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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)

Nr. 43 viertes Blatt

Samstag, 20. Zebruar 1926

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Der Börsenverlauf der vergangenen Woche hat bereits deutlicher gezeigt, auf welch' schwachen Füßen die H a u s s e b e w e g u n g der letzten Zeit gestanden hatte. Die Börse war durchweg größeren Schwankungen unterworfen, wobei die Haupttendenz eher nach unten neigte. Bur ein­zelne Spezialpapiere machten hiervon eine Aus­nahme, abgesehen davon, daß gewisse Märkte, die zurückgeblieben waren, einen kleinen Aus­gleich nach oben erfuhren. Nachdem im wesent­lichen die Haussebewegung von Auslandkäufen getrogen war, merkt man jetzt bereits die Ab­hängigkeit der deutschen Börsen von den ausländischen, in erster Linie von der Aeuyorker Börse. Eine dortige Schwäche über­trägt sich fast unmittelbar auch auf Deutschland. Ein Markt, der verhältnismäßig noch fest lag, war derjenige der Bankwerte. Die fort­dauernde LIcbertragung von Aktienpaketen nach Amerika ruft dort größeres Interesse für erst­klassige deutsche Bankwerte hervor. Lleberdies erlangen diese Werte wieder den Charafter von fest verzinslichen Papieren, den sie bereits in der Vorkriegszeit bis zu einew gewissen Grade hatten? Die Großbanken müssen aus Prestige­gründen bestrebt sein, ihre Dividenden möglichst konstant zu erhalten, und man kann daher wohl fast durchweg, wenn auch die Erträgnisse nicht denjenigen des Vorjahres gleich sind, mit der Borjahrsdividende rechnen. Lind unter diesem Gesichtspunkte beginnen die Bankaktien wieder als erstklassige Anlagepapiere zu gelten,, die naturgemäß auch von der Tendenz der Kapital­zinsermäßigung profilieren. Eine besondere Be­wegung fand in Hochbahnaktien statt. Nachdem die Stadt Berlin auch in zweiter In­stanz ihren Prozeß gegen die Hochbahngesell­schaft verloren hat, erwägt sie Schritte, um auf freundschaftlichem Wege mit der Hochbahngesell­schaft zu einer Verständigung zu kommen. Bei solchen Verständigungen sind die Aktionäre meist die lachenden Dritten. Falls sich bewahrheiten sollte, daß die Stadt Berlin den Aktionären ein LImtauschangebot gegen Schuldverschreibungen der Stadt Berlin zu pari machen wird, so dürfte dies jedoch in der bisherigen Kurssteigerung der Aktien voll ausgewertet sein, da die betref­fenden Schuldverschreibungen der Stadt nicht mit einem solchen Zinssatz ausgestattet werden dürf­ten, daß ihnen eine Paribewertung zukommt. In den letzten Tagen rückten diejenigen Werte, die von der Rückgabe des in Amerika beschlagnahmten deutschen Eigentums profitieren würden, erneut in den Vordergrund. Tatsächlich haben in den letzten Tagen über diese Fragen wieder Verhandlungen stattgefunden, über deren Ergebnis jedoch noch nichts bekannt ist. Auch die Bewegung in Goldpfandbriesen hat in der letzten Zeit wieder etwas nachgelassen. Ein­mal reizen die Steigerungen wohl zu Gewinn­mitnahmen, auf der anderen Seite jedoch haben diese Goldpfandbriefe nicht durchweg lange Lauf­zeiten. So gelten bei den landschaftlichen Gold­pfandbriefen halbjährige Kündigungsfristen, und es ist befürchten, daß bei einer Lleberschrei- tung des Parikurses der zehnprozentigen die Landschaften von dieser Kündigungsmöglichkeit Gebrauch machen.

Die Geldflüssigkeit hält in vollem Umfange an. Zeitweise war tägliches Geld so­gar bis zu 3,5 Prozent herunter zu haben. Eine Angleichung der Zinssätze für kurzfristige Gelder macht aber nur ganz geringe Fortschritte, wenn auch nicht zu verkenne ist, daß am Kapital­markt die Tendenz nach unten sich jetzt etwas fühlbarer bemerkbar macht. Die Kreditneh­mer halten sich neuerdings mehr zurück. Einer­seits, weil sie wohl damit rechnen, in Bälde zu etwas vorteilhafteren Bedingungen abschließen zu können, andererseits aber auch, weil sie ihre Kreditansprüche den Zeitverhältnissen angepaßt hoben. Bemerkenswert ist, daß die ersten In­landanleihen, die bisher aufgelegt worden sind, so die der deutschen Girozentralen, die preußi­schen Schahanweisungen und vereinzelte Jnland- stadtanleihen einen vollen Erfolg erzielt haben, wobei man allerdings nicht weiß, inwieweit wiederum öffentliche Gelder zu diesem Erfolg bei­getragen haben.

* Das Dezember-Ergebnis der Reichsbahn. Dem amtlichen Nachrichtenblatt ' der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist zu ent­nehmen, daß sich das vorläufige finanzielle Er­gebnis der Deutschen Reichsbahn für Dezember an persönlichen Ausgaben (einschl. der Löhne der Bahnunterhaltungs- und Werkstättenarbeiter) auf 239 200 000 Reichsmark belief. Der Dienst der Reparations - Schuldverschreibungen betrug 49 842 000 Reichsmark. Die Höhe der übrigen Ausgaben läßt noch keine Schätzung zu. Aus dem Betriebe sind folgende Einnahmen zu ver­zeichnen: Personenverkehr 98 128 000 Reichsmark, Güterverkehr 231 579 000 Reichsmark, sonstige Ein­nahmen 40125 000 Reichsmark. Infolge der Schwierigkeiten im allgemeinen Wirtschaftsleben blieben die Derkehrseinnahmen erheblich hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere im Per­sonenverkehr ergaben sich größere Ausfälle. Die Steigerung der persönlichen Ausgaben gegen den Vormonat ist auf Zahlung der Notzuwendungen an die Beamten der Gruppen 16 zurückzu­führen. An den Generalagenten für Repa.ations- zahlungen wurde die für Dezember 1925 fällige Zahlung geleistet und das Erträgnis aus der Beförderungssteuer abgeführt. Im Januar 1926 sind die Einnahmen gegenüber dem Voranschlag stark zurückgeblieben, so daß Einschränkungen auf der Ausgabeseite erforderlich wurden. Der Ge­samtpersonalstand betrug Ende Dezember 1925:

711381 Köpfe gegen 729 702 im Vormonat. Der Rückgang besteht m der Hauptsache in dem Weg­fall von Zeitarbeitern, die in den günstigeren Iahreszetten wieder erscheinen werden.

Dörsenkurse.

(Ohne Gewähr.)

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlu» Kur«

1Uhr­flur»

Schluß-lAnfann flut« | flut'

Datum:

19. 2.

20- r.

19.2 1 20 2

3% Deutsche RcichScmletbe 4% Deutsche Reichsanleihe . SV,°/° Deutsche Reichsanlethe 39,V Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Svapprämienanleihe 4% Preußische KoniolS . . 4% Hessen 3V.°/o Hessen..........

3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Aul. dto. Doll.-Schatz-Anlreiiug.')

4»/0 Hontürfen 5*l0 SolbmerWanet ... .

Berliner Handelsgesellschaft.

Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Naiionalbank Deutsche Bank. Deutsche BereinSbank .... Disconto Commandit . .

Metallbau!........<

Mitteldeutsche Kreditbank. .

Oesterreichische Kreditanstalt Westbank ......

Bochumer Gaß . . Buderus ....... Caro .......... .

»-Luxemburg irchener Bergwerke. .

Harpcncr Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte . Oberbcdarf Phönix Bergbau ..... Ryeinttahl Riebeck Montan ....... Tellus Bergbau. ......

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ...

Cheramische Werke Albtn . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holzmann......

Anglo-Cont.-Guano Chemische Mäher Alapiu . . ff. G Farbcnindustrtc, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Rürgerswerke Scheidcanstalt «Hfl. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Moinkraftwerke ....... Schuckeri ....... .

Siemens A Halske . .....

Ädlcrwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Hehligenstaedt t "i'egutn........ . . .

Motorenwerke Mannheim frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellichast Frankfurt. Pct. Union A.-G Schuhfabrik Her; Sichel

Zellstoff Waldhos...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

0. 825

1.400

0.385 1

0.400

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6,5

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102,75

103

103

41.25

43

43

43

43 5

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Banknüten.

19 Sehr.

20. Febr.

Amtliche Noti rung

Amtliche Notierung

Geld 1

Brief

Geld

Brief

Ämft.-Ron

168,09

168,51

168.09

168,51

Bmn.-Aires

1.711

1,715

1.711

1,71.

Brss-Antw

19 07

19,11

19,07

87,71

19,11

Christiania.

87,71

87,93

87,91

Kopenhagen

108,6h

108 96

108,86

109,11

Stockholm .

H2.25

112,53

112,25

112,53

Helstngfors (stallen. .

10.551

16.88

10,59'

16.12

10,551

16 8

10,591

16,91

London. -

Neuyorl . .

'0,402

20,453

20,411:

20,451

4.195

4,20

4,195

4,215

Paris. . .

14,96

15,00

11,915

14,955

Schweiz .

10 87

80.97

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Spanien.

59.13

59,27

59,12

59,25

Japan . . -

1,932

1,936

1,938

1,942

-Dio de Jan

) 628

1.630

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Wien in D- Oest. abgest

39,04

59,18

59,05

59,19

Prag ....

12,415

12,455

12,415

12,45.5

Äelzrad . .

7.39

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7.39

7,41

Budapest. .

5,872

5,891

5,875

5,895

Bulgarien

3,052

3,062

3,05

3.06

Lissabon

d0 24j

20.205

21,245

21,295

Sandfl. . . Konstantin.

80 9 0

81.10

80,90

81.10

2,185

2,195

1,1 5

2,195

Athen .

6.04

6 06

5 99

6 01

(Sanaba. . .

4.178

4,188

4.178

1.188

Uruguay .

4,325

4.335

4,325

4,335

Berlin, 19 Febr

Amerikanische Noten ....

Belgische Noten ....... Dänische Noten ...... Englische Noten........ Französische Noteu ..... Holländische Noten.....

Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Oesterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten . ,

Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten . , .

Brief

4.212 19 13

109,02 20,473

168.60

Ti,96 87 9., 69.25

,12,48 81,05 69 20

12,452

Geld

1.192

19.03

108,43 20,373

167,76

16 88

87,55

58.95

111,92

80,65

58.60

12,392

Berliner Börse.

lEigener Drahrberichl des .Gießener Anzeigers".) Berlin, 20. Febr. Die Wochenschlußbörse zeigte nach den gestrigen starken Kursrückgängen teilweise leichte Erholungen. Insbesondere lagen Montanaktien etwas freundlicher auf das Ge röcht hin über das endgültige Zustandekommen der internationalen Röhrenkonvention. Zu Rückkäufen gab Veranlassung, daß der F r a n k e n st u rz sich während der ersten Stunde nicht fortsetzte (Paris gegen London 135,75). Schutzgebietanleihen konnten unter Einwirkung der Nachricht, daß man in London mit einer Klärung der Schutz­gebietfrage beschäftigt ist, einen Teil ihres kürzlichen Verlustes wieder aufholen (7,40 nach 6,90). Berliner Hochbahnaktien zogen auf das An-

aebot der Stadt Berlin an die Aktionäre um etwa 2 Prozent an. Weitere Chancen dürsten nach dem bisherigen Stande der Verhandlungen in diesem Papier aber kaum liegen. Im übrigen veranlaßte die positionstechnische Lage und die Rücksichtnahme auf ben- bevorstehenden Ultimo schon jetzt Zurück Haltung: ebenso trugen der neue Monatsbericht der Reichsbahn, der von einer weiter rückläufigen Bewegung spricht, und die Möglichkeit eines Aus­falles der Kölner Frühjahrsmesse zur Reserve bei, da aus diesen beiden Momenten wie­derum deutlich die immer noch sehr ungünstige Wirtschaftslage in Deutschland zu erkennen ist. In­folgedessen war die Gesamtstimmung trotz verschie­dener Kurserholungen unsicher. Das Geschäft verlief mit wenigen Ausnahmen ziemlich ruhig. Am Geld­markt hat sich nichts geändert. Das Angebot in Tagesgeld war bei 4.5 bis 6 Prozent nach wie vor reichlich, allerdings befürchtet man, daß auch hier möglicherweise in den nächsten Wochen eine gewisse Aenderung eintreten könnte. Monatsgeld stellte sich auf 7 bis 8 Prozent.

frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 20. Febr. Tendenz: Erholt. Nach den gestrigen empfindlichen Rückschlägen er­öffnete die Pörse in freundlicherer Stimmung. Das Entlastungsbedürfnis der Spekulation dürfte in der Hauptsache seine Erledigung gefunden haben, und es stellte sich wieder etwas Unternehmungslust ein. die in Rückkäufen und Wochenschlußdeckungen zur Auswirkung kam. Die Tendenz war auf fast allen Märkten leicht erholt, und das Geschäft hatte anfangs ein ziemlich lebhaftes Aussehen, wurde aber später wieder s e h r st i l l. Die Kursbesse­rungen hielten sich in den engsten Grenzen und gingen nur in ganz vereinzelten Fällen über 1 Pro­zent hinaus. Am Montanmarkt waren Deutsch- Lux, um 2 Proz. und Mannesmann um 3,25 Pro­zent höher. Rheinstahl plus 0,5 Proz. Farb­werte eröffneten zu fast unveränderten Kursen. Leicht gebessert waren Elektrowerte. Schlickert plus 0,5 Proz. Bankaktien blieben zunächst vernach­lässigt, zeigten aber gleichfalls Erholungen bis zu 0,75 Prozent. Stärker begünstigt waren Schiff­fahr t s w e r t e , wo die Kurse bei regeren Um­sätzen Besserungen von 1,25 Prozent aufwiesen. An den Neben Märkten blieb eine gewisse Un­regelmäßigkeit in der Kursgestaltung bestehen. So waren von Auto-Aktien Daimler unverändert, Kleyer aber 0,5 Prozent niedriger. Cme ansehnliche Besserung erzielten Zellstoff W a l d h o f, plus 1,25 Prozent. Maschinen- aktien tonnten ihre Verluste um 1 Prozent auf­holen. Zuckeraktien waren wenig verändert. Nur Frankenthaler plus 1,75 Prozent. Am deut­schen Rentenmarkt waren Schutzgebiet­anleihen ziemlich lebhaft im Geschäft bei einer Stei­gerung um 0,4 Prozent. Die erste amtliche Notiz für Kriegsanleihe stellte sich auf 0,400, gab aber später auf 0,395 nach. Von ausländischen Renten waren Türkenwerte weiter stark begehrt. Im Vor­dergründe standen auch Mexikaner. Der F r c i o e r keyr bot das übliche stille Bild. Api 0,4, Becker Stahl 45, Becker Kohle 59, Benz 38,5, Brown Bo- veri 70, Entreprise 10, Growag, fest, 60, Ufa 58 Prozent. Der weitere Verlauf zeigte wiederum Schwankungen. Die Tendenz neigte zum Nachgeben, und die wieder stärker hervortretende Lustlosigkeit drückte auf das Kursniveau. Infolgedessen traten wieder Kursabbröcklungen ein. Der Geldmarkt zeigt immer noch steigendes Angebot. Tages- gelb 5,5 bis 6,5 Prozent. Monatsgeld, erste Adressen, 6 bis 6,75 Prozent, für zweite Adressen 7 bis 8,5 Prozent. Bankdiskonten 5,5 Prozent. Industi ie- akzepte 6,75 Prozent. Im Devisenverkehr konnte sich der Pariser Franken auf Interventionen der Bank von Frankreich bis auf 135,60 gegen Lon­don erholen. London war gegen Kabel unoeränbert mit 4,861. Mailand notierte gegen London 121.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 19. Febr. Die freundlichere Ten­denz, die sich in den gestrigen Spätnachmittags- stunden sowie heute vormittag im Berliner Pro­duktenhandel durchsetzte, kehrte sich bei Eröffnung des amtlichen Mittagsve^kehrs wieder in das Gegenteil um, als auch aus Liverpool ermäßigte Kurse gemeldet wurden. In Weizen bleibt das Geschäft wieder ruhig. In Roggen zeigt sich wie­der etwas Angebot, doch sind die Forderungen höher gehalten. Gerste bleibt still, ebenso Hafer, nur bestes Material steht in Nachfrage. Von Mehl wird Weizenmehl infolge höherer Forde­rungen hier etwas mehr begehrt. Im Zeithandel stellten sich die Preise nur geringfügig höher. Märzweizen mit 262 und Mai mit 269 Mark je V2 Mark fester, desgleichen Märzroggen mit 162, während Mailieferung mit dem ersten Kurs von 175 Mark unverändert blieb. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 245 bis 248, do. pomm. 245 bis 248, do. März 262 bis 261, do. Mai 269 bis 268, Roggen, märt. 142 bis 147, do. pomm. 142 bis 146, do. März 162, do. Mai 175 bis 174,5, Gerste, märk. 166 bis 190, Futter­gerste 137 bis 153, Hafer, märk. 154 bis 164; für je 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,5, Roggenmehl 21,5 bis 23,5, Weizenkleie 10,25 bis 10,5, Roggenkleie 9,2, Viktoriaerbsen 26 bis 33, kleine Speiseerbsen 23 bis 24, Futtererbsen 21 bis 23, Peluschken 20,5 bis 21,5, Ackerbohnen 19,5 bis 20,5, Wicken 22 bis 24, Lupinen, blau 11,75 bis 12,5, do. gelb 13,75 bis 14,5, Serradelle 21,5 bis 23,5, Rapskuchen 14,2 bis 14,75, Lein­kuchen 19 bis 20, Trockenschnihel 8,1 bis 8,4, Kartoffelflocken 14,1 bis 14,4, Soya-Schrot 18,7 bis 18,9.

Büchertisch.

Höhere Kindschaf t." Erzählungen von Eduard von der Hellen. 220 Seiten. Union, Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart, Berlin, Leip­zig. Der bekannte Goethe- und Bismarckforscher,

der bereits mit einem Roman und zwei Dieraktern auch belletristisch vor die Oessentlichkeit getreten ist, legt in seinem neuen Buche sechs kurze Erzäh lungen vor, zusammengefaßt unter dem Titel Höhere Kindschaft", der dem vorletzten Stück der Reihe entnommen ist, und wohl nicht nur ver­einigen soll, sondern zugleich symbolisch gefaßt er­scheint. Das halbe Dutzend Prosastücke (man be­zeichnet sie nm zutreffendsten wohl nicht als No­vellen, sondern als Lebensbilder) behandelt iief- liegenbe päbagogische, soziale und psychologische Probleme. Alle sechs, obwohl untereinander sehr verschieden, werden innerlich zusammengehalten durch den Ernst der Gesinnung und Lebensauf­fassung, der dahinter zu spüren ist, durch eine Humanität, die die bloßen Schemen theoretisieren­der Idealformen offenbar in ehrlichem Willen zur helfenden und bessernden Tat überwinden möchte. Im ganzen: ein Buch, das man nachdenklichen Sinnes aus der Hand legt. 78

Von Hans Müller-Schlösser, dem Autor des vielgespieltenSchneider Wibbel" lie­gen zwei (im Industrie-Verlag und Druckerei A. G.. Düsseldorf) neuerschienene schmale Bände erzählenden Inhalts vor:Die Bratwurst", eine Handvoll Anekdoten, undDas Tintenmännchen", das drei kurze Geschichten vereinigt. Müller- Schlösser zeigt in beiden Werkchen Sinn für die episodenhafte, pointiert zugespihte Erzählung (meist an geschichtlich oder legendär gegebene Motive angelehnt), auch Blick für abstruse Si­tuationen, seltsame Käuze und einen leichten, oft liebenswürdig rheinisch gefärbten Humor. Von den Erzählungen erscheint uns am apartesten ein galantes Abenteuerchen des Kurfürsten Jan Wellm von Iülich-Kleve-Derg (Das Geburts­tagsgeschenk"), unter den Anekdoten besonders nennenswert die napoleonische Episode vom Ho­senknopf,Ahasvers Tod" undDie Bratwurst". Ganz nebenbei: was die Ausstattung betrifft, so hätte man dem sonst gefällig hergerichteten Bändchen ein anderes Vorsatzpapier gewünscht, das nicht so grausam auf das Auge wirkt, wie diese hartvioletten Schrägstreifen. 49,50

Die großen Subskriptionswerke des Tü­binger Verlages I. C. B. M o h r (Paul Siebeck) nehmen einen raschen Fortgang. Von dem Handbuch der Forstwissenschaft", das Lorey begründete und Professor Dr. Hein­rich Weber nun fortführt, erschien die 14, Lie­ferung zum Subskriptionspreis von 4 Mk., die die Bogen 9 bis 15 des 3. Bandes (Betriebslehre) enthält. Das von Wilhelm S u l o f f und Franz M e i s e l in Verbindung mit namhaften Gelehrten herausgegebeneHandbuch der Finanz- Wissenschaft" ist bis zur 7. Lieferung (Dogen 19 bis 21 des 1. Vandes) gediehen. Der Reu- yorker Professor Dr. E. R. Seligman führt die Geschichte der außerdeutschen Finanzwissen­schaft zu Ende. Professor Euglis, Brünn handelt über öffentliche Ausgaben und der Prager Pro­fessor A. Amonn beginnt seinen Beitrag über privatwirtschaftliche Einnahmen. Der Subskrip­tionspreis für dieses Werk beträgt 2 Mk.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter SenderS.

(Aus derRadio-Amschau".)

Sonntag. 21. Jebrnar:

8.309.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburg-Verein Frankfurt a. M. 11.3012 Uhr: Große Erzieher. Aus den Werken von Friedrich Wilhelm Förster 121 Uhr: Mittagsständchen, veranstaltet vom Hoflerschen Zitherverein. 33.30 Uhr:Die Mode im alten Rom", Vortrag von Frau Dr. Keil. 3.304.30 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.305.30 Uhr: Konzert des Haus- orchesters: Die Oper der Woche. 5.306.30 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 6.30 Uhr: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus:Tannhäuser^' und der Sängerkrieg auf der Wartburg, romantische Oper in drei Akten von R Wagner.

IHontag, 22. Februar:

3.304 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.15 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Alte Ope­retten. 5.456.15 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Die Bücherftunde. 7.30 Uhr: Ueber­tragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Neuntes Montagskonzert des Frankfurter Orchester­vereins.

Letzte Nachrichten.

Eifersuchtsdrama in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 20. Febr. (WSN.) Heute früh kurz nach 8 Uhr erschoß in der Heiligkreuz- gasse der 47jährige Häfner Anton Odenwelder seine 18jährige Nichte Maria Sagemeister, mit der er ein Liebesverhälnis unterhalten hatte. Das junge Mädchen hatte feit kurzer Zeit mit einem jungen Manne ein Verhältnis, und Odenwelder machte ihm daher aus Eifersucht verschiedentlich Vor­würfe und bedrohte es auch. Das Mädchen, das jedoch nicht von dem Liebhaber ließ, erhielt drei Schüsse in den Oberarm, einen in die Nieren und einen in das Rückgrat. Der Tod trat nach kurzer Zeit ein. Die Mordkommission erschien sofort am Tatort. Odenwelder ist flüchtig.

Bei lästigem Husten raten wir Ihnen, die von Aerzten als kräftige vustenmedizui hervorragend begutachteten «aaitia -Hustenbonbons zu nehmen. Lindern die Schmerzen, läsen den Schleim.Sagitta" Bonbons sind in allen Apotheken erhältlich Universitätsapotheke z.Gold. Engel 'Avolh.Krosdor

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Für die Herstellung guter Suppen gibt es viele Rezepte. Und doch verursacht ihre Auswahl häufig Kopf­zerbrechen, weil ihre Zubereitung meist mühevoll und zeitraubend ist Die erfahrene Hausfrau weiß sich aber zu helfen: Aus MAGGIS Suppenwürfeln bereitet sie ohne langes Zurichten, nur durch Kochen mit Wasser, feine Suppen in reicher Abwechslung. MAGfiß Suppen (1 Würfel für 2 Teller 13 Pfg.) sind überall erhältlich.