bürfte in Kürze aber noch wachsen, do die in hie- stger Gegend in zahlreichen Betrieben tätige Mittel, deutsche Hartsteinindustrie großes Interesse an der Ausbildung ihrer Arbeiter bekundet. Der Hessischen Londesslelle für das Note Kreuz wurden die Mit- aliederlisle, sowie die unterzeichnete Mustersayung bereits übeqanbt, so daß von dieser Stelle weitere Tragbahren. Unterrichtebücher. Verbandmaterial u. dgl. unentgeltlich demnächst übersandt werden. Auch größere Geldbeträge wurden schon von dem Leiter dieser Stelle in Aussicht gestellt. Am Sonntag veranstaltete unsere höhere Bürgerschule einen Märchenabend in der Stadthallc. Zum Beginne begrüßte der Leiter der Anstalt, Dr. Appel, die sehr zahlreich Erschienenen (die Stadt- halle war so voll, daß noch ein großer Teil der Besucher stehen mußte) und wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung des Märchens hin. Hierauf gingen zwei Märchenspiele, die vortrefflich gegeben wurden, über die Bretter und fanden den lebhaften Beifall der Besucher.
titele Lauterbach.
O Schlitz. 22. Drz. Hier sind die K an al i- sattonSarbeiten in vollem Gange. Sie sind der 5":tma Ountrum übertragen. Di: Kanalisation entspricht einem dring«.rden Drdürsnis unserer Stadt Wohl gibt es zunächst einmal einen gründlichen Schmutz, dor aber in Arb?- tracht der Vorteile grrn in Kauf genommen wird. Da die Arbeiten alS RotstanbSarbei- t e n gemacht werdrn, sind auch alle Arbeitslosen beschäftigt.
Q Rieder-Stoll, 22. Dez. Am vorigen Sonntag hatte die hiesige Gemeinde eine besondere Feier. Auch hier muhten im Kriege die Orgelpfeifen unserer Kirche abge irfert Werken. Run standen schon die ganze <)cii die Orgeln der 3 Gemeinden im Kreutzers- gründ ohne Prospekt. nur notdürftig verkleidet. <34 war darum aller Wunsch, diesem Mangel abzuhelfen. Sammlungen, die in8 Werk gesetzt tourten, haben zu einem f(frönen Ecfolz geführt. Während sie in Dernshausen und Metzkausen noch nicht abgeschlossen sind, konnte sie frier zu Ende geführt werden. Sie ergab einen erklecklichen ileberkbub. so daß auch noch die elektrische Installation der Kirche beschlossen werden konnte. Diese wurde von der Firma Habicht in Schlitz ausgesührt. Am Sonntagabend fand eine schlichte gottesdienstliche Feier statt, wobei das Gotteshaus zum ersten Male in seinem neuen Glanz erstrahlte. Es herrscht allgemeine Freude und Dtfried'.gunz darüber. Aun werden auch bald in den drei Gemeinden die neuen Prospektpfeisen folgen.
Rheinhessen.
WSR. Mainz, 22. Dez. Eine Abordnung des Mainzer KarnevalvrreinS verhandelte gestern mit dem hessischen Staatsministerium in Darmstadt über die Genehmigung des Rofenmon- t a g S z u g s . ter in bcr Vorkriegszeit der Stadt Mainz einen starken Fremdenzustrom gebracht hat. Der Umzug für Fastnacht 192 7 wurde genehmigt, so daß Mainz jetzt wieder fcire richtige Fastnacht erhält.
WSA. Hahnheim. 22. Dez. Bisher unbekannte D ebe haben nach Zertrümmerung des FriedhosSlores von fünf Grab st einen die ChristuSsiguren ge stöhlen. Die Derfol- gung der Täter ist eingeleitet.
WSA. Michelstadt, 22 Dez. 3m benachbarten Weiten-Gesäß hat sich in den Waldungen der Etandesiterrscha t Erbach-Erbach beim Holzfällen ein schwerer Ungluckssall ereignet. Der 54 ä;rre $oljrä('et Trumpsheller geriet beim Abtransport des gefällten Holzes unter den Holzschlitten, der in'olge deS DefalleS und der schweren Ladung inS Rutschen kam. Der Llngiückliche zog sich so schwere innere Verletzungen zu, daß er bald darauf an den Folgen deS Unfalls verstarb.
Preußen.
Das Unglück auf der Lahn.
DSA. 2 a d E m s , 22. Dez. Trotz eifrigen. Tag und Rächt über andauernden Suchens konnte bis heute noch keine Leiche der sechs e r tr u n (e n e n Arbeiter, die bei dem Daüfener Unglück einen so tragischen Tod sanden, geborgen werden. An der Unglücksstelle erinnert nur noch ein herausstehender Balken a:i die Stelle, wo sich das tragische Geschick der
Oer Frosch mit -erMaske
Roman von Edgar Wallace.
23 Fortsetzung Rachdruck verboten
„Gordon ist Monomane", sagte Lew Brady. „Er hat ja sogar Elk zu Ihrem Herrn Vater geschickt, um ihn verhören zu lasten. Er meini, daß es in der ganten Wett lauter Verbrecher gibt und einen einzigen Mann, der sie zu sangen vermag, und das ist er selber —--“
»Topp — tapp — tapptapptapp — tapp." Es klepste an die Türe. Langsam, überlegt, unverkennbar. Die Wirkung aus Lew Brady war eine höchst merkwürdige. Sem mächtiger Körper schien zusammenzusinken, sein braunes Gesicht wurde plötzlich hohl.
»Tapp — tapp — tapptapptapp — tapp."
Die Hand, die Brady zum Munde führte, zitterte. Ella blickte von ihm zu Lola und sah zu ihrem Erstaunen, daß sie unter ihrer Rouge blaß geworden war. Brady stolperte zur Ture und sein Atem ging schwer und laut in der Stille.
»Herein!" brachte er hervor. Aber er vermochte das Eintreten nicht abzuwarten —- er riß selbst die Türe auf.
Es war Dick Gordon, der eintrat
Er sah einen nach dem andern mit lachenden Augen an. .Das Frolchzeichen scheint manchen von Euch zu erschrecken?" sagte er vergnügt.
XVI.
Ray erfährt die Wahrheit.
Lola gewann als erste ihre Fastung wieder. ,.Cs war nicht nett von Ihnen, uns so au erschrecken. Ich fürchte mich sehr von den Fröschen, seit man so Diel über sie in den Zeitungen liest."
„Das Zeichen ist meine neueste Errungenschaft", faßte Dick mit spöttischem Ernst. „Ein Frosch des dreißigsten Grades hat es mich gelehrt. Und er sagte mir, es sei dies das Signal, das der Meister, der große, alte Ochsenfrosch gebe, wenn er seine Untergebenen aufzusuchen beliebe."
„Ihr dreihiggrädiger Frosch lügt wahrscheinlich", sagte Lola, in deren Wangen der Zorn neue Farbe jagte. ..Ueberhaupt hat Mills---"
»Lch Hobe Mills gar nicht erwähnt", sagte Dick.
sechs Unglücklichen erfüH'c. Die Anteilnahme mit den Angehörigen der Verunglück.en ist sehr groß.
tircie Wctzlar.
ISA. Wetzlar, 22. Dez. Die letzte Stadtverordnetensitzung des IahreS lehnte einen lo’ialbemolrat schon Antrag auf einmalige Sonoerzuweisungen an Erwerbslose und sonstige Unterstützuogsempsän- ger a b mit Rücksicht Dcrcur. das bcr Kreis als De^irlSkürsorgeverband bereits eine solche Maßnahme beschloßen harte, so daß eine Doppel-Unterstützung emgetreten wäre, die nicht in Uebereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen zu bringen ist.
<> Hochelheim, 22. Dez. Im Anschluß an die Notiz in Nr. 297 des „Gießener Anzeigers" wird uns mitgeteilt, daß bei der amtctierürztlichen Untersuchung der Viehbestände der beiden Landwirte Maul- und Klauenseuche nicht sestgeslellt wurde. Es handelte sich lediglich um Maul- und Klauenseuche verdacht, der sich jedoch erfreulicherweise nicht bestätigte.
Z Groß-Rechtenbach, 22. Dez. Bei einem von dem Pachter der hiesigen Gemeindejagd. Fabri- tont Hollmann - Wetzlar, veranstalteten F e l d- und Waldtreiben wurden 48 Hasen und ein 1 Fuchs geschossen. Die Jagd wu.de in der In- flation gegen eine hohe Papiermarksumme Der* Suchtet, Sie jetzt entsprechend aufgewertet ist. Der agdbezirk umfaßt rund 1800 Morgen Feld und 760 Morgen Wald.
—S— S ch w a l b a ch. 22. Dez. Unser Ort dürfte wohl die größte Auswanderungsziffer unter dm Dörfern unseres Kreises zu verzeichnen haben. Aachdem dieser Tage wieder zwei junge Leute die Re se über den großen Teich angetreten haben, sind in den letzten 2 Jahren insgesamt 25 Personen von hier nach Amerika ausgewanden.
tircid Westerbur. .
00 Westerburg, 23. Dez. Am Montag und Dienstag hielten die Pächter der Hunvsanger und Mols berg er I.rgd — Herren von Solingen — Treibjagd ab. Es kamen 53 Hasen. 3 Fasanen und eine Schnepfe zur Strecke. — Lange schon streiten sich in Westernohe die Grundbesitzer wegen der Konsolidation. Runmehr hat die Oberspruchlammer beim Oberlandeskulturamt in Berlin die Gegner abweisend beschieden. Mit der Vermessung der Gemarkung soll sofort nach Eintritt besserer Witterung begonnen werden, damit auch den Arbeitslosen durch Rotstandsarbeiten Beschäftigung g:gcben werden kann. Man rechnet, daß im Her ost 1929 jeder Grundbesitzer in die De- toirtfdnftimg seiner neuen Pläne treten kamt. — Dem (Zagdausseher Hugo Groß von Hallen- h a h n gelang es dieser Tage in der Pottumer Jagd einen prächtigen Fischreiher zu erlegen. — Bei der in den Gemarkungen Hund- fanget— Weroth abgehaltenen Treibjagd kamen 56 Hasen zur Strecke. — Am Dienstagabend fand in Westerburg eine Beamtenversammlung statt, in der versucht wurde, eine Zusammenarbeit der Vertreter der Beamtenschaft bei Stadtverordneten und Magistrat zu ermöglichen, da die Gegensätze, die sich in diesen beiden städtischen Körperschaften ausgetan haben, für die Realschule in Westerburg zu großem Schaden gereichen können. Ihr Weit et besteh en ist, falls eine Einigung nicht zustande kommen sollte, schon für die allernächste Zukunft (Ostern) sehr in Frage gestellt. Eine Entschließung soll an den Minister, an die Regierung und an den Schulrat gesandt werden, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß die Westerburger Beamtenschaft dringend um Erhaltung der hiesigen höheren Schule bittet.
Maingau.
WSR. Frankfurt 0.1, 22. Dez. Die Stadt Frankfurt a.1 hat zum Weih- nachtLfeste dem Baron van Devervoor- de n, dem Präsidenten der Reederlandschen Äm- bulance zu Amsterdam, in dankbarer Anerkennung der den Kindern Altsrankfurts geleisteten Wohltätigkeiten die höchste Anerkennung der Stadt, die silberne Plakette, v^liehem — Man sollte es kaum für möglich halten, daß tie erst seit kurzem in Betrieb befindliche, mit erheblichen Kosten neuhergestellte Männer- schwimmhalle von gewissen Be.uchern in vandalster Weise beschädigt un) sogar
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„Aber seine Verhaftung stand doch in allen Blättern."
„Sie erschien in feinem einzigen Blatt!" sagte Dick. „Falls sie nicht in „Die neue Froschzeitung" eingeschaltet wurde. Vermutlich unter Personalnach- richten."
Ray trat einen Schritt vor. „Was hat Sie hier- hergeführt, Gordon?" fragte er.
.Ich möchte privat mit Ihnen sprechen", sagte Dick.
„Es gibt nicht», was Sie mir nicht vor meinen Freunden sagen könnten", antwortete Ray. der un- mutig zu werden begann.
..Die Einzige, für die dieser Titel Geltung hat, ist Ihre Schwester", antwortete Gordon.
„Gehen wir, Lew", sagte Lola achselzuckend. Aber Ray hielt sie zurück.
„Bitte, einen Augenblick, Ist das mein Haus oder nicht?" fragte er wütend. „Sie kommen ganz einfach her, beleidigen meine Freunde, und werfen sie faktisch zur Tür hinaus. Ich bewundere Ihre Kühnheit. Dort ist die Türi"
„Wenn Sie es so aufnehmen, so muß ich gehen!" sagte Dick. „Aber ich tarn hierher, um Sie zu warnen."
„Pah, ich pfeife auf Ihre Warnungen!"
,Ich kam, um Ihnen zu sagen, daß der Frosch beschlossen hat. Sie Ihr Geld in Zukunft auch abdienen zu lasten. Das ist alles."
Totenstille folgte, die endlich Ellas schwankende Stimme unterbrach.
„Der Frosch?" wiederholte sie mit aufgeristenen Augen- „Aber Herr Gordon. Ray gehört doch nicht zu oen Fröschen?''
„Es wird ihm vielleicht noch neu sein, aber es ist trotzdem wahr. Ihre beiden Gäste, Ray, sind treue Diener dcs Reptils, Lola wird von ihm ausgehallen, genau so wie ihr Gatte —*
„Lügner!" schrie Ray. „Lola ist nicht verheiratet. Sie sind ein eiender Lügner. Hinaus, bevor ich Sie selbst frinausmerfe!"
_ Ellas stummes Flehen bewog Dick, wortlos zur Tür zu gehen An der Schwelle wendete er sich um und jein kalter Blick heftete sich auf Lew Brady.
Im Froschbuch steht ein großes Fragezeichen bei Ihrem Namen, Brady! Seien Sie auf der Hut!" Brady fuhr unter dem Schlag zusammen, — berat es war ein Schlag.
Einrtchtungsgcgen stänke entwendet werden. Wie im letzten Sommer im neueröffneten StaNonbad, sieht sich die Biderdirekt.on in vor- Gegend em Falle gleichfalls veranlaßt, sich mit einem Appä! an die Orssintsichkeit zu wenden, um bei den Gästen die wünschen $®;r:c Aufmerksamkeit auf die Feststellung derartig rüpelhafter Elemente zu lenken. lcknnachNchckrche Be'trafung und Ramcnsbllrnnlgabe tüefte.i ein vorzüglichem Abschreckungs- un) Erziehungsmittel sein, wenn andere Mitte! nicht helfen.
tircis Fulda.
WSR. Fulda. 22. Dez. 3n der Rähe deS Bahnhofs Kerzell bei Fulda geriet gestern ein Personenauto aus bis jetzt noch unbelanntec Ursache in Brand, so daß die Hellen Flammen daraus hervorschlugen. Kurz zuvor hatte der Lenker deS Wagen- an einer Tanlste.le Benzin eingenommen. Der Lenler konnte aus dem Wagen, der bis aus das Gerippe niederbrannte, nur noch seinen Kosser retten; alles andere verbrannte restlos.
Buntes Allerlei.
Die Monek Manet ehrte.
Ter soeben dahingeschiedene Altmeister der impressionistischen Malerei. Claude Inet, hegte fein ganzes Leben lang die größte Verehrung für Manet, den Schöpfer deS Impressionismus, dessen Rame mit dein seinen wegen des Gleich- klangs oft verwechselt wurde. Er setzte es durch, daß daS erste Werk des Meisters, seine berühmte „Olympia", in ein Staalsmufeum tarn. Ta ei selbst damals - 1890 — mit seinen Bildern noch nicht viel verdiente, so kam er auf den Gedanken, eine Sammlung zu veranstalten, und ging mit einer Liste überall frerum. Er Krauchte aber länger als ein Jahr, um die nötigen 20 000 Franken zusammenzubringen. Erst dann konnte daS Werk erworben werden und war lange Zeit der Stolz deS Lurernbourg-MufeumS, bis es bann in den Louvre überführt wurde.
Wortlose Geschäfte.
Handel und Geschäft sind für unsere Vorstellungen mit einem großen Aufwand von Worten und allerhand Lärm verbunden. So mancher, der jetzt im Trubel der Wethnachtseinkäufe von all dem Geräusch um ihn her nervöS gemacht wird, möchte sich nach einem Lande sehnen, in dem Kaufen und Verkaufen sich in vollständigem Stillschweigen vollzieht. Solche Gebiete gibt es aber auf unserem Erdball, wie der bekannte englische Reisende P. T- Etherton zu berichten we.ß. 3m malaiischen Archipel gibt eS einen Stamm, der es für unglückbringend hält, wenn der Verkäufer ein Wort mit dem Kaufenden spricht. Geschäfte vollziehen sich dort auf höchst seltsame Weise. Der Händler, der etwas los werden will, legt seine Waren wortlos neben die Gegenstände, die er im Airs tausch zu erhalten wünscht, und jeder der beiden Handelnden nimmt von seinem Haufen etwas weg, wenn er die ihm von dem anderen angebotene Menge nicht für genügend hält. Dabei ist Schnelligkeit und Geistesgegenwart die Seele des Geschäftes, denn eine Pause wird als Zeichen des Einverständnisses betrachtet, und wenn man etwas zu lange zögert, kann man sehr rasch seine Waren gegen ein zu geringes Entgelt loS fein. An Der afrikanischen Küste in der Rähe des Golfs von Guinea ziehen die Eingeborenen einen Strich am Rairde eines Flusses und stapeln ihre Ware dahinter auf. Derjenige, der mit ihnen ein Geschäft machen will, legt das, was er bagegen bietet, auf der anderen Seite des Striches nieder. Die Mengen werden dann genau abgeschätzt, und man verständigt sich durch Zeichen, ohne daß ein Wort gesprochen wird. Stehen beide Waren in ihrem Wert in einem von beiden Parteien gebilligten Einklang, dann ist der Handel abgeschlossen. 3n Alaska gibt eS einen Indianerstamm. der alle Geschäfte nur durch die Vermittlung einer dritten Partei eingeht. Ein lieberbieten widerspricht den Gesetzen dieses Stammes: vielmehr über.'äht man die Festsetz ng des Preises einem Dritten, der aber sowohl die Zustimmung des Verkäufers wie des Käufers erlangen muß. Ist einer der beiden Geschäftsleute mit der durch den Dritten getroffenen Bestimmung nicht einverstanden, fo kann er das Geschäft durch diesen rüdgäng g machen lassen, und der Vermittler muß Dann anderweitig fein Glück versuchen. Wortlose Geschäfte«' sind bisweilen die
Hätte er es gewagt, so wäre er Gordon auf den Korridor nachgefolgt, um weitere Informationen zu erbetteln. Aber dazu fehlte ihm der Mut, und er stand in seiner ganzen Rlesengröhe da und sah hilflos und traurig auf die Tür, die der Besucher hinter sich geschlossen hatte.
„Um Gottes willen, lasten wir frische Lust herein!" rief Ray und riß dos Fenster auf. „Dieser Kerl lst ja die reine Pest! — Verheiratet! Und das will er mich glauben machen?---Du gehst schon,
Ella?"
Seine Schwester nickte.
„Sage dem Later, ich würde ihm schreiben. Sprich für mich und beweise ihm, daß auch er oft Unrecht an mir begangen hat!" Sie hielt ihm die Hand entgegen. „Lebe wohl, Ray", sagte sie. „Vielleicht wirst du eines Tages zu uns zurückkehren?" Die Bewegung überwältigte sie und Tränen liefen über ihre Wangen. Sie drängte sich an ihn und flüftsrte: „D, Ray, Ray ist das denn wahr? Ge- hörst du zu den Fröschen?
„Aber, Ella, es ist ungefähr soviel Wahres daran, wie an der Geschichte von Fräulein Bassanos Verheiratung. — Sensationen! Gordon will immer nur Sensationen Hervorrufen!"
Ella nickt Lola zum Abschied ui, ohne ihr die Hand zu reichen. Lew Brady (ab ihr mit hungrigen Augen nach, als Ray sie zum Lut begleitete.
„Was hat er gemeint, ßola?J fragte Brady, als die beiden znrück'olieben. „Gordon weiß etwas! Hast du gehört? Es sicht ein Fragezeichen bei meinem Namen! Das ist böse. — Lola, ich habe genug von diesen Fröschen. Sie gehen mir auf die Nerven!"
„Du bist ein Narr", sagte sie ruhig. „Gordon hat genau das erreicht, was er wollte, er hat dir Angst gemacht."
„Angst?" antwortete Lew. „Du hast keine Angst, weil du keine Phantasie hast! Ich bin in Unruhe, weil ich einzusehen beginne, daß die Frösche zchn- mal größer sind, als mir je geträumt hat! Sie haben neulich erst den Schotten Maclean getötet, sie werden sich's nicht zweimal überlegen, bevor sie mir den Garaus machen. Ich kenne die Frösche, Lola. Sie fmb imstande, jedes Verbrechen zu begehen, vom Morde angefangen! Der Frosch ist ihr Gott, ihr Idol. — Ein Fragezeichen bei meinem Namen? Ich könnte es beinahe glauben! Ich habe etwas über sie
Folge von Ktattenunttrlchreden, so z. B m Indien. Die Kastengesetze sind hier so streng, daß es sogar in manchen G.genden dem M igllefr einer niedrigen Kaste verboten ist, zu dem Angehörigen einer höheren Gcsellsch rst-llasse zu <Vixd'e.L Will er mit Metern ein Geschäft ab» schließen, so kann dieS nur wortlos qelchrhen. Loßt sich B ein Drahmine erster SUatlc darauf ein, mit einem Fleischrr ober einem Töpicr einen Handel äbzuschtteß.'n, fo muß b efer 24 Schritte von dem 3r ahm inen entfernt blc.oe.n unb darf sich ihm nur durch Zeichen verständlich machen. Bei einem Brahnnnen zweiter Klasse bars bet Paria schon aul 12 Schr.tte sich nähern. In anderen Fällen führt die außerordentl.che Scheu wilder Stämme vor bcr Berührung m t Fremden zu einem schwe.gsamen Handel unb Wandel. DaS Boll der GandS in Ittclinbicn, bai sich im d chten Urwald noch immer von aller Welt aksichließt, bewerksteU.gt seinen Handcl-pertrhr. ohne daß einer den anderen hebt oder spricht. Riem and kann m.t ihnen direkt verkehre.', u ifr Dec Steuereinnehmer, der alljährl ch die Abgaben einz.eht, muh sein Erscheinen durch Trommelschlag bekannt machen, woraus Dann die Steuern an einem bestimmten Fleck niedergelegt werden und der Einnehmer sie erst am i ach ten e einlaffieren darf. Sehr merkwürdig ift es, daß es, wie ßtfrerton behauptet, sogar noch im öüb- oflen Spaniens ein Völkchen gibt, das sich von der übrigen Menschhe.t streng abschlleßt. Diele Rachtommen früherer Räuber und Schmuggler haben alle Versuche, sie der Zivilisation nayer» zubringen, abaeschlagm; sie bewahren noch die Sitten und Bräuche, die ihre Vorfahren von 1200 Iahren hochhielten, und gestatten auch n cht dem Steuereinnehmer, ihre Siedlungen zu betreten. Wie bei den indischen Gonds werben auch hier die Abgaben niebergekgt und dann abgefrolt
3m fowjcl - russischen Finanzamt.
Vor dem Kriege gab eS in Rußland leine Fi- nanzäm.er — die bire.ten Steuern waren fo gering, daß man fie niefrz inertte, unb die Steuerlast war in inbireLen Steuern verteilt. Rach der Revolu.ion hat Die Sowzet-Regierung em ziemlich lompttzierteS System von Raturalabgaben iüc die Bauern und von Einkommensteuern für die ganze arbei.cnbe Bevölleiung — und in Sowjet-Rußland muß jeder, wenigstens ol,i)iell arbeiten — eingeiührt. Auf dem Lande sind Fi- nanLäm.er eingerichtet, die den E ngang der Raturalsteuern zu kontrollieren haben. Der Korrespondent einer führenden ru.f.fchen Ze.tung gibt ein anschauliches Bild einer Verhandlung in einem ländlichen Finanzamt. D e Verhandlung findet — so erzählt er — an einem heißen Sommernachmi.tag statt. A le Anwefenden sind schläfrig. Die vorgeladenen Dauern sitzen mit recht unfreundlichen Menen auf den ©eiten* bän'en. Gin aller Bauer, schmutzig, verwahrtt't, steht vor dem Tische. „Aus we.chem Dorse bist Du, Vä'erchen?" fragt bcr Finanzbeamte. Der Bauer gibt eine lange Erklärung und will sein Heimatdorf, das aus dem Fenster in weiter Ferne zu sehen ist, zeigen. „Schon gut. wie alt bist Du?" „Bei der ersten Tholeraepidemie hab' ich mich verheiratet... Rechne mal au», wann das gewesen ift I“ „Hast Du irgend einen Besitz?" fragt der Beamte weiter, nachdem er festgestellt hat, daß der Alte 70 Jahre zählen kann. „Rein, waS kann ich haben Was auf mir ist, das besitz' ichl" „Allo. garnichtS", fährt der Beamte fort, „nicht mal eine Kuh?" „Wie kann ein Dauer ohne Kuh sein", ernfrört sich der Alle. „Aber das ist doch kein Besitz, daS gehört dazu!" „Vielleicht hast Du ein Haus?" Wo sollt ich denn n-ohneu. wenn ich kein .^"uS hätte? Ratürlich hab' ich ein Haus. Aber cder Bauer hat doch ein Haus. Wer kann da; Besitz nennenI" ES ist unmöglich, dem Bauer e'n- zupauken, daß er. alS Besitzer eines Sw’eS und einer Kuh, eine Rattiralsteuer von fl Pud Getreide fl Pud = 16 Kilogramm) dem Staate zu entrichten hat. „Die wollen mich nur erschrecken". faat er. nachdem ihm verkündet wirb, daß er die Abgabe un"-eigerlich entrdjten muß. ,.0:e schämen sich vor bei Leu'en, mir zu saien, daß es nicht net’g ist. Ich henpe auch gar nicht, mein (betreibe abzugeben. WaS kann mir schon passie-en!“
Svrcrfiffintbcn bcr Wcbnftioii.
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen.
ausgeplaubert, unb bas werben sie mir nicht verzeihen!"
„Pft!" warnte sie. Schritte würben hörbar unb Ray kam zurück.
„Gott sei Dank, sie ift fort! Ach, was ist bas heule für ein Morgen. Ich sehe schon überall grüne Frösche, wie ein Säufer im delirium tremens weiße Mäuse fieht."
Lola öffnete ihr goldenes Zigarettenetui, entzündete eine Zigarette unb löschte bas Zündhölzchen mit einem Knipsen ihrer Finger aus. Dann wendete sie, über die Schuller hin, ihr schönes weißes Gesicht Ray zu. „Was haft du gegen die Frcfche?" sagte sie kühl. „Sie zahlen gut und verlangen wenig."
Ray starrte sie an.
„Wie meinst du das?" fragte er verblüfft. „Es sind doch niedrige Vagabunden, die die Leute umbringen?" Sie schüttelte den Stopf.
„Nicht alle", verbesserte sie. „Das ist nur die Maste. Die großen Frösche sind schon anderer Art. Ich bin einer und Lew ist einer *
„Was zum Teufel plapperst du da?" fragte Lew halb in Angst und halb in Zorn.
«Er soll es nur wissen. Früher oder später muß er es wissen", sagte Lola unbewegt. „Er ist ein viel )u gescheiter Junge, um für ewige Zeilen an die japanische Gesandtschaft zu glauben. Warum soll er nicht wissen, daß er ein Frosch ist?"
Ran taumelte zurück. „Ein Frosch?" wiederholte er mechanisch. Lola trat hinter feinen Stuhl.
^)ch kann nicht begreifen, warum es schlimmer sein soll, ein Frosch zu sein, als der Aaent einer fremden Regierung, bcr du die Geheimnisse deines Vaterlandes verkaufst", sagte sie .Man hoi dich aus Tausenden auserwählt weil man die richtige Intelligenz bei dir gefunden hat. Du solltest darüber geschmeichelt und nicht entrüstet sein." Sie streckte ihm ihre schmalen Hände entgegen, die feine Seele wie Wachs zu formen wußten, unb er küßte sie.
„Etwas wirklich Schlechtes wird man doch von mir nicht verlangen?" sagte er zögernd. „Ich bin auch absolut nicht dazu angetan. Leute mit dem Knüttel zu erschlagen, ober du hast wirklich recht. — man kann den Frosch nicht für alles verantwortlich machen, was feine Leute anstellen. Nur in einer Sache bleibe ich fest Lola. Ich laste mich unter feinen Umständen töioroierenl"
(Fortsetzung folgt)


