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arbeiten zur Herbeiführung einer Verbesserung der internationalen Weltwirtschaftslage. Das deutsch-französisch-luxemburgische Industrieabkom­men sei als gutes Vorzeichen für den Abschluß weiterer Vertrüge zu betrachten. Der schwedische Delegierte Adelsvaerd bedauerte, daß die Kommission nicht den Mut gehabt hätte, einen festen Termin für den Zusammentritt der Weltwirtschaftskonferenz der Vollversammlung vorzuschlagen. Hierauf wurde die Resolution Loucheurs einstimmig angenommen. Sie sieht den Zusammentritt der Weltwirtschaftskonferenz zu einem möglichst schnellen Termin vor.

Keine Aenderung der amerikanischen Schnidenpolitik. Mello» berichtet über seine Europa­reise.

Reuyork, 21. Sept. (Reuter.) Der Staats­sekretär des amerikanischen Schatzamtes, Mel­lon, hat dem Präsidenten Coolidge feinen ersten Besuch seit seiner Rückkehr von seiner Europareise abgestattet. Er teilte dem Präsidenten mit, daß kein Grund zu irgendeiner Aenderung der amerikanischen Schuldenpolitik vorliege und gab der äleberzeugung Ausdruck, daß die wirtschaftlichen Aussichten der Welt günstig seien. Er glaube, daß die Schuldenabmachungen keine Bürde für die Rationen darstellten und fügte hinzu, daß er das Gefühl habe, daß Frankreich sein Schuldenabkommen mit Amerika ratifizieren werde. Mellon stimmte mit dem Präsidenten überein, daß es verfrüht wäre, die Frage einer Reduzierung der Steuern wäh­rend der bevorstehenden Session des Kongresses zu erörtern und daß es besser wäre, eine solche Erwägung um wenigstens ein weiteres Jahr zu verschieben.

Die Meldungen über den Vorschlag, die deutschen Eisenbahnobligationen auf den Markt zu bringen, lieh Mellon unkommen- tiert. Es hat indessen den Anschein, als ob amt­liche Kreise die Zeit noch nicht für gekommen erachten, um solche Schritte zu unternehmen. Es herrschen Zweifel darüber, ob der Weltmarkt in der Lage ist, alle Obligationen aufzunehmen, ohne zugleich ihren Kurs zu drücken. In amt­lichen Kreisen wird die Meinung vertreten, daß sich in kurzer Zeit die Verhältnisse derartig ändern werden, daß die in Vorschlag gebrachte Veräußerung der Obligationen durchHhrbar ist.

DerBergarbeiterstreik mEngland Die Bergarbeiter bestehen auf einem nationalen Arbeitsabkommen.

London, 22. Sept. ($11.) Die Bergarbeiter­exekutive hat dem Ministerpräsidenten mitgeteilt, daß sie nach wie vor auf ihrer Forderung be­stehe, die Bergbaukrise auf der Basis eines nationalen Abkomme ns zu lösen. Sie halte sich dabei an die von Churchill am 8. September ausdrücklich und deutlich gegebene Zusicherung, wonach die Regierung den Grund­satz der nationalen Regelung sich zu eigen mache. Es habe aber nun den Anschein, als ob die Bergarbeiter einen Fehler gemacht hätten, in­dem sie die Erklärung Churchills überhaupt ernst nehmen. Denn Baldwins neue Vorschläge seien gerade das Gegenteil dessen, was Chur­chill versprochen habe. Wie verlautet, haben die Bergarbeiterführer unmittelbar nach Absen­dung des Briefes an Baldwin diesen gebeten, noch am Abend von ihm empfangen zu werden.

Eine Polizeitruppe wurde in die westlichen Dergwerksreviere gesandt, wo es zu neuen Ver­suchen kam, die Rotstandarbeiter am Be­treten der Betriebe zu verhindern. Bei einem Zusammenstoß wurden mehrere Personen ver­letzt. In einem Dorfe wurde eine Zündkapsel «auf das Dach des Hauses eines arbeitenden Bergmannes geworfen und dann mit einer Stange, an dec eine brennende Lunte befestigt war, ent­zündet. Es erfolgte eine starke Explosion, durch die sämtliche Fensterscheiben des Hauses zertrümmert wurden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen.

Eröffnung der holländischen Generalstaaten.

Die Thronrede der Königin.

Haag, 21. Sept. (Wolff.) Die neue Sit­zungsperiode der Generalstaaten ist heute mittag von der Königin in der üblichen feierlichen Weise mit der Verlesung der Thronrede eröffnet worden. In der Thronrede wird zunächst betont, daß die wirtschaftliche Lage sich nur all­mählich bessere und daß Handel und Industrie und ein Teil der Schiffahrt noch immer unter der Ungunst der Zeiten zu leiden hätten. Auch dre Landwirtschaft und der Gartenbau hätten unter Absatzschwierigkeiten zu leiden. Der finan­zielle Zustand des Landes erfordere die äußerste Sorgfalt der Regierung. Allergrößte Sparsamkeit sei die Voraussetzung für die Mrlderung der Steuerlasten. Die De- ziehungen der Riederlande zu den anderen Län­dern seien von der freundschaftlichsten Art. Sehr erfreulich sei. daß der Völkerbund durch den Eintritt Deutschlands an Bedeutung gewonnen habe. Rachdem die Thronrede noch die große Opferbereitschaft der gesamten Be­völkerung anläßlich der großen Raturkata- str o p h e n der letzten Zeit, von denen erst das Mutterland und später die Kolonien betroffen wurden, hervorgehoben hatte, beschäftigte sie sich zum Schluß mit den indischen Kolonien bezüglich deren größere Selbständigkeit in den inneren Angelegenheiten, eine energische Sozialpolitik zugunsten der einheiniifchen Bevöl- kerung und die Eröffnung einer medizinischen Hochschule in Batavia in Aussicht gestellt wird

Der Verlesung der Thronrede wohnte auch die sozialdemokratische Fraktion der Zweiten Kammer bei, die in früheren Jahren ru dec Eröffnung der Generalstaaten nicht er­schienen war. Die Königin verläßt morgen Len Haag, um den diesjährigen Manövern bei­zuwohnen.

MiUtärkrawalle in Holland.

Amsterdam, 22. Sept. (TU.) In der Ka­serne von Assen kam es am Montag, nachdem die Mannschaften einen Marsch hinter sich hatten und der weitere Ausgang bettoeigert wurde, in der Kantine zu lärmenden Zwischen­fällen. Die Soldaten gingen mit ©feinen gegen

den Anführer der Wache vor, demolierten die Kantine und schlugen die Fensterscheiben ein. Die Ruhe konnte erst wieder hergestellt werden, als die Wache scharf feuerte. Hierbei wurde ein an deii Krawallen nicht beteiligter Unter­offizier getötet und mehrere Soldaten ver­wundet. Anlaß zu den Zwischenfällen gab die Weigerung des Kantinenwirtes, wegen des lär­menden Verhallens der Mannschaften, weiter Bier auszuschenken. Auch in der Kaserne auf dem Ede-Platz in Amsterdam kam es zu einem ähn­lichen Zwischenfall. Als einige Mannschaften wegen Beleidigung eines Majors verhaftet wer­den sollten, rottete sich ein stärkerer Trupp zu­sammen, der die Freilassung der Festgenom­menen verlangte. Die herbeigerufene Militär- Polizei stellte die Ruhe wieder her.

Belgiens LanierungspoM.

Brüssel, 21. Sept. (WLB.) Im Minister­rat berichtete Bande r velde über die aus­wärtige Politik, insbesondere über die Arbeiten des Völkerbundes und die Inkraftsetzung der Abkommen von Locarno. Es wurde festgestellt, daß bisher keine Beschlüsse oder Bindungen be­züglich der von Deutschland vorgebrachten Wünsche erfolgt seien. Die belgische Regierung verfolgt mit Interesse die weitere Entwicklung der außenpolitischen Ereignisse. Finanzminister F r a n c q u i gab dann einen eingehenden Be­richt über die belgische Finanzlage. Das Gleichgewicht im S taatshau shalt ist wiederhergestellt und die schwebende innere Schuld konsolidiert worden. Die der Tilgungskasse während der ersten beiden Monate ihres Be­stehens zur Verfügung gestellten Einnahmequellen ermöglichten die Rückzahlung eines bedeutenden Teiles der im Auslande auf genommenen kurz­fristigen Schuld. Auf viele Monate hinaus ist die Deckung für die Fälligkeiten der äußeren Schuld vorhanden. Die Rationalbank verfügt über die nötigen Devisen, um Schwankungen der Wäh­rung entgegentreten zu können. Die Bahn für die Stabilisierung des Franken, die die letzte Etappe des Finanzplanes darstellt, ist daher frei. Zur Stabilisierung des Franken wird geschritten werden, sobald alle Vorbedin­gungen für den Erfolg gegeben sind. Die Regie­rung steht zu diesem Zweck schon jetzt in Fühlung mit ausländischen Privatbanken sowie mit Emis­sionsbanken des Auslandes. I a s p a r teilte den Ministern mit, daß der König ihm die Ver­lobung des Kronprinzen Leopold mit der Prinzessin Astrid von Schweden angekündigt habe. Der Ministerrat beauftragte Iaspar dem Königspaar und dem Kronprinzen Leopold die ehrerbietigsten Glückwünsche zu über­mitteln.

Dre Krisis der Diktatur in Spanien.

Paris, 21. Sept. (TU.) Wie dieChicago Tribüne" aus Biarritz meldet, sind die Bezie­hungen zwischen Primo de Rivera und dem König vor allem dadurch verschlechtert worden, daß der König die versprochene A m - nejtie für die Artillerieoffiziere durchführen will, während Primo de Rivera auf eine trengeBestrafung dränge. Primo des Ri­vera lehnte den Gnadenakt als eine Desavouie­rung feiner Politik ab. Primo de Rivera habe zwei weitere Offiziere verhaften lassen, die er eines Mordanschlages gegen seine Person be- chuldigt. Die Haltung der Infanterie bleibe weiter unklar. Gewisse Infanterieregimenter würden in Madrid alarmbereit gehalten.

Kunst und Wissenschaft.

Eröffnung des Düsseldorfer Naturforschertages.

In Düsseldorf wurde unter außerordentlich Heiligung die 89. Versammlung dec Ge- ellschaft deutscher Raturforscher und Aerzte er­öffnet. Unter den Teilnehmern bemerkte man Den preußischen Kultusminister und den Ober­bürgermeister der Stadt Düsseldorf, die Direk­toren und Vertreter der rheinischen Hochschulen und der Universität Münster, sowie zahlreiche andere Persönlichkeiten. Rach der Eröffnung durch Medizinalrat Professor Dr. Schloß mann be­grüßte Kultusminister Dr. B e de r die Vecsamm- ung im Rainen der Reichsregierung und der Staatsregierung und bezeichnete die Gesolei als em Symbol des heutigen Deutschlands. Auch die leutrge Versammlung der deutschen Kulturforschec ei em Symbol des heutigen deutschen Kultur- Willens. Rach Begrüßungsworten des Oberpräsi­denten der Rheinprovinz, Dr. Fuchs, entbot Oberbürgermeister Dr. Lehr die herzlichen Will- lommensgrüße der Stadt Düsseldorf. General­direktor Dr. Vögler, Düsseldorf, hielt einen D°-t-°g üb°- Wissenschaft, T e ch n i k Ü n 6 ..1 aJ t. Er verwies darauf, daß die $edb»

nd alter als Die Wissenschaft und Wirtschaft PrÄ -fD £If toie b/e Geschichte Der Menschen lewst sei Dagegen sei Die systematische Natur­wissenschaft em Kind der letzten Zeit. Die Tech- mk werde heute von der Wissenschaft in allen geilen öurerrungen und Die stärkste wissenschaft­liche Auswertung wissenschaftlich-technischer Ar- beiten sehen wir im Flußstahl, Der heute in Der r lt.n ^ngen im Werte von 10 MilliarDen Mark hergestellt wirD.

? n 9mJöei^r1en Verlauf der Tagung referierte Pro- teffor 2)r Stepp^ena (früher Gießen) über die Fortschritte auf dem Gebiet der Vitamineforschung. Professor 2r. E b b e ck e - Bonn und Prof. Otfried M U 2ublnJenc PMcn über die Physiologie

Der Kapillaren, Professor Quervain-Bern und Professor v. Jouregg-Wien über Kcopfver- hutungen.

Eine Tagung deutscher Gemeindetierärzle. h. *ÄerbQfnö Deutscher (Semeinbetieräry.e n Ü "l. Düsseldorf feine diesjährige Hauptverfam'm- & Kb' ,?er reichhaltigen Tagesordnung stan­den die aktuellen Fragen der F l e i s ch v e r g i f - tung.und ihrer modernen Bekämpfungsrn tbod" urch me bakteriologische Fleisch,mterluchung? die ansteckende B u t o r m u t d e r P f e r d e und ihre anitare Beurteilung und anderes. Zur Fraae der chmerzlose,, Betäubung der Schlacht- Here wurde folgende Resolution einstimmig an­genommen:Der Reichsoerband Deutscher Ge- memdetlerarzte hält einen Erlaß gesetzlicher Vorschriften für unerläßlich, die !>en Be äu- bungszwang für alle Schlachttiere verlangen, gleich-

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Aus aller Welt.

Der Orkan in Florida.

Die Berichte aus den vom Orkan heimgesuchten Gebieten lassen nodj immer kein klares Bild über die entstandenen Schäden und die Zahl der llien- schenopser zu. Die Schätzungen dec einzelnen Be- richterslatter gehen weit auseinander. Die «Zahl der ausgefundenen Opfer ist im Steigen begriffen, da das Meer mit der Flut zahlreiche Ertrun­kene ans Land schwemmt. Man schätzt die Zahl der Token jetzt auf über 2000. Das Schick­sal Der Stabte Mobile und Penfacola ist völlig unbekannt, da diese von jedem Verkehr a b - geschnitten sind. Die zerstörten Landstraßen sind mit Fliehenden überfüllt. Infolge von Plünde­rungsversuchen muß das kriegsrecht strikte durch­geführt werden. Die Behörden haben beschlossen, scharfe Maßnahmen gegen Den Lebensmittelwucher zu ergreifen. Miami bietet ein Bild völliger Verwüstung. Wegen des Mangels an Trinkwasser ist der Ausbruch einer Epidemie nicht unmöglich. Der Orkan reift mit einer Slundengeschwindigkeit von 120 Meilen in der Richtung auf Louisiana und Alabama weiter. Weitere Meldungen berichten von schweren Verwüstungen in Südalabama. Jtad) den vorliegenden Meldungen wurden folgende Ortschaf­ten Alabamas vom Orkan heimgesuchk: Greenville, Flomaton, Jackson, Thistler. Berichte aus Pensa- cola fing noch immer nicht eingetroffen. Acht Regie­rungszüge find mit Lebensmitteln zur Hilfeleistung abgegangen. Weitere Schreckensnachrichten aus Flo­rida, besonders aus Miami, treffen ein. Rur ein Haus und wenige Hotels sind in Hollywood stehen geblieben. Miamis Roliazarette erinnern an die Schreckensszenen des Krieges. Die Marinerefervisien wurden zum aktiven Dienst einberufen. Da die dor­tigen Truppen nicht ausreichen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. 3n Iacksonvllle ist ein hoher Re- gierungsbeamfer von Plünderern ermordet worden. Die Stadt Moorchaven hat äußerst schwer gelitten. Ganze Häuser wurden meilenweit forlgerissen. Dächer und Bäume flogen durch die Luft und töteten viele Menschen. Aeberall werden verirrte Kinder aufgegriffen und in Sammellagern untergcbracht.

Der große Okeschobee-See hat seine Dämme durchbrochen und das Land überschwemmt. Gegen 100 Personen sollen ertrunken sein. Zahlreiche Schiffe müssen längs der Küste von Florida als verloren angesehen werden. 3n Pensacola soll das zehnstöckige Gebäude der amerikanischen Rational­bank unter der Wucht des Orkans zufammcnge- sl ü r z t sein.

Deutscher Luftverkehr Sevilla Buenos-Aires.

Der deutsche-spanischen Gesellsch-aft Colon (Christoph Columbus) ist von der spanischen Re­gierung Die Konzession für eine Luftschifflinie Sevilla-Buenos-Aires erteilt worden. Die Kon­zession gilt vorläufig für die Dauer von fünf wahren. Die spanische Regierung hat gleichzeitig Der Gesellschaft eine Subvention von ins­gesamt dreißig Millionen Peseten (19 Millionen Mark) für die Dauer dieser fünf Jahre bewilligt. Pro Jahr si <d 12 Flüge vorgesehen, so daß für jeden Flug 500 000 Peseten zur Verfügung stehen. Als Bedingung für die Gewährung Der Sub­vention ist verlangt worden, daß vorher D i e Luftschiffhallen erbaut und Die Luftschiffe an Ort und Stelle sein müssen. Tie Eröffnung des Betriebes soll mit Dem Zeppelin-Luftschiff erfolgen, dessen Bau von einiger Zeit ausden Mitteln der Zappe- lin-Eckener-Spende in Angriff genommen worden ist. Dieses Luftschiff, dessen Gondeln und wichtige Rormalteile bereits im Bau sind, wird einen Rauminhalt von 105 000 Kubikmeter haben. Mit Dem Bau des Luftschiffkörpers wird noch Ende dieses Jahres begonnen werden. Für den Herbst des kommenden Jahres ist die erste Probefahrt des Luftschiffes in Aussicht ge­nommen.

Die Ofkafien-Expedition der Deutschen Lufthansa.

Rach einem bei Der Deutschen Lufthansa ein« gegangenen Funkspruch haben Die beiden Ost- asien-Großflugzeuge Der Deutschen Lufthansa auf dem Rückflug Das Aralgebirge passiert und Dürften nun in Moskau eintreffen.

Ein Richthosen-Denkmal.

Der Herr Reichspräsident hat aus seinem Dispositionsfonds zu Den Kosten Des auf Dem Grabe des Fliegeroffiziers von Richt­hofen auf Dem Invalide nfrieDhof in Berlin zu errichtenden Denkmals einen Beitrag von 1000 Reichsmark gespendet. Die preußi­sche Staatsregierung und Der Magi­strat Berlin haben je Die gleiche Summe be­willigt. Das Denkmal soll bis zum 28. Oktober 1926, dem Todestage Boelckes, fertiggestellt wer­den.

Amerikanischer Flottenbesuch in kiel.

Der amerikanische KreuzerMemphis" ist zu zehntägigem Aufenthalt, aus Der Ostsee korn- mcnD, im Kieler Hasen eingetaufen. Rach Dem üblichen Salutwechsel erfolgte Der Austausch von Besuchen zwischen Dem Kommandanten des Kreu­zers und Den hiesigen höheren Marinestellen. Zu Ehren Dec Gäste finDet ein Frühstück beim Eh es Der Marinestation Der Ostsee statt. Für Die foIgenDen Tage sind Besuche Der landschaftlichen Schönheiten Schleswig-Holsteins, sowie örtliche und sonstige festliche Veranstaltungen geplant.

Die Typhusepidemie in Hannover.

Hannover, 22. Sept. (WTB. FunkspruchZ Heute morgen betrug Die Zahl Der an Typhus Erkrankten 1721, Die Der Todesfälle 83.

Mißglückter Rezeptdiebstahl.

Die ElbecselDer Kriminalpolizei verhaftete eine Bande von Dieben und Hehlern. Die sich auf Den Diebstahl von Chemikalien ver­legt hatte. Dabei wurde auch ein Mann in Dem Augenblick festgenommen, als er das einer großen Fabrik enttoenDete Rezept zu einem hochwertigen medizinischen Präparat für 300 000 Mark an einen Ausländer verkaufen wollte.

Ein hokelkauf des Reichs.

Zwischen dem Reich und Der Berliner Hotel­gesellschaft, Deren Aktienmehrheit im Besitz Der Bruder Arnhold-Aschinger ist. ist ein Vertrag zustandegekommen, wonach das Reich Das Hotel Kaiserhof käuflich erwirbt. Der Kauf teht im Zusammenhang mit Dem Wunsch Der Rerchsregierung, Die zum Teil noch verstreut llegenden Regierungsstellen in Der Rähe des Wrlhelmplahes zusammenzufa'sen.

Dec Einskurz der Oderbrücke.

, Bach einer Meldung Der D. Z. hat Die furcht- bare Katastrophe Der neuerbauten Oderbrücke üon ®art} tote nunmehr feststeht, vier Todesopfer geforDert. Einer Der Schwerver-

lehten, Der Arbeiter Hefter, Der mit einem schweren Wirbelsaulenbruch nach Stettin gebracht worDen war, ist seinen Verletzungen er- le gen. Bisher konnte noch keine Der im Wasser liegenDen Leichen geborgen werben. Soeben hat in Anwesenheit des Oberstaatsanwaltes von Stettin Der Lokaltermin an Der älnglücksstelle begonnen. Hinzugezogen sinD vier Sachverstän- Dige unD ferner fünf Direktoren Der Den Dau ausführenDen Firma. Zur Klärung Der Schuld- frage ist ein Taucher hinzugezogen worden Der feststellen soll ob beim Bau Der Brücke irgendwelche Fehler vorgekommen sinD. Am Sonntag wurde eine außerordentliche Stadtver­ordnetenversammlung einberufen, in Der beschlos­sen wurde, Das Vermögen Der Allgemeinen ^au A. G. bis zur Klärung Der Schuldfrage beschlagnahmen zu lassen unD ferner, Das Vermögen und Die Liegenschaften Des Bau­führers Reichert ebenfalls zu beschlagnahmen.

Der verhaftete Betonmeister Firch ist wieder au' 'reien Fuß gesetzt worden, da Die Staats­anwaltschaft weder in seinem noch in Dem Ver- cn der Ingenieure eine Schuld hat finden können. Ans Der Tatsache, daßDer versunkene Pfeiler senkrecht in die Tief^'tzerutscht Le3- Lehe hervor daß nicht ein Materialfehler Die Katastrophe herbeigeführt habe, sondern daß n°Lgegeben habe, Der biä 18 Meter unter Der Flußsohle geprüft worden sei, wahrend Das Fundament nur 12 Meter unter Dem Strombett geftanDen habe.

Aus der Provinzialhauptftadt.

Gießen, Den 22. September 1926.

Das Ergebnis des Schaufensterwettbewerbs.

Das Resultat Der Schaufen st erwetk- bewerbs-Abstimmung durch das Publi­kum hegt nunmehr vor. Nachstehende sieben Fir­men haben Die meisten Stimmen erhalten: Carl Frensdorf, ReustaDt, 2059 Stimmen: Franz Bette, Mausburg, 1567; H. Elges, Seltersweg, 1427' W. Kilbinger, Seltersweg, 1274; Gebr. Baer, Marktstraße, 1120; Modehaus Salomon, Mäus- burg, 1033: Konditorei W. QlmenD, Bahnhof­straße 987 Stimmen.

Außer diesen sieben Firmen, Die nach Dem Urteil Des Publikums Durch eine Ehrenur- kunDe ausgezeichnet toerDen, haben noch Die nachstehenDen Firmen eine größere Anzahl Stim­men auf sich vereinigt: E. Seibt, Metzgerei, Marktplatz, 886 Stimmen: I. B. Häuser, Reu­staDt, 750; FerD. Rennstiel, Plockstraße, 679' ®. Geiste, Seltersweg, 672; I. Heilbronner, Marktstraße, 555 Stimmen.

Q5ei Dem Blumenkorso haben Die meisten Stimmen erhalten: Geflügelzuchtoerein (Gänse- liesel) 1601 Stimmen; O. Goebel (Adlerauto) 645; Aeit- unD Fahrklub Gießen (Gespann Riemann (Schwans) 537 Stimmen.

Als beste Reklamewagen wurDen be­zeichnet: Gebr. Grieb (Joghurt) 579 Stimmen; Bäckermeister Schreiner 314 Stimmen.

Das Resultat Der Ermittelungen bezüglich Der Preise für Das Publikum wird in Kürze be­kanntgegeben.

Wettervoraussage.

Langsame Aufheiterung, mäßig wechselnde Luftbewegung, keine wesentlichen Temperatur- anDerungen, trocken.

«

"Die Ausstellungs-Verlosung Der Gartenbau- und Elektrizitäts- Ausstellung erfreute sich großer Beliebtheit. Besonders anziehend wirkte auf Das Publikum Die große Anzahl wertvoller Gewinne, unD Die Tatsache, daß aus jedem Lose sofort zu ersehen war, ob es gewonnen hatte. Als Hauptgewinne gelangten, zur Auslosung: Staubsauger, elektr. Kaffeemaschinen, wertvolle Kunsttöpfereigegen- stände, Freiflüge, Rundfunkapparate, elektrische Bügeleisen, elektr. Lampen usw. Als glückliche Gewinner wertvoller Gegenstände können, soweit möglich, genannt werden: Samenhändler Döll, 1 Staubsauger, Schneider, Steinstr., 1 Staub­sauger. Frl. Rieger. Kreuzplah. 1 Rundfunk­apparat. König. Kaploneigasse, 1 Freiflug. Driesch, Seltersweg, 1 elektr. Kaffeemaschine. Besonderes Glück hatte ein Ehepaar aus Grün­berg, das mit Dem Kauf von zwei Losen zwei wertvolle Gewinne, nämlich eine elektrische Kaffee­maschine und ein Teeservice, einheimste.

** D i e Kreis st raße GießenKrof­dorf ist wegen Vornahme von Teerwalzarbeiten bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt. Der Durchgangsverkehr wird über Abendstern (Rod- Heimer Straße) geleitet.

"Ein wichtiger Nachtrag zum Ortsbau st atut wird in unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Auf Die Bekannt­machung sei besonders hingewiesen.

Impftermin ist am nächsten tfreitag nachmittag in Der Turnhalle Der StaDtmädchenschule. Näheres in Der heutigen Bekanntmachung.

<«7 7 Di- «i-ßen-r Rud e r g -, e lls ch a s t 18 7 7 hat ihre tm Jahre 1926 errungenen Preise tni Schaufenster der Firma Wilhelm Horn, Kreuz- Platz Io, zur Ausstellung gebracht.

** Das Fröbel-Seminar des Alice- Schul-Vereins wird am 15. Oktober in der Grabenstraße 11 einen zweiten Kindergarten er­öffnen. Mit dieser Gründung wird einem vielseitigen Verlangen entsprochen, da schon lange die Notwendig' keit eines weiteren Kindergartens besteht. Besonders diejenigen Eltern, die in dieser Gegend wohnen, wer­den es mit Freuden begrüßen, eine Stätte zu wissen, wo sie ihre vorschulpflichtigen Kinder für einige Stunden am Tage in bester Obhut unter­bringen können. Der neue Kindergarten wird ganz im bewährten Sinne desjenigen in der Gartenstraße geführt werden. Eine Neuerung besteht darin, daß der Kindergarten auch am Nachmittag besucht wer­den kann (außer Mittwoch und Samstag), lieber die Anmeldungsmöglichkeit gibt die gestrige An­zeige Auskunft.

** Der Goethe-Bun D hat, wie er uns chreibt, Den weltberühmten indischen Dichter und Weisen R a b i n D r a n a t h T a g o r e , Der sich auf einer Vortragsreise Durch DeutschlanD be- indet, für Sonntag, 10. Oktober, zu einem Vor­tragsabend eingelaDen. Mit Diesem Vortrags- abend Dürfte Der Goethe-Bund ein literarisches Ereignis ersten Ranges bringen, Das man im allgemeinen nur in Großstädten genießen und erleben kann. Tagore, ein sehr feiner und tiefer Geist, mit seinem ehrwürdigen und edlen Antlitz, in seinem langen braunen indischen Gewände hatte bisher bei seinen Vorträgen in Berlin,