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Rr. 93 Erster Blatt
17b. Jahrgang
Donnerstag, 22. April 1926
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesse»
vnitk und Verlag: vrühl'sche Universitätr-Vuch- und Zteindruckerei K. Lanze in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: §chnlttratze 7.
strenge Zurückhaltung gegen umstürzlerische Bewegungen. Im „Lokalanzeiger" heißt es, was Generaloberst von Geeckt in den verflossenen 6 Zähren für den Aufbau und die moralische Kräftigung unseres kleinen Heeres geleistet hat, wird immer unvergessen bleiben. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt, die Entente versuchte beharrlich. Geeckt zu beseitigen. Die Kommunisten und die Parteien der Linken wollten ihn stürzen und auf der Aechten war man auch nicht mit ihm zufrieden. Das alles läßt den Schluß zu. daß er der rechte Mann an seinem P o st e n ist. Das „Berliner Tageblatt" nennt Geeckt eine der stärksten und bedeutend st en Persönlichkeiten, die den Mut hatten. Deutschland aus dem Chaos zu neuer Ordnung hinüberzuleiten. Dir „Boss. Ztg." schließt ihren Artikel über Geeckt- Alle seine militärischen Leistungen werden gekrönt von der Arbeit, die er im Frieden für den Wiederaufbau seines Baterlandes leistete, dem er einst aus der Höhe prunlvoller Macht dienen durste. Er ging mit der Reichswehr in trüber Zeit dem deutschen Volke auf dem Wege der Pflicht voran.
Der Chrenhainsürdie Gefallenen
Berlin, 24. April. (WB.) Dem Reichs- Ministerium des Znnern gehen für den in Aussicht genommenen Ehrenhain für die Gefallenen im Weltkriege außerordentlich zahlreiche, inhaltlich wertvolle Vorschläge zu, die in erfreulicher Weise das lebhafte Interesse zeigen, dem die Ausführung des Plans in weiten Volkskreisen begegnet. Bei der großen Fülle der Zuschriften ist die Beantwortung einer jeden nicht möglich. Selbstverständlich werden alle Vorschläge von den dazu berufenen Stellen geprüft. Der zur Vorbereitung der Denkmalsfrage bestehende Ausschuß von Reichsratsmitgliedern tritt im Laufe der näch- ft en Monate wieder zusammen, um der Angeles eich eit einen weiteren Fortgang zu geben und insbesondere zu dem dann vorliegenden Bericht des Reichskunstwarts über das Ergebnis seiner Desichtigungsreifen Stellung zu nehmen.
DieStudienkommMondesVölkerbundes
Eine Debatte im britischen Oberhaus. — Die Instruktionen Lord Cecils.
Annahme von Anzelae» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
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Dr. Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriol; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Füstel, sämtlich in Gießen.
)rograiilm
*r Senders.
o-Umsckau".)
rr. April.
les Hausorchesters: Ne« Die Lesestunde: Aus den iiichen Revolution von 5 bis 6.45 Uhr: ,.Er^' i Mgelegenheilen als lqreich-n AgelWhes, Zen-und griWmfc. e des SüdwestdeW-n -Stereoatustischel Rund«
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Gießener Familienblätter Heimat im Bild
Die Scholle.
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London, 21. April. (WTB.) Lord Parmoor und andere sraaten heute im Oberhaus, wStche Instruktionen die britischen Delgierten für die Studien- tommission des Völkerbundes erhalten werden. Lord Robert Cecil antwortete für die Regierung. Lord Parmoor habe die Zusammensetzung der Stud.en- kommission kritisiert, weil sie nicht unpartei- i f ch sei. Jedermann habe eine vollständig unparteiische Kommission gewünscht. Aber es gehe über das menschliche Vermögen, eine solche zu schassen und sie dabei zu einer einflußreichen Körper- schäft zu gestalten. Wenn die Kommission eine ein- slußreiche Körperschaft sein sollte, dann müßten in ihr Vertreter einiger oder oller einflußreichen Mit- glicder des Völkerbundes sitzen. Wenn Parmoor angeregt habe, daß man nichts unternehmen sollte, ehe Deutschland Mitglied des Rates geworden ist, so bedeute das, daß er keine Sitzung abhallen könnte bis nach der nächsten Vollversamm- lung.
Deutschland habe sich für die Ernennung der Studienkommission als das beste Wittel zur Beseitigung der Schwierigkeiten eingesetzt.
Es sei dies einer der Gründe gewesen, der in Deutsch- land für die Entsendung eines deut- skpen Delegierten in die Studienkommission geltend gemacht worden sei. Zwei Fragen bedürfen der Prüfung. Die erste sei die der st ä n d i g e n Mitglieder. Wenn man in dieser Frage den Grundsatz aufgeben wolle, daß nur die Großmächte ständige Mitglieder sein sollen, so müsse man eine andere, ebenso klare und für die Zukunft ebenso zuverlässige Regelung an ihre Stelle setzen. Andernfalls bestehe keine Möglichkeit, dem Anspruch dieses oder jenes Landes auf einen Sitz im Rat Wider- stand zu leisten. Für feine Ausdehnung beständen keine Grenzen. Die Kommission werde die Frage zu prüfen haben, inwieweit und in welcher Form das von verschiedenen Bölkerbundsmitgliedecn vorgeschlagene Rotationssystem zuzulassen sei.
Auf die Frage Lord Parmoors, ob beabsichtigt sei, der britischen Delegation fest umrissene 3n ft ru Mionen zu geben, erklärte Lord Cecil:
Die Regierung habe den frühest möglichen Augenblick für den Antrag Deutschlands aus Ausnahme in den Völkerbund und in den völ- kerbundsrat gewünscht und stehe fest auf dem Standpunkt, daß nichts unternommen werden dürfe, wodurch das TBirffamrocrben des deutschen Antrages beeinträchtigt werden könnte.
Es wäre am besten, wenn Deutschland als Mitglied des Rates die volle Verantwortung für jede weitere Veränderung im Rat über seine eigene Ausnahme hinaus zu tragen hätte. Cecil erklärterer halte auch jetzt noch an dieser Auffassung nm-ydcück- lich fest. Aber er wolle nicht so weit gehen zu behaupten, dah die englische Regierung sich verpflichtet habe, keine weitere Veränderung in Erwägung zu ziehen, ehe Deutschland Mitglied des Rates ist. Die Vertreter Englands werden an den Beratungen der Kommission frei von allen Bindungen oder Erklärungen teilnehmen, die seitens Englands hinsichtlich der Ratsmitgliedschaft abgegeben worden sind. Cecil erklärte, er glaube, es bestehe keinerlei Gefahr, daß Spanien sich in dieser Angelegenheit irgendeiner Täuschung hingebe. Obwohl es für ihn persönlich eine Entlastung bedeuten I
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Aufwertung und Volksentscheid.
Berlin, 21. April. (WIB.) Amtlich. Rach Reichsrecht ist der weg der volksgesctzgebung insofern beschränkt, als über den Haushaltspla.i, über Abgabengesehe und Besoldungsordnungen nut hc Reichspräsident einen Volksentscheid veranlassen kann. Damit sind auch Eesetzcnt- würfe der bezeichneten Art dem Volksbegehren entzogen. Dies ist geschehen, weil derartige Gesetze nicht aus dem Zusammenhang mit den gesamten SHkr- und wirtschostsplänen Herausgenom mcn werden können. Die vor und während her Geldentwertung begründeten Rechtsverhältnisse sind im Auswertungsgesetzund im Gesetz über A b - lösung öffentlicher An leihen aeordm-t. Der Gesamtkomplex dieser Gesetze bedingt maßgebend den Haushalt des Reiches, den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden, wie überhaupt das gesamte öffentliche Finanzwesen Lr ist insbesondere die Grundlage unserer Währung. Solche Gesetze müssen, wenn nicht hie ganze deutsche Wirtschaft auf das oert'ängnisüo!*,'c erschüttert werden soll, den Haushaltsplänen und den Abgabegesetzen gleich geachtet werden. Bei sinngemäßer Auslegung des Artikels 73 Abs. 4 der Reich s- versassung müssen daher Gesetze, die die Folg-n b-r Geldentwertung regeln, hinsichtlich der VolksinIH-i- lioe den gleichen Bestimmungen unter- roorfen sein, wie Gesetzentwürfe, die den h a n y- haltsplan und die Abgaberegelung unmme! r zum Gegenstand haben. Zur Vermeidung von Zweifeln hat die Reichsregierung beschlossen, den gesetzgebenden Körperschaften einen Gesetzentw irs vorzulegen, durch den klargeslellt wird, daß c: i Volksentscheid über Gesetzentwürfe, die die $-.■>'gen der Geldentwertung regeln sollen, nur dur , den Reichspräsidenten veranlaßt werden kann.
Durch diese Regeluna wird die Frage der A r- einandersetzung der Länder mit den ehemals re^'-'- renden Fürstenhäuser und damit das bereits sch>oe- benbe Volksgefehgebungsverfahren nicht berührt.
Das
Abfindungskompromiß.
Annahme des Artikels 1 im Rechts« ausschnh.
Berlin, 21. April. Der Rechtöausschuß des Reichstages setzte die Aussprache über den Kompromißentwurf für die Fürstenabfindung scri. Zu Beginn der Sitzung ergab sich, daß in dem gestrigen Pressebericht ein s i n n e n t st e 11 e n- der Druckfehler unterlaufen ist. Der 03?r- sitzende Abg. Dr. Kahl (Dtsch. Dp.) hat ni.v.t gefagt, daß sich über den sozialdemokrat \ > n Vorschlag, die Richter des Sondergerichts durch den Reichstag wählen zu lassen, reden ließe, sondern gerade im Gegenteil, daß sich darüber überhaupt nicht reden lasse.
Abg. Dr. Hanemann (Dlschnatl.) wiederholte den früheren deutschnationalen Antrag, wonach ein Senat des Reichsgerichts mit zwei Parteimitgliedern als Sondergericht eingesetzt werden soll. Außerdem wurden zwei Eventualanträge gestellt. Die Annahme von -e- nigstens einem dieser Anträge sei für die Deutsch- nationalen conditio sine qua non für ihre Zustimmung zu dem Gesetz.
2lbg. Dr. Rosenfeld (S.) begründete demgegenüber nochmals seinen Enteignungsantrag und behauptete, daß die Fürsten sich bereits genen eine Enteignung gesichert hätten. Der Kron- Prinz insbesondere habe eine besonders schöne O3illa am Lago maggiore gepachtet.
Abg. Dr. Wunderlich (Dvp.l hält gerade die Derufsrichter für geeignet, in Sondergerichten zu wirken. Den deutschirationalen Antrag unterstützt auch der Redner, wonach vier von den weiteren Mitgliedern des Sondergerichts und deren Stellvertreter Mitglieder des Reich, ge- richts, die vier anderen Mitglieder von ober' en Derwaltungsgerichten, obersten ordentlichen Gerichten. des Reichsfinanzhofes oder des Reichs- wirtfchaftsgerichtes sein müssen.
Abg. v o n Richthofen (Dem.) hält die deutsch nationalen Anträge für unannehmbar.
Olbg. Dr. Bell (Z.) ist der Ansicht, daß sich die sozialistischen Anträge mit dem pavla- mentarischen System rind der Reichsversassung in Einklang bringen lassen.
2k^g Hamve (Wirtsch. Vqg.) wie erholt seine Ansicht, daß es am besten wäre, wenn ein Senat des Reichsgerichts zum 6 anher gerieft bestellt werden würde Die parlamentarischen Ünf'r- suchungsavsschüsse seien unfähig zu einer geordneten ilTrtcrfucfung.
3n der Abstimmung wurde der § 1 des Kompromisses in unveränderter Fassung angenommen. Dafür stimmten die Vertreter des Zentrums. Der Deutschen Volks- Partei und der Wirtschaftlichen Vereinigung. Dagegen stimmten die Völkischen und Kommunisten. Der Stimme enthielten sich die Deullchnationol-i, und die Sozialdemokraten. Ein Vertreter der Bayerischen Volkspartei war bei der Abstimmung im Ausschuß nicht anwesend.
Es folgte die Aussprache über den H 2 des Kompromißentwurfes, der die Zuständigkeit des Reichssondergerichts regelt. Die Abstimmung über den § 2 wurde auf Donnerstag vertagt. Preußen und bas Kompromiß.
“Berlin, 21. April. (Privatmeld.) Die Racht- auägabe deS „Tag" weiß von neuen Schwierigkeiten m der Frage des Fürstenkompromisses zu berichten. Der preußische Finanzminister soll mit Unterstützung der demokratt-
Generaloberst v. Seetht.
Zu feinem 60. Geburtstage am 22. April 1926.
Generaloberst v. Seeckt, der Chef der Heeresleitung, besten Verdienste um den Aufbau unserer Reichswehr ungewöhnliche sind, feiert am 22. April 1926 feinen 60. Geburtstag. Er ist am 22. April 1866 ZU Schleswig geboren und stammt aus einer alten Soldatenfamilie, fein Vater war der General der Infanterie z. D. Richard o. Seeckl, der von 1890 bis 1897 als General der Infanterie das 5. Armeekorps führte und Chef des Inf.-Regts. Rr. 16 war. 2ie Familie v. Seeckt ist alten fchwedifch-pommer- fchen Ursprungs.
Generaloberst Hans o. Seeckt ist am 4. August 1885 in das deutsche Heer eingetreten, und zwar in das Garde-Grenadier-Regiment Rr. 1 (Alexander). Am 5. Januar 1887 wurde er zum Leutnant befördert und behielt diese Charge 7 Jahre. 1894 wurde er Oberleutnant. Drei Jahre später erhielt ereinKommandozumGroßenGeneral- st a b und wurde 1899 zum Hauptmann im Großen Generalstab befördert. In dieser Stellung blieb er drei Jahre. Im Jahre 1902 wurde er zur Truppe versetzt und zum Kompagniechef im Füs.- Regt. Nr. 39 in Düsseldorf ernannt. Zwei Jahre später erhielt er wiederum ein Kommando zum Großen Generalstab, wo er am 17. November 1906 Zum Major befördert wurde. Drei Jahre war er dem Großen Generalstabe beigegeben. Im Jahre 1909 wurde er zum Generalstab des 2. Armeekorps versetzt. Nachdem er 3 Jahre in dieser wichtigen Stellung gebient hatte, wurde er im Jahre 1912 zum Bataillonskommandeur in Karlsruhe ernannt. Am 4. April 1913 erhielt er feine Beförderung zum Oberstleutnant und im selben Jahre wurde er der Chef des General st abes des 3. Armeekorps. Im Jahre 1915 erhielt er den Rang eines Obersten und wurde noch im selben Jahre zuech Chef des Generalstabes des Annee-Oberkommandos 11 und etwas später ChefdesGeneralstabes der Heeresgruppe Mackensen, mit der er alle die Kämpfe dieses Jahres mitmochte. Gleichfalls 1915, und zwar am 26. Juni 1915 erhielt er bereits 6 Monate nach (einer Ernennung zum Generalmajor. Eine bedeutsame Stellung war ihm im Jahre 1916 Vorbehalten, wo er als Generalstabschef zur 7 t und k. Armee kommandiert wurde. Dieses Kommando bedeutete den Uebergano zu einer noch bedeutsameren Stellung, die er im Jahre 11'17 erhält, wo er als Chef des mit uns verbün- beten türkischen Feldheeres nach der Türkei kom- manbiert würbe. Er hatte bereits am 24. Mai des Jahres 1915 für feine Verdienste im Felde den Orden Pour le wärite erhalten und bekam am 27. No- vember desselben Jahres das Eichenlaub zum Orden Pour le_m6rite. 1918 endlich wurde er zum Chef des türkischen Großen Hauptguar- i i e r s ernannt, so daß er die letzten drei Kriegsjahre seine hervorragenden Gaben hauptsächlich unseren Verbündeten widmete, wo er an leitender Stelle dazu beitrug, die günstige Kriegslage auf diesem Kriegsschauplätze zu schaffen, die bis zum Schluß des Krieges nicht erschüttert werden konnte.
Nach dem Kriege stellte er sich mit gewohnter Pflichterfüllung feinem Lande zur Verfügung und "wurde im Jahre 1919 im Armee-Oberkommando Grenzschutz Nord zum Chef des Generalkommandos ernannt. Kurze Zeit später bekam er die Ernennung zum Chef des Allgemeinen Truppenamts. Nachdem er am 16. Juni 1920 zum Generalleutnant befördert war, wurde er im selben Jahre Chef der Heeresleitung, eine Stellung, in der er sich die größten Verdienste um Deutschland und seine Reichswehr erwarb. Er wurde bereits am 1. Oktober 1920, also kurze Zeit nach seiner Ernennung zum Generalleutnant, zum General der Infanterie befördert und in Anerkennung feiner hervorragenden Verdienste, bic er sich um die deutsche Reichswehr erworben hatte, am Neujahrstage des Jahres 1926 vom Reichs- Präsidenten v. Hindenburg zum Generalobersten ernannt.
Generaloberst v. Seeckt hat von dem Tage an, ba er im Jahr 1920 zum Cbef der Heeresleitung ernannt wurde, fein ganzes Augenmerk darauf gerichtet, aus dieser neuen deutschen Truppe, die sich nach ganz ungewohnten Methoden infolge des Der- (ailler Friedensvertrages zusammensetzte, ein Heer aufzubauen, daß den deutschen Grundsätzen und An- idjauungen von einer tüchtigen Reichswehr ent- • prirfjt. Die alte Möglichkeit, das Heer nach den Grundsätzen der Wehrpflicht zu formieren, war oer- hoten worden. Die Truppe mußte deshalb durch Werbung aufgebaut werden und es ist klar, baß im Anfang des Bestehens der Reichswehr sich allerlei unbrauchbare Elemente mit einbränqtcn. Darum beftanb die erste Aufgabe des neuen Organisators barm, eine strenge Auswahl, sowohl unter den Führern als auch unter den Mannschaften :u treffen. Im Offizierskorps mußte der alte deutsche "eist lebendig bleiben, der feit Jahrhunderten unser 'leer zu der gefürdjtetften Waffe der Welt gemacht bat. Auch die Mannschaften mußten wieder an 3ud)t und Ordnung gewöhnt werden, zumal die ’tänbigen Unruhen, durch die bas beutsche Volk da- nals zerrieben wurde, geeignet waren, ungünstig iuf den Geist der Leute einzuwirken. 2fber auch liefe Aufgabe wurde von Seeckt glänzend gelöst, •nit eiserner Faust verstand er es, alle politischen Bestrebungen von der Reichswehr fernzuhalten und "ie zu einem militärischen Organ zu gestalten. Das cschah natürlich-nicht von heute auf morgen. Aber >a systematischer Arbeit ist es ihm gelungen, im -aufe der Zeit die Reichswehr tatsächlich zu einer iber allen Parteien stehenden nur den Interessen Jes Vaterlandes dienenden Truppe zu machen. Wie fort der Einfluß der Offiziere und der energische Ville des Chefs der Heeresleitung auf die unterstellten Truppen war, geht daraus hervor, daß es tereits nach einigen Jahren möglich war, aufs neue praße Manöver abzuhalten, an denen alle Divisionen bülnahmen. Man darf nicht vergessen, wie schwierig
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lrankentasse erhebt seit wn den Arbeitgebern rage zur Erwerbslosen- Ugemein besannt, dah i- die mit dem Arbeit- iemeinschast leben, »-flicht befreit Ils eine Erwerbslosen- chl erhalten. Es bedarf Erklärung, dah häus- zu welchem Zweck besser Allgemeinen Orts- toerben. Der deshalb die seinen Hausange- ommen, fülle ein For- eitgeber unb Arbeil- ift. Derwev-eri einer
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Prof. Dr. tzbrl.
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irtigen Angelegenheilen geben, da hierbei vieler- zu ziehen sind, die von rden können. Erkundigen i Aufwertungsstelle oder zelegenheit unterliegt zur i Prüfung und Festste!» ■ Vorarbeiten dürste in sein. Dann werden wir veröffentlichen.
würde, wenn er an Händen unb Füßen gebunden nach Genf ginge, so würde es doch keine günstigen Folgen haben, wenn von vornherein bekannt wäre, daß die britische Regierung in jeder Frage ihre Ent- scheidung gefällt habe und daß es zwecklos fei, sich auf Erörterungen einzulassen. Ein Ergebnis könne nur im Wege von Vereinbarungen er- zielt werden.
Die Besatzungsfristen.
(Shantbedain über die (^rfüllun^ der deutschen (Kutwaffnttttgsverpflechtunfien.
London. 21. April. (WB.) Im Unterlaufe fragte Ponsonby (ßabour Party), ob dem Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten die von Wilson, Clemenceau unb dem damaligen Premierminister Englands am 16. 6. 1919 unterzeichnete Erklärung bekannt fei. wonach die Alliierten für den Fall, daß Deutschland vor Ablauf von 15 Jahren ausreichende Gewähr für die Erfüllung seiner Verpflichtungen geben sollte, bereit sein würde, üntereinanber eine frühere Beendigung der Rheinland besetzung zu vereinbaren. Ponsonby fragte weiter, ob die Regierung, nachdem die Botschafterkonlerenz gegenüber dem VölkerbundHrat feftgefteili habe, daß Deutschland seine Entwa'ffnungsverpflichtung erfüllt hat, bereit sei, nunmehr eine Abkürzung der Besehungsfristen vorzuschlagen.
Chamberlain erwiderte: Der Fragesteller zitiert die Erklärung der Botschafter-Konferenz vom 6. März d. 2s. versehentlich falsch. Sie hat nicht erklärt, daß Deutschland seine Verpflichtungen hinsichtlich der Entwaffnung e r- füllt hat. 2hre Feststellung bedeutete etwas anderes.
Um irgendwelche Einwände gegen die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zu verhindern, hat die Bolschasterkonserenz erklärt, daß, soweit sie in Betracht komme und noch ihrem besten Dissen Deutschland effektive Garantien für feine ehrliche Absicht zur Ersültung seiner vertraglichen Verpflichtungen bietet Es besteht ein beträchtlicher Unterschied zwischen dieser Feststellung und den befriedigenden Garantien für die Erfüllung der deutschen Vervslichtunaen gemäß der ErNärung vom 16. Juni 1919.
Ponsonby muß mir i ie Bemerkung gestatten, daß ich mir keinen ungünstigeren Augenblick denken kann, um eine so weit reichende Diskussion zu veranlassen.
Wedgwood fragte, ob die in der Erklärung von 1919 niedergelegten Grundsätze zur Durchführung gebracht würden, sobald die in der Erklärung erwähnten Bedingungen zur Zufriedenheit der britischen Regierung erfüllt werden, unb ob tatsächlich die britische Regierung sich noch an die 1919 abgegebene Erklärung halte. Chamberlain antwortete: Die Erklärung von 1919 war eine Erklärung über bie damals be - stehenden Absichten der drei Regierungen. Es war keine Erllarung, auf die sich die deutsche Regierung zu berufen ein Recht hat.
dies Unterfangen dem Ches der Heeresleitung gemacht worben war, denn unter dem Zwange des Friedensvertrages sind diese Manöver nur in einem geringen Umfange möglich, besonders was die Verwendung großer Kriegswaffen anbetrifft. Es fehlen bie Flieger, bie Tanks, die schwere Artillerie unb bie Minenwerfer. Aber bedeutsam ist bie Tatsache, daß zum erstenmal wieder in größerem Verbände geübt werden konnte, ein Vorzug, der unsere Reichswehr bekanntlich bei der geringen Stärke unserer Garnisonen im allgemeinen nicht genießt.
Auch für bie Versorgung der Truppen ist Generaloberst v. Seeckt zu jeder Zeit eingetreten. Und so wurde z. B. vor kurzer Zeit bie Ergänzung des Wehrrnachtsoerorbnungs-Gesetzes geschaffen, das den Mannschaften nach 12jähriger Dienstzeit Aussicht auf Versorgung bietet. Auch gegenüber den sog. I M. K.^K. hat Generaloberst o. Seeckt immer mit Würde, Sachkenntnis und Energie den deutschen Standpunkt vertreten. Er hat dafür gesorgt, daß die Militärkontrollkommission einen richtigen Eindruck von der Art und dem Werk unserer Reichswehr erhalten, zumal sich Generaloberst o. Seeckt immer aufs strengste an die Vorschriften des Versailler Friedensvertrages hielt, soweit bie Reichswehr dabei in Betracht kommt. Auf diese Art hat Generaloberst v. Seeckt sowohl nach innen als auch nach außen vorsorglich und organisatorisch in vorbildlicher Weise scwirkt unb bie Reichswehr zu dem gemacht, was ie heute ist, nämlich zu einer geordneten, kräftigen unb disziplinierten Truppe.
Der Chef der Heeresleitung im Spiegel der Berliner Presse.
Berlin, 22. April. (WTB.-Funkspruch.) Die Berliner Blätter nehmen den heutigen 60. Geburtstag des Generalobersten von Seeckt zum Anlaß, seine Tättgkeit an der Spitze der Reichswehr eingehend zu würdigen. Die „Kreuzzeilung" schreibt. Generaloberst von Seeckt kann an seinem 60. Geburtstage mit stolzer Befriedigung auf das überparteiriche Machtmittel Hilfen, das er der Staatsgewalt im Reichsheer zur Verfügung^ gestellt hat. Die „Deutsche Tageszeitung" rühmt seine unerschütterliche Ruhe und


