Dürnberg. München usw. allseits großes Interesse gefunden, äleberall war der Vortragssaal bis auf den letzten Platz besetzt. So glaubte auch der Goethe-Bund die sich bietende Gelegenheit, den greisen Dichter und Philosophen einmal in unserer Stadt sehen und hören zu können, unserer Vniversitätsstadt Gießen nicht vorenthalten zu sollen. Trotz großer finanzieller Opfer des Bundes selbst ist aber die Durchführung des Vortragsabends nur bei einer allseitigen Beteiligung unserer Bürgerschaft möglich. Der Goethe-Bund bittet daher in seiner gestrigen Anzeige Interessenten dieses selten zu bietenden Vortrags, abends, sich umgehend mit Eintrittskarten zu versehen. Cs wäre sicherlich im Hinblick auf das literarische und geistige Leben unserer Stadt sehr zu bedauern, wenn infolge nicht genügenden Kartenverkaufs diese äußerst interessante und wertvolle Veranstaltung abgesagt werden müßte. Es ist nur dringend zu wünschen, daß das anerkennenswerte Streben des Bundes durch all- seitigen Besuch die verdiente und erforderliche Anteilnahme unserer Bürgerschaft findet.
** Roda Roda kommt. Roda Roda, vielen schon äußerlich durch Einglas und un- verglerchlichen Westenschnitt wohlbekannt, den meisten wohl in guter Erinnerung als lustiger Plauderer, humorbegabter Satiriker und witziger Bühnenautor, wird am kommenden Mittwoch, 29. September, in der Großen Aula der Universität einen Vortragsabend veranstalten. (Siehe heutige Anzeige.)
Oderhessen.
Kreis Alsfeld.
'5 Homberg a. d. Ohm, 21. Sept. In der hiesigen Gastwirtschaft Wolf tagten die Mit- glieder des Geflügel-, Kaninchen- und Vogelzuchtvereins 1921 Homberg a. d. O. und Amgegend. Man beschloß die 2lv- haltung einer Ausstellung in der Stadthalle am 4. und 5. Dezember dieses Jahres.
3 Dann en rod, 21. Sept. Dieser Tage fand in der hiesigen G e m ei n d e die O b st v e r st e i g e- rung statt. Der Behang an Birnen war mittelmäßig, an Aepfeln sehr gering. Die Preise waren ziemlich hoch. Es wurden im ganzen etwa 400 Rrn. gelöst. Die Zwetschen hängen in diesem Jahre sehr einzeln, es reicht für manchen nur zu den beliebten Zwetschenkuchen, während sonst noch zentnerweise verkauft wurde. — Die Kartoffel* ernte geht ihrem Ende zu; es war eine gute Mittelernte.
ck. Aus dem O h m t a l, 21. Sept. Die Roggenaussaat hat hier begonnen, sie wird aber, wenn jetzt kein Regen eintritt, bald wieder eingestellt werden müssen. Rur in einigen lockeren Böden ist das Pflügen noch möglich, an etwas steinigen Böden springt der Pflug aus der Erde.
ck. Wettsassen, 21. 9. Die Kartoffelernte ist hier zufrieden st ellend ausgefallen. Vielfach ist der Ertrag um das Doppelte größer als im Vorjahre. Die vielgepriesene Odenwälder Blaue hat hier aber zumeist versagt. Mit der O b st e r n t e ist man nicht zufrieden. Mancher Einwohner kommt kaum zu dem allerbescheidensten Ertrag. Dieser Ausfall ist auf die starken Frühjahrsfröste zurückzuführen.
' Eifa, 21. Sept. Mit reichem Erntesegen wurden die Landwirte in der hiesigen
Gegend in diesem Jahre belohnt. Obwohl die Getreidefelder kurz vor der Ernte durch ein schweres Tlnwetter Schaden gelitten hatten, war der Ertrag noch sehr gut. Heu- und Grummeternte brachten ausgezeichnete Ergebnisse. Scheunen und Schuppen sind bis obenhin gefüllt von dem reichen Segen, den der im vorigen so hart mitgenommene Landmann bergen konnte. Auch die Kartoffelernte verspricht einen recht guten Ertrag.
Kreis Lauterbach.
sml. Lauterbach. 21. Sept. Der Zweigverein Lauterbach der Gustav-Adolf- Stiftung feierte am Sonntag in Freiensteinau sein I a h r e s f e st. Trotz der^ Abgelegenheit des Festortes und der ungünstigen Bahnverbindung auf der Vogelsberger Bahnstrecke war das Fest recht gut besucht. Die Gemeinde hatte dem Gustav-Adolf-Verein einen freundlichen Empfang bereitet. Am Vormittag hielt Pfarrer Decker aus Herbstein mit der Jugend einen Jugendgottesdienst, in dem er die Geschichte vom Scherflein der Witwe behandelte und sie auf den Gustav-Adolf-Verein anwendete. Im Festgottesdienste am Rachmittag predigte ebenfalls Pfarrer Decker-Herbstein, wobei er seiner Predigt das Schriftwort zugrunde legte: „Die Freude am Herrn ist eure Stärke." Er verstand es in trefflichen und packenden Worten, die zahlreichen Festgäste für das Werk des Gustav-Adolf-Dereins zu interessieren und zu erwärmen. Den eingehenden Rechenschaftsbericht erstattete der nunmehrige Vorsitzende des Zweigvereins, Dekan Schlösser, der auch die Grüße des Dekanats überbrachte. Wie schon in früher Morgenstunde unter den alten Linden, dem früheren Gerichtsplahe, so erfreute auch im Gottesdienste der Posaunenchor aus Stockhausen unter der Leitung seines tüchtigen und für diese Sache begeisterten Dirigenten Lehrer Rausch- Schadges die Gemeinde. In der auf dem Linden- plahe vor dem Pfarrhause stattfindenden Rach- versammlung, bei der wieder der Stockhäuser Posaunenchor mitwirkte, sprach zunächst der Ortsgeistliche Pfarrer D ö n n i n g Worte der De- grüßung und mahnte, indem er aus der ersten Zeit der evangelischen Kirche in Freiensteinau die Dilder dreier glaubenstreuer evangelischer Pfarrer von Freiensteinau vor Augen stellte, die Festgemeinde zu gleichem Glaubensmut und Glaubenstreue. In längerer, interessanter Ausführung sprach sodann Pfarrer Cloh aus Seckmauern über Gustav-Adolf-Vereins-Arbeit in seiner Gemeinde. Mit Dankesworten des Ortsgeistlichen und dem Liede „Run danket alle Gott" schloß das schön verlaufene Fest. Die reiche Sammlung in dem Gottesdienst und der Rachversammlung kommt bedrängten evangelischen Glaubensbrüdern in der Diaspora zugute.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
3 21 u s dem Kreise Wetzlar, 21. Sept. Rach einer Polizeiverordnung des Oberpräsidenten der R h e i n p r o v i n z sind die Tauben- besitzet: verpflichtet, ihre Tauben in der Zeit vom 1. b i s zum 31. Oktober so einzu- sperren, daß ein Ausfliegen auf die Felder nicht möglich ist. Die Landräte können auf Grund der örtlichen Verhältnisse die Sperrzeit ohne Verlängerung ihrer Gesamtdauer anderweit, je
doch nicht über 14 Tage vor oder nach dem vorstehend bestimmten Zeitpunkte sestsehen. Für den Kreis Wetzlar ist eine derartige anderweite Festsetzung nicht erfolgt. Zuwiderhandlungen gegen die Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.
Kreis Marburg.
js Marburg, 21. Sept. Die Obstver » k ä u f e haben in hiesiger Gegend ihren Anfang genommen. Aepsel kommen am Baum durchschnittlich aus 3 bis 4 Mark, Dirnen je nach Güte auf 2 bis 5 Mark je Korb. Zwetschen gibt es sehr wenig.
Kreis Ziegenhain.
1 21. Sept. Begünstigt
durch das gute Wetter der letzten Wochen sind die Erntearbeiten auch in unserer Gegend zum größten Teil beendigt. Die Ernte kann als gut bezeichnet werden. Infolge der anhaltenden Trockenheit sind aber die Ausstellungs- arbeiten für das kommende Jahr sehr erschwert. Mancher sehnsüchtige Dlick geht zum Barometer und Morgen- und Abendhimmel: „Ob's nicht bald ander Wetter gibt?" — Bei den hier abgehaltenen Dezirkswettspielen der Schulen des Bezirks Dechtelsberg errang die hiesige Schule 35 Siege, darunter 12 erste. Die 6x75-Meter°Staffette wurde von den Mädchen der hiesigen Schule in der Zeit von 1 Minute 13V? Sek. vor den anderen Schulen gewonnen. Bei den in Ziegenhain stattfindenden Wettkämpfen für den ganzen Kreis errang die hiesige Schule 7 Preise. Beim Wettkampf der Schulentlassenen siegte im 1500 Meter- uni> 3000° Meter-Lauf Joh. K i m p e l von hier mit IV2 Runden Vorsprung beim letzten Lauf vor sämtlichen anderen Läufern. — Die diesjährigen Herbstserien dauern vom 20. September bis 7. Oktober einschließlich.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M., 21. Sept. Rach langen Beobachtungen gelang es der Kriminalpolizei, drei vorbestrafte, gewerbsmäßige Einbrecher fest zunehmen und einen großen Teil der Beute wieder herbeizu- schaffen. Unter Anführung des Fuhrmanns Emil Kölmel aus Steinmauern, der erst eine dreijährige Zuchthausstrafe verbüßt hat, machten der Gärtner Friedrich Emmel aus Bergen und dec Arbeiter Heinrich Reumann aus Frankfurt a. M. hauptsächlich die Hofgüter und Bauernhäuser in der Umgebung Frankfurts unsicher. Fast täglich fuhren die Täter mit der Dahn fort und kamen morgens bepackt mit Einbruchsgut und von Bleichplähcn gestohlenen Wäschestücken zurück. — Der wegen Ermordung des Kriminalbeamten Sack im Mai vom Schwurgericht zum Tode verurteilte Kaufmann Anton Gens ist auf ein Gnadengesuch seines Verteidigers zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Lin TNislwagen als „Strafjenjierbe“.
Schiffenberger Weg 18 steht schon feit Tagen über den Sonntag auf offener Straße ein schwer- beladener Wagen mit Schweinemist, der seinen flüssigen Stoss auf die Straße abgegeben und das vorübergehende Publikum sehr gestört hat. Dieses Produkt wird reichlich gewonnen, da 17 Schweine in einem engen Stall gemästet werden sollen. Wer hat diese Dinge gestattet? Besteht keine Vorschrift, daß der Mist in zugedeckten Gruben aufbewahrt wird und diese möglichst oft geleert werden? Man wundert sich sehr, daß ein in der Nähe wohnender Stadtverordneter hiergegen nicht Front macht.
Ein Passant.
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Weil hierzu eine Packung genom tuen wind, die so einfach und billig wie nun ingend möglich ist. An den (Packung wind alles, am Matt nichts gespant-.
Bekanntmachung.
Folgender Nachtrag zur Ortspolizeiverordnung 00m 26. 2. 1897 wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
Auf Grund der Artikel 2 und 39 des Gesetzes, die Allgemeine Bauordnung betreffend vom 30. April 1881 und der §§ 3, 4, 6, 8 und 9 der zugehörigen Ausführungsverordnung wird nach Anhörung der Stadtverordneten-Verfammlung mit Zustimmung des Kreisausschuffes und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 26. Juni 1926 zu Nr. M. d. I. 20 986 unter Aufhebung des Nachtrags vom 23. Februar 1911 folgender Nachtrag mit Wirkung vom 1. Juli 1926 erlassen: 77456
1. Der § 1 Absatz 1 erhält folgende Fassung:
An im Sinne des Artikels 20 der Allg. Bauordnung zum größeren Teil bebauten Straßen und öffentlichen Plätzen find die Hofreiten einschließlich der zugehörigen, nicht als Bauplätze zu betrachtenden Gärten und Winkel in der Straßenfluchtlinie mit gefälligen Einfriedigungen von angemessener Gesamthöhe, die im allgemeinen minde- stensl,60 Meter beträgt, zu versehen.
Wenn jedoch die Breite der Straße und die Höhe der an derselben errichteten Gebäude es als angemessen erscheinen lassen, kann die Gesamthöhe der Einfriedigung bis auf 1,20 Meter herabgesetzt werden.
2. 9n § 1 Absatz 2 ist das Wort „müssen" in Zeile 1 in „sollen" zu ändern.
3. Der § 1 Absatz 3 erhält folgende Fassung: _
An Stelle der festen Metallgitter können auch sauber gehobelte und mit gefälligem Anstrich versehene Holzgeländer auf massivem Sockel sowie in be= sondern Fällen auch Holzgelänöer ohne Massivsockel, lebende Hecken oder dergleichen zugelassen werden, wenn dieselben mit den Bauformen des betreffenden Gebäudes und insbesondere mit dem Straßenbild in Einklang gebracht werden.
Gießen, den 16. September 1926. Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. F r e y. Kartoffel - Lieferung.
Für das hiesige Landgerichtsgefängnis soll die Lieferung von 300 Zentnern guter, gesunder, gelbsteischiger Speisekartoffeln vergeben werden.
Angebote sind bis Mittwoch, den 6. Oktober l. IS. vormittags 10 Ahr auf dem Sekretariat der Staatsanwaltschaft —altes Justizgebäude, Zimmer 9, Erdgeschoß— abzugeben.
Zuschlagsfrist eine Woche.
Gießen, den 17. September 1926.
Der Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberheffen.
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Bekanntmachung.
Am Ireilag, dem 24. September 1926, nachmittags von 3 bis 4 Uhr findet in der Turnhalle der Stadtmädchenschule, Schillerstraße 8, ein öffenllicher Impftermin statt, in welchem den Eltern der in 1925 und früher geborenen, bisher noch nicht mit Erfolg geimpften Kinder in der Stadt Gießen Gelegenheit gegeben ist, ihre Kinder kostenlos impfen zu lassen. Die Nachschau findet Donnerstag, den 30. September, nachmittags 3 dis 4 Uhr statt.
Die Impflinge müssen sauber gewaschen und in reiner Kleidung zur Impfung gebracht werden. 77446
Aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen Kinder zu den Terminen nicht erscheinen.
Gießen, den 20. September 1926.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Dr. Rosenberg.
Kartoffsllisferung.
Die Lieferung des Winterbedarfs an guten, haltbaren, ausgelesenen Speisekartoffeln, und zwar: 7742C
1. für die Medizinische, Frauen- und
Hautkliniken 800 Ztr.
2. für die Chirurgische Klinik und die Klinik für Ohren-, Nasen- und Hals- Kranke 750 Ztr.
3. für die Augen- und Kinder-Kliniken 250 Ztr.
4. für die Klinik für psychische und nervöse Kranke 500 Ztr.
ist zu vergeben.
Angebote nebst Muster sind an die Verwaltungen der einzelnen Kliniken bis zum Mittwoch, dem 29. September 1926, vor- mittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Lieferung kann auch geteilt vergeben werden.
Zuschlagsfrist 3 Tage.
Gießen, den 21. September 1926.
Arbeitsvergebung.
Für die Gemeinde Meseck sollen Ufer» b&feftigungsarbeiten an der Lahn Dienstag, den 28. September 1926, vormittags 8£ Uhr, auf der Bürgermeisterei zu Wieseck 7730D
Fuhrleiftungen zu 400 Mk.
Brechen von Steinen „ 200 „
Jnstandsetzungsarbeiten „ 770 „ veranschlagt, in einzelnen Losen vergeben werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess. Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eroffnungster- min einzureichen find. Zuschlagsfrist vierzehn Tage.
Gießen, den 18. September 1926.
Hessisches Kulturbauamt.
I. V.: Mangold.
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