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Ausgaben bieten, habe Aussehen erregt; die erste Pflicht eines Staates fei aber, seine Fi­nanzen in Ordnung zu bringen.

Die (Zentralisierung der Verwaltung wirke nur herteuemb; für die Verwaltung der Das- serstraßen habe der Finanzminister daS zugege­ben. Der Redner weist auf die Abnahme der Schulkinder hin; mit den Fortbildungsschülern sei es ähnlich. Hier könne unbedingt an Ausga­ben gespart werden. Die Pslegeanstalt Phi - lippshospital habe gegen früher weniger >>nsassen, aber das Pflegepersonal sei an 3aM höher und auch die Pflegekosten wären höher. In Goddelau ist die Zahl der Pfleglinge um 20 Proz. zurückgegangen, aber nach dem Doran- ichlag muß ein Erweiterungsbau vorgenommen trotten. DaS Personal (ohne Aerzte) hat sich fast verdoppelt. Wagt man bei solchen Fest­stellungen zu behaupten, daß nicht abgebaut werden könne?! Denn man 25 Berufsbera- l e r hauptamtlich an st ellen und der not­leidenden Wirtschaft auferlegen will, so hat man bald überhaupt kein Geld mehr, um sie zu be­zahlen. (Aus eine direkt an den demokratischen Abg. Dr. Büchner gerichtete Frage, ob er sie für nölig balle, ruft dieser nein!) Zum Schluß seiner Ausführungen stimmt Abg. Dr. Riepoth dem Sah des Finanzministers zu, daß ein Volk, das, sich selbst aufgebe, verloren sei.

Abg. Lux (Soz.) meint u.a. die Einkommen­steuer laste besonders auf den Kleinbauern, die großen Landwirte würden von der Steuer verschont. Seine Partei verlange eine Aenderung des Reichseinkommensteuergesehes. In seiner Ge­meinde sei ein Landwirt mit 32 Morgen Land von der Einlommensteuer befreit worden. Die weiteren Ertlärungen des Redners sollen dem Rachweis dienen, daß die Landwirte viel zu wenig Steuern zahlten.

Abg. Dr. Büchner (Sem.) glaubt, die Debatten im Hause würden nicht von Ruhen fein, sondern nur die Gegensätze verschärfen. Im Finanzausschuß wäre noch Gelegenheit, über Er­sparungen zu reden. Andere Länder ständen ebenfails nicht günstig sinanziell da. Die schwie­rige Lage Hessens beruhe in der Besetzung des Landes, nicht in der Finanzwirtschoft des Staates. Finanzminister Henrich stehe jetzt sieben Jahre an der Spitze des hessischen Finanz­wesens. Diele Kreise des Volkes hätten es schwerer als die Landwirte. Die allzu hohen Gehälter und Pensionen mühten wahrscheinlich in Zukunft abgebaut werden. Hessen sei fein bankerotter Staat, der Staatsbesitz sei fast noch unbelastet.

Finanzminister Henrich erklärt. Abg Dr. Leuchtgens sei ein anderer in den Ausschuh- sitzungen als in der Oeffentlichkeit. Der Minister nennt ihn einen unverantwortlichen Hetzer. Der Redner geht dann auf Einzelheiten der Aus­führungen von Dr. Leuchtgens ein und erklärt ferner zu den kritischen Aeuherungen des Abg. Dr. Riepoth, daß er von diesem in mehreren Punkten mißverstanden worden sei. Es gebe keine Gesundung der Finanzen des Landes, wenn nicht eine Reuordnung des Verhältnisse zwischen Reich und Ländern stattfinde.

Rächste Sitzung Samstag. 9 ilhr.

Die ausgebliebenen Rückwirkungen".

Ans dem Reichstagsausfchutz für die besetzten (tzcbiete.

Berlin. 22. Ian. Der Reichstagsaus- schuß für die besetzt en Gebiete nahm zu­nächst den Bericht des Auswärtigen Amts über die Rückwirkungen des Vertrags von Lo­carno entgegen. Vorher begrüßte der Vorsitzende den neuen Justizminister Dr. Marr, der die erste Gelegenheit benutzt habe, um als Minister für die besetzten (tzebiete sein großes Interesse an den be­setzten (gebieten zu bekunden.

Der Reichskommissar für die besetzten Gebiete, Schmid, führte an, wie die Besatzungsbehörden sich allmählich auf den neuen G e i st eingestellt hätten. Gewalttaten seien nicht mehr vorgekommen, Versammlungen nicht mehr verboten, das Zioildele- aiertensystem abgebaut und auch nicht durch ein Militärdelegiertensystem ersetzt. Inzwischen habe unser Reichskommifsar in Koblenz sein Amt angetreten und die Fühlung mit der Rheinlandtom- miifton ausgenornnien. An der Räumung der Kölner Zone zu Anfang Februar sei nicht zu zweifeln. Die Belegung der zweiten und dritten Zone mit Besatzung habe vor Locarno 86 000 Mann betragen. Die Belegung betrage jetzt 81 500 Mann.

Dcse geringe Verminderung entspreche nicht der Zusage der Lotschasterkonsereyz, die Bejahung auf die normalen Ziffern herabzufehen, denn diese habe 1914 alles in allem 50 000 Mann betragen.

An Garnisonvrten seien lediglich verschwunden: acht in der belgischen, zwei in der englischen und vier in der französischen Zone. Vom französischen Ober» tommanbo seien angekündigt, daß zum 1. April 1926 eine Reduzierung der französischen Armee um etwa 5000 Mann ftattfinden werde. Ebenso soll bis zum 1. April die Zahl der Gendarmen auf ein Viertel herabgesetzt werden.

Abg. v. Tuerarb (Zeittr., sprach fein Be­bauern aus, daß Die Kreisdeleaierten! beispielsweise noch vielfach nicht verschwunden! seien und die Wohnungen einfach nicht räumten. Ein schweres Kreuz für die Bevölkerung feien die französischen Gendarmen. Sie müß­ten unbedingt abgebaut werden. 3n vielen Orten feien nur weitere Srs chwerungen, aber keinerlei Erleichterungen zu verzeichnen.

Abg. Wallraf (Dn.> wünscht, daß Der Reichskommissar nicht so sehr den Rur-Diploma­ten spiele, wie es den Anschein habe, sonst müßte ihm wieder ein Beirat gegeben werden. Die Hauptsache fei die Verminderung Der BesayungS- truppen. Bisher fei Da* besetzte Gebiet noch sehr enttäuscht über daS Ausmaß Der Rück­wirkungen.

Abg. von Srhander (Dn.) sagt, daß für das Eintreten wirklicher Rückwirkungen

ein Wechsel im Präsidium Der Rheinland- kommisfion unerläßlich

fei, insbesondere die Abberufung des Herrn Tirard.

Eeneralkommjsfar Schmid erklärt. am 1 3unt 1924 hätte die Rheinlandkommission m Koblenz 280 Famil i en Wohnungen besetz' n .hab' Am 1. Oktober 1925 seien es nur noch 127 Doi,- nungen gewesen. Von fremden Gerichten Ver-

1 urteilte säßen noch 230 Deutsche in Den Gesängnissen, unter Denen sich aber fein politischer Gefangener mehr befinde.

Abg. Dr. Becker (Dt. Vp.) sprrcht sich u.a. für Die Unterstützung Der Sportver­eine des besetzten Gebietes auS.

Abg. Dr. Rasch ig «Dem.- hebt hervor, daß in Ludwigshafen feit einigen Lagen eine separatistische Zeitung erscheine. Es wäre nicht schwer zu erraten, woher das Geld für die Zeitung komme.

Einstimmige Annahme sand Dann ein Antrag des Abg. Dr. Becker (Dt. Dp.), der die Re­gierung ersucht, mit allem Flachdruck daraufhin- zuwirken. daß Die Besetzung des Rheinlandes und Die Abtrennung des Saargebietes vor Ablauf der Frist tefeitigf und die Hoheitsrechte des Deutschen Reiche- in diesen Gebieten wiederhergestellt wer­den. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, soll Die Stärke Der 'Desahungstruppen auf Die deutsche Vorkriegszeit - Lruppen- stärke herabgesetzt und die Anzahl Der besetzten Orte vermindert werden. Zur Entlastung des Wohnunasetats sollen insbesondere Die her­bei rateten BesahungStruppen Die besetzten Gebiete verlassen unD die Gendarmerie und Geheimpolizei Der Besatzungsmacht beseitigt werden.

Die Rheinlandbesetzung.

London, 22. Jan. (WTB.) Die Wochenschrift J5 a t u r b a t) Review" führt zur Frage Der otärfe der Besatzungstruppen im Rheinland aus, die Auffassung der Botschafterkonferenz, daß die Zahl der Truppen in der zweiten und der dritten Zone statt 55 000 75 000 Mann betragen solle, er­scheine auf jeden Fall befremdend und geradezu unsinnig, ja sogar gefährlich nach den auf der Locarno-Konferenz gemachten freundlichen Zu­sagen. Selbst in deutschen Kreisen, die ständig für den Eintrit Deutschlands in den Völkerbund ar­beiteten, frage man sich letzt, ob es der Mühe wert sei, Delegierte nach Genf zu entsenden, solange die versöhnliche Politik der dortigen britischen und französischen Vertreter durch die Haltung der fran­zösischen und britischen Vertreter der Botschafter­konferenz wirkungslos gemacht werden könne.

Deutscher Reichstag.

Berlin. 22. 3an. Ohne wesentliche Debatte toirD DaS Etatgesetz angenommen und Das Haus geht zur Absttmmung von Entschließungen und Anträgen über, von Denen nicht weniger als 350 zum Etat vorliegen. Angenommen wird eine Ausschuhentschließung, in Der Die Regierung um baldige Vorlage eines Versorgungsge- setzes für politische Beamte ersuch wird. In einer weiter angenommenen Entschließung wird ein Ausführungsgesetz zu Artikel 48 Der Reichsversassung l Ausnahmezustand) gefordert. Gegen Die Stimmen Der Sozialdemokraten. Der Demokraten und Des Zentrums wird eine Ent­schließung angenommen, die Die Aufhebung Der Aepublikschutzgesehe verlangt. Die SorDcrungen anderer zur Annahme gelangten Entschließungen gehen dahin, daß künftig die Rettungsmedaille wieder verliehen werden und ein Dolkstrauertag zum Ge­dächtnis Der Gefallenen eingeführt werden soll.

Die Entschließung des HauptauSschusse!- auf Einführung eines Schuhgesehesaegenden Alkvholismus unter Einbeziehung eines brauchbaren Dem cinDebeftimmungsrechtes. Dazu liegen Aenderungsanträge vor. Die sich gegen da- Gemeindebestimmungsrecht und gegen eine Trockenlegung wenden, wird mit 191 gegen 164 Stimmen an den Hauptausschuß zurückverwiesen. Zn einer weiteren Entschließung wurde die Re­gierung ersucht, mit allem Rach druck Darauf hin- zuwirken, daß bei Der Räumung der ersten Be­satzungszone eine entsprechende Der Minde­rung der gesamten D e s a tzun g s st ä r ke erfolgt. Mit knapper Mehrheit wurde ein sozial­demokratischer Antrag auf Errichtung eines Kar- tellregisters und eines unabhängigen K a v- tellamts angenommen. 3m Hammelsprung wurde schließlich ein sozialdemokratischer Antrag auf Mitwirkung von Gewerkschaftsvertretern bei Maßnahmen zur Produktionssteigerung angenom­men, worauf sich das Haus auf Samstag ver­tagte.

Die Ursachen des Zusammenbruches.

Der Ausbruch der Revolution bei der ReichSmarine.

Berlin, 22. Jan. (B. D. Z.-Funkspruch.) Der parlamentarische Untersuchungsausschuß des Deut­schen Reichstages, der die Ursachen des Zufammen- bluches von 1918 erforschen soll, trat am Freitag zu einer Sitzung zusammen, die sich mit den U n - ruhen in der Marine beschäftigte, die den ersten Anstoß zur Revolution von 1918 gegeben habe. Der sozialdemokratische Abg. D i 11 in a n n stellte zunächst aus den Akten des Reichsmarine- amles fest, daß seit Kriegsausbruch bis Ende 1917 auf den Schiffen der Marine folgende Strafen ver­hängt wurden: 180 Jahre und 5 Wochen Gefäng­nis, 181 Jahre und 1 Monat Zuchthaus und zehn Todesurteile, von denen 2 vollstreckt worden sind. Als Ursache Der Erbitterung der Mannschaft bezeich. net er den großen Unterschied zwischen der Beköstigung der Mannschaften und der der Offiziere auf den Schiffen im Kahlrübenwinter 1916/17. Die Mannschaft sei davon überzeugt gewesen, daß die Lebensrnittel der.Kriegs­schiffe zum großen Teil in die Offiziersmesse ge­wandert seien, wo die Offiziere trotz der Rot der Zeit große Schlemmereien und Zechgelage abgehal­ten hätten. Als bann auf mehreren Schiffen die Mannschaften demonstrativ mehrere Stunden lang dem Dienst fernblieben, habe man als Ursache dieser Insubordination Verhetzung durch die USP. ange­geben. Tatsächlich sei damals bei den Mannschaften die Sehnsucht nach einem Verständigungsfrieden und

die Hoffnung auf die Internationale sozialdemo- krattsche Konferenz in Stockholm

sehr groß gewesen. Es seien auch Unterschriften ge­sammelt lüorben, für eine Erklärung, in der der Wille zu einem Verständigungsfrieden der Stock­holmei- Konferenz unterbreitet werden sollte. Kei­neswegs aber sei dabei an eine Sabotage Der Lcmd- verteidigmlg gedacht worden. Die Führer der USP. hätten non diesen Listen gar keine Kenntnis gehabt. ^>e seien zwar von einigen beurlaubten Motrojen "ufgesuchi worden, die ihnen aber lediglich Beschwer­den über schlechte Verpflegung und Behandlung vorgebracht hätten. Während her Flottenä-es die im

Jahre 1917 vorgekominenen Entfernungen vorn Dienst auf hie Unterernährung und die durch die lange Kriegsdauer verursachte Abspannung zurückführte, hätten erst die beiden Kriegsgerichtsräte aus der Sache eine Verschwörung gemacht. Die Unter­suchungsrichter hätten bei der Vernehmung der An­geklagten und Zeugen einen unerhörten Druck aus- geübt und auch mit gefälschten Protokollen ge arbeitet. Die Kriegsgerichtsräte Dr. Dodring und Dr. Lösch hüten mit einem Heer von Lockspitzeln förmlich eine Menschenjagd organisiert. Die Spitzel- nnssggen seien die Hauptgrundlage dieser Anklage­schriften und der Urteile geweseil. In einem Rechts­gutachten für Staatssekretär v. Capelle habe Geh. Admiralitätsrat Dr. Fetisch sofort erklärt, daß Die Vorbedingungen des Kriegsoerrats nicht ge­geben feien. Admiral v. Scheer habe diese recht­lichen Bedenken gegen die Todesurteile ausdrücklich anerkannt, aber dennoch die Todesurteile bestätigt, um ein Exempel zu statuieren. Am 5. September feien die Matrosen Reichspieksch und Koebel, beide Teilnehmer der Seeschlacht am Skagerrak, auf dem Schießplatz Wahn bei Köln erschossen worden. Der Abgeordnete bezeichnete diese Erschießung als einen militärischen Willkürakt aus politischen Mo­tiven und einen Akt des Terrors gegen die Frie- densresolution des Reichstages und gegen die USP. Er bestritt im übrigen ausdrücklich, daß die USP. jemals Meutereien veranlaßt ober gefördert habe, sie habe die Landesverteidigung nicht schwächen, sondern lediglich einen Verftändigungsfrieden ohne Sieg und Niederlage herbeiführen wollen.

Der neue

Reichsernährungsminister.

Berlin, 22. 3ati. (1DB.) Der Herr Reichs­präsident Hal den Regierungspräsidenten in Münster, Dr. haslinde, zum Reichsernährungs- minifter ernannt.

Der neue Reichsernährungsminister Dr. Heinrich Haslinde ist am 21. Mai 1881 in Berlin geboren. Er besuchte dort das Gymnasium und studierte in Bonn, Heidelberg, Münster, Paris und Berlin. Dann war er als Gerichtsreserendar tätig und spä­ter als Regierungsassessor. 1903 wurde er in Äipzig zum Dr. jur. promoviert. Als Assessor war er dann bei den Landratsämtern Brilon, Hörde und Arnsberg tätig. Am 21. Dezember 1916 wurde er Landrat in Arnsberg. Den Krieg machte er als Bat- tcrieführer mit Am 17. Oktober 1922 wurde er an Stelle des ausscheidenden Grafen von Meroeldt Re­gierungspräsident von Münster. Politisch steht er dem Zentrum nahe.

Vertragstreue im Geschäftsverkehr.

Berlin, 22. Jan. (WTB.) Der Reichsoer­band der Deutschen 3 n b u ft r i e , der Zentraloer­band des Deutschen G r o tz h a n ö e l s, der Reicks- verband des Deutschen Handwerks und die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhan­dels teilen gemeinsam nachstehende Erklärung mit:Auf Grund mannigfacher Beschwerden, Die aus weiten Kreisen der Wirtschaft über Nichter­füllung von Verträgen zwischen Lie­feranten und Abnehmern auftraten, ver­treten Die genannten Verbände die Auffassung, daß die pünktliche Erfüllung abgefcklof- sener Verträge nach wie vor Pflicht des Kaufmanns ist und im Interesse der Ge­samtwirtschaft gefordert werden muß. Dazu ge­hört auch, daß bei Ueberschreitung der Zahlungs­ziele die vertraglich geschuldeten Verzugszin- f e n gezahlt werden. Die genannten Spitzenver- bänbe halten es für ihre Aufgabe, in gemeinsamem Einvernehmen auf eine Verständigung über die Ge­staltung der Kaufbcdingungen zwischen der betei­ligten Organisation hiyzuwirken und auch an ihrem Teil dazu beizutragen, daß die guten tauf- männischen Gepflogenheiten frühe­rer Zeiten wiederhergestellt werden.

gum Tode des Freiherrn von Richthosen.

Berlin, 22. 3an. (WTB.) 3m Oktober und Rovember vorigen 3ahres wurden in Deut­schen Blättern Gerüchte veröffentlicht, Daß Der Kampfflieger Freiherr von Aichthofen auf seinem letzten Fluge unverletzt hinter Den feind- lichen Linien gelanDet und Dann von ka- naDischen Truppen erschossen worden fei. Der TraDe Commissioner Der kanaDischen Re­gierung teilt mit, Daß Die kanaDische 3nfanterie sich nicht in Dem Kampfgebiet be- f u n D c n hat, wo Richthofcn zur LanDung ge­zwungen war. Durch Aussagen medizinischer SachverstänDiger vor einem Rntersuchungsgericht wurde nachgewiesen, Daß Freiherr von Richt­hofen Den töDlichen Schuß aus Der Luft empfangen hat. Die Kugel ist in den Körper von hinten unD oben cingcDrungcn. Unter Den kanadischen Heeresangehörigen. Die mit Dem Biktoriakreuz ausgezeichnet wurden, lommen Die Namen eines Leutnants SutherlanD und eines Sergeanten Bri nicht vor.

(Euchens Protest gegen die Bedrückung Tirols.

Weimar, 22. Jan. Der große Jenaer Ge­lehrte, Geheimrat Prof. Dr. Rudolf Eucken, der erst vor kurzem seinen 80. Geburtstag feiern konnte, hat eine Einladung zum Internationa­len Kongreß für sittliche Erziehung in Rom mit Rücksicht auf die schwere Bedrückung des Deutschtums in Südtirol, die den elemen-- tarften Geboten der Moral widersprechen, a b ge­lehnt und gebeten, diesen Olrunb seiner Verhin­derung öffentlich auszufprechen.

Die Wirren in China.

Peking, 22. 3an. General Feng-Bu­tz s i a n g hat seine Abreise nach Moskau wegen heftiger Schneestürme im Gebiet von -Urga ver­schoben. Vor vierzehn Tagen hatte Feng be- lanntlich mitteilen lassen, er sei entschlossen, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen und ins Ausland zu gehen. Diese Mitteilung war jedoch von vornherein nicht allzu ernst genom­men worden. Eine weitere Rleldung besagt, die von b n Führern der Kuo-Min-pchung (nationale ©treitträitc Oberbefehlshaber: Feng-Vu- hsiang) vorbereitete Expedition gegen Marschall Tschanglsolin habe zum ersten Ziele Ttschintsch.au, einen Haien in Liao-Tung Mandschurei). Die

Truppen sollen Tschangtsolins Schanghai'Knarr und Tsching-Wang-Tao besetzt haben und jetzt über Schrng-Di in Richtung Tientsin un­terwegs sein, ohne bisher auf Widerstand ge­stoßen zu sein. Das Heer Kuo-Min-Tangs sei in völliger Auslösung begriffen. Tschangtsolin soll im Einvernehmen mit Wu-Pei-Fu handeln.

Rach Der Meldung der Agentur 3nDo-Pacific aus Tokio beabsichtigt China, mit Den ch- ten einzeln über die Abschaffung der Verträge zu verhandeln, Die nicht auf dem Fuße der Gleichberechtigung abgeschloffen find. China werde diesen Vorschlag Damit begründen. Daß Die Mächte sich im Verlaufe Der jetzigen Ju­rist enkonferenz über diese Frage nicht eini­gen könnten.

Die holländische Regierungskrise.

Haag, 22. 3an. (WV.) Der mit Der Bil­dung eines' außerparlameniarisckCn Kabinetts be­auftragte Leiter der christlich-historischen' Kam­merfraktion, Dr. de Visser, hat den vor län­gerer Zeit empfangenen Auftrag zur Kabinetts­bildung wieder in die Hände Der Königin zurückgelegt. Die Königin erteilte Dem be­kannten Haager Rechtsanwall Dr. Limburg, Mitglied des Exekutivrates der Provinz Süd­holland, den Auftrag zur Zusammenstellung eines außerparlamentarischen Kabinetts. Dr. Limburg hat Den Auftrag angenommen

Kunst und Wissenschaft.

Reue Ritter des Pour le nitrite für Wissenschaften und Künste.

Berlin, 23. Jan. (WTB. Funkspruch.) Den Pour le m6rite für Wissenschaften u. Künste" haben die Herren Professor Hilbert (Göttingen), Pro­fessor P e n ck (Berlin) und Graf von Kalcki reuth (Elsen bei Harburg) erhalten.

Ein literarischer Fund.

3n einem Tlrkundrnbcmd des Dens he imev Stadtarchivs wurden durch Zufall Bruch­stücke einer handschriftlichen deutschen Ucber- setzung deS Reuen Testaments auS dem 14. 3ahrhundert gefunden, die als Heftstreifen zum Aufheften der städtischen ür- funben benutzt worden waren. Es handelt sich um einen Abschnitt aus dem Lukasevangelium, hinter den bisher bekannten Evangelienübersetzungen stellt das Bensheimer Fragment die älteste Dar. Man nimmt an, Daß Die älebersetzung im Kloster Lorsch entstanden ist.

Ein Deutscher Professor nach HelsingforS berufen.

(WB.) Die Medizinische Fakultät der Uni­versität Helsinosfors hat beschlossen. Dem Senat Die Berufung des Professors Der physiologischen! Chemie an Der Llniversität Würzburg, Acker­mann, nach Helsingfors vorzuschlagen.

Aus aller Welt.

Die Spartätigkeit in Deutschland.

3n Der Deutschen Sparkossenzeitung ist eine Statistik über Die Spareinlagen nach Dem Stand vom Oktober 1925 enthalten, welche Den Einlage» bestand .pro Kops" der Bevölkerung nach der neusten Volkszählung errechnet. Hier­nach betragen die Spareinlagen m Den einzelnen! Bezirken des Deutschen Giro- und Sparlassenver­bandes auf einen Einwohner in: Ostmark: 13,09, Pommern 22,62, Brandenburg 21,95, Berlin 13,16 Schlesien 14,42, Sachsen-Anhalt 17.18, Hannover 30,17, Rheinprovinz 35,87, Westfalen 35.61, Hes sen-Äassau 22.23, Hessen-Darm- ft a b t 25,04, Baden 25,02, Sachsen 12,19, Bayern 12,70, Württemberg 22.67, Reichsdurchschnitt 21.59 Mark. Hiernach steht an erster Stelle dos inbustriereiche Rheinland mit 35,87 Mark, es folgen Westfalen mit 35,61, Hannover mit 30,17, Hessen-Darmstadt mit 25,04 und Baden mit 25,02 Wart.

Die Gxploslonskatastrophe in Moabit.

Als Ursache Der Explosionskatastrophe in dem Hause Kirchstraße 9 in Moabit (Berlin) wird nach Den bisherigen Ermittelungen Der Sachver­ständigen eine Entzündung von ausge­strömtem Gas angenommen. Der Berliner Magistrat hat sich bereit erklärt, Die Beerdigungs­kosten für die Todesopfer und die Krcmkentzaus- kosten für die Verletzten zu tragen. Die Leichen der zehn Todesopfer sind zur Beerdigung frei-, gegeben worden.

Ein vierbeiniger Hahn.

3m landwirtschaftlichen Betrieb des W i l s e- der Heidemuse um s befindet sich gegen­wärtig eine SeheTiswurdigkeit: ein vierbeiniges Hähnchen, das von normalen Eltern ab­flammt und auch normale Geschwister besitzt. Wahrend Abnormitäten dieser Art gewöhnlich nach toenigen Tagen eingehen, ^st dieses Tier bereits sieben Rkonate alt geworden und erfreut sich anscheinend bester Gesundheit. Zwischen Den normalen Beinen stehen zwei klei­nere, bei denen an einem die Kralle fehlt. Der Hahn soll Dem Zoologischen Garten inMünstev überwiesen werden.

Zum Dritten Male mit Zwillingen beschrntt.

3n FreirachDors im ÄnterwesterwalDkreis wurde eine Familie zum Drittenmalc mit Zwil­lingen beschenkt. Das erste Mal waren es zwei Buben, Dann folgten zwei Mädchen, jetzt wieder zwei stramme Buben.

Der Tod im Fahrschacht.

3n einer Fabrik in Braubach beugte sich em 22jähriger Arbeiter über einen Führungsschacht. 3n diesem Augenblick wurde sein Kopf von einem Fahrgestell erfaßt und so furchtbar verletzt, tah der Tod auf Der Stelle eintrat.

Wettervoraussage.

Weitere Milderung und Riederschläge, nur in höheren Lagen Schnee. Winde aus südlicher Rich­tung, vorwiegend bedeckt.

anfänglichem erneuten Temperatur fall in Der Rächt hat wärmere Luft einen überraschen­den Vorstoß in unser Gebiet gemacht, bei gleich­zeitigem starken Drucks«ll. Das mit feinem Kern zwischen Island und 3rland liegende Störungs- gebiet hat sich verstärkt und gewinnt besonders in West und Mitteldeutschland an Raum, wäh­rend Lustdruck und Temperaturen im Osten noch unüeränDert sind.

Gestrige Tagestemperaturen' Maximum 0.6, Minimum minus 3,2 Grad EelsiuS. Aieder- fchläge: 0.3 Millimeter. Heutige Morgentempe-- rdtur: minus 1,2 Grad Celsius.