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fern soll bis $u diesem Zeitpunkt noch ein neues Gewand erhalten. Sehr zu begrüßen ist es, Daß einige Hausbesitzer sich entschlossen haben, das schöne H o l z w e r t wieder f r e i z u l e g e n. Man möchte wünschen, daß sie recht viele Rach- ciferer sanden!

sch. Bleichenbach. 18. Mai. Linser Dorf unh seine Umgebung werden besonders häufig von Zigeunern heimgesucht. Gestern trieb eine Bande von fünf Magen hier wiederum ihr Unwesen, indem sie in Höfen und Gärten am hellen Lage stahl und ihre Pferde auf die Wiesen trieb. Die Ortspolizei konnte ihrer nicht ohne weiteres Herr werden. Schließ- lich muhte die Feuerwehr auf die Beine gebracht werden, die sie dann bis über das nächste Dorf hinaus vertrieb. Man fragt sich, wie sich solche Banden trotz polizeilichen Ver­bots immer wieder bilden können. Reges Leben herrscht in unserem seit 1864 bestehenden Turnverein. Er hat während dieser langen Zeit noch nie geschlafen, wenn auch im Kriege die eigentliche Turnerei vor zeitgemäheren Auf­gaben zurücktrat. Die drei Pflichtturnstunden in der Woche werden regelmäßig von allen aktiven Turnern besucht. Sine vorbildliche Turnleitung und mustergültiges Zusammenhalten zeitigten die schönsten Ergebnisse. Das zeigte sich, wie schon bet vielen Gelegenheiten, auch wieder beim jetzigen Anturnen des Vereins. Ein Schau­turnen vor vielen hiesigen und auswärtigen Gästen zeugte von regster Winterarbeit.

Michelnau, 18. Mai. Die Feld- bereinigung wird in aller Kürze begon­nen werden. 3n einer gestern stattgehabten Versammlung der Grundstücksbesitzer wurden die Richtlinien festgelegt, nach denen die entstehen­den Bereinigungskosten aufgebracht werden sollen, bs. Aus der Wetterau, 18. Mai. So stark, wie seit vielen Jahren nicht, tritt in diesem Frühjahr der Getreiderost auf. Insbeson­dere ist es der Gelbrost, der Heuer besonders den Winterwelzen befällt, so daß die Weizenfelder von weitem wie versengt aussehen. Obwohl der Rostpilz feuchtwarntes Wetter liebt, wird der Rosrbefall immer stärker, da die kühle Witte­rung bas Wachstum des Weizens hindert. Es steht zu befürchten, dah in einzelnen Gemarkuir- gen, wie z. B. Berstadt, eine wesentliche Verminderung des Ernteertrages eintreten wird. Der letzte Frost mit 2,2 Grad unter Rull hat den bereits aufgelaufenen Frühkartoffeln dermaßen geschadet, daß ein Pächter eines größeren Hofgutes ge­zwungen ist, ungefähr 40 Morgen .,umzusehen".

Kreis Schotten.

Schotten, 18. Mai. Dem Männer- ch or 1 83 7, der im nächsten Jahr sein 90. Stiftungsfest mit einem großen Sänger­wettstreit verbindet, wurde seitens des ..Schottener Männerchors", Aew-Vork zum Zwecke der Ausgestaltung des Festes ein nam­hafter Geldbetrag überwiesen. Gleichzei­tig stellte der Verein sein Erscheinen während der Festtage in Aussicht.

Laubach 18. Mai. Einen hohen Kunst­genuß bot die hiesige Konzert- und Vor­trags-Vereinigung iVorsihender: Kam­merdirektor Birnbaum) durch Vorstellungen der Haah-Berkow-Spiele imSolmser Hof". Am Samstagabend gab die Truppe den Totentanz" und denTheophilus". am Sonntag mittag das MärchenDie zertanzten Schuhe", dieser Spiele machte auf die Zuhörer einen Die schlichte, innerliche und tiefreligiöse Kunst dieser Spiele machte auf die Zuhörer einen nachhaltigen Eindruck. Laubach ist die erste Kleinstadt der Provinz, worin die Haah-Berkow- Spiele aufgetreten sind. Sie haben es verstair- öen, auch auf dem Lande Interesse und Liebe zu gewinnen. Sonntag abend verstarb die älteste Bewohnerin von Laubach und Umgegend, Frau Elise Rausch, die Witwe des im Jahre 1912 verstorbenen Distrikteinneh- mers Reick)anten Heinrich Rausch, im 9 7. Lebensjahre. Sie war die Tochter des Land­wirts Adam Lipp von Ulrichstein (gegenüber der Post). Ihr Mann toar der letzte Laubacher Distrikteinnehmer, trat 1900 in den Ruhestand, verbrachte seinen Lebensabend in Gießen, wurde jedoch auf seinen Wunsch hier begraben. Die Verstorbene empfand zwar körperlich die Be­schwerden des Alters (sie war geboren 10. Oft. 1829), war jedoch geistig noch völlig frisch. Sanft und schmerzlos schlummerte sie in die Ewigkeit hinüber. In diesem Sommer wird hier, wie wir schon berichteten, ein Blumenschmuck- Wettbewerb auf Anregung des Zweigver­eins Laubach des Vogelsberger Höhen- klubS (Vorsitzender: Obersekretär: Elbe) statt- finden. Die Stadt hat einen namhaften Beitrag gestiftet. Der Wettbewerb soll durchaus nicht kunstreiche Ausschmückungen mit hohen Kosten bezwecken, sondern in erster Linie den Sinn für Blumenzucht fördern. Für den Bewerb sind drer Stichtage in Aussicht genommen. Im Okto­ber wird eine kleine Feier mit Preisverteilung stattfinden.

h- Ulfa, 18. Mai. Wie sehr die Feld­bereinigung mit den Feldrainen aufgeräumt, merkt man jetzt an der gänzlichen Ausrot­tung der Brennessel. Die Leute, die bei der Aufzucht von Gänsen nicht auf diese nahr­hafte Pflanze verzichten wollen, müssen in be­nachbarten Gemarkungen ihren Bedarf decken. Die durch den Tod des Lehrers Wiesner ver­waiste Schulstelle wird mit Beginn dieser Woche durch eine Lehrerin verwaltet.

Kreis Lauterbach.

fl Maar, 17. Mai. Gestern fand hier eine Versammlung des Bienenzüchterver­eins Lauterbach statt. Lehrer Schnell, Wernges, hielt einen Vortrag überKöniginnen­zucht". Die rege Aussprache bewies, wie auf­merksam die Hörer dem Vortrage gefolgt waren. Die immer wieder austauchende Frage nach der besten Dienenwohnung hält Herr Schnell für weniger wichtig; für die Erhaltung der deutschen Bienenzucht unbedingt notwendig erklärt er: 1. Bekämpfung des Auslandhonigs, 2. Verbesse­rung der Dienenweide und 3. Königin-Wahlzucht. Zur Erreichung des ersten Zieles soll deutscher Honig nur noch in den Ginheitsgläsern des Deutschen Imkerbundes verkauft werden. Auf diese Weise hat jeder Honigkäufer eine Gewähr für die Güte des gekauften Honigs. Die Ver­besserung der Dienenweide mühte vor allem Sache der Land- und Forstwirtschaft und der Bahnverwaltung sein. Hier und da ist dies in dankenswerter Weise bereits geschehen. Damit auch jeder Imker selbst die Dienenweide ver­bessern kann, wurde gemeinsam Samen für Honig­pflanzen bestellt.

Starkenburg.

Allgemeiner Deutscher Iagdschutzverein.

* Dar mst ad t, 18.Mai. Der Allgemeine Deutsche Jagdschutz verein nahm auf seiner Hauptversammlung in Darmstadt eine En t s ch l i e h u n g an, bei Den Regierungen vorstellig zu werden, um eine einheitliche Gesetzgebung zur Bekämpfung wil­dernder Hunde und Katzen zu erreichen. Zum Kleinkaliberschießen wurde eine Entschließung angenommen, in der u. a. folgende Richtlinien ausgestellt wurden: Enges Zusammen­arbeiten des Allgemeinen Deutschen Jagdschutz- Vereins mit den Kleinkaliberverbänden zur Ab­stellung der aus dem Kleinkaliberschießen und seinen Auswüchsen der Jagd drohenden Gefahren, Beschränkung des Visiers auf die Sportvisierung unter Ausschaltung des Kurvenvisiers, Verbot von Wildscheiben für die Sportverbände, Einfüh­rung des Waffenscheins für den Besitz von Klein­kalibergewehren und Beschränkung der Schuß­weite auf 50 Meter.

Darmstadt, 18. Mai. In Der Rähe des Ortes Hühnlein scheute das Pferd eines Wagens und rannte gegen einen'Baum.Der Frau des Maurermeisters Peter S ch n e i D er, die hinter dem Baum Schutz gesucht hatte, drang die Deichsel in die Brust. Die Verletzun­gen waren so schwer, daß ihnen die bedauerns­werte Frau erlag. Bei Ausschachtungsarbeiten auf einem Bauplatz in Dieburg stieß man auf Reste eines Steinreliefs aus römischer Zett. Auf Veranlassung des Denkmalpflegers weiter vorgenommene Grabungen förderten die übrigen Teile des wohlerholtenen Reliefs zutage.

'WSR. Offenbach. 17. Mai. Die gestern stattgefundene Dootstaufe der hiesigen Germania" hat einen unvorhergesehenen Ausgang genommen. Rachdem die Taufe des neuen Bootes bereits vollzogen und das Boot nach der üblichen Paradesahrt wieder an Land gebracht worden war. erwischte ein starker, fast orkanartigerWindstoß das Taufboot und schleuderte es mehrere Meter weit auf die Hafenmauer, wobei es völlig zer­trümmert wurde. Menschenleben sind glück­licherweise nicht zu Schaden gekommen. Der Klub ist durch den Vorfall jetzt zur ^Untätigkeit ver­urteilt.

Preußen.

Nassauischer Kommunal-andLag,

WSR. Wiesbaden. 18. Mai. Der 61. Kommunallandrag des Regierungs­bezirks Wiesbaden wurde gestern eröffnet. Ramens des preußischen Staatsministeriums be­grüßte Regierungspräsident Ehrler die Ver­sammlung. Der jetzige Kommunallandtag hat vor allem die Aufgabe, das Projekt der Lahnkana- l i f i e r u n g zum Abschluß zu bringen. Vordring­lich sei auch der Limbau der Wege und der Bezirks st raßen, die durch starke In­anspruchnahme der modernen Verkehrsmittel einen vollständigen Umbau erforderten. Zu diesem Zwecke müßte eine größere Kommunal- Anleihe ausgenommen werden. Sodann erstattete Landeshauptmann W o e l l den Haushalts­plan des Kommunalverbandes und führte il a. aus: Die Staatsüberweisungen, die das Rückgrat der Einnahmen des Verbandes bilden, sind gegen das Vorjahr um 1,6 Millionen zurückgegangen. Auch mit einem Lieberschuß der Landesbank wird nicht zu rechnen sein. Aus alledem ergibt sich ein Einnahmeausfall von etwa 2,1 Millionen Mark. Von den öffent­lichen Abgaben, welche in unserem Bezirk in Höhe von 175 Millionen Mark erhoben werden, wurden dem Kommunalverband nur 8,8 Millionen überwiesen. Trotzdem hat der Kommunalverband seine ihm gestellten Aufgaben im wesentlichen erfüllt. Bei den wichtigen Punkten sind keinerlei Abstriche gemacht worden. Dor allem gilt das Augenmerk der Kommunalverwaltung dem Lan­deswohlfahrtsamt, der Wohnungs­fürsorge und der Fürsorgeerziehung. Es stehen für die Fürsorgeerziehung nunmehr 5 Heime zur Verfügung, während es bisher nur 3 waren. Für die Wegeunterhaltung wer­den 2,5 Millionen gegenüber 1,4 Millionen im Vorjahre zur Verfügung gestellt. Die Kraft­fahrzeugsteuer ist der unentbehrliche Grund­pfeiler für den Wegeertrag unseres Bezirks ge­worden.

In der heutigen Sitzung nahmen die Ver­treter der politischen Parteien zu dem Haushalt­etat das Wort. Abgesehen von den Kommunisten sprachen sich die übrigen Parteien im wesent­lichen für das Programm der LandeSverwal- tung aus. Scharfe Kritik wurde übrigens von verschiedenen Rednern an der Melioration im Westerwald geübt. Landeshauptmann Woll wies demgegenüber Darauf hin, daß die Melioration nur von dem Kommunalverband durchgeführt werden könne, da die Gemeinden und Bauern zu arm seien, um ein so hohes kulturelles Projekt durchzuführen. Der Etat des Kommunalverbandes wurde damit genehmigt.

Kreis Wetzlar.

O Aus dem Kleebachtal. 18. Mai. Mit großer Freude nimmt die Bevölkerung des Kleebachtals Kenntnis von der Rotiz des Gießener Anzeigers", nach welcher die Kraft- postlinie GießenHochelheimRic - de rkleen vom Reichspostministerium geneh­migt ist. Die Bevölkerung erwartet nun, daß die zuständigen Landesbehörden Hessens und Preußens von der ihnen gegebenen Möglichkeit der Einspruchserhebung keinen Gebrauch machen. Sie erwartet sehnlichst den Augenblick, in dem die Linie, die einem sehr dringenden öffent­lichen Bedürfnis entspricht, eröffnet wird.

Z Groß-Rechtenbach, 18.Mai. Die von der Firma F. W. Ai n ck e r G. m. b. H. in S in n gelieferten zwei neuen Kirchenglocken sind am Sonntag eingeweiht worden. Die größere Glocke hat ein Gewicht von 367 Kilogramm; sie trägt folgende Inschrift:Run aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe. 1. Kor. 13, 13. Er­satzglocke für die 1730 in Groh-Rechtenbach von I. I. Rincker gegossene Glocke. F. W. Rincker in Sinn 1926." Der Guß der Glocke soll damals im DistriktDollenstück" der hiesigen Gemarkung erfolgt fein. Die kleinere Glocke wiegt 266 Kilo­gramm und ist mit folgender Inschrift versehen: Sei getreu bis in den Tod. Offb. 2, 10. F. W. Rincker in Sinn 1926. Sie bildet Ersatz für eine nach dem Kriege von derselben Firma be­zogene Glocke, die seit einiger Zeit einen Sprung zeigte. Die beiden alten Glocken sind von der

Firma Rincker zurückgenommen worden. Immer­hin entstehen der Gemeinde durch die Beschaffung Der neuer Glocken noch Kosten in Hohe von über 2000 Mk., die sie aber gerne trägt, weil sie nunmehr wieder über ein sehr schönes Drei­klanggeläute verfügt.

<"> Oberkleen, 18. Mai. Die Bruder­schaft Hütten berg des Iundeutschen Ordens veranstaltete hier am Sonntag eine Feier, die trotz des ungünstigen Wetters sehr zahlreich besucht war. Die Feier wurde geleitet von dem Großmeister Reuter aus Dornholz­hausen. Die Einleitung erfolgte mit einem Felo- gottesdienst durch Pfarrer Schmidt, Wetz­lar. 11. a. hielt der Komtur Der Ballei Rassau, Studienrat Kauer, Wetzlar, eine Ansprache. Musikvorträge trugen zur Verschönerung der Feier bei. Verpflegung wurde aus Der FelD- küche verabfolgt,

<> Ebersgöns, 18. Mai. Gin hier ge­bürtiger Einwohner ist nach 45jährigem Aufenthalt in Amerika dieser Tage in seine Heimat zurückgekehrt.

ch Hörnsheim, 18. Mai. Dieser Tage verließ der Landwirt Jakob Lind unser Dorf, um nach Amerika auszuwandern. Die hiesige, wie auch die Lühellindener Gefolgschaft des Iungdeutschen Ordens ließ es sich nicht nehmen, ihren Ordensbruder mit einem Fackelzuge zur Bahn zu begleiten, wie auch eine ansehnliche Zahl hiesiger Einwohner ihrem Mitbürger bis zum Dorfausgange das Geleit gab. (Der Schei­dende, von dem zwei Brüder schon seit einigen Jahren in Amerika wohnhaft sind, gedenkt nach fünfjährigem Aufenhali in der Reuen Welt wieder in die Heimat zurückzukehren und tritt aus diesem Grunde die weite Reise ohne seine Familie an.

kz. Aus dem H ü 11 e n b e r g, 18. Mai. In Den letzten Jahren hat sich in steigendem Maße das Bestreben nach farbiger Be­handlung Der Außenfläche von Neu­bauten und toieDerfiergefteHten alten Bauten gezeigt. Zwar sind Die baukünstlerifchen Fragen, Die sich bei Dem Bestreben nach Farbigkeit er­geben. noch durchaus im Fluß, und es kann nicht Ausgabe Der Baupolizei sein, in diese Ent­wicklung hindernd einzugreifen. Die Bewegung, an Stelle Der früheren Eintönigkeit farbenfrohere Wirkungen zu erzielen, kann nur gutgeheißen werden, wenn sie auf den architektonischen Auf­bau Der betreffenden Gebäude, sowie auf den GesamteinDruck des Straßenbildes Rücksicht nimmt. An architektonisch wertvollen Gebäuden ist Der Hüttenberg reich, und es ist eine Freude, zu sehen, wie Die alten, prachtvollen Holzbauten in neuem Gewände erstrahlen und trotzdem Die Würde des Alters nicht verwischt wird.

Kreis Biedenkopf.

T Waldgirmes, 18. Mai. Rachdem der Kreistag im Dezember Die Garantieleistung mit einer Mark für den Kilometer für Die Einrich­tung einer Autopvst von Wetzlar nach R o d h e i m übernommen hatte, gab auch die Oberpostdirektion anfangs Januar ihre Genehmi­gung dazu, mit einer Zwischenfahrt mor­gens von Wetzlar nach Waldgirmes und zurück. Man gab sich der Hoffnung hin, daß diese Einrichtung bald zustande käme. Aber bis heute hört und sieht man nichts davon. Im Winter hieß es, die Wasserleitung und damit die Ortsstraßen in Waldgirmes sollten erst wie­der hergestellt sein. Das ist seit Februar ge­schehen. Als das Auto noch nicht fuhr, ver­lautete, die Straße bei Raunheim müsse erst gewalzt werden. Auch das ist längst geschehen, und sogar am Ort saus gang gegen Waldgirmes um zwei Meter erweitert worden. Jetzt hmht es wieder, das Backhaus in Hof Haina, das an einer engen Kurve steht, müsse erst entfernt wer­den. Man hat früher mehrmals Probefahr­ten unternommen, ohne gegen dieses Haus zu rennen. Wenn auch Die Fahrt von hier nach Rodheim für einige Leute, wie Schornstein­feger, und bei kreisärztlichen Sprechtagen in Rodheim eine willkommene Einrichtung wäre, so wird doch an der Rentabilität und bleiben­den Einrichtung derselben stark gezweifelt. Sollte wirklich das Backhaus der Hinderungsgrund sein, dah die Autolinie bis jetzt nicht eröffnet worden ist, dann sollte man doch wenigstens zwischen Wetzlar Raunheim Waldgirmes mit Dem Betrieb anfangen. Diese Strecke wird, bei richtigem Fahrplan der jetzige entspricht nicht den örtlichen Verhältnissen ihre Renta­bilität beweisen.

Kreis Marburg.

]{ Marburg, 18. Mai. Der Professor der Theologie an Der hiesigen Uniberfitäi, Gustav Holscher, wurde von der Norwegischen Aia- Demie der Wissenschaften zuOslo zum Mitglied ihrer historisch-philosophischen Klasse ernannt. Der ülniversitätsbund Marburg konnte anläßlich feiler diesjährigen Hauptversammlung insgesamt 815 0 Mi. für w i s sen s chas t - liebe Zwecke an Mitglieder des hiesigen aka­demischen Lehrkörpers bewilligen. Diese Dumme übersteigt Die Bewilligungen der Vorjahre um das Dreifache.

Marburg, 18. Mai. (WSR.) Aus Der Genossenschafts molkerei Kufenthal haben unbekannte Einbrecher in einer der letzten Rächte neben anderen Molkereierzeugnissen 160 Pfund frische Süßrahmbutter ge­stohlen.

sch. Marburg, 18. Mai. Als heute früh zwischen *7 und 7 Uhr auf dem hiesigen Haupt- bahnhof eine Lokomotive aus der Halle fuhr, wollte der Reservelokomotivführer Paul aus Marburg noch aufspringen und wurde dabei zwi­schen die Lokomotive und einen Pfei­ler der Halle gedrückt. Mit schweren Quetschwunden und einem Schlüsselbeinbruch wurde Paul in eine hiesige Klinik eingeliefert.

OberwefterwaldkreiS.

& Marienberg, 18. Mai. Ab 15. Mai ist auf der Strecke FehlRitzhausenErbach eine Verbesserung der Zugoerbindung eingetreten. Durch Einlegung eines neuen Zuges ab Marienberg 9.20 Uhr norm., an Erbach 9.33 Uhr ist Anschlußmöglichkeit nach Hachenburg gegeben. Hier ist seit geraumer Zeit ein Ein­wohner, Vater von 5 Kindern, spurlos verschwunden. Man nimmt an, daß er ' denwandernden Gesellen" zugesellt und seine Fa­milie dem Schicksal überlassen hat.

ASteckum-Püschen, 18. Mai. Am (Sonn­tag feierte der hiesige Mannergesangverein Einigkeit" unter Beteiligung des Ober- westerwälder Sängerbundes seine Fah- nenweihe. Im Anschluß an die Weihe durch den Bundesoorfitzenden, Hauptlehrer Schiebt, fang der Bund im Massenchor unter Leitung des Sun»

deschorleiters R. Groß das Westerwaldlied: ,Hch ziehe auf grünender Halde". Trotz der Ungunst der Witterung nahm das Fest einen guten Verlauf.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M., 18. Mai. Töte uns aus Kassel berichtet wird, ist es der Kriminalpolizei gelungen, zwei berüchtigte und langgefuchte Einbrecher in Vacha an Der Werra fest zunehmen, auf Deren Konto zahllose Einbrüche und Diebstähle, Die im Werratale verübt würben, fallen. ES handelt sich um Die beiden Arbeiter OttoGenS und Adolf Sowa. Otto Gens ist Der Bruder des am 5. Mai vom Schwurgericht wegen Er­mordung des Kriminalbeamten Sack zum Tode verurteilten Anton Gens. Der wegen Mordes und gemeinschaftlichen Raubversuchs vom Schwur­gericht zu Drei Jahren Gefängnis ver­urteilte minderjährige Kellnerlehrling Corth hat die Strafe jetzt angenommen, Die dem in Fürsorgeerziehung Weilenden bekanntlich bedingt erlassen wird. Gestern nachmittag 1.30 IHjr ist in Der Fahrgasse ein Mann in stark angetrunkenem ZustanDe mit einem MotorraD umhergefahren. Zur Verhütung weiterer strafbarer Handlungen, sowie zum Schutze seiner Person wurde er Ln Schutzhaft genommen. Auf Der Revierwache bekam er einen Tobsuchtsanfall und wurde durch Die Rettungswache nach Der StäDtischen Heilanstalt verbracht.

Oberursel, 18. Mai. (WSR.) Die StaDt- verorDnetensitzung hat in ihrer letzten Sitzung Die Ausnahme einer Anleihe von 300 000 Mark beschlossen, Die hauptsächlich zu Woh­nung sb a u z w e cken Verwendung finden soll.

Homburg v. d. H., 18. Mai. (WSR.) Zu dem Leichenfund im Wehrheimer Wald wird noch gemeldet: Die Knochenteile lagen weit auseinander. Gefunden wurden u. a. verfaulte Kleidungsstücke, eine lederne Brief­tasche, ein Tintenstift, eine Taschenschere mit Zigarrenabschneider, eine Zigarrentasche und ein Geldschein. Der Schädel zeigte an Der rechten Seite einen Einschuß und an der linken Seite einen Ausschuß. Ein Revolver wurde nicht ge­funden. Ebenso fehlen Die Schuhe. Man nimmt an, daß Selbstmord vorliegt, unD daß Die Tat bereits 2 bis 3 Jahre zurückliegt. An­haltspunkte über Die Persönlichkeit des Toten fehlen vollständig. Ermittelungen find einge­leitet.

Höchst a. M., 18. Mai. (WSR.) In Der Rächt zum Sonntag gegen 12 älhr begab sich Der 19jährige Schneider W. mit seiner Braut an Den Main. An der alten Kranmauev sprang Der etwas angetrunkene junge Mann plötzlich in den Main. Einem Passanten, der auf Die Hilferufe des Mädchens herbeieilte, ge­lang es, Den Lebensmüden dem nassen: Element zu entreißen. Dieser war jedoch mit der Rettung nicht einverstanden, und ver­suchte, sich wieder in die Fluten zu stürzen, wo­bei sich zwischen ihm und seinem Retter ein Kamps entwickelte. Schließlich konnte er sich wieder freimachen und er sprang erneut in den Main, diesmal piit dem gewünschten Erfolg, denn ehe weitere Hilfe geleistet werden konnte, war er versunken. Die Leiche wurde gelänget.

Hanau, 18. Mai. (WSR.) Das 31/- i # b* rige Söhnchen eines hiesigen Einwohners ist seit Sonntag nachmittag spurlos ver­schwunden, nachdem eS noch kurz vorher auf Der Straße gespielt hatte. Das Kind hat hell­blondes Haar, frische Gesichtsfarbe und braune Augen. Bekleidet war es mit schwarzen Schuhen und Strümpfen und grünlich gestreifter Blute.

Kreis Fulda.

Fulda, 18. Mai. (WSR.) Der Bezirks­ausschuß in Kassel hat der Ausnahme einer Anleihe durch die Stadt Fulda in Höhe von 500 000 Mark zugestimmt. Der Ertrag der Anleihe soll zum Ausbau der Fuldaer Wasserleitung Verwendung finden. 2n der Rächt zum Sonntag wurde in einer hiesigen Drogerie ein schwerer Ein­bruch verübt. 11. a. fielen den Spitzbuben 10 Pfund Kaffee, 2000 Zigaretten, verschiedene Flaschen Kölnischwasser und Schnaps, Zigarren und andere Wertgegenstände in Die Hände. Auf Dem Bahnhof Wüftensachsen haben kürzlich Eisenbahnräuber einen Waggon er­brochen und vier Zentner Mehl ge­stohlen. Als Täter wurden jetzt zwei Arbeiter aus Wüstensachsen entlarvt. 3,5 Zentner Mehl wurden verdorben in einem Stall vergraben aufgefunDen. Der Rest war bereits verbraucht.

Turnen, Sport und Spiel

Turnerehrung.

Dem Turner Joseph Geck vom Turnverein von 1846, Gießen, wurde mit Rücksicht auf seine turnerischen Verdienste der,Ehrenbrief des Mittelrheinkreises verliehen. Geck steht bereits im 69. Lebensjahr und ist noch eifriger Be­sucher der Turnstunden.

3. Bezirk Gau Hessen D. T.

Df. Am Sonntag fand in Langsdorf der Be- zirksgelanbelauf im 3. Bezirk statt.

Zum 1000-Meter-Lauf waren 23 Schüler an- getreten. 1. Heinr. Rib, Merkenfritz, 2. Ludwig Hildebrandt, Hirzenhain, 3. Rich. Diehl- mann, Unter-Schmitten.

Zum 1500-Meter-Lauf traten 11 Mann an. 1. August Theiß, Rainrod, 2. Hugo Schäfer, Villingen, 3. Ludwig Möller,Hirzenhain.

Zum 2500-Meter-Lauf traten ebenfalls 11 Mann an. 1. Richard Ulrich, Unter-Schmitten, 2. Ferdi Wolf, Unter-Schmitten, 3. Hugo Kraft, Nidda.

Zum S000-Meter-Lauf traten 19 Mann an. Den Lhrensieg errang Hugo Seitz, Hirzenhain, 1. ffig. Seibel, Nidda, 2. Alb. Becker, Nidda, 3. Wil­helm Scherer, Geiß-Nidda.

Im 5000-Meter-Mannschaftslauf errang Hir­zenhain den 1., Unter-Schmitten den 2., Villin- gen den 3. Preis.

Im 1000-Meter-Mannschaftslauf errang Langs­dorf den 1., Unter-Schmitten den 2., Hirzenhain den 3., Villingen den 4. Sieg.

Nach einer Ansprache durch den 1. Bezirksoer­treter, Lehrer Wolf, Unter-Schmitten, und der Verteilung der Diplome fand am Mittag auf dem Sportplatz ein Beztrkssaustballspiel statt, zu dem 4 Vereine angetreten waren: Nidda 1. und 2., Hungen und Langsdorf. Nidda 1. errang Mt Bezirksmeisterschast.