Für den Büchertisch.
Schöne Literatur.
— Die Gewaltigen. Novellen aus drei Jahrtausenden. Don Walther Eidlih. 203 Seiten. Paul Zsolnay Verlag. Berlin. Wien. Leipzig, 1926. — Eidlitz. zuvor aus Gedichten und einigen (nicht überall günstig beurteilten) Dramen bekannt geworden, deren wesentlichste sich um die Gestalten Moses und Hölderlin bewegen, erweist sich mit diesen! Buch als ein Erzähler von Bang. Drei Novellen greifen zurück in die Welt- Historie, kreisen um große Zentren vergangener Zeiten. Jerusalem, Hellas und Moskau — König David, der junge Alexander und der sowjetgewaltige Moskauer Wladimir (eine Namensverschleierung wohl) werden Mittelpunkt der Gestaltung. Wohlbekannte Menschen und Dinge und Ereignisse: dennoch ist alles neu, kraft eines Dichters. Jeder hörte als Kind aus der Bibel die Geschichte von David und Abfalom und Bath- seba und Tlrias. Wem ward sie so zum lebendigen. durchbluteten, menschlichen Erlebnis, wie diesem Eidlih, der das alles o et tieft verschärft, vergeistigt, seelisch lockert und auskämpft. Der starke, farbig in Mensch und Landschaft leuchtende. eifig und wuchtig daherfliehende Stil macht das Uralte zum Gegenwärtigen. Es ist Gewinn mrd dunkle Freude zugleich, das Königsschicksal sich zusammenballen zlu sehen: dies ist wohl die stärkste Leistung des Bandes. Ausgezeichnet auch in Sprache und Gehalt die geistig umrissene mrd geläuterte Alexandergestalt im Bingen mit sich selbst, gegen den herrisch-kalten Vater, um die alten Götter, die die Mutter ihn lieben lehrte. Auch die Moskauer Novelle ist leidenschaftlich erzählt, mit Feinheit gegliedert und zu Ende geführt. — Der Band ist eine klare und schöne Bereicherung der jungen Literatur. 399
— Traumroman. Von Hans Brandenburg. 76 Seiten. H. Haessel, Verlag, Leipzig. — Ein interessantes und sehr eigenartiges Buch. Branden- bürg gibt hier einen überraschend geglückten Einblick in die Welt, die mit Sigmund Freuds ebenso berühmter, wie anfechtbarer Traumdeutung hellsichtig erschlossen schien und doch heute noch, im alleraufgeklärtesten Zeitalter, Geheimnisse birgt, die eben allenfalls nur gedeutet werden können. Branden- bürg deutet aber nicht, gibt keinen Versuch, kein Experiment, zieht feine Schlüsse — er träumt, ganz einfach, zeichnet die wirre, bunte Figurenkette, die phantastisch filmhafte Bilderflucht und die „unlogische", doch wohl unterbewußt gebundene Ereignisfolge seiner Schlafvisionen auf, und es ist einem oft zumute, als ob man in einen Spiegel schaute. Wer Phantasie hat, wer träumen kann und gerne träumt und sich darüber Gedanken macht, als über ungelöste, geheimnisvoll verschlungene Arabesken des Seelenlebens, wird verwandtes Erlebnis spüren und Freude haben an diesem persönlichen und sehr seltsamen Buch. Man liest dergleichen nicht alle Tage. 463
- De ulschkun bliche Bücherei. Zn der bekannten Sammlung, die der Verlag Quelle und Meyer in Leipzig erscheinen läßt, sind wieder eine Anzahl neuer Hefte hrrausgekommen. Dr. Salomon bietet in einer Nummer Proben aus Walther von der, Vogelweide: im nriftelhixhdeulschen Tert sind hier die schönsten und zugleich charakteristischsten aus Walthers Gedichten. Schmuckstücke der gotischen Lyrik überhaupt. vereinigt. Die kurzen Ainnerkungen des Herausgebers sind, da für Laien zum Verständnis unentbehrlich, sehr zu begrüßen. — Hans Schauer fteUt in zwei Bändchen Dichtungen und literarische Zeugnisse zur Poetik des deutschen Barock zusammen. Die Auswahl ist sehr geschickt und trefflich geeignet, in die geistige Welt des krausen und welschen Jahrhunderts in Deutschland einzuführen. - Wilhelm Schneider („D rutsche Kunstprosa") legt stilistische Studien an Hauptwerken des 19. Jahrhunderts vor. Besonders prägnante Phänomene, führende Erzähler der Epoche. Heine, Kleist. Stifter, Keller und Nietzsche lieferten vorzügliches Material hierzu. — Ein nun verstorbener Altmeister der Germanistik, Kluge, beschäftigt sich in lichtvollen Darlegungen, auf gediegenstes Wissen gestützt, mit einem Sonderthema, das zu erörtern kaum einer berufener sein konnte, als er: mit deutscher Namenkunde. Das Bändchen liegt bereits in 4. Auflage vor. — Eugen Mogk endlich, namhafter Germanist und Folklorist, schreibt in gedrängter Form eine treffliche Einführung in das weite, vielgliedrige Gebiet der deutschen Heldensage. Vorangestellt ist erfreulicherweise eine knappe Darlegung der historischen Grundlagen der großen Sagenkreise, die das Büchlein in klarer Gliederung und zweckvoller Folge bespricht. 423—428
— Das Lebenswerk von Anatole France. „Das Leben der heiligen Johanna", ist von Friderike Maria Zweig für die deutsche Ausgabe bearbeitet und überseht worden. Das Werk wird mit vierzehn Abbildungen auf Tafeln, einem Plan Frankreichs aus dem Fahre 1429, in dem der Weg der Ieanne d'Arc eingezeichnet ist. und mit einem faksimilierten Brief des „Gottesmädchens" vom 3. M. Spaeth-Verlag in Berlin in diesen Tagen herausgebracht.
— K n ut Hamsun läßt seine Gedichte zum ersten Mal gesammelt und gesichtet, in der ilcber- setznng von Heinrich Goebel unter dem Titel „Der wilde Chor" noch in diesem Monat im -I. M. Spaeth-Verlag. Berlin erscheinen.
— Alfred Polgar: Noch allerlei Theater. (Ja und Nein. Schriften des Kritikers, Band III.) 239 Seilen. Ernst Rowohlt Verlag, Berlin 1926. — Der dritte Band bestätigt und verstärkt die Eindrücke, die der zweite, schwächer bereits, als der erste, hinterließ: man tonn einen guten Einfall nicht auf Flaschen ziehen. An sich sind „Schriften des Kritikers", in feiner Auslese, als geistige Quintessenz kritischer Arbeit in vielen Jahren, durchaus eine aparte Sache. Aber es kommt eben auf die Auslese an. Dieser Band wirkt reichlich zusammen- gewürfelt. Die Kritik führt vom Wesentlichen zum Belanglosen. Vom Trauerspiel zum Brettl und Film, von Sophokles zu Chaplin, der als ein „Großer kleiner Kunst" gepriesen wird, worüber man streiten kann. Auch die eingestreuten Aphorismen sind recht ungleich. 377
— Hans v. Hülsen: Der Finken- stcinsche Orden. Novelle. Mit einem Nachwort von Hermann Dollinger. Reclams Uni- versal-Bibliothek Nr. 6660. - Hans v. Hülsen erzählt ein Zugenderlebnis aus seiner west- preußischen Heimat. Eine alte Pfarrkirche mit ihrer Orgel, ihren Glocken und ihrem geheimnisvollen Grustgewölbe gibt den Schauplah für Spiel und Verirrung eines Knaben, in dessen
phantasievollen und sensitiven Anlagen man wohl Den werdenden Dichter ahnt. Beife und Kraft von Hülsens Darstellungskunst bewähren sich in dieser kleinen Erzählung ebenso wie in seinen großen Romanen. 473
— Adalbert Beinwald: „Peter von Horn". Die Geschichte eines deutschen Mannes. (Verlag F. Haberland. Leipzig. Ganzleinen geb. 5 Mk.) — Das Buch — ein Roman über die Zukunft unseres Vaterlandes — beginnt im Schützengraben, als die Revolution in unsere Reihen einbricht und führt in großen, ernsten Bildern durch den Wirrwarr der vielen unzulänglichen Rettungsversuche bis zur Befreiung unseres Volles von den inneren und äußeren Feinden. Am Schluß zeigt der Dichter das wiedergeborene Deutsche Reich, für das der Held Peter von Horn als General im Kampfe um die Ostmark sein Leben läßt. Zn diesem Manne, der aufgezehrt wird vom Eifer um sein heißgeliebtes Vaterland, reckt das unsterbliche Heldentum des deutschen Volkes aufs neue sein Haupt. 353
— Das fiebernde Haus. Roman von Walther von Hollander. 288 Seiten 8°. Ullstein. Berlin 1926. — Das Thema ist nicht neu: Gesellschaftskritik. Realistischer Spiegel der Nach- kriegs-Dekadcnce des Berliner Westens. Neuartig ist die Einkleidung, die Konzentrierung des Personals in ein einziges Haus, in eine der wohlbekannten. zahllosen Mietskasernen zwischen Nollendorfplatz und Kurfürstendamm. Die ersten Kapitel fesseln durch Detailschärfe und sicheren Aufbau. Die späteren Partien verflachen und ermüden, können auch durch die eingesprengten Traktate keineswegs innerlich gehoben werden. Die Fieberkurve fällt gegen Ende steil ab. 464
— Friedrich Wilhelm Mader. Gedenkblatt zum 60. Geburtstag. 47 Seiten 8n. Union. Deutsche Derlagsgesellschaft. Stuttgart. 1926. — Mader, der vor kurzem das 6. Lebens- jahrzehnt vollenden konnte, ist weiteren Kreisen vor allem als Zugendschriftsteller mit Reiseerzählungen im Stile Zules Vernes bekannt geworden. Die vorliegende Schrift vereinigt das vom Zubilar selbstverfatzte curriculum vitac für seine Freunde und Leser mit einer umfänglichen Auswahl aus Pressestimmen und anderweitigen Urteilen über Maders Schriften. 434
— Volkssagen und Erzählungen aus der Stadt und dem Landkreis Stolp. Gesammelt und herausgegeben von Prof. Otto Knoop. Verlag Oskar Eulitz. Stolp 1925. 378
Bildende Kunst.
— Geschichte der Deutschen Kun st. Don H. und O. Luckenbach. 512 Seiten Gr.»8° mit 572 Abbildmrgen, 80 Tafeln in Schwarz- druck und 6 farbigen Tafeln. R. Oldenbourg, Verlag, München 1926. Zn Ganzleinen 18,50 Mk. — Die neue Kunstgeschichte der bekannten Verfasser unternimmt es mit Geschick und Erfolg, einen schier unübersehbaren Stoff zu sichten, zu schichten, zu gliedern und dein Leser (d. h. vor allem: dem Betrachter) so darzubieten und nahezubringen. daß er. wofern er Laie ist, nicht gleich von Anfang an den Mut verliert. Mit der starken, räumlichen Begrenzung ist sogleich i>ie Gesamtanlage des Werkes gekennzeichnet: es handelt sich hier um eine großzügige Einführung, um einen Ueberblick über die weitverzweigten, unendlich vielgliedrigen Stosfkreise deutscher Kunst, von den Anfängen bis zur nahen Gegenwart, der nur die wichtigsten Zusammenhänge vermitteln kann und will. Die Gliederung, nach der allgemeinen Einleitung, ist einfach und einleuchtend: Baukunst — Plastik — Malerei (und Graphik). Ein besonderes Lob verdient das Anschauungsmaterial, sowohl was die Auswahl, wie die Reichhaltigkeit angeht. Man muß sich darüber klar sein, wieviel in diesem Fall auf die Bilder ankommt. Der beste Text bleibt unzulänglich, wenn das Anschauungsmaterial (qualitativ und quantitativ) mangelhaft ist. Kleine Ausstände wollen an der Gesamtwertung dieser vortrefflichen Neuerscheinung nichts ändern. (Fig. 209, Baukunst der Neuzeit, scheint z. B. ein wenig vorteilhaftes Beispiel moderner Archi- teftur zu illustrieren.) Die neuefte Zeit ist füglich auf einen verhältnismäßig geringen Raum angewiesen: es kann hier naturgemäß nur Darauf ankommen, die lleberleitung und Den Anschluß an das Vorangehende zu geben. Register und Quellenverzeichnis befriedigen: bei einer späteren Auflage Dürfte die Hinzufügung der wichtigsten Literaturnachweise willkommen sein. Die Repro- dukttonen und Die übrige verlegerische Ausstattung des Werkes sind untadelig. 300
— Han dbuch des Kun st Marktes. Kunstadreßbuch für das Deutsche Reich, Danzig und Deutsch-Oesterreich. 792 Seiten. Antiqua- Derlagsgesellschaft Hermann Kalkoff, Berlin 1926. — Der bekannte Berliner Kritiker und Kunsthistoriker Dr. Osborn hat ein sachkundig und lebendig angepacktes Vorwort zu diesem ausgezeichneten Nachschlagewerk geschrieben, das, mit beDeutcn« Dem Fleiß und großer Genauigkeit gearbeitet, auf alle einschlägigen Fragen zuverlässig Auskunft geben und eine in weiten Kreisen schmerzlich empfundene Lücke im Bücherregal endgültig schließen durfte. 488
Philosophie und Religion.
— Zufall und Schicksal. Von Erich Stern, a. 0. Professor an Der Universität Gieße n. (Wissen und Wirken Band 34.) Karlsruhe, G. Braun, 1925. — Die kleine Schrift sucht zu zeigen, daß der Desttmmbarkeit und Berechenbarkeit des Lebens Grenzen gesetzt sind, und daß der , Zufall" im Leben eine wichtige Rolle spielt. „Zufall" bedeutet aber nicht finn- uni) ursacheloses Geschehen. Zn der Aufdeckung der Zusammenhänge, welche hinter dem Zufall stehen, liegt eine Aufgabe, deren Tlntersuchung auch für weitere Kreise von Znteresse ist. Der Verfasser betont, daß die Struktur des Zufallgeschehens ganz verschieden sein kann: die Analyse der verschiedenen Formen des Zufalls bildet Den Inhalt Der vorliegenden Schrift. Zm Wesentlichen lassen sich zwei Reihen von Zufallsgeschehen unterscheiden: in der ersten hängt es ausschließlich von uns selbst ab, in der zweiten uon uns und von anderen, außerhalb unser stehenden Faktoren. Da, wo der Zufall für uns bedeutsam wird, d. h. lebensgestaltenden Einfluß gewinnt, sprechen wir von Schicksal. Auch das Schicksal hat also eine subjektive Komponente Bon hier aus führt Der Weg zu einer Erörterung Der Beziehung zwischen Religion und Naturwissenschaft und zu der Frage nach Der Möglichkeit von Zusammenhängen höherer Ord
nung. Der Verfasser schließt mit Dem Hinweis, daß wissenschaftlicher Analyse Grenzen gezogen sind, und daß sie die Ehrfurcht vor Dem Uner- forschlichen nicht aufhebt. Die flüssig geschriebene Tlntersuchung behandelt Fragen, Die jeden Menschen immer wieder beschäftigen: sie Dürfte für weitere Kreise von Interesse fein. 393
— Wagner und Nietzsche. Don Pros. Dr. Zoh. M. Verwehen, Bonn. XI und 195 Seiten 8°. Verlag Strecker u. Schröder, Stuttgart. — Diel ist schon über das Verhältnis von Wagner und Nietzsche geschrieben, der geschichtliche Ablauf ihrer Freundschaft oft geschildert worden. Gerade Den Psychologen mußte es reizen, zu zeigen, wie es tarn, daß zwei geistig bedeutende Menschen, die aus gemeinsamer Quelle schöpften und sich innig zugetan schienen, so weit voneinander entfernen konnten. Der Bonner Philosoph Verwehen unternimmt es hier, die geistigen (SrunDIagen dieses aus Freundschaft sich zu Feindschaft wandelnden Verhältnisses llar- zustellen. Verwehen -untersucht die Hauptfaktoren ihrer Entwicklung, ihre Wesensart, die vor allem unbedingte Hingabe an das Werk zeigt, umreißt ihre Stellung zu Deutschland, dem Wagners ganze Liebe, Nietzsches funkelnder Haß galt, ihre Stellung zur Kunst, ihr geistiges und freundschaftliches Verhältnis zueinander. Zu Den interessantesten Kapiteln gehören Die beiden letzten, Die das Typische der Freundschaft zwischen Wagner und Nietzsche herausarbeiten und eine Gesamtwürdigung Der beiden Großen bringen. 394
— Deutschtum und Christentum. Don Prof. v. v. Walter. Langensalza, Hermann Beyer und Söhne. 95 Seiten. — Der Verfasser untersucht zunächst die beiden zur Behandlung stehenden Begriffe für sich und zeigt Dann ihr Verhalten zueinander bei ihrer Berührung und im weiteren Verlauf der geschichtlichen Entwicklung. Wir erkennen, wie gerade im Germanentum Die christliche Lehre so schnell und so tief Wurzel schlagen konnte, und wie Dann in Luther Die vollständige Verschmelzung zwischen Deutschtum und Christentum stattfindet, indem er die innige Verbindung von Furcht und Liebe im Frömmigkeitsgehalte herstellt in Dem Grund- und Eckstein seiner Lehre: Rechtfertigung allein durch den Glauben. Dann führt uns der Verfasser weiter durch die Weltanschauungen Der führenden Persönlichketten unD Die religiösen (Strömungen Der nachfolgenDen ZahrhunDerte, unD wir sehen mit Deutlichkeit, wie sie mehr oDer weniger von Luther abführen und wie DaDurch Die Der- binDung zwischen Deutschtum unD Christentum gelockert wirk). Daraus entsteht Dann klar unD einDringlich Der Ruf nach einem neuen Luthertum. 494
— Der Weg zur Vollendung. Mitteilungen Der Gesellschaft für freie Philosophie, Schule Der Weisheit, DarinstaDt. Otto Reichl, Verlag, Darmstadt — Zm 12. Heft Der vom Grafen Hermann Keyserling geleiteten Zeitschrift interessiert neben einer bemerkenswerten, philo- sophisch-päDagogischen Betrachtung Des Herausgebers über Das Verhältnis von Eltern unD KinDern vor allem das Buchreferat, wo man neben zustimmenDen WürDigungen von Tlnamuno unD RuDols BinDing u. a. eine ziemlich vernich-- tenDe Kritik über Fritz von TInruhs „Flügel Der Nike" lesen kann. 487
~~ Basler Missions-Studien (Neue Folge). Unter Diesem Titel erscheint im Evang. Missionsverlag G. m. b. H., Stuttgart, eine Reihe von kleinen Schriften, Die, von Fachmännern bearbeitet, allerlei wichtige GegenstänDe aus Geschichte, Theorie unD Praxis Der Mission behandeln. Es liegen vor: 1. Afrikanische Bibelübersetzungen. Ein kurzer -Ueberblick für Die FreunDe Der Bibel unD Der Mission. Von Prof. D. Carl Meinhof, Hamburg. 2. GolDkörner im heidnischen Urgeftcin. Ein Vergleich der Sitten und Gebote Israels, hauptsächlich im Pentateuch, mit Denen der Heiden in Kamerun. Von Z. Keller. 3. Die Mission und Die Zukunft des Reiches Gottes. Von D. Theodor Oehler, Missionsdirektor. 397 Staat und Volkswirtschaft
— Adolf Wagner, „D e r organische Staat". 8°. 88 Seiten, gebunden ' 1,60 Mk. (Bios-Bücherei.) R. Voigtländers Verlag. Leipzig. — Eine sinnreiche und anregende Auseinandersetzung zum Problem einer biologischen Staatsauffassung. Indem Wagner Der üblichen Auffassung vom Zeltenstaate unD Der Wertsetzung eines Staatswesens als einer Vergesellschaftung von Zellen entgegentritt, erblickt er im Organismus eine geschlossene Einheit, welche sich ihre Teile bilDet unD sie regiert unD im Staate einen Ausgleich zwischen Vielheiten, Die ihn bilDeu unD regieren. Dor allen Dingen bekämpft Wagner Die nur mechanistische Lebensdeutung unD Weltanschauung und erblickt in einer solchen geradezu das Grab jedweder Ethik und jeder geistigen Kultur, lieber allem Natur- und Lebensgeschehen waltet etwas Geistiges, das wir wohl ahnen, aber weniger begreifen können. Sofern dieses geistig schaffende Prinzip an einem bestimmten individualisierten Körper sich aus- wirkt und in dieser Auswirkung wieder von ihm abhängig ist, mögen wir es als Seele des Organismus erfassen. 346
— Dr. R. Kr 0 peit: Werbearbeit, Werbe- und Dertriebslehre für Kaufleute. 256 Seiten mit 14 Beispielen, 12 illustrierten Mustertafeln und 7 Organisations- Plänen. 7.50 Mark. (Erka-Derlag, G. m. b. H., Rhens a. Rhein.) — Im letzten Teil dieser Arbeit kleidet Der Verfasser den Zweck seines Werkes in Die folgenden Worte: Nach einer
Einführung in das Wesen der Rellame und in Die Ergebnisse Der werbewissenschaftlichen Forschung erhält Die Unternehmung eine lleber- sicht über Zweck und Ziele Der kaufmännischen Werbung, werden Die Werbemittel erklärt unD besprochen unD in Der Werbevorbereitung Die Beschaffung Des Werbematerials und dessen Kosten gezeigt. Durch die Herausgabe eines Werbeeignungsschlüssels für Die Zeitungsrellame erhält der Kaufmann zum erstenmal ein brauchbares Hilfsmittel für Die selbständige Auswahl Der für seinen besonderen Zweck geeigneten Insertionsorgane. Kostenvoranschlag und Werbeplan verdichten sich zum Rellameetat. in dessen Rahmen Die Durchführung Des Werbefeldzuges stattfindet. Alles in allem: eine nach Der Zeit- folge geordnete Arbeitsanweisung für Die Reklame Der Unternehmung. oerbunDen mit dem Versuch. Dem kaufmännischen Nachwuchs durch eine „Werbelehre" Gelegenheit zur Selbstausbildung im Reklamewesen zu geben.“ 482
— Das steuerbare Einkommen des buchführenden Landwirts von K. Schlör, Oberregierungsrat bei der Zentralbuchprüsungs- stelle Der Reichsfinanzverwaltung, und A. Krin- ner, Diplom-Landwirt, Regierungsrat bei D. F. A., Breslau. Preis geh. 4,50 Mark, in Halbleinen geb. 5,80 Mark. Industrieverlag Spaeth & Linde, Berlin W. 10. — Gerade rechtzeitig zu den bevorstehenden Steuerveranlagungen für landwirtschaftliche Betriebe treten die Verfasser mit obigem Buche an die Oeffentlichkeit. Sie geben Dem Landwirte aus ihrer langjährigen betriebswirtschaftlichen und steuerrcchtlichen Erfahrung einen leicht faßlichen und doch Die Materie erschöpfenden Wegweiser an Die Hand. Das Buch beschränkt sich nicht nur auf eine bloße Erläuterung Der gesetzlichen Bestimmungen über das steuerbare Einkommen und die Ordnungsmäßig- kctt der landwirtschaftlichen Buchführung, vielmehr wird Dem LanDwirt an HanD eines nach Den verschiedensten Systemen unD Alten Der lanDtoirt- schaftlichen Buchführung durchgeführten Beispiels im einzelnen gezeigt, wie er seine Bücher führen muß, Damit sie von Den SteuerbehörDen als ordnungsmäßig anerkannt werden, und wie er auf Grund seiner Buchführung sein steuerbares Einkommen errechnen muh. 479
Verschiedenes.
— Grenzfragen des Nerven- und Seelenlebens. Begründet von Dr. Löwen- selb und Dr. Kurella, herausgegeben von Prof. Dr. Kretschmer. Heft 126: Unfruchtbarkeit als Folge unnatürlicher Lebensweise. Don Prof. Dr. med. et phil. H. Stieve. Mit 20 Abbildungen. Verlag von Z. F. Bergmann, München 1926. Preis 3,60 Mk. — Die Abhandlung sucht, gestützt auf zahlreiche, einschlägige Literatur, das Problem der unbeabsichtigten Sterilität beim Menschen aus gewissen Bedingungen des modernen Kulturlebens abzuleiten und bringt, unter Berücksichtigung von Parallelexperimenten mit Tieren und anatomischen Dersuchen, die durch Abbildungen verdeutlicht werden, auch für den Laien lesenswerte Gesichtspunkte zur Sprache. 443
— Das Zeichenbuch Von Rudolf Koch 2. bedeutend erweiterte Auflage. (Verlag Wilh. Gerstung, Offenbach a. M. Ganzleinen 9 Mk., brosch. 7,50 Mk.) Eine Sammlung von 493 Zeichen, wie sie in Den frühesten Zeiten, bei Den Völkern Des Altertums, im frühen Christentum unD int Mittelalter gebräuchlich waren. Da sind astronomische und astrologische Zeichen, byzantinische und alte deutsche Kaisermonogramme, Apotheker-, Chemiker- und Steinmetzzeichen, Haus-, Hof- und Handelsmarken, christliche Zeichen und Runen, die alle mit den frühen Grundformen zusammenhängen, Die in Die Urgeschichte Der Menschheit zurückführen. Ein Geheimnis birgt jedes Zeichen, das sich nur dem Eingeweihten offenbart. Ein Zauber steht noch heute- hinter jedem, sei es das uralte Pentagramm aus frühchristlicher Zeit, das Monogramm Iustinians oder Karl des Großen, Die Hausmarken Der Fugger und Welser oder Die Zeichen Hans Sachs' und Michelangelos, ein gotisches Steinmetzzeichen oder eine Rune. Wir haben heute den Glauben an Die Zeichen zurückgewonnen — allerorts werden sie von Der Iugend wieder verwendet. Sie für Den Gebrauch unserer Zeit zu sammeln und zu erklären, ist Der Zweck Dieses Buches. Bei allen Der Vergangenheit entnommenen Zeichen wurde mit größter geschichtlicher Treue verfahren. Wissenschaftlich anerkannte Fachleute haben für einzelne Gebiete wertvolle Beiträge geliefert, Doch verfolgt Das Buch feine gelehrten Absichten, sondern soll im Gebrauch des täglichen, persönlichen und beruflichen Lebens seine Ausgabe erfüllen. In Diesem Sinne ist Dem vortrefflichen, volkstümlich gehaltenen Werke eine weitgehenDe Verbreitung zu wünschen. (299)
— Thüringer Wald. („Meyers Reise- bücher". 25. Auslage 1926. Mit 22 Karten, 23 Plänen und 2 Rundsichten. Preis in Seinen gebunden 4 Mk.) — 3m Iubiläumsjahr des 1826 (in Gotha) gegründeten Bibliographischen Instituts in Leipzig erschien soeben in Der bekannten Sammlung „Meyers Reisebücher" der Führer „Thüringer Wald" (die 25. Auslage Des früheren Reisebuches „Thüringen"). Der insgesamt 300 Seiten starke Band umfaßt außer Dem Thüringer Wald sein nördliches Vorland von Merseburg im Nordosten bis Eisenach im Westen, sowie das südliche Vorland vom oberen Werratal bis Coburg mit einem Ausflug ins obere Maintal. Das Werk ist gegen die letzte Auflage stark erweitert und gründlich erneuert worden. Eine sehr begrüßenswerte Derbesserung ist Die Aenderung in Der Anordnung des Führers und Die Einführung zweier neuen Abschnitte mit einer anschaulichen Landeskunde und einem Abriß Der Landesgeschichte. In Dein ebenfalls sorgfältig berichtigten und ausgebauten farto- graphischen Teil ist die ilmgebungsfartc von Oberhof durch einen Neustich in größerem Maßstäbe erseht: ferner wurden neu aufgenommen zwei farbige Stadtpläne von Gotha und Gera. Die Der Iubiläumsauslage zuteil gewordenen Verbesserungen werden die Deliebthett des wegen seines reichen Inhalts, seiner Zuverlässigkeit und seiner vorzüglichen Karten bevorzugten Führers, Der sorgsam allen Bedürfnissen des Sommerfrischlers und Wanderers angepaht ist, noch steigern. Die besondere Wertschätzung des Buches kommt schon darin zum Ausdruck, daß der Thüringerwald-Derein Den Band als Vereins-Führer gewählt hat. Iedem Besucher des Thüringer Waldes wird Der Führer ein treuer Berater und unentbehrlicher Begleiter sein. 391
— Gesetze unD Verordnungen über den Kraftfahrzeugverkehr. Text- ausgabe mit kurzen Anmerkungen. Herausgegeben von O. Zimmermann, Syndikus des Leipziger Automobilllubs, Rechtsanwalt in Leipzig, und Dr. Mattar, Rechtsanwalt in Leipzig. Reclams Tlniversal-Dibliothek Nr. 6656 bis 58. — Die wachsende Leistungsfähigkeit Der Automobil indu- strie unD Die DaDurch erzielte billigere Herstellung Der Wagen hat eine entsprechende Zunahme des Automobilverkehrs gebracht. Die ursprünglich zu seiner Regelung erlassenen Vorschriften haben sich daher als unzulänglich erwiesen, unD es mußte, insbesondere durch Die mehrere Materien umfassende Regelung vom 5. Dezember 1925, das gesamte Verkehrswesen in automobilistischer Hinsicht den stärkeren VerkehrsanforDerungen angepaßt werden. Der vorliegenDe Band bringt Die einschlägigen Gesetze, soweit sie für die Allgemeinheit von besonderer Bedeutung sind, nach Dem zur Zett neuesten StanDe, mit kurzen Anmerkungen versehen. 472


