Spiel. Bei der guten Wiesecker Verteidigung (die allerdings auch mal einen schlechten Tag haben kann) ist kein katastrophales Resultat zu erwarten.
Rach einer umständlichen "Reise hat Marburg in Alsfeld ein Spiel auszutragen. Las es wohl als verhältnismäßig leichter Sieger beenden wird. Dieser Ausgang des Spieles dürfte wvhl ohne Zweifel feststehcn.
In der zweiten Klasse spielen u. a.: Die Gießener lls - M a n n s ch a s t gegen die Hb - M a n n s ch a f t. Die o-Mannschast wird ihren Vereinskameraden eine kräftige Riederlage bereiten. Die W i e s e ck e r Zweite hat R o d h e i m s Erste zu Gast, wobei der Ausgang offen gelassen werden muß. Die aufstrebende erste Mannschaft Fronhausens tritt in Raunheim gegen die dortige zweite Mannschaft an, die als Reuling in ihren Leistungen noch unbekannt ist.
Die Jugendklassen Ein offenes Spiel werden sich Raunheim und Wetzlar in Raunheim liefern. Vei der körperlichen Heber» legenheit Raunheims ist mit einer Riederlage Wetzlars zu rechnen. — Gießen und Lollar werden sich in Lollar ein ungleiches Spiel liefern. Hier bleibt Gießen mit seinem technisch besseren Spiel einwandfreier Sieger. — Ebenso zweifelsfrei ist der Ausgang des Spiels Heuchelheim gegen Wieseck in Heuchelheim. Auch hier wird die bessere Spielerfahrung der Wiesecker den Ausschlag geben. — Falls D la sbach in Marburg antritt, wird es sich eine empfindliche Riederlage holen.
Am Vormittag treffen sich auf dem Gießener Sportplatz die Jüngsten: die Schülermannschaften Gießens und W i e s e ck s tragen ein Gesellschaftsspiel aus.
Das Deutsche Turn- und Sportabzeichen.
Am kommenden Sonntag ist Gelegenheit gegeben, die Prüfung für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen, sowie für das Reichsjugendabzeichen abzulegen. Kugel, Speer, Diskus, Weit- und Hochsprung. 100», 400-, 1500°, 3000- und 10 000-Meter-Lauf. Platz des Vereins für Dewegungsspiele, Anfang- 9.30 Tlhr.
Auch in Gruppe 5 (20-Km.-Radfahren) kann die Prüfung zu dem gleichen Zweck abgelegt werden. Beginn 8 Uhr morgens am Schützenhaus.
die Kartoffelernte ausgenommen. Diese fällt aber ganz unterschiedlich aus. Manche Sorten bringen pro Rute ein Sack ----- 100 bis 120 Pfund, andere liefern auch nur 60 bis 70 Pfund. Die frühere Modekartoffel „Jirdustrie" kennt man hierzulande als Anbaulartoffel nicht mehr. Sie galt bekanntlich als erstklassige Speisekartoffel, ist aber im Laufe der Jahre gänzlich ausgeartet.
Kreis Biedenkopf.
T Waldgirmes, 23. Sept. Glück im Unglück hatte gestern gegen Abend ein Auto mit fünf 3 n f o f | en aus Frankfurt o. M. Es kam in rasendem Tempo von Wetzlar her, sauste über die zwischen Naunheim und hier liegende, etwas erhöhte Brücke über den Wasser- und Grenzgraben und bekam die anschließende Kurve nicht. Einen Obstbaum streifend, rannte es in einen Acker und Hieb dort schwer beschädigt stehen. Die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. Ein Kraftwagen brachte das Auto nach Wetzlar.
kz. 5) e r m a n n st e i n , 23. Sept. Ein so geringes Ergebnis wie die gestrige O b st v erst e i g e r u n g an der Kreisstraße von Wetzlar nach hier und weiterhin bis Aßlar ist wohl seit Jahrzehnten nicht gewesen. Die Nachfrage nach Birnen war so gering, obwohl Birnen genügend vorhanden waren, daß sich der Preis pro Zentner am Baume auf 1,50 Mark, ja sogar bei manchen auf ca. 50 Pf. stellte. Apfelbäume wurden in langen Reihen auf einmal verkauft, da an den meisten Bäumen nur einige Aepsel hingen. — Der große Brand auf dem S ch e n k s ck> e n Hofgut, dem die Mühle und eine Halle zum Opfer fielen, hat b e t r ä ch t - ; lichen Schaden angerichtet. Don der Mühle, die im vergangenen Jahre eine nmc Inneneinrichtung erhalten hatte, stehen nur die unteren Mauern. Das Räderwerk ist fast restlos zerstört.
Oberlahnkreis.
* Weilburg, 23. Sept. Die hiesige Land- wirtschaftschule feiert in den Tagen vom 24. bis 26. September ihr 50jähriges Be- stehen. Den Schluß des Festes bildet am Sonntagabend eine großangelegte Beleuchtung des Schlosses, Lampionauffahrt des Rudervereins auf der Lahn ufw. Die Schloßbeleuchtung findet um 7 Uhr abends statt, fo daß Zuschauer aus den benachbarten Städten mit den letzten Zügen bequem nach Haufe fahren können.
Kreis Westerburg.
00 Wallmerod, 22. Sept. Die diesjährige Herb st Versammlung des Wester- waldverbandes für Handwerk und Gewerbe sand am Sonntag hier statt. Der Verbandsvorsihende G e l h a r d (Ransbach) begrüßte in seiner Eröffnungsansprache besonders die beiden Abgeordneten, Ehrenobermeister Kniest (Kassel) und Fink (Wiesbaden), sowie die Vertreter der Behörden. Als Vertreter dec Handwerkskammer war Jung (Siershahn), vom Zentralvorstand der nassauischen Gewerbe- Vereine L e n a u f (Montabaur) erschienen. Der Geschäftsführer Flecken st ein gab hierauf einen kurzen Geschäftsbericht. Danach gehörten am 1. Sept, dem Verbände 32 Gewerbeversine und 7 Innungen mit zusammen 1350 Mitgliedern an. Redner zeigte weiter, wie das Verbandsbureau in fruchtbringender Weise mit Mitgliedern einerseits, mit Behörden, Handels- und Handwerkskammer andererseits gearbeitet habe. Abg. Kniest hielt sodann einen Vortrag über „Gesetzliche Vorgänge im Reichs- und Landtag". Darum begrüßte er den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, die Entschließungen des Reichsverbandes der deutschen Industrie und des Kölner Juristentoges. Seine Forderungen waren: Der ganze Steuerabbau muß herzhafter ange- saßt werden! Handwerk und Gewerbe, in Verbänden organisiert, muh den Handwerker- und gewerbefreundlichen Abgeordneten den Rücken stärken! Abg. Fink nahm Stellung zu der neuen Landgemeindeordnung und sprach gegen eine Abänderung in dem Passus der Landbürgermeistereien. Die Ausführungen beider Redner wurden mit reichem Beifall ausgenommen. Die Versammlung schloß mit der Annahme einer Entschließung, die an die maßgebenden Stellen weitergeleitet werden soll: „Keine Aenderung der Landgemeindeordnung in der Frage der Landbürgermeistereien und Beschränkung des Zuschlagsrechts der Gemeinden zur Gewerbesteiler". Die Frühjahrsversammlung soll in Vaumbach abgehalten werden.
freunden und -sreundinnen einen Tag der Erinnerung zu begehen. Vormittags fand Gottesdienst statt, bei dem Pfarrer Römer in schöner Weife dieser finnigen Feier gedachte. Der Gesangverein brachte abends den Feierndm am Frankfurter Hof ein Ständchen bar. — Ein L a nd- wirt von hier erlitt dadurch einen schweren Unfall, daß ihm beim Holen von Klee die Sense tief in das Dein drang. Er hatte die Sense hinter den Wagen gelegt, nicht mehr daran gedacht, das Pferd, das von dem Klee fressen wollte, suchte er davon abzuhalten, hierbei eilte er über die Sense hin, die ihm die schwere Verletzung beibrachte. Riemand war in der Rahe. Der Mann hatte noch soviel Geistesgegenwart, daß er die stark blutenden Adern abband, sonst hätte er sich sicher verblutet.
Kreis Lauterbach.
fL Lauterbach, 22. Sept. Auf der gestern hier stattgefundenen Kreis - Lehrerversammlung wurden in das Kreisschulamt gewählt die Lehrer Repp (Pfordt), Reibe- I i n g (Lauterbach) und ®icmer (Freiensteinau), als Ersatzleute Adolph (Schlechtenwegen), Mink (Dlihenrod) und Schmidt (Grebenhain). Die eigentliche Tagung galt zwei feitherigen „Stiefkindern", dem Singen und dem Turnen. Lehrer K ö p p l e r (Eichenrod) führte eine neue Gesangsmethode mit seiner einklassigen Schule vor. Es ist die Tonika-Do- Methode. Rach Handzeichen, Faust, senkrechte Hand, wagrechte Hand usw. fangen die Kinder nach einem gegebenen Grundton die einzelnen Intervalle. Mit Hilfe dieser Methode dürfte es möglich fein, die Kinder der Volksschule zur vollen Gehör- und Taktmusikalität zu bringen, was seither auch mit der Tonwortmethode unmöglich war. Dieselben Kinder werden auch auf der Reichs schulmusikwoche in Darmstadt nach dieser Methode fingen. Im nächsten Teil wurden die Teilnehmer durch Turnlehrer Deck (Mainz) und Universitätsturnlehrer Dr. Werner (Gießen) mit dem neuzeitlichen Schulturnen bekanntgemacht. Der letzte Teil der Tagung führte in das Gebiet der Volkskunde. Prof. Dr. Hepding (Gießen) wies auf die Wichtigkeit der demnächst auszufüllenden Heimatbogen hin, forderte auf zur Schaffung von Heimatbüchern und -museen, Heimatblättern und zur Mitarbeit bei dem hessen- nassauischen Wörterbuch. In einem Vertrag zeigte er, welche Schätze noch gehoben werden können.
$ Rieder-Moos, 23. Sept. In dem benachbarten ©ungenau wurde durch die Geistesgegenwart einer Frau ein Schadenfeuer, das unabsehbare Folgen hätte haben können, da in dem Ort großer Wassermangel herrscht, im Entstehen unterdrückt. Als die Frau brennendes Stroh in der Scheuer bemerkte, stürzte sie sich auf die Flammen und erstickte sie mit ihren Kleidern. Das Feuer war von einem Hütejungen angelegt worden.
Starkenburg.
WSR. Darmstadt, 23. Sept. In einem hiesigen Kohlenlager verunglückte der Arbeiter Philipp Funk aus Ober-Ramstadt beim Ankoppeln eines mit Briketts beladenen Anhängers mit einem gleichfalls beladenen Lastkraftwagen tödlich. Funk wurde von den beiden OSageit derart zusammengedrückt, daß der Tod alsbald eintrat.
Rheinhessen.
WSR. Worms, 23. Sept. Eine junge Dame, die anscheinend des Steuerns noch nicht kundig war, fuhr gestern vormittag mit einem K r a f t w a g e n, in dem auch ihr Fachlehrer saß, in den Rhein. Zwei vorbeikommende Radfahrer entrissen die beiden, denen das Wasser bis an den Hals reichte, unter großen Anstrengungen dem nassen Element. Der Kraftwagen wurde geborgen.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
g. Krofdorf- 23. Sept. Die Straße Gießen— Krofdorf, die durch den starken Autoverkehr arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, erhält gegenwärtig auf der Gießener Seite die notwendige Ausbesserung. Die Löcher werden mit Kleinpflaster ausgefüllt und dann mit Teer getränkt. Was jetzt hier auf der hessischen Seite ausgeführt wird, sei auch für den preußischen bzw. Krosdorfer Teil der Straße empfohlen. Reparaturen wären hier nur wenig nötig, jedoch würde cs sich empfehlen, die ganze Straße, bevor sie durch den starken Autoverkehr sehr beschädigt ist, schon jetzt mit dein nötigen Bindemittel (Teer usw.) zu besprengen. — Der hiesige Turnverein (D.T.) hielt am Sonntag in der Gastwirtschaft Hofmann sein diesjähriges Schauturnen. Besonderes Interesse fanden die Uebungen der Damenabteilung. Hier ist in dem halben Jahr des Bestehens schon recht beachtenswerter geleistet worden. Lehrer Praß bat in einer Ansprache, auch in Zukunft möge sich hier reges Interesse für die Turnsache zeigen. Am Nachmittag fanden verschiedene Geräteübungen statt. Der Abend gehörte der Geselligkeit. — Der von dem Turnverein in diesem Sommer in Angriff genommene Bau der Turnhalle schreitet rüstig voran. Dank der unentgeltlichen Mithilfe sämtlicher Mitglieder, die die Ausgrabungsarbeiten machten, die Bausteine brachen, diese anfahren, geht die Arbeit flott vonstatten. Abends nach Feierabend sieht man noch viele Mitglieder beim Bau beschäftigt. Auch die Landwirte haben sich in den Dienst der Turnfache gestellt und fahren sämtliche Bausteine unentgeltlich an. Man hofft, den Bau noch im Herbst unter Dach bringen zu können.
XX Aus dem Hohensolmser Land, 23. Sept. In der weiten Amgegend unserer Derg- landschast sind die Halmfrüchte bis auf die letzte Fuhre fast unberegnet und gut ausge- trocknet eingekommen. Da auch der Ertrag Reichlich ist, kann von einer wirklich guten Ernte gesprochen werden, HeberaU wird nun
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
f. K l e i n - L t n b c n, 23. Sept. In ber jüngsten Gemeinderatssitzung gab der Bürgermeister zunächst Aufklärung über die in letzter Zeit vorgekommenen .Urkundenfälschungen und Unterschlagungen der beiden verhafteten Hilfskräfte auf der Bürgermeisterei, und streifte dabei auch die schon zwei Jahre zurückliegenden Verfehlungen des W. Schuld an den Vorkommnissen seien hauptsächlich die schlechten Dureauverhältnisse, Sparsamkeit an verkehrter Stelle und die allzulange Dauer der Reubesetzung der Gemeinderechnerstelle. Der Bürgermeister stellte den Antrag, das Kreisamt um die ^lntersuchung der Vorkommnisse und zugleich auch um die evtl. Regelung der Haftpflicht zu ersuchen. Der Gemeinderat lehnte diesen Antrag ab mit der Begründung, daß in solchen Fällen das Kreisamt als vorgesetzte Behörde von selbst eingreifen müsse und man im übrigen der Gemeinde nicht noch größere iln- foften aufladen dürfe. Da die Erklärungen des Bürgermeisters den Gemeinberat nicht befriedigt hatten, beschloß dieser die Einsetzung einer fünfgliedrigen Untersuchungskommission, die unabhängig von dem gerichtlichen Verfahren das Belastungsmaterial sichten und in einer neuen Sitzung dem Gemeinderat vorlegen soll. — Eine in letzter Sitzung gewählte Kommission bestätigte die Rotwendigkeit der Instandsetzung verschiedener Zimmer der Lehrer Wohnungen: es wurde demgemäß beschlossen. Den Zuschlag erhalt Weißbindermeister Friedr. Lenz als Wenigstfordernder. — Der A u s s ch l a g a n Gemeindeumlagen wurde festgesetzt auf je 100 Mk. Steuerwert: Sondergebäudesteuer 53,7 Pfennig: Grundsteuer, Gebäude und Bauplätze 32 Pf., land- und forstwirtschaftlich genutztes Gelände 40 Pf.: Gewerbesteuer auf land- und forstwirtschaftlich genutztes Gelände 38 Pf., sowie auf je 1 Mark float L G?werbeertrogssteuerfoll des Kalenderjahres 1925 33 Pf. Hinsichtlich ber Sondergebäudesteuer 1926 wurde ein früher gefaßter Beschluß angezogen, wonach bei dem Erlaß staatlicher Steuer zugleich die Gemeindesteuer erlassen werden soll. — lieber die Versteigerung von noch vorhandenen Massegrund- stücken aus dem Feldbereinigungsverfahren wurde in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt.
n. Grohen-Linden, 23. Sept. Der im 8 9. Lebensjahre stehende Ludwig Velten V von hier wurde im Gießener evangelischen Schwesternhaus und nicht, wie im „Gieß. Anz." Rr. 214 zu lesen war, in der Gießener Klinik von seinem schweren Druchleiden glücklich operiert. — Aus Anlaß der Feldbereinigung wurden in hiesiger Gemarkung mit Ausnahme der nicht herangezogenen Hausgärten 1 0 7 7 7 Ob st bäume numeriert und zwecks Schätzung registriert.
1—1 Lollar. 23. Sept. Auf dem benachbarten Hofgut Heibertshausen wurde dieser Tage ein großer Hühnerdiebstahl aufgedeckt. Es fehlen dem Besitzer Pfeifer etwa 15 0 diesjährige Hühnchen, deren Verlust nicht nur ein großer materieller Schaden ist, sondern ber ihm auch den Plan, eine großzügige Hühnerzucht zu betreiben, zunichte macht. Wie die polizeilichen Ermittelungen bis jetzt ergaben, haben einige Knechte die Hühner gestohlen und sie in Daubringen an junge Bürschchen und sonstige Hühnerliebhaber, die einmal „billige Hühner" erwerben wollten, verkauft. Einige Hühnchen wurden bereits von der Gendarmerie bei den neuen Besitzern wieder abgeholt. __
Das Durmersheiiner Autounglück eine Mystifikation.
WSN. Karlsruhe, 23. Sept. Das gestern gemeldete angebliche Autounglück bei Durmersheim, bei dem drei Kaufleute aus Wetzlar ihr Leben e i n g e b ü ß t haben sollten, scheint sich als eine freche Mystifikation her- miszustellen. Bei sämtlichen in Betracht kommenden Behörden war von dein Vorfall nichts bekannt. Ein Autofahrer, der Augenzeuge am Tatort gewesen sein will, hat die Meldung nach Baden- Baden überbracht und sie den dortigen Zeitungen mit allen Einzelheiten zur Veröffentlichung übermittelt. Wie wir jetzt erfahren, wurde vor einigen Tagen bei Karlsruher Blättern versucht, eine ganz ähnliche Meldung unterzubringen.
Gerichtssaal.
Rach drei Jahren aufgedeckter Bandendiebstahl.
WER. Frankfurt a. M., 23. Sept. Vor dem hiesigen Schöffengericht hatte sich eine Ci n- brecherbande aus Urberach zu verantworten, die mit den raffiniertesten Mitteln arbeitete und erst drei Jahre nach ber Tat ermittelt werden konnte. In einer Fellgrohhandlung in Urberach wurden damals fortgesetzt Einbruchsdiebstähle verübt und ganze Ballen von Häuten (insgesamt etwa 4000) gestohlen, ohne daß es den aus Frankfurt hinzugezogenen Kriminalbeamten gelang, auch nur eine Spur festznstellen. Erst nach drei Jahren gelang es der Polizei, einen der Hehler zu erwischen und so die Diebesbande zu entlarven. Die sieben-
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: feuern, 23. Sept. AuS der jüngsten G e m e i n d e r a t s s i h u n g ist u. a. als besonders bemerkenswert zu berichten: Der Bürgermeister machte Mitteilung darüber, baß ber Gemeinderechner Stein ab 1. Oktober sein Amt gekündigt Hal. Mit ber vor einiger Zeit beschlossenen Herabsetzung der Gemeindebeamtengehälter ist keiner der hiesigen Gemeindebeamten einverstanden. Der Gemeinderat hält aber an seinem Beschluß fest und läßt ab 1. Oktober nur noch die herabgesetzten Gehälter ausbezahlen. Eine größere Aussprache fand über bas schon oft im Gemeinderat behandelte Thema Sportplatz statt. Die Meinungen über die Anlage sind geteilt. Der eine Plan sieht als geeigneten Sportplatz die total versumpften und fast wertlos geworbenen Psarr- wiesen in der Michelbach an der Dersröberstrahe an. Die jährliche Pacht für diese wäre nicht hoch, doch seht die Instandsetzung als Sportplatz gröhereKosten voraus. Ein anderer Plan ist, die am Krebsbach von drei Seiten umwaldeten Wiesen, die im Privatbesitz sind, durch die Gemeinde aufzukaufen unb ohne große Kosten zum Sportplatz herzurichten. Ein Beschluß über die Angelegenheit wurde nicht herbeigeführt und die Sache auf eine spätere Sitzung vertagt.
!— I Aus dem ßumbatal, 23. Sept. An der Kreis st raße (Staufenberg* Daubringen-Lollar wurde jetzt das Obst durch die Kreisverwaltung versteigert. Meistens lieferten die Goldparmäne etwas Ertrag, während ein großer Teil der andern Bäume vollständig ohne Früchte war; daher konnten nicht alle der' erschienenen Steigerer ihren Bedarf decken. An Preisen wurde für einen Daum Goldparmäne mit ungefähr einem Kord Ertrag 4 bis 6 Mark geboten, sicherlich, wenn man die Zeit des Abmachens in Rechnung stellt, eine äußerst hohe Bezahlung.
f © r ü n b e r g, 23. Sept. Aus der jüngsten Gemeinderatssihung ist u. a. zu berichten: Die städtische Ob st Versteigerung soll am nächsten Montag stattfinden: die gesteigerten Mengen sollen an Ort und Stelle gleich bezahlt werden. — Um die Weißbinder- arbeiten in ber Volksschule bewerben sich Schäfer, Lauter, der 449,50 Mk. fordert, und G r a v e l i u s , Grünberg, der 580 Mk. verlangt. Die Angebote sollen zunächst von sachverständiger Seite geprüft werden. — Ein st ä b- tifdjer Bauplatz an der Lonborfer Straße soll an Reinhard Ritter für 3 Mark pro Quadratmeter verkauft werden. Der Käufer muß mit dem Bau spätestens am 15. Oktober beginnen.
I Lauter, 23. Sept. Seit einigen Tagen hat die Bonitierungskommission der hiesigen Feld- bercinigung mit der Bonitierung der Grundstücke begonnen. Man darf wohl hoffen, daß die Feldbereinigung auch einen Weg legt, der durch den Wald eine direkte Verbindung mit dem nur eine halbe Stunde entfernten Weickartshain herstellt. Ein solcher als Straße ausgebauter Weg würde besonders den Verkehr von Lich herauf nach dem Vogelsberg erleichtern, daß Autos und Fuhrwerke dann nicht mehr die Berge um Grünberg zu überfteigen hätten, und außerdem den Weg noch um einige Kilometer abkürzen. Es fehlt nur das ungefähr zwei Kilometer lange Straßenstück zwischen Lauter und Weickartshain.
Kreis Friedberg.
1?! Vilbel, 23. Sept. Rachdem die Regulierung der Ridda im südlichen Teil unserer Gemarkung im Frühjahr durchgeführt wurde, hat man nun nördlich der Brücke ein weiteres Stück in Angriff genommen. Die Arbeiten erstrecken sich in der Hauptsache auf die Beseitigung einer im Lause der Zeit angeschwemmten Insel von zirka 50 Meter Länge, 15 Meter Breite und 2 Meter Tiefe. Der aus- gegrabene Doden wird zur Auffüllung von tiefliegendem Gelände benutzt. Die Arbeiten wurden auf dem Submissionswege vergeben: sie wurden von Maurermeister D i ck h a r d t (Vilbel) ausgeführt.
Kreis Büdingen.
/X Ridda, 22. Sept. Bei der heute hier abgehaltenen städtischen O b ft b c r ft e i g c - r u n g waren die Preise auffallenderweise wesentlich niedriger, als man vorher vermutete. Wohl in der Voraussetzung, daß das Obst sehr teuer werden würde, hatten sich nicht fo viele Steigliebhaber eingefunden, wie in früheren Jahren. Es fehlten die Obsthändler. Daher waren die Preise verhältnismäßig nicht hoch. Der Zentner Aepsel, vorzügliches Tafelobst, kam am Daum auf 9 bis 10 Mark, weniger feine Sorten l bis 8 Mark. Dirnen waren ebenfalls in sehr guten Sorten, auch Zwergobst, reichlich vorhanden und nur mäßig im Preise. Der Zentner stellte sich auf etwa 4 bis 5 Mark. Der Erlös betrug 830 Mark. Es muh hierbei berücksichtigt werden, daß viele Bäume in diesem Jahre gar keinen Ertrag brachten.
_L Bad Selters, 23. Sept. Am Sonntag hielt der hiesige Turnverein (D. T.) fein diesjähriges Abturnen. Es bestand in Schauturnen der einzelnen Riegen an den Geräten. Die Schülerinnenriege turnte am Reck und Pferd, die Surnerriege am Reck. Die Leistungen waren für einen Landverein gut. Besonderen Beifall fand die Musterriege des Turnvereins Stockheim am Darren. Zu gleicher Zeit fand ein Preis schießen des hiesigen Klein- kaliberschühendereins statt. Abturnen und Schießen wurden in dem schattigen Wald bei den Schießständen am Ortsausgang nach Ortenberg abgehalten. Die Preisverteilung — es wurden Wertpreise und Ehrenscheiben herausgeschossen — brachte 18 Preise. Den 1. und 2. Preis erhielten Fritz Kammer (Stockheim) und Gottfried K ü h n l e (Selters).
Kreis Schotten.
I Schotten, 22. Sept. Am Sonntag bereinigte sich der Jahrgang 1 876 zu seiner Fünfziger-Feier. Eine große Anzahl der Altersgenossen aus nah und fern, sogar über das große Wasser her waren an die Stätte ihrer Jugendzeit geeilt, um mit den Jugend


