Rr. 298 Drittes vlatt
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Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten) macMMBKl MtmnaBMVMUW »1» IIBUWIMI ,
Dienstag, 2b Dezember 1926
Wirtschaft.
Von den Schlachtviehmärkten.
An d:n Schlachtvichmä.kt.m der vorig:» Woche erivhr di. ^lirfhag: 6a allen Gattung.n eine Besserung, d.e nammtlich bri Ää.b.rn und Schufen d-s Bud p,:g?: ü;e Le; QkrvDd) U>cfc;it- lich beeinflußte. D c Pre s: waren bei Rindern nur ganz geringfügigen Schwank ngen unter- toorlcn; bei Kälber:, war die Pre.sb.ld.mg stark uneinheitlich, es üderwogen aber — zum Teil recht beacht.ich: - Preis r.)öhungen. tf.ir ccßife lagen die Preise stet g, für Schweine knapp behauptet. Die Auft.iebe-zeiten wiesen nur bei Käi- bern eine ftäriere Z rnahme auf.
Auf den nach'.e):nden Märkten wurden für
1 Pfund Lebendgewicht
in P en ng not:
ert:
Rinder
Kalber
Schale
Schweine
Berlin
18-61
45-83
33-53
63-77
Bremen
20 - 58
50-93
40-50
62-75
Breslau
17-63
45-74
26-56
62-77
Chemnitz
20-63
55-60
35-45
60-78
Dortmund
23-63
50-95
33-45
60-75
Dresden
23-t2
52-86
32-57
(6-82
Düsteldorf
20-64
45-85
—
62-76
Elberfeld
20-62
50-85
65-77
Esten
23-60
50-115
30-48
65-77
Frankfurt M.
20 61
60-81
28-43
65-79
Hamburg
17-63
34-92
25-53
60-75
Hannover
45-59
40-85
20-48
60-76
Husum
—
--
—
—
Karlsruhe
20-59
60-70
30-40
72-80
Kastel
20-62
43-63
—
63-82
Kiel ,
17-50
33— 1 ro
24-52
45 — 7 >
Köln
20-63
42-100
30-46
60-78
Leipzig
26-62
42-80
28-57
65-80
Magdeburg
20-57
40- 125
30-46
60-78
Mannheim
14-60
50-77
33-45
60-77
München
19-58
48-72
—
56-72
Stettin
18-55
30-83
—
60-75
Stuttgart
13-60
60-79
—
56-79
Zwickau
15-56
50-70
30-52
70-80
• Eine neue 50-Mill. >Rm. -Anleihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandesi Wie d:r DHL. erfährt, ist dem Deutschen S;arEa,f:n- unj Giroverba nft unter dem 15. Dezember 1926 die Genehmigung zur Aufnahme einer Inlandanleiye bis zum Betrage von 5J 000 C00 Rm. durch Ausgabe van Schuldverschreibungen auf bin Inhaber erteilt worden. Der Erlös ter Anleihe ist zur Defchaf- fung der Mittel zur Gewährung langfristiger Darlehen an die d.m Deutschen S^arcafsen- und Giroverband angesch!ossen:n Mi'.gliLderverbän : mit ihren Bankanstalten, an die diesen satzungs- mäßig gleichgestellten Decbände und Anstalten, sowie an sonstige deutsche Kommunalverbände bestimmt. Die Berzinsung der Atleihe erfolgt in halbjährlichen Terminen, am 2. Januar und 1. Juli jeden Jahres, mit I Prozent jährlich, die Tilgung mit 1 Prozent jährlich zuzüglich ersparter Zinsen, stärkere Tilgung oder Gesamtrückzahlung vom 2. Januar 1932 ab bleibt seitens des Verbandes Vorbehalten. Die Rückzahlung wird zu ICO Prozent bewirkt.
• 2-Millionen-Mark-An leihe der Stadt Hanau. Don der S abt Hanau a. M. werben 2 Millionen Mark Iproz. Anleihe zu 92'/, Proz. begeben. D.e Anleihe ist tilgbar ab 1. Januar 1928 mit jährlich 2 Proz. plus ersparter Zinsen. Derstä kie Lüg mg und Gesamt- fünbigung ist vor dem 1. Januar 1932 ausgeschlossen. Die Anleihe soll an der Frankfurter Börse zagelassen werden.
• D i e Insolvenzen der ersten Dezember-Hälfte. 3n ter ersten Dezember- hälf.e zeigt so rohl die Zahl der Konlurse, wie die der G:schäf.saussicht:n eine erhebliche Abnahme, und zwar sind vom 1. bis 15. Dezember 197 Konkurse neu eröffnet worben gegen 474 im ganzen Dormonat. Reu verhängt würben 51 Geschäftsaussichten gegen 117 im ganzen Dormonat.
frankfurter Börse.
Frankfurt a. M. 21. Dez. Tendenz: ruhig, im Derlauf schwächer. -- Reue Momeme traten für bie Börse heule nicht zutage. Das Geschäft ist bebeu.enb ruhiger geworben, ba die bevorstehenden Feiertage nicht zu neuen Engagements anregten und eher zu Glattstellungen Deranlas.ung gaben. Zu Beginn zeigte sich lediglich für einige Spezialwerte des Montan-, Banlen- und Chemiemarltes einiges Interesse zu erhöhten Kursen, was mit der glatten llebertoinbung des gestrigen Zahltages und des leichten Gelbstandes begründet wurde, während die übrigen Qlf ienmär.t? stark vernachlässigt blieben. Don Montanwerten gewannen anfangs bie Werte der Rhein-Elbe-Ülnion etwa 1,5 Prozent, Mannesmann 2,25 Prozent. Am Banken markt zogen Dresdner um 25 Pzt. u. Darmstädter um 2,13Pzt. an, während Eom- merzbani 1,25 Pzt. schwächer eröffnete. Auch Mitleid. Lredlt leicht abgeschwächt. Arn 6;emiemarft befestigten sich I. G. anfangs um 2 Prvz. Clek° troaktien rußig; Siemens unverändert, dagegen Lahmeyrr plus 0,75 Pro;, AEG. plus 1,5 Proz. Petroleumwerte gut behauptet. Die Werte der Metallbankgruppe konnten sich weiter befestigen. Schiffahrtsaktien gehalten. Zellstoffaktien kaum verändert. Süddeutsche Zuckeraktien zeigten rückläufige Tendenz, desgleichen Auto- und Maschinenwerte. Heimische Anleihen blieben stark vernachlässigt und schwächten sich im Verlaufe ab. Don fremden Renten lagen Türkenwerte naeßgebenb. Der Freiverkehr hatte stilles Geschäft. Growag 70 Proz., -Ufa 35 Proz. Im weiteren Derlauf wurde infolge der herrschenden Geschäftsstille die Tendenz nachgebend. Größere Berliner Abgaben, die den hiesigen Markt belasteten, drückten auf bie Kurse, so baß die favorisierten Werte 2 bis 3 Prozent nachgaben I. G. Farben notierten 315,5 Prozent nach 318.75 Prozent. Am Geldmarkt ist bie Lage leicht. Tagesgelb 5,5 bis 5,75 Prozent. Im Devisenverkehr lagen Paris und Mailand gegen London fest mit 123 bzw. 107. Die Reichsmark war unverändert. London-Kabel 4,85* ,«.
Berliner Börse.
Berlin, 21. Dez. Die Kursfestsetzung erfolgte heute etwas verspätet. Infolge Materialknappheit zogen die Aktien der Mitteldeutschen Kreditbank nach ihrem gestrigen Sprung um weitere 5 Prozent und Commerzbank um 4 Prozent, die übrigen Werte dieser Gruppe bis 2 Prozent an. Größere Nachfrage bestand nach Hypothekenbank
Aktien. Eine Ausnahme bildeten Berliner Handel, die 4 Prozent abbröckelten. Die von den beteiligten Santen als unwahr erklärten Fusionsberichte konnten die Hausse st immung für deutsche Großbank-Aktien nicht beeinträchtigen Die übrigen Aktienmärkte waren infolge dieser Spezial- bewcgung stark vernachlässigt und zeigten nur un- bedeutende Kursbewegung. Die Tendenz war nicht ganz einheitlich, im ganzen aber gehalten. Freundlich lagen einige Montan- und Ä a I i a M ie n , während Schiffahrtsaktien eher zur Schwäche neigten. I. G. Farben eröffneten mit 317 bis 318 Prozent nur wenig verändert. Am Geldmarkt ergaben sich keine neuen Gesichts- punkte. Tagesgeld stellte sich auf 4 5 bis 6 Prozent und war dem Bedarf entsprechend ausreichend an- geboten. Die Sätze für Monatcgeld betrugen unverändert 7 bis 8 Prozent. Warenwechsel mit Großbank-Giro 4L Prozent, wobei das Angebot sehr groß gewesen sein soll. 21 m Devisenmarkt notierte der Dollar international fest Die fRci.-b mark stellte sich gegen Kabel auf 4 2018. Paris und Mailand lagen gegen das Pfund mit 129 bzw. 106,25 fest. Spanien konnte gegen das Pfund mäßig anziehen auf 31,72.
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81.30
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12.395
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5,83
5 87
frankfurter
Frankfurt a. M., 21. Dez. Es warben notiert: Weizen, Wetterauer, 29 biä 29,25; Roggen, inländ., 24,25 bis 24,50; Sommergerste für Drauzwecke 25 bis 26,50; Hafer, inlänix, 19 bis 19,50; Mais (gelb) 19,50; Weizenmehl, inlänb., Spezial 0, 40,50 bis 41,25; Reggenmehl 35 bis 36; Werienkleie 11,75; Roggenkiew 12; Erbien 40 bis 70 Linsen 50 bis 93; Heu, süddeutsches, gut,
trecken, 8 "5 bis 10; Weizen- und Roggrnstroh drahlgep-rcht 4,50 bis 5, gebünd. 4 b.s 4,25; Treber, getrocknet, 16,25 bis 16,50 Mk. Tendenz: Ruhig
Berliner Produklcnbörsc.
Berlin, 20. Dez. (211.) Die festeren nord- ameriken.scheu 2:vminr.o..c;ungen b.jeden hier am Weizenmarkt ohne Beachtung, da dir ar- gen.i i chen Forde.u gen e,e; n.cbrige: wa.en. Weizen von Inland ift in den Pre sen unser» ander , ledigl.ch für Dezember veeenla^trn Andienungen Vereinzeit Deg.e'.chungen und e ne geringfügige Abschwächung. Reggen ste.ig, Dezember eine Klcinigle.t ßö;e:, sonst hiel.en sich die ll.nsätze im Zeithandel in eng ten Grenzen. Gerste nie auch Hafer haben ge c ü.er ton Vortagen wenig geankerte Laze, bei er: Qualitäten finden Kau er, trä .end ge ine Soe e t vernachlässigt bleiben. Don Mehlen hat Roggenmehl etwas Konsurnge'chä t. Ersatzfultersto e und Cc> faalen ruhig. Es notierten (1003 Kilogramms Weize^, märkischer 235 bis 23S; Roaacn 231 6 s 232: Sommergerste 2 7 bis 215: Wintergerste 192 bis 205, Ha'er märkiscker, '7 > bis 185: M'.is, loro Bert n 191 bis 137; (103 Kilogramm): 05: - zenmehl 34 50 bis 37 75; OLogzenmehl 32,25 bi.* 31,25: Wei enk.'e'.e 13: Roggenk'e c 11,83 bis 12' Vik o.iaerbsen 51 bis 61; flc nc Spci'e- erbsen 31 bis 33; Fu tererose i 21 bis 24: 'Tc- luschlen 23 —22; Ack:r o'.nen 21 bis 22' Wicken 22 bis 24: Lupine7, blau 14 bis 15; Lupmen, reib 14.50 bis 15; Serradelle neu 21 bi3 23 c0- Rapsluchen 16,40 bis 16 50: Le'n'nchen 21 biS 21,30; Trockenschnihel 9.00 bis 9,30.
Buntes Allerlei.
Wovon darf man sich unterhalten?
Die Saiion der Eelelllchasten ist in vollem Gange, und für viele ist es dabei eine wichtige Frage, wovon man sich unterhalten soll. Man klagt ja leit langem, daß die Nunst des Gesprächs heute nicht mehr gepflegt werde, und da i die Menschen nicht meßt zu plaudern verstehen Die einen machen die Nüchternheit unseres Lebens, die andern einen oft zutage tretenden Mangel an Bildung Dafür verantwortlich. Die Elanz'age i)er .Salons" des Rokoko und der Diedermei rzeit haben allerdings einen Höhepunkt der Gefprächskunst geschaffen, der uns heute unerreichbar erscheint. Wenn wir uns aus der trockenen Wiedergabe in Büchern das Wunder der Plaudereien Dergegentoättiqen, wie sie im Strebe der französischen Enzyklopädisten ober in der .guten Stube" der Rahel gam und gäbe waren, so erstaunen wir noch jetzt über das Feuerwerk des Witzes, dieMannigfaltigkeit der Interessen, die Eleganz der Form, die sich hier entfalteten. Aber mann kann n'chl von jedem bedangen, daß er ein Genie der geistreichen Konversation ist, wie es der Abbe Galiani, Doltaire oder Duclos waren, und außerdem tst auch der Gesprächsstoff der Mode unterworfen Wer heute in einer eleganten Gesellschaft sich über den Preis des Getreides ober bie Wunder der Sternenwelt verbreiten wollte, wie es im 18. Jahrhundert Mode war. würde sich nur lächerlich machen. Man plaudert heute von Dingen, die man früher nicht kannte oder verpönt hätte. Eine der führenden Damen der englischen Gesellschaft, Lady Fihroy Stewart, gibt einige Winke über bie Themen, die gegenwärtig in einer Gesellschaft am liebsten behandelt werben. Wenn babei auch bas englische Inleresie hervortritt, so bürsten boch ihreAngabeneine gew>sieAllgemeingultigleit haben: .Sie Hauptgespräche von heute," schreibt sie, .sink) Toilette, Bridge, Tanz, Auto, Rennen, Börienge- schäfte unb Politik in kleinen Mengen; dazwischen fließt hie und da ei nWort ein überKunst.Musik,Bücher, Reifen, Zeitungen, Möbel unb Gartenkunst. Diese Mischung wirb gewürzt mit ein bißchen Klatsch von Hochzeiten, Scheidungen unb Todesfällen Rur kühne und sichere Plauderer werben sich an Themen wagen, bie au-erßalb dieser Grenzen liegen. Zu den verbotenen Stoffen gehört das Wetter, bann Religion, und solche Dinge, wie Ehemänner und Kinder Dienst- boien unb anbere häusliche Einzelheiten Die ®e- sunbheit wirb nicht länger verpönt, feitbem man nach Kalorien sich die Rahrung zuwiegt unb bie .schlanke Linie" so offen besprochen wird. Es gibt auch heute noch geistvolle unb witzige Plaubcrer. Was aber bas Rivcau bet Konversation herab- fefit, das ist die geringe Sorgfalt, bie man aus ben sprachlichen Ausdruck verwendet. Der Jargon bringt von der Straße immer mehr in ben Salon, unb es gibt sogar Damen, bie etwas barin suchen, möglichst viele gewöhnliche Ausdrücke zu verwenden. Zu London führen meist bie Herren bie Unterhaltung, währenb in Frankreich bie Damen die besten Plaudermnen sind. Für bie (Stau aber ist bie Kunst des Zuhörens mindestens ebenso wichtig wie bie bes Sprechens, unb manche wird burch bie Fähigkeit, interessiert und aufmerksam zu lauschen, mehr Erfolg haben als durch eigene Redekunst."
Der Maker des „SpleenS".
Am 19. Dezember 1851 fanb man in der Düsternis des Londoner Revels in der Rikhe der Themse einen Toten, der zunächst für unbekannt galt, bis sich herausstellie, daß es der berühmte Maler William Turner war. Run wurde ein prunkvolles Begräbnis veranstaltet und dem erlauchten Künstler alle Ehre angetan, bie eine Ration zu vergeben hat. Er erhielt seine letzte Ruhestätte in der St. Paulskirche n:b;n Reynolds. In solch schroffen Gegensätzen, wie sie sich hier beim Tobe offenbarten, ist auch das Leben dieses Malers verlaufen, den bie Engländer als ihren größten Meister verehren. Als Sohn eines Barbiers war er im dunkelsten London geboren unb hat nie eine richtige Schulbildung erhalten. Er konnte selbst nicht einmal ordentlich Englisch sprechen, bevorzugte aber trotzdem in seinen Bildern mythologische und gelehrte Themen. Er war ein menschenscheuer Sonderling, dem niemand bei seiner Arbeit zuschauen durfte, und sein einziger Freund war sein Vater, der alte Barbier, der sein Geschäft hatte aufgeben müssen, nachdem die Perücken durch bie Pubersteuer unmobetn geworden waren. Er hauste mit dem Sohn zusammen. führte ihm die Wirtschaft, kochte ihm und soll ihm sogar beim Malen geholfen haben. Als er gestorben war, lebte Turner als vollkommener Einsiedler. Er hatte unter fremdem Rainen verschiedene Wohnungen, war oft monatelang verschwunden, ohne daß man seinen Aufenthalt wußte, war krankhaft geizig und bann wieder sehr freigebig, arbeitete, von seiner Kunst wie von einer .fixen Idee" beherrscht, mit fieberhaftem Eifer unb wollte kein's f:incr Bilder fortgeben. Die letzte Zeit seines Lebens wohnte er ganz verborgen, anscheinend in den arm
seligsten älmständen in dem Vorort Ehelsea, hinterließ ein'Millionenvermögen, vermachte seine vielen Hunderte von Bildern unb Tausende von Zeichnungen der englischen Ration. AIS Bedingung stellte er nur, baß Hwri kinct Dilvcr in der Rational Gallery zwischen zwei Werken von Elaude Lorrain auf gelangt würden, und dies ist auch geschehen. Der Som des düsteren, neiderfüllten Lon. on war nämlich der glühen.' tc Verehrer des Lichtn.alers Elaude unb wie besessen von der Sehnsucht, den my,tischen und geheimnisvollen G.anz des Lichtes in seine Schöpfungen zu bannen. D.e eigentümliche englische Schru'.lenhaftigkett. die man als Spleen bezeichnet, war nicht nur das Leitmotiv seines Lebens, sondern wirkt sich auch in seiner Kunst aus. Karl Scheffler sag: z. B. geradezu: .In Turner hat sich der .Spleen" der Engländer künstlerisch verewigt."
Schosteigericht Wetzlar.
Q Vier 21.beiter ans Niederscheld waren wegen gefährlicher Körperverletzung unter Anklage. Den Angeklagten wurde zur Last gelegt, auf ber Landstraße zwischen Ober- und Nieder chelb ohne jeglichen Grund ,wei Personen über allen unb körperlich mißhandelt zu haben. Bei ihrer früheren Vernehmung bestritten alle Angeklagte ihre Beteiligung an dem Uebersall, während bie UcborfaUer.en bei einer Gegenüberstellung einen Angklagten als ben Haupltäter bezeichneten Auch jetzt leugneten alle ihre Beteiligung, während die Zeugen einen Angeklagten bestimmt roicbererianntcn. Das Gericht gelangte daher zur Verurteilung dieses Angeftagten au 6 0 Mark, evtl. 12 Tage Gesängnis, während bezüglich der übrigen Angeklagten Freisprechung erfolgte.
Ein Bahnbeamtest-Ehepaar aus Dillenburg hatten sich wegen Diebstahls bzw. Hehlerei au verantworten. Die Ehefrau half bei einem ihr bekannten Geschäftsmann in Dillenburg, ber ein Lebens- milteigefchäst betrieb, schon seit einigen Jahren im Geschäft aus unb genoß hier vollstes Vertrauen. In letzter Zeit vermißte ber Geschäftsmann versc? ie- deutlich Geld in, ber Kaste Infolgedessen wurde die Angeklagte, bie sich auch sonst durch Anschaffungen verdächtig machte, beobachtet, und er ertappte die Angeklagte zweimal, daß sie sich Geldbeträge aus der Ladenkasse aneignete. Hierüber zur Rede gestellt, legte sie auch ein Geständnis ab, daß sie schon die ganzen Jahre bas gleiche getan habe. In dem Bestreben. die Sache aus der Welt zu sckassen erbot sich die Angeklagte, durch Zahlung von 3000 Mk. bie Sache wieder gut zu machen. Dieser Betrag ist a ch tatsächlich fast restlos an den Geschädigten gezahlt worden. Der Ehemann war nun der HehleRei angeklagt. Während bie Ehefrau geständig war. heft ritt der Ehemann, von den Handlungen seiner Frau gewußt zu haben, was ihm nicht zu widerlegen war. Das Urteil lautete gegen die Ehefrau wegen fortgesetzten Diebstahls auf 1 Monat ® c • fängnis, gegen ben Ehemann auf Freisprechung.
Unter Ausschluß ber Oefsentlichkeit wurde gegen einen Former aus Straßebersbach wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis
Rundfunk-Programm.
Mittwoch, 22. Dezember.
3,30 bis 4 älhr: Die Stunde der Iugenb. 4,30 bis 5,45 ILjr: Konzert des Hau.orchesters: Dallerinnerungen (Alle Tänze). 5,45 bis 6.05 Die Dücherstunbe. 6,33 bis 7 stlyr: S.enographi- scher Forft.iidungslu.sus für An.äng:r unb t- geschri tene «Diktat von 83 Silben auswärts). 7 bis 7,30 ilßr: „Die En wick-ung ber Arbe ter» lulturbcrcgung*', Vortrag von Eonrab Br^ß» witz. 7,33 bis 8 älhr: D.e Schachstunbe. 8 bis 8,15 Ufjr: Senckenbergvier.eltzunce. „Dir Entwicklung des Lebens", Vor.rag von Dr. C. W. Ankel-Gießen. 8,15 bis 9 15 Uhr: älebcrlraaung aus bem Mannheimer Besprechungsraum. 9,15 bis 10,15 Uhr: Schnitzler-Abenb.
Setzte Nachrichten.
Strafantrag im Prozeß Rouzier.
Landau, 21. Dez. (WTL. Drahtmeidung.) Der französische Militärstaatsanwalt hat am Schluß seiner Anklagerede gegen den Leutnant Rouzier eine Slraie von einem Iahr Gefängnis beantragt. Bezüglich der angeHagten Deutschen stellte er die Strafbemessung dem Gerichte anheim, empfahl jedoch, diejenigen Angeklagten, bie sich ins unbefeß c Geb et geflüchtet hätten, unb nicht erschienen leien, schwerer zu bestrafen als bie anberen.


