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10 000 im August 1925, während die Zahl der Arbeitsstellen, für die keine geeigneten Bc^ Werber vorhanden waren, am 7. August mehr als 12 500 betrugen gegenüber 10 000 im August 1925. Am 12. August zählte man in ganz Frank­reich nur 35 1 Unterstützte Arbeits­lose, davon 47 in Paris. 3m März 1921 bei der letzten Wirtschaftskrise betrug die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in Frankreich 91 000.

Va§ griechisch-jugoslawische Bündnis.

Frankreichs Genugtuung über den Balkanpakt.

Paris. 18. Aug. (WTB.) Zum Abschluß des griechisch-jugoslawischen Bündnis- und Freundschaftsvertrages und zur Regelung der übrigen zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen schreibt derTemps": Frankreich hat stets mit all feinem Einfluß eine griechisch­jugoslawische Annäherung begünstigt, die die erste Bedingung für jede Konsolidierung auf dem Balkan ist und vor deren Durchführung es nicht möglich sein würde, einen wirklichen Balkanpakt der gegenseitigen Garantie ins Auge zu fassen. Das feste Bündnis zwischen Jugoslawien und Rumänien genügt zur Rot, um den Respekt vor den Verträgen auf dem Balkan zu sichern. Aber damit diese Verträge gegen jede böse Ueberraschung geschützt sind, ist es notwendig, daß Griechenland mit Ru­mänien und Jugoslawien freundschaftliche, auf fester Grundlage beruhende Beziehungen unter­hält. Man kann sagen, daß dieses Resultat jetzt erreicht ist. DasJournal des D6bats" erklärt: Man muh sich zu dieser Annäherung beglück­wünschen. Die Ergebnisse dieses Vertrages wer­den auf dem Balkan und anderswo ausgezeich­net sein. Trotz der Kritiken derjenigen, die in einem unorganischen Europa den Frieden auf» richten wollen, entfaltet sich das System der regionalen Bündnisabkommen. Das ist eine Bewegung, die nur diejenigen, die im Trüben fischen wollen, oder die reinen Utopisten zu hintertreiben suchen. Man muh im Gegenteil diese Bewegung fördern.

In politischen Kreisen Athens verlautet, daß die griechische Regierung nunmehr unver­züglich Verhandlungen mit Rumänien wegen Abschlusses eines griechisch-rumänischen Freundschaftsvertrages auf nehmen wird, der in seinen Grundlinien dem griechisch­südslawischen Abkommen gleichen soll.

Der Ksrchenftreit in Mexiko.

Mexiko City, 18. Aug. ( Associated Preß.) Das mexikanische Auswärtige Amt gibt zu. daß sich die lateinamerikanischen Diplomaten bemüht hätten, in dem Kirchenstreit zu vermitteln. Dies fei auf Veranlassung des Episkopats geschehen, aber die mexikanische Regierung habe nicht ge­statten können, daß sich eine fremde Macht in rein innere Angelegenheiten des Landes mische. Der Generalstaatsanwalt teilt mit, dah er Meldungen aus Riederkalifornien erhielt, denen zufolge alle dort lebenden katholischen Priester die kirchlichen Bestimmungen der Regierung angenommen hät­ten. Der amerikanische Handelsattache in Mexiko erklärte, dah die Bohkottbewegung in Mexiko einen gewissen, aber nicht sehr großen Erfolg habe. Der wirkliche Erfolg könne erst nach einem oder zwei Monaten festgestellt werden. 'Der Boykott mache sich in der Hauptstadt und in den Städten, in denen die Petroleum-, Textil» l und Berawerksindustrie vorherrsche, weniger gel= tend. als in den landwirtschaftlichen Mittel» ' punkten und den Städten mit streng religiöser . Bevölkerung. Dem Verkauf von Automobilen und anderen Luxuswaren habe der Boykott geschadet.

Das Wohnungsbauprogramm.

Berlin, 18. Aug. (VDZ.) Der Reichstags­ausschuß für das Wohnungswesen erörterte am Mittwoch die Fragen der Arbeitsbeschaf- sungdurch denWohnungsbau. Geheim­rat Tr. Wölz vom Reichsarbeitsministerium berichtete eingehend über das neue Wohnungs­bauprogramm der Regierung, wobei er daraus hinwies, dah die Finanzierung des Woh­nungsbaues unbedingt verstärkt werden müsse. Durch die neue Hinausschiebung der Erhöhung der Friedensmiefe über 100 Prozent auf ein Jahr seien von der Hauszinssteuer nicht so viel Mittel zu erwarten, als man angenommen habe. Das Reichsarbeitsministerium habe sich auf die Belebung des er st en Hypotheken- Marktes beschränken müssen. Die allgemeinen Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung würden außer den Bauarbeitern namentlich den Bau­hilfsarbeitern zugute kommen. Das zusätzliche Bauprogramm bedürfe ganz besonderer Vorsicht bei feiner Durchführung, weil weit über die sonstigen Maßnahmen zur Deseittgung der Ar­beitslosigkeit hinaus die Maßnahmen auf dem Gebiete des Baumarktes außerordentliche Anforderungen in finanzieller Beziehung stellten. Deshalb müsse besonderes Gewicht auf die Auswertung dieser nur unter großen Opfern aufzubringenden Mittel gelegt werden.

Die Strafrechtsreform.

Berlin, 18. Aug. Der Gesetzentwurf über die Strafrechtsreform ist bem Reichsrat zu­geleitet worden, der mit den Beratungen des Entwurfes im Oktober beginnen wird. An den Beratungen über die Strafrechtsreform nimmt Oberreichsanwalt Dr. Ludwig Ebermayer als Sachverständiger teil, und zwar auch nach seiner am 1. September erfolgenden Pensionierung.

Tagungen

der Deutschen Volkspartei.

LautTägl. Rundschau" ist der B o r st a n d der Deutschen Dolkspartei auf den 31. August, Der Reichsauss chuß auf den 1. September nach Berlin einberufen worden. Die dies­jährige Parteitagung findet vom 1. bis 3. Oktober In Köln statt.

Kunst und Wissenschaft.

Tagung für Säuglings- und Kleinlinderschutz.

Die Deutsche Bereinigung für Säuglings­und Kleinkinderschutz veranstaltet am 13. und 14. September 1926 in Düsseldorf (Gesolei, Kon» grehsaal I) ihre VIII. Deutsche Tagung für Säug- ttngs- und Kleinkinderschutz. Es sind folgende

Referate vorgesehen: 1. Die Auswertung der I Fürsorgegefetzgebung für die Säuglingssürsorge

RJWD.. RFPD. RVO. - (Abteilungsdirel- tor Dr. Schwee rs, Berlin)' 2. Der Entwurf eines Gesetzes über das Recht des unehelichen Kindes und die Annahme an Kindesstatt (Sladt- medizinalrat Dr. Silberstein. Berlin-Reu' lölln), 3. Beziehungen zwischen Säuglingssterb­lichkeit und Rasse (Medizinalrat Dr. S e i f f e r t, München)! 4. Reichseinheitliche Regelung der Ausbildung von Säuglings- und Kleinkinder­pflegerinnen (Geh. Med.-Rat Pros. Dr. Schloß- nunn, Düsseldorf). Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an die Deutsche Vereinigung für Säuglings- und Kleinkinderschutz, Charlotten- bürg 5, Frankstraße 3.

Aus aller Wett.

Der 0-Jug Berlin-Hannover entgleist.

Bier Tote. 14 Schwerverletzte.

Berlin, 19. Aug. (WTD. Funtspruch.) Don dem 10 37 abends nach Hannover abgehen­den 0-Zug 8 sind gegen 2 Ahr nachts zwi­schen Isenbüttel und Lehrte die Loko­motive und 6 Personenwagen auf freier Strecke entgleist. Drei Reisende und der Zugführer toertn sofort tot. Der Pack- meister wurde so schwer verletzt, daß mit seinem Ableben zu rechnen ist. Außerdem wurden 13 Reisende als schwerverletzt gemeldet. Am 9 i)r früh wurde der Verkehr bereits wieder e ng .isig aufgenommen. Rach den bis­herigen Feststellungen waren die D e r b i n - dungslaschen und Verschraubungen der Gleise gelockert, so dah die Vermutung eines Dahnfrevels berechtigt zu fein scheint.

Der deutsche Geuossenschaststag.

Die Verhandlungen des 63. Genossenschafts» tages des Deutschen Genossenschaftsverbandes fanden ihre Fortsetzung in der öanVerta­gung der Kreditgenossenschaft und zwar wurde in der Stadthalle die zweite Haupt­versammlung eröffnet durch ein von Direktor R. Le t sch e r t-Kassel überKredit- und Zins­politik der Kreditgenossenschaften" erstattetes Re­ferat. Der Redner führte u. a. aus, die Kredit­not des Mittelstandes ist hauptsächlich eine Hypothekennot. Es muß daher von den Sparkassen erwartet werden, daß sie sich wieder mehr als in den letzten Jahren der Hypotherenausleihung zuwenden. Die schwierige wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes macht es den Kreditgenossenschaften zur Pflicht, bei der Kreditgewährung besondere Vorsicht walten zu lassen. Der Einzelkredit sott im allgemeinen nicht die Höhe des Reservefonds überschreiten. Bianco-Kredite sollen in der Regel ausgeschlossen sein. In der Beleihung von Müh­len, Ziegeleien und anderen industriellen Ge­werben ist Zurückhaltung am Platz. In dem darauf folgenden ReferatDer Rationalisierungs» gedanke in der Kreditgenossenschaft" betonte Di» rettor Händel» Karlsruhe, daß den Kredit­genossenschaften trotz der durch die Inflation erlittenen schweren Schädigungen der Ausbau gelungen fei. Der Hauptgrund fei in der strengen Befolgung der Grundsätze der Selbsthilfe zu fin­den. Im Schluhreferat des Kammergerichtsrats C i t r o n - Berlin überReueste Rechtsfragen aus Genossenschafts- und allgemeinem Recht" waren besonders die Betrachtungen über zwei Gesetz­entwürfe bemerkenswert, die in naher Zukunft den Reichstag beschäfttgen werden. 1. Der Ent­wurf eines Gesetzes über den Vergleich zur Abwendung des Konkurses. 2. Der Ent­wurf eines Gesetzes über die Einführung des Registerpfandrechtes. In der Aussprache wurden die Ausführungen des ersten Referenten, Direktor Letschert, von verschiedenen Seiten kri­tisiert.

Tagung des Reichsverbandes der Haus- und Grundbesitzervereiue.

In Anwesenheit von Vertretern der Be­hörden begann in Stettin die öffentliche Ver­sammlung der ersten Reichstagung des im Fe­bruar gegründeten Reichsverbandes der Haus­und Grundbesitzervereine Deutschlands. Der Vov- sitzende des Reichsverbandes, Wendel (Mei­ningen) gab im Rahmen seiner Begrüßungsan­sprache programmatische Erklärungen über die Ziele des Verbandes ab. Danach will der Ver­band den Hausbesih Derarrtaffen, das gesunde Prinzip der Selbsterhaltung voranzustel- len, um die Proletarisierung des Mittelstandes zu verhüten.

Gertrud Ederle auf der Heimreise.

Am Dienstagabend hat die Kanalbezwingerin und Weltrekordschwimmerin Gertrud Ederle ihre Heimreise angetreten. In Begleitung ihres Vaters, ihrer Schwester und einer Sekretärin begab sie sich im Auto nach Stuttgart, um nach kurzem Aufenthalt nach Paris und Cher­bourg weiter zu reifen und sich am 21. August dort auf den DampferDerengaria" einzuschiffen. Aus Reuyork kommt noch die Meldung, dah sie jede Herausforderung zu einem Wettschwim­men über den Kanal um 20 000 Dollar vor ihrer Abreise annehme. Es hat sich jedoch nur der amerikanische Schwimmer Sullivan bereit er­klärt, aber nur gegen 10 000 Dollar.

Erzbischof Soeberblom vor dem Völkerbund.

Das Sekretariat des Völkerbundes hat den grimas von Schweden, Erzbischof von Apsala, . Soederblom, eingeladen, vor der Vollver­sammlung des Völkerbundes am 15. September zu p r edigen.

Internattonales Jubiläumsschachturnier in Hannover.

Das Schluhresultat des Internationalen Jubiläumsschachturniers in Hannover lautet: 1. Rimzowitsch, Dänemark, 6V< Punkte. 2. Rubin­stein, Polen, 6 Punkte. 3. E>olzhausen, Deutsch­land, 4 Punkte. 4. und 5. Mieses und Saemisch, Deutschland, mit je 3 Punkten.

Vildcrrundsunk In England.

Das Londoner Postamt hat die ersten beiden Lizenzen für die Fernübertragung von Bildern durch Rundfunk an eine Gesell­schaft erteilt. Augenblicklich finden vorbereitende Ar­beiten statt, um allen denen, die die erforderlichen Empfänger besitzen, den Fernempfang von Bildern zu sichern. Zur Zeit werden die Gesichter lebender Personen und einige Szenen von London nach der Exverimentierftelle in Harrow gesandt. Es wird dabei eine Wellenlänge von 200 Metern benutzt.

Dos Verfahren gegen die Studenten in Hannover eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft hat sich zur Ein­stellung des Verfahrens gegen die Studenten der Technischen Hochschule in wachen Lessing veran­laßt gesehen, da Professor Lessing es a b ge­lehnt habe, Strafantrag wegen Mißhand­lung und Beleidigung zu stellen, so daß das Ver- > fahren auf dieser Grundlage nicht stattfinden kann. Ebenso ist kein Strafantrag wegen Haus­friedensbruchs gestellt worden. Im übrigen fei zu prüfen gewesen, ob das Vorgehen der Stu­denten sich als einfache D e m o n st r a t i o n oder als Rötigungsversuch darstellt. Dabei sei es wesentlich, daß der Vorstand der Studentenschaft beschlossen hatte, Lessing mit legalen Mit­teln zu bekämpfen und daß er Gewalttätigkeiten weder gefördert noch unterstützt hat. Die Ge­samtheit der Studenten könne deshalb für einige vorgekommene Gewalttaten nicht verantwortlich gemacht werden. Die einzelnen Studenten, die für diese Handlungen verantwortlich seien, hätten aber nicht ermittelt werden können. Aus diesen Gründen sei das Verfahren eingestellt worden.

Eisenbahnunglück in Frankreich.

Mittwoch abend entgleisten bei Les Andelys, zwischen Paris und Rouen, fünf Wagen eines Personenzuges. Eine Person wurde getötet, eine schwer und mehrer: andere leicht verletzt.

Kaubüberfaü in einem Zuge.

In dem Vorzug von Bentschen nach Berlin ist in der Rächt zum Mittwoch unweit von Rahnsdorf bei Berlin in einem Frauenabteil zweiter Klasse eine Dame von einem Mann, der sie mit einem Revolver bedrohte, beraubt worden. Der Verbrecher öffnete die Koffer und riß, als er darin keine Wertsachen fand, der Ueberfallenen die Ringe von den Fingern. Darauf zog er die Rotbremse und sprang aus dem langsam fahrenden Zuge hinaus. Heute morgen wurde an der Stelle des Ueberfalls auf dem Rebengeleise die Leiche eines 24jäh­rig en Mannes gefunden, der anscheinend von einem Zuge überfahren worden ist. In seiner Tasche fand man einen Revolver und mehrere Wertsachen. Man vermutet, daß er m i t dem Räuber identisch ist.

Schwerer Unfall bei einer Felssprengung.

Bei dem Talsperrenbau im oberen Saale tale hatte man vor der Sprengung eines Felsstückes unterlassen, ein Warnungssignal zu geben. Als der Sprengschuß losging, war gerade ein Arbeiterzug nahe an die be­treffende Stelle herangefahren. Der Zugführer wurde durch einen niedersausenden Stein er­schlagen, ein anderer Eisenbahnbeamter erlitt erhebliche Verletzungen.

Großfeuer in einem Filmschuppen.

In einem den Atlaswerken in Mölkau bei Leipzig gehörenden massiven Schuppen, wo 75 000 Kilogramm gebrauchter Filmstreifen eingelagert waren, die durch Behandlung mit Benzin wieder verwendungsfcchig gemacht werden sollten, erfolgte offenbar als Folge einer Selbstentzündung eine Explosion, die das Dach des Gebäudes im Vorhof, die Mauern nach außen drückte und in einem Amkreise von etwa 100 Metern alles Brennbare entzündete. Die sofort alarmierte Feuerwehr des Rachbar­städtchens Taucha mußte sich darauf beschränken, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu ver­hüten.

50 Autos und 12 Autobusse verbrannt.

Bei einem Garagefeuer in einem Londoner Vorort wurden heute 50 Autos und 12 Auto- omnibusse zerstört. Der Schaden beläuft sich auf 70 000 Pfund.

50 Passagiere eines javanischen Dampfers ertrunken.

Auf einem japanischen Dampfer brach zwi­schen Hankau und Schanghai Feuer aus. Bei dem Versuch, das Schiff auflaufen zu lassen, um die Passagiere zu retten, weigerten sich Ban­diten, sie landen zu lassen und drohten sie zu erschießen oder gefangen zu nehmen. Dis zum Eintreffen eines japanischen Kanonenbootes ka­men 50 Passagiere in den Fluten ums Leben.

Todesfälle durch Pilzvergiftung.

In Rheinhausen-Duisburg erkrankte eine ganze Familie an Pilzvergiftung, und zwar so schwer, daß bereits zwei Kinder im Atter von drei und sieben Jahren gestorben sind. Der Vater und ein weiteres Kind wurden in fast hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus überwiesen. Nur die Mutter und das jüngste Kind befinden sich außer Lebensgefahr!.

Lin ganzes Dorf durch Feuer vernichtet.

In dem Dorfe Großendorf im Kreise Stolp (Pommern) hat sich eine furchtbare Drandkata- strophe ereignet. Innerhalb von vier Stunden wurde fast das ganze Dorf eingeäschert. 26 Ge­höfte sind den Flammen zum Opfer gefallen. Außer dem Inventar und der Ernte, die bei dem schonen Wetter der letzten Tage fast ganz ein» gefahren worden war, sind etwa 150 bis 200 Schweine, 50 Kühe und etwa 10 Pferde verbrannt. Sämtliche Telephonleitungen und die Kabel der Ueberlandzentrale sind zerstört. Das ganze Dorf gleicht einer einzigen Trümmerstätte.

Bau

eines neuen amerikanischen Marine-Luftschiffes.

Eine Firma in Detroit erhielt einen Bau­auftrag für ein lenkbares Marine- Luftschiff mit 200 000 KubMuß Gasfassungs­vermögen. 150 Fuß Länge und 53 Fuß Breite, das eine Geschwindigkeit von 70 Meilen ent­wickeln soll.

Tödlicher Absturz vom Matterhorn.

Ein Genfer Tourist glitt beim Abstieg vom Mat­terhorn auf dem Schnee aus und stürzte, seinen Be- gleiter mit sich reihend, etwa 50 Meter tief auf einen Felsen. Beide Touristen fanden den Tod.

Beim Ldelweißsuchen abgestürzt.

Am Sonnwendjoch bei Jenbach ist der 18- jährige Kurt Hasenknopf aus Rosenheim in Bayern beim Edelweihsuchen abgestürzt. Er erlitt einen Schädelbruch und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Wettervoraussage.

Vereinzelt Regenschauer, im übrigen tags­über warm und heiter bis wolkig.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 24,0 Grad, Minimum 15.6 Grad Celsius. Riederschläge 7,6 Mm. Heuttge Morgentemperatur 16,1 Grad Celsius.

Lus der VrovinzialhauMadt.

Gießen, den 19. August 1926. ,

Gießener Wochenrnarktpreise.

Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 dis 190 Pfennig, Matte 30. Käse (10 Stück) SO bis 80, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 10 Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Römischkohl 10, Bohnen (grüne) 15 bis 18, Bohnen (gelbe) 20, Erbsen 25 bis 30, Mttchgemüse 10, Tomaten 20 bis 40, Zwiebeln 15 bis 20. Meerrettich 80, Rhabarber 20, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 5, Fattäpsel 8 bis 12, Frühäpfel 30, Birnen 13 bis 25, Heidel­beeren 40, Preißeldeeren 60, Pflaumen 25. Zwet- schen 20, Mirabellen 45, junge Hahnen 90 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 12 bis 13, Blumenkohl 40 bis 120, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 60, Cinmachgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20 Pfennig.

Bornotizen.

Tageskalender für Donners- t a g: Liebigshohe: 8/4 Uhr, 2. Sondcrkonzert der Reichswehrkapelle. Gewerbeveretti Gießen: 8V2 älhr, Gewerbe Haus, Mitgliederversammlung. Gießener Rudergesellschast: Uhr, Boots­

haus, Generalversammlung. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Ich gab Dich zum Pfände". Palast-Lichtsviele:Lodernde Glut".

"Personalien. Cs wurden ernannt am 20. Juli die Schulamtsanwärter: Georg De- s a g a aus Bensheim zum Lehrer an der Volks­schule zu Dorn»Assenheim (Kreis Friedberg); Jo­hannes Günther aus Butzbach (Kreis Fried­berg) zum Lehrer an der Volksschule zu Ober- Wöllstadt (Kreis Friedberg); Karl Oestreich aus Fechenheim zum Lehrer an der Volksschule zu Petterweil (Kreis Friedberg); am 26. Juki der Lehrer Karl S a m e s an der Volksschule zu Lauterbach zum hauptamtlichen Fortbildungs- schullehrer an der Fortbildungsschule daselbst; am 28. Juli der Schulamtsanwärter Wilhettn S p i tz n a g e l aus Wolf (Kreis Büdingen) zum Lehrer an der Volksschule zu Rebgeshain (Kreis Schotten).

WSR. Rundfunk und Schulen. In einem Erlaß des Kultusministeriums werden die Schulbehörden erneut angewiesen, die Schüler auf die großen Gef ah ren und Unannehm- lichkeiten für die Inhaber nicht geneh­migter Rundfunkanlagen hinzuweisen, da mehrfach die Beobachtung gemacht wurde, dah sich Schüler mit selbstgebauten Geräten oft ohne Genehmigung als Schwarzhörer am Rundfunk beteiligen. Es ist besonders auf die Genehmi­gungspflicht für die Errichtung von Rundfunk­anlagen, auf die Gebühren und auf die Strafen aufmerksam zu machen, die auf Errichtung nicht genehmigter Rundfunkanlagen gesetzt sind. Be­kanntlich steht darauf Gefängnis.

" Ein seltener Besuch. Seit einigen Tagen kann man zwischen der Lahnbrücke und der Müllerschen Badeanstalt eine weiße Schwalbe sehen, was gewiß etwas Seltenes fein dürfte. Auch an anderen Orten, wie in Wieseck und der Marburger Straße, sind der­artige Vogel gesichtet worden. Offenbar treten die Tierchen z. Zt. in größerer Zahl auf.

** Der Evangelische Kirchenge- sangverein bittet uns, in Ergänzung unseres Berichtes über die Trauerfeier für Prof. Traut- mann darauf hinzuweisen, daß die Chore in der Friedhofskapelle vom Akademischen Gesang­verein zusammen mit dem Kirchengesangvereinl borgetragen wurden.

" Ein Anlagenkonzert findet mor­gen, Freitag, nachmittags 5 Uhr, am ßiebig- denkmal durch das Musikkorps des I. (hessischen) Bataillons 15. Jnf.-Rgts. statt. Vortragsfolge: 1. a) Oranten Gelderland (Altniederländischer Marsch), b) Armeemarsch II, 197,Steinmetz- Marsch". 2. Ouvertüre zur OperDer Calif von Bagdad". 3. Fantasie aus der OperPre- ciosa". 4.Sei gegrüßt, du mein schönes So- rent, Lied. 5. a) Holländischer Ehrenmarsch, b)Untere Marine", Marsch.

* Marinesport in Gießen. Dom Verein für Bewegungsspiele wird uns geschrie­ben, daß am kommenden Donnerstag, 26. August, die Fußballmannschaft des Linien­schiffesHessen" mit Ersatzleuten unter Führung eines Fähnrichs zur See nach hier konnnt, um der Ligamannschaft des D. f. B. auf dem Waldsportplah ein Freundschaf iss Piel zu liefern. Dies darf als ein sportliches Ereignis von Dedetttung bezeichnet werden, zumal die Blauen Jungens" vom Patenschiff unseres Hessenlandes Fußballmeister der deutschen Reichs­marine sind und sowohl im Inland a!8 auch bet Auslandfahrten gegen fremdländische Gegner große Erfolge errungen haben. Unser Reichs­wehrbataillon und der hiesige Marineverein, die beide schon immer rege Beziehungen zum Hessen­schiff haben, werden es sich sicherlich nicht nehm«i lassen, gemeinsam mit dem gastgebenden Verein für Bewegungsspiele einen unterhaltenden Fest­abend zu veranstalten. (Siehe heuttge Anzeige.)

Oderhessen.

Landkreis Gießen.

Lich, 18. Aug. Bei dem Tontauben- Meisterschaftsschiehen. das der Hessische Jagdklub in Darmstadt veranstaltete, errang In der AbteilungForsterschiehen" der Forster Textor von hier den 5. Preis mit 12 von 15 möglichen Treffern.

Kreis Friedberg.

Butzbach, 18. Aug. (WSR.) Beim hiesigen städtischen Elektrizitätswerk ist man grö­ßeren Unterschlagungen eines unteren Beamten auf die Spur gekommen, die sich auf längere Zeit verteilen, und einen Betrag von mehreren tausend Mark erreicht haben sollen. Da es sich um Fälschung handelt, gestaltet sich die Untersuchung, die im Gange ist, äußerst schwierig.

---Butzbach, 18. Aug. Das städttsche V 0 l k s b a d ist nach beendigter Erweiterung wieder in Betrieb genommen worden. Die neu­erbaute Synagoge am Wetzlarer Tor wird nächster Tage in feierlicher Weise eingeweiht. Seither hielt die israelitische Gemeinde ihre Got­tesdienste im unteren Rathaussaale ab.

x. Wölfersheim, 18. Aug. Unter dem Schweinebestand zweier hiesiger Landwirte ist heute die Rotlausseuche tierärztlich fest- gestellt und daher über ihre Gehöfts die Vieh- sperre verhängt worden.