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Im Sonderzug nach Baden-Baden.

liebem Grün und Blüten prangenten Berg» ft raße, grüßten uns die ersten Sonnenstrahlen, die sofort alle Wettersvigen verdrängten- Nach­dem der 3ug Weinheim. Friedrichsf e Id

und Karlsruhe passiert hatte, sah man in der Gegend von Rastatt die Höhen des Schwarzwaldes. Rach firmer 3et hatten wir Baden-Oos Passiert, und Baden-Baden, die Perle des Schwarz Waldes, tief eingebettet im

die Erlebnisse des Tage- an unserem geistigen Auge vorüberziehen liehen, gedachten wir dank­bar der Stadt- und Kurverwaltung für ihr weit­gehendes @ntgegeufonunen, das es uns ermög­licht hatte, die Schönheiten dieses Weltbades Urnen zu lernen, ohne, zu tief in den Geldbeutel greisen zu müssen, Mnd auch der Reichsbahn ge­bührt Anerkennung, gibt sie doch durch die Ein­legung derart billiger Sonderzüge jedermann Ge­legenheit. die Schönheiten und Sehenswürdig­keiten der deutschen Heimat kennen und schätzen zu lernen. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß die Fahrt ohne Störungen und ohne nennens­werte Verspätungen glatt verlief: Pünktlich 12.30 nachts waren wir wieder in Gießen.z.

Gewährung freien Eintrittes zum Kurkonzert, zur Besichtigung der Prunksäle des Kurhauses, der staatlichen Bäder- und Trinkhallen-Anlagen und der römjschen Dadruinen gewährt. Diese Sehens­würdigkeiten boten viel Interessantes und Reues.

Als wir gegen 8 Ahr daS gastliche Baden- Baden verliehen und während der Heimfahrt

Gießener Wochenmarttprcise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfunde Butter 200 bis 210 Pf.: Matte 35 bis 40; Käse 50 bis 140; Wirsing 30; Weiß­kraut 25 bis 30; Rotkraut 30; gelbe Rüben 20; rote Rüben 20; Spinat 35 bis 50: Mischge- müse 35; Feldsalat 100: Zwiebeln 25; Meer­rettich 40 vis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 50; Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln 4 bis 5; 2Ipfel 1b bis 30; junge Hahnen 120 bis 140; Suppen-

Schwere. graue Regenwolken bedeckten Himmel, als am Sonntagfrüh der Sonder­zug nach Baden-Baden von Gießen ad- suhr. Mit gemischten Gefühlen traten die Gieße- ncr Teilnehmer die Fahrt an, und die Besorgnis verstärkte sich, als nach kurzer Fahrt in der Gegend von Bad-Rauheim dicke Regentropfen an'den Wagenfenstern herunterliefen. Wir gaben ober trotzdem die Hoffnung auf günstiges Wetter nicht auf und sollten auch nicht enttäuscht werden. 3n Butzbach, Bad-Rauheim, Friedberg und Vilbel schlossen sich weiter» Teilnehmer an, doch waren diese Orte mit durchschnittlich 25 Personen nicht zahlreicher vertreten als Gießen. Eine erheblich stärkere Teilnehmerzahl stellten erst Frankfurt und Darmstadt; hier wurden die letzten Plätze beseht. Im ganzen nahmen etwa 500 Personen an der Fahrt teil

Während der Fahrt, entlang der tn herr­lichem Grün und Bluten prangenden Berg-

Take, lag vor uns.

Zum Empfang des Sonderzuges batten sich mehrere Herren bt-8 Verkehrsamtes Baden-Baden eingefunden, die bemüht waren, durch Verteilung von Tagesprvgrammzetteln. Führungen usw. den FahrtteÜnehmern einen angenehmen Empfang zu bereiten. Gegen Vorzeigung der Fahrkartezahlte man für die Bergbahn-Fahrt nach dem Merkur und für Benutzung Ser Straßenbahn nur halbe Preise. Von dem Aussichtsturm des 700 Meter hohen Merkur bietet sich ein prächtiger Rundblick aus die Höhen des SchivarzWaldes und die Rhein- ebene; hier offenbart sich dem Auge ein selten schönes Stückchen Erde, in dem beschaulichen Be­trachter einen unvergeßlichen Eindruck hinter­lassend. Weitere Vergünstigungen wurden durch Gewährung freien Eintrittes zum Kurkonzert, zur Besichtigung der Prunksäle des Kurhauses, der

Kinder in Bäder entsandt werden. - Das Krankenhaus ist durch einen Anbau be­deutend erweitert worden. Dazu wurde noch ein Altersheim geschaffen.

bL Sech-Helden, 21. April. Hier wurde eine Po st Hilfsstelle mit Telegraphenbetrieb neu eingerichtet. .

Driedorf, 21. April. S)ter wird zur Zeit an der Kanalisation einiger Straßen- *üge gearbeitet. Erwerbslose Ortseinwohner ver­richten die Arbeiten, die aus Mitteln der produk­tiven Erwerbslosenfürsorge gefördert werden, als Notstandsarbeit. Es ist sehr erfreulich, daß auf diese Weise dem arbeitslosen Teile unserer Ein­wohnerschaft in diesen schweren Zeiten eine Ver­dienstmöglichkeit geboten wird. Als weitere große Kommunalaufgabe steht die Errichtung eines neuen Schulhauses bevor. Dieses soll drei Klassen und die Wohnungen für drei Lehrer ent- halten, ferner soll darin em Bai) einaerichtet wer­den. das in erster Linie für die Schulkinder be= immt ist, außerdem aber auch von den Einwohnern benutzt werden kann. Das Haus wird mit Dampi- hehung versehen werden. Die Baukosten dürften sich ans etwa 100 000 Mk. belaufen. Die Ausfüh ning der Arbeiten soll vergeben werden, sobald die Regierung den Bau genehmigt hat.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M.. 21. ApriL, Der 27jährige Schneider Fritz Reinhardt aus Dillenburg versteht es meisterhaft, e t n - und auSzubrechen. Er befand sich in Mn- tersuchungsyast, weil er 28 Schaukästen er- b r och s-n und ausgexaubt hatte. Er ver­steht es aber auch meisterhaft, fernenRheumatismus und sein angebliches Magenleiden hinzustellen, daß er immer wieder aus dem Antersuchungsge- sängnis m der Krankenhaus kommt. Kaum dort, benützt er die passende Gelegenheit und rückt aus. So geschah es kürzlich zum dritten Male. Er konnte nimnwfcr wieder festgenvmmen toer­ben unb schon war er wieder mit einem Brech­eisen und sonstigen Ginbrecherwerkzeugen ver­sehen. Einen erbrochenen Schaukasten in der Frie- benSflraße, wobei eine große Zahl guter Selbst­binder gestohlen wurde, seht man auf sein Konto. Von der Kriminalpolizei wurde das 23jährige Dienstmädchen Magaretha Müller aus Griesheim a. Main festgenommen. Die Müller hat unter falschen Ramen. Anna Weber, Anna Decker geb. Weber unb (Sauna Eisemann hier unb auswärts Diebstähle ausgeführi. Die Müller ist 1,55 biS 1,60 Meter groß. Be­sonderes .Kennzeichen: rechtsseitig ins Auge fal­lender Ducke!. Der Verwaltung des städ­tischen Schwimmbades gelang es bank der Aufmerksamkeit des AussichtSperfdnals, eine Diebin festnehmen zu lassen, die schon seit Wochen im Frauenschwimmbad in der raf­finiertesten Weise Diebstähle m den Ankieide- zellen ausführte, wo sie es auf nicht verschlossene Wertsachen der Badegäste abgesehen hatte.

Hühner 120 bi» 140; das Stück. Äur 10 bis 11; Blumenkohl 60 bi» 200; Salat 30 bis; Salai- gurfen 120; Lauch 10 bis 20; Sellerie 20 bis 70; das Bund: Radieschen 20 Pf.

Mainzer Httse für Studenten.

Zum Besten der Gießener Stu- deuten Hilfe fand am Sonntag abend in Ma i nz in der Staothalle ein Fruhlingsfest statt, das sich eines ungemein guten Besuches zu er­freuen hatte. Heber den Verlauf der 'Veranstal­tung berietet uns ein So.idervericht aus Mainz: Aus der Fülle des Gebotenen seien die mit per­lender Koloratur wiedergegebenen Gesänge von SrL Anny van Kruyswyk vom ^ranifurter Opernhaus besonders heroorgehoben. Stürmticher, anhaltender Beifall lohnte die Künstlerin für den gebotenen Kunstgenuß Auch Robert vom Scheidt vom Opernhaus Frankfurt a. M hatte sich der guten Sache zur 'Verfügung gestellt unb erfreute mit feinem mächtigen, wvhltluigenoen Bariton durch die Wiedergabe desAve Maria' von Plüttemann, der Schlußansprache des H«ns Sachs aus den .Weistersingem", sowie der Arie des Bombardon aus demiSoLmen Kreuz" von Brüll. Am Flügel war Kapellmeister S ch a ck e r. Die Männerchöre stellte der Mainzer Lie­de r k r a n z unter Leitung seines umsichtigen Dirigenten Dr. August Hillier in ge­wohnter Vollendung. Eine Augenweide bot em Frühlingsreigen, ausgeführt von der Ballet- schule Senzer, bie allerliebste Figuren mit ihren Schülerinnen auf bie Bühne stellte. Den Prolog ausBajazzo" wußte Privaldozent Dr. Earl H e y 1 a n d aus Wiesbaden mit schönem Stimm­material wiederzugeben. Den musikalischen Teil hatte die Kapelle Albers übernommen. Se. Magnifizenz der Relwr der Landesuniversi- tät Gießen, Prof. Dr. B ü r k e r, dankte in einer Ansprache in erster Linie all den edlen Menschen­freunden, die sich um das Gelingen der 'Veran­staltung verdient gemacht, um dann u. a. folgen­des auszuführen:Was heißt denn eigentlich die Gießener Studentenhilse? Was gab ihre Ver­anlassung? Alles hat die Rachkriegszeit ver­ändert. 'Besonders der Mittelstand hat ungeheuer gelitten und sich dis beute nicht erholt. Sie lollten die Menge der Gesuche sehen um Ermög­lichung des Studiums gerade aus diesen Kreisen, und Sie sollten sehen, unter welch schwierigen Mmständen mancher Student mit einem kleinsten Wonatsivechsel auskpmmen muß. Auf derSchö­nen Aussicht" in Gießen erstand im Jägerhaus ein Studentenheim, in welchem die Möglichkeit geboten ist, den mit irdischen Glücksgütern we­niger bedachten Studenten das Leben angenehm zu gestatten. Unb dies ist ein bringendes Be­dürfnis. das Studium darf nicht zurückgehen, beim die Wissenschaft bringt die Welt stets weiter vorwärts. Was wird sie uns noch in der Zukunft bieten? Eine peinliche Ordnung in der Ratur, denn auf der kleinsten Moleküle ist das Sonnensystem aufgebaut. Unb blicken wir hin. wohin wir wollen, stets wirb bie Menschheit burch bte Wissenschaft gefoltert Auch im Kriege hat biese Unglaubliches geleistet. Wir totffen nicht, ob unter den heute bartenden Studenten eine kommende Größe steckt. Was hat die Gie­ßener StudentenßUfe alles aufzuweisen: eine Studentenspeisung in zwei Heimen, ein Wohn­haus mit 47 Betten. Ferner ist da eine Wäscherei, Gärtnerei, Schuhmacherei, Druckerei, ein Arbeits­und Wohnungsamt, sowie eine Leihbücherei. Sie tun ein wirklich gutes Werk, wenn Sie diese studentischen Einrichtungen unterstützen. Die Industrie und die Landwirtschaft können uns in der gegenwärtig herrschenden wirtschaftlichen Krisis weniger Helsen. Heißer Dank also allen denen, die uns ihre werttätige Hilfe zukommen lassen. Ich schließe, intern ich alle anwesenden alten Gießener Stutenfen bitte, sich von ihren Sitzen zu erheben und mit mir einzustimmen in ein dreimaliges Hoch auf die Stadt Mainz." Ein der schönen Veranstaltung anschließender Ball hiell die Teilnehmer noch bis zur vor­gerückten Stunde zusammen.

Die hessischen Landessteuern 1926

Born Presseamt beim hessischen Staatsministe­rium wird uns geschrieben:

In diesen Tagen beginnt die Zustellung der Steuerbescheide über Landessteuern für das Rechnungsjahr 1926. In diesen Bescheiden sind staatliche Grundsteuer, Gewerbesteuer und Sonder- Qebäubefteuer zusammengefaßt Die nähere Prüfung der Bescheide wird ergeben, daß die Grundsteuer gegen das Borjahr unverän­dert geblieben ist (zerlegt im Vorjahr in 4 Raten, künftig in 6 Raten).

Die Gewerbe st euer wurde bisher nur zum Teil auf Grund von Steuerbescheiden erhoben; dazu kamen noch weitere Zahlungen in Form von Zu­schlägen zur Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer. Diese verschiedenartigen Anforderungen fallen künf­tig weg. Für das Rechnungsjahr 1926 ergibt sich die Gewerbesteuerschuld einzig und allein aus dem Steuerbescheid. Die Höhe der Gewerbesteuer ist ins­gesamt gegen das Vorjahr ebenfalls unver­ändert

Die S o n d e r - G e b ä u d e ft e ue r ist im Zu­sammenhang mit der Heraufsetzung der Mieten er- höhl worden. Außerdem aber ist zu beachten, daß ein Teil dieser Steuer von dem Gemeindesteuer­bescheid auf den Staatssteuerbescheid übernommen morden ist, und zwar aus folgendem Grunde: Be­kanntlich wird ein gewisser Teil des Aufkommens aus dieser Steuer zum Wohnungsbau verwendet. Bisher wurden diese Baugelder zum Teil durch den Staats- und zum Teil durch den Gemeinde- fteuerbefdjeib angefordert; vom 1. April 1926 an erscheinen sie jedoch nur noch auf dem Staats- steuerbescheid, und jroqr auch insoweit, als sie bis­her in der Gemeindesteuer enthalten waren. Dem­entsprechend ist bestimmt, daß die Gemeinden mit Kreis und Provinz z u sa m m e n ab 1. April 1926 höchstens einen Sondersteuersatz von 69 Pf. be­schließen dürfen, während zuletzt die Gemeinden allein 80 Pf. ober mehr erhoben. In den Gemem- den, die die Sondersteuer in dem bisher zulässigen Maße ausschöpften, wird die Gemeinde-Sonder- steuer für das Rechnungsjahr 1926 also niedriger sein als im Vorjahr. Schließlich sei rnltgeteilt, daß die für den 1. Mai 1926 in Aussicht stehende (Ein­führung der vollen Friedensmiefe keine Er­höhung der staatlichen oder der Gemeinde-Sonder­steuer mehr im Gefolge haben soll.

Aus -cm Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsoerkündigungsblatt R r. 3 2 vom 20. April enthält: Wiederbelebung der Bau- wittschaft. Maul- und Klauenseuche in Akten- Duseck, Beuern und Lumda. Aufnahme in die gewerbliche Fortbildungsschule. Dienstnach­richten.

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für Öre Redaktion bestimmten Mittei­lungen. Lösungen usw. sind zu richten an bie Schachrebaktton tes ..Gießener Anzeigers".

Problem Nr. 58.

Don A. EorriaS.

(1. Preis m einem Turnier teS ..Piccolo Scacchifkn".!

Schwarz.

a b c d e t o H Weiß.

Weiß zieht unb seht in drei Zügen matt. Weiß: 7 Steine Ke7, Db2, Tb4, Ba4, c3, g6. h2. Schwarz: 6 Steine Ke5, Bb5, Bd2, Bd5, Be3. Bf5.

Partie Nr. 44.

Gespielt in der sechsten Runde des Paul- Schellenberg-Gedenfturniers am 10. April zu Dresden.

Sizilianisch.

Weih: L. Steiner.

Schwarz: A. Rimzvwttfch.

I. e2-e4 1. c7-c5

2. Sgl f3 3. Sb8-c6

3. Sblc3 3 e7-e5

Eine eigenartige Behandlung der siziliani­schen Partie von selten Rirnzowitschs. mit der er jedoch in den letzten Turnieren Erfolg hatte. Gebräuchlich ist hier e6 nebst späterem d6. Rim- zowitsch wandelt eigene Pfade.

4. Lfl -c4 4. d7-d6

5. h2-h3? Wozu dieser Tempoverlust? 5. d3, Lg4 6. Le3 war richtiger

5?.... 5. Lc8-e6

6. d2-d3 6. Lf8-e7

7. 0-0 7. h7-h6

8. Sc3-d5 8. Sg8-f6

y. Sf3-h4

Weih läßt sich zu einer verfehlten Kom­bination hinreihen, welche schließlich zum Vorteil von Schwarz entet.

9 9. Sf6xd5

10. e4xd5 10. Le6xd5

11. Sh4-f5 . .

Hierdurch glaubte wohl der Weihe in Vorteil zu kommen, jedoch gerate das Gegenteil ist ter Fall.

11..... 11. Ld5xc4

12. d3Xc4 12. g7-g6

Fehlerhaft wäre natürlich 12..... 0-0, wegen

13. Dg4!

13. Sf5xh6 13. Dd8-d7

14 Ddl-d5 14. Sc6-d8

Gin sehr feiner Zug.

15. Lcl-e3 15. H-f5

16. Sh6-g8 16. Le7-h4

17. g2g3 17. Dd7 e6

18. Tal-dl 18. Th8xg8

19. g3xh4 19. ß-f4

20. Le3xf4

Da nach 20. Lei ein trostlos verlorenes Endspiel entstehen würde, entschließt sich der An­ziehende nolgct'nmqcn zu diesem Opfer.

20..... 20. De6xd5

21. Sdlxd5 21. e5xf4

22. Td5xd6 22 Ke8-e/

Schwarz hat natürlich ein mühelos gewönne

nes Endspiel.

23. Tfl-dl

24. Td6-d7+

25. Td7-c7

26. Tdl-d6

27. Tc7-b7

28. Kgl-g2

29. Tb7xa7

30. Kg2-fl

31. Kfl-el

32. Td6xb6

23. b7

24. Ke7-f6

25. Sd8-e6

26. Tg8-h8

27. Th8xh4

28. Ta8-h8

29 Th4xh3

30. f4 f3

31. hi8-H4

32. Th4-d4

Dufgegeben.

Losung des Problems Ar. 58. Don Ä. CorriaS.

1. Db2-bl, ß-f4 2. Dbl-e4+ etc.

I...... e3-e2 2. Dbl-gl! etc

1......d2-dl (D) 2. Dblxdl etc.

Eine richtige Lösung zum Problem Ar. 56 erhielten wir von Herrn Prof. W.. hier.

Die Narrenkappe.

Splitter unb Sparren vom RebakttonSttsch.

Der Irrtum.

Was, Sie stehlen Löffel aus meinem Lokal, und das nennen Sie einen Irrtum? Wie meinen Sie denn das?"Ich dachte, es wäre Silber!

Starkes Skück.

Ihr Papa lebt und webt doch im Sport", sagt der junge Mann bewundernd.Manchmal leider nur zu sehr", erwidert die Tochter.Letzten Sonn­tag schlief er in der Kirche ein, und als Ich Ihm einen gelinden Puff gab, wachte er auf, gähnte, sah nach der Tafel mit den Liedernummern und rief dann so laut, daß es jeder hören mußte:Mein Gott, nur drei Starter!"

Die kalte Schuller.

Knasterbach war unsterblich verliebt in die bildschöne Alice, die als Redakttice an einem Modeblatt wirkte. Mit jugendlichem Feuer schrieb er ihr:

Mm das Eine bitte ich Sie, liebes Fräulein Alice. Lassen Sie ein Winkelchen in Ihrem Herzchen frei für Ihren

Ihnen stets treu ergebenen Knasterbach.

Darauf traf umgehend ein Zettelchen folgen­den Inhalts ein:

Ich bedauere lebhaft, Ihrem Anerbie'en wegen Raummangels nicht näher treten zu können."

Kalauer.

Der Dampfer befand sich auf dem Weg nach dem PiräuS.

Auf dem Promenadendeck fast Margot, in ein Buch vertieft. Ein Herr trat hinter fit.

Darf man fragen, gnädiges Fräulein, waS Sie da lesen?"

Kathinka, die Fliege."

Aber gnädiges Fräulein, das heißt doch Gulenberg nach Athen tragen! (Lust. DL)

Kirche unb Schule.

Lutherische Tagung in Giehen.

Erster lag.

hr. Gießen, 20. April. Die lutherischen Konfe­renzen beider Hessen hatten zu einer lutherischen Tagung in Gießen eingeladen, die heute nachmittag im Saale der Johanneskirche eröffnet ward, und die eine recht gute Beteiligung aufzuweisen hatte.

Nach gemeinsamem Gesang der drei ersten Verse des Lutherliedes von der festen Burg gab Pfarrer Nebel (Laubach), der Leiter der Versammlung, Auskunft über Zweck und Absicht der Tagung im Anschluß an das Schriftwort Psalm 20,6:Wir rühmen, daß du uns hilsif, und im Namen unseres Gottes werfen wir Panier auf, der Herr gewähre dir alle deine Bitten." Nicht um eine Vermehrung der zahlreichen Kongresse und Zusammenkünfte handle es sich, nicht um eine Heerschau und nicht um Seelensängerei, sondern um nichts weiter, als dos Panier des lutherischen Bekenntnisies aufzuwerfen, nicht um unserer, sondern um Gottes Ehren willen.

Nach Gebet und gemeinsam gesprochenem Vater­unser trat man in die eigentlichen Verhandlungen ein. Profesior D. Procksch (Erlangen), der über die Annen Gottes", d. h. über die soziale Frage im Alten Testament hatte sprechen sollen, war durch Krankheit verhindert; in letzter Stunde fprang Ge­heimrat Professor D. Kon Stange (Göttingen) ein und sprach über den ,.G o t t e s g I a u b e n Luthers". Nachdem der Redner zunächst die Auf- fasiung, nur der Masse nach unterscheide sich die lutherische Lehre von der katholischen, der Unterschied sei also ein quantitatiuer, als falsch abgelehnt und ge­zeigt hatte, daß die Einigungsbestrebungen zwischen oen Lehren der verschiedenen Konfessionen nur das Ergebnis gezeitigt haben, daß die Gegensätze sich noch vergrößerten und daß der Versuch auf theo­logischem Wege immer mißglücken musie, da die Gegensäße sich nicht auf eine einzelne Lehre, son­dern stets aus das Ganze beziehen und der Gegen­satz zwischen Katholizismus und evangelischem Ehristentum durch alle Fragen hindurchgeht, es sich nicht um zwei verschiedene Schulen, sondern um verschiedene Lebensformen handelt, erläuterte er den Gottesglauben Luthers m seiner Verschiedenheit von dreierlei Vorstellungen: 1. Don der römischen Vorstellung von Gott: Wenn im kacholischen Dogma Gott als das höchste Sein, das vollkommenste We- sen oder die vollkommenste Substanz bezeichnet wird, so hat das mit Gott mehr oder weniger nichts zu tun. 2. Don der philosophischen Darstellung von Gott: wenn wir aber von rationalen Erwägungen ousgehen (wie man zur Erkenntnis Gottes ge­langen oder das Dasein Gottes beweisen kann), so würben wir höchstens den Begriff Gottes, die Mög­lichkeit Gott erreichen, nie aber die Wirklichkeit Gott. 3. Don auherchriftllcher Dorstellung über Gott, die Gott lediglich aus den Werken der Schöpfung erkennen will. Demgegenüber Hal Luther betont

daß das Organ der Gotteserkenntnis lediglich das Herz ist, Gotteserkenntnis ist nur möglich, wo es ein inwendiges Leben gibt, und wenn wir zu Gott kommen wollen, müßen wir selbst innerlich lebendig werden. Alle Religion lebt im Gebet, dieses muß daher Ausgangspunkt und Ziel aller Religion fein. Das innere Leben des Menschen als Basis allen Erkennens ist die neue Entdeckung Luthers, die sich als dynamisches Prinzip in der Geschichte der ganzen neueren Philosophie geltend gemacht hat Inhaltlich bedeutet diese Erkenntnis, daß das innere Leden allein das Organ Ist, um Gott zu erfassen. Das Bewußtsein aus dem eigenenIch" ist nicht mög­lich ohne das Bewußtsein des göttlichenDu". Die Erkenntnis unserer Sünde führt uns hin zur Ge- meinschaft mit Gott, zu dem .Du mit mir . Allem in unserem Herzen entsteht der Glaube an Gon.

Rach dem eineinviertelstündlichen Dortrag setzte eme rege Aussprache ein, an der sich General- superintendenten D. Dettmering (Kassel), Prof. W e i d e n b a ch (Gießen), Pfarrer Hickel (Darm­stadt), Superintendent Landau (Marburg!, Pfar­rer Heinzerling (Rüsselsheim) und Pfarrer Ramge (Rendel) beteiligten und die den Vor­tragenden zu mehreren Entgegnungen oder Ant­worten hervorrief. Erst gegen 6.30 Uhr konnte der Leiter die Versammlung schNeßen.

Am Wend fand ein Gottesdienst in der Johanneskirche statt, bei dem Generalsuperinten­dent D. Dettmering (Kassel) über Luk. 2-1, 28 bis 31 (Emmaus-Jünger) predigte. Die Liturgie hatte Pfarrer AusfeId übernommen, der Kir- chengefangoereln Gießen sang dasEhre fei Dir, Ehrsite" aus der MatthSusposfion von Schütz, ferner dasErholt uns Herr, bei deinem Wort" nach dem Bachfchen Satz und das Abend­lied von SchlettererLieber Herr, gib deinen Segen".

Kunst unb Wissenschaft.

Hesien-Aasiausiches Wörterbuch.

Ueber die Arbeiten am Hessen-Nassauischen Wör­terbuch im Jahre 1925 berichtet in den Sitzungs­berichten der Preußischen Akademie der Wissen­schaften Professor Dr. Wrede in Marburg: aus dem Bericht ist u.a. zu entnehmen: Das Berichts­jahr ging in gleichmäßiger Arbeit dahin, seitdem die Akademie und die Provinz Ihre vertraglich verein­barten Zuschüsse wieder aufnehmen konnten. Die ausgesandten Fragebogen und MUekarten kamen pünktlich und mit reichem

sie ausgefunt gebührt 2)anf ^andjerlel private Ein- für dieses Jahr, Dazu traten^ s Martin,Studien sendunaen. Das Buch oof Fürstentums Waldeck Sur Dialektgeoaraphie bCes ftrei(c9 Frankenberg' und des norduchen Teils xv Marburg 1925) gab (Deutsche Dialektgeographie '^uch dos Waldecker die erfteullche Seranlaßu^(rr an^gdebem; dor- Land unserem Wörterbuchs unterstützien bat und tige Dortrage des Verfasse