ausgeprägte wöer-f lache hat und öie Erlahrungen aus der Makrvwrlt auf die Mikrowelt übertragbar find. Die Faradayfche Induktion wird bisher als ein Urphänomen angesehen, d. h. als eine physikalische Tatsache, die keiner Erklärung fähig ist. Das trifft nun nach meinen Ausführungen nicht zu. Ein Urphänomen ist die Erzeugung von irgendwelchen gebundenen Wellen auf irgendeine Weise in irgendwelchen Mitteln. Die Faraday sche Induktion ist bloß ein Unter« fall dieser naturumspannenden Wellenerscheinung. 2 a, dies Ur« Phänomen h a t sogar, wie man nachweisen kann, auherphysikalischen Charakter. Hervorzuheben ist noch, daß keineswegs unter allen Umständen indirekte Induktion möglich ist. Dafür bieten die elektrischen Wellen ein erstes Beispiel. An zwei Nichtleitern kann nicht eine einfallende Welle in eine geführte Welle übergehen: ihre elektrischen Eigenschaften lassen das nicht zu.
Natürlich ist auch mehrfache Wellen-Induk- lion an benachbarten Trennflächen möglich, so daß mehrfach geführte Wellen entstehen, die besonders große Reichweite haben. Die elektrischen Wellen zwischen Erde und oberer Ionisations'chicht sind solche mehrfach geführte Wellen, die durch direkte und indirekte Induktion gustante kommen. Auch die akustischen Wellen in der Atmosphäre können im großen Stil an der „Isothermischen Schicht" zur Einfall-Induktion gelangen. Dabei ist eine Zone des Schweigens wohl erklärbar. Auch die Bebenwellen in der Erde werden vielfach doppelgesührte sein, zumal an dem Eisenkern einerseits und der Erdoberfläche anderseits.
Zwischen gewöhnlichem Einfall und Sonder- einfall ist noch folgender, wesentlicher Unterschied erwähnenswert. Bei gewöhnlichem Einfall verschwindet die einfallende Welle aus der Welt in deiH Mähe, wie sie die Trennfläche oder Oberfläche erreicht. An ihre Stelle treten die zurückgeworsenen und die etwaigen gebrochenen Wellen als Abkömmlinge, und Erben dec einfallenden Energie. Es findet keine Rückwirkung der Trennfläche auf die einfallende Welle statt. Bei Sondereinfall hingegen bleibt die anlaufende Welle bestehen, bloß daß sie sich abwandelt in dem Maße, wie sie der Führungsfläche gemeinsam mit den sich entwickelnden induzierten Wellenflanken folgt. Bon der Energie der einfallenden Welle geht ein Teil auf die sich entwickelnden Wellenflanken über, d. h., die Stärke der an- laufenden Welle nimmt längs der Führungsfläche ab.
Bon experimentellen Nachweisen der Welleninduktion seien hier nur zwei beispielsweise angeführt. Wenn man einen im Mittelpunkt unterstützten Teller anschlägt oder ein dünnwandiges Dlechgefäß, dessen Boden mit Wasser bedeckt ist, ein wenig bewegt, hört man Töne, deren Höhe im letzteren Falle mit der Wasserbewegung auf \ und abschwankt. Es ist direkte Wellen-Induktion, hervorgerufen vom Schlag in der Oberfläche bzw. von der Reibung zwischen Wasser und Boden. — Wenn man vor ein beiderseits offenes, dünnwandiges Blechrohr eine schwingende Stimmgabel hält, kann das Rohr bei passenden Abmessungen zu lautem Mittönen gebracht werden. Es ist tn- direkte Wellen-Induktion, hervorgerusen an seiner Wandung durch passend anlaufende Wellen der Stimmgabel.
Zum Schluß seien hier in Kürze noch einige bedeutungsvolle Folgerungen aus dem Wesen der indirekten Wellen-Induktion erwähnt. Jede Trennfläche, zumal eine geschlossene, ist «ine mehr oder weniger gute W e l l e n f a l l e, und damit auch Energiefalle, wenn an ihr indirekte Induktion möglich ist. Die Resonanz beruht darauf. Eine Welle — soweit sie durch Einfall-Induktion in eine gebundene über- geführt worden ist — kommt von der Führungs- fläche nicht mehr los, wenn sie auch auf ihrem Verlauf sich durch seitliche Ausbreitung allmählich erschöpft. Ferner ist ohne weiteres zu erkennen, daß der Induktionsvorgang unumkehrbar ist. Es ist schon der Anschauung nach ■ unmöglich, dah die erzeugte geführte Welle, wenn sie den Rückweg sinken kann, w-eder zur anlausenden Welle mit entgegengesetztem Laufsinn wird.
i D e Störungen im Rundfunk. f In der letzten Sitzung des Südwestdeutschen Radioklubs, Ortsgruppe Gießen, sprach Pri'o.- Doz. Dr. C. Bergmann über die Störungen im Rundfunk. Der Vortragende erscheint besonders berufen, über dies Thema zu sprechen; steht ihm doch eine vieljährige Erfahrung auf dem Gebiete der Empfangstechnik zur Seite.
Der Redner führte etwa folgendes aus: Man kann die Störungen im Rundfunk einteilen in fünf Klqssen, entsprechend den Ursachen, durch die sie hervorgerusen werden: 1. Atmosphärische Störungen, 2 Schwankungen der Lautstärke, 3. Richtungsänderungen (bei Rahmenempfang), 4. Störungen durch maschinelle Anlagen, und 5. Störungen durch fremde Sender und Empfänger. Die beiden zuletzt aufgeführten sind als lokale Störungen zusammenzufafsen.
1. Die atmosphärischen Störungen kann man gliedern in a) kurze Knackgeräusche, verursacht durch Dlihentladungen bei Gewittern. Die Erscheinung wird mit zunehmender Wellenlänge seltener. Eine Abhilfe ist unmöglich.
b) Brodelgeräusche: sie sind darauf zurück- zusühren, dah bei beginnendem Regen die elektrisch geladenen Regentropfen auf die Antenne fallen und ihre Ladung an diese abgeben. Ist die Antenne nah geworden, und damit, ihre Isolation herabgesetzt, so verschwindet die Erscheinung meist. Abhilfe schafft zuweilen aperiodische Antenne ohne Verkürzungskondensator.
c) Zischen. Es konunt mehr in tropischen Gegenden vor und ist auf Spitzenentladungen zwischen der Antenne und elektrisch geladenen Wolken zurückzuführen.
d) Rascheln, das namentlich bei den langen Wellen sehr störend wirkt. Verursacht wird es durch me.eorologische Einflüsse, insbesondere durch die Störungen des elektrischen Erdetes bei Hoch- und Tiefdruckwirbeln. Es nimmt zu in der warmen Jahreszeit und in den warmen Tagesstunden.
2. Die Schwankungen in der Lautstärke sind abhängig von dem Licht. Sie sind besonders zu beobachten bei Sonnenauf- und «Untergang und bei Sonnenfinsternissen. 'Der betannte Zading- efsekl läßt sich erklären entweder durch Unregel- mähigkeiten in der leitenden höchsten Schicht der Atmosphäre oder durch ein« Inlerserenzwirkung.
3. Die Richtungsänderungen der Wellen sind nur bei Rahmenempfang zu bemerken und werden zurückgeführt auf eine Drehung der Polarisationsebene.
i 4. Die (lokalen) Störungen durch maschinelle 1 Anlagen, a) Wenn die Straßenbahn mit geringem Stromverbrauch, also z. 2. nur mit Beleuchtung fährt, so bilden sich bei Unregelmäßigkeiten zwischen dem Schleifbügel und dem Fahrdraht kleine Fünkchen, die die Quelle hochfrequenter Schwingungen sind. Ist der Stromverbrauch groß, so entstehen Lichtbogen, die nicht stören. Bei Verwendung von Kohleschleifbügeln entstehen die Lichtbogen auch schon bei kleinen Stromstärken. Klingelstörungen un erkundet man, indem man an der Unterbrechungsstelle, wo Heine OefsnunaS- funken entstehen, einen Kondensator dazwischen schaltet. Motorgeräusche treten dann auf, wenn der Kollektor nicht tadellos arbeitet. Man achte deshalb auf ein funkenfreies Arbeiten. Gegen die Beeinflussung durch benachbar.e Telephonleitungen Hilst, daß man die Antenne mit den Telephonleitungen senkrecht kreuzt, wodurch Induk- tionserscheinungen unwirksam gemacht werden.
5. Da auf dem Rundfunkbereich eine große Anzahl von Sendern arbeiten, und jeder Sender wieder ein gewisses Wellenband bestreicht, werden Störungen selbst bei der sorgfältigsten Verteilung der Wellenlängen nicht ausgeschlossen sein. Rahmen und selektive Empfänger sind die einzige Abhilfe. Gegen die Störungen durch benachbarte Rückkoppler ist noch kein Kraut gewachsen.
_ ®. Fr.
Oberhessen.
Landkreis Gietzen.
t. Treis a. d. Lda., 16. Rov. Gestern abend sprach in Lemps Saal im Auftrag der Liga für deutsche Kultur Herrn. Heine- Darmstadt über Rußland und die jetzt dort herrschenden Verhältnisse, vor deren Hebertra« gung auf Deutschland er als Deutsch-Russe aus eigner Erfahrung warnte. Rach dem sehr anschaulichen Vortrag, dem nach die Vorführung von Lichtbildern aus Rußland folgte, unterhielt der Vortragende die Anwesenden durch Vorträge auf dem russischen Liebt.ngsinstrument, der Balalaika, die er mit künstlerischer Geschicklichkeit zu handhaben wußte.
Bg. G r o h e n - B u s e ck, 16. Rov. Am Sonntag veranstaltete der Gesangverein „Germania" ein gut besuchtes Konzert. Er bot seinen Zuhörern unter Leitung seines Chormeisters Kasten aus Gießen eine Reihe schöner Chöre, die sehr beifällig aufgenommen wurden. Auch die von vier Gießener und einem Großen- Dusecker Herrn gebotenen Musikstücke sanden reichen und wohlverdienten Beifall.
bn. Allertshausen, 16. Rov. Wer jetzt die Straße nach Climbach geht, sieht, daß sich an den Leimringen, die die Straßenverwal- tung den Obstbäumen hat anlegen lassen, eine Menge Frostspanner gefangen hat, ein Zeichen, wie wichtig das Anlegen von Leim- ' I ringen ist.
,is. Steinbach, 16. Rov. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete am Sonntag einen Unterhattungsabend mit Lichtbilder- vortrag aus dem Weltkrieg 1914/18. Die Bilderserien zeigten den Vormarsch und die Kämpfe in Belgien, die Kämpfe vor Verdun, die Sommefchlacht und die Tantschlacht bei Ccnnbrai. Die textliche Erläuterung gab Lehrer Klücker von hier.
ri. Langsdorf, 16. Rov. Pfarrer Klin - g e l h ö f f e r, der, wie bereits berichtet, in den Dienst der Braunschweiger Landeskirche übertritt, hielt am Sonntag seine Abschiedspredigt. Da der Mangel an Pfarrern zur Zeit sehr groß ist, konnte die Kirchenbehörde keinen Pfarrverwalter ernennen, so dah die beiden Gemeinden Langsdorf und Dettenhausen vorläufig keinen eigenen Seelsorger haben werden. Der Dienst wird von den Nach- bargeisllichew versehen werden. Die Pfarramtsgeschäfte führt Pfarrer G ö ck e l von Hungen für Langsdorf und Pfarrer Döring von Müschen- heim für Dettenhausen.
Kreis Frievberg.
— Friedberg, 16. Nov. Die Lehrerschaft des Kreises hat beschlossen, den 1 0 0. Todestag Pestalozzis durch größere Feierlichkeiten würdig zu begehen. Es findet eine Kreislehrerkonferenz statt, bei der Direktor Dr. Vogel (Darmstadt) den Festvortrag halten wird. Außerdem ist eine größere Familienkonferenz vorgesehen, bei der ein Pestalozzi-Festspiel zur Aufführung kommen soll.
sf. Friedberg. 16. Nov. Auch unsere Stadt besitzt in ihren Anlagen ein hübsches Plätzchen, das durch Anpflanzen von Bäumen noch einer schönen. Sitte der geschichtlichen Erinnerung geweiht ist: es ist der an der Turnhalle gelegene Viereichenplatz. Richtiger mühte der Platz ja Fünfeichenplatz heißen, denn es stehen auf ihm fünf Eichen und außerdem eine Linde. Die Bäume, die sich alle gut entwickelt haben und dem kleinen, mit Bänken versehenen und hübsch angelegten Platz einen malerischen Anblick verschaffen, sind die folgenden: Konstitutionseiche, gepflanzt am 17. Dezember 1845 zur Erinnerung an das 25jährige Bestehen der hessischen Verfassung: Luther- e i ch e, gepflanzt am 18. Februar 1846 zur Erinnerung an den 350jährigen Todestag Luthers: Leipziger Eiche, gepflanzt am 18. Oktober 1863. am 50. Jahrestage der Schlacht bei Leipzig: Sieg es eiche, gepflanzt am 18. August 1871 zur Erinnerung an die Schlacht hei Gravelotte: Bismarckeiche, gepflanzt am 1. April 1895 Sür Erinnerung an bon 80. Geburtstag Bismarcks. Der letztere Baum stammt aus dem Sachfen- Walde und wurde vom Fürsten Bismarck auf Wunsch überlassen. Außerdem steht auf dem Platze noch die am 10. November 1883 gepflanzte Lutherlinde zum Andenken an den 400jäh- rigen Geburtstag Luthers. Ein weiterer Erinnerungsbaum steht noch aus der K a i s e r st r a ß e: es ist dies die am 10. November 1859 gepflanzte Schillerlinde vor der nach ihr benanntem, in weiten Kreisen bekannten Aepfelweinwirtfchaft „Zur Schillerlinde". — Q(n dem hiesigen Poly- t e ch n i k u m Hai sich vor einiger Zeit eine f lug« wissenschaftlicheVereinigung gebildet, die den Dau von Segelflugzeugen beabsichtigt. Dieser Tage unternahm der Verein am Fuße des Wintersteins die ersten Flugversuche, die allerdings noch nicht ganz befriedigend aus- fielen. da das Wttter guch sehr ungünstig war und dis verwandten Materialien noch nicht allen Anforderungen entsprachen. Die Versuche werden in nächster Zeit fortgesetzt. Man gibt sich der Hoffnung hin. demnächst günstige Erfolge zu erzielen.
WEN. Butzbach, 17. Nov. Auf eigenartige Weise tarn ein hiesiger Kaufmann wieder in den Besitz des vor einer Reihe von 3abien verlorenen Gehörs. Am Sonntagabend stieß er mit dem Kopf gegen den Schalter der
elektrischen Leitung. 3m gleichen Augenblick vernahm er wieder die Laute seiner Um* gebung.
Pb. Butzbach, 16. Nov. Aus Veranlassung ter hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Ko- lonial-Gesellschaft hielt General v. L e t* tow-Vorbeck im großen, dichtbesetzten Saal des „Hessischen Hofes" einen lVzftünbigen Vortrag über die Verhältnisse in der afrikanischen Kolonie während des Weltkrieges. Packend schll- derte er die außerordentlichen Schwierigkeiten, mit denen die kleine deutsche Schutztruppe gegenüber dem vielfach überlegenen Feinte zu kämpfen hatte. Reicher Beifall lohnte den Redner. — Die Bürgergesellschaft „Frohsinn", die auch außerhalb Butzbachs bei vielen in angenehmer Erinnerung steht, beging am Samstag die Wiederkehr des 50. Gründungstags durch ein Festessen mit Ball in den Räumen des „Hessischen Hofs".
5 Steinfurth. 16. Nov. Der hiesige Kriegerverein, der am 15. November 1876 gegründet worden ist, konnte jetzt in sehr würdiger Weise die Feier seines 50jährigen Bestehens begehen. Als der Verein aus der Taufe gehoben wurde, gehörten ihm gleich 38 Mitglieder an, darunter die Hälfte Kr.egsvetera- nen (13 von 1870/71, 4 von 1866 und 1870/71, 1 von 1866, 1 von 1848/49). Heute befinden sich noch vier der 38 Mitbegründer in den Reihen des Vereins, darunter Konrad Philippi!, und Wilhelm Ahl als Veteranen von 1870/71. An der Jubelfeier nahm die ganze Devölterung regen Anteil. Ein Akt der Pietät leitete die Feier am Vormittag ein. Am Kriegerdenkmal sand Kranzniederlegung statt, wobei der Vorsitzende des Vereins, Ph. Huppert, der 54 Gefallenen aus unserem Orte gedachte, wovon 26 Mitglieder des Iubelvereins waren. Anschließend nahm der Verein geschlossen an dem Gottesdtenst teil, den Pfarrassistent Ho fm eh er zu cTnem erhebenden Festgottesdienst gestaltete. Nachmittags sand im Saale des Gastwirts Graulich der feierliche Festakt statt, bei dem auch das Präsidium der Kr^gerkarneradschast „Haftia" vertreten war. Nachdem Ph. Huppert die große Festgemeinte herzlichst begrüßt, hielt Pfarrassistent H o f m eh e r die gedankentie'e Festrede. Medizinalrat Dr. V o g t, Butzbach, über* brachte die Grüße des Präsidiums der „Hassia" und überreichte dem Iubelverein einen Fahnennagel. 2m Auftrage des Bezirks Butzbach-Bad- Nauheiw der „Hassia" sprach Direktor Stumps, Butzbach, Stadtverordneter Ehr. Schäfer, Bad- Nauheim, für den befreundeten Bad-Nauheimer Kricgerverein. 2n feierlicher Handlung wurden mehrere Ehrungen vorgenommen. Die vier noch dem Verein angehörenden Mitbegründer, Konrad Philippil., Wilhelm Ahl, Konrad Falk und Heinrich Jung, wurden unter Überreichung des goldenen Hassia-Ab- Zeichens für 50jährige treue Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt. Konrad Philippi!. erhielt von der „Hassia" das Verdienstkreuz, während W. Uhl, K. Falk, H. Jung und H. Lottig, welch letzterer feit 1899 das Amt des Vereinsrechners gewissenhaft bekleidet, mit der Hassia-Ehrenurkunde ausgezeichnet wurden. Die Feier nahm einen erhebenden Verlauf, wozu nicht zuletzt ter Gesangverein „Frohsinn" durch seine fleißige Mitwirkung wesentlich beigetragen hat. — Im benachbarten Wisselsheim, wo der Kriegerverein nach dem Kriege etngegangen ist, soll er wieder neubegründet werden. Die wertvolle Fahne des alten Vereins ist noch vorhanden.
88 Ober-Flor st adl, 16. Nov. Die Maul- und Klauenseuche in unserer Gemarkung ist erloschen. Sie nahm diesmal einen schlimmeren Verlauf, als in den Vorjahren. Die meisten &e- Höfte waren davon befallen. Es verendeten an der Seuche 4 Kühe, 21 Kälber und ca. 20 Ferkel. Daneben mußten viele Notschlachtungen an Schweinen vorgenommen werden, um deren Fleisch noch den Menschen genießbar zu erhalten. — Zn unserem Orte hat sich ein Schützenverein gegründet. Zweck und Ziel des Vereins ist die Pflege des Kunstschießens.
Kreis Büdingen.
!! Büdingen, 16. Nov. Aus ter jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Für die Bürgersteige in den neugepflasterten Straßen (Hindenburgstraße und Neueiweg) wurde die Lieferung von Emser Kies vergeben. Den Auftrag erhielt die Firma Franz Gockel. Weiter wurden die Arbeiten und Lieferungen an ter Wasserleitung an die Firma W. Scheid-Büdingen Vergeben. Als Angebot war 24 768,55 Mk. genannt. Die neue Hochdruck- wasser leitung befindet sich zur Zeit im Bau. Sie wird als Notstandsarbeit von Erwerbslosen verrichtet. Da die Leitung an dem Sandhof vorbeiführt und die Quelle höher als der Hof liegt, hat der Inhaber des Hofes Antrag auf Anschluß gestellt. Diesem Gesuch wurde entsprochen und ein Kostenzuschuß von 200 Mk. zugebilligt. Die Volksbank Büdingen hatte Antrag auf Herrichtung desSeemenbachus erls gestellt. Der Antrag wurde abgelehnt. Im Januar n. I. findet die Provinzial-Geflügel-Ausstellung statt. Dem Kleintierzuchtverein wurden für die Anschaffung eines Preises 50 Mk. bewilligt.
Nidda, 17. Nov. 3m engsten Kreise fand 'heute DormUtag die Eröffnung ter neuerrichteten Landwirtschaftlichen Sch ul e zu Ni dda mit einer kleinen Feier statt. Erschienen war neben den gemeldeten Schülern per Gemeinderat, an dessen Spitze Bürgermeister Ringshaufen. Dieser begrüßte die an ter neuen Schule tätigen Lehrer und sprach dem Gemeinderat seinen Dank aus für die tatkräftige Unterstützung bei der Errichtung ter Schule. Sodann ergriff der Direktor der Anstalt, Dr. Schad, das Wort zu einer Ansprache. Sein Dank galt dem Bürgermeister Ringshaufen, ter schon bei Beginn der Verhandlungen zur Errichtung des Landwirtschaftsamtes weitgehendstes Entgegenkommen zeigte und weiterhin der Anstalt tatkräftige Förderung und Unterstützung zuteil werden lieh. Besondere Worte des Dankes zollte er auch dem Rektor der Gewerbe, schule, Witt, für sein stets bewiesenes Entgegenkommen. Sodann besprach er kupz Lehrplan und Schulordnung bet hessischen landwirtschaftlichen Schulen und wies auf die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft und auf ten großen Nutzen einer gediegenen sachlichen Ausbildung für die landwirtschaftliche Bevölkerung hin. Die Schule w rd in diesem Jahre in ter zunächst errichteten Unterklasse von 26 Schülern besucht.
Are iS Schutte»,
y Laubach, 16. Nov. An Sonntagabend fand tm Festsaal des gräflichen Schosses das
zweite Konzert der hiesigen Konzert - und Vortrags-Vereinigung statt. Man hatte einen Kammermusikabend eingerichtet, wozu Konzertmeister GustavLenzewski - Nürnberg (Violine) und Prof. Dr. Karl Schmidt- 5 rieb berg (Klavier) gewonnen waren. Zum Vortrag kamen Sonaten von Bach, Mozart, Cesar Frank und Beethoven. Die Violine machte durch ihre tiefe Auffassung einen g.wattigen Eindruck: sie war glänzend im Ton. Der Pianist zeigte eine prächtige Klangfrische Alle Stucke wurden mit trefflichem Zusammenspiel zu Gehör gebracht. Beide Künstler ernteten lebhaften Beifall. — Die Ortsgruppe Laubach des Hessische n Spare?bundes hielt im „Solmser Hof" unter dem Vorsitz von Pros. Dr. Wetzell eine Versammlung ab, die aus ter Stadt und Umgegend sehr gut besucht war. Der Vorsitzende berichtete über die Bestrebungen des Bundes und empfahl eifrige Wertetätigkeit. Insbesondere wurden die Gründe erörtert, die zur Gründung einer eigenen Partei führten. An ten Bericht schloß sich eine lebhafte Aussprache.
—Gedern, 16. Nov. Am Sonntaz wurde hier eine Taufe vorgenommen, bei der drei Urgroßmütter, des Täuflings zugegen waren. Dies kann wohl als ein seltener Fall bezeichnet werden.
ÜU Rudingshain, 16. Rov. Gutem Vernehmen nach hat man die Absicht, ten oberen „ Forellenteich" unterhalb der .Breun - g e s h a i n e r H e i te ", der von der Nidda gespeist wird, wieder zu spannen. Er soll mit Fischen wieder besetzt werten. Vornehmlich aber fpll er als Stauwerk dienen. Der landschaftliche Reiz des Oberwaldes wird durch die neue Anlage wesentlich erhöht teextern
Gonterskirchen. 16. Note Auf ter Treibjagd im hiesigen Gemein bewald, die in letzter Woche an 2 Tagen statt'and. wurden nur 1 2 H äsen, aber kein sonstiges Wild geschossen. Früher kamen regelmäßig 30 bis 40 Hasen zur Strecke. Das dürftige Ergebnis ist hauptsächlich auf Rechnung der nassen Sommer zu setzen, ater auch auf das Ueterhandnehmen des Raubzeugs, besonders der Raubvögel. Ebenso tragen auch die Wilderer wesentlich zur Verminderung des Wildbestandes bei. Vor allem müßte den Zigeunern schärfer auf die Finger gesehen werten.
Kreis Alsfeld.
fr* Alsfeld, 17. Nov. Stadtvorstands- sihung: Als erster Punii ter am Dienstag stattgehabten Sitzung wurde über den Antrag auf Gewährung einer Winterbeihilfe an die Klein-, Sozialrentner und Erwerbslose verhandelt. Es wurde nach kurzer Aussprache beschlossen, ten bedürftigen Klein-, Sozialrentnern und Erwerbslosen, sowie den Ortsarmen eine einmalige Winterhilfe in Geld oder Naturalien zu gewähren, deren Höhe im Einzelfall die Finanzlommission festsetzt. Wie der Vorsitzende noch bemerkte, ist eine schematische Unterstützung an alle diese Klassen unzulässig, es muß vielmehr ter Grad der Bedürftigkeit in jedem einzelnen Falle geprüft werden. Diejenigen Erwerbslosen, die mit Notstandsarbeiten beschäftigt und nach Tariflohn bezahlt werden, erhalten keine Beihilfe. — Die Mieten für die neuerbauten städtischen Zweifamilienhäuser wurden entsprechend dem Vorschlag der Baukommission wie folgt festgefeyt: für die Wohnungen im Erdgeschoß 380 Mk. jährlich, für die im ersten Obergeschoß 400 Mk. jährlich. — Vertrag mit dem Turnverein: 3r Anbetracht seiner ungünstigen Finanzlage hc itzfr 2er Turnverein bei der Stadt darum nach- gesu t, die Stadt möge den jährlichen Zuschuß für die Benutzung der Turnhalle durch die städtischen Schulen angemessen erhöhen. Es wurde aber beschlossen, daß eine Aenderung des zur Zeit zwischen der Stadt und dem Turnverein bestehenden Vertragsverhältnisses nicht zweckmäßig erscheint, und demgemäß auch die Erhöhung deö städtischen Zuschusses abgelehnt, nachdem sich der Turnverein weigert, etwas für die Benutzung ter neuen Festhalle bei Turnsestlich- keiten zu bezahlen auf Grund des bestehenden Vertrages. Ein sozialdemokratischer Antrag, alsdann auch allen anderen Vereinen einmal im Jahre die Zesthalle unentgeltlich zu überlassen, wurde abgelehnt. — Dem SportvereinAls- seld-Altenburg 0 6, der einen eigenen Sportplatz aus seinem etwa 8 Morgen großen Gelände in ter Rambach errichten will und dazu einen Zuschuß au3 Mitteln der produktiver Erwerbsloscnsürscrge erhält, wurde ein Darlehen von 800 Mk. auf seinen Antrag bewilligt, unter der Bedingung, daß er bei Ausführung der Arbeiten etwa 30 Alsfelder Erwerbslose auf die Dauer von 3—1 Wochen beschäftigt, das Darlehen zu dem für die Stadt üblichen Zinsfuß verzinst und eine ausreichende Bürgschaft durch den Gesamtvorstand stellt. — Für den Verein für das Deutschtum im Ausland wurde ein jährlicher Beitrag von 20 Mk. vom Rechnungsjahr 1927 ab bewilligt. — Für die am 4. Dezember stottfintende Wochenendtagung der Reichs- zentrale für Heimatdienst, Landes- abteilung Hessen, wurde, wie im Vorjahr, ein Beitrag zu ten sachlichen Kosten in Höhe von 50 Mk. bewilligt. — Eine Beteiligung an dem von einer Firma beabsichtigten Sammelwerk über ten Wohnungsbau in Hessen und Hessen- Nassau wurde abgelehnt. — Verschiedene kleinere Vorlagen wurden nach den Kommissions- beschlüfsen erledigt. An die Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an.
-er. Homberg a. d. Ohm, 16. Rov Seit dret Jahren besteht hier eine Schützengilde. Dald nach ihrer Gründung hafte sie sich Gewehre (Kleinkaliber) beschafft und einen eignen, in Ieber Hinsicht einwandfreien Schieß stand 20 Meter) angelegt. Der Verein ist heute in sich gefestigt: seine finanziellen Verhältnisse sind in Ordnung. Dieser Umstand soll im Jahre 1927 äußerlich seinen Ausdruck finden durch eine Bannerweihe. Man hat sich jetzt auf ein be- timmtes Fahnen-Muster geeinigt Aus der einen ©eite ter Fahne wird als Symbol des Deutschen Reiches em Adler sichtbar fein, während die andere Seite den Namen des Vereins aufweist: alles soll in feinster Stickerei ausgefüdrt w rten.
Ni e de r^Gemiinden, 17. Noo. Dieser Tage löste sich in den Früh, tunten an en.’.n in ter lllähe des Bahngleises der Strecke nach Homberg befindlichen Schaf Pferch ein Teil der Umzäunung, so daß die Tiere ins Freie gelangen konnten. Einige Schafe gerieten dabei auf den Bahndamm und wurden von dem ersten Frühzug. dessen Führer bei ter Dunkelheit die Strecke nicht genügend übersehen konnte, über- ahren und getötet


