Clnsatzratsel.
Luft — Wagen Speise — Lauf Schnitzel — Horn Stroh — Fenster Wall — Baum Nadel — Weg hebet — Brust Maut — Treiber Rreie — Bock Stahl — Busch Wein — Kranz.
Statt der Striche sind ein- oder zweisilbige Hauptwörter einzufüaen, die sowohl mit dem vorhergehenden, als auch mit dem nachfolgenden Wort jeweils ein neues Hauptwort bilden Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Mittelwörter ergeben, richtig geordnet, einen bevorstehenden Zeitpunkt.
Vier Rätsel in Reimen.
Wird das Wort vor dich gestellt Und ist gut, — so ist's erfreulich: Doch wirst du vors Wort gestellt, Wird die Sache ganz abscheulich. Fröhlich siehst du sicher aus, holt du's, — an den Leib gebunden Ist s am hals dir, dann o Graus, Lebst du deine letzten Stunden. Aber wenn's am hals dir ist, Kann ich dir zum Tröste sagen. Eh' du noch hinüber bist, Wird am Leib man's zu dir tragen
*
Das erste glänzt im Sonnenschein, Als war' es aus Kristall geschliffen. Auch dient es schon seit langer Zeit Auf Krieges- und auf Handelsschiffen Das zweite wird jetzt viel genannt, Schickt Botschaft fort in weite Ferne Das Ganze fehlt mir, und ich haft' Davon recht viele doch so gerne.
*
Wir sind's gewiß in vielen Dinaen. Im Tode sind wir's nimmermehr; Die sind's, die wir zu Grabe bringen Und eben diese sind's nicht mehr.
Denn, weil wir leben, sind wirs eben Don Geist und Angesicht:
Und weil wir leben, sind wir's eben Zur Zeit noch nicht.
*
Die beiden ersten trugen einst die dritte, Als Walther von der Dogelweide sang, Zum Minnelled erscholl ihr Heller Klang, Doch andre Zeiten brachten andre Sitte. Nicht war die dritte mehr der ersten Zeichen, Und nicht die ersten Meister mehr im Lied. Das Ganze aber steht, wenn Fröste weichen, Und Frühlingslüfte durch die Lande streichen, Im stillen Dörfchen, wo der Garten oliiht.
Buntes Allerlei.
Weihnachten in Bethlehem.
Die De danken imb Herzen der Menschen sind beim Welhnachtssest nach Bethlehem gerichtet, too sich das Wunder der göttlichen Geburt begab, die wir feiern. Aber ein Weihnachten, an dieser Stätte verbracht, würde die größte Ent
täuschung bereiten. .Während wir uns Bethlehem als den Mittelpunkt des Friedens auf Erden und des Wohlgefallens unter den Menschen vorstellen," so schildert Polson Revmen das Weihnachtsfest in Bethlehem, »gibt es wahrscheinlich keinen Fleck in der ganzen christlichen Welt, wo diese Feier durch drohende Menschen- massen und bewaffnete Wachen mehr gestört wird. Die Geburiskirche, die wohl die authentische Stelle der Geburt Christi darstellt, sieht mehr wie eine düstere Festung als wie eine christliche Kirche aus. Die dicken Mauern mit den kleinen vergitterten Fenstern, die einen schlecht gepflasterten Hof umgeben, scheinen eher eine Strafanstalt als eine hellige Stätte des Friedens zu umschließen. Der einzige Zugang ist ein schmales Loch in der dicken Mauer, so niedrig, daß man sich beim Hindurchschlüpfen bücken muß. Keine Kappel, kein Turm macht di.e Kirche weithin sichtbar: nur eine Glocke ist in recht unschöner Form eingebaut. Am Weihnachtsabend strömen große Massen aus #3eru- salem und den umliegenden Dörfern herbei, um an der Mitternachtsmesse teilzunehmen, die in dem römisch-katholischen Teil der Kirche ab- gehalten wird: der eine Teil des Gebäudes ist nämlich für die Griechen und Armenier bestimmt, die ihr Weihnachtsfest an einem anderen Datum feiern. Das Innere der Kirche, das mehr einer gedeckten Martthalle mit dicken Pfellern und hohen Steinplatten ähnelt, macht einen kalten und stimmungslosen Eindruck. Eine aufgeregte Menge drängt sich in den Dau, stößt sich und kämpft um die Plätze, während in den Sellenschiffen die Bajonette von Soldaten ausleuchten, die bereitstehen, um jeden Stteit zu verhindern. Um Mitternacht geht eine Prozession nach der „Krippen-Kapelle", In die man über zwei dunkle Treppen herniedersteigt: es ist eine kleine lampenerhellte Krypta, in der der berühmte »Stern von Bethlehem" die Stelle bezeichnen soll, an der Christus geboren wurde. 3n einer Ausbuchtung der Mauer stehl ein Altar, der allen drei Kirchen gemeinsam ist: aber auch hier, an dem heiligsten Ort der Christenheit, steht Tag und Rächt eine Schild- wache, um den religiösen Frieden zu bewahren. Nahe dabei befindet sich die Stelle, auf der die Krippe gestanden haben soll. Aber diese selbst befindet sich in der Kirche Santa Maria Maggiore zu Nom. Erst wenn man nach dem Gottesdienst hinauSttitt in das einsame Hügel- strnd von Judäa, wo die Schäfer mit ihren Herden lagern, findet man sich von jener Weihe- stimmung umflossen, die über die erste Weihnacht ausgegossen war.
(Ein neues Iugendbildnls Mozarts.
Ein wertvolles Mo.zarbBildnis wurde aus salz- burgischem Prioatbesitz für das im Geburtshaus Mozarts in Salzburg unteraebrachte Mozartmuseum erworben. Es stellt in dem schlichten Stil der damaligen bürgerlichen Porträtkunst den jugendlichen Meister im Alter von etwa 18 Jahren dar, bekleidet mit rotem Rock und grüner Weste, mit einem zierlichen Jabot von Spitzen und gleichen Aermelauf- schlagen. Mozart ist nicht idealisiett. Da» schmale Gesicht wird von zwei großen blauen Augen und einer auffallend langen Nase beherrscht. Ein breiter geschlossener sinnlicher Mund verrät zurückgehaltene» Leben. Die „lange Nase" wird von Mozart» erstem Biographen, Nissen, ausdrücklich nach Berichten von Zeitgenosien erwähnt. Auf der Neuerwerbung de»
Museums ist mit besonderer Sorgfalt die ünke Hand dargestellt. Sie trägt am kleinen Finger jenen berühmten Ring (Adular mit zwölf Diamanten), den Kaiserin Maria Theresia dem 6jährigen Wunder- büblein gab. Ein weiterer Lohn bestand in dem Kavalierskleid, das, dem kleinen Erzherzog Maximilian gehörend, die Kaiserin dem Knaben schenkte. In die- em Kostüm mit Degen und Dreispitz, am Klavier tehend, wurde der kleine pausbäckige Wolfgang auch von einem Wiener Hofmaler gemalt (Original im Mozartmu'eum). Der Ring blieb trotz Mozarts Leichtlebigkeit in finanziellen Dingen dauernd sein Eigentum. Später schenkte ihn die Witwe Konstanze der Witwe des Komponisten Spontini, von deren Erben er an das Mozartmuseum in Salzburg kam. In Anbetracht der sehr wenigen ungeschmeichelten Bildnisse Mozatts kommt dem neuerworbenen Bor- trat eine große Bedeutung zu.
DaS Fundbureau als Barometer.
Die großen Fundbureaus der Weltstädte bieten in dem bunten Durcheinander der hier aufgehäuften Dinge einen merkwürdigen und häufig recht bezeichnenden Ausschnitt aus dem Leben. Der Direktor der Hauptfundftelle der Londoner Polizei sagte, er könne aus den gefundenen Sachen, die bei ihm zusammenkämen, die Witterung angeben, auch wenn er sonst vom Wetter nichts wüßte. Gegenwärtig strömen Tausende von Regenschirmen im Fundbureau zusammen, das sicherste Zeichen dafür, daß Jupiter Pluvius über London seine feuchten Gaben ausschüttet. Wenn es kalt wird, dann sind die Hauptgegenstände, die gefunden werden, warme Handschuhe und Pelze. 3m Frühling überwiegt gewöhnlich | die Menge der Regenmäntel: im Sommer werden ; die meisten Hüte cingeüefett, sowie allerlei Dinge, : die man auf Ausflügen mit sich führt. Der Herbst dagegen ist durch leichte Handschuhe und Sommer- mäntel gekennzeichnet.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Freitag, 24. Dezember. Heiliger Abend.
Lollar und Mainzlar. Rachm. 6. — Watzen- born.Garbenletch. Watzenborn-Steinberg. 7,8: Kirchen- u Schülerchor, Kollekte. Garbenteich. 5: Krippespiel, Kollekte.
Samstag, den 25. Dezember. 1. Weihnachtsfeiertag.
Gießen. Stadtkirche. 97,: Pir. Mahr. Beichte u. heiliges Abendmahl für Matthäus- u. WarluS- gemeinde. 5:Psr. Becker. — Iohanneskirche. 97,: Dir. Dechtolsheimer. 5: Psarrassist. Schultheis. — Lich. 10: Stiftsdechant Lenz. 2: StistSpkarrer Schor- lemmer. 5: Weihnachtsfeier der Kinderkirche, im Anschluß daran Beichte. Kollekte für die Kinder- I kirche- — Kirchberg. 10; 11; Heiliges Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg. Kollekte für die Heidenmission. Rachm. 4: Liturgischer Gottesdienst. - Watzenborn-Garben» leich. Watzenborn Steinberg. 10:Klrchenchor, Kollekte. Garbenteich. 17«: Kollekte. — Wieseck. 10: Frauen- chor; Opfer tür die Heidenmission. Rachm. 3: und abd. 6: Christfeier mit Weihnachtsspiel.
Sonntag, den 26. Dezember. 2. WeihnachSfeiertag
Dietzen. Stadtkirche. 97,: Superintendent Wag- ner. 5: Pfarrassist. Hertel. - JohanneSkirche. 97,: Pfr. AuSfeld. Beichte und heiliges Abendmahl für LukaS- und Iohannesgemeinde. 5; Pfr. BechtolSheimer. — Lich. 10: StiftSdechant Lenz. Heiliges Abendmahl. 2: StiftSpfarrer Schorlemmer.
Kollefte für die Kinderkirche. - Kirchberg. !Ot Rachm.4:WeihnachtSkindergotteSblenst. — Watzen» born-Darbentetch. Watzenborn-Steinberg: 1. Garbenteich. 10. — Wieseck. 10.
K^.holische Gemeinden.
Samstag, den 25. Dezember. Weihnachtsfest. Dietzen. 5 Chrislmttee, 5 Beichte, 6 u. 7 Weste, 8 Korn., 9 Hochamt m. Pred., 11 Messe m. Pred., 47, u. 7 Deichte, 57, Vesper mit Segen. — Gründers. 97, Weste mit Predigt. — Hungen. 97, Hochamt mit Predigt. — Laubach. 7 Weste mit Predigt — Lich Morgens 5 Christmette.
Sonntag, den 26. Dezember. Fest des hl- StephanuS. Dietzen. 67, Beichte, 7 Wesse. Rom der trauen 8 Kom., 9 Hochamt in. Pred., 11 Weste m. Pred., 5'/, Festandacht mit Segen. — Grünberg. 9 /, Weste mit Predigt. — Hungen. 8 Hochamt mit Predigt. — Lich. iO Hochamt mit Predigt.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
• Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 103 vom 23. Dezember enthält: Behandlung der Zugtiere im Winter. — Phosphorhalttge Feuerwerkskörper. — Gesunden, verloren. — Sttaßensperre.
Sounlaaaoleutt o. berste u. Uvotvekeii nm 25 12.26 Dr. S. Klein. Dr. Stuhl. Engelapoibeke. 8atmarzt: Dr Metz. *6MD
Sonntag, den 26. Dezember 1926 >2. WethnachtStcigf Frau Dr. Marr. Dr Schäffer Belikanavocheke. 3abnav.tt: Dr. Wertheim.
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26. Dezember:
Mittagessen Mk. 2.20
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