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Zinerarien z. B. Wellen auch daim, wenn sie im i Wasser steheil. ihre Blätter aber der Zugluft I ober der heißen Sonne ausgesetzt find. Die Wurzeln sind bann nicht mehr imstande, den Wasserverlust, entstanden durch starke Derdun- stnng, zu ergänzen. Abgeblühte Hyazinth en, Primeln, Zinerarien wirft man fort. Verblühte Tulpen und Narzissen werden regelmäßig weiter begossen junb Mitte April im Garten zwischen Gebüsch oder an den Zaun in vorher gelockertes Erdreich gepflanzt, wo sie sich ungestört ein- burgem und jedes Jahr wiederum blühen. Hortensien verlangen hellen Standort, «Schutz gegen Sonnenbrand und regelmäßig und reichlich Wasser, sowie Versetzen in größere Gefäße im Laufe des Vorsommers. Besondere Aufmerksamkeit im Begießen verlangen Azaleen. Gießt man zu oft und reichlich, bann faulen die Wurzeln, versäumt man diese Arbeit einmal, so besteht die Gefahr, daß die braune Erde zu trocken wird unö dann lein Wasser mehr annimmt. Das Gieß- toaffer läuft dann, ohne den Dalleir zu durchseuchten, ungenützt wieder zum Abzugsloch heraus, wie es oben eingeschüttet wurde. Die Pflanze würde schließlich trotz des Gießens vertrocknen müssen, wenn man sie nicht zwei bis drei Stunden lang in einen Eimer stellte, in welchem das Wasser über den Topscand reicht, sodaß man die Luftblasen aufsteigen sieht. Heber Sommer stellt man sie entweder vor das Fenster und schützt die empfindlichen Wurzeln gegen Sonnenbrand dadurch, daß man den Topf in einen anderen, etwas größeren stellt und den Zwischenraum mit Moos anssüllt, oder senkt sie an halbschat- tiger Stelle im Garten ein. Es gibt Blumenfreundinnen, welche die Kunst besitzen, jede Azalee in den nächsten Jahren wieder zum Blühen zu bringen. Das Geheimnis besteht in aufmerksamem Begießen und gelegentlichem Düngen der Topfe während der Wachstumszeit. Dankbare Pflanzen sind Rhododendron. Begossen werden sie gleich den Azaleen, die weitere Behandlung jedoch ist einfacher. Hat man es fertig gebracht, den jungen Trieb, der gleich nach dem Verblühen sich zeigt, zur gesunden Entwicklung zu bringen, so mache inan gegen Ende April an zugfreier, schattiger Stelle des Gartens ein anderthalb Fuß im Geviert haltendes Loch von 30 Zentimeter Tiefe, fülle dieses mit einigen Rucksäcken voll schwarzer, mulmiger Walderde aus allen Radelholzbeständen und pflanze da hinein seinen Rhododendron. Wird dann für die notwendige Feuchtigkeit gesorgt, was auch im Nachsommer wichtig ist, so wird man am prächtigen Blühen, der Pflanze und ihrer Großen- entwicklung auf Jahrzehnte seine Freude haben. Aber man vergesse nicht die Mitgabe der Wald- erbe, sonst hat man ein kränkelndes Gewächs mehr im Garten. Rhododendron sind die herrlichsten immergrünen Zierpflanzen, die wir besitzen. Wo sie nicht gedeihen, liegt es an der Erde oder am Gießen, oder auch an beibern. R.-G.
Wietzener Wochcnmarttpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Buller 200, Matte 30 bis 35, Käse 50 bis 140, Wirsing 30, Weißkraut 25, Rollraut 30, gelbe Rüben 15 bis 25. rote Rüben 25, Spinat 50, Hnter-Kohlrabi 10. Grünkohl 35. Rosenkohl 60, Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 150, Zwiebeln 2). Meerrettich 40 bis 80, Schwarzwurzeln 50 vis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25, junge Hahnen 120 bis 130, Suppenhühner 120 bis
130, Endivien 100 Ps. das Pfund. Eier 12 bis 13, Blumenkohl 60 bis 150. Salat 10 bis 15, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 70 Pf. das Stück: Radieschen 30 bis 35 Pf. das Bund.
Bornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Mühle von Sanssouci". — Astoria-Lichtspiele: ..Der König und die kleinen Mädchen".
Q Die April-Miete in 5) esse n. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft beabsichtigt, wie wir hören, die gesetzliche Miete für den Monat April auf 9 5 Prozent der Friedensmiete fest- zusetzen.
<T* Zwei Wasserleitungs-Rohr- brüche entstanden in der Nacht zum Mittwoch im Neuenweg bzw. im Seltersweg. Der Aohr- bruch im Neuenweg konnte in mehrstündiger Arbeit rasch beseitigt werden, dagegen war die Behebung des Schadens im SelterSwrg nur unter besonders schwierig n ümftänben möglich, da hier die Straßenbahnschienen, das elektrische Leitungs- kabel, die verschiedenen Rohrnetze usw. enggedrängt beieinander liegen Die Wiederherstellungsarbeiten zogen, sich hier bis spät in den gestrigen Abend hinein hin. Der durchgehende Straßenbahnverkehr mußte an der ilnfallftellc von gestern vormittag ab unterbrochen werden, er wurde nach beiden Streckenrichtungen als Pendelverkehr aufrechterhalteir. Die weggelausene Wassermenge wird auf etwa 2000 Kubikmeter geschäht. Erfreulicherweise ist aber den Anwohnern kein besonderer Nachteil entstanden. Die älrsache des Vorkommnis'es wird von zuständiger Stelle in dem starken, schwer auf den Straßen- boden drückenden Lastwagenverkehr vermutet, der an den beiden RohrbruchsteT n b sond?rs umfangreich ist.
** Hauszinssteuer = Sondersteuer. In den zur Einkommensteuererklärung verausgabten Formularen ist unter der Rubrik der Abzüge auch der Ausdruck „Hauszinsfteuer" enthalten. Da diese Steuerbezeichnung in Hessen nicht existiert, seien die Steuererklärungspflichtigen darauf aufmerksam gemacht-, daß die in Preußen „H ans z i n s st e u e r" genannte Belastung identisch ist mit der in Hessen als „S o n d e r st e u e r v o m bebauten Grundbesitz" bezeichneten Abgabe. Demnach ist in der Rubrik „Hauszinssteuer" die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz einzu- lragen, und zwar die Gesamtsteuer für Staat, Provinz, Kreis und Gemeinde.
** Endgültiger Anmeldefchluß für Anleihe-Altbesitz am 31. März! ihn jeden Zweifel auszuschalten, wird vom Reichs-- finanzministerium mitgeteilt: Am 31. März läuft die Frist für die Anmeldung der Reichsanleihen alten Besitzes ab. Die Anmeldung muß bei einer Dank, Sparkasse oder Genossenschaft bis zu diesem Termin auf dem vorgeschriebenen Formular erfolgen. Die Frist wird nicht verlängert. Nach Ablauf der Frist können auch für Allbesih an Reichsanleihen nur noch die Rechte der Neubesitzer verlangt werden.
616 Kennzeichnung der Eilsendungen Um die zweckentsprechende Behandlung der Eilsendungen mehr als bisher sicherzustellen, ist vom 1. April ab der Absender gehalten, die durch Eilboten zuzusteilenden Sendungen einschl. der Pakete und der zugehörigen Paketkarten sowie der Postschecks über die ganze Aufschrift
hinweg mit einem liegenden roten Kreuz zu versehen. Der Vermerk „Durch Eilboten" ist möglichst links neben der Angabe des Bestimmungsorts, bei Postschecks wie bisher am oberen Rande der Anschriftseite, deutlich niederzuschreiben und farbig zu unterstreichen ober zu umranden.
’ö Die Wohlfahrtsmarken der Deutschen N o t h i l s e. Die Postämter sind angewiesen worden, auf Ersuchen der Landesoder Ortsausschüsse der Deutschen Nothilfe in den Schalterräumen Aushänge mit der Angabe anzubringen, bei welchen örtlichen Geschäftsstellen der Deutschen Nothilfe Wohlfahrtsmarken noch bis 5um 15. April verkauft werden.
---Ein Maschinenkursus mit Vorführung von Maschinen, Demonstrationen und Lichtbildervorträgen begann am Dienstag am Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität Gießen. Der Leiter des Kursus, Geh. Hofrat Prof. Dr. G i s e v i u s , dankte bei der Eröffnung der Landwirtschaftskammer für die Finanzierung des Kursus, den Maschinenbaufirmen für die zur Verfügung gestellten Maschinen und den Rednern für ihre Mitwirkung. Ingenieur Heim aus Mannheim eröffnete die Reihe der Vorträge und sprach über Rohölmotoren, anschließend zeigte er mehrere Maschinen. Dr. S ch e 11 h a a s aus Mannheim hielt einen Vortrag über Dreschmaschinen, Strohpressen und Gebläse. Die Lichtbilder und Filme, mit denen er seine Ausführungen veranschaulichte, waren außerordentlich lehrreich unb interessant. Am gestrigen Mittwoch fand eine Besichtigung der Trösterschen Maschinenfabrik in Butzbach statt.
Sänger-Ehrung. Aus Anlaß des 6 2. Stiftungsfestes des Bauerschen Gesangvereins fand im A.nioersitätsrestau- ranl ein Festkommers statt. Hierbei wurden folgende Auszeichnungen verliehen und den Sängern von dem Ehrenpräsidenten Gg. Todt überreicht: für 50jährige Mitgliedschaft: Fritz Rosenbaum eine Ehrenurkunde: 4 0- jährige Mitgliedschaft: Wilhelm Luft: 25 Jahre: A. Thomas wurde zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt ein Diplom: 2 0 Jahre: Georg Arnold, Richard Grünewald. Heinrich Pieper. Heinrich Runkel, Louis S t ü h l e r und Erich Stutzenstein: 15 Zahre: Karl Haus. Die Sänger erhielten eine silberne Radel mit entsprechender Gravierung. Für fleißigen Singstundenbesuch im abgelaufenen Vereinsjahr wurden 13 Sänger mit der goldenen und 18 Sänger mit der silbernen Radel ausgezeichnet.
<:M Deutschnationale Dolkspartei. Man schreibt uns: Einige recht frohe Stunden bereitete die hiesige Ortsgruppe ihren Mitgliedern und Freunden, die in überaus großer Zahl zu dem ersten ..Familienabend" erschienen waren. Der Abend wurde durch die dramatische Szene ..In Wielands Schmiede" eingeleitet, und in bunter Folge wechselten Liedervorträge, Tanzreigen, humoristische Dichtungen usw. miteinander ab. Fräulein L. Kuhl erfreute die Anwesenden durch ihre schone Sopranstimme, die großen Anklang fand, Herr P. Fuchs, der aus Offenbach ßerübergdommen war, errang durch den Vortrag eigener Dichtungen in Vogelsberger Mundart den lebhaftesten Beifall. Den Glanzpunkt der Darbietungen aber bildete ,.E n Spinn st uwweowend bei Gäifse", der uns in die Zeit vor 70 Zähren zurückversetzte
und uns einen Blick tun ließ in das Leden und Treiben der oberhessischen Dorfjugend. Den Darstellern. wie dem als Gast anwesenden Verfasser wurde wohlverdiente Anerkennung und wärmster Dank zuteil. Alles in allem, ein herrlicher Abend, der allen Teilnehmern wohl noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird.
■v Dürgergesellschaft Gießen. Zu unterem gestrigen Bericht über die Aufführung der Operette „Die Ratsmädel' ist ergänzend bzw. berichtigend nachzutragen, daß die Spielleitung und Einstudierung in den Händen des Herrn Mar Büttner lag, für die Tanzstudien H. Möhl verantwortlich zeichnete und das Orchester aus Mitgliedern der Kapelle Weller bestand.
** Ein Wohltätigkeits-Konzert zum Besten unserer Kriegsblinden wird Ende April auf der „Liebigshöhe" veranstaltet. Mitwirken werden die Kapelle des 1. (Hess.) Bataillons 15. Znfanterie-RegimentL unter der Leitung von Obermulikmeister Lober und der Gesangverein ..Eoneordia". Der Reinertrag der Veranstaltung fließt der Ortsgruppe Gießen des Bundes der erblindeten Krieger Deutschlands zu. Hoffentlich sindet das Konzert allseitige Förderung durch unsere Mitbürger, damit ein ansehnlicher Aeberschuß dem guten Zwecke zugeführt werden kann.
** Stuart Bellachini, der Aniversal- Psychologe, gab am Dienstag im vollbesetzten Saale des Katholischen Dereinshaufes eilen einmaligen Gastspielabend. Der erste Teil des Programms war der Vorführung psychologischer und telepathischer Experimente grwidmet. Verblüffend wirkte das Suchen und Finden im Saale versteckter Gegenstände und bestimmter Personen, sowie die Ausführung vom Publikum gewünschter HmrdUmgen durch Vellachinr aus dem Wege der telepathischen Gedankenübertragung. 3n einem kurzen Vorträge wies Bellachini auch darauf hin, daß es wohl möglich ist, mit Hilfe von! Autosuggestion eine Reihe leichterer Krankheiten zu heilen (nervöse Kopfschmerzen, Zahnschmerzen) und sogar das Rauchen abzugewöhnen. Ein weiterer Punkt des Programms zeigte „Rajana", ^leberraschend sicher gelang ihr das Erwaten der vom Publikum gezogenen Karten oder in einen Kasten gelegten Gegenstände. Bemerkt sei, daß das Publikum selbst die Fragen an die Künstlerin richtete, die sie von der Bühne aus richtig beantwortete: es handelte sich also hierbei nicht um den alten Trick, bei dem ein Helfer die Fragen stellt, in deren Form nach gewisser Heber- eintun ft schon die Antwort liegt. Die Experimente waren sämtlich einwandfrei, da das Publikum sehr rege beteiligt war und sich genügend überzeugen konnte. Den zweiten Teil des Abends füllte Bellachini mit magischen Kunstfertigkeiten aus, nach dem bekannten Grundsatz „Geschwindigkeit ist keine Hexerei!" Auch auf diesem Gebiete sah man erstaunliche Leistungen. Das Publikum nahm sämtliche sehr abwechslungsreichen Darbietungen recht beifällig auf. z.
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