Ausgabe 
18.12.1926
 
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eventuell auch eine l a u

Innern wrrd in diesem Fülle Wohl eine Aus- nähme. tote sie der 8 2 Abi. 4 der Verordnung vorsieht, Anlassen. Sah die Aufwertung der Sparguthaben innerhalb des Beierts einer Spar­kasse nur einheitlich erfolgen soll und muh, wird wohl für das Ministerium bei seiner Entscheidung ausschlaggebend sein. Gerade von diesem Oe- sicht-Punkt der Einheitlichkeit aus dürfte es zu empfehlen fein, wenn die Kreisämter durch Brr- hanilungen mit Len einzelnen Gemeinden ihrer Kreise Liefe zu einer einhe'Mchen Regelung der Auswertung der Gemeindeschulden zu dem Ror- malsah von 12,5 Prozent veranlassen würden, um dadurch auch für die Aufwertung der Spar­guthaben die erforderliche Einheitlichkeit zu schaf­fen. Sollten einzelne Gemeinden, wie z. B. kleine Landgemeinden mit ertragreichem gro'jen Wald­besitz, in der Lage sein, höher aufwerlen zu tönnen, so könnte man in solchen Fällen den Gr- meindegläubigern dadurch entgegenkommen, bah man die R ü ck z a h l u n g s f r i st der Ablösungs­anleihen verkürzt, oder Barauszahlung

Neubestellung von Beisitzern der Schttchtungsausschüsse.

Dom Echlichtungsausschuh für die Provinz Oberhefsen wird uns mitgeteilt:

Wegen des bevorstehenden Ablaufes der Amtszeit der Beisitzer wird die Neube­stellung erforderlich. Sie geschieht durch den Mb mster für Arbeit und W.rtschaft auf Grund von Dorschlagslisten, die von wirtschaftlichen (lm arbeitsrechtlichen Sinn) Vereinigungen auf- gestellt werden mti> beim Schlichtungsausschuß für die Provinz Oberhessen in Gießen einzu­reichen sind (es sel hier auf die heutige Dekannt- machrng verwiesen).

Als Beisitzer kann nur berufen werden, wer deutscher Reichsangehöriger rst, das 21. Le­bensjahr vollendet und im Bezirk des Schlich» trmgsausschusses (Hess. Provinz Oberhe'sen und die vereinbarungsgemäß milz. berücksichtigenden, außerhalb gelegenen Grbi-tsteile) den Betriebs- sitz, oder mangels eines solchen den Wohnsitz hat, oder beschäftigt ist.

Arbeitgeberbeislher dürfen nur Arbeitgeber fein. Den Arbeitgebern stehen gleich Borstands- Mitglieder und g sehlich^ Bert rede r von juristi­schen Personen und von Personeng samtheiten des öffentlichen imö des privaten R^tts. Aufs'chts- ratsmitglieder mit Ausnahme der vom Betriebs­rat entsandten, öffentliche Beamte nach näherer Anordnung der zuständigen obersten Reichs» oder Landesbehörde. Geschäftsführer und Dctri.bs- leiier, soweit sie selbständig zur Einstellung von Arbeitnehmern in den Betr'eb oder die Detr'ebs» abteilung berechtigt sind, oder soweit ihnen Pro­kura. Handlungsvollmacht oder Generaleolle acht erteilt ist, und setzengZmätz'.ge Dertreter odn: be­vollmächtigte Angestellte wirtschaftlicher Dereini» gungen von Arbeiter bern.

Arbeitnehmerbeisltz^r dürsen nur Arbeit­nehmer f'iit Z>en Arbeitn hm vn stehen satz ngs- mäßige Dertr-.ter, od'r bevollmächtigte Ange­stellte wirtschaftlicher Dere.n g-ungen von Arbeit­nehmern gleich.

Bei der Berufung sollen die verschiedenen Seite und dir hauptsächlichen Gewerb zwe'ge, Der"fsarten und B:tri?bsarlen des Bezirks be­rücksichtigt werden. Die Vorschlagslisten der wirt­schaftlichen Derein g:ngen der Arbeitgeber unb der Arbeitnehmer sollen diesem Ersordornis Rech­nung ftage.L Es sind bei den Arbeitnehmern getreirnte Vorschlagslisten für Arbeiter und für Angestellte aufzustelle'.r.

Die älebernahme deS Deisitzeramtes kann ablehnen: 1. wer das 63. Lebensjahr vollendet hat: 2. wer durch Krankheit oder Gebrechen ver­hindert ist. das Amt vrim,uags;näßig zu führen: 3. wer durch andere ehrenamtliche Tätigkeit für die Allgemeinheit so in Anspruch genommen ist. daß ihm die älebernahme Les Antes nicht zu- aemutet werden kann: 4. wer in den letzten drei Jahren vor der Berufung als Besitzer eines SLlichiungsausschusies tätig gewesen ist: 5. öffent­liche Beamte auf DerlangLn ihrer vorgesetzten Dienstbehörde.

Für die Vergütung der Beisitzer (Tagegeld.

sende jährliche Verzinsung gibt, an­statt die -Zinsen erst bei der Ausloiung za. be­zahlen, wie es Las Anleiheablösungsgesetz an sich vvrsieht. An dem einheitlichen Aufwrrtungs- sah von 12,5 Prozent sollte man aber aus den oben angeführten Gründen möglichst festhalten, um Llnzuttäglichkeiten für Lie Sparkassen und Ge- meinLen, die sich aus einer verschieden hohen Aufwertung ergeben, zu vermeiden.

Die aufgewerteten Sparguthaben ftnd bis zum 1. Januar 1932 für die Gläubiger unkünd­bar. von diesem Zeitpunkt aber kann die Hälfte, vom 1. Januar 1940 ab der Rest des ©ut> habens nach Len Satzungsbestimmungen der Spar­kasse gekündigt werden. Die Sparkassen sollen be­dürftigen und solchen Personen. Lie über 65 Jahre alt sind, sowie solchen, die infolge ihres körper» lichen Zustandes voraussichtlich bei Einhaltung Les Termins vom 1. Januar 1932 nicht mehr die Auszahlung erleben werden, auf Antrag ihren Auswertungsbetrag sofort und ohne Zwischen- zinsenabzug auszahlen, vorausgesetzt, daß diese Pe fönen nicht zur Vermögenssteuer herangezo- gen sind. Die aufgewerteten Guthaben sind vom 1. Januar 1927 ab mit jährlich 3 Prozent, vom 1. Januar 1932 ab zu den für die übrigen Spareinlagen geltenden Sätzen zu verzinsen. Die Zinsen können am Ende eines jeden Kalender­jahres abgehoben weiden. Zur Deckung der sür Lie Auswertung der Sparguthaben erforderlichen Mittel sollen zunächst die den Kassen aus der Aufwertung ihrer eigenen Forderungen zu- fließ end en Beträge Verwendung finden. Reichen diese nicht aus, so kann ein eventueller Zuschuß aus dem schon erwähnten Ausgleichsstock in Frage kommen. Auch die jährlichen äleberschüsse können dazu herangezogen werden. Sind dann noch weitere Mittel zur Durchführung der Auf­wertung der Sparguthaben nötig, so werden die Garantiegemeinden der Sparkassen zur Leistung von Zuschüssen herangezogen. Jede Sparkasse hat zur Durchführung der Aufwertung einen Aufwertungsstock zu bilden, der besonders zu verrechnen und zu verwalten ist.

Es sei schließlich noch hervorgehoben, daß sich die Aufwertungsbestimmungen auf alle Kontoa.ten von Sparlasseneinlagen beziehen, wo­bei es keinen Unterschied macht, ob die ©in» lagen nur fristgemäß gekündigt werden können, oder ob der Einleger jederzeit darüber verfügen konnte. Dagegen fallen nicht unter die Auf­wertung die Saldobestände von Girokonten: diese unterliegen überhaupt keiner Aufwertung.

worin dieser ersucht wird, die im vorigen Jahre auf­gehobene Landwirtschafteschule wieder einzurichten.

Ferner wurde noch die Einrichtung wei- kerer Märkte besprochen. Durch die fortwährend herrschende Maul- und Klauenseuche hätten die Schweine- und Rindviehmärkte schon über ein Jahr Ausfallen müssen, wodurch der Stadt ein erheblicher Schaden entstanden sei. Es sei daher angeregt wor­den, mit dem Frühjahrs-Faselmarkt einen Pferdemarkt zu verbinden und gegebenenfalls noch einen zweiten Mark Ende August, anfangs September obzuhalten. Die Landwirtschastslammer und der Pferde^uchwerein haben ihre Unterstützung zugesagt. Die Anregung wurde allgemein gutge­heißen und die Abhaltung von zwei Pferde- Märkten befürwortet.

Die Aufwertung der Sparguthaben bei den öffentlichen Sparkassen in Metzen

Don Bürgermeister Dr. V ö l f i n g, Alsfeld.

Sag Auiwertungsgeseh beschränkt sich ebenso wie die frühere dritte Steuernotverorbnung dar­auf, für die Aufwertung der Svar- kafsengulhaben nur Grundsätze aufzustellen und die Einzelregelung den Ländern zu über­lassen. Hm aber von vornherein eine sichere Rechtsgrundlage für die lanbesgesetzlichen Vor­schriften zu schaffen, sind im § 58 des Aufwer- tungsgcsehes weitgehende Ermächtigungen für die Lan^esgesetzgebung vorgesehen. Grundsätzlich ist noch festgelegt, daß der bei der Verteilung auf die Sparguthaben entfallende Betrag mindestens 12,5 Prozent Les Goldmarkbetrages erreichen soll. Die erste hessische Verordnung zur A.'.rchführung Ler Aufwertung der Sparguthaben vom 27. Ok­tober 1926 bestimmt nun grundlegend, daß die Aufwertung der Sparguthaben bei den öffent­lichen Sparkassen Hessens zu einem Satz von 12,5 Prozent LeS Grldma'.tbrtrages erfolgt. Linier öffentlichen Sparkassen sind solche zu verstehen, welche auf Grund des hessischen Gesetzes betr. die öffentlichen Sparkassen oom, 8. August 1902 errichtet sind. Eine Sparkasse ist dann nur eine öffentliche, wenn sie als solche staatlich anerkannt ist. Die Voraussetzungen für Liese Anerkennung ergeben sich aus dem hessischen Spar lassenge setz. GenossenlchastLkas'en und Privatbanken falien nicht unter die Verordnung. Der Minister des Innern kann anordnen, daß eine Sparkasse ihre Guthaben zu einem von ihm zu bestimmenden höheren Sah aufzuwerten hat, wenn sich bei ihr aus dem Verhältnis des au'getoerfeten Spar- kassenvermögelrs zu Len ausgewerteten Spar­guthaben ein höherer Satz als 12,5 Prozent er­gibt. Auch kann der Minister unter dieser Vor­aussetzung anordnen, daß die vor dem 14. Juni 1922, auch ohne Vorbehalt, ausgezahlten Gut­haben auszuwerten sin>. Wird ein höherer Auf­wertungssatz als 12,5 Prozent vom Minister ces Innern ungeordnet, so ist aus dem Betrag, der zur Durchführung Lieser höheren Auswertung erforderlich ist, ein Betrag bis zu 40 Proz. dieses Betrages an einen A u s g l e i ch s st ock abzuführen, aus welchem leistungsschwache Spar­kassen bei der Aufwertung ihrer Spareinlagen zu unterstützen sind, lieber die Verwaltung und Verwendung des Ausgleichsstockes verfügt der Minister.

Von Wichtigkeft für die Gemeinden ist Lie Bestimmung des 8 2 der hes.ischrn Durch­führungsverordnung. Tilgt nämlich eine Ge­meinde ihre eigenen Marianleihen,'wozu begriff­lich auch die Schuldscheindarlehen gehören, zu einem höheren Ginlösungsbetoag als 12 5 Prozent, so ist dieser höhere Satz auch für die Answer.ung der Sparguthaben der Sparkasse, für welche die betreffende Gemeinde als Garantiegemeinde haf­tet, als Aufwertungssah maßgebend. Wenn also z. B. die Gemeinde ü. ihre Schulden nach den einschlägigen Vorschriften Les Anleiheablösungs- gesehes mit 20 Prozent aufwerten würde, so müßten auch die Sparguthaben der Sparkasse, für welche bisse Gemeinde haftet, mit 20 Prozent aufgcwerter werden. Es kann jedoch ter Minister des Innern in diesem Falle für Dezirksspark assen eine Ausnahme zu- lassen. Geschieht Lies nicht, dann würde die­jenige Gemeinde, welche dadurch die Sparkasse zu einer höheren Aufwertung veranlaßt, die der Kasse hierdurch erwachsenden Mehrausgaben, die Lurch das aufgetoericte Vermögen der Sparkasse nicht gedeckt werden, nach näherer Anordnung des Ministers des Innern durch einen Dorans- beitrag zu ersetzen haben. (§ 9 Aös. 4 der an- gezogenen Verordnung.) D.rzu wird es indessen Wohl kaum kommen, beim das Ministerium des

Der Frosch mit öerMaske

Roman von Edgar Wallace.

19 Fortsetzung. Rachdruck verboten

Sechs", war die prompte Antwort.Zehn, um ihn auszuheben und zwanzig, wenn es schlimm zu- geht."

Nehmen Sie dreißig", sagte Elk.

Der Klub sah von außen völlig unscheinbar aus, aber befand man sich einmal hinter seinen geschlos­senen Türen und zugezogenen Vorhängen, so ver­gaß man das ärmliche, düstere Aussehen. Eist turn- riöser Gang, mit dicken Teppichen bedeckt und mild erleuchtet, führte nach dem Tanzsaal und Restau­rant. Dick wartete auf die Ankunft des Direktors und bewunderte, in der Türe stehend, den Reichtum Des Saales. Die Tische standen in einem länglichen Viereck auf dem polierten Estrich, von einer Äalerie körnen die Klänge eines Negerorcheslers und inner­halb des ausgesparten Raumes tanzte ein Dutzend Paare und wiegte sich nach dem nervenaufpeitschen- den Rhythmus der Stakkatornelodie.

Vergoldetes Laster!" verwarf Elk verächtlich. Ich möchte wissen, was man hier die Frechheit hat für ein Essen zu verlangen. Da ist ja unser Me­thusalem."

Methusalem saß am besten Tische des Saales. Sein kahler Schädel leuchtete im Licht des Kri­stallüsters und in dem Schatten, den dieser warf, verschmolz sein Patriarchenbart mit der schneeigen Hemdbrust, so daß Dick ihn einen Moment lang nicht erkannte. Vor ihm stand ein großes, mit Vier ge­fülltes ©las.

Er trinkt! Er ist immerhin menschlich", sagte Elk.

Hagn kam heran, freundlich lächelnd, in dem Be­streben. ihnen gefällig zu fein.Das ist ein uner­wartetes Vergnügen, Herr Hauptmann", sagte er. «Sie wünschen, daß ich Sie hereinlasse? Aber, meine Herren, das ist doch gar nicht nötig. Jeder Polizeioffizier von Rang :st ein Ehrenmitglied meines Klubs."

Er ging geschäftig voran, führte sie zwischen den Tischen hin und fand eine leere Loge. Es gab Zecher, deren Mienen sich bei der Ankunft der neuen Gäste umwölbten. Einer zumindest stahl sich hinaus und ward nicht wieder gesehen.

Wir haben heute abend sehr feine Gäste", sagte Hagn und rieb sich die Hände.Hier ist Lord und Lady Belfin, dieser Herr mit dem großen Sart ist der reiche Maitland und sein Sekretär ist ebenfalls hier."

Johnson?" fragte Dick überrascht.Wo sitzt er?" Da bemerkte er auch schon den rundlichen Phi­losophen. Er saß in einer entfernten Ecke und sah in seinem altmodischen Frack entsetzlich ungeschickt und unglücklich aus. Wie er so auf Der Ecke seines Ses­sels saß, machte er ein feierliches und erschrockenes Gesicht und hielt die Hände auf dem Tisch gefaltet.

Gehen Cie hinüber und holen Sie ihn her", flüsterte Dick Elk zu. Elk marschierte durch das Wir­beln der Tänzerpaare und erreichte Herrn Johnson, der ihn erlöst ansah und ihm so kräftig die Hand schüttelte, als hätte Elk ihn von einer verlassenen Insel errettet.Es war Heb von Ihnen, mich hsr- überzuholen", sagte Johnson, als er Dick begrüßte. ,Zch fühle mich hier so gar nicht am Platze. Es ist mein erster und mein letzter Besuch." Und er klickte nach einer kleinen Gesellschaft in der gegenüberliegen­den Loge. Gordon war ihrer schon beim Eintritt gewahr worden. Da waren Ray, in seiner üppig­sten Laune, Lola Bassano, herrlich und exzentrisch gekleidet und der massive Ex-Faustkämpfer Lew Brady. Johnson wies mit den Blicken nach dem alten Maitland.

Ist das nicht ein Wunder?" fragte er mit Flüsterstimme.In einem einzigen Tage hat er feine Lebensweise geändert. Kaust ein Haus in Berkeley Square, beruft eine Armee von Schneidern, schickt mich aus, um Theatersitze zu bestellen, kauft Ju- welsnl Ich verstehe nicht , gestand er kopfschüttelnd. Besonders, weil er im Bureau ganz unverändert ist. Dort ist er noch immer derselbe alte Geizhals. Er wollte, daß ich auch seine Prioatunternehmungen führen sollte, aber ich schlug es aus. Was mich ängstigt, ist nur, daß er mich auch an die Luft fetzen kann, wenn ich nicht einwilliae. Er ist in dieser Woche recht unverdaulich gewesen. Ob Roy ihn wohl gesehen hat?" Ray hatte feinen früheren Ches noch nicht bemerkt. Er war zu sehr von der Freude erfüllt, in solch eleganter Umgebung mit Lola zu­sammen zu sein, um ein Interesse an irgendetwas außer sich selbst und an dem unmittelbaren Objekt seiner Zärtlichkeit zu nehmen.

Du machst dich lächerlich, Ray, halb Scotland Pard ist hier und oeobachtet dich", warnte Lola.

Er blickte um ich und schien zum ersten Male zu bemerken, daß ie nicht allein seien. Ihm gegen­über faß Dick, der 'm ernsthaft betrachtete, und die­ser Anblick und das Bewußtsein des Beobachtet­werdens machten ihn irrsinnig vor Zorn.

Er sprang auf, lief unsicher über das Parkett hin, stieß mit den tanzenden Paaren zusammen, stolperte über Tische und Stühle, bis er vor Dick stand.

Suchen Sie mich?" fragte er laut.Brauchen Sie mich vielleicht?" Dick schüttelte den Kopf.Sie verfluchter Polizeispitzel, Hetzen Sie Ihre Bluthunde auf mich?" tobte der Jüngling blaß vor Wut. John­son, was machen denn Sie bei dieser Bande? Sind Sie vielleicht auch Polizeispion geworden?"

Aber, lieber Rcy", murmelte Johnson.

Lieber Ran!" spottete der andere nach.Sie sind ja eifersüchtig, Sie armer Hund! Eifersüchtig, weil ich aus den Klauen Ihres Blutsaugers entkom­men bin! Aber Sie---!" er fuchtelte mit ge­

ballter Faust vor Dicks Gesicht umher.Sie werden mich in Ruhe lassen. Sie! Suchen Sie sich eine andere Beschäftigung, als meiner Schwester Geschichten über mich zu erzählen!"

,Hch glaube, Sie sollten lieber zu Ihren Freund- den zurückkehren", sagte Dick kühl,ober besser noch, Sie gehen nach Hause und schlafen sich aus."

All dies hatte fid) während einer Tanzpause be­geben, jetzt fiel das Orchester von neuem ein. Aber die Anteilnahme des Überfüllen Klubsaales ver­ringerte sich keineswegs, obwohl Rays hohe Stimme die Trommeln nicht zu übertönen vermochte.

Dick war dessen sicher, daß der Direktor ober einer der Beamten des Klubs sogleich intervenieren würde. Der Oberkellner kam auch sofort herbei, um Ray zurückzudrängen. An allen Tischen war man aufgestanden und sah mit langgestreckten Hälsen nach dem zornigen jungen Mann, der sich wütend gegen die beschwichtigenden Kellner wehrte.

So sah niemand den Fremden, der eine ganze Weile die Vorgänge beobachtet hatte, bevor er, die Zuschauer beiseite schiebend, in die Mitte des Saales kam. Der grauhaarige Mann stach in seinem abge­tragenen Tweedanzug auffallend von der elegant gekleideten Menge ab. Er stand, die Hände am Rücken, mit leichenblassem, ernstem Gesicht da und

Reisekosten) sind Zäc Lurch Verordnung iwetl» bestimmten Sähe maßgebend.

Die Inanspruchnahme der Beisitzer ist durch Len Abschluß Ler Tarifverträge mit längerer Dauer, durch Lie ruhiger- Lohnbewegung ufto. im Lause der Zeit geringer geworben, insbesondere auch, solange es sich, wie bisher in den meisten! Sollen, ermöglich:n lißt, mit den Beteiligten ober Leu Vertretern selbst zu einer Schiedsstelle zu­sammenzutreten.

Die Amtszeit in der eigentlichen Schlich­tungstätigkeit dauert bei d'N Beisitzern drei Jahre. Aus den Beisitzern des Schlicharngsaus- schusses werden auch Lie Beisitzer seiner arbettL» gerichtlichen B^chlußrammer und lllrteilskannner berufen für die im Detriebsrätegesetz, in der LanbarbeitsorLnung und im Reichsversorgungs­gesetz genannten Falle, und zwar, soweit der Bezirk der Kreise A.sseld, Lauterbach, Schotten und Büdingen in Betracht kommt: hier wird aber demnächst Lurch die üleberleitung der ar- bettsgerichtlich m Tätigkeit in die neue Organi­sation des A.beitsZerichtsg'.sctzrS eine Aenderung ein treten. Bis die Arbeitsberichte jedoch ihre Tätigkeit aufnehmen, dauert die Funktion Ler arbeitsgerichtlichen Kammer als Arbeitsgerichts- Srsatzftelle in dem bisherigen Umfang Wetter.

Eingesandt.

(Für Form und onyau aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel uvernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber : - - <> D'rn-ttwor t-na.> Die Alice in der Stadl: Schönheit oder Gesundheit?

In dem Artikel in Nr. 292 des Gieß^Anz vom 14. b. M.Die Allee In der Stabt: Schönheit ober Gesundheit?" würbe u. a. auch die L ö b e r st r a ß e genannt. Diese laßt nun hiermit bas Echo erschallen. Die Gründe und Einwände des Herrn Einsenders können im großen und gonzen anerkannt werben: sie sind vom gesundheitlichen Standpunki aus voll und ganz zu unterstützen. Die Löberstraße befindet sich in demselben Zustande wie die Kaiferallee, jedoch dürste hier erfchwerend wirken, daß die Front der Häuser nach Nordwesten liegt und die Sonne int Sommer nur am späten Nachmittag versucht, ihre wärmenden Strahlen den betr. Anwohnern zu spen­den. Die zu dicht angepslanzten und au hohen Lin­denbäume lassen kein Sonnenlicht durch, und Finster­nis herrscht in allen nach der Straße zu gelegenen Zimmern. Ein diesbezügliches Gesuch an die Stadt­verwaltung, wenigstens einen Baum zwischendurch zu entfernen, wurde kurzerhand dahin beschieden, daß die Säume im vergangenen Jahre au^geputzt wurden. In dieser Weise waren die berechtigten Wünsche der Steuerzabler in der Löberstraße in kur­zer und bündiger Weife erledigt. Betrachtet man da­gegen die Bahnhofstraße zwischen Hotel Lenz und der Post, ja da staunt man. Hier störten dir großen Bäume keineswegs die Mitmenschen. Tas Staotebild soll unb muß für den Fremden verschönt werden: das ist Har; ob aber diese verschnittenen Baumriesrn hier das Bild verschönern, dürfte eine strittige Frage sein. Jeder schönyeitcliebende Mensch wirb ftisches Grün stets begrüßen, aber immer nur ba, wo es an­gebracht ist unb wo es nicht gefunbheitsfchädlich wirkt. Warum pflanzt man nicht kleinere Bäume, wie Kugelakazien u. bgl. an, bie doch auch eine schön angelegte Anlage schmücken, aber nicht Licht unb Sonne wegnehmen? Vielleicht geben die Klagen der benachteiligten Straßen unseren Stabtvätern, die sich doch manchmal stundenlang über nichtige Dinge den Kopf zerbrechen, Veranlagung, diese Beschwer- den zu prüfen und schnellstens Abhilfe zu schaffen, -n.

betrachtete Ray, der im Augenblick fast nüchtern wurde als er feinen Vater erkannte.

Ich muß dich sprechen. Ray", sagte John Ben- nett einfach. Sie standen allein inmitten eines großen Zuschauerkreises, der vor ihnen zurückge- wichen mar. Die Musik war abgerissen, als habe der Dirigent ein Zeichen empfangen.

Komm mit mir nach Horsham, Junge."

,Lch gehe nicht!" sagte Ray störrisch.

Gehen Sie mit Ihrem Vater, Ray." Johnson legte die Hand eine Sekunde lang auf des jungen Ttannes Schulter. Ray schüttelte ihn ab.

Ich bleibe hier!" sagte er, und seine Stimme klang laut unb trotzig.Da hast kein Recht, hierher- 5uf0.nm.en, Vater, unb mich lächerlich au machen." Er blickte seine Vater zornig an.Du hast mich in all biofen Jahren niedergehalten unb mir bas Geld verweigert, um das ich dich bat. Unb jetzt erlaubst du btt, barüber entsetzt au fein, baß ich mich in einem anständigen Klub vesinbe unb anständig ge­kleidet bin. Mit mir ist alles in Ordnung. Kannst du basfelbe auch von dir sagen? Und wenn auch nicht alles bei mir in Ordnung wäre, könntest du mich bann tadeln?"

Komm fort von hier." John Bennetts Sttmme klang heiser.

Ich bleibe?" sagte Ray heftig.Und in Zukunft wirst du mich in FrieLen lassen. Der Bruch hat einmal kommen muffen, unb es ist gut, baß er ge­kommen ist."

Vater unb Sohn standen einander gegenüber, unb in John Bennetts müden Augen lag ein Blick grenzenlosester Trauer.

Jtomm mit mir", sagte er bittend und streckte zögernd die Hand aus.

Da sah Ray Lolas Gesicht, sah bas unterdrückte Lächeln um ihre Lippen, und seine verletzte Eitelkeit machte ihn rasend.

Mit einem Wutschrei brach er los. Der Schlag, der den alten Bennett traf, machte ihn wanken, aber er fiel nicht. Er sah seinen Sohn lange an, bann senkte er den Kopf und ließ sich wortlos von Dick hinwegführen.

Ray Bennett stand vor Schrecken gelähmt da, sprachlos, unfähig, sich zu bewegen.

Giortieflung toigi.)

1826 e -*3 ztr;