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Turnen, Sport und Spiel.

Ium Sternlauf der Arbettersportler.

Wie uns mitgeteilt wird, geht der Sternlauf der Arbeitersportler anläßlich der Einweihung ihrer Bundesschule nicht durch die innere Stadt. In letzter Stunde mußte hierin eine Aenderung ein­treten. Der heute abend kurz vor 9 Uhr unsere Stadt berührende Lauf wird von der Frankfurter Straße durch die SüdanlageOstanlageMarbur­ger Straße geführt.

Leichtathletische Vereinswettkämpfe der Spielvereiniqung 1900.

Am morgigen Sonntag bringt die Sp. Vgg 1900 ihre alljährlichen leichtathletischen Vereinsmeister­schaften zum Austrag. Werden die Wettbewerbe auch nur von den 1900er Leichtathleten bestritten, so sind bei deren guter Durchbildung und Gleichwertigkeit doch spannende Kämpfe zu erwarten. Die Zusam­menstellung der Bewerbe, sowie die gute Organisa­tion werden zum Gelingen der Veranstaltung bei­tragen. Die Vorkämpfe beginnen um 10 Uhr, die Entscheidungen um 2 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.)

Den Kanal

abermals durchschwommen.

London, 17. Sept. (WB.) Der Engländer Norman Durham durchschwamm den Aer- m c l k a n a l von Kap Grisnez ab in 13 Stunden 56 Minuten.

Begonien, Primeln und Alpenveilchen nebst einer Menge anderer Ziergewächse, die allesamt in monatelanger Arbeit verkultiviert worden sind, prächtigen Palmen, jungen Bananen, blühenden Myrten und dergleichen ist in der Art eines fein abgetönten, in streng symmetrischen Formen gehaltenen Teppichs nach Entwurf von Carl Becker ein Parterre geschaffen, das mit seinen leuchtenden Farben ein Drittel des Saales füllt und seine Wirkung auf den Beschauer nicht ver­fehlt. Jede der ersten Gärtnereien, darunter auch eine aus der nächsten Llmgebung, haben aus ihren blühenden Beständen ihr Bestes zum Ge­lingen beigetragen. Es sind zu nennen: die Gärt­nereien Gerhard, Hubing, Keil (Heuchel­heim), Moser, Rieger, Schab, Schneider und W i t t m a n n. Carl Becker, in dessen Händen die Leitung lag, schmückte die großen Basen und Plastiken, welche die Gail'sch en T o n w e r k e zur Verfügung gestellt hatten, mit Winterastern in dec Blumengröße eines modernen Damenhutes. Welche Blumenarten jeder Aus­steller hergegeben hat, ist aus den nicht auf­dringlich wirkenden Schildern zu ersehen. Um diese Leistung zu verstehen, ist zu beachten, daß jeder Aussteller toter Gegenstände, wie Ma­schinen, Geräte, Hausrat und dergleichen, seine Ware unvermindert im Werte wegschaffen oder mit Gewinn veräußern kann. Dies ist bei leben­den Pflanzen nicht der Fall. Diese Kinder Floras beenden nach Schluß der Ausstellung zum großen Teil ihr Dasein auf unrühmliche Weise auf dem Komposthaufen, und niemand fragt, wieviel kost­bare Zeit und Mühe sie kosteten. So stellen die arbeitsgewohnten, fleißigen Gärtner die Idealisten dar. Es wäre ihnen zu gönnen, wenn ihr Werben um die Gunst des blumcnliebenden Publikums nicht vergebens war. Aus dessen Kreisen wurde der Wunsch geäußert, man möge diese schönen Topfgewächse nach Schluß der Ausstellung in einer Weise versteigern, die es auch wenig be­mittelten Menschen ermögliche, sich einige dank­bare Blumenstöcke zu erwerben.

Neuere Anwendung der Elektrizität in Industrie und Gewerbe.

Ueber dieses Thema sprach gestern abend Stadt­verordneter Dberingenieur A. Kurz in der Garten­bau- und Elektrizitäts-Ausstellung. Im ersten Teil seines Vortrages beschäftigte er sich mit den Elektro- Fcihrzeugen, worüber in der gestrigen Ausgabe des Gieß. Anz." bereits Näheres gesagt wurde. Im zweiten Teil führte der Vortragende aus, in well.) vielseitiger Weise man sich neuerdings im Haushalt, in der Industrie und im Gewerbe die Elektrizität nußbar machen kann. Im Lichtbild wurde eine große Zahl von Apparaten vorgeführt, die der Redner ein­zeln erläuterte. Es seien hier nur die wichtigsten an­geführt. Da kommt zunächst der Heißwasserspeicher in Betracht. Man versteht darunter eine Vorrichtung, die es ermöglicht, auf elektrischem Wege am besten außerhalb der Sperrstunden Heißwasser in belie­biger Menge für den Bedarfsfall vorzubereiten. Im Haushast, in Hotels, Bureaus, Fabriken, Aerztezim- mern, Friseurstuben, Krankenhäusern usw. ist täglich eine Menge Heihwasser notwendig. Hier ist die 'An­schaffung von Heißwasserspeichern zu empfehlen. Die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen kann auch für Gie­ßen bejaht werden, weil das Elektrizitätswerk außer­halb der Sperrstunden elektrischen Strom zu gerin­gem Preis abgibt. Eine besondere Form der Heiß- wasserspeicher sind die Elektrospeicherkessel, die als

Kochkessel, Waschkessel und als Diehfutterkessel, ins­besondere auch aus dem Lande gebraucht werden können. Im Elektrokühlschrank, den der Vortragende dann erläuterte, kann auf elektrischem Wege eine sehr niedrige Temperatur erzeugt werden. Er eignet sich für Haushaltungen, Hotels und besonders für alle Geschäfte, die mit leicht verderblichen Lebensmitteln handeln. Das Gegenstück zu ihm ist der Elektro. Wärmeschrank, der zum Warmhalten von Nahrungs­mitteln und anderen Stoffen im Haushalte und in der Industrie zu verwenden ist. Die elektrische Reg- neranlage, die dann gezeigt wurde, ermöglicht es dem Gartenbesitzer und dem Gärtner, eine beliebig starke Berieselung seiner Ländereien auf bequeme Art vor- zunehmen. Anschließend daran wurden die sogenann­ten oszillierenden Ventilatoren erläutert, die im Gegensatz zu den seither gebräuchlichen, eine größere Luftmenge bewegen und deshalb zweckdienlicher sind. Für Schulen, Gasthöfe, große Versammlungs- und Fabrikräume sind diese Ventilatoren zu empfehlen. Nachdem der Vortragende die Motortrage und die Motorschleife beschrieben Vorrichtungen, die ein bequemes Transportieren der Motoren besonders im landwirtschaftlichen Betrieb ermöglichen und auf die sogenannten explosionssicheren Motoren aufmerk­sam gemacht hatte, ging er noch näher auf das elektrische Schmiedefeuergebläse ein, das den guten, alten Blasebalg bald verdrängt haben wird. Dann zeigte er noch eine größere Anzahl elektrisch betrie­bener Maschinen, die im Holzbearbeitungsgewerbe Verwendung finden. Man sah da eine Bohrmaschine, eine Holzdrehbank, eine Schälmaschine, eine Brenn­holzkreissäge und eine Universal-Holzbearbeitungs- maschine, die durch bequeme Umstellung zu den ver­schiedensten Verrichtungen zu benutzen ist. Inter­essant war die Vorführung einer elektrischen Scher­maschine, die zum Schafscheren verwendet werden kann. Zum Schluß verbreitete sich der Redner noch über die verschiedenen Arten des elektrischen Schweißens.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 19. September. 16. n. Trinitatis.

Gießen. Stadtkirche. 8: Pfr. Mahr. Zugleich Christenlehre f. d. Reukonfirmierten a. d.Matthäusg. 9l/a: Pfr. Becker. 11: Kinderkirche f. d. Markus- gemeinde. Pfr. Becker. - JohanneSkirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer. Zugl. Christenlehre f. d. Reukonfir­mierten a. d. Lukasgem. 9'/,: Pfr. Ausfeld. 11: Kinderkirche für die Johanne-sgemeinde. Pfr. Aus­feld. 8: Bibelbesprechung im Johannessaal. Pfr. Müller. Kirchberg. 10; 11: Christenlehre f. d. männl. Jugend. Rachrn. 1'/,: Lollar, abends 87., Saubringen. Lich. 9* ,StiftsdechantLenz, Christen­lehre f. d. Jungen, ®/4l Kindergottesdienst, 2 Stifts­pfarrer Schorlemmer. - Wieseck. 97,. - Watzen­born-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg: 7,10. Garbenteich: 9 Pfarrass. Ackermann, Klein-Linden.

Katholische Gemeinden.

Gisßen. Samstag, 18. Septbr. 4'/, u. 7 Beichte. Sonntag, 19. Septbr. 17. Sonntag nach Pfingsten. 67, Beichte, 7 Messe, Kom. d. Jungfrauen u. Haus­angestellten, 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Meße m. Predigt, 2 sakramentalische Brudevschafts- Andacht. Grünberg. 97, Messeamt-Predigt. Hungen. 8 Messe mit Predigt. Lgubach. 10 Messe mit Predigt. - Lich. 10 Hochamt mit Pred.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Amschau".) Sonntag, 19. September.

8 bis 9: Morgenfeier, veranstaltet von der Baptisten-Gemeinde Frankfurt a. M. 11 bis 12: llebertragung von Leipzig:Stellung der Be­amten zum Staate". Bortrag von Reichsinnen­minister Dr. Külz anläßlich der Tagung des Verbandes Sächsischer Gemeindebeamten". 12 bis 1: Konzert des GesangvereinsSängerkranz" Dreieichenhain. 4 bis 5: Die Stunde der Jugend. 5 bis 6: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. 6 bis 7:Johann Peter Hebel". Bortrag und Vorlesungen zu seinem 100jährigen Todestag von Alfred Auerbach. 8.30 bis 10.30: Böhmische Kammermusik. Anschließend bis 12.30: Ilebertragung von Berlin: Tanzmusik der Ka­pelle Ette.

Montag, 20. September.

4.30 bis 5.45: Konzert des Hausorchesters: Operetten. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15:Das Theatergeschäst in Berlin und in der Provinz". Vortrag von Dr. Ludwig Marcuse. 7.15 bis 7.45: Funthochschule Frankfurt:Die Romankunst Marcel Prousts". Vortrag von Prof. Dr. Schulz. 7.45 bis 8.15: Funkhochschule Frankfurt:Charaktergestalten aus der Ge­schichte des neueren deutschen Unternehmertums: Georg von Siemens und die Anfänge der Deut­schen Bank". Vortrag von Prof. Dr. Künhel. 8.15 bis 8.45:Strindbergs Gesvenstersonate". Vortrag von Dr. Bernhard Diebold. 8.45:Ge­spenstersonate". Kammerspiel von August Strind- berg.

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ein wesentlicher Teil praktischer Bodenkunde, der ohne Hilfsmittel nicht denkbar ist. Zu erwähnen ist schließlich noch ein neuer Erdbohrstock zur raschen Feststellung der Bodenbeschaffenheit im Untergründe. Eine Anzahl Tabellen erläutern den Nährstoffbedarf der einzelnen Kulturgewächse.

Rosen.

Ohne sie wäre eine Gartenbau-Ausstellung nicht vollständig. Da wir jedoch weder Rosenschulen haben, noch Liebhaber aufweisen können, welche ihre Schätze dem Publikum öffnen, so trat das Rosengeschlecht leider wenig hervor. Aus den beiden ausgestellten Sammlungen der Gärtnerei Schnei­der und G i l l m a n n greifen wir als besonders schöne Färbungen die folgenden heraus: Hadleyrose schwarzrot, Gloire de Hollande und Preußen dunkelrot, Amerika, Columbia und Mad. Segond Weber rosa, Wilh. Kordes kapuzinerrot, Elise Beck- with krebsrot, Reverend I. Page Roberts, zinnober­rot mit gelb neu, Golden Ophelia, Golden Emblem, Sunburst, Souvenir de Claude Pernet, Victor Teschendorf, alle in gelb. Westfield Star rahmweiß.

Geräte und Hilfsmittel.

Nicht unerwähnt dürfen eine Reihe ausgestellter Gegenstände bleiben, welche für Blumenzucht und -pflege unentbehrlich sind, oder die auf diesem Ge­biete einen wesentlichen Fortschritt bedeuten, die Ar­beit erleichtern, oder zur Bekämpfung der Schäd­lingsplage dienen. In dieser Hinsicht verdienen die Balkon- oder Fensterkästen und -Kübel aus dünn­wandigem Eisenbeton an erster Stelle genannt zu werden. Sie sind leicht, dabei unzerbrechlich, können mit Tannenbäumchen bepflanzt über Winter im Freien bleiben und stellen sich infolgedessen mit der Zeit billiger als die vergänglichen Holzkästen, deren Anstrich alljährlich erneuert werden muß. Gröhenverhältnisse und Färbung paßt sich jeder Fassade an. Die Käserei toommerforn zeigte solid und sauber gearbeitete Holzkübel. Handliche Mistbeete mit Schattenoorrichtungen und Abessinier­brunnen sah man in der Ausstellung von Daniel Baum, Hammstraße 10, ein neuartiges Garten­gerätIätelu st" genannt, in der reichhaltigen Kollektion praktischer Hilfsmittel bei Edgar B o r r- m a n n. Es stellt eine Kombination von Stoßeisen mit Rechen dar. Unsere Obstzüchter seien auf die Obstpflücker, Raupenfackeln und Rindeybürsten dieser Firma aufmerksam gemacht. Die zur Obstoaumzucht heutzutage unentbehrlich gewordenen Spritzen fin­den sich bei den Ausstellern Samenhandlung Hahn und Eifengeschäft Knorr, Einmachgläser bei der Firma Mettenheimer und schöne Gar­ten- und Seranbamöbel im Oberhessischen Korbwarenhaus e.

In der Abteilung Schnittblumen wird täglich gewechselt. Die Dahlien sind vollständig erneuert. Auch die viel bewunderten Blütenstauden der Firma Kaiser & Seibert aus Roßdorf bei Darmstadt sind frisch ausgestellt. Die Bindereien werden fort­gesetzt durch neue Arbeiten ergänzt, so daß trotz mancherlei ungünstigen Einflüssen, die ein Ausstel- lungsbetrieb mit sich bringt, Schönheit und Frische der Blumenpracht unvergänglich erscheint.

Der Farbengarten in der Ausstellung.

Diesem Hauptteil unserer Gartenbau-Aus- stellung konnten seither nur wenige Worte ge­widmet werden. Er ist aber darum doch einer der wichtigsten und verdiente eingehendere Wür­digung. Aus annähernd zweitausend Geranien,

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