Gietzener Kommunisten vor dem Staats» gerichtshofe zum Schutze der Republik.
feil, von dem r:- dereinst, wie ehemals heißen wirb: von der Maas bis an die Memel, von der (itfd) .bis an den Belt.
Der Gelang des Deutschlandliedes und ein schneidiger Marsch' der Kapelle Topp beschlossen die Feier.
Bornotizen.
— Tagestalen.der für Mittwoch. Stadttheater:'7.30 Uhr „Das alühende Einmaleins" (Ende 9.30 Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Fräulein vom «-pittelmarkt". — Astoria- Lichtspiele: „Seines Glückes Schmied".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird un8 geschrieben: Erfreuliches Interesse gibt sich für die kt>te Dorstellung von „Saku n t a l a" am kommend n Freitag kund. Die von Presse wie Publikum allgemein mm-fanntc Inszenierung, die abgerundete Darstellung und die hervorragende Ausstattung machen die Aufführungen dieses indischen Märchendramas zu einer Sehenswürdigkeit, auf die auch größere Duhnen stolz sein konnten
Lu lasgem ei nbc. Morgen, Donnerstag, un Lukassaal Familienadend mit Lichtbilder- vw»rag von Pfarrer Decker. (Siehe heutige Anzeige.)
— Svielvereinrgung 1 900. Nächsten Samstagabend außerordentliche Generalversammlung. (Siehe 'Anzeige.)
Wl3ei Provinzialtag der Provinz Oberhessen tritt am kommenden Montag, 29. März, vormittags IO1/- Uhr, im Aegierungs- gebäude zu Gießen zu seiner diesjährigen Ordentlichen Tagung zusMnmen. Die Tagesordnung sieht vor: 1. Diensteinweisung und Verpflichtung der neu in den Provinzialtag berufenen Mitglieder. 2. Verwaltungsbericht des Prvvinzial- ausschusses der Provinz Oberhessen über den Stand der Provinzialverbandsangelegenheilen für das Rechnungsjahr 1924. 3. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der Provinz Oberhessen im Rechnungsjahr 1926. 4. Rechenschaftsbericht des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen über die Verwaltung des Wasserwerks Inheiden für das Rechnungsjahr 1924. 5. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben des Wasserwerks Inheiden für das Rechnungsjahr 1926. 6. Rechnungsabschluß über die Verwaltung des Ueber- landwerks Oberhessen für das Rechnungsjahr 1924. 7. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben des Üeberlandwirks Oberhessen im Rechnungsjahr 1926.
Stiftung der philosophischen Fakultät unserer Landes univ ersi-- tä L Wie aus Friedberg berichtet wird, haben die philosophische Fakultät der Universität Gießen und das Landesamt für das Dildungswefen dein Friedberger Geschichtsverein zu seinem 30. Geburtstag am 1. April den Betrag von 200 bzw. 300 Ml. übertot cf en, die zu Reuanschaffungen für Museum, Stadtarchiv und Stadtbibliothek verwendet werden sollen.
0 Dackerlaubnis am Karfreitag. Lim "einerseits Störung der Feiertagsheiligung des Karfreitages durch das Kuchenbacken in Bäckereien zu vermeiden, andererseits aber auch den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung zu tragen und eine möglichst gleichmäßige Deband- lung aller 'Bäckerei- und Konditoreibetriebe in ganz Hessen herbeizuführen, hat, wie wir hören, das Arbeitsministerium den Kreisämtern empfohlen, am Karfreitag dieses Jahres die Herstellung von Bäcker- und Konditorwaren und die Beschäftigung von Gesellen, Gehilfen, Lehrlingen und sonstigen Arbeitern in Bäckereien usw. auf Antrag von Beendigung des Rachmittagsgottesdienstes, frühestens von 3 Llhr nachmittags an bis zum Beginn der regelmäßigen Arbeitszeit des Ostersamstags zu gestatten.
** 6 i n kleineres Schadenfeuer entstand gestern mittag kurz nach 1 Uhr in einem Betriebsraume der Zigarrenkistchenfabrik von B a r - naß in-der SckMerstraße. Die Feuerwache wurde 1.09 Uhr alarmiert und entsandte, da der Melder in der Nähe lag, zunächst einen Radfahrer, der sofort den Löschzug herbeirief. In einem Raum im ersten Stock des Hinterhauses brannte ein Regal. Die Flammen konnten rasch gelöscht werden, so daß der Feuerschaden nicht allzu erheblich wurde. Dagegen ist der Wasserschaden beträchtlicher. Die Feuerwehr konnte um 1.50 Uhr wieder ins Depot einrücken.
** Wohnungseinbruch in ein Gie° tzener Pfarrhaus. Der Polizeibericht meldet: In der Rächt zum Dienstag wurde zum Rachteil eines hiesigen Pfarrhauses ein Woh- ' nungseinbruch ausgeführt. Der oder die Täter sind durch ein Fenster von der Hofseite aus in i das Gebäude eingestiegen, haben int Parterre e ein verschlossenes Möbelstück gewaltsam erbrochen und nach Geld gesucht. Entwendet wurde ein silberner Eßlöffel gez. (S.). Kleber die Täter
Sonderbericht des ..Gießener Anzeigers". (Rachdruck verboten.)
1. Brrhandlungstag.
js. Leipzig, 23. März. 9n der Perhandlung vor dem Siaalsgerichtsbof zum Schutze der Republik gegen die Gießener Korn- m u n i ft c n eröffnete der Präsident heute vormittag 9 Uhr die Sitzung. Das Verfahren gegen den ursprünglich mit angeklagt gewesenen Krafts obrer Franz wird abaetrennt.
Nachdem die Angeklagten zur Person vernommen sind, wird die Anklageschrift verlesen, aus der hervorgehi, daß die Angeklagten als Mitglieder und Funktionäre der KPD. Ende 1923 und Anfang 1924, einer Zeit, als die KPD. wegen ihrer Um- fturzpläne verboten war, insgeheim Vorbereitungen getroffen haben, um das Ziel der KPD., den Sturz der bestehenden Regierung, vorzubereiten', Verbrechen gegen das Republikschupgefetz, § 81, 86 Strafgesetzbuch usw. Den Angeklagten Hartmann, Kaiser und Lepper aus Gießen wird außerdem schwerer Diebstahl vorgeworfen. Sie haben im November 1923 aus einem dem Kaufmann Wießle r in B u tz bad) gehörigen Pulverhäus- chen 7 Zentner Pulver gestohlen, das teils an andere Ortsgruppen weitergegeben, teils zur Herstellung von Handgranaten und anderen Sprengkörpern innerhalb der Ortsgruppe Gießen benutzt wurde. Weiter wird allen 11 Angeklagten zur Last gelegt, sich im Besitze von Sprengstoff befunden zu haben, und den Angeklagten Schmidt und I e s ch k e , im Besitze von Sd)ußwafsen gewesen zu sein.
Als erster wird der Angeklagte Händler und Maurer S d; n c i b e r aus Gießen vernommen. Er ist einer der Mitbegründer der Gießener Ortsgruppe und bis April 1924 politischer Unterbezirls- leiter gewesen. Der Angeklagte behauptet, daß die zur fraglichen Zeit in Gießen innerhalb der kommunistischen Ortsgruppe bestehenden Bestrebungen nur den Zweck des Abwehrkampfes gegen einen befürchteten fafzistischen Putsch hatten. Von einer Absicht der Partei, nach Niederwerfung des Faszismus die Lage auszunützen und ihrerseits die Macht an sich zu reißen, will der Angeklagte nichts wissen. Vom Vorsitzenden befragt, bestreitet er, militärischer Leiter gewesen zu sein. Seine militärische Tätigkeit habe fid) anfangs auf die Führung einer Hundertschaft innerhalb des Arbeiterordnungsdienstes beschränkt. Nachdem nach der entscheidenden Konferenz in Chemnitz im Oktober 1923, als die Frage des Generalstreiks auftauchte, die Spaltung zwischen SPD. und KPD. fid) vollzog, sei die KPD. bereit gewesen, im
ist noch nichts bekannt geworden. Ein gleichartiger Einbruch wurde in der Rächt zum 22. d. Mts. in das Pfarrhaus in Rieder-Florstadt ausgeführt. Zweifellos find die Täter unter dem reisenden Verbrechertum zu suchen. Personen, die über die Täter Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, Die Kriminalpolizei in Gießen zu verständigen.
** Festgenvmmen wurde hier auf Ersuchen Der Staatsanwaltschaft Leipzig eine Person wegen schweren Diebstahls.
** Die B iir g^e r g e s e l l s ch a f t Gießen veranstaltete am toonntagabenb im Katholischen Bereinshauü einen Operettenabend. Zur Aufführung gelangten „Die R a t s m ä d e l", Operette von H. Marcellus, Musik von Max Vogel. Unter der trefflichen Leitung des Vereinsdirigenren A. Wickert, in dessen Händen midj die Einstudierung lag, boten die Mitwirkenden ihr Bestes. Das Spiel gewann von Akt zu Alt an Tempo uad Frisd;e, nm Schlüsse einen vorzüglichen Geiamleindruck hinterlassend. In den Hauptrollen zeichneten fid) beson ders Frl. Tilly Schmal! und Frl. M. Euler als die imnM lustigen, zu ausgelassenen Streichen aufgelegten Ratsmädel durcki Temperament, Natürlichkeit und Sicherheit in Gesang und Spiel aus. Die Rolle des alten Stadtrates Hessing verkörperte Herr Edmund Weber in zufriedenstellender Weise. Herr Kurt Richter als Gast bot in der Rolle des Conrad einen imponierenden jugendlichen Liebhaber— eine in feder Beziehung abgerundete Leistung. Meister Vogel, der biedere Jünger des Hans Sachs, mit seinem urwüchsigen, erfrischenden Humor, wurde von Herrn Heinrich Stimme r vorzüglich charakterisiert. Die Sprechrolle des Herrn „von" Pollwitz (Herr Albert Lentz) hätte durch eine etwas stärkere Betonung des Geckenhaften — aud) in der Kleidung — an Farbe noch gewinnen können. Gut nuanciert in der Darstellung waren die Wirtschafterin Dora (Frau T. Reuter) und der „neue Stadlrat" Kringel (Herr Gg. Stur m). Anerkennung verdienen aud) die in den Nebenrollen
Falle eines Angriffs von rechts die Abwehr allein ohne die Sozialdemokraten auszuführen. Dazu fei es nötig gewesen, die breite Masse militärisch heranzu bilden und aufzuklären. In diesem Sinne habe er sich weiterhin betätigt.
Der Angeklagte Maurermeister S d) m i b t aus Gießen ist 1923 Vorsitzender im Erwerbslosenrat gewesen. Mitte Oktober ist er zum Wumbo (Waffen und Munitionsbeschaffungsobmann) ernannt roor- drn. Er erklärt, dieses Amt nur etwa 4 Wochen gehabt zu haben lind darauf aus der Partei ausgetreten zu fein. Sein Nachfolger sei der Angeklagte Hartmann gewesen. Schmidt gibt zu, 20—25 Dollars zum Ankauf von Waffen erhalten zu haben, will das Geld über cm bedürftige Erwerbslose verteilt und nicht zum Ankauf von Waffen benutzt haben. Ein bezeichnendes Licht auf diese Aussage wirft ein Kassiber des Schmidt an feine Frau, in dein et einem gewissen Erich Hartmann sagen läßt, er solle keine Aussagen über d'e damaligen Waffen- und Munitionsköuie mad)en.
Nunmehr kommt die Sprache auf den Pul- verdirb ft a hl bei B u tz b a d). Die Waffenbeschaffung in der KPD. soll nicht vorwärts gegangen fein, deshalb hot die Bezirksleilung in Frankfurt ongeordnet, aus dem Pulverhäuschen des Kaufmanns Christoph Wießler aus Butzbad), das im freien Felde bei Butzbach belegen war, dem benötigten Sprengstoff heimlich und eventuell mit Gewalt zu holen. Der Leiter des Unternehmens war der bekannte Funktionär Ludwig Herr aus Kornbest- beim, der im Februar dieses Jahres vom Staatsgerichtshof zu 9 Jahren Zuchchous verurteilt worden ist. In der Nacht vom 7. zum 8. Januar 1924 sind aus dem Pulverhäuschen etwa 7 Zentner Pulver entwendet worden. 60—70 Pfund sind von den am Diebstahl beteiligten Angeklagten Hart in a n n , Kaiser und Lepper in Rucksäcken nach Gießen gebracht worden. Die übrigen Mengen wurden am Tatorte auf einen Lastkraftwagen verladen und nach Frankfurt a. M. gebracht, von wo die Belieferung zahlreicher Ortsgruppen des Bezirks erfolgte. In Gießen wurde einige Tage darauf mit der Herstellung von Handgranaten nad) der Anweisung des Genossen Herr benennen. Die Angeklagten G r ü n und Kraus müller sammelten die zur Herstellung nötigen leeren Konservenbüchsen, die Zündkapseln wurden von Herr gebracht-, hierauf wurde in der Wohnung der Angekiagten Hartmann und Krausmüller abwechselnd die „Handgranatenfabrik" aufgemacht, lieber 100 Handgranaten wurden später bei Haussuchungen gesunden.
Die Verhandlung wird sodann auf Mittwoch vormittag 9 Uhr vertagt.
gegeigten Leistungen. Alles in allem: die Aufführung bewegte sich aus einem Niveau von beachtenswerter Hohe. So blieb auch der Erfolg nicht aus: der lebhafte Beifall des dichtbesetzten Hauses. z.
Schöffengericht Wetzlar.
<2 Betrug und Unterschlagung wurden einem Landwirt und Kaufmann aus Daubhausen zur Last gelegt. Der Angeklagte, der für einen Holzhändler in Braunfels als Holzaufkaufev tätig war. hatte sich feinem Auftraggeber gegenüber verschiedene ilnregelmäftigfeiten zuschulden kvm-' men lassen. Der Angeklagte war geständig und gab an, die strafbaren Handlungen aus Rot begangen zu haben, weil er von einem Brandung lück betroffen worden fei. Zu Gunsten des Angeklagten sprach, daß der Schaden voll gedeckt w-orden ist. Das Urteil lautete auf 300 Marl Geldstrafe, hilfsweise 1 Tag Gefängnis für je 5 Mark
Wegen fortgesetzten Sittlichiettsverbrechens wurde gegen einen Fuhrmann aus Breit* scheid verhairdelt. Das Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis unter Anrechnung von sechs Wochen Unterfuchungshaft, sowie Aufer- legung der Kosten des Verfahrens. Angeklagter und Staatsanwalt verzichteten auf Rechtsmittel.
Ein Kaufmann aus Braunfels hatte sich wegen Unterschlagung zu veramworten. Der Angeklagte war bei einer Wetzlarer Mühlenfirma in Stellung und hatte als solcher Inkassovoll- macht. In dieser Stellung hatte er in den Jahren 1925 und 1926 Unterschlagungen begangen, die den Betrag von etwa 2000 Mark erreichten. Der Angeklagte war im Allgemeinen geständig und gab an, in schlechter Gesellschaft auf die schiefe Ebene geraten und dadurch weit über seine Verhältnisse gelebt zu haben, während er in einem Falle auf einer Geschäfts- tour bei Hungen einen Geldbetrag von 563 Cffiart verloren haben will, was er auch seiner
zeit bei der zuständigen Polizeibehörde angegeben habe. Das Gericht billigte dem Angeklagten mildernde Umstände zu und erkannte wegen fortgesetzter Unterschlagung auf 1 Monat Gefängnis und Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Gleichzeitig wurde dem Angeklagten Bewährungsfrist dis 1. April 1929 zugebilligt und ihm eine Geldbuße von 50 Mark auferlegt
Wegen schwerer Urkundenfälschung und 'Betrugs stand ein Mann aus Hannover unter Anklage. Der Angeklagte erschien im Juni 1923 auf der Dortriebenenfürforgefteite in Wetzlar und gab sich als Betriebsleiter der FirmaReuer- Burg in Trier aus, der von der französischen 'De- fahungsbehörde ausgewiesen worden fei. Als Beweis für seine Angaben legte er eine angeblich von der Polizeivertoaltung Trier ausgestellte Bestätigung vor. die sich aber später als gefälscht erwies. Weiter ergaben die Rachsorschum gen, daß der Angeklagte niemals bei der Firma Reuerbrrg tätig und auch in Trier überhaupt nicht polizeilich gemeldet war. 'Die Fürsorgestelle, verabfolgte dem Angeklagten seinerzeit eine Unterstützung von 20 000 Papiermark. Da der Wohnort d-:s Angeklagten lange Zeit nicht be- lamit war, konnte die Verhandlung erst jetzt stattfinden. Der Angeklagte war geständig und gab an, sich seinerzeit in großer Rot befunden zu haben. Das Urteil lautete wegen gewinnsüchtiger Fälschung einer öffentlichen llrfunbc in Tateinheit mit Betrug auf 3 Monate f ä n g n i 6 unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens. Das Gericht gewährte dem noch unbestraften Anaeklagten bedingte Strafausset-- zung bis 1. April 1929 und legte ihm eine Geld- buhe von 200 Mark auf. Angeklagter und Staatsanwalt verzichteten auf Einlegung eines Rechtsmittels.
Turnen, Sport und Spiel,
Aus dem Arbe'Ler-Turn- und
Sportbund.
Eine Tagung des Landessporikariells in Butzbach.
£ Das Landessportkartell Hessen hielt am Sonntag in Butzbach eine Konferenz ob, die von einer großen Anzahl Vereine, die der Zen- tralkommi'sion für Körperpflege angegliebert sind, besucht war. Reben den Arbeiter-Turnern und -Sportlern gehören hierzu die Radfahrer, Ruderer, Schwimmer, Schwerathleten, der Arbeiter- Schachbund, die Raturfreunde usw. Die Tagung stand unter her Leitung des Bezirksvorsitzenden Pfeffer, Dorheim.
Der Vorsitzende des Landessporttartells. Wolf. Darmstadt, referierte über „Ziel und Zweck der Kartellbewegun g". 2n der sich anschließenden eingehenden Aussprache wurden die Bestrebungen des Kartells allseitig anerkannt. Es wurde eine acHgliebrigc Kommission, in der sämtliche Sportarten vertreten find, gewählt, welche in den Bezirken Gießen, Fried« berg und Vilbel die Gründung von Orts- bzw. Bezirkskartellen in die Wege leiten soll. Auch wird die Kommission einer später stattfindenden Konferenz einen ©tatutenenttourf Vorlegern In engem Zusammenarbeiten mit dem Landeskartell sollen sodann die Bestrebungen der Arbeiter-Sportbewegung — in erster Linie int Verkehr mit den Behörden — die größtmöglichste Förderung erfahren. Das einzige bis jetzt be* stehende Kartell in Oberhefsen ist das Orts- kartell Gießen.
Der nächste Beratungsgegenstand betraf den alljährlich abzuhaltenden Reichsarbeitersport t a g, der für das gesamte Reich in diesem Jahre auf den 13. Juni feftgelcgt ist. Alle der Zentralkommission für Körperpflege angeschlosse^ nen Sportorganisationen sind an der Teilnahme und würdigen Ausgestaltung dieser großzügigen Werbeveranstaltung für den Sport verpflichtet, ilcberatl dort, wo die Voraussetzungen hierzu vorhanden sind, ist mit den Vorbereitungen zur Durchführung zu beginnen. Den Veranstaltungen ist ein großzügiger Charakter zu Grunde zu legen.
Mit dem Wunsche, das Gehörte in die Tat umzusehen, schloß der Verhandlimgsleiter die Tagung.
Schwurgericht Gießen.
' Gießen, 23. März. In der heutigen Sitzung des Schwurgerichts unter dem Vor-' sitz des Landgerichtsdirettors Cramer wurde gegen Ang. Franzmann von Hahnenbach, Wilh. Schuster von Frankfurt a. M. und Erich Richter von Mühlhausen L Thür, wegen Meineids verhandelt. Rach mebrftünbiger Verhandlungsdauer wurden die Angeklagten mangels ausreichender 'Beweise sreigefpro- I chen.
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