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bem Roman. Darum könnte man dieses Alter die Roman-Periode nennen. 3n ihr ist da« Lese« bebürfnis meist sehr stark,

Fürsorgemahregeln für entlafjene Gefangene.

Bekanntlich bildet die Fürsorge für entlasten« Strafgefangene eine Hauptaufgabe der Strofooll- streckungsbcl)örden. Damit, dost der Staat die uon den Gerichten auf Ärund der Strafgesetze erkannten Nreiheilsstrosen an den Missetätern vollstreckt, ist «s allein nicht getan. Aufgabe des Staate» ist e-, in jedem Falle zu prüfen, auf welche Weise sich der Rechtsbrecher in das bürgerliche Leben zurückfindet, und ihm hierbei soweit als möglich behilflich zu fein.

Einen Versuch in dieser Richtung hat der mit den Staatsorganen j)unb in Hand arbeitende Hes» fische Schutzv«rein für entlassene Ge» f o n g e n e neuerdings dadurch unternommen, bofo er sich das Hosgut Hohenau am Rhein (Ge­markung Trebur, Kreis Groß-Geraus sicherte. Der Verein hat daselbst eine A u f n a h m e st « l l e für Strafentlassene eröffnet und hat den land. wirtschasUich-n Betrieb in einer den Vereinszwecken entsprechenden Weise eingerichtet. Das Ministerium der Justiz will seine Ziele dadurch fördern, daß es pmächst versuchsweise Straferlaß unter der Bedingung nrehriädriger Bewährung, d. h. tadel- freier, strafloser Levenssührnng, und gleichzeitig um lex der weiteren Bedingung gewährt, daß der in Frage kommende Gesungen« unmittelbar nach seiner Entlassung auf dem Gute Hohenau in Arbeit tritt. Die Minoestdauer der 'Arbeit daselbst soll ein bis drei Monate dauern. Die Strafverbüßung soll «ine Verkürzung um die festgesetzte Mindestdauer der Ar­beit aus der Hohenau erfahren. Für Zuchthaus, fträflinge kommt die Beschäftigung aus der Hohenau vorerst nicht in Frag«. Fstp di« Aufnahme kommen auch nur solche Gefangene in Betracht, di« nach ihrer Persönlichkeit, insbesondere nach ihrer Füh­rung in der Strafanstalt, die Gewähr dafür bieten, daß Pe in ber Aufnahmestelle einen ordentlichen, gesitteten Lebenswandel führen, fleißig sind und den Anordnungen des Leiters des Gutsbetriebs willig nachkommen, weil eine Beaufsichtigung der Ent­lassenen über das für den Arbeitsbetrieb und die Ordnung in einem landwirtschaftlichen Betriebe hin. ausgehende Maß weder ftattfinden kann noch statt­finden soll.

3n einem an die Justizbehörde gerichteten Aus­schreiben hat der hessische Justizminister eingehend auf diese neue Einrichtung hingewicsen und den Strafvollstreckungsbehörden Weisungen erteilt.

Es wäre zu wünschen, daß dieser neue Versuch der Gesangenenfürsorge in Hessen von Erfolg be­gleitet sei. Die Einrichtung des Gutsbetrieos in Hohenau ist jedenfalls ein« begrüßenswert« soziale Tat des Hessischen Schußoereins.

Bornotizcn.

T a g e S ka le nde r für Freitag: ©tabitfceoter: 7.30 Ahr,Die Jungfrau von Orleans" (»nbe gegen 10.30 Uhr). V. s. B.: 6.30 Ufnr.Universitäts-Cafi, Außerordentliche Hauptversammlung. MjssionSbundLicht im

8 Uhr, Neue Aula der Universität, Vor­trag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Mädchen- scheu". Astoria-Lichtspiele:3n letzter Minute".

Die Herb st Versammlung ber evangelischen F ra u « n v e r ei n e Obere helfen« wird am Montag, 22. November, nachmittags Im Saalbau Sauer dahier statt­finden. Frau Hummel- Altenburg spricht dabei über das aktuelle Thema: .Mutter sind eines Volke- Schicksal'. Die Vortragende ist brr der großen Hauptversammlung der evangelischen Frouenvereinigung Deutschlands, die In der Psinaslwoche dieses Sahres in Darmstadt tagte, als Äolksredperin vorteilhaft bekannt geworden. Näheres siehe Anzeige.

* DaS Derkshrsbureau des Gie­ße n er VerkehrSvepeine in dem Tor- Haus am Seite rsweg. das gegeMoärttg noch in; Umbau begriffen ist, wird nach Fertigstellung in neuzeitlichster Weise ausgestatt-t. u. a. sott dort eine öffentliche Fernsprechstelle geschaffen werden, weiter will man, einem vor wenigen Lagen imGießener Anzeiger" geäußerten Wunsche Rechnung tragend, eine Verkaufsstelle für Gasmarken schaffen, ferner ist in Aussicht aenommen. auch Fahrscheinhefte der Straßen- vahn in Dem Bureau auszugeben. W itere im unterere der Gesamtheit liegende Einrichtungen sind im Werden begriffen, über die heute aber noch nicht berichtet werden kann.

* Eine WeihnachtSspende für be­dürftige Gießener Kleinrentner hat der Verkehrs verein gestern abend in seiner Dor- stands- und Ausschuhsitzung beschlossen. Dem Ver­ein sind von der Preisvecteilung gelegentlich deS BlumenschinuckwettbewerbD eine Anzahl Ge­genstände (Wein, Zigarren, Bücher, kleinere Herrenwäsche) verblieben, die er in der oben» genannten Weise verwenden will. Der Beschluß verdient dankbare Anerkennung.

" Kraftpost Giehen-Krofborf Fellingshausen. Vom Postamt Gehen wird uns milgeteilt: Mit Wirkung vom 22. No- vember ab werden die um 5.35 nadjm. in Gießen Bahrchos abgehenden Fahrten der Kraitpostlinie Gießen - KrochorfFeilingshausen, die bisher um 5-55 nachm. in Ärofbon endigten, b i s nach Fellingshausen durchLemyrt, wo die Wa­gen um 6.C8 nachm. ankommen und um 612 nachm. über Krofdorf nach Gießen zurückfahren. Diese Planänderung hat zur Folge, daß die Fahrten ab .^iofborl (Apotheke) 6.00 nadjm. nach Gießen und Diejenige ab Fellingshausen 7.05 nachm. z. ifdeu FellingShgUsen und Kro bork (Apotheke, in Wegfall kommen, ferner hie bisher um 6.25 uoch..i. in Gießen Bahnhof abfahrende Kraft­post luftig erst um 6.50 nachm. abfährt und nur bib Gosdorf (Apotheke) verkehrt.

V-R. Verlegung des bursch en- schaftlich-ht st arischen Archivs von ließen nach Frankfurt? Aus Frant- fuct a. M. wird uns gemeldet: Wie verlautet be> steht die Absicht, das burschenschastlich-hiswrische Archiv, das sich z. Z. in Gießen befindet, und unter Leitung des um die Erforschung der Geschichte der Burschenschaft überaus Der dienten Geheimrat« Prof. Dr. Haupt steht, nach Frankfurt a. M. überzusühren- Der Frank- funer Magistrat ist bereit, die nötigen Raume im Siadlarchiv zur Verfügung zu stellen Vis zur Stunde war es unS nicht möglich, eine Aeußerung von Gießener zuständiger Stelle über die Richttgteit dieser Meldung zu erhalten. Die Redaktion.

* Teilweise Straßensperre. Wegen Vornahme pon Jnstandsetzungsaroeiten an dem Dahngkeise der Frankfurter Straße hat das Polizei­

amt die rechte Seite dieses Gleisüberganges aus der Fronksurler Straße, Richtung GießenKlein- Linden, für jeglichen verkehr bis auf weiteres ge­spellt.

Ausgehobene Straßensperre. Die am 5. Oktober vom Polizeiamt angeordnet« Sper­rung der Bahnhofstraße zwischen Schanzenstroße und Westanlage ist jetzt wieder aufgehoben worden, da die Pslosterarbeilen beendet sind.

" Die Gewerbe- und.Maschinen­bauschule Gießen hat am 1. November ihr Wintersemester begonnen. Auch in diesem Se­mester aeigte sich wiederum die große Raum» tnapvh<tl, so daß viele Säle außerhalb her Schule hinzugemietet werden muhten. Die An­stalt wird in ihren verschiedenen Abteilungen, wie Maschinenbauschule, Bauschule, Schreiner- fachschule, Abteilung für Kunsthandwerker, Schuh­macherfachschule, Topferfach'chule und Heeresfach- schule für Gewerbe und Technik von insgesamt 403 Schülern besucht. Dazu kommen noch zahlreiche Abendkurse, von denen vor allem ber für Glcktromeister zu nennen ist. Ein neuzeit­liches Laboratorium für diese gehl der Voll­endung entgegen. Zu ber großen Raumknappheil trägt Besonders der Umftaiib bei, bah in dem Gebäude der Anstalt außer den obengenannten Schülern noch etwa 850 Fortbildungsschüler unieraedrachr werden sotten

,r Der Reisepaß ist nötig! Deutsche Aeichsangehörige bedürfen zum Betreten und Verlassen des Reichsgebiets grundsühlich nach wte vor eines Reisepasses. Diese CS.-ftimmung ist durch die inzwischen erfolgte Aufhebung des Sichtvermcrtszwangb im Verkehr mit Oester, reich, der Schweiz, mit Liechtenstein, den Hiebet- landen, mit Japan, Dänemark, Luxemburg, Portugal, Schweden, Danzig, Euba, Haiti, Pa- nama, Island und ber Dominikanischen Republik nicht aufgehoben worben. Deutsche Reisende, die ohne Reisepaß an der deutschen Grenze ein» treffen, müssen gewärtigen, cm Grenzübertritt gehindert zu werden.

WSN. Eine Kriegsblinden st iftung. Der hessischen Hauptfürsorgestclle der Kriegsbeschä­digten- und Kriegerhinterbliebenenfürsorgc ist es durch Mithilfe der Firma Adam Opel in Rüssels­heim und dank dem Entgegenkommen der Firma Schneider & Opel in Frankfurt a.M.-Eschers­heim gelungen, den in Hessen wohnenden Kriegs­blinden, die noch nicht an den Rundfunk angcschlossen waren, Radioapparate nebst Zubehör zur Verfü- S zu stellen. Damit ist nun sämtlichen hessischen jeblinbcn die Möglichkeit gegeben, die Verbin­dung mit der Außenwelt auszünehmen.

WER. Rundfunk auf den Alpen- k l u b h ü t t e n. Rach einer Mitteilung der Reichszentrale für Derkehrswerbung sind die im Zugspitzgebiet gelegenen Schuh Hutt en des Deut­schen und Oesterreichischen Alpenvereins kürzlich mit Rundsunlanlagen versehen worden, die dem­nächst betriebsfähig sein werden. Die Anlagen werden ausschließlich für den Wetter- und Un- fallmeldedienst verwendet werden.

Vorn Bund erblindeter Krie-> ger, Untergr uppe Gießen, wird uns geschrieben: Wir beabsichtigen, in diesem Jahre ein« Weihnachtsfeier zu veranstalten, die mit einer Bescherung aller kriegsblinden Kameraden verbunden sein sott. Um diese zu ermöglichen, wandten wir uns an hiesige Firmen und Privat­personen mit der Ditte, uni Spenden zur Ver­fügung zu stellen. Wie wir hören, ist eine Unter­stützung unserer Sache verschiedentlich mit der Begründung abgelehnt worden, daß wir Konzert» karsen verkauft hätten, aber die in Aussicht gestellten Konzerte aus nicht bekannten Gründen ausgefallen wären. Wir stellen hiermit fest, daß wir mit derartigen Machenschaften nicht das geringste zu hin haben, und tonnen mittellen, daß Der in Frage kommende Schwindler straf­rechtlich verfolgt wird. Klmzerte, die von uni veranstaltet wurden, sind stets ausgeführt wor­den. Wir dürfen annehmen, daß diese Zeilen genügen, um alle Bedenken gegen uns zu zer­streuen, und daß sich niemand adhatten lassen wird, an dem Erfolge unserer Weihnachts­bescherung mitzuwiicken.

Das Lichtspielhaus Bahnhof­straße zeigt gegenwärtig das LustspielM öd. chenscheu" mit dem beliebten Filmkomiker Harold Lloyd in der Hauptrolle. Der Film ist einer der besten Schlager biefer Art, sehr geschickt aufgebaut und wirkungsvoll inszeniert. Dai Spiel entfesselt stürmische Heiteckcits.ius. brüche und läßt die Sorgen des Alltags für ein paar Stunden völlig vergessen. Das Pro­gramm wird durch zwei luftige Trickfilme, die in mühevoller Arbeit aus unzähligen einzelnen Zeichnungen zusammengesetzt wurden, bestens er­gänzt. Ein Besuch der Vorführungen ist zu empfehlen, z.

Eine oberhessische Sänger-Erinnerung.

ö Laubach, 18. Noo. Bekanntlich vereinigen sich neuerdings zahlreiche Gesangvereine unserer Heimat zu größeren Verbänden, um durch ge­meinsames Dundessingen die Pflege des Liedes, sowohl des Volksliedes als auch des Kunst­chors zu fprbem. Zu dem Zwecke hat sich vor kurzem decHorlosf-Wettertal-Sänger- bund gebildet, der eine ganze Re be von Ge­sangvereinen dieser Täler umfaßt. Diese Bestre. bungen sind jedoch nicht neu. Bereits vor einem Iahrhundert finden wir den Ansatz dazu. So gab ber verdienstvolle Konrektor Schaad zu Laubach (160090), dem seine treuen Schüler im Sagte 1900 auf dem Aamsberg ein schönet Denkmal der Verehrung setzten, im Sommer 1 839 die Anregung zu einem großen gemein­schaftlichen Gesangfest, woran sich die Vereine der Provinz fast sämtlich betei­ligten. Schaad hatte den Gesangverein unserer Stadt begründet und erkannte die Bedeutung gegenseitiger Qlnregung und Vervollkommnung. Am 21. Juli vormittags, nach Beendigung des Gottesdienstes, trafen hi« Gesangvereine pon Lauterbach, Schotten, Grünberg, Hungen, Butz» bad) und Friedberg mit Musik unter dem Donner von Böllerschüssen auf 14 vierspännigen, mit Fahnen und Laubgewinden geschmüdlen Wagen in Laubach ein. Vorerst wurde eine General­probe abgehalten, die durchaus befriedigend aus­siel. Um 2 Uhr fand in der Stadtkirche feier­licher Gottesdienst statt, der durch den Choral: Herr, wir singen deiner Eher", den alle Vereine gemeinsam vortrugen, in stimmungsvvoller Weise verschönt wurde. Um 4 Uhr sand ein Festzug durch die Hauptstraßen statt. DieDidaökaliä. Jahrgang 1839. Nrr-2l0, berichtet weiterSo­dann wurde das Gesangfest in dem gräflichen Schloßhof fortgesetzt. Hier hatte ber erlauchte Graf z u Solms-Laubach, ein wahrer

Freund der Volksbildung und mithin auch eine« veredelten Dolksgesanas, für 300 Sänger eine geräumig« Tribüne erbauen lassen und lieh samt- lichen Sängern die erquickendsten Erfrischungen reichen. Der Graf wurde mit einem Herzlichen Lebehoch begrüßt und erwiderte dasselbe mit einem angemessenen Toast aus bi« Gesundheit Lr. König!. Hoheit des Grohherzogs. Dor 500600 Zuhörern erklangen vierstimmige Gesänge geeigneter Volkslieder au- denFrank­furter 8eftgefangen", Müllers Mannerchören und Operdjörcn. Gegen 6 Uhr zog das vereinte Sangetlorps auf eine nahe Anhöhe (jedenfalls Ramsberg"), wo di« lieblichste Aussicht bem festlichen Tag einen neuen Reiz gab. Mit ein- brechender Rächt und nach beendigtem Abend­essen führte der Zug zur Stadt zurück, und es begannen mehrere Feftbälle für sämtliche Sängerchöre, die erst am anderen Morgen in un­getrübter Heiterkeit endeten Ein dankbares Lebe­hoch erschalle noch lange dem erhabenen Re­genten von Hessen, unter dessen erleuch­teter Regierung ber Bolksgesang zu solcher Der- Dollfommnung gereift ist, daß sein dankbares Volk ein solches Fest feiern konnte, aber auch nicht minder dein edlen Grasen zu Solms-Laubach, ber alle so freundlich aus­nahm. wie auch dein verehrten Kreisrat des Bezirks, ber durch zweckmäßige polizeiliche Anordnungen, besonders durch das Verbot des BranntweintrinkenS im Freien, diele Feier unter­stützte, und endlich der großen Volksmenge, die |id) durch Anstand, Ordnung und Ruhe an diesem Tage so rühmlichst auszeichneie. Lau­bachs Sängerchor wird nie die freundliche Teil­nahme und Mitwirkung der auswärtigen Vereine vergessen".

Preußen.

Kreiö Biedenkopf.

T Waldgirme s, 18. Nov. Der hiesige A r beitergesan avereinBolkschor" unter der Leitung des Lehrers T h o in o i ch c w s k i, hier, gab am Sonntag ein außerordentlich gut besuchtes Honzert. Als Mitwirkende am Flügel halte sich die Musiklehrerin Frl. A n t h c s aus Frankfurt, die Schwester unseres Pfarrers, in uneigennütziger Welle in den Dienst der Sache gestellt. Einzeln und in Begleitung des Orchesters aus Krofdorf zeigte sie ihre Meisterschaft am Flügel und sand damit reichen Beifall. Die Gesänge des Vereins wurden gleich­falls mit großem Beifall aufgenommen, besonders auch die Äcjangseinlagen der Frau Thoma- s ch e w s k i. Der Verein kann mit seinem Erfolg zufrieden sein.

Kreis Marburg.

sch. Marburg, 18. Rov. Zur Förde­rung der Raturdenkmalvflege im Regierungsbezirk Kassel hat der Unt^rverband Kassel im Preußischen LandfreiStag gemeinsam mit dem Landeshauptmann eine Organisation ins Leben gerufen, die für Ober-Hsssen die Kreise Marburg, Frankenberg und Kirchhain umfaßt uno die Bezeichnung Landschaftsstelle für Naturdenkmalpflege in Ober- Hessen" führt- Sie setzt sich zusammen aus den ßanbräten und den von diesen ernannten Ver­trauensleuten. Ein Fall von Kinder­lähmung wird auch aus Mellnau (Kreis Mar­burg) gemeldet. Cs handelt sich um eist Kind, das schon von Geburt auS etwas gelähmt ist, sich deshalb zur Behandlung in einer Marburger- Klinik befand und nun auch von dieser Krank­heit noch befallen ist.

Kreis Westerbura-

CO Westerburg, 18. Poo. Bei einer im Distrikt Oberrod-Westtniahe stattgehabten Treib» j a g h kamen zwei Keiler, ein Frischling, 17 Reh«, 22 Hasen und 7 Füchse -ur Strecke.

WSN. Frankfurt a.M., 16.Rov. Die Stadt Frankfurt a.W. ist dem Verein zur Vorbereitung der Autostraße Ham­burgF r a n k f u r tB a s e l (Hasraba) bei­getreten, der seinen Sitz und seine Hauptgeschäfts­stelle in Frankfurt a. M. hat und im Rahmen einer Vorcerellungsgesellschaft alle Arbeiten lei­sten will, die in technischer, wirtschaftlicher, finan­zieller, verkehrsf)oZtischer und propaoandistischer Hinsicht zur Prü.ung der Durchführbarkeit und zur Vorbereitung ber Ausführung der Auto­straße HomburgFrank.urtBasel geeignet und ersvrderltch sind. Heule nacht gegen 2 Uhr wurden drei in Griesheim a. M. wohnende Män­ner von einem in der Gelnhäuser Gasse wohnen­den Arbeiter infolge eines Wortwechsels durch Messerstiche so erheblich verletzt, daß sie im Hospital ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. Der Arbeiter wurde festge- jwmmen. Einer ber Verletzten liegt im hoff­nungslosen Zustande barnieder. Der Magistrat hat soeben der Sia^toerordnelenver- fammlung eine ausführlich begrün bete Antwort hinsicktlich ber Beschlüsse der Versammlung vom 19. Oktober d. 3. auf Herabsetzung der Ge­werbesteuer von 460 auf <00 Prozent, Be­seitigung des Zuschlags zur staatlichen Grund­vermögenssteuer und Aufhebung der Zuschläge zur Grundvermögenssteuer zugehen lassen. Sn Der Antwort teilt der Magistrat mit, daß er den genannten Beschlüssen nicht bel- zutretenvermöge. Begründet wird b e Ab­lehnung mit der Tatsache, daß zwar eine Mehr- elnnahine von 5,65 Millionen Mark zu er­warten sei, daß demgegenüber aber auch eine Mehrausgabe von 10,5 Millionen Mark zu decken sei. Mithin bestehe noch ein Fehl- beiraßüon s a st 4 Millionen Mark. Bei einer Herabsetzung der Gewerbesteuer müht« dieser Betrag anderweitig beschafft werden. Der Ein- und Ausbrecher Andreas Kunkel ist bei einem Einbruch in Dieteshüm bei Mühl­heim, den er mit seiner Braut ausfühoen wollte, fest genommen worden. Kunkel ist, wie vor einigen Tagen schon gemeldet, ein alter Be­kannter der Polizei und durch seine Ausbrecher­künste ein besonders schwerer Junge. Seine Braut, Elisabeth Lachmayer, konnte sich der Fest­nahme entziehen, wurde aber bei ihrer Rück­kehr auS Dietesheim festgenommen. Infolge der polizeilichen Derfolgmigen führte das Paar ein unstetes Leben. Mit falschen AuSwelLpapieren haben sie sich insonderheit vornehmlich in Bayern aufgebalten und vom Bettel gelebt. NachtS haben fie meist im Freien genächtigt.

Amtsgericht Gießen.

' Gießen, 16. Noo. Ein Geschäftsmann von hier war von feiner geschiedenen Ehesrau verklagt worden, weil er sie mitzhandelt habe. 2n seiner Erwiderung aus die PrivaMage erklärte er u. a., der Rechtsanwalt der Privatklägerin suche aus der

^ache Kapital zu schlaoen. er lege thr immer Sachen vor, die sie unlerschreiven müsie. Die Pnoatklägerin habe selbst erklärt, sie könne nichts dafür und wisse von nichts, der Rechlsanwatt mache das von sich heraus. Offenbar sei dieser der Meinung, daß an den paar Haaren, die sie now hätte, noch etwas zu rupfen sei. Der Rechtsanwalt erhob daraufhin gegen den Gefchäftsmann Priootklage wegen Be­leidigung, die heute oeraleichsweife erledigt wurde, nachdem er einen Bries seiner Klientin ooraelegl hatte, In dem sie ihn wiederholt aus» eindringlichste «rsuchle. unter allen Umständen doch die Prioatklage Segen ihren geschiedenen Ehemann zu erheben und urchzusühren. Trotz dieses Drängens wurde die Klage erft mehrere Wochen später erhoben. In dem Vergleich erklärte der Angeklagte, er hab« sich davon überzeugt, daß die von ihm in seinem Schreiben gegen den Rechtsanwalt erhobenen Vorwürfe unbe­gründet seien. Er bedaurc, den Erklänmgen dritter Personen, die ihm diese Angaben gemacht hätten, Glauben geschenkt zu haben und nehme diese Bor^ würs« mit Bedauern als unwahr zurück. Außerdem mhlte er «ine Buße von 30 Mark zu wohl tätigen Zwecken und Übernahm die Kosten des Rechtsstreits.

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Xegp Natur] lodener Queflsolz, halfen Sodener war mbrunnenJI

lichkeit zurückgewiesen werden die frische Lust gebracht Nachbarn horten, wie es

Erweitertes Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 17. Nov. Den Deh«leuten L., Metzger und Landwirt in Holzhaufen v.d.H.. sind im Laufe der letzten Sabre neun kleine Kinder gestorven. Nach und nach begann man in der Bevölkerung zu munkeln, daß da etwas nicht mit rechten Dingen zugeha. Als im Somme- wieder der Tod des zweijährigen Kindes Heinrich erfolgte, weigerte sich der Arzt, das Todeszeugnis auszustellen: die StaatSan- waltschast nahm sich der Sach« an, und bas Er- mittetungsergebnis im Vorverfahren war der­art, daß die Eheleute sich heute unter der An- llage ber fahrlässigen Lotung vor dem Gericht zu verantworten hatten. Der Ehemann L. ist viel älter als feine Frau und lebt in der Ueberzcugung, nicht der Vater ihrer Kinder zu sein. Infolgedessen kümmerte er sich nicht um sie, lieh sie obwohl er heute seine kirchliche Gesinnung betonte nicht taufen, wenn sie star­ben, wurden sie sang- und klanglos begraben, um die Gräber kümmerte sich kein Mensch; die Frau gibt zu, ihre Muttcrpflichten vernach­lässigt zu haben, ihr Mann habe es nicht gern gesehen, wenn sie sich um die Kinder geküm­mert habe. Uebrigens habe sie dem Kind soviel Milch und Zwieback gegeben, als es angenommen habe. Bis zu welchem Grade die Pflichtder- gesseuhelt der Mutter vorgeschritten war, ergab sich bei der Leichenöffnung des zuletzt verstor­benen Heinen Heinrich, bei dem allein noch ein­wandfreie Feststellungen getroffen werden konn­ten: das Dolliommen verwahrloste Kind befand sich in einem Ernährungszustand, wie er nach den Gutachten der Gerichtsärzte niemals im Krieg an den Hungerkindern beobachtet worden war. Das Kind war in den zwei Sahren seines Lebens nicht ein einzigesmal abgesehen von dem Smpftermin, In dem es wegen Schwäch-

mußte an worden. Die oft verzweifelt Familie hatten

oben im Saustatt und schrien". DaS Anerbieten eines praktischen Arztes, der den Ehemann, aud; für den Fall, daß er nicht ber leibliche Vater der Kinder fei, auf seine Pflichten hrngewiefen unD dec Mutter seine Hilfe angebvten hatte, war unbeachtet geblieben, ebenso wie die Fur- sorgeschwestLr, die nach dem rechten sehen wollte, labgewiesen wvrden war. Die Folge der Ver­nachlässigung und unzweckmäßigen Ernährung war eine in den ersten Lebeismvnatsn ein* Ictzcnde Rachitis, d e zum T.de des Kindes führte. Sn Uebereinsttmmung mit dem Gut­achten ber Gerichlsärzte und den Darlegungen der Htaatsanwaltsch^sr gewann das Gericht die Ueberzeugimg, daß die A,-.geklagten sich eines auf das schärfst« zu mißbilligenden grob fahr­lässigen Verhaltens schuldig gemacht haben. An dec Zurechnungsfähigkeit des Ehemann L. ist trotz seiner zornigen Aufgeregtheit, die ihn be­herrscht, nicht zu zweifeln: Denn ec auch seiner Frau die Erfüllung ihrer Mutierpflichten zweifel­los erschwert hat, so wäre doch die robuste und energische Frau in der Lage gewesen, ihren Willen dem im Grunde gutmütigen Mann gegen­über durchzusetzen, wenn sie nur ernstlich ge­wollt hätte. Den Erfolg ihrer Nachlässigkeit hätten beide Angeklagten voraussehen können und len. Das Urteil lautete wegen fahr- siger Tötung-auf je ein 3abr Ge­sang n i s.

Ter schon 13 mal vorbestrafte Techniker Paul Knobloch von Halle hatte im Sommer die­ses Sabres in Gießen vecsch.ebene Geschäftsleute dadurch zur Hergabe von Waren und auch von barem Geld veranlaßt, daß er ihnen vortäuschte, er sei Ingenieur mit gutem Einkommen, wäh­rend er tatsächlich ohne Stellung und völlig mittellos war. Wegen Rückfallbetrugs in vier Fällen wurde er zu zwei Jahren Ge­fängnis verurteilt.

Sn der Dacht vom 29. bis 30. Suli wurden in Bad-Nauheim versch.edene Äeileretn- bcüche verübt und dabei Schmalz, eingemachtes Obst. Wein, Käse ufto. in größeren Mengen ge­stohlen. Sn der übernächsten Nacht gelang es dann in Gießen einem Wachmann und einer Polizeipatrouille, den Gärtner Hans Henschel von Essen bei einem ähnlichen Kellerdiebstahl festzunehmen Sn seinem Besitz befanden sich ein Meißel und ein Stück Kuchen, die aus zwei weiteren Kellerdiebstählen aus derselben Nacht stammten. Henschel bestritt zunächst, bei den Nau­heimer Liebstählen beteiligt'gewesen zu fein; als ihm bann vorgehalten wurde, daß dort seine Fingerabdrücke festgeslellt wordrn feien, gestand er. Strafe: 2 3ahre Gefängnis.

Lec Knecht Franz Wilhelm H a v l t c e k aus Frankfurt a. M. hatte im Mai d. 3. eine Bescheinigung seines TienstHrrrn gefällcht und unter Vorlage derselben sich 20 Mark erschwin­delt. Mit Rücksicht auf seine Vorstrasen erhielt er 3 Monate Gefängnis.

schrie. Die alleren Kinder der

in der Nachbarschaft wiederholt mit Bezug auf ihre kleinen Geschwister geäußert, diese seien