Ausgabe 
21.12.1926
 
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Rr. 298 Drittes vlatt

» rwnoaow

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) macMMBKl MtmnaBMVMUW »1» IIBUWIMI ,

Dienstag, 2b Dezember 1926

Wirtschaft.

Von den Schlachtviehmärkten.

An d:n Schlachtvichmä.kt.m der vorig:» Woche erivhr di. ^lirfhag: 6a allen Gattung.n eine Besserung, d.e nammtlich bri Ää.b.rn und Schufen d-s Bud p,:g?: ü;e Le; QkrvDd) U>cfc;it- lich beeinflußte. D c Pre s: waren bei Rindern nur ganz geringfügigen Schwank ngen unter- toorlcn; bei Kälber:, war die Pre.sb.ld.mg stark uneinheitlich, es üderwogen aber zum Teil recht beacht.ich: - Preis r.)öhungen. tf.ir ccßife lagen die Preise stet g, für Schweine knapp be­hauptet. Die Auft.iebe-zeiten wiesen nur bei Käi- bern eine ftäriere Z rnahme auf.

Auf den nach'.e):nden Märkten wurden für

1 Pfund Lebendgewicht

in P en ng not:

ert:

Rinder

Kalber

Schale

Schweine

Berlin

18-61

45-83

33-53

63-77

Bremen

20 - 58

50-93

40-50

62-75

Breslau

17-63

45-74

26-56

62-77

Chemnitz

20-63

55-60

35-45

60-78

Dortmund

23-63

50-95

33-45

60-75

Dresden

23-t2

52-86

32-57

(6-82

Düsteldorf

20-64

45-85

62-76

Elberfeld

20-62

50-85

65-77

Esten

23-60

50-115

30-48

65-77

Frankfurt M.

20 61

60-81

28-43

65-79

Hamburg

17-63

34-92

25-53

60-75

Hannover

45-59

40-85

20-48

60-76

Husum

--

Karlsruhe

20-59

60-70

30-40

72-80

Kastel

20-62

43-63

63-82

Kiel ,

17-50

33 1 ro

24-52

45 7 >

Köln

20-63

42-100

30-46

60-78

Leipzig

26-62

42-80

28-57

65-80

Magdeburg

20-57

40- 125

30-46

60-78

Mannheim

14-60

50-77

33-45

60-77

München

19-58

48-72

56-72

Stettin

18-55

30-83

60-75

Stuttgart

13-60

60-79

56-79

Zwickau

15-56

50-70

30-52

70-80

Eine neue 50-Mill. >Rm. -An­leihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandesi Wie d:r DHL. erfährt, ist dem Deutschen S;arEa,f:n- unj Giroverba nft unter dem 15. Dezember 1926 die Genehmigung zur Aufnahme einer Inlandanleiye bis zum Be­trage von 5J 000 C00 Rm. durch Ausgabe van Schuldverschreibungen auf bin Inhaber erteilt worden. Der Erlös ter Anleihe ist zur Defchaf- fung der Mittel zur Gewährung langfristiger Darlehen an die d.m Deutschen S^arcafsen- und Giroverband angesch!ossen:n Mi'.gliLderverbän : mit ihren Bankanstalten, an die diesen satzungs- mäßig gleichgestellten Decbände und Anstalten, sowie an sonstige deutsche Kommunalverbände bestimmt. Die Berzinsung der Atleihe erfolgt in halbjährlichen Terminen, am 2. Januar und 1. Juli jeden Jahres, mit I Prozent jährlich, die Tilgung mit 1 Prozent jährlich zuzüglich ersparter Zinsen, stärkere Tilgung oder Gesamt­rückzahlung vom 2. Januar 1932 ab bleibt seitens des Verbandes Vorbehalten. Die Rückzahlung wird zu ICO Prozent bewirkt.

2-Millionen-Mark-An leihe der Stadt Hanau. Don der S abt Hanau a. M. werben 2 Millionen Mark Iproz. Anleihe zu 92'/, Proz. begeben. D.e Anleihe ist tilgbar ab 1. Januar 1928 mit jährlich 2 Proz. plus er­sparter Zinsen. Derstä kie Lüg mg und Gesamt- fünbigung ist vor dem 1. Januar 1932 ausge­schlossen. Die Anleihe soll an der Frankfurter Börse zagelassen werden.

D i e Insolvenzen der ersten De­zember-Hälfte. 3n ter ersten Dezember- hälf.e zeigt so rohl die Zahl der Konlurse, wie die der G:schäf.saussicht:n eine erhebliche Ab­nahme, und zwar sind vom 1. bis 15. Dezember 197 Konkurse neu eröffnet worben gegen 474 im ganzen Dormonat. Reu verhängt würben 51 Geschäftsaussichten gegen 117 im ganzen Dormonat.

frankfurter Börse.

Frankfurt a. M. 21. Dez. Tendenz: ruhig, im Derlauf schwächer. -- Reue Momeme traten für bie Börse heule nicht zutage. Das Geschäft ist bebeu.enb ruhiger geworben, ba die be­vorstehenden Feiertage nicht zu neuen Engage­ments anregten und eher zu Glattstellungen Deranlas.ung gaben. Zu Beginn zeigte sich ledig­lich für einige Spezialwerte des Mon­tan-, Banlen- und Chemiemarltes einiges Inter­esse zu erhöhten Kursen, was mit der glatten llebertoinbung des gestrigen Zahltages und des leichten Gelbstandes begründet wurde, während die übrigen Qlf ienmär.t? stark vernachlässigt blie­ben. Don Montanwerten gewannen an­fangs bie Werte der Rhein-Elbe-Ülnion etwa 1,5 Prozent, Mannesmann 2,25 Prozent. Am Banken markt zogen Dresdner um 25 Pzt. u. Darmstädter um 2,13Pzt. an, während Eom- merzbani 1,25 Pzt. schwächer eröffnete. Auch Mit­leid. Lredlt leicht abgeschwächt. Arn 6;emiemarft befestigten sich I. G. anfangs um 2 Prvz. Clek° troaktien rußig; Siemens unverändert, da­gegen Lahmeyrr plus 0,75 Pro;, AEG. plus 1,5 Proz. Petroleumwerte gut behauptet. Die Werte der Metallbankgruppe konnten sich weiter befestigen. Schiffahrtsaktien gehalten. Zellstoffaktien kaum verändert. Süddeutsche Zuckeraktien zeigten rückläufige Tendenz, des­gleichen Auto- und Maschinenwerte. Heimische Anleihen blieben stark vernachlässigt und schwächten sich im Verlaufe ab. Don fremden Renten lagen Türkenwerte naeßgebenb. Der Freiverkehr hatte stilles Geschäft. Growag 70 Proz., -Ufa 35 Proz. Im weiteren Derlauf wurde infolge der herrschenden Geschäftsstille die Tendenz nachgebend. Größere Ber­liner Abgaben, die den hiesigen Markt belasteten, drückten auf bie Kurse, so baß die favorisierten Werte 2 bis 3 Prozent nachgaben I. G. Farben notierten 315,5 Prozent nach 318.75 Prozent. Am Geldmarkt ist bie Lage leicht. Tages­gelb 5,5 bis 5,75 Prozent. Im Devisen­verkehr lagen Paris und Mailand gegen London fest mit 123 bzw. 107. Die Reichsmark war unverändert. London-Kabel 4,85* ,«.

Berliner Börse.

Berlin, 21. Dez. Die Kursfestsetzung erfolgte heute etwas verspätet. Infolge Materialknappheit zogen die Aktien der Mitteldeutschen Kre­ditbank nach ihrem gestrigen Sprung um weitere 5 Prozent und Commerzbank um 4 Prozent, die übrigen Werte dieser Gruppe bis 2 Prozent an. Größere Nachfrage bestand nach Hypothekenbank­

Aktien. Eine Ausnahme bildeten Berliner Handel, die 4 Prozent abbröckelten. Die von den beteiligten Santen als unwahr erklärten Fusionsberichte konn­ten die Hausse st immung für deutsche Großbank-Aktien nicht beeinträchtigen Die übrigen Aktienmärkte waren infolge dieser Spezial- bewcgung stark vernachlässigt und zeigten nur un- bedeutende Kursbewegung. Die Tendenz war nicht ganz einheitlich, im ganzen aber gehalten. Freund­lich lagen einige Montan- und Ä a I i a M ie n , während Schiffahrtsaktien eher zur Schwäche neigten. I. G. Farben eröffneten mit 317 bis 318 Prozent nur wenig verändert. Am Geldmarkt ergaben sich keine neuen Gesichts- punkte. Tagesgeld stellte sich auf 4 5 bis 6 Prozent und war dem Bedarf entsprechend ausreichend an- geboten. Die Sätze für Monatcgeld betrugen unver­ändert 7 bis 8 Prozent. Warenwechsel mit Groß­bank-Giro 4L Prozent, wobei das Angebot sehr groß gewesen sein soll. 21 m Devisenmarkt no­tierte der Dollar international fest Die fRci.-b mark stellte sich gegen Kabel auf 4 2018. Paris und Mai­land lagen gegen das Pfund mit 129 bzw. 106,25 fest. Spanien konnte gegen das Pfund mäßig an­ziehen auf 31,72.

Borlennme.

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Berlin

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Deutsche ^?ertb. Dollar An!

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Berliner Handelöaescllschast.

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Diskonto i'ommanbit ...

174

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Dresdner 'Jt mf .......

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Miitcldcut'che Kreditbank . .

165

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Deutsch tturemburg......

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171.62

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Wclfculirdjcucr Bergwerke.

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174.5

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Kaliwerke Äscherslebe.i....

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Noliwerk Westeregeln.....

164.5

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76.75

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135.9

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Äl>ciiiische Braunkohlen . . .

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Nlieinstahl...........

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103

Berrinicite Stahlwerke....

117 5

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147.5

finniburq Anierila Paket. . .

165 5

164 25

165

16.1.4

Norddeutscher lilono ...

167,75

164,25

166

163

lLherainische Werke Albin . .

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/tcmcnliucrr Heidelberg . . .

1.9 75

Philivv Holunaun ....

162

163

Anglo (Tont Guano .....

-

-

109,12

(Lheiuischc Mäher Alaptn. . .

-

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142 9

_

141

144 75

Holjvcr>oblunn- . . .....

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7.3.5

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318 75

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iliiitgcr-werke.........

132.5

131

132

Scheid auualt .......

174

Alla. EltkirtziiälS.Gcsellschast

150.5

159 75

161.9

^'croninim .........

i

159 5

El ktr. t-'icseruugcn......

1.51 .5

1.52,75

idil und .Mrnu..... .

159

Mainkrainvcrke ........

115

Lchuckcrk...........

160

.58.7.5

160.4

Siemens L Halvke......

196.5

197

197.75

197 62

Adlcrwcrke.<7lener ......

111

111

112

111.75

Dniuiler Molaren- ......

H-S 2 5

89.25

87

69.5

Henliaenslaedt.........

öS 5

-

V'.enuin.............

53

Mannheimer Motoren ....

361

frankfurter Armniuren . . .

17

Atoiifrrueinnbrif Braun . .

59

Melallgesell chast Frankfurt.

18) 25

179,25

Pet Union A -G. ......

12i

120.5

Schnlnabrik Herz......

61

60.5

Sichel..............

45

^cllfloff Aschnfsenburg....

149

151 75

119

151,25

.stellslo i Waldbos......

-'34.75

2.i5

233.5

.33.5

Zucker abrik ftraulcnthal . .

>ai

103.5

103 75

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128

128

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

20. De;dr.

21 Te;br.

Ylnuiifflc 'Jtoti runa

Amtliche 9ioticrun2

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Brie-

oielo

Briei

Anist.. No,,

167,hl

168,26

167.79

168.21

Bu.-n.-Airck

1.726

1.730

1.727

1.731

Brü.-Aniw

51.37

58,51

58.33

58 49

Cbrisliania

105.72

106.98

105,47

105,73

-Nov.-ndaa.-i!

H1.8I

112.12

111.78

112.16

Eiockbolm

112,08

112.36

112,09

112.17

£>tlfuiqi"or5

10,56

10.60

10,555

10.595

ft tollen . .

18.87

18 91

19,OJ

19.04

London. . .

-O,:i6l

20,411

20.349

20.399

sl.'euyork . .

1.196

4,206

4,1955

4,2055

Paris. . .

16.81

16,88

16.93

17.02

Schwei; . .

61.12

61.32

61,12

M,32

Svanien .

«3,98

64.02

64.24

64.40

ftavnn . . .

2,046

2.050

2,047

2.051

Nio de ftan Dien ln D

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0.498

1.495

-.497

Ctft. abgesi

59,24

59,38

59,28

59.42

Proa - - .

12,422

12,4t-2

12,423

12,463

Belirad .

;.4j

7.42

7.397

7,417

Dudav 'i -

^,872

5,892

1,877

3,897

Bulgarien

.1.IK.5

1,04a

.>.035

3,043

Lissabon -

21 545

-1,595

21.543,

21,595

Danua. . -

11,50

11.70

81,45

61,65

Monft nun

2.107

2,117

2,11

2,12

Alben. . .

5,J4

5,-16

5 34

5 36

Canada

4,192

4,212

1 192

4.20'2

llru uan

« 26

1.27

4.26

4.27

Cairo .

20.8s

20,918

20.879

20,931

Berlin, 20 Dezvr

Geld

Brie'

4.187

4,207

58.28

58.58

111.4:

111.92

20,334

20.434

16.92

17,00

167.47

168.31

18 86

18,96

Norwrailche Noten......

105.4-

106.02

T uikch Ccficrr .5100 Sronen

J9.15

59.45

Rumaiiische 'J?otcn......

Schwedische .'loten .....

111.82

112.38

Cchw. i;er Noten .....

81.30

81.70

Svanisch Noten ......

6.1.64

63.16

Tlchechoilowaklsche Noten . .

12.395

12.455

UnoarifOjc Noten.....

5,83

5 87

frankfurter

Frankfurt a. M., 21. Dez. Es warben notiert: Weizen, Wetterauer, 29 biä 29,25; Rog­gen, inländ., 24,25 bis 24,50; Sommergerste für Drauzwecke 25 bis 26,50; Hafer, inlänix, 19 bis 19,50; Mais (gelb) 19,50; Weizenmehl, inlänb., Spezial 0, 40,50 bis 41,25; Reggenmehl 35 bis 36; Werienkleie 11,75; Roggenkiew 12; Erbien 40 bis 70 Linsen 50 bis 93; Heu, süddeutsches, gut,

trecken, 8 "5 bis 10; Weizen- und Roggrnstroh drahlgep-rcht 4,50 bis 5, gebünd. 4 b.s 4,25; Treber, getrocknet, 16,25 bis 16,50 Mk. Tendenz: Ruhig

Berliner Produklcnbörsc.

Berlin, 20. Dez. (211.) Die festeren nord- ameriken.scheu 2:vminr.o..c;ungen b.jeden hier am Weizenmarkt ohne Beachtung, da dir ar- gen.i i chen Forde.u gen e,e; n.cbrige: wa.en. Weizen von Inland ift in den Pre sen unser» ander , ledigl.ch für Dezember veeenla^trn An­dienungen Vereinzeit Deg.e'.chungen und e ne ge­ringfügige Abschwächung. Reggen ste.ig, De­zember eine Klcinigle.t ßö;e:, sonst hiel.en sich die ll.nsätze im Zeithandel in eng ten Grenzen. Gerste nie auch Hafer haben ge c ü.er ton Vor­tagen wenig geankerte Laze, bei er: Qualitäten finden Kau er, trä .end ge ine Soe e t vernach­lässigt bleiben. Don Mehlen hat Roggenmehl etwas Konsurnge'chä t. Ersatzfultersto e und Cc> faalen ruhig. Es notierten (1003 Kilogramms Weize^, märkischer 235 bis 23S; Roaacn 231 6 s 232: Sommergerste 2 7 bis 215: Wintergerste 192 bis 205, Ha'er märkiscker, '7 > bis 185: M'.is, loro Bert n 191 bis 137; (103 Kilogramm): 05: - zenmehl 34 50 bis 37 75; OLogzenmehl 32,25 bi.* 31,25: Wei enk.'e'.e 13: Roggenk'e c 11,83 bis 12' Vik o.iaerbsen 51 bis 61; flc nc Spci'e- erbsen 31 bis 33; Fu tererose i 21 bis 24: 'Tc- luschlen 2322; Ack:r o'.nen 21 bis 22' Wicken 22 bis 24: Lupine7, blau 14 bis 15; Lupmen, reib 14.50 bis 15; Serradelle neu 21 bi3 23 c0- Rapsluchen 16,40 bis 16 50: Le'n'nchen 21 biS 21,30; Trockenschnihel 9.00 bis 9,30.

Buntes Allerlei.

Wovon darf man sich unterhalten?

Die Saiion der Eelelllchasten ist in vollem Gange, und für viele ist es dabei eine wichtige Frage, wovon man sich unterhalten soll. Man klagt ja leit langem, daß die Nunst des Gesprächs heute nicht mehr gepflegt werde, und da i die Menschen nicht meßt zu plaudern verstehen Die einen machen die Nüchternheit unseres Lebens, die andern einen oft zutage tretenden Mangel an Bildung Dafür verantwortlich. Die Elanz'age i)er .Salons" des Rokoko und der Diedermei rzeit haben allerdings einen Höhepunkt der Gefprächskunst geschaffen, der uns heute unerreichbar erscheint. Wenn wir uns aus der trockenen Wiedergabe in Büchern das Wunder der Plaudereien Dergegentoättiqen, wie sie im Strebe der französischen Enzyklopädisten ober in der .guten Stube" der Rahel gam und gäbe waren, so erstaunen wir noch jetzt über das Feuer­werk des Witzes, dieMannigfaltigkeit der Interessen, die Eleganz der Form, die sich hier entfalteten. Aber mann kann n'chl von jedem bedangen, daß er ein Genie der geistreichen Konversation ist, wie es der Abbe Galiani, Doltaire oder Duclos waren, und außerdem tst auch der Gesprächsstoff der Mode unterworfen Wer heute in einer eleganten Gesell­schaft sich über den Preis des Getreides ober bie Wunder der Sternenwelt verbreiten wollte, wie es im 18. Jahrhundert Mode war. würde sich nur lächerlich machen. Man plaudert heute von Dingen, die man früher nicht kannte oder verpönt hätte. Eine der führenden Damen der englischen Gesellschaft, Lady Fihroy Stewart, gibt einige Winke über bie Themen, die gegenwärtig in einer Gesellschaft am liebsten behandelt werben. Wenn babei auch bas englische Inleresie hervortritt, so bürsten boch ihreAngabeneine gew>sieAllgemeingultigleit haben: .Sie Hauptgespräche von heute," schreibt sie, .sink) Toilette, Bridge, Tanz, Auto, Rennen, Börienge- schäfte unb Politik in kleinen Mengen; dazwischen fließt hie und da ei nWort ein überKunst.Musik,Bücher, Reifen, Zeitungen, Möbel unb Gartenkunst. Diese Mischung wirb gewürzt mit ein bißchen Klatsch von Hochzeiten, Scheidungen unb Todesfällen Rur kühne und sichere Plauderer werben sich an Themen wagen, bie au-erßalb dieser Grenzen liegen. Zu den verbotenen Stoffen gehört das Wetter, bann Religion, und solche Dinge, wie Ehemänner und Kinder Dienst- boien unb anbere häusliche Einzelheiten Die ®e- sunbheit wirb nicht länger verpönt, feitbem man nach Kalorien sich die Rahrung zuwiegt unb bie .schlanke Linie" so offen besprochen wird. Es gibt auch heute noch geistvolle unb witzige Plaubcrer. Was aber bas Rivcau bet Konversation herab- fefit, das ist die geringe Sorgfalt, bie man aus ben sprachlichen Ausdruck verwendet. Der Jargon bringt von der Straße immer mehr in ben Salon, unb es gibt sogar Damen, bie etwas barin suchen, mög­lichst viele gewöhnliche Ausdrücke zu verwenden. Zu London führen meist bie Herren bie Unter­haltung, währenb in Frankreich bie Damen die besten Plaudermnen sind. Für bie (Stau aber ist bie Kunst des Zuhörens mindestens ebenso wichtig wie bie bes Sprechens, unb manche wird burch bie Fähigkeit, interessiert und aufmerksam zu lauschen, mehr Erfolg haben als durch eigene Redekunst."

Der Maker desSpleenS".

Am 19. Dezember 1851 fanb man in der Düsternis des Londoner Revels in der Rikhe der Themse einen Toten, der zunächst für unbekannt galt, bis sich herausstellie, daß es der berühmte Maler William Turner war. Run wurde ein prunkvolles Begräbnis veranstaltet und dem er­lauchten Künstler alle Ehre angetan, bie eine Ration zu vergeben hat. Er erhielt seine letzte Ruhestätte in der St. Paulskirche n:b;n Reynolds. In solch schroffen Gegensätzen, wie sie sich hier beim Tobe offenbarten, ist auch das Leben dieses Malers verlaufen, den bie Engländer als ihren größten Meister verehren. Als Sohn eines Bar­biers war er im dunkelsten London geboren unb hat nie eine richtige Schulbildung erhalten. Er konnte selbst nicht einmal ordentlich Englisch sprechen, bevorzugte aber trotzdem in seinen Bil­dern mythologische und gelehrte Themen. Er war ein menschenscheuer Sonderling, dem niemand bei seiner Arbeit zuschauen durfte, und sein einziger Freund war sein Vater, der alte Barbier, der sein Geschäft hatte aufgeben müssen, nachdem die Perücken durch bie Pubersteuer unmobetn ge­worden waren. Er hauste mit dem Sohn zu­sammen. führte ihm die Wirtschaft, kochte ihm und soll ihm sogar beim Malen geholfen haben. Als er gestorben war, lebte Turner als voll­kommener Einsiedler. Er hatte unter fremdem Rainen verschiedene Wohnungen, war oft monate­lang verschwunden, ohne daß man seinen Aufent­halt wußte, war krankhaft geizig und bann wieder sehr freigebig, arbeitete, von seiner Kunst wie von einer .fixen Idee" beherrscht, mit fieber­haftem Eifer unb wollte kein's f:incr Bilder fortgeben. Die letzte Zeit seines Lebens wohnte er ganz verborgen, anscheinend in den arm­

seligsten älmständen in dem Vorort Ehelsea, hinterließ ein'Millionenvermögen, vermachte seine vielen Hunderte von Bildern unb Tausende von Zeichnungen der englischen Ration. AIS Be­dingung stellte er nur, baß Hwri kinct Dilvcr in der Rational Gallery zwischen zwei Werken von Elaude Lorrain auf gelangt würden, und dies ist auch geschehen. Der Som des düsteren, neiderfüllten Lon. on war nämlich der glühen.' tc Verehrer des Lichtn.alers Elaude unb wie be­sessen von der Sehnsucht, den my,tischen und geheimnisvollen G.anz des Lichtes in seine Schöpfungen zu bannen. D.e eigentümliche eng­lische Schru'.lenhaftigkett. die man als Spleen bezeichnet, war nicht nur das Leitmotiv seines Lebens, sondern wirkt sich auch in seiner Kunst aus. Karl Scheffler sag: z. B. geradezu: .In Turner hat sich der .Spleen" der Engländer künstlerisch verewigt."

Schosteigericht Wetzlar.

Q Vier 21.beiter ans Niederscheld waren wegen gefährlicher Körperverletzung unter Anklage. Den Angeklagten wurde zur Last gelegt, auf ber Landstraße zwischen Ober- und Nieder chelb ohne jeglichen Grund ,wei Personen über allen unb körperlich mißhandelt zu haben. Bei ihrer früheren Vernehmung bestritten alle Angeklagte ihre Beteili­gung an dem Uebersall, während bie UcborfaUer.en bei einer Gegenüberstellung einen Angklagten als ben Haupltäter bezeichneten Auch jetzt leugneten alle ihre Beteiligung, während die Zeugen einen Ange­klagten bestimmt roicbererianntcn. Das Gericht ge­langte daher zur Verurteilung dieses Angeftagten au 6 0 Mark, evtl. 12 Tage Gesängnis, während bezüglich der übrigen Angeklagten Freispre­chung erfolgte.

Ein Bahnbeamtest-Ehepaar aus Dillenburg hatten sich wegen Diebstahls bzw. Hehlerei au ver­antworten. Die Ehefrau half bei einem ihr bekann­ten Geschäftsmann in Dillenburg, ber ein Lebens- milteigefchäst betrieb, schon seit einigen Jahren im Geschäft aus unb genoß hier vollstes Vertrauen. In letzter Zeit vermißte ber Geschäftsmann versc? ie- deutlich Geld in, ber Kaste Infolgedessen wurde die Angeklagte, bie sich auch sonst durch Anschaffungen verdächtig machte, beobachtet, und er ertappte die Angeklagte zweimal, daß sie sich Geldbeträge aus der Ladenkasse aneignete. Hierüber zur Rede gestellt, legte sie auch ein Geständnis ab, daß sie schon die ganzen Jahre bas gleiche getan habe. In dem Be­streben. die Sache aus der Welt zu sckassen erbot sich die Angeklagte, durch Zahlung von 3000 Mk. bie Sache wieder gut zu machen. Dieser Betrag ist a ch tatsächlich fast restlos an den Geschädigten gezahlt worden. Der Ehemann war nun der HehleRei an­geklagt. Während bie Ehefrau geständig war. he­ft ritt der Ehemann, von den Handlungen seiner Frau gewußt zu haben, was ihm nicht zu wider­legen war. Das Urteil lautete gegen die Ehefrau wegen fortgesetzten Diebstahls auf 1 Monat ® c fängnis, gegen ben Ehemann auf Freisprechung.

Unter Ausschluß ber Oefsentlichkeit wurde gegen einen Former aus Straßebersbach wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Das Urteil lau­tete auf 6 Monate Gefängnis

Rundfunk-Programm.

Mittwoch, 22. Dezember.

3,30 bis 4 älhr: Die Stunde der Iugenb. 4,30 bis 5,45 ILjr: Konzert des Hau.orchesters: Dallerinnerungen (Alle Tänze). 5,45 bis 6.05 Die Dücherstunbe. 6,33 bis 7 stlyr: S.enographi- scher Forft.iidungslu.sus für An.äng:r unb t- geschri tene «Diktat von 83 Silben auswärts). 7 bis 7,30 ilßr:Die En wick-ung ber Arbe ter» lulturbcrcgung*', Vortrag von Eonrab Br^ß» witz. 7,33 bis 8 älhr: D.e Schachstunbe. 8 bis 8,15 Ufjr: Senckenbergvier.eltzunce.Dir Ent­wicklung des Lebens", Vor.rag von Dr. C. W. Ankel-Gießen. 8,15 bis 9 15 Uhr: älebcrlraaung aus bem Mannheimer Besprechungsraum. 9,15 bis 10,15 Uhr: Schnitzler-Abenb.

Setzte Nachrichten.

Strafantrag im Prozeß Rouzier.

Landau, 21. Dez. (WTL. Drahtmeidung.) Der französische Militärstaatsanwalt hat am Schluß seiner Anklagerede gegen den Leutnant Rouzier eine Slraie von einem Iahr Gefängnis beantragt. Bezüglich der angeHagten Deutschen stellte er die Strafbemessung dem Gerichte an­heim, empfahl jedoch, diejenigen Angeklagten, bie sich ins unbefeß c Geb et geflüchtet hätten, unb nicht erschienen leien, schwerer zu bestrafen als bie anberen.