemeinsame deutsche Vaterland, und ihnen die Versicherung gab, daft wir uns freuen, sie als liebe Gäste unter uns zu sehen. Mit der Ditte an die Gäste, festzuhalten am deutschen Lied, auszuhar­ren im Sturmgebraus, verband der Redner daS Hoch auf die'Brüder von der Saar, das bei den Tausenden der Besucher stürmischen Widerhall fand.

Den Gruß und Dank unserer Einwohnerschaft an die Gäste brachte Oberbürgermeister Keller, der auch am Rachmittag dem Konzert beigewohnt ballte, zum Ausdruck. Er hieß die Brüder aus dem Saarland nicht nur in ihrer Eigenschaft als Sänger willkommen, sondern grüßte sie auch als Männer, die unter dem Drucke der Fremdherr­schaft deutsche Kultur und deutsches Volkstum hochhalten, älnfcr aufrichtiger Dank und unsere Bruderliebe fei ihnen gewiß für all das. was sie auf sich nehmen und aushalten für das ge­meinsame Vaterland, das wir lieben mit aller Glut unseres Herzens. Wenn auch die deutschr Rot groß sei. und besonders ar oft im Sa ar gebiet, fo verzagten wir trotzdem nicht, würden wir den Glauben an die deutsche Zukunf t nicht auf geben. Durch die Kraft des deutschen Geistes, durch Einigkeit kämen wir auch wieder zu der Freiheit, die deS deutschen Volkes würdig sei. Das Be­wußtsein unzertrennlicher Volksgemeinschaft müsse

und werde uns das Deutsche Reich erhallen. ES müsse unser aller Aufgabe sein, den Glauben an die deutsche Zukunft, an den Sommertag des deut­schen Volles zu bewahren, an die Zett, wo wir wieder singen und sagen werden: .Vaterland, ich nuift versinken hier in beiner Herrlichkeit". Mil dem begeistert angenommenen Hoch auf das bcutfde Vaterland schloß der Redner seine ein­drucksvolle Ansprache, der Der gemeinsame Ge­sang des Drulschlandtietes folgte.

Jm Ramen dec Saarfänger sprach deren Präsident. Kreisschulrat Hellwig, in längerer Rede. Raummangel verbietet uns. näher auf diese Ausführungen einzugehen. Die Hörer ge­wannen auS den Worten bei Redners die lieber- zeugung. daß unsere Brüder von der Saar nicht nur das deutsche Lied, wie bisher, auch In Zu­kunft eifrig pflegen werden, sondern daft sie auch weiterhin die treue Schutzwacht sein wollen, auf die das deutsche Vaterland sich unbedingt ver­lassen kann. Deutsch ist daS Saarland von jeher, kerndeutsch sind seine Bewohner. Der Tag' wird nach den Worten des Redner- ein 3ubel- tag ohnegleichen für da- Saarland sein, an dem es zu seiner geliebten Mutter Germania wieder zurückkehren kann. Es unterliegt nicht dem ge­ringsten Zweifel, daß heute schon im Saarland bei einer Abstimmung 99.9 Prozent sich für Deutschland entscheiden werden, und 1935 wird es nicht anders fein. Da- treudeutsche Saarland gibt den Glauben an Deutschland- Zukunft nicht auf, es ist immer freudig bereit, am Wohle unb Wiederaufstieg des gemeinsamen Vaterlandes mitzuarbeiten. Dazu soll auch die Pflege deS deutschen Liedes mit helfen. Die Saarsänger geloben, daft sie nicht aufhören werden, für den deutschen Gedanken zu arbeiten, jetzt und in der Zukunft. Dieses Gelöbnis unterstrichen Die Saar­sanger durch den Gesang ihres Vereins-Sänger- grutzes, der lautet:

Stark und einig, Früh und spat, 3n dem Liede, Ön der Tat."

Ais äußeres Zeichen der dankbaren Anerken­nung der Saarsänger für die Gießener Sanges­und Turnbrüder gab der erste Vorsitzende des ,AHe» derkranz", Weißgerber, sodann bekannt, daß der Vorstand desLiederkranz" beschlossen habe, folgende Gießener Ausschußmitglicder im Hin­blick auf ihre Verdienste zu Ehrenmitglie­dern desLtederkran-"-Saarbrücken zu er­nennen: Gg. Kling, Bellos, Hirsch unb Schirmbeck. Den Geehrten überreichte der Red­ner unter dem lebhaften Beifall der Saarsänger das Vereinsabzeichen, die Sängernadel.

Der weitere Verlauf ds harmonischen unb ge­nußreichen Abends brachte Cyorgefänge der einzel­nen Vereine (»Concordia",Heiterkeit",Bauer- scher Gesangverein"), einen wetteren gemeinsamen Männerchor aller Gesangvereine, turnerische Dar­bietungen des Turnvereins von 1846 und des Män­nerturnvereins, sowie Konzertstücke des Orchester­oereins. Sämtliche Darbietungen aller Vereine stan­den auf hoher Stufe des Könnens und fanden ver­dientermaßen den lebhaften Beifall der Besucher. Dieses Abends wird man allenthalben mit großer Befriedigung gedenken.

Die Abreise.

Am gestrigen Pfingftmontagmorgen 7.21 ilhr fuhren die Brüder von der Saar mit dem Berliner v-Zug überFrankfurt a. M. nach Wiesbaden wei­ter. Zur Verabschiedung hatten sich zahlreiche Gie­ßener Mitbürger auf dem Bahnhofe eingesunden. Mit der Versicherung, in unserer Stadt sich sehr wohlgefühlt zu haben unb die besten Eindrücke an­der oberhessischen Provinzialhauptstadt mit nach Hause zu nehmen, schieden unsere Gäste nach herz­lichster Verabschiedung von ihren Pießener Freunden.

Gestern haben die Saarsänger im Wiesbadener Kurhaus gesungen, heute besuchen sie das Nieder­walddenkmal, worauf sie spät abends in ihrer Hei, matstadt wieder eintreffen werden.

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Die Saarbrücker Sänger in Marburg.

sch. Marburg, 24. Mai. Am Pfingstsamstag war der Männergesangoerein ,Ai i e b c r franj" aus Saarbrücken Gast der Stadt Marburg. Die Sänger wurden hier überaus herz­lich ausgenommen. In den Straften hing Fahne an Fahne, unb das altehrwürdige Rathaus am Markte war mit Girlanden bekränzt. Um die Mit­tagszeit wurden die Sänger von den Vereinen mit Musik vom Bahnhof zum Marktplatz geleitet, wo Bürgermeister Müller sie willkommen hieß. Kurz nach 5 Uhr sang der Verein, der über ein ausge­zeichnetes Stimmaterial verfügt, in der Elisabeth- kirche zwei Chöre, um bann am Abenb in den Stabtsäken ben Marburgern ein ausgesuchtes Kon­zert zu bieten, an das sich ein Kommers anschloß.

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Auf zu Birkeneder!

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