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Nr. M Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Jettas, 2(. Mai 1926

frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 21. Mai. Tendenz: Fest. Am letzten Börsentag vor dem Pfingst­fest (morgen, Samstag, bleibt die Börse für jeden Verkehr geschlossen) entfaltete sich erneut bedeutendes Geschäft in führenden Industrieaktien, wobei sich das Interesse der Spekulation besonders stark auf Montan« aktien konzentrierte, weil man sich von der Fortdauer des englischen Kohlenarbeiterstreiks und infolge der kritischen Lage Polens eine wei­tere Steigerung der Kohlenförderung verspricht. Buderus plus 1,25, Deutsch-Lux plus 2, Gelsen­kirchen plus 1,25, Phönix plus 0,5. Rheinstahl plus 0,62 Prozent. Daneben waren auch Schiffahrtsaktien wieder mehr in den Vordergrund gerückt und stark begehrt. Es kam besonders für norddeutsche Rechnung zu neuen Meinungskäufen in diesen Berten, die zu weite­ren Kursbesserungen von etwa 4 Prozent führ­ten Das Interesse erstreckte sich auch auf den

Wirtschaft.

' Die amtlicheGrobhandelsindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag des 19. Mai be­rechnete Großhandelsindexziffer teä Statistischen Reichsamtes ist gegenüber dem 12. Mai von 123,5 auf 123,1 oder um 0,3 Prozent zurückgegangen. Von den Hauptgruppen haben die Agrarerzeug­nisse auf 122.5 und die Industriestoffe auf 124,1 nachgegeben.

* Konkurse und Deschäslsaufsich- t e n im April. Im Laufe des April wurden im .Reichsanzeiger" 1302 neue Konkurse aus- schliehlich der wegen Mangels hinreichender Masse abgelehnten Anträge aus Konkurseröff­nung und 923 angeordnete Geschäftsaufsichten bckanntgegeben. Gegenüber den entsprechenden Zahlen für den März ist sowohl bei den Kon­kursen. als auch bei den Geschästsovfsichten eine Abnahme zu verzeichnen, die bei ersteren 30,4 Prozent, bei letzteren 37,7 Prozent ausmachte.

Main-Kraftwerke QL-®., Höchst a. M. Die o. H.-D. genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß unb setzte die Dividende auf 6 Prozent für die Vorzugsaktien und 8 Prozent für die Stammaktien fest.

* Antrag auf Geschäftsaufsicht bei Mannesmann. Die Mcmnesmcmn-Mulag- Mo­toren- uqb Lastwagen A.-G. in Aachen steht wie die Verwaltung mitteilt seit längerer Zeit in aussichtsreichen Verhandlungen mit interessierter Seite, um die Mittel zur Wiederherstellung der Liquidität zu beschaffen. Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluß. Um zu verhüten, daß diese Maßnahmen im letzten Stadium durch einseitiges Vorgehen einzelner Gläubiger gefährdet werden, hat sich die Verwaltung veranlaßt gesehen, vorsorglich den Antrag auf Geschäftsaufsicht zu stellen, die aller Wahrscheinlichkeit nach nur kurze Zeit in Anspruch genommen zu werden braucht.

Rütgerswerke A. G., Charlotte n- b u rg. Die dem Aufsichtsrat vorgelegte Bilanz schließt mit einem Reingewinn von 618 009 Mark ab. Der Reingewinn soll mit dem Vortrage aus dem Vorjahre in Höhe von 334 556 Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden, so daß der Gesamtgewinnvortrag 952 565 Mark beträgt. Das Aktienkapital bleibt somit dividendenlos. Rach dem Bericht des Vorstandes sind die Hoffnungen, die man auf das abgelaufene Jahr gesetzt hatte, durch die schwere Absahkrise im Herbst 1925 start enttäuscht worden.

* Phönix A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb. Duisburg-Meide- t i ch. Sämtlichen Arbeitern der Stahlsormqieherei ist gekündigt worden. Auch diese Kündigungen sind auf die Rationalisierung in den Vereinigten Stahlwerken A.-G. zurückzusühren.

Dörsenkorke.

Frankfurt a.M.

Berlin

Sd)tHO-| fiure !

t-Uhe. Äur»

Schluß. Anrs

Anfang Hure

Datum: |

20.5. |

21. 5

20. 5. |

21. 5.

5% Deutsche ReichSanletbe .

4% Deutsche ReichSanleihe .

0.3875

0,3912

0,385

0,390

0,355

B'/,% Deutsche RcichSanleihe

0,37

0,36.5

0,355

8% Deutsche ReichSanleihe . Deutsche Sparprämienanleihe

0.45

0,47

0,445

0,239

>,2325

_

4% Preußische Äoniolfl .

<°.'o Hessen .........

0,355 0,37

0,3702 1 0,37 !

0,625

3'/./. Hessen..........

3®/o Hessen...........

t

_

0,36

0,36

_

Dcuyche Dertb. Dollar-Anl.

100

97

bto. Doll.-Schatz-Lntreilug.':

4*/0 Zolltürlen.........

12

119

12

_

5% Sotomcrtfanet ... .

46,5

47

-

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bank

154

154'

155,6*

106'

106

106*

106-

Darmst. und Naitoualdank

128,5

131

128,7-

131.5*

Deutsche Bank.........

126.5

126,75

125,6*

127*

Deutsche DercinSbank ....

88

DiSconto Commandit ...

122.9

124.5

123*

124,7-

Metallbank...........

94,25

94,25

Mitteldeutsche Kreditbank. .

Ocsterreichische Ereditanstalt.

109

108,75

109,75

110,5

6,85

6.8

6.62

6,7

Weltbank .........

Bochumer Guß . .......

96

96

101*

BuderuS............

64,0

66,75

63,5

67,25

Caro . ............

54

53

54

53,75

Deutsch'Luxemburg......

100

105,25

100

106'

Gelsenkirchener Bergwerke. .

105

106,75

104.9

107.5-

Harpener Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

118.2-

121,5

119,75

118.12

120

120'

120

Kaliwerk Westeregeln.....

124

123,25

125,25

Laurabütle...........

36,4

35

35,25

Oberbrdarf.......

Bdonir Bergbau..... .

Rhcimtahl. ......... Nrcbeck Montan........

50

51,75

51

51,5

79,5 103

102,5

82,12-

104

79- 102,9*

100

82,4'

104'

102,5

Tellus Bergbau ......

59

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd ....

132.7* 130'

136,7*

133,5-

129,2*

135,6-

132,5-

Lheramischc Werke Albin . .

_

_

_

Zementwerk Heidelberg . . .

98

99

Philipp Hohmann......

71,75

71,75

70,75

Anglo-Tont.-Guano.....

74,5

_

_

Chemische Mäher Alapin . .

_

I. G. Farbcninduslric, A.-G.

169.5-

168,7*

169,7*

159,5-

Goldschmidt..........

Holzverkohlung........

RülgerSwerkc........

77.5

76

76,75

75,12

61.9

77,5

62

74,5

79,5

75,75

Scheideanstalt.........

113

115,5

«llg. Elektrizitäts-Gesellschaft

116,5-

116,6*

117,2*

116.7-

Bergmann .........

Mamklvstwrrke........

119

118.25

117,5*

118

101,25

101,5

Schulkerl............

Siemens A Halt!-......

104

103,7-

102,7*

103,4-

153

152,5

151,5-

152,1-

»dlerwrrke Kleher ......

63,75

65

64.5

65.5

Daimler Motoren. ......

65.5

67

65,75

67,25

Hehligenftacd«.........

Mcguni.............

25

37,5

_

Motorenwerke Mannheim

48

-

Frankfurter Armaturen . . .

18

_

_

Konservenfabrik Braun . . .

40

__

Metallgesell'chast Frankfurt.

Pet. Union A»K. ...

107

74,75

107,5

74.9

Schuhfabrik x>cri......

35

35

Sichel..............

4

Zellstoff Walddos.......

121.5

49,25

58,25

121,25

122,4

Zuckerfabrik Frankenthal . .

Zuckcttnbrik Waghäusel . . .

50.62

58,5

-

in der letzten Zeit vernachlässigten Dank- aktienmarkt. von dessen Werten Darm­städter Bank (plus 2.25) und Disconto-Ge- sellschaft (plus 0.75) den Vorrang genossen. Reichsbank plus 0,75. Dagegen dürfte die leb­hafte Kaufbewegung für I. G. -Farben- i n d u st r i e als abgestoppt zu betrachten sein. Die gegenüber diesen Werten bereits gestern her- vorgetrctcne Zurückhaltung hat sich etwas ver­stärkt. der Kurs bröckelte weiter auf 168,75 ab; Goldschmidt minus 1. Rütgerswerke minus 3, aber Scheideanstalt plus 1,5. Die gleiche Ent­wicklung zeigten Elektrowerte, von denen nur Lahmeycr. Licht und Kraft und Eleftr. Liefe­rungen etwas weiter int Kurse steigen konnten, während AEG., Bergmann, Siemens & Halske nur knapp ihre Kurse zu behaupten vermochten. Von Autowerten waren Daimler um weitere 1,5 Proz. gesteigert, auch Reckarsutmer wurden etwas höher, während Klehrr unverändert blie­ben. Maschinenaktien waren schwächer ver­anlagt. Zuckeraktien leicht befestigt. Zeli­st o f s a k t i e n weiter steigend, desab B a u - stoffaktien. Deutsche Anleihen und ausländische Renten waren nur wenig beachtet. Kriegsanleihen waren mäß ig höher. Von ausländischen Renten waren Tür­ken etwas niedriger, aber Mexikaner weiter stei­gend. Im Freiverkehr blieb das Geschäft lustlos. Man hörte Becker Stahl 34, Benz 72, Drown Boveri 77, Entreprise 9.5. Growag 61, Krügershall 100, Ufa 52. Afra 78,75 Prozent. Der weitere Verlauf der Börse unterlag Schwankungen. Während Farben wieder auf 169 höher gehen konnten, gaben Montan­werte leicht nach. Im allgemeinen blieb die feste Stimmung auch weiter bestehen. Am Geldmarkt hielt die Flüssigkeit weiter an. Der Zinsfuß für Tagesgeld ist etwa 4 bis 4,5 Prozent. Monatsgeld 5 bis 6.5 Prozent je nach Adresse, Privatdiskonten 4.5 bis 4,62 Prozent, Industrieakzepte 5 bis 5,25 Prozent. Im inter­nationalen Devisenverkehr ist eine weitere Erholung der italienischen Lira auf 125 in Pfundparität bemerkenswert. Auch die beiden westlichen Valuten waren etwas fester bei einem Kursstand von 163,50. Mark und Pfund sind unverändert. Die nächste Voll­börse findet am Dienstag, 25. Mai, statt.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt <l M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

20 Mai-

21 Mai.

Amtliche Noti runo

Amtliche Notierung

Geld

Bries

Geld

Brief

Amst.-Ron

168,69

169.11

168,69

169,11

Buen-AireS

1.683

1.687

1,682

1.686

Brss.-Antw.

12,51

12,55

13,44

13,48

Christiania.

90,74

90,96

90,79

91,01

Kopenhagen

110,21

110,49

110,27

111,55

Stockholm -

112,26

112,54

112,26

112,54

HftsingforS

10.552

10.592

10,55

10,59

Italien. .

16,09

16.13

16,75

16,79

London. - .

20,404

20.456

20.400

20,452

Neuyork . .

4.195

4,205

4,195

4.205

Pari-. . .

12,48

12,52

12,97

13,01

Schwei, .

81,14

81,34

81,15

81,35

Spanien .

60,62

60.78

60,76

60.92

yapan .. . Rio de Jan.

1.966

1,970

1.967

1,971

0,619

0.621

0.618

0.620

Wien in D-

Lest- obgest

59,28

59,42

59,27

59,41

Prag ....

Belgrad . .

12,116

12.456

12,42

12,46

7,397

7,417

7,397

7,417

Budapest -

5.86

5.88

5,85

5,87

Bulgarien

3,043

3,053

3,06

3,07

Lissabon

21.425

21.485

21,483

21,535

Danzig. . . .Qonft.intht

80,90

81.10

80,87

81,07

2,235

2,245

2,23

2,24

Athen. . -

5,54

5,56

5,59

5,61

Canada. .

4,194

4,205

4,195

4.295

4,205

Uruguav

4.295

4.305

4.305

Berlin, 20 Mai

Amerikanische Note« . . . .. Belgische Noten........ Dänische Noten . ...... Englische Noten Französische Noten Holländische Noten ..... Atalicnischc Noten......

Norwegische Noten Deutsch-Qcsicrr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten Schwei;» Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten......

Geld

4.208 12,39 109,92 20,365

12,52 168,30

16,20

90,54

59,32

1,54 111,92 81,10 60,47

12.397

5.84

Bries

4,228

12,49

110,13

20.465

12,58

169,14

16,28

91,00

59,62

1,58

112,48

81.50

60,77

12,457

5.88

Berliner Börse.

Berlin, 21. Mai. Die letzte Börse vor Pfing­sten eröffnete bei sehr angeregtem Oe« schäft in Spezialwerten und zu festen Kursen. Im Mittelpunkte des Interesses stand der Montan- aktienmarkt, da man ein Fortschreiten der Konzentrationsbewegung der Montanindustrie er­wartet. In Börsenkreisen herrscht die Ansicht vor, daß die Bildung der Vereinigten Stahlwerke einen Zusammenschluß auch anderer Unternehmungen aus­lösen wird. Die Steigerung der Montan­aktien machte bei lebhaften Umsätzen daher er­hebliche Fortschritte. Essener Steinkohlen gewannen 2,75, Phönix 2,5, Gelsenkirchen 1, Deutsch-Lux und Bochumer 2,5, während die übrigen Werte bis 1 Prozent gewannen, Marisfelder 2,5 Prozent. Da­neben fanden Deckungen in Schiffahrtsaktien statt, die 3- bis 4prozentige Kurserhöhungen im Ge­folge hatten. Stärkere Beachtung fanden bei diesen anziehenden Kursen schließlich Bankaktien, Elektro- und verschiedene Spezialpapiere, für die besondere Anregungen Vorlagen. Die Aufwärtsbewe­gung der Kurse auf allen diesen Märkten, die leichte Geldlage und die starke Besserung der Frankenvaluten gaben der gesamten Börse eine Stütze und Anregung, so daß die Tendenz an den Nebenmärkten freundlich und in den bevor­zugten Gebieten fest wurde. Im Verlauf der ersten Stunden fanden allerdings Gewinnmitnahmen statt. Am Devisenmarkt wurde London gegen Paris vormittags noch mit 163 gehandelt. Während der Vormittagsstunden fetzten energische Interventionen ein, die den Kurs auf 157,5 befestigten. London Brüssel waren noch stärker erholt und gingen mit 151,5 bis 152,5 um. Auch London Mailand be­haupteten den gestrigen Stand, um sich später noch weiter auf 121 zu bessern. Das Pfund war unter dem Eindruck der nicht erfolgten Diskontermäßigung fest. Der Zloty unverändert. Am Geldmarkt herrschte eine unveränderte Flüssigkeit. Tagesgeld 3,5 bis 5,5 Prozent; Monatsgeld 5^5 bis 6,5 Proz.

frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 21. Mai. Es wurden no- tiert: Weizen, Wetterauer, 29,50 bis 29,75 Mark; Roggen, inländischer, 19 bis 19,25; Sommergerste für Brauzwecke 22 bis 24; Hafer, inländischer, 21,50 bis 23,50; Mais, gelb, 17,75; Weizenmehl, inländi­sches (Spezial 0) 41,75 bis 42,25; Roggenmehl 28 bis 28,25; Weizenkleie 9,25 bis 9,50; Rogqenkleie 11 Mark. Tendenz: stetig.

frankfurter Lchlachtviehinarkt.

F ra n k f u r t a. M.. 21. Mai. Auftrieb: 2 Kühe, 996 Kälber, 64 Schafe. 177 Schweine. Kälber: Feinste Mastkälber 75 bis 80 Mk.. mittlere Mast- und beste Saugkälber 65 bis 74. geringere Mast» und gute Saugkälber 56 bis 64, geringe Saugkälber 50 bis 54. ©ebafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, ge­ringere Masthänimel und Schafe 40 bis 44. mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 35 bis 37. Marktverlauf: Kälber und Schafe wurden bei langsamem Handel ausver- lauft. Bei Schweinen unterblieb des schwachen Auftriebs wegen die Rotierung. Die Preise hielten sich in den Grenzen des Dormarktes. Nächster Diehmarkt am Dienstag, 25. Mai.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 20. Mai. Es notierten für je 1000 Kilo: Roggen, märf. 174 bis 179. Sommer­gerste 187 bis 200. inländ. Gerste 169 bis 182, Hafer, mark. 197 bis 208; für je 100 Kilo: Weizen­mehl 36.5 bis 39.25, Roggenmehl 24,25 bis 26,25: Weizenkleie 10,50 bis 10.63, Roggenkleie 11,50 bis 11,75, Biftoriaerbfen 32 bis 42, kleine Sveife- erbfen 20 bis 25. Peluschken 20 bis 23. Acker- bohnen 22 bis 24. Wicken 28 bis 31. Lupinen, blau 12 bis 12,75, do. gelb 15 bis 16, Serradelle, neu 37 bis 42. Rapskuchen 13.9 bis 14. Lein­kuchen 18 bis 18,2, Trockenschnitzel 9,8 bis 10,2, Soya-Echrot 19,4 bis 19,5, Kartoffelflocken 16 bis 16.3 Mk.

Kirche und Schule.

-r Büdingen, 19. Mai. Am Montag fand im Eemeindesaal der evangelischen Kirche unter dem Vorsitz des Dekanstellvertreters Pfarrer Bär (Lindheim), eine Pfarrkonferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats Bü­dingen statt. Pfarrverwalter S ch w ö b e I (Haingründen) hielt dabei einen Vortrag über die Probleme der neueren Theologie", der eine eingehende Aussprache auslöste. Den Schluß der Tagung bildeten geschäftliche Verhandlungen.

Butzbach-Licher Eisenbahn. A.-G.

t Butzbach, 20. Mai. Heute fand unter dem Vorsitz von Medizinalrat Dr. Vogt dahier imHessischen Hof" die diesjährige General­versammlung der B u h b a chL i ch e r Eisen­bahn - A. - G. statt. Zunächst erstattete, wie in der vorangegangenen Sitzung des Auftichtsrats, der Eifenbahnvorstand den Jahresbericht. Da durch Beschluß der vorigen Generalversammlung das Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr gelegt worden war, erstreckte sick^der Bericht auf die Zeit vom 1. April bi8®31. Dezember 1925. Leider mußte festgestellt werden, daß nach dem Fortschritt, den das Unternehmen im vorigen Jahre genommen hatte, die diesjährige Geschäfts­lage recht ungünstig ist. Statt des Ge­winnes von rund 18 000 Mark vom 1. April 1924 bis 31. März 1925 ergaben die restlichen 9 Monate des Jahres 1925 einen Verlust von f ast 8000 Mark. Bedenklich muhte es stim­men, wenn festgestellt werden muhte, dah auch ein lleberblid über die vier Monate Januar bis Mai 1926 ein recht betrübendes Bild zeigte. Während in 1925 die vier ersten Monate einen Ueberschuh von 28 000 Mark ergaben, brachte der gleiche Zeitraum in 1926 einen Fehlbetrag von rund 3000 Mark. Es konnte deshalb nicht verstanden werden, tote von der Reichsaufsichtsbehörde (Eisenbahndirek­tion Frankfurt a. M) em Gutachten abgegeben wurde, durch welches die Geschäftslage bepr Butz­bachLicher Eisenbahn-A.-G. als so günstig hin- gestellt wurde, dah die Steuerbehörde das Unter­nehmen zu einer Steuerlast heranzog, die als auherordentlich hoch zu bezeichnen ist, unb dah die gesetzliche Möglichkeit, die schlecht stehenden Unternehmungen Steuererleichterung gewährt, für die ButzbachLicher Eisenbahn-A.-G. aus­geschlossen wurde. Aussichtsrat und Generalver­sammlung erhoben hiergegen energischen W i - d e r s p r u ch und forderten den Vorstand auf, mit Rücksicht auf die schlechte Geschäftslage mit allen gesetzlichen Mitteln gegen sämtliche Steuern zu reklamieren.

Die krisenhafte Lage der Bahn erklärt sich gewiß zu einem Teile mit der allgemeinen Wirt­schaftsbedrängnis, unter der die Gegenwart leidet. Sie ist aber auch- dadurch bedingt, daß die Lage einzelner Industrien und Werke (Meguin, Dauxit- werie, Steinindustrie), die bedeutende Verfrachter auf der Bahn waren, sehr prekär geworden ist. Hoffentlich ist die Krise nur vorübergehend, und kommt mit der erwarteten Hebung unserer Wirt­schaft auch wieder eine bessere Zeit für die B.- L.-B.-Eisenbahn.

Die Wahl des Aufsichtsratsvorsitzenden und seines Stellvertreters ergab die Wiederwahl von Medizinalrat Dr. Vogt- Butzbach bzw. Oefo- nomierat Hofmann- Hof-Gill.

Büchertisch.

D i e Toteninsel im Rhein. Prof. Dr. Klapheck und Architett D. D. A. Prof. Karl Wach veröffentlichen unter diesem Titel eine Denkschrift (mit Landschaftsabbildungen und Ent­würfen) über das Projekt eines Reichsehren­males für unsere Gefallenen auf den Rhein- infeln bei Lorch.

Ser Alpen freun d", illustrierte Halb­monatsschrift für Reise und Touristik, Alpen- freund-Derlag, München. Das Heft Rr. 9 bringt der Frühlingszeit entsprechend zwei Beiträge:Frühling in den Bergen" von Her­bert Stifter undEs lenzt" von Bruder Willram, Innsbruck. Reben einem aktuellen Artikel von Dr.-Ing. Friedmann über ..Die Zugspitzbahn" interessieren vor allemDie Fleischbank-Ost- wand", ein Fahrtbericht von Luitgard Maria Alberti und des bekannten auf Java ver­storbenen Dichters Max Dauthendey Schilderung Meine Srneroe-Besteigung".

DieEuropäischen Gespräche" lassen in ihrem 4. Heft (Deutsche Verlags-An­stalt, Stuttgart und Berlin) eine erste Reihe der Außenpolitiker der deutschen Reichstags- Parteien (Breitscheid. Dell, Graf Lerchenfeld, Bredt) deren außenpolitisches Programm ent­wickeln. Dokumentarischen Charakter trägt baS vorliegende Heft auch in seinem sonstigen Inhalt, worunter-'sich nebst Wortlauten der jüngst ge­schlossenen großen Verträge eine Rede des ameri­kanischen Staatssekretärs Kellogg zur Außen­politik seines Landes befindet, die (S. 201) ein

sonst kaum in Deutschland bemerktes Urteil die­ses höchsten Funktionärs des amerckanischen Außendienstes über die Ruhrbesetzung enthält.

Den neu auflodernden ReligionSkampf in Indien, der alle Bestrebungen des indischen Rationalismus zunichte macht, beleuchtet Dr. Arthur Dix in seinem BeitragDie religiösen Gegensätze in Indien" in der neuesten Rümmer 4235 der Illust rierten Zeitung (Verlag I. I. Weber. Leipzig) vom weltpolitischen Standpunkt aus. Ein von charakteristischen Zeich­nungen begleiteter Artikel spricht von den Wiener Strahenfiguren, wie sie noch heute in der einsti­gen Kaiserstadt anzutreffen lind. Ein weiterer illustrierter Beitrag von A. F. Schultes ge­währt uns einen Einblick in das japanische klassische Theater, und Dr. Adolf Heilborn be­tritt mit seinem Artikel ..Dinosaurierjagd in Kanada" das interessante Gebiet der Paläonto­logie.

PuccinisTurandot". deren Ur­aufführung kürzlich in Mailand stattgefunden hat. steht im Mittelpunkt deS zweiten Mai-Heftes der bekannten ZuschriftDas Theater" (Verlag Berlin W. 9). Im übrigen ist das Heft im wesentlichen den deutschen Bühnen gewidmet. Eine ausführliche Behandlung erfahren die im Juli im Weimarer Ra'ionaltheUer staUftndenden Deutschen Festspiele. Zahlreiche Referate berich­ten über die Arbeit in Breslau, Königsberg, Köln und im Ruhrgebiet, in Dresden und Berlin.

In der SammlungDer Weltkrieg in Lichtbildern" (Einzeldarstellungen mit Text» er­schien als Reihe 80: Die Skagerrakschlacht. Der Text stammt, ursprünglich als Lichtbildervortrag gefaßt, aus der Feder des bekannten Marine- fchriftstellers Vizeadmiral a. D. Dr. h. c. von Manthey und gibt eine hochinteressante, offenbar aus besten Quellen schöpfende Darstellung der größten Seeschlacht des Weltkrieges, die zugleich die schwerste Riederlage Englands und einen glänzenden, in langen harten Friedensjahren vor­bereiteten Sieg der jungen deutschen Marine bedeutete, von der uns so schmachvoll wenig geblieben ist.

Von dem seit 30 Jahren verbreiteten, Hadtsteinschen Westentaschen«Fahr­plan für das Rhein- und Maingebiet ist dis Sommer-Ausgabe mit den ab 15. Mai 1926 gülti­gen Fahrzeiten erschienen.

Unter den zahlreichen in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gegründeten deutschen Zeitungen sind wenige, die in ihrer Eigenart diejenige ihrer Heimat, ihres engenen Gebiets so lehrreich aufzeigen, wie die Düssel­dorfer Rachrichten, die am 1. Mai 1876 zum ersten Male erschienen. Ihr Goldjubiläum begehen sie mit der Herausgabe einer Festnum- mer. Reichspräsident von Hindenburg hat unter vielen anderen den Düsseldorfer Rachrichten zu ihrem Ehrentage seine herzlichen Glückwünsche übersandt. Der Oberpräsident der Rheinprovinz und der Landeshauptmann, die Oberbürgermeister von Düsseldorf, Reuh, Rheydt und Duisburg sind durch Beiträge an der Iubiläumsnummer beteiligt. Eine sechzehnseitige illustrierte Bei­lage, aus Vergangenheit und Gegenwart schöp­fend. verdient mit den wertvollen Einblicken, die sie vermittelt, ebenfalls Beachtung.

Der 100. Wiederkehr des Todestages von Earl Maria v. Weder (5. Juni) widmet dieN e u e M u s i kz e i tu n g" (Verlag Carl Grüninger Nachf. Ernst Kielt, Stuttgart) ein Sonderheft. Aufsätze von Jos. M. G. Lossen-Freytag, Hans Schorn, Herrn. Enßlin, Leopold von Strom verbreiten sich über Leben und Werk desFreischütz"-Komponisten; Dr. Paul Bülow zeigt Weber im Lichte des Romans und der Novelle, und Prof. Hermann W. von Wallershaufen spricht inHändel-Renaissance und Weber-Gedenkfeier" so manches aus, was in unserer Zeit nicht genug zu beherzigen wäre. Ein Bild We­bers als Kunstbeilage; zahlreiche Abbildungen (zum Teil sehr seltene) schmücken das Heft (Preis 1,50 Mark), das allen Weberfreunden eine willkommene Gabe fein wird.

Der Kun st wart. Reichen Inhalt bietet das vorliegende Machest (8/XXXIX). Den Auf­takt bilden Gedichte von Berthold Viertel, der als Spielleiter bekannter wurde denn als Lyriker: seine Verse sind sehr eigenartig, alle schwer­blütig und melancholisch beschattet. Keine Artistik, nichts von Tändelei der Vielzuvielen. Dann die Reisezeit beginnt schreibt Schumann, besinn­lich und kurzgefaßt eine kleine Reisephilosophie; Marianne Bruns erzählt von skandinavischen Eindrücken, Kaphahn aus Südspanien; Spunda, der über Paracelsus schrieb, berichtet von seinem Ritt über den Taygetos.Dienst am Geiste" ist die feine Betrachtung Bartschs über die Land­schaft der deutschen Stube. Das sei nur eine Aus­wahl. Die beigegebenen Bilder sind hochmodern. Man sieht: die neue Sachlichkeit in Paris zeigt das gleiche Gesicht, wie bei uns. Europäischer Stil!

Der Hund. Unabhängige Zeitschrift für praktische und wissenschaftliche Kynologie. Schrift­leiter Dr. mcd. vet. Schäme, I. Berta und Kon­rad Most. Verlag Gersbach u. Sohn Verlag, Berlin W 35, Flottwellstr. 3. Monatlich 2 Hefte mit zahlreichen Abbildungen. Bezugspreis monat­lich 1,50 Mk.

Das neueste Heft der gut eingeführien Deutschen Lotterie- Zeitun g (Verlag Franz Rathmann, Frankfurt a. M, Kettenhof- weg 73) enthält die ausführlichen Gewinnlisten! der Preußisch-süddeutschen Klafsen-Lotterie vom 15. und 17. Mai wie auch die der 2. Württem- bergischen Geld- und Pferdelotterie neben feinem sonstigen interessanten Inhalt.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Tenders.

(Aus der »Radio-Umschau".) Samstag, 22. Mak.

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Richard Wagner. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lese­stunde. 6.15 bis 6.45 Uhr. Der Briefkasten. 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule:Reue Wege der gegenwärtigen Philosophie VIII: Gestalt» thevrie (Das Erfassen der organischen Gestalt)", Vortrag von Privatdozent Dr. Heinemann. 7.15 bis 7.45 Uhr: Funkhochschule:Von der Roman- lüeratur Sowjetrußlands", Vortrag von Prof. Dr. Schultz. 7.45 bis 8.15 Uhr: Stunde deS Frankfurter Bundes für Volksbildung:Dich­tung und Wandern", Vortrag von Studienrat Dr. Herzfeld. 8.15 bis 10.15 Uhr: Heiterer Abend. Anschließend bis 12 Uhr: Uebertraguna von Ber­lin: Tanzmusik der Berliner FunvapÄle.