Mandern und Reifen Bäder und Sommerfrischen
Nationale Eigenart und Reiseverkehr.
Sine Zeitglosse
hon Alexander v. Gleichen-Außwurm.
Hier soll nicht vom Politisch-Rationalen, sondern vom Künstlerisch- und Traditionell-Ra- lionalcn die Rede gehen, vom Rationaltypus, der Rationaltracht, von Rational-Musik, Ratio- nolspiclen und -speisen. 3ft es nicht verwunderlich. daß gerade in der Zeit, wo sich dos Politisch- Rationale so stark hervordrängt wie noch nie, und zwar allerorten, wo sich nicht nur berechtigter Rationalstolz aufreckt, sondern auch unberechtigte Rationaleitelkeit, Jingoismus. Chauvinismus sich ochscnfroschartig bläht, das selbstverständlich Rationale von einst, das Künstlerische, der originale, lelbsteiaene Ausdruck der Ration überall in größter Sile wie mit heimlicher Beschämung abgeworfen und abgeschüttelt wird?
Selbst den Rationaltypus gleicht man womöglich künstlich aus, Rasen werden mittels Paraffin gerade gebügelt, krauses Haar geglättet und statt einer bet Gestalt angepaßten, hergebrachten Tracht ist längst Modeuniform getreten, auch do, wo sie als Uniform wirkt. Menschen, die in der ursprünglichen, organisch entstandenen Tracht Prachtvolt und vornehm wirken, sind oft Karikaturen im allgemein europäischen Gewand. Aber die letzten Reste nationaler Eigenart wurden aufgegeben, die spanische Mantilla, der italienische Schleier, der türkische Fez. Der Chinese entsagte dem Zopf, der viele Jahrhunderte zu ihm gehörte, die Japanerin verleugnet die traditionelle Frisur und wählt den kurzen Schnitt. Märchenhaft muten Reisebeschreibungen an, die charakteristische Dinge von Land und Leuten aus der Dorkriegszeit erzählen.
Zu dieser Gleichmacherei hat die Verbreitung des Automobils viel beigetragen, denn die nationale Derschiedenheit tat sich vor dem Triumph- zun des Kraftwagens vielleicht am auffallendsten und sichtbarsten kund durch das jedem Land eigentümliche Gefährt, durch seinen Lenker, durch die Pferde mit ihren Geschirren. Dem Fremden siel der Kutscher sofort auf als Träger nationaler Eigentümlichkeit. Der fesche Wiener Fiaker, Londons zierlich origineller Handsom, die Pariser charakteristischen Fahrgelegenheiten, nicht zuletzt der Omnibus mit der berühmten ..Imperiale", die Berliner Droschken, die orientalischen Wagen und Sänften, die römische Botto, — wie waren sie national eigentümlich und vom Stadtbild nicht wegzudenken.
Wie die Berliner Postillone feierten jüngst die Londoner Handsom-Kuticher schmerzlichen Abschied von ihrem Berus, wobei glorreiche Erinnerungen aufgesrischt wurden an die berühmten Leute, die ein jeder gefahren, und die Spitznamen. deren sich die Wagenlenker erfreuten. Sind Spitznamen für Chauffeure denkbar? Kaum, sie sind zu gleichförmig in ihrer gleichförmigen Maschine.
Hie und da geschieht noch etwas, um eine nationale Eigentümlichkeit vor dem gänzlichen DerschwindLN zu retten. Eine derartige Aktion seht nun in der jungen Türkei ein, die sonst alles so banal-europäisch wie nur möglich macht, für die türkische Musik, die vollkommen zu verklingen drohte. Sie wurde aus eigentümlichen Instrumenten vorgetragen und schwelgte ähnlich den Zigeunergeigen in Vierteltönen. Ihre Weisen gingen wohl weit zurück und hatten originellen Reiz. Sie waren einmal Mode im Westen wie gegenwärtig die Regermusik. Heute sucht man die Melodien zu sammeln, modern harmonisch auszugestalten und als offizielle Rationalmusik wieder einzuführen. Dieser Versuch der Modernisierung auf Befehl, auf künstlichem Weg ist kaum glücklich: alte Weisen gehören eben zu alten Zeiten, klingen von alten Zeiten und vergehen wehmütig hüt ihnen. Die Vergangenheit hat ihren eigenen strengen Rhythmus, ihre Logik in Farben, Tonen und Düsten, Deren Wesen wir entfremdet sind durch den veränderten Rhythmus oder vielmehr das ^lnrhythmische. Chaotische der neuen Zeit.
Trotz des politischen Rationalismus wogt alles zu sehr durcheinander, reisen die Welten des Horeirs und Sehens zu schnell und schaffen sich zu aufdringlich Geltung. Wir sind nicht mehr stolz auf die Eigenart, wir entledigen un$ derselben und tauchen unter in allgemeinen Brauch. Man läßt sich allgemeine Bräuche und Mißbräuche ohne Gegenwehr gefallen. Vielleicht ist die Rationalspeisc das letzte, das sich national- eigentümlich erhält, wiewohl Vicht mehr mit dem Fanatismus geliebt und verteidigt, der einst selbstverständlich war. Aus meiner Jugend entsinne ich mich eines possierlichen Streitfalls.
In einer Tischgesellschaft waren verschiedene Rationalitäten versammelt, deren Vertreter zufällig darauf kamen, iHre Rationalgerichte zu rühmen und insofern, als deren Güte von den anders Speisenden nicht anerkannt wurde, als alleinseligmachend für den Gaumen mit wahrer Leidenschaft zu verteidigen. ES ist jedoch 5emcrfen6toert. daß stets eine Richtung an vornehmer Tafel bestand. welche ausländische Speisen als reizvolle Kuriosität empfand und einführte. wie die Geselligkeit der eleganten Welt Tänze des Aus- lands liebte und heranzog zur Abwechselung oder Ergänzung der eigenen. Allen Gegensätzen zum Trotz gab es stets eine Weltbürgerlichkeil guter Dinge, bestrebt. Erfreuliches und Sympathisches nationaler Besonderheit in ein Sammelbecken heiterer Genuhbereitschaft aufzunehmen.
Die Heilfaktoren der Nordfrresifchen Inseln.
Von Dr. med. Petersen.
Wenn in heutiger Zeit wirtschaftlicher Not mit ihrer neroenamreibenben Hast und Unruhe und den vielen, durch bic Folgen des verlorenen Krieges verursachten Schädigungen ber Gesundheit, die Frage nach einem Erholungsort auftaucht, so ist es heute besonders wichtig, einen Kurort auszuwählen, ber möglichst viele gute Heilfoktoren in sich vereinigt unb somit ben besten Erfolg für die Erholungszeit gewährleistet. Da mag dem Laien bei ber großen Zahl beutscher Kurorte unb Bäder bie Wahl wohl schwer fallen.
Für einige Krankheiten gibt es eine Reihe von Kurorten altbewährten Rufes, wie z. B. für Nerven- leiben Ems, Neuenahr: für Leber- unb Gallenleiben Marienbab, Franzensbad, Bad Elster unb Karlsbad: für Lungenleiden die Höhenkurorte Deutschlands und der Schweiz. Für die Mehrzahl aller anderen Krankheiten, wie z. B. die Kalarrye der Luftwege und Atmungsorgane, für Asthma, Heuschnupfen, Rachitis, Skrofulose, die sog. chirurgische Tuberkulose (besonders im der Nachbehandlung), für Blutarmut, Appetitlosigkeit, Stoffwechselstörüngen, Blut- zirkulationsstörungen, allgemeine Körperschwäche (z. B. nach Operationen), Schlaflosigkeit unb Neurasthenie in ihren leichten Graden, sowie für das große Heer derjenigen, bie Erholung und Stärkung für ihr Berufsleben suchen, gibt es wohl kaum ein besseres Klima als bie deutsche Nordsee, bie auf Grund ihrer mannigfachen Heilfaktoren eine Quelle ber Gesundheit für das deutsche Volk ist.
Die hervorragenden Heilwirkungen des Seeklimas sind bedingt durch verschiedene Faktoren. Im allgemeinen wird dem Unkundigen das Seebad als wichtigstes Heilmittel bei einem Aufenthalt an der See erscheinen, und in der Tat ist ein solches auch von so intensiver Wirkung auf ben Organismus, baß viele bei zu "langem und zu häufigem Baden ihre Gesundheit durch bie starke Wärmeentziehung unb bie kräftige, massageartige Wirkung des Wellenschlages schädigen, weshalb anzuraten ist, Seebäder in der Nordsee mit Vorsicht unb möglichst erst nach Einholung ärztlichen Rates zu nehmen. In den meisten Badeorten sind deshalb Badeanstalten für warme Seebäder vorhanden, um eine allmähliche Gewöhnung an kalte Seebäder zu ermöglichen. Seebäder wirken vorteilhaft auf die Blutzirkulation unb Hautfunktion ein unb sind ein gutes Entfettungsmittel. Viel wichtiger als Seebäder sind Sonnen» unb Luftbäder, weil bei denselben bie heilsame Einwirkung dieser Heilmittel auf ben ganzen Körper am vollkommensten ist: benn gerabe bie Sonne wirkt an der Nordsee durch die kurzwelligen, sog. ultravioletten Strahlen fast ebenso energisch wie im Hochgebirge. Ihre Bedeutung als Heilfaktor bei Rachitis, Skrofulose, Blutarmut und manch anderer Krankheit ist hinlänglich bekannt. Es sei nur noch hervor- gehoben, daß die Inseln der Nordsee im Verhältnis zum Inland und der Küste wesentlich günstiger gestellt unb hinsichtlich der Dauer der Sonnenstrahlung unb ber geringeren Bewölkung, und baß bic Zahl ber Regen- unb Nebeltage hier auch bebeutenb geringer ist, wie burd) klimatologische Forschungen nachgewiesen wurde. Außer der Sonne übt die mit Salzwasser gesättigte Luft, ber auch geringe Mengen Jod beigemengt sind, ihren sehr günstigen Einfluß auf ben menschlichen Organismus aus. Da aber ber Salzgehalt ber Luft entsprechend der Stärke des Windes zunimmt, wird jeder auch ben Wert des Windes für bie Gesundheit erkennen unb schätzen lernen, ber ähnlich dem Seebade wirkt, wenn man ihn im Luftbad auf sich einwirken läßt. Aus Gesagtem ergibt sich für ben Asthmatiker und alle diejenigen, bie an Katarrhen ber Luftwege unb Respirationsorgane leiden, ber Werk eines Seeaufenthalts, zumal bie Luft in den günstig gelegenen Badeorten mit unmittelbarer Hochfeeflut fast vollkommen bafterien- unb staubfrei ist.
Rettewinke.
Gesellschaftsreisen der Nordischen Gesellschaft.
Die Nordische Gesellschaft (Lübeck, veranstaltet im Verfolg ihrer Bestrebungen, ben deuljch-nor bischen Kulturaustausch zu förbern, Mitte Juli b. I. eine Gesellschaftsreise von Sfanbinaoiern nach den brutschen Lutherstädten. Wittenberg, Eisleben, Erfurt, Eisenach unb Worms werben berührt: auch bem Thüringer Walb unb bem Rhein wird ein Be- such abgeftattet. Ebenso wirb auf einer anderen von der Nordischen Gesellschaft geleiteten Reise eine ungarische Reisegesellschaft die Lutherstädte besuchen. Deutsche können bei zeitiger Anmeldung an beiben Reisen teilnehmen. Auskunft erteilt bie Nordische Verkehrsgesellschaft (Abteilung Berlin), Berlin Halensee, Eisenzahnstraße 64.
Warum das Handgepäck schleppen?
Zu Beginn der eigentlichen Reisezeit kann man immer wieder eine ähnliche Beobachtung machen: Wie viele Reisende überbürden sich mit Handgepäck! Gröhe Koffer, kleine Kokser, Handtaschen. Aktenmappen. Mäntel. Schirme, Stocke — das alles schleppt mancher auf Reisen mit sich herum, der sich eine solche Belastung im täglichen Leben kaum zutrauen würde. 11 nö warum? — Aus falscher Sparsamkeit' Falsch ist diese Sparsamkeit, weil erstens die Gepäcktarife sehr mäßig sind, und weil auherdem der Aufwand für die Erneuerung der beim Transport verausgabten Körperkräftc. nicht zuletzt auch die ständige Sorge um das mUgeführte Handgepäck, die kleinen Beträge für die Gepäckbeförderung bei weitem auf- wiegen. So kostet z. B. die Aufgabe von 20 Kilogramm Handgepäck bis zu einer Entfernung von 50 Kilometer 80 Pf., bis 100 Kilometer 1,20 Mk., 200 Kilometer 2 Ml.. 300 Kilometer 2.60 Mk.. 400 Kilometer 3.20 Mk.. 500 Kilometer 3.80 Mk. und bis 700 Kilometer 4,60 Mk. Gibt man nur 10 Kilogramm aus, so ermäßigen sich die angegebenen Preise auf die Hälfte. Die' Sorge, das ausgegebene Handgepäck könnte etwa nicht zur rechten Zeit an dem Bestimmungsort ankommen. ist unbegründet. Reisegepäck, rechtzeitig aufgegeben, geht stets mit dem gleichen Zuge ab. mit dem der Reisende selbst fährt. Warum also die Schlepperei mit dem Handgepäck?
Wanderfahrten.
Großen-Duseck — Weilershain — Grünberg.
Von Großen-Duseck, bis wohin wir die Bahn benutzen, wandern wir ben blauen Punkten nach über Bersrod und Geilshausen zunächst bis Wei- tershain, wo bei Gastwirt Theiß gute Unterlauft ist. Eine überaus genußreiche Wanderfahrt bietet die Begehung dieser Wegebezeichnung, die bereits in Gießen ihren Anfang nimmt, lieber Berg und Tal, durch Wald und Feld führt der Weg. ab und zu hübsche Ausblicke ermöglichend. So ist namentlich der Blick von dem Höhenrücken hinter Geilshausen, der das Busecker Tal vom Lumdatal trennt, überaus reizvoll. Hinter Wei» tershcrin, wo die Markierung, Die noch bis Vtfeber- Ohmen geht, verlassen wirb, nimmt uns für ein großes Stück prächtiger Buchenhochwald auf. Auch dieser Teil der Wanderstrecke (blaues liegendes Kreuz) der durch Stangenrod zum Schluß über würzig tzuftenbe, im Herbst mit Enzian bewachsene Triften führt, bietet reichlichen Genuß. Vor allem sei der Blick auf Ulrichstein und den gesamten Vogelsberg gebührend hervorgehoben. Am Endziel Grünberg, das wir nach östündiger Wanderung erreichen, sind gute Gastwirtschaften.
Gießen—Watzenborn—Pfahlgraben—Butzbach.
Wir gehen den Schiffenberger Weg entlang, dem blauen Keil nach, der uns auf der ganzen Wanderstrecke das Geleite gibt. An den Gis- teichen verlassen wir die Straße und gehen nunmehr auf dem alten Wahenborner Weg, einem einsamen Waldweg (bei der Kreuzung der gelben Punkte schöner Blick auf den Schiffenberg) nach Watzenborn, wo wir Rast machen. Hinter dem Ort stoßt das Wegezeichen in der Rähe der Grüninger Warte auf den Pfahlgraben. Durch Wald und Feld geht es nunmehr den letzten Spuren der Romerherrschaft in unserer Gegend nach bis Butzbach, das von Gießen in ettr|a 4I/2ftünbiger Wanderung erreicht ist. Eine Besichtigung des interessanten Städtchens, das noch manche kostbare Perle mittelalterlicher Baukunst aufweist, ist äußerst lohnend.
Butzbach—Ziegen berg—Bad-Rouheim.
Die Wanderung, für die 6 Stunden Marschzeit anzusehen sind, macht mit den schönsten Punkten des nordöstlichen (hessischen) Taunus bekannt: liebliche Waldpartien gestalten sie besonders reizvoll. Am Bahnhof Butzbach biege man gleich links ab in die Taunusstraße, die in wenigen Minuten in die schonen Taunuswälder
führt. Herrlicher Waldweg bringt uns in «Ä Stunden nach dem kleinen hessisch, i TaunusdoH Haufen (305 Meter). Icnfti. des Ortes gebt es bergan: vor Eintritt in den Hochwald gewahren wir rechts die Oes. eine nur au.- drei Häusern bestehende Siedlung, die aber doch eine selbständige hessische Gern .nde vildot. die von der Bürgermeisterei Hausen mitverwaltct wird. Heber mehrere Ringwälle h.naus geht der Weg zum Hausbora <486 Meter). B 3 hier bin sind wir von Butzbach der neuen T-Markierung des Gesamttaunuslluds gefolgt. Das nächste Ziel der Wanderung ist das schön im Walde gelegene Jagdhaus Hubertus. daS zur ersten Rast cin- lädt Man wähle den Wog durch das stille Isseltal (blauer Strich) bis in die Geacnd der Isselteiche. Von hier ab halte man sich aber rechts Wenn man den schwarzen Strichen (vom Schnittpunkt mit den blauen Strichen an) die Führung anbertraul, kommt man unfehlbar zum Jagdhaus. Der Weiterweg nach Ziegenberg, daS mit seinem an Goethe erinnernden Schlosse herrlich im llfatalc liegt, ist der Glanzpunkt des Tages. Ein liebliches Waldw-esentälchen. in dem im oberen Teil schwarze Stria» und zuletzt blaue Striche den Weg weisen, gcot vomHubertus abwärts nach Ziegenbcrg. Oie Landstraße führt im llsatale weiter nach Ober-Mörlen und von da über die Höhe des Johannisbergs nach Bad-Rauheim. Der Tourist wird aber die schöne Waldwanderung verziehen, die von Ziegonberg hinauf nach dem Forsthaus Winterstein (rote Punkte) und von da nach kurzer Rast hinab nach Bad-Rauheim führt.
ReifeMeratur.
— W i e reist man in Norwegen unb Schweden? Ein Buch zum Lust- unb Planmachen. Mit Berücksichtigung von Finnlaitb, bei" Einreifegebiete unb Kopenhagens. Von Pros. Dr. Karl Kinzel. Mit mehr als 60 Starten, Planen unb Silbern. 1925. Verlag Friebrich Bahn in Schwerin in Mecklenburg. — lieber Kinzels Art zu reifen unb anderen Leuten bie Wege zu weifen bei mäßigen Ansprüchen an Kräfte unb Gelbbeutel unb doch höchsten unb schönsten Genüssen in Kunst unb Natur, braucht man nichts mehr zu sagen. 90 000 Bänbe seiner beliebten Führer für Tirol, Schweiz, Italien beweisen bas. So ist klar, was ber Reiselustige von bem neuen Buch zu erwarten hat. Auch bem, ber nach «mübenber Berufsarbeit neue Kraft für Leib unb Seele sucht, wirb schon beim Lesen ber vortrefflichen unb unterhaltenden Schilderung von Lanb unb Leuten bie Sehnsucht lebendig. Unb bazu bic bekannte praktische Anleitung auch für bies neue Reijebuch. Es grüßt hier ein Berglanb voll eigenartiger Reize, voll großartiger wilber Schönheit, ein anberes mit herrlichen Wäldern unb Seen; beide mit uns fo verwandten Kulturleben bereichern ihren Besucher. Es unterscheidet sich das Luch, das, aus warmer Begeisterung heraus versaßt, durchaus den Stempel des Persönlichen trägt, ganz beträchtlich von den landläufigen Reisebüchern, deren Inhalt in schematischer Auszählung von Reiserouten, Taren, Verpflegungen, Verkehrsmitteln u. a. erschöpft zu sein pflegt, denn damit allein kann der Reisende nichts an- fangen. Ein besonderes Kapitel mit einem kleinen Sprachführer, ein orientierendes Ortsverzeichnis bilden ben Schluß des sehr hanblichen Bandes. Das Buch hat viele und sehr gute Karten unb reichen Bilderschmuck. 275
— Eine neue Kurschrift über Radium- Solbad St reuxn ad) gibt bie Kurverwaltung soeben heraus. Das mit vielen Bildern versehene Büchlein ist auch für jenen Leser interessant, ber nicht gerabe bie Absicht hat, ein Bab aufzusuchen. Mit seinem allgemeinen Teil, der über bie Geschichte ber Stabt unb bes Babes unterrichtet, vorn Klima, der Umgebung, ben Verkehrsverbinbungen spricht, ist es ein guter Beitrag zur Heimatgeschichte ber südlichen Nahelande, indes ber folgende wissenschaftliche Teil in angenehmer Form über die Krevz- nacher Heilquellen unb Kurmittel sich verbreitet.
— „D a s R e i f e b u r e a u", die von ber Vereinigung Deutscher Reisebureaus herausgegebene Deutsche Zeitschrift für Weltverkehr (Verlag Deutsche- Verlags-Aktiengesellschaft, Berlin W 9) befolgt im vorliegenden Heft 9 bas Motto: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen." Der Fachmann des Reisens findet eine sachkundige Studie über „Das Reisehandbuch" von Dr. Eddelbüttel, der Globetrotter einen fesselnd und aus klarer Anschauung geschriebenen, reich Illustrierten Aufsatz „Wie man in Japan reift" von Felir Baumann, ber Anhänger des modernsten Beförderungsmittels einen Ueberblicf über ben „Deutschen Luftverkehr 1926 von Dr. Heinz Orlovius, unb jeber für Reife und Verkehr interessierte Leser eine Fülle von amüsanten und wertvollen Notizen und Plaudereien über allerlei Verkehrsgebiets. Besonders heroorgehoben fei noch eine humoristische Sprachstudie über die Scherzbedeutung unserer Ortsnamen von K. I. Grün.
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