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Der Welt.
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und der Kreuzer Hüm- ' übrigen Schiffe nach M.
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vgMges Daris—Berlin.
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«richt worden. Das beutfäe rette Berlin-Parir ist trotz i sahrMmWtz in W»
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aufgewühlt. Gartenzäune sind eingestürzt. Bei einigen Häusern besteht Cinsturzgesahr, da sie vom Wasser unterspült wurden. Aus den Fluren steht das Wasser stellenwei'e biS zu 130 Meter Höhe. An der Cinbruchstelle arbeiten Pioniere aus Küstrin und die Einwohner der umliegenden Ortschaften.
Sine todbringende Impfung.
In Chemnitz starb der dretjährige Sohn eines Grohkausmanns, der wegen der Masernerkrankung eines anderen Kindes des Kaufmanns mit Vorbeugeserum geimpft worden war. Die Kriminalpolizei stellte bei der Sezierung der Leiche an der Vinstichstelle Eitererreger fest. Die weitere Abgabe des Serums wurde polizeilich gesperrt. Der Entdecker des Serums. Professor De g kw i h-Greifswald, gab bei seiner Vernehmung an. das; das verwandte Serum nicht genau nach Vorschrift angefertigt worden sei.
Aus der provinzialhauptftadt.
Gießen, den 19. Juni 1926.
Regen und Feste.
Ich begreife gar nicht, wie die Leut« in bi. [cm Jahre noch den Mut aufbringen, Som- merfeste und ähnliches im 'Freien zu arran» c rcr.. Die werden ja doch alle zu Wasser. Aber trotzdem wird niemand verzagt, alle bereiten Festzüg«, Iuxplatzbetrieb und ähnlich« für den Sommer bestimmte Veranstaltungen vor. 3itng' und Alt freut sich darauf, weiße Kleider werden gebügelt und plissiert, totifie, ebenso malerische wie durchsichtige große Tücher werden mit Gabelarbeit und in fieberhafter Eile fertig» gestellt, weiße Schuhe mit Kreide abgerieben. Bubiköpfe onduliert, für kleine Mädchen werden Kränzchen bestellt und unnatürlich kurze Kleidchen genäht, Matrosenanzüge der Buben erglänzen in fleckenloser Reinheit — und dann bricht der große Tag heran, mit Wollenballen, Regenschauern und »puffen und falten Winden. — und das schöne Fäst wird zu Wasser, so oder so, 86 es nun ausfällt oder stattfindet.
Warum stellen wir unS eigentlich auch hier nicht um? All« Betriebe tun es doch. Warum, alfo nicht auch ein Festbetrieb? Man müßte nach meiner Ansicht von vornherein alle Feste als> W a f s e r f e st e arrangieren. Di« Badeanstalten müßten zweckmäßig für diese Saison beschlagnahmt und von den Stadtverwaltungen als Fest- lokale vermietet werden. Zur Belustigung könnten schwimmende Kletterstangen, Wasserschaukeln. Wasserwippen usw. dienen. Es würde preis- geschwommen, -gespritzt, -getaucht, -geangelt. Vorgeschriebenes Kostüm für Kinder und reifere Jugend: Badeanzug, für Damen evtl, mit Röckchen: elegante Herren würden zum Tanz vielleicht noch einen Gummikragen nebst flotter,imprägnierter Kravatte an legen. Für ältere Herrschaften kämen Bade- und Gummimäntel in Betracht. AlS passendes Getränk könnte man anfangs kalte Ente, abends zur Erwärmung einen steifen Grog wühlen, wie er stets an der Waterkant beliebt ist. Wasserdichte Schutzzelte für die Musiker müßten das Hinein- strömen deS Regens in die Blasinstrumente verhindern, glimmende Kohlenbecken Konten eine angenehme Illusion von Wärme verbreiten. Für die Tanzenden auf der nassen Wies« wären Gummischuhe der letzte Schrei (dernier cri). Wachstuchmühen mit Knallbonbons würden zur Belebung der Stimmung und als Vorbeugcmittel gegen rheumatische Kopfschmerzen von der Festleitung limsonst verteilt. Das Feuerwerk am Abend würde ersetzt durch ein Wasserwerk: Fontänen aller Formen würden beleuchtet von einem Scheinwerfer, der in einer Dadezelle, in der es nicht durchregnet, aufgestellt werden müßte. Eine Polonaise um Öre Pfützen könnte das harmonische, fccrchtfröhliche Fest beschließen. Zum Schluß würden alle Teilnehmer auf städtischen Wasserwagen stimmungsvoll nach Hause befördert.
Alles Zerklopfen der Barometergläser, alle entontiulierten Bubiköpfe, alle verregneten Sommertoiletten unb ruinierten Hrrrenanzüg« wurden durch diese einfache DttriebSurnstellung fortfallen. Also: wer macht den Anfang? S. v. M.
Gießener Wochenmarktpreise.
Es kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 160 bis 180 Pfennig, Matte 35, Käse (10 Stück) 60 bis 80, Wirsing 30, rote Rüben 20. Spinat 25 bis 30, Römischkohl 20. Spargel 70 bis 100, Erbsen 50, Mischgemüse 25, Tomaten 80 bis 120, Zwiebeln 20, Rhabarber 25 bis 30, Kartoffeln (neue) 15, (alte) 5, Aepfel 20 bis 40. Dörrobst 35. Kirschen 40, Stachel» beeren 20 bis 30, Johannisbeeren 40, Erdbeeren 100, Himbeeren 120, Honig 40, Suppenhühner HO bis 130; das Stück: Eier 11 bis 12. Blumenkohl 40 bis 100, Salat 10, Salatgurken 50 bis 65, Einmachgurken 15 bis 25, Oberkohlrabi 20, Rettich 15 bis 20, Tauben 90; das Bund: Radieschen 10 bis 15, gelbe Rüben 20 Pfennig.
Bornotizen.
— Tageskakender für Samstag. . Deamten-Dersammluilg, 8 Lihr, Turnhalle Os- waldsgarten — Gesangverein Sängerkranz, 8 Uhr. Liebigshöhe: Eommerfest. — Gesangverein Liederkranz. Philosophenwald: Familien- abcnd. — Turnverein von 1846; Schwimmabtei- lung, 9 Ahr, in der Turnhalle: Versammlung. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: »Die Försterchri- stel". — Astoria-Lichtspielc: „Tom Mix-Dik Turpin — Der galante Bandit".
— Tageskalender für Son nta,a. Hessischer Vaterländischer Block. 4 Uhr, Universitäts-Sportplatz: Leichtathletische Wettkämpfe. — Spielvercinigung 1900. vorm. 91/* und nachm. 3 Uhr Rationale Jugend-Wettkämpfe. — Ra- turhcilverein, 3 Uhr. »Liebigshöhe": Kinderfest, 8 Uhr: Stiftungsfest - Deulschnationale Volks- Partei, 8*/i Uhr. Hotel Viktoria: Gemütliches Beisammensein. — Deutsche Dollspartei, 8'/, 116r, Hotel Hindenburg: Gemütliches Beisammensein. — Lichtspielhäuser: Wie Samstag.
— Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Der neue Schwank von Kastner und Möller „Die Dame, welche . . .?", der am Dienstag zum ersten Male hier gegeben wird, hat jüngst 6ei seiner Erstaufführung am Dad-Rauhcimer Kurtheoter einen geradezu stürmischen Heiterkeitserfolg davongetragen. Rach allen Anzeichen wird dieser Schwank für Öen in Dad-Rauheim nun abgespielten „ Fröhlichen Weinberg" einen Kafsenecsay bilden, und auch hier wird das Werk mit Rudolf Goll in der Hauptrolle als Amateurdetektiv sicher sein Publikum finden.
Wettervoraussage.
Zunächst unbeständig und Regenfälle, später vorübergehend ausheiternd und wärmer.
Trotz kräftigen Druckanstiegs von Westen her bleibt der Witterungscharakter unbeständig, lieber dem Kanal liegt ein Ausläufer, dessen Regenzone unser Gebiet bald erreicht. Nach seinem Dorübergang ist zwar Erwärmung und Nachlassen der Niederschläge zu erwarten, doch ist diese Ausbesse- rung nur von kurzer Dauer, da nördlich der britischen Inseln erneut starker Druckfall einsetzt.
•• Die Ergebnisse des Volksentscheids, die morgen abend von 7 bis 10 llftr bei uns einlausen. werden wir durch Aushang an unserer Geschäftsstelle bekanntgeben.
*’ Kreistag des Kreises Gießen. Eine Sitzung des Kreistages deS Kreises Gießen ist auf Samstag, 26. Juni, vormittags 10 Llhr, in das Regierungsgebäude zu Gießen einberufen worden. Die Tagesordnung siebt vor: 1. Diensteinweisung von Kreistagsmitgliedern. 2. Rechnung und Derwaltungsbericht der Kreiskasse für dos Rechnungsjahr 1924. 3. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der Kreiskasse für das Rechnungsjahr 1926. 4. Tätigkeitsbericht der Dezirkssürsorgestelle und des Kreisjugendamts für das Rechnungsjahr 1925, sowie Bericht des Kreis- schularztes für 1925. 5. Besetzung der Stelle eines Kreisvollziehungsbeamten im Hauptberuf.
'* Abschlagszahlung auf städtische Steuern. Zu unserer gestrigen Notiz über die Leistung von Abschlagszahlungen auf städtische Steuern wird uns von der Stadtverwaltung mit- geteilt, daß die Genehmigung der städtischen Umlagen inzwischen erfolgt ist. Da das hessische Ministerium eingeordnet hat, daß für das Jahr 1926 die Gemeinde-, Kreis- und Provin^steuern auf einem Steuerzettel zu berechnen und anzufordern sind, der Kreistag de- Kreises Gießen aber über die Kreis umlagen noch nicht Beschluß gefaßt hat, kann mit der Erteilung der Steuerbescheide noch nicht begonnen werden. Deshalb empfiehlt es sich für die Steuerpflichli sich die Tilgung ihrer Steuerschuld durch Abkühlungen zu erleichtern.
’* Der Herb st markt in Gießen (Schaumcsse) wird vom 26. September bis 3. Oktober stattfinden. Schausteller und Verkäufer müssen bis zum 10. Juli ihre Wünsche um Platzzuteilung bei der Stadtverwaltung Vorbringen. Siehe heutige Bekanntmachung.
** Personalie. Auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt der Universitätsgarteninspektor Friedrich R e h n c l t zu Gießen mit Wirkung vom 1. Juli ab in den Ruhestand.
* Aufgehobene und neue Straßensperren. Die Sperre der Kreisstrahenorts- durchfahrt in Langsdorf ist von morgen ab wieder aufgehoben. — Die Sverre der Kreisstraße Leihgester n—B ahnhof Großen-Lin- öen ist ebenfalls wieder aufgehoben worden. — Die Kreisstraße G r ü n b e r g—R öthges (Ortsausgang Grünberg) ist bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Autoverkehr gesperrt. Der Verkehr geht über den Alten Steinweg. —• Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Ortsdurchfahrt Hungen (Gießener und Kaiserstrabe) vom Dienstag, dem 22. d. Mts. ab bis auf weiteres für jeden Fuhrwerksverkehr gesperrt. Der Verkehr wird über
Langsdorf—«Dettenhausen—Bellersheim—Inheiden—Llnterstadt Hungen bzw. Lich—Romienroth umgeleitet.
•’ (Sin Konzert des Wiener Hoch- und Deutschmeister-Orchesters findet Ende Juli in der hiesigen Dolkshalle statt. Der Kapelle, die bekanntlich schon seit Jahren hl zahlreichen deutschen Großstädten mit stärkstem Erfolg gastierte, wird es auch in unserer Stad! an Besuchern nicht fehlen. Näheres wird demnächst im Anzeigenteil bekanntgegeben.
G Der Film „Panzerkreuzer Po - te nilin“. Wie wir hören, hat das hessische Ministerium des Innern die KreiSämtcr angewiesen, die Inhaber von Lichtspieltheatern zur Vermeidung von Schäden darauf hinzuweisen, daß nach anderwärts gemachten Erfahrungen bei der Vorführung dieses Films die Besorgnis einer Gefährdung der öffentlichen Sicherpeit und Ordnung begründet erscheine, und ihnen die Bestellung des FilmS oder die Abnahme zu widerraten. Die Hess. Regierung ist dem Anträge Württembergs auf Widerruf der Zulassung des Films »Panzerkreuzer Potemkin" und die Beschwerde gegen die Ent'cheidung der Filmprüf- stelle Berlin beigetreten.
" Zum Sportfest deS Hessischen Vaterländischen Blocks am morgigen Sonntag, 20. Juni, nachmittags 4 Uljr, auf dem älniversitätssportvlatz. sind — so schreibt man unS — die Meldungen sehr zahlreich eingelaufen. Zu dem Geländemarsch, der um 6 älhr morgens beginnt, haben sechs Mannschaften gemeldet. Das Kleinkaliberschießen hat eine besonders starke Besetzung gefunden, es treten dazu 24 Schhßgrupprn an. An dem Hindernislauf werden sich 12 Wettkämpfer beteiligen. Die gemischte ©löffel, die auf dem Sportplatz beginnt und durch die Stadt Gießen führt, wobei auch durch einen Schwimmer die Lahn zu durchqueren ist. sieht fünf Mannschaften am Start. Zu der 4mall00-Meter-Staffel sind sechs Mannschaften gemeldet. Besonders stark ist das Keulen- weitwersen besetzt worden. Cs find hierzu 20 Teilnehmer gemeldet, während sich am Keulen- zielwurf vier Mannschaften beteiligen. Am Ende deS Sportfestes wird ein Tauziehen stattfinden, bei dem der Stahlhelm-Frankfurt gegen den Kleinkaliberschützenverein-Atzenbain antritt. (S. gestrige und heuttge Anzeige.)
** Das Evangelische Wa 1 dfest am morgigen Sonntag bei der Ganseburg dürfte, so schreibt man uns, wie in Wetzlar ein Ereignis besonderer Art werden, zumal durch das Freilichtspiel „Andreas Hofer. Festredner ist Pfarrer H a u p t» Gießen. Der Posauncnchvr Oppenrod und der Kirchenchor Burkhardsfelden wirken mit. Da der Festplatz sehr geschüh-t ist. findet nur bei sehr schlechtem Wetter das Fest im „Hirsch" zu Reiskirchen und voraussichtlich später (6 Albt) in Burkhardsfelden statt. (Siehe heutige 2kn- -eig«.)
** Richtigstellung. In dem Artikel von Regierungsrat 2r. Rind fuß (Friedberg) „Neue Gedanken zum Wohnungsbau" (Gieß. Anz. Nr. 139 vom 17. Juni) befindet sich im dritten Absatz, Zeile 9, ein bedeutsamer Setzfehler. Es muß dort nicht 24 Millionen, sondern 24 Milliarden heißen.
* Aus dem Gießener StandeS- dmtSregifter. Es verstorben in der Zett vom 1. bis 15. Juni: 1. Juni: Margarete Wilhelmine Dickorä, geb. Dchraner, 66 Jahre alt, Schanzenstrahe 8. Heinrich Schmitt. Lokomottv- führet L R., Sicher Straße 159. 2. Juni: Marie Laubenheimer, geb. Koch. Witwe, 76 Jahre alt, Frankfurter Straße 46. 3. Juni: Hans Reichler, 1 Jahr alt, Weidengösse 7. 4. Juni: Werner Decker. 2 Monate alt, Drandgasse 7. Marie Bräuning, Rentnerin, 65 Jahre alt, Plockstr. 2. 6. Juni: Marie Boaler, geb. Hahn, Witwe, 78 Jahre alt, Ludwigstraße 5. 7. Juni: Heinrich Sommerlad. Ofensetzer, 65 Jahre alt, Mühlstraße 26. Heinrich Amend, Lokomotivführer i. R.. 74 Jahre alt. Steinstraße 46. 9. Juni: Margarete Pflüger. Arbeiterin, 27 Jahre alt, Kaplansgasse 15. 10. Juni: Wichelm Müller, Rentner, 77 Jahre alt, Steinstraße 68. 11. Juni: Glisabethe Donarius. geb. Kramer. Witwe, 71 Jahre alt, In Löbershof 9. Luise Friedrich, Lehrerin i. R., 66 Jahre alt, Wilhelms!raße 14. 12. Juni: Christine Wagner, geb. Decker, Witwe, 76 Jahve alt, Steinstraße 69. Luise Herbert, geb. Werdenbach, Rentnerin, 78 Jahre alt, Sie« phanstraße 3. 13. Juni: Johann Haas, Handelsmann, 45 Jahre alt, Rittergasse 16. 14. Juni: Katharine Dettegast, geb. Füller, Witwe, 73 Jahre alt, Stephanftrahe 3
** Deutschnationale Volkspartei: Man schreibt uns: Am Montagabend sprach im „Postkeller" in einer sehr stark besuchten Versammlung die preußische Landtagsabg. Qlnnagrete Lehmann über: _Fürstenberaubung und Mißwirtschaft der Linksparteien," Rach einer geschichtlichen Darstellung über die Entstehung der Fürstenvermögen besprach die Rednerin eingehend die Demiögensauseinandersetzung des preußischen Staates mit dem Hohenzollemhaus und die des hessischen Staates mit dem früheren
Groß Herzog, dessen FamMenbesitz an Liegenschaften, Geld, Schmuck und ÄunftgegcnRänbtfl 200 Millionen betrug, wofür ihm eine Ghxtfcbflp kigung von 10 Millionen und einigen Schlösse^ zugestanden worden sei. In anderen deutschen Staaten waren ebenfalls Abfindungsverträge geschlossen worden, da brachte der Antrag der demvlrattschen Reichstagsfraktion, unter Ausschluß des Rechtsweges die Frage der Auseinandersetzung reu anjufangen, das Volksbegehren inS Rollen. Die Ansprüche der Fürsten ständen aber in gar keinem Verhältnis zu dem 160- Milliardenverlust an dem deutschen VolkSver- megen, der in der Nachkriegszeit durch die Miß- wirlschaft dieser Liittsparteien entstanden sei. betoniert bei dem Verkauf der Kaiserlichen Werft, bei dem Verlauf der Rieseickonservenfabrik Haselhorst, die für völlig wertlose Aktien an Dar mat und Genossen Überlegungen sei. Da^,u komme noch der Druck von außen durch den Dawesplan, durch den jährlich 21 , Milliarden deutschen VolkSver- mögens ins Ausland gehen. ES sei heuchlerisch wenn man dem Fürstenvermögen die Not der Rentner, Arbeitslosen und anderer Dollsgenossen gegenüberfteile und dabei verschweige, daß Scheidemann eine IahreSpension von 16500 Mark und 7000 Mark Reichstagsdiäten erhalte, der frühere sozialdemokratische Polizeipräsident Richter 12 000 Mark. Der frühere Oberbürgermeister Leinert 29 000 Mark. Ferner habe der Reichsbahn-Präsident ein jährliches Einkommen von 1/i Million, ebenso der Rcichsbarck- präsident. Letzterer habe zur Renovierung seiner Wohnung 1 .. Million erhalten. Wenn man wirklich der Not steuern wolle, so solle man doch an diesen Dingen sparen. Nur aus Angst vor ihren eigenen Taten und da man eine Qtbtoan- berr der Anhänger zu den Kommunisten be- für abe sich die Sozialdemokratie dem tont- mn en Volksbegehren angeschlossen. Ihre Führ hatten früher als Minister ganz ander» gedacht und gehandelt. Wohin aber da» Volksbegehren führen solle, das habe der Kommunist Dr. Greiner im Hess. Landtage offen ausgesprochen. Er sagte: „Wenn die Fürstenenteignung erst durchgesührt ist, dann steht der Weg offen, das gesamte Privateigentum zu enteignen. Dann kommt einS nach dem andern, daS erstreben wir." Die Lage sei also völlig klar. Darum fei die Parole am kommenden Sonntag nicht „Ja" oder .Nein", sondern „Zuhause- bleiben“. Langanhaltender Deifall lohnte die Ausführungen der Rednerin, dec der Dorsihend« den herzlichsten Dank der Anwesenden zum Ausdruck brachte.
** Der Hess. Polizei- und Schutz« Hunde-Derein 1914 Gießen hielt feine dritte Interne Prüfung ab. Als Richter waren die Herren Meines (Frankfurt) und Degen (Offenbach), als Prüfungsleiter W. D r r z b a ch (Gießen) tätig. Gemeldet waren 7 Polizeihunde und 5 Schutzhunde, die sämtlich mit dem Ausbildungskennzeichen Polizeihund bzw. Schutzhund bedacht werden konnten. Alle Hunde zeigten mit ihren be- währten Führern eine recht erfreuliche Arbeit. Anschließend an die Dressurprüfung fand noch eine Propagandavorführuna statt. Es wurde ein Grenz- Überfall auf Grenzschugbeamte gezeigt, wobei die Hunde „Solle* und «Hektor* unter ihren Führern Sri. Hüttenberger und Polizeiwachtnn er Ri en Hardt zeigten, dah sie selbst vor Feuer, Revolver- und Kanonenschlägen nicht zurückschreckten und ihre Führer im Kampf« mit den Schmugglern mit Todesverachtung verteidigten. Polizeiober- assistent K l ö s zeigte mit seinem „Tell* eine Arbeit am ungeschützten Mann, ein Beweis peinlichsten Gehorsams aus der Vraris. Diese Vorführungen sanden regsten Beifall. Bei der Preisoerteilung wurden die beiden Siebzigjährigen, die Herren Gendarmerieinspektor Kösinger und Wilhelm Bierau, die sich trotz ihres hohen Altere mit aller Hingebung dieser edlen Sache widmen, mit Führerzeichen bedacht.
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Bekanntmachung.
Betr.: Verpachtung der Marktlauben- Verkauss^ände und Verkaufsplätze auf dem Wochenmarkt.
Die überdeckten Marktlauben-Verkaufs- stände sowie die Verkaufsplätze auf dem Wochenmarkt werden für die Zeit vom 1. Juli 1926 bis 30. Juni 1927 52338
am Samstag, dem 26. Juni 1926 vormittags Hi Uhr
an Ort und Stelle meistbietend versteigert. Gießen, den 19. Juni 1926.
Der Oberbürgermeister.
I. V.: Dr. Rosenberg.
llrüeitSvergebnng^
Zur Erneuerung des Kirchturms zu Lp-enrod werden die Zimmer-, Grob- schlosser-, Dachdecker-, Schreiner- und An- streicherarbeiten zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Angebotsvordrucke, Zeichnungen und Bedingungen liegen vom 21. d. M. ab auf der Kre^sbauver- waltung, Zimmer Nr. 18, offen, woselbst auch Angebotsvordrucke, solange der Dor- rat reicht, zum Selbstkostenpreis ausgegeben werden. Die Angebote find verschlossen. portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, spätestens bis zu dem am 28. Juni 1926, vormittags 10 Uhr, ftattsindenden Lerdingungstermin bei uns einzureichen. 5196C
Gießen, den 16. Juni 1926.
Kreisbauoerwaltung.
Cellarius.
Gegen Gicht. Stein- und StoHwechselleidenl - Auskunft auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung.
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Holzfubmisfion.
Aus den Waldungen der Gemeinde Annerod soll nachstehendes Holz im Submissionsweg verkauft werden: Los 1: Fichtenstämme 3. Klasse, 6 Stück, 8,24 fm
Los 2: Fichtenstämme 4. Klasse, 23 Stück, 20 fm
Los 3: Fichtenstämme 5a-Klasse, 50 Stück, 28,85 fm
Los 4: Fichtenstämme 5b-Klasse, 71 Stück, 23,27 fm
Los 5: Lärchenstämme 3. Klasse, 1 Stück, 0,91 fm.
Das Holz ist entrindet und ohne Rinde gemessen. 5223D
Der Kaufpreis ist pro Festmeter an« Zugebeu. Die Angebote sind nach Klassen getrennt zu halten und müssen bis zum 23. 3unl 1926, nachmittags 2 Uhr, auf der unterzeichneten Bürgermeisterei einge- reicht sei«, wo in Gegenwart erschienener Bieter die Eröffnung ftattfinbet, und die Zahlungsbedingungen bekanntgegeben werden.
Annerod, am 18. Juni 1926.
Bürgermeisterei Annerod. Horn.
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Arbeitsvergebung.
Zur Errichtung einer Bedürfnisanstalt in dem südöstlichen Torhäuschen am Eelterstor sollen die erforderlichen Erd- und Maurerarbeiten vergeben werden.
Angebote auf Vordruck sind bis zum Montag, dem 28. Juni 1926, vormittags 10‘, Ahr. bei uns einzureichen. Zeichnungen und Dedingungen liegen bei uns offen. 5252B
Zuschlagsfrist 3 Wochen.
Gießen, den 19. Juni 1926.
Stadtbauamt. I. V.: Wettlaufer.
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