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Warschau. 18. Nov. (WTB. Funkspruch.) . Werden wnnm - und chre Zahl wird 3n derBjKäPofpollfa- triflfierl üorfantg Me i*a8Ä^ mcr'

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200 000 Pfund wöchentlich belastet.

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Folge des Kohlenstreiks eine weitere außerordentliche Belastung erfahren werden. Alle Berg­arbeiter, die nicht wieder in die Gruben ein-

Der neue Vertreter Australien« bei der amerikanischen Regieruirg wird binnen kurzem statt den Titel eine« Geschäftsträgers den offi» »teilen Titel eines Gesandten erhalten. Dies wird dann nach Irland und Kanada der dritte Fall sein, daß ein englisches Dominion in

Moderne Polarforschung. Nansen über daS lenkbare Luftschiff im Dienste der Forschung.

Essen, 17. Nov. (SU.) 3m Rahmen der von den akademischen Kursen in Essen veranstalteten Vortragsreise sprach Fritjof Nansen über die künftigen Aufgaben der Polarforschung. Nansen verbreitete sich im ersten Teil seines Vortra­ges, der mit zahlreichen guten Lichtbildern und Kartenskizzen ausgestattet war, über die geo­logischen Verhältnisse im nödlickenPo­largebiet. Hier gelte als Hauptaufgabe die Fest­stellung Über die Ausdehnung der Land­masse an den Polen. Weitere wissenschaftliche Aufgaben gelte den meteorologischen For­schungen. Bei Besprechung der Bereisung des Po­largebietes mit dem Forschungsschiff, mit dem Schlitten oder mit der Deobachtungsstation auf dem Treibeis kommt Nansen auf die neuesten Reisemittel im Eisgebiet, aus das Flugzeug und auf das lenkbare Luftschiff, zu spre­chen. Nansen glaubt das Flugzeug für die Po­larforschung wegen der schwierigen Landungs­möglichkeiten im Eisgebiet ablehnen zu Müs­sen. Die größte und für die Wissenschaft wert­vollste Bedeutung habe jedoch das von den Deut­schen erfundene lenkbare Luftschiff. Mit einem Luftschiff von zirka 100 000 Kubikmetern Rauminhalt, das mit allen wissenschaftlichen Hilfsmitteln und Bequemlichkeiten, starker Mann­schaft und reicher Ladung ausgestattet ist, glau­ben die Wissenschaftler, erfolgreiche Arbeit im ben die Wissenschaftler, erfolgreiche Arbeit im Polargebiet zu leisten. Gin Luftschiff von diesem Riesenausmaß das Amundsensche Luftschiff faßte nur 19 000 Kubikmeter kann sichere Landung vornehmen, die nötigen wissenschaft­lichen Untersuchungen an Ort und Stelle und zwar längere Zeit anstellen und damit prak­tische Ergebnisse zeitigen. Allerdings wür­den beute die außerordentlichen hohen Kosten für den Dau dieses Luftschiffes durch die wissen­schaftlichen Ergebnisse und ihre Auswertung allein noch nicht gedeckt. Mit dem künftigen Bau von Groß-Luftschiffen für ben fernen Transport nach den genialen Plänen Dr. Eckeners werde aber eines Tages der Wissenschaft jenes tiefen* große Luftschiff zur Verfügung stehen, um die letzten Rätsel des Polargebietes lösen zu können.

Der englische Kohlenstreik

DasLchicksaldcsRegieruttqSvorschlasis

London, 18. Nov. (SU.) Die Delegierten­konferenz der Bergarbeiter in Südwales be­schloß am Mittwoch nach längerer Beratung entgegen der allgemeinen Erwartung die Re- aierungsvorschläge abzulehnen. Ebenso ha­ben die Delegiertenkonferenzen in Eheshire, ßan- rashire und Schottland, in Nordcumberland und In Durham die Regierungsvorschläge a b ge­lehnt. Trotz des Beschlusses ist die Rückkehr von Dcrz.r beite rn in die Gruben weiter sehr beträchtlich Man glgubt nach wie vor, daß das der Dergarbeitererekutive am Heuligen Donnerstag vorliegende Gesamtergebnis eine Mehrheit für die RegierungSvorichläge auf-

Vor dem Pariser Zivilgericht ist der Prozeß zur Verhandlung gekommen, den die morgana­tische Gattin deS Prinzen Karol von manien, Frau Lambrino, angestrengt hat. Sie fordert die Zahlung von 10 Millionen Fran­ken als Ersatz für den ihr zugefügten moralischen Schaden und das Recht, ihrem Sohn den Namen Kart von Hohenzollern zu geben. Für den Prin­zen plaid-ierte der französische Sozialist Paul Boncourt. Das Gericht wird das Urteil in acht Tagen fällen.

Kleine politische Nachrichten.

Wie derLokalanzeiger" berichtet, empfing der Reichspräsident von Hindenburg gestern eine Ab. orbnung Der Berliner Schlosserinnung und unter« hielt sich mit ihr eingehend über die verschiedensten Fragen des Gewerbes. Als äußeres Zeichen ihrer Verehrung überbrachte die Abordnung dem Präsi­denten cm Petschaft und einen Aschenbecher auf einem Ständer, Schmiedearbeiten in künstlerischer Ausführung.

Tschitscherin wird sich demnächst nach Frankfurt a. M. begeben, um dort einen Spe­zialisten wegen seines Gesundheitszustandes zu kon­sultieren. Hierauf werde er in Südfrankreich einen längeren Aufenthalt nehmen.

t e l st a n d s I i st e, obgleich die erstere rein deutsch und die andere gemischt war. ferner find ben polnischen Listen die S e p a r a t i st e n und die Kommunisten hinzugerechnet worden. Korsanty bezeichnet die amiliche polnische Dahlergebnislisle als gefälscht.

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Der Weg der deutschen Volkswirtschaft.

Ein Bortrag Reichsminister Hamms

Essen, 1?. Nov. (TU.) Auf Einladung der volkswirtschaftlichen Vereinigung im Rheinisch- Westfälischen Industriegebiet entwickelte der frühere Reichswirtschaftsminister Hamm seine Auffassung zur augenblicklichen und kommenden Gestaltung der deutschen Volkswirtschaft. Die Reinigungskrise, so erklärte er, sei erst vor etwa einem Iahre erreicht worden. Sie sei gekennzeichnet gewesen durch Kapitalman­gel, durch öffentliche und stille Zusammen­brüche und durch steigende Arbeits­losigkeit. Es sei der Uebergang von der Krise zur Depression gefolgt. Der tiefste Puntt sei erreicht gewesen. Langsam, ganz allmählich gehe es wirtschaftlich wieder besser. Die jetzige Rationalisierung habe nur Sinn und Be­rechtigung. wenn sie nicht weniger, sondern mehr Güter erzeuge und nicht weniger, sondern m e f> r~ Menschen beschäftige. Bei der Durchführung dieses Zieles müsse immer wieder vor Augen gehalten werden, daß das eigentliche Absatzfeld der deutschen Erzeuger der innere Markt sei, für den wieder kaufkräftige Schichten geschaffen werden müßten. Man dürfe aber keineswegs neben die Rationalisierung der Wirtschaft die Rationierung der Arbeit stellen. Beide schlössen sich aus. Hamm geht dann näher auf das Arbeitsbeschaffungspro- gcamm der Reichs regle rung ein und streift schließlich die in der zunehmenden Zusammen­schlußbewegung nach horizontaler Rich­tung zum Ausdruck kommende neue einheit­liche Wtrtschaftsgesinnung. 3n die­sem Zusammenhang gibt er seiner Ansicht Aus­druck, daß gerade im Kapitalismus kollektiven Sinnes ein starker Zwang zum allgemeinen Volks­wirtschaftlichen und Vernernwirtschaftlichen liege. Allerdings komme es darauf an, daß durch diese Umstellung innere Werte keine Beeinträchtigung erfahren. Dem Staate falle bei der ganzen Neugestaltung nur insofern eine entscheidende Aufgabe zu, als er die Entwicklung mit Klugheit zu beobachten und nachdrücklich in günstigem Sinne zu beeinflussen habe.

Verurteilung wegenBeleidigung des Reichsbankpräsidenlen.

Berlin, 16. Nov. (WB.) Der Vorsitzende des Reichsbankgläubigerverbandes, der Fabrikant Roll, wurde im Derufungsverfahren z u zwei Wochen Haft verurteilt. Gr war wegen Deleidiguirg des Reichsbankpräsidenten vom Schöffengericht äu einer Geldstrafe von 750 Marl verurteilt worden. 3n der Begründung des neuen Urteils wird ausgeführt, daß der Ange­klagte bei seinen Aeuberungen über die Wahrnehmung berechtigter Inter­essen hinaus ge gangen sei und daß im Hinblick auf die Verrohung des politischen un. wirtschaftlichen Kampfes eine Freiheitsstrafe für notwendig erachtet worden sei.

Hessischer Landesparteitag der Deutschen Dolkspartei. .Am 27. und 28. November hält die Deutsche Volkspartei ihren hessischen Lanbesparieitag in Worms ab, dem angesichts der augenblicklichen wirt­schaftlichen und politischen Lage besondere Bedeu- Lna beizumessen ist. Von den einzelnen Fachaus­schüssen, die im Laufe des Samstags zusannnen- rreten, seien namentlich aufgeführt: Der Landesaus- jchuß für Kommunalpolitik: Redner Landtagsabge- ovbneter Bürgermeister Dr. Nieooth-Schlitz: Land'es- ausschuß für Handel und Industrie: Redner Reichs- tagsabgeordneter Fabrikant Klingspor-Siegen; Lan­desausschuß für Handwerk und Gewerbe: Redner Landtagsabgeordnetsr Zimmermeister Haury-Darm- ftabl; Landesfrauenausschuh: Rednerin Landtagsab- geordnete Frl. M. Birnbaum-Gießen: Landesjuaend- ausfchuß: Redner Landtagsabgeordneter über; ftubienbireftor Dr. Keller-Büdingen: Landesbeamten­ausschuß: Redner Reichstagsabg. Postinfpeklor Morath.-Berlin: Landesausschuß für Landwirtschaft: Redner Reichstagsabg. Lanowirt (tramm-Timmer- loh; Landesfchulausfchuß: Redner Landtagsabg. Oberstudienbirektor Dr. Keller-Büdingen. Samstag abend wird in einer Parteiversammlung Reichstags- abgeordneter p. Kardorff das Wort ergreifen. An­schließend an diesen Vortrag veranstaltet die Orts­gruppe Worms der Deutschen Volkspartei zur Un­terhaltung der Parteifreunde einenRheinischen Abend", Der eigentliche Parteitag findet am Sonn­tag. 28. November, statt. Es sprechen hier: Reichs, nnnister a. D. Exzellenz Dr. Becker über Reichs­politik: Landtagsabg. Rechtsanwalt Dingeldey über hessische Landespolitik. Den Geschäftsbericht erstattet Generalsekretär Kollbach. Die bereits jetzt aus allen Teilen des Landes vorliegenden zahlreichen Anmel­dungen lassen erkennen, daß diese Tagung sich zu einer machtvollen Kundgebung des vokksparteillchen Gedankens auswirken wird.

Der Aufstand auf Java.

Moskaus Arbeit in N-ederläudisch-Judien.

Batavia, 17. Nov. (Wolff.) Die letzte Nacht ist überall ruhig verlausen. In der Stadt Bandoeng ist der gesamte indisch-kommu.ststi- sche Vorstand verhaftet worden. In Weltereden sind 45 Personen in Hast genommen worden. Die Hilfstruppen für die Garnison von Labocan trafen dort in Automobilen ein. Labocan ist von der Bevölkerung verlassen. Nach Ablösung und Verstärkung der Garnison ist der Gouver­neur nach Batavia zurückgekehrt. Die Aufstän­dischen haben sich vorläufig von Labocan zu­rückgezogen, Da sie starke Verluste erlitten ha­ben. Zahlreiche Verbindungen sind unterbrochen. Nach einem offiziellen Bericht ist die Lage im West cm des Landes, dem bisherigen Herde der Revolution, befriedigend. In der Landschaft Pandeglang hat Der Auf st and indessen ernste Formen angenommen. Die ganze Bevölkerung ist zur Empörung üi ergegangen.

Ter hollänoischr Kolonialminister ertlärte, daß die Triebfedern Der jetzigen kommunistischen Bewegung auf Iava nicht, wie französische Blätter annehmeti, in Dschedda zu suchen seien. Die Haupttriebfedern seien vielmehr in China, Überhaupt im Fernen Osten zu suchen. Bei Der Haushaltsdebatte in der zweiten nieDerländischen Kammer wurde auch mehrfach auf den Zusam­menhang der Vorgänge in Iava mit der indi­schen Bewegung und der bolschewistischen Propaganda hingewiesen. So betonte besonders Der Avg. Srocglener Fortuyn (Freiheitsbund), daß man den Aufstand in Westjava nicht zu leicht nehmen Dürfe. Iava stehe im Begrün seiner politischen Erziehung und Mos kau mache den Versuch, hierbei mttzusprechen. Der Einfluß der Moskauer Propaganda könne gefährlich wer­den, wenn man ihm nicht mit allen Mitteln entgegentrete.

Polen fälscht da: Wahlergebnis £ K

in Oberschlesien.

Ein Vorwurf Korfantys.

Washington durch einen Gesandten vertreten wird.

Präsident Diaz hat die Intervention der Vereinigten Staaten in der Angelegenheit Nicaraguas beantragt, da Nicaragua zu schwach sei, um Die von der mexikanischen Re­gierung hervorgerufene Empörung zu unter, drücken. Wie verlautet, befindet sich die ganze Ost­küste Nicaraguas in den Händen der Aufständischen.

Kunst und Wissenschaft.

Dpern=Urauffüf)rung in Frankfurt.

Dor wenigen Tagen erlebte das jüngste Werk des berühmten Pianisten und Komponisten Tugen d'Albert,Golem", seine Uraufführung in Der Frankfurter Oper. Die Persönlichkeit deS Komponisten erscheint hier in neuer Beleuch­tung. Nach den zahlreichen Werken, die ihn als feinsinnigen Meister des musikalischen Lustspiels und als vollblütigen Dramattker zeigten, be­schreitet d'Albert hier das Gebiet mysttsch-gespen- stifcher Romantik, deren Schauplatz das Ghetto des alten Prag ist. Der wundertätige Rabbi Loew vermißt sich, einem tönernen Bilde, Der Figur des Golem, durch eine zauberkräfttge For­mel Leben einzuhauchen: Der Tonkoloß wird le­bendig unD macht nun in rascher Entwicklung, Die das Textbuch Lions auf psychologische Weise glaubhaft zu machen sucht, Die Wandlungen vom urtriebhaften Wesen zum fühlenden und lie­benden Menschen durch. Auf spukhafte Vorgänge ist Die suggestive Gewalt zurückzuführen, Die er über Lea, Die Pflegetochter deS Rabbi, gewinnt. Der tragische Konflikt Die Liebe Lsas zu dem Tvnbild und die Vermessenheit des Rabbi, Der sich göttliche Zeugungskraft anmaht wird durch Den Tod Leas gelöst, Dem Die Vernichtung des Golem durch seinen Schöpfer folgt. Das Ganze ist hem in Den letzten Fahren in Meyrincks Dich­tung und Wegeners Gosemfilm oft behandelten Gebiet Der jüdischen Legende entlehnt, ohne je­doch die künstlerisch befrietigenDc Lösung zu fin­den. Auch fehlen der Handlung Die dramatischen Steigerungen, an Deren Stelle Reflexionen und psychologische Deutungsversuche treten, die keine überzeugende Kraft besitzen.

Tie Musik d'Alberts ist stellenweise von gro­ßer Schönheit. Sie bewegt sich auf Den Bahnen einer großzugig-aus.nalenden, individualisieren­den Tonsprache und sie zeigt vor allem das außerordentliche, kompositorische Können des Schöpfers vonTiefland" und herToten Au­gen". Aber an ben Mängeln des Stoffs scheitert auch die große Kunst des Komponisten, besonders wenn er hie seelischen Wandlungen des Golem und die Liebe Der Lea zu dem Tongebilde musikalisch veranschaulichen will. Andererseits be­sitzt die Partitur jedoch Stellen von höchstem Klangreiz und von sinnfälliger Schönheit des Ausdrucks, hie hem schwierigen Werk denn auch eine beifällige Aufnahme verschafften, die den Komponisten mehrfach auf Die Bühne riefen.

Von höchster Hingabe an das Werk und von feltener Vollendung war Die Frankfurter Auf­führung. Vor allem war es die prachtvolle Leistung Prof. Krauß' mit seinem Orchester, die rückhaltlose Bewunderung verdient: als Golem bot Der Baritonist Stern eine glänzende Leistulw, prachtvoll war der Rabbi des Herrn v o m S ch e i d t und die Lea Elisabeth Kandts. Künstlerische Leistungen von hohem Wert waren Die spukhaft-düsteren Bühnenbilder Ludwig Sie­verts. L. W.

Aus aller Wett.

Dec jüngste Passagier Der Lufthansa.

Dienstag traf auf dem Frankfurter Flugplatz her Deutschen Lufthansa, von Köln kommend, der jüngste Fluggast der - Deutschen Lufthansa ein. Ein Kölner Redakteur unh seine Gattm hatten die Absicht, ihr sechs Wochen alteö Töchterchen den in Mannheim woh­nenden Großeltern vorzustellen. Da für die Kleine die lange Eisenbahnfahrt nicht angebracht erschien, benutzte man das Flugzeug. Dem kleinen Mädchen war bei der Landung hie Fahrt im Flugzeug gang ausgezeichnet bekommen, so haß mit den, nächsten Anschluß-Flugzeug die Fahrt unbedenk­lich nach Mannheim fortgesetzt werden konnte. Auf den Bahnhöfen" Der Lufthansa in Köln und Frankfurt erregte der junge Fahrgast na­türlich großes Aufsehen, da er den neulich gemel­deten 5lug eines Engländers im Alter von Drei Monaten erheblich überbot, ja viel­leicht sogar einen Weltrekord barftellt. Ie- henfallS beweist Der Flug, wie gefahrlos, be­quem unhbekömmlich" das Fliegen ist. Die junge Mutter spricht sich jedenfalls in dieser Hin­sicht ganz überzeugend aus und sie muh es ja am besten wissen, wie es ihrem Baby bekam.

Schwerer THoforrabunfatt in Erfurt.

Am späten Abend des Bußtages fuhr im Erfurter Steiger ein Motorradfahrer in eine etma 30 Mann starke Kolonne Der Erfurter Turners chaft. Vier Mitglieder wurden verletzt, davon zwei schwer. Der Fahrer selbst erlitt schwere Kopfverletzungen. Er wurde Dem Krankenhaus zugeführt. Seine auf Dem Soziussitz mitfahrende Frau blieb unverletzt.

Schwerer Strahenbahnzusammenstob in Berlin.

In Der Nacht zum Bußtag stießen i.n Osten Berlins ein Sttaßenbahnwagen und ein Last­kraftwagen Der Meierei Dolle zusam­men, so daß her Straßenbahnwagen auf den Bürgersteig geschleudert wurde. 18 Fahrgäste würben verletzt, davon zwei schwer.

21 Menschen vom Jeuertobe errettet.

Aus Regensburg wirb Die Errettung von 21 Menschen durch erfolgreiches Eingreifen der Feuerwehr gemeldet. In einem Anwesen war Feuer auSgebrochen, bas mit großer Ge- schwindigkeit um sich griff unh DaS Treppenhaus vollständig verqualmte. Den Bewohnern der oberen Stockwerke war der Ausgang abge- schnitten. Frauen und Männer standen mit Kllckrern in Den Armen an Den Fenstern und wollten sich in die Tiefe stürzen. D?r Wehr ge­lang es, 21 Personen vom Feuenode zu rette

Ein Glücksdorf.

In D a r ch f e I Schmallalden) sind

Dem glücklichen Besitzer eines Lotterielose« 30 003 Mart zugefallen. Innerhalb der letzten zwei Iahre sind Damit drei große Lottenegewinne. nämlich 25 000, 15 000 und 20 000 Mark, in das Dörfchen gekommen.

Sieben Tote bei einem Zugunglück in Amerika.

Der Erpreßzug Eincinnath New- Orleans ist auf einem Bahnübergang mit einem Automo bil zusammen- gestoßen, wobei der Zug entgleiste. Zwei Personen wurden dabei gelötet und sechs ver­wundet. Zwischen Den zur Hilfe entsandten QIü>- tortoagen kam es auch noch zu einem Zusammen­stoß, durch Den fünf Personen getötet und 19 ver­letzt wurden, so daß das Unglück im ganzen sieben Todesopfer gefordert hat.

Neue Stürme im Osten der vereinigten Staaten.

Ein Sturm, der von schweren Regengüssen be­gleitet war, hat am Dienstag den östlichen Teil der Vereinigten Staaten heimgesucht. Häuser wurden abgedeckt, Bergwerke überschwemmt und die Ver­kehrslinien sowie die telegraphischen Verbindungen zu Lande wie unter See unterbrochen. Die Schiff­fahrt hat beträchtlichen Schaden gelitten. In Ost- Pennsylvanien und West-Dirginien sind alle Flüsse über die Ufer getreten und Eisenbahn- und andere Brücken weggespült worden. Verluste von Men­schenleben wurden bisher nicht gemeldet. In der City von Neuyork ist der Schaden nur gering.

Eisenbahnunfall bei Paris.

Aus Dem Bahnhof von Auteuil überfuhr ein elektrischer Zug einen Puffer und konnte erst an der Mauer des Bahnhofes zum Stehen gebracht werden. Sin Dach te« Bahnhofes stürzte ein, wobei 11 Personen letzte Verletzungen erlitten.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, Den 18. November 1926.

Preuhiscker Besuch in Metzen.

fflie alljährlich, so hatte unsere Stadt auch gestern am preußischen Buß- und Bettag einen starken Besuch aus der näheren und weiteren preußischen Nachbarschaft zu verzeichnen. Mit der Elfenbahn, dem Auto, Fahrrad ober zu Fuß kamen Männlein und Weiblein in großer Menge hierher, um hier den freien Tag tu verbringen. Der Bahn- berrieb war bereits von 9 Uhr vormittags ab sehr lebhaft. Die Züge aus den preußischen Nachbar- städten wurden verstärkt gefahren und waren zu etwa 90 Prozent besetzt; in dieser Stärke hielt der Zustrom bis in die Nachmitlagsstunden hinein an. Abends bei der Heimfahrt, wo die Zuge gleichfalls verstärkt gefahren wurden, wiesen sie sämtlich sogar volle Besetzung auf. 3n den Hauptgeschäftsstratzen der Stadt flutete eine starke Menschenmenge hin und her, die Geschäfte hatten erfreulicherweise regen Be­such, und wie man an zahlreichen mitgesührten Pa- keten sehen konnte, wurde auch in beachtenswertem Maße gekauft. Vor den Kaffeehäusern in der Innen­stadt waren zahlreiche Autos ausgefahren, eine für "Yser Straßenblld ganz ungewöhnliche Ersci-einung. Auf Oswaldsaarten hatte sich ein kleiner Rummel platz etabliert, auf dem sich die Menge dicht ge drangt hin und her schob, dahei mit freundlichen Interesse den Anpreisungen der verschiedensten Aus ruser lauschend!für zwanzig Pfennige, eine Baga teile" wurde Gelegenheit geboten,die seltenster Schlangen der Welt bis zur allergrößten" zu beroun bern, an einem Stand konnte man für eine Marl ein ».hoch prima Vergrößerungsglas" kaufen unt obendrein konnte man dabeigratis und umfonft' einhervorragendes Opernglas, das auch als Feld stecher zu benutzen ist" nur aus Reklameerhaltet und bekommen . Das Publikum unterhielt fid jedenfalls gut und kaufte zum Teil auch, so daß wohl beide Teile ungefähr auf ihre Rechnung gekommen fein durften. Der Betrieb war bis in die späten Abendstunden hinein auf dem Rummelplatz und in den Gasthäusern recht rege.

Die Durchführung des Nnleiheablösungsgesetzes.

3m zuständigen Reichstagsausschuh machte em Vertreter d«S Reichsfinanzministeriums über den Stand der Durchführung des An- letheablösungsgefetzes folgende Mit- temmgen:

Die Durchführungsbestimmungen zu 8 27 bei Anleiheablösungsgefetzes soziale Wohl­fahrtsrente für Anstalten und Einrichtungen der freien und kirchlichen Wohlfahrtspflege, die hie Aufgaben der öffentlichen Wohlfahrtspflege er­füllen, und kulturelle Wohlfahrtsrente für An­stalten und Einrichtungen zur Förderung der wissenschaftlichen Ausbildung und Forschung und zu 8 47 des Anleiheablösungsgesetzes Barablösung der Anleihekleinbeträge liegen S- -3- dem Reichsrat vor. Bis Ende Oktober sind beim Reichskommissar für die Ablösung der Reichsanleihen des alten Besitzes 3 779 325 An­träge eingegangen, die einem Anleihekapital von 323 Millarden Mark entsprechen, mit denen 763,9 Millionen Reichsmark AuSlösungsrechte be­antragt werden. Entschieden sind von diesen An­trägen 2 448 584, durch welche 203 Millionen RetchSmark Auslosungsrechte zuerkannt wurden. Die Erledigung der reftlichen Anträge wird bis Mitte nächsten Iahres Dauern. Die Alt­besitzmarkanleihen im Reichsschuldbuch wett en auf über 8 Milliarden Mark geschätzt. Irn Schuld- buch sind bis Ende Oktober 1926 auf 554 665 Konten 195 001 337,50 Reichsmark AuslosungS- rechte zugesprochen worden. Die Umwandlung der Martschuldbuchkonten in Anleiheablösungs­schuld und in Auslosungsrechte wird voraus­sichtlich in diesem Iahre beendet werden. Die Anmeldungen beim Aeichskommissar und die Kon­ten der Relchsschuldenverwaltung ergeben zu­sammen einen Betrag von über 40 Milliarden Mark alten Besitzes. Im Vorzugsrentenversah- ren sind hei ben Ausschüssen 606 000 Anträge emgeganaen. Bei 540 000 Anträgen haben die Ausschus e über die Frage Der Bedürftigkeit von deutschen Reichsangehörigen mit Dem Wohn- fitj im Zustande entschteden. Von her Reichs- fchuldenverwaltung ist endgültig bei 386 000 An- trägen, mithin bei rund 63»/z Prozent der ge­stellten Anträge, die Vorzugsrente zuerkannt Horden. Bei 322 000 Anträgen, mithin bei 83,4 Prozent der zuerkannten Renten sind bereits Zahlungen durch die Aeichsschuldenverwaltung erfolgt. Bis 30. Oktober 1926 sind zur Zahlung durch die Reichsschuldenverwaltung angeustesen Worden 31,3 Millionen Reichsmark. Don diesem Betrage haben 266 463 Gläubiger zum ersten Maie eine Dorzugsrente empfangen, 87 441 Gläu­biger eine zweite oder dritte Zahlung.

Von mehreren Abgeordneten wurde Darauf hingewiesen, baß die Verweigerung der Altbesitz» rechte bei gefchäitsunkundigen alten Leutei:, welche die am 31. März d. 3. abge.'aufens Anmeldungs­frist versäumt haben, eine große Härte vedeu- ten würde. Der Vertreter des Reichsfinanz­ministeriums entwickelte die Grundsätze, nach Denen schon bisher in weitem Umfang von der