llr. U3 viettes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, 22. Mai (926
Wirtschaft.
Börse und Geldmarkt.
Das ‘4) b r | e n o i l ö hat sich in den letzten Tagen erfreulich gebessert, wenn auch die Um- sahtätigkeit immer noch nicht sehr bedeutend ist. Leigetragen mag hierzu in erster Linie der Umstand haben, daß die Regierungskrise Der- hältnismästig schnell überwunden worden ist. Besonders ist es aber das Interesse für einzelne Spezialwerte, das das Gesamtbild günstig be- einfluht hat. 3m Mittelpunkt des Interesses standen die Aktien der I. G. Farbenindustrie, in denen sowohl aus dem Inland wie aus dem Ausland große Käufe vorgenommen worden sind, die das KurSniveau um nahezu 20 Prozent gehoben haben. Die Ursache dieser Bewegung lag teilweise in der sehr günstig beurteilten Bilanz, die den Beweis dafür erbracht hat, daß die Gesellschaft ohne Schwierigkeiten eine noch höhere Dividende hätte verteilen können. Andererseits spielten aber auch wieder unkontrollierbare Gerüchte über eine bevorstehende Kapitolerhöhung mit günstigem Bezugsrecht eine Rolle. Menn auch bei der Gesellschaft noch alles im Fluh ist und Erweiterungen sehr Wohl möglich sind, so ist doch nicht anzunehmen, dah die Gesellschaft bereit- jetzt, nachdem sie erst vor kurzem ihr Kapital festgelegt hat, an eine Kapitalserhöhung denkt. Richtig ist jedenfalls, daß man die Weiterentwicklung der Gesellschaft auf Grund der Aufgaben, die sie sich vor allem auf dem Gebiete der Detriebsstvfferzeugung gestellt hat, ein günstiges Prognostikon stellen kann. In zweiter Linie sind es wiederum Elektrizi- t ä t S w e r t e, die in der Aufwärtsbewegung an der Spitze marschieren. Reben größeren Aufträgen, die die Elektrizitätswerke auf dem Gebiete der Starkstromerzeugung hereinnehmen konnten, ist es vor allem die zurzeit verhältnismäßig günstig liegende Beschäftigung in der Schwachstromindustrie. die hier den Stimulans gibt. Für Siemens, die in der Bewegung vorangehen. gilt nach wie vor. dah man die Auseinandersetzung im Rhein-Elbe-Konzern für die Elektrizitätspartner günstig beurteilt. Mont an- werte konnten erst in den letzten Tagen sich der Bewegung kräftiger anschliehen. Immerhin find auch hier Kursbesserungen bis zu 11 Prozent (Rheinstahl) zu verzeichnen. Die Tatsache, dah es in erster Linie die Terminpapiere sind, die von der jetzigen Bewegung profitieren, läßt den Rückschluß zu. dah der Terminmarkt es in der kurzen Zeit feines Wiederbestens verstanden hat, sich die alte Beliebtheit, deren er sich in der Borkriegszeit erfreut hat, wieder zu gewinnen. Auch dos Ausland scheint sich neuerdings wieder erheblicher in deutschen Werten zu betätigen, und es ist die eigenartige Lage eingetreten, dah Ereignisse, die geeignet sind, eine ungünstige Wirkung auf die Lage der deutschen Industrie auszuüben, sich an der Börse günstig auswirken. Die immer weiter greifende Inflation der belgischen und französischen Währung führt auS Kapitalfluchtgründen der deutschen Börse in zunehmender Masse französische und belgische Käufer zu, wodurch die ungünstige Wirkung, die die Derschlechterung dieser Währungen auf den deutschen Aktieninhaber hat, mehr als ausgeglichen wird. Zur Derbilligung der Börsenumsahe ist in der vergangenen Woche ein neuer Schritt getan in der Herabsetzung der Eourtagesätze. Dagegen hat es den Anschein, als ob der Angriss der Sozialdemokratischen Partei innerhalb der neuen Regierungskonstellation nicht die leichte Abwehr erfahren dürfte, die man zunächst glaubte erwarten zu können. Man hat augenscheinlich die Absicht, diesen sozialdemokratischen Angriff dazu zu benutzen, um die Banken zu weiterem Entgegenkommen in der Frage der Zinsspanne zu veranlassen. Wenn dieser Bersuch von Erfolg begleitet ist, fo kann es der Allgemelnheit nur recht fein; ob allerdings die Banken schon jetzt in der Lage sind, hier weitere Konzessionen zu machen, erscheint fraglich.
Die Lieberwindung des Medio brachte am Geldmarkt keinerlei Schwierigkeiten mit sich. Der Geldmarkt bleibt vielmehr nach wie vor flüssig, und tägliches Geld zog nicht einmal am Wedioterrnin an; es ist unverändert mit 3,5 bis 5,5 Prozent zu haben. Allerdings hat die eifrige Emissionstätigkeit am Markte der festverzinslichen Werte doch einen gewissen Stillstand in der rückläufigen Bewegung der Zinssätze hervorgerufen, und namentlich am Pfand- briefmarkt kam die Konkurrenz der neuen Werte zum Ausdruck, indem der Absatz ins Stocken geraten ist. Da andererseits aber auch die GmissionStätigkeit in den letzten Wochen etwas nachgelassen hat, dürfte die Geldverslüssigkeit sich doch bald wieder fortsehen. Die andererseits erwartete erneute Dislonlermähigung der Reichsbank darf jedoch als zunächst ad caiendas graecas verschoben betrachtet werden.
Der deutsche Außenhandel im April.
Die AktivitätderdeutschenAuhen- Handelsbilanz hat sich im April gegenüber dem Dormonat beträchtlich v e r ml n ö e r t. Der Ausfuhrüberschuß im April beträgt insgesamt 5 3 Will. R W., im reinen Warenverkehr 56 Mill. RW. gegen 278 Mill. RM. im März und 121 Mill. RM. im Februar.
Die reine Wareneinfuhr im April zeigt gegenüber dem Dormonat eine Zunahme um 78 Mill. RM. Die Einfuhr an Lebensmitteln und Getränken ist um 48 Mill. RM., die Einfuhr an Rohstoffen und halbfertigen Waren um 25 Mill. RW.. die Einfuhr an Fertigwaren um 5 Mill. RM. gestiegen. Die Einfuhr an Gold und Silber ist dagegen um 36 Will. RM. zurüdgegangen. Bei der Ausfuhr ist gegenüber dem Dormonat eine Abnahme um 144 Mill. RM. festzustellen, das ist etwas mehr, als die Zunahme tm März gegenüber dem Februar ausmachte (140 Mill. RM.). Wenn auch die Fertigwarenausfuhr entsprechend ihrer Bedeutung an der Gesamtausfuhr an dem Rückgang hauptsächlich beteiligt ift (mit 89 Mill. RW.). so hat sie jedoch nicht die ganze Zunahme des Monats März gegen gebtuar ein- gebüßt (122 Mill. RM.). Sie hegt mit 597 Jlih RM. nicht nur über dem Monatsdurchschnitt 1925 (552 Will. RM.), sondern zeigt auch, abgesehen von dem Rückgang gegenüber Marz, eine Steigerung gegenüber den Vormonaten. Die Ausfuhr an Rohstoffen weist eine Abnahme gegenüber dem Dormonat um 38 Will. RM., di« Ausfuhr an Lebensmitteln und Getränten um 17 MÄ. RW. auf.
* Deutsche Effekten- und Wechselbank, Frankfurt a. M. Die o. H. D., in der 2.14 Will. RM. A. K. vertreten waren, genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß und setzte die Dividende auf 7 Proz. (8 Proz.) fest.
Banknoten.
Börsenkurse.
(Ohne Gewahr.
Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. 1
Telegraphische Auszahlung.
Frankfurter Abendbörse.
Frankfurt a. M, 21. Mai. Die feste Stimmung der Rachbörfe übertrug sich auch auf den heutigen Abendverkehr, der aber, da weitere Anregungen fehlten, bei geringem Geschäft nur vereinzelt geringe neue Kurssteigerungen erreichten. 3m allgemeinen Hieben die hohen Rach- börfenotierungen gehalten. Bankaktien weiter steigend. Kriegsanleihe ohne Geschäft 0.395,5. Die Abendbörfe schloß fest bei etwas lebhafteren Umfaßen. Deutsche Anleihen: Schutzgebietsanleihen 5,5. Ausländische Renten: Bagdad II 11,5, Zolltürken 12,25. 5proz. Goldmexikaner 47.25, 4proz. dto. 32,25. 5proz. Silbermexikaner 23.87. Bankaktien: Badische Dank 125 (plus 1), Barmer Bankverein 87.5, Bayerische Hypotheken- und Wechselbank 107,62, Commerzbank u. 106. Darmstädter Bank u. 131,5. Deutsche Bank u. 128. Dis- conlvgesellfchaft u. 125,25, Dresdner Bank u. 113 plus 1, Metallbank 94.5. Oesterreichische Kreditaktien 6,75. Schiffahrtsaktien: Hapag u. 136,12, Rordd. Lloyd 133,5. Montanaktien: Bochumer 99, Buderus u. 66,5, Deutsch-Luremburg u. 107,25. Gelsenkirchen il 108.25. Klöcknerwerke u. 78. Mannesmann u. 97.87, Mansfelder u. 86,5, Phönix il 83,12, Rheinstahl u. 104,75. Riebeck Montan 104,5, Laurahütte 36. 3ndustrieaktien: Adlerwerke Kleher 65, AEG. u. 117. Aschaffenburger Zellstoff 89,5, Bergmann 118,5, Zement Heidelberg 99,75, Conti Dürnberg 80,7. Scheideanstalt u. 115,5, 3. G. Farbenindustrie 173.75, Goldschmidt 77,75, Holzverkohlung 61L, Gmallle
Brie«
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13.3K 110,53 20.467
13.09 160,14
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Berlin. 21 Mat
Amerikanische Viola Belgische Noten ..... Täniichr Noten ....... Englische Noten Französische Note» ..... Holländische Noten .... italienische Noten Norwegische Noten.
Deutsch-Lcstrrr, i 100 Kronen Rumänische Noten .... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Uno arische Noten
Geld
4,20
13,22 109,97 20,367
1.3,03
168.30
16.81
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Darum:
7/ Teurich. Reich4an!etbr 4*,'n Deutsche NeichSanleide 5*/»% Deutsche 'Jkidjeonlrnx 3°/- Deutsche Netchüanleioc Deutsche Svarpramicuanlclve 4°/o Preußische Äoniol» 4*. Hessen
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Deutsche Send Dollar-Anl- dto Doll Schau-Änireilua.* «•/t, Holltitrten 5®/. Noldmcrtkaner
Berliner HandelSgciellschatt Lommerz. und Dnvat-Banl Tarntfl und Naiionalbank Deetiche Bank Denksche vereinSdank • ■ DiSconio Lommandit Metallbank Mitteldeutsche Lrrditbauk Lcsterrrichische Kreditanstalt Wellbank ■
Bochumer Suh BuderuS ..... • . •
Laro . ..... .
Demsch-Luxemburg .....
(»elsentirchener Bergwerk» - Harorner Bergbau . . Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Lauradutte ..... •
Oberbedarf * • • ■ Phönix Bergbau . Rhciostahl .......
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Lheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp Hohmann .... Anglo-Lont.-Suano . . . . Chemische Mayer Alapm . .
9- ®. ssarbcnindustric, A.-G- Goldschmidt Holzverkohlung Rütgerswerke Scheideanstalt . . Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ......
Mawkrastwerke Schocken .. , Siemens & HalSbe ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler 'Motoren- ..... Heyligenftaedt 'Neguin. . .....
Motorenwerke Mannbeim
Franksurier Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgeselllchast Frankfurt. Bei. Union 8L-<9.....
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20 Mai.
21 Mai-
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21,485
21.483
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Danzig. •
80,90
81,10
80,87
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Konstantin
2,235
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5,56
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Alben
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5,59
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4,194
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4,195
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4.295
4.305
4.295
4,305
RäNel'Ecke.
44uchftabeii-Nätsel.
Sitz — Tor — Segel — Kate — Tal — Rat — 2ls — Mine — Rad.
An5 vorstehenden rem Hauptwörtern bilde man durch Hinzufügung je eines Buchstabens andere Hauptwörter, dergestalt, daß die hinzugefugten Buch staben zusammen ein christliches Fest ergeben.
18
1*
Kreuzworträtsel.
20
22
Von links nach rechts:
1. Europäische Hauptstadt; 4. Werlzeug; 6. Charaktereigenschaft; 7. männlicher englischer Vorname; 9. Handlung: 10. Zeitabschnitt; 12. Monatsname; 13. rumänische Münze; 15. altes Längenmaß; 17. Getreideart; 18. abgezogene feindliche Kopfhaut; 20. Furchtgefühl; 21. ostmdische Inselgruppe; 22. kleines Raubtier; 23 deutsche Hafenstadt; 24. Frucht.
Von oben nach unten:
1. Farbe; 2. Fluß in Sibirien; 3. alkoholisches Getränk; 4. Kopfbedeckung; 5. biblische Person; 6. Stadt in Italien; 8. Stadt in Oldenburg; 9. fettiges Mineral; 11. Musiker; 12. kirchliche Handlung; 14. Fluß in Frankreich; 16. Nebenfluß der unteren Elbe; 17. Teilbetrag; 19. griechischer Gott; 20. Sportgerät.
Geographischer Wirrwarr.
m n o p r t y Stadt in Waldeck cefhhimor „ „ Bayern
a a d i i n n „ „ Amerika
aaagikns „ „ Japan
e e f g 1 „ „ Schweden
a a g n s „ . Schlesien
Aus den angeführten Buchstaben sind die betr. Städte zu bilden. Sind diese richtig gefunden, ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von oben nach unten gelesen, einen Festbrauch.
Synonym.
An Stelle eines jeden der nachstehenden Wörter soll ein synonymes, sinnverwandtes Wort gesetzt werden. Die Anfangsbuchstaben dieser ergeben als- dann, aneinandergefugt, einen Festwunsch.
1. Tür; 2. Spur; 3. Besitzer; 4. Erbe; 5. Kuppe; 6. Bierglas; 7. Faß; 8. Sucht; 9. Sahne; 10. Leid;
IL Nachteil; 12. Versprechen.
Pfingst-Problem.
Auslösungen.
Silbenrätsel.
1. Ulan; 2. Niveau; 3. Dollart; 4. Algäu;
5. Nemitz; 6. Krisis; 7. Diele; 8. Achat; 9. Rantzau;
10. Fleming; 11. Ungarn; 12. Netze; 13. Souchong;
14. "Nervi; 15. Import; 16. Erlau; 17. E'dam;
18. Norbert.
Undank dars uns nie entmutigen, Gutes zu tun.
M
MlE
masi
B
BjE
S1M
Kreuzworträtsel.
Rätsel.
Die Nase, vruchstuckausgabe.
Wal, Aar, Los, Dom, war, Els, 31m, Sud, Ice, Elm, Reh.
Waldmeister.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom Redakttonsttsch«
Das Kind spricht...
Hans, dem man soeben mitgeteilt hat, daß Zwillinge angekommen sind, eilt voller Freude auf die Straße und erzählt dort feinen Freunden voller Stolz. „Aetsch, wir kriegen heute Kinder, zwei sind schon dal"
•
Hildegard hat mit ihrer Mutter eine Badeanstalt besucht. Beim Fortgehen verabschiedet sie sich von der Badefrau: „Auf Wiedersehen, es war wunderschön. Wenn wir wieder schmutzig sind, kommen wir wieder."
Ein Gewitter zieht herauf, und es donnert stark. Da fällt der Mutter ein, daß sich ihr Vierjähriger ganz allein im anderen Zimmer befindet. Bestürzt eilt sie hin und reißt die Tür auf. Aber der Kleine fitzt ruhig vor seinem Baukasten, und als er das erschreckte Gesicht der Mutter sieht, ruft er: „Mutti, den großen Krach eben habe ich aber gar nicht gemacht!"
Eine Bekannte der Mutter foinmt zu Besuch und fragt das vierjährige Söhnchen. „Du hast also ein lleines Schwesterchen bekommen?" „3a. ein ganz kleines Ding ist es", entgegnet der Knabe mit altfluger Miene. „Ra. und freust du dich nicht darüber?" „3ch möchte lieber, daß es ein Jung« wäre," lautet die Antwort, .bann können wir zusammen mit Murmeln spielen." „Run, fo tausche doch daS Schwesterchen um und laß dir ein Brüderchen fckenken!" Rolf denkt einen Augenblick nach und dann sagt er bekümmert: „Das geht nicht mehr, wir haben daS kleine Ding schon vier Tage gebraucht."
Das Begräbnis.
Ern nichttalentierter Schauspieler pflegte in seinen Mußestunden mit ebensoviel Talent zu malen und die fertigen Bilder mit Stolz und Zufriedenheit seinen Freunden zu zeigen. Eines Tages traf er den Kunstkritiker einer Tageszeitung und schleppte ihn zu sich hinaus. Vor einem großen Bilde blieb er selbstgefällig stehen: „Weißt du, was dies darstellt? ... Das Begräbnis von Lovis Corinth, gemalt von mir. Nun? Deine Meinung?"
„Weißt du, sehr schön/ antwortete der Freund, „doch es wäre noch schöner gewesen, dein Begräbnis, gemalt von Lovis Corinth. („Lust. Blätter".)
Lllrich 37, 3unghans Gebr. 84. Karlsruher Maschinen 35, Lahrneyer 108, Lechwerke 100, Mainkraft 103,75, Metallgescllschaft 108, Rütgerswerke 77,5, Schuh Berneis 39, Siemens L Halske u. 125,5, Voigt & Haffner 72,5, Wayß Ä Freytag 105,5, Badischer Zucker 58,25, Stuttgartzucker 60. Rachbörse: Farbenindustrie 173,5. Disconto 125,37.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 21. Mai. Die letzte offizielle Börse vor dem Fest eröffnete ihren Verkehr mit nicht allzu großer Unternehmungslust. Allerdings vermochten schon gestern nachmittag, in Llebereinstimmung mit dem ziemlich erholten Amerika, sich die Preise für Weizen gleichfalls befestigen. Diese Bewegung fand heute eine stärkere Auswirkung als Liverpool mit neuerlichen Steigerungen eröffnet. Weizen hatte stärkere Rachfrage, doch mangelt Angebot vollständig. Roggen fand Anregung durch stärkere Frage nach Roggenmehl, das Angebot seitens des 3n- landes bleibt aber gering. Gerste unverändert still, Hafer behauptet, obwohl verfchiedentlich die Konkurrenz des Auslandes sich bemerkbar macht. 3m Lieferungsgeschäft traten besonders umfangreiche Käufe für Herbstmonate zu Tag. 3uli und September wurden etwa 2,50 Mk. fester. Es notierte pro Tonne: Roggen (märf.) 176 bis 181, Sommergerste 187 bis 200, Gerste (inländ.) 169 bis 182, Hafer (märt.) 197 bis 208: pro Doppelzentner: Wei enmehl 36,75 bis 39,50, Roggenmehl 25 bis 26.50, Weizenkleie 10,50 bis 10,60, Roggenkleie 11,50 bis 11,75, Viktoriaerbsen 33 bis 43. kleine Speiseerbsen 25 bis 26. Futtererbsen 20 bis 25, Peluschken 20 bis 23. Ackerboh en 22 bis 24. Wicken 28 bis 31. Lupinen (blau) 12 bis 13, Lupinen (gelb) 15 bis 16.50. Serradelle (neu) 38 bis 44. Leinkuchen 18 bis 18.20, Rapskuchen 13,90 bis 14, Trockenschnitzel 9 80 bis 10,20, Sohaschrvt 19,40 bis 19,50, Kartvffelflocken 16,10 bis 16,30.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 23. Mai, abends 6 bis 10*/, Uhr: Tie Walküre. Montag, 24., abends 7 bis 10 Uhr: Der Lpernball. Dienstag, 25., abends 71/, bis 10*/, Uhr: Don Juan. Mitwoch, 26., abends 7 bis IO1/, Uhr: Carmen. Donnerstag, 27., abends 8 bis O3/* Uhr: Salome. Freitag, 28., abends 7*/, bis 10 Uhr: Das Rheingold. Samstag, 29., abends 7 bis 10 Uhr: Der Opernball. Sonntag, 30., abends 51/, bis gegen 10*/, Uhr: Siegfried.
Schauspielhaus. Sonntag, 23. Mai, abends 8 bis nach 10 Uhr: Der Kreidckrcis. Montag, 24., abends 8 bis 93/t Uhr: Der fröhliche Weinberg. Tienstag, 25., abends 8 bis 10 Uhr: Krieg der Frauen. Mittwoch, 26., abends 8 bis 91/, Uhr: Schnitzler-Einakter: Prolog zu Anatol — Abschiedssouper — Komtesse Mizzi. Donnerstag, 27., abends 8 bis nad) 10 Uhr:» Weh dem, der lügt. Freitag, 28., abends 8 bis 10*/, Uhr: Der Bauer als Millionär. Samstag, 29., abends 8 bis 10 Uhr: Brennende Erde. Sonntag, 30., abends 8 bis nach 10 Uhr: Weh dem, der lügt.
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