Nr. 219 Zweites Blatt
Außenpolitische Umschau.
Von Prof. Dr. Otto Hvetzsch, M. d. R.
Als der Völkerbund gegründet wurde, war Deutschland bereit, ihm beizu- t r et e n. Aber die andere Seite lehnte damals den Beitritt Deutschlands ab. Unter dein Schein einer die Welt umfassenden Friedens-und Rechts- vrganisation wollte man eben die Sn ter- essenorganisation der Sieger schaffen zur Aufrechterhaltung des Versailler Frie» dens, überhaupt der Pariser Friedensverträge. Weiterblickende Mitglieder und Vertreter der Völkerbundsidce sahen schon damals, daß damit dieser Völkerbund unweigerlich den Keim zum eigenen Untergang in sich selbst pflanzen würde, daß der Völkerbund entweder universal oder nicht sein würde. Sie sahen weiter, daß es auf die Dauer ganz unmöglich sein würde, Deutschland, dessen Verhältnisse durch den Völkerbund an so vielen Stellen direkt berührt wurden, außerhalb zu halten in der Rolle des Objekts für Völkerbundsbeschlüsse, auf die er selbst keinen Einfluß habe. Aus dieser Erkenntnis heraus beantragte schon 1920 Motta, Deutschland sofort ohne Sonderbestimmungen in den Bund aufzunehmen, aber Divianis schroffes .Rein"- wies das in Frankreichs Ramm zurück. 1922 sprach Motta seine Aufforderung erneut aus in Form einer direkten Einladung an Deutschland, der auch im Völkerbund kaum widersprochen wurde, sich dem Bunde anzuschließen. Seitdem war dies Problem unweigerlich zur Erörterung gestellt, und es war klar, dah ihm Deutschland entweder im Sinne des 3a oder des Vein nicht ausweichen könne. Seitdem war es nötig, die Frage zu überlegen, wie und unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen ein Anschluß Deutschlands an diese Organisation möglich wäre oder nicht.
Heute ist das nun zu Ende gegangen: seit dem 10. September 1926 ist Deutschland Mitglied des Völkerbundes und ständiges Mitglied seines Rates. Auch die fanatischsten Anhänger des Dölkerbundsgedankens in Deutschland werden heute, nachdem die Erfahrungen von sieben Jahren vorliegen, und ganz besonders die des letzten 3ahres, zugeben, dah es nur zu Deutschlands Vutzen war, wenn sein überstürzter und verfrühter Eintritt in diese Vereinigung aufgehalten worden ist. Man wird ruhig sagen Kimen, daß sich die nationale Opposition in ihrem Kampf gegen einen verfrühten und bedingungslosen Eintritt in den Völkerbund ein großes Verdienst erworben hat. ilnö wenn es auch keinen Sinn mehr hat, über die Bedingungen und Voraussetzungen. unter denen nach unserer Auffassung der Eintritt nur hätte erfolgen dürfen, heute noch zu diskutieren, so mutz doch das festgestellt werden. dah sich ohne Zweifel dieser Eintritt Deutschlands in günstigerer und vorteilhafterer Weise vollzogen hätte, wenn die Einsicht auf unserer Seite allgemein gewesen wäre von den besonderen Daseins- und Lebensnotwendigkeiten Deutschlands innerhalb einer derartigen Orgairi- sation.
Aber genug davon! Diese Auseinandersetzungen und Kämpfe liegen nun hinter uns. Die Tatsache, daß Deutschland Mitglied des Völkerbundes ist. ist da. Sie ist ebenso eine Tatsache und ein Teil des internationalen Rechts, wie nunmehr auch das ganze L o c a r n o-Shstem, das am 14. September von allen Beteiligten ratifiziert worden ist. Es wäre zuviel gesagt, ganz besonders für Deutschlands besondere Lage, wenn man nun behaupten wolle, die deutsche Außenpolitik könne künftig nur in und mit dem Völkerbund gemacht werden. Es wird auch künftig sehr viel grohe Aufgaben geben, die die Mächte un- mittel b ar unter sich erörtern, und Nordamerika, wie auch Ruhland, mit denen uns wichtigste Beziehungen verbinden, stehen ja außerhalb des Völkerbundes. Aber darüber ist kein Zweifel, daß von nun an die deutsche Außenpolitik nur von diesem Boden aus gemacht werden kann, der Mitgliedschaft Deutschlands im Völkerbund und innerhalb dieses ganzen Systems von Verabredungen und Pflichten, die Deutschland nun einmal auf sich genommen hat. Sich darüber klar zu sein, sich in dieser Beziehung gar keiner Täuschung oder 3llusion hinzugeben, sich also, wie man so sagt, darauf einzustellen, ist absolutes Gebot der politischen Klarheit.
Ist das so, so liegen eben die Erörterungen, ob es gut oder richtig war, Deutschlands Eintritt zu betreiben oder nicht, nunmehr hinter uns. Es gilt, vo rwärt s zu blicken, und innerhalb dieser Organisation, deren Schwächen und Probleme ja gerade in den letzten Monaten recht stark hervorgetreten sind, die aber nicht von heute auf morgen einfach in die Luft fliegen wird, zu arbeiten, damit die Lebensinter- essen Deutschlands im deutschen Sinne durch- aesetzt werden. Diese Linie hat auch die deutschnationale Partei eingeschlagen, diese Direktive zog sich als maßgebend durch die große Programmrede des Grafen Westarp in Köln, und das ist innen- wie außenpolitisch auch eine Tatsache, gerade so gut, wie die Mitgliedschaft Deutschlands im Bunde, und die Rechtsbindung an diese Verträge für jede Partei, die in Deutschland regieren will.
Daß mit dieser Mitgliedschaft ein Gelände sehr schwieriger Art betreten wor- ben ist, haben bereits die ersten Tage nach Deutschlands Aufnahme gezeigt. Wir wollen heute diese ungemein verwickelten Fragen nicht streifen, damit zunächst einmal die großen Linien für die nächste Zukunft recht klar und deutlich herausgearbeitet werden. Es wäre ja auch töricht, nun von der Vertretung Deutschlands im Völkerbund zu verlangen, dah sofort Deutschlands Mitgliedschaft überall bemerkbar würde, dah alle deutschen Forderungen angemeldet würden und daß Deutschland vom ersten Augenblick an als der Störenfried aufträte, als der er vorher von der anderen Seite immer an die Wand gemalt worden ist. Zunächst kann Deutschlands Vertretung für längere Zeit gar nichts anderes tun, als sehr sorgfälttg ein Gebiet zu studieren, auf dem T—«inj nw mm in । । iiiHiiMiin—mnwi
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 18. September 1926
uns noch sp, gut wie alle Erfahrungen fehlen und für das tmr in Deutschland sehr wenig schon vorbereitete, mit den Dingen und Menschen vertraute Köpfe haben. Kenntnis, Takt, Feingefühl sind die nächsten ersten Aufgaben der deutschen Vertretung.
Aber das berührt durchaus nicht, was über Gesamteinstellung und Rahmen der deutschen Arbeit im Bund heute schon ganz bestimmt zu sagen ist und auch gesagt werden muh gerade auf dem neuen Boden deutscher Außenpolitik, innerhalb eines neuen Systems, innerhalb der ganzen Neu- ordnung und Verschiebung, die sich vollzogen hat. Es genügt, in Bezug auf die ©efamtein» stellung, von der aus Deutschland im Völkerbund zu arbeiten hat, zunächst einmal nur die Schlagworte zu wiederholen, deren Inhalt ja jedermann geläufig ist, die Schlagworte der Gleichberechtigung, womit zunächst die Probleme der Militärkontrolle, der Rheinlandsbesatzung, der Abrüstung getroffen werden, ferner der Möglichkeit zur Revision von unmöglichen Teilen des Versailler Friedens und schließlich des Minderheitenschutzes und des Minderheitenrechts. Rimmt man diese Schlagworte eben nicht als Schlagworte, denkt man ihren Inhalt und Begriff durch, so ergibt sich ohne weiteres die Stellung zu den einzelnen Fragen und ergibt sich auch, wie weit oder vielmehr, wie wenig ein Optimismus in Bezug auf Deutschlands Arbeit im Völkerbund berechtigt ist.
Der Rahmen aber bleibt nach wie vor gezogen, daß vor Deutschlands Eintritt der B e r- Itner Vertrag mit Ruhland liegt. Man hat ihn in Genf mit Recht nicht herangezogen
land aus diesem Boden und in diesen neuen Verhältnissen die Gleichberechtigung sich erkämpft. Oder auch dieses mühevolle Werk wird nur eine Episode sein, die Friedensbegeisterung und der völkerversöhnende Optimismus dieser zweiten Septenrberwoche von 1926 werden verfliegen wie Seifenblasen vor dem Windhauch.
Ein neues Kapitel in der Geschichte des europäischen Staatensystems beginnt. Es ist ein Abschnitt und Einschnitt von großer Bedeutung. Wie man auch zum Völlerbund gestanden hat und stehe, die geschichtliche Bedeutung dieses Vorganges muh man empfinden, erkennen und einstellen in seiner Auffassung und Behandlung der grohen Politik überhaupt. Bon nun an ist Deutschlands Bölkerbundsmacht mit dem ständigen Sitz im Rat. Von nun an gilt es, mit aller Kraft in diesem nun einmal gezogenen Rahmen das deutsche Interesse wahrzunehmen und durchzusehen. Das wird aber, von uns aus gesehen, nur möglich fein, wenn hinter der Wahrnehmung der deutschen Interessen im Völlerbund auch die gesammelte Kraft der Nation einig und in Liebereinstimmung steht!
Oberhessen.
Eine Autottnie Bietzen-Holzheim
> Grüningen, 17. Sept. Vor Wochen schon hatte die Oberpvstdirektton die Errichtung einer Autolinie von (Sieben nachHolz- heimüberWahenborn-Steinberg und Grüningen geplant. Dieser Plan, so sehr er auch von vielen Bewohnern begrüßt wurde, scheiterte schließlich an der Höhe des Fahrpreises,
Krage
Welche (Zmpfehlungsanzeige in den Nummern des Gießener Anzeigers vom 11. September an bis beute macht den lebhaftesten Eindruck auf Sie?
Äntwsst
muß spätestens am Dienstag, dem 21. September, mit Anzeigennummer und Anschrift des Einsenders beim Verlag des Gießener Anzeigers eingegangen sein
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und diskuttert. Er steht außerhalb der Diskussion. Seine Verpflichtungen fügen sich in Deutschlands Völkerbundsverpflichtungen und wahren Deutschlands Freiheit zwischen Westen und Osten. Gerade nach dem 10. September sei erneut betont, dah Deutschland eine Stellung für den Westen gegen den Osten grundsätzlich und unter allen Umständen ablehnt, daß es feine besonderen festen Beziehungen zu Rußland sich unter keinen Umständen stören lassen wird und darf. Aus dieser Stellung Deutschlands als des neutralen GrohstaateS in der europäischen Mitte, ergibt sich, was zur sogen. „Orientierung" deutscher Außenpolitik zu sagen ist und ergibt sich die Richtung und Direktive zu einer selbständigen, hoffentlich immer fetb- ftänöiger werdenden deutschen Außenpolitik!
Zum Schluß: Hinreißend und, wie wir gern anerkennen, aufrichtig hat Briand in Genf den neuen Abschnitt insonderheit der deutsch-französischen Beziehungen gekennzeichnet. Er hat sich bis zu dem Ausruf verstiegen, daß nun der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ausgeschlossen fei Wir verschließen uns wahrlich nicht der Begeisterung und Hoffnung, die aus dieser Rede blicken, und ebenso nicht den idealen Gedanken und Wünschen, zu denen Deutschlands Eintritt in den Bund gewiß anregt. Aber mit aller Nüchternheit stellen wir, ganz abgesehen davon, daß es für den Politiker allgemein schon äußerst mißlich ist, einen Sah auszusprechen, wie den, dah für alle Zeiten der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ausgeschlossen fei, fest: die Probe auf das, was Briand hofft, muß schon die allernächste Zeit bringen!
Deutschland tritt in den Bund ein, in seiner Souveränität gefesselt, an unmögliche Bestimmungen des Versailler Friedens gebunden, und nicht in jeder Beziehung gleichberechtigt. Man ist heute gerne bereit, Deutschland, das man haben wollte, den Titel der Großmacht zu Der* lechen, daß wir aber eine Großmacht im vollen Sinne des Wortes nicht sind, das lehrt uns jeder Tag. Der Kampf um das, was wir Gleichberechtigung nennen, beginnt jetzt im Völkerbund, mit den Mitteln, die sich da bieten und mit den Genossen, die gleiche Interessen mit uns verbinden. Ob er im Briandschen Sinne zu führen ist, das hängt ganz besonders von Frankreich ab, einem Frankreich, das nicht nur das Frankreich Briands und Herriots ist, sondern auch das Poincares. Lind England, das mit Klugheit und Takt am 10. September in Genf geschwiegen hat, wird wissen, warum Deutschlands Gleichberechtigung noch nicht erreicht ist. Es war sehr stark Englands Interesse, daß Locarno zustande kam und Deutschland in den Völlerbund eintrat. Es ist Englands Interesse, daß Deutsch
der sich auf 10 Pfennig pro Kilometer belaufen sollte. Eine Fahrt von Holzheim nach Gießen und zurück wäre also ungefähr auf 2,60 Mark zu stehen gekommen. Das Unternehmen wurde daher als wenig aussichtsreich bezeichnet und auf- gegeben. Trotzdem machte sich immer wieder der Wunsch nach einer direkten Ve r bindung mit Gießen geltend. Diesem Wunsche sind nun Kaufmann Schäfer und Gastwirt Arnold von hier nachgekommen. Beide haben den Kauf eines Autos beschlossen, das für 16 Personen Platz bietet und das nun viermal am Tage die Strecke fahren soll. Der Fahrpreis soll sich auf 6 Pfennig pro Kilometer belaufen, so daß also die Fahrt erheblich billiger wird, als die oben angeführte. Die beteiligten Gemeinden liefern einen monatlichen Zuschuß von 100 Mark. Don dieser Summe entfallen auf Wahenborn-Steinberg 40 Mark, auf Grüningen und Holzheim je 30 Mark. Die Gemeinden haben sich für ein Jahr zur Zahlung dieses Betrages verpflichtet. Man hofft, daß die Benutzung des Autos ziemlich reichlich ausfällt, damit die Erhaltung der Linie nicht gefährdet ist. Gegenwärtig zweifett man nicht an der Rentabilität, zumal nun auch der Winter vor der Türe steht, wo Fahrten nach der Stadt von der Landbevölkerung reichlicher unternommen werden, als in der heißen Jahreszeit.
Landkreis Gießen.
f Grünberg, 17. Sept. Arn Mittwochnachmittag stieß am Eingang zur Stadt in der starken Kurve der Alsfelder S t r a tz e ein Auto, das von Mücke kam, mit einemDad- fah rer zusammen. Das Auto, das im letzten Augenblick ausweichen wollte, erlitt schweren Materialschado.n. Der Radfahrer, ein junger Mann aus Flensungen, der in Grünberg beschäftigt ist, blieb bewußtlos an der Llnfallstelle liegen, bis Dr. Fuldat ihm die erste Hilfe brachte und ihn im Auto nach Hause überführte. Die Ursache des Llnglücks- falles steht noch nicht genau fest.
y. Aus der mittleren Wetterau, 17. Sept. Am nächsten Montag beginnen allenthalben an den Volksschulen die drei- bzw. vierwöchigen Herbst- oder Kartoffelferien, zuweilen auch — wo die Kartoffelernte später ein- setzt — Michaelisferien genannt. Die Kartoffelernte ist nach den bisherigen Wahrnehmungen vielfach eine reichliche. An dem Garten- und Feldgemüse kann man jetzt häufig den durch Raupenfraß entstandenen Schaden wahrnehmen.
-i.- Ettingshausen, 17. Sept. Gestern fanden in Harbach bei günstigem Wetter die Reichsjugendwettkämpfe der Schulen Harbach, Hattenrod und E11ingshau-
s e n statt. Der Platz war dank der Vorbereitungen durch Lehrer Faber in bestem Zustand. Die Leistungen der jugendlichen Wettkämpfer waren zum Teil hervorragend. ES beteiligten sich bas 5. bis 8. Schuljahr der genannten Schulen im Fünfkampf, der auS Weitspruna, Dreisprung. Ballwurf, Kugelstoßen und 100-Meter-Laus bestand. Die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten erhielten 1. Hermann Keil aus Ettingshausen mit 117 Punkten, 2. Heinrich Albach aus Hattenrod mit 99 P., 3. Ernst Braun aus Hattenrod mit 96 P., 4. Karl Knöß aus Ettingshausen mit 91 P. Die Llrkunde des deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen konnte an die Schüler Otto Schepp, Harbach, 90 P., Karl Launspach, Ettingshausen, 84 P., Adolf Keil, Ettingshausen, (5. Schuljahr) 82 P., Walter Keil, Ettingshausen, 81 P.. Wilhelm Gon - trum, Hattenrod 76 P., Emil Pfeiffer, Ettingshausen, 73 P., Wilhelm Seipp. Ettingshausen, 70 P., Eduard Walter. Hattenrod, 63 P. und Karl Pfeiffer, Ettingshausen, 63 P. verliehen werden. Im ganzen beteiligten sich 38 Schüler an den Kampfspielen. Der Verlauf der Wettkämpfe legte Zeugnis ab von dem regen Eifer, mit dem die Schuljugend unterer Gemeinden sich dieser neuen Einrichtung, die wesentlich zur Förderung der körperlichen Tüchtigkeit beiträgt, widmet.
!! Hungen, 17. Sept. Vor einigen Tagen sanden hier die R e i ch s j u g e n d wc 11 k ä mpfe statt, bei denen ganz hervorragende Leistungen zu verzeichnen waren. Es beteiligten sich an dem Wettkampfe 31 Schüler und Schülerinnen der Volksschule und Höheren Bürgerschule, wovon 25 die erforderliche Punktzahl erreichten, sogar einige mit wesentlichen Lieberpunkten den Kampfplatz verlassen konnten. In der Mädchengruppe [®rei- kamps: 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Schlagballweitwurf) gingen als Siegerinnen hervor: 1. Leni Schmidt 65 Punkte (5 Lieberpunkte). 2. Märgrit Gerendasi 52 P.. 3. Marie Dender 51 P., 4. Margarete Schäfer 44P.. 5. Margarete (Sonnenburg 40 P.. 6. Erna Seybicke 40 P. In der 1. Knabengruppe (Fünfkampf: Reck, Darren, 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf) blieben Sieger. 1. Heinrich Augustin mit 105 Punkten (öileber- puickte), 2. Walter Frutig 100 P., 3. Otto Jockel 88 P., 4. Georg Lutz 86 P.. 5. Ernst Niemann 83 P., 6. Friedrich Kupka 82 P., 7. Wilhelm Eifer 78 P., 8. Ernst Iurasik 75 P., 9. Ernst Wolf 74 P., 10. Ernst Seipp 73 P.. 11. Heinrich Reinhardt 72 P.. 12. Karl Schmidt 71 P.. 13. Ernst Sommer 69 P. Sieger in der 2. Knabengruppe (Sechskampf: Reck, Darren. 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Pferd) waren: 1. Wilhelm G erhardt 102 Punkte und 2. Willy H e r o l d 95 P. In der 3. Knabengruppe (SechSkamps: Reck. Darren. 100-Meter-Lauf. Hochsprung. Kugelstoßen, Pferd) blieben Sieger: 1. Kurt Katz 124 Punkte (vier Lieberpunkte). 2. Heinrich Geißler 105 P., 3. Werner Glitsch 103 P., 4. Wilhelm Draube n b u r g e r 101 P. Der beste Läufer war Heinrich Augustin, der seinen Lauf mit vier 2eberpunkten abschloß', den besten Schlagballweitwurf vollbrachte Walter Frutig, der das Ziel mit 12 Punkten überwarf, Kurt Katz erreichte beim Kugelstoßen 8 Lieberpunkte. Die beste Läuferin war Margrit Geren dass, dis 3 Lieberpunkte für sich buchen durfte.
Kreis Friedberg.
bs. Friedberg, 17. Sept. Dieser Tage wurde in den Räumen der Hessischen Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft ein Obft- pflege- und Obstverpackungslehr- gang abgehalten, an dem sich 11 Herren, meist Baumwärter, beteiligten. Der erste Tag diente der theoretischen Llnterweisung durch Vorträge von Dr. Hehle r. Oberreallehrer Rings- hausen und Fachlehrer, Garteninspektor R e n t s ch. Die Einführung in die Praxis erfolgte daraus, und zwar galt es zu zeigen, wie der Absatz des deutschen Obstes zu heben ist durch zweckentsprechende Verpackung und Aufmachung. wie dies bei dem amerikanischen Obft- handel schon nahezu ein Jahrzehnt in Hebung ist. Der Erreichung dieses Zieles soll die vom Reichsverband des Deutschen Gartenbaus her- gestellte Obst-Einheitskiste dienen. Eine Besichtigung der großartigen Sammlungen der Lehr- anstall, sowie ein Rundgang durch den großen, gegen Obstbaumschädlinge bestgepflegten Geärgerten bildeten den Abschluß der anregend verlaufenen Tagung.
<£ Bad-Nauheim, 17. Sept. Die jüngste Sitzung der Stadtverordnet en halte 8 Punkte auf der Tagesordnung stehen, die in ein» stündiger Beratung erledigt waren. Es handelte sich nur um wenige Gegenstände von allgemeinem Interesse. Beschlossen wurde u. a., die Reinigung der F e u e r w e h r g e r ä te der Freiwilligen Feuerwehr zu übertragen und ihr dafür eine jährliche Vergütung von 350 Mk. zu gewähren. Die Jahresvergütung für den Branddirektor wurde auf 60 Mk. festgesetzt, während die Brandmeister je 20 Mk. an Vergütung erhalten sollen. Ein Teil der Frankfurter Straße soll mit einer leer- splittdecke neu hergestellt werden. Entgegen früherer Vereinbarung hat das Kreisamt folgende Kostenverteilung in Vorschlag gebracht: Für die ersten 5 Meter Breite der Fahrbahn hat die Kreis- und Provinzialverwaltung 3, die Stadt i der Kosten zu tragen; die Herstellungskosten des Fahrdammes über 5 Meter hinaus fallen ganz der Stadt zu. Durch diese neue Berechnung vermindert sich der ursprünglich vom Kreis zugesagte Kosten» beitrag um 4000 Mk. Trotzdem beschloßen die Stadtverordneten, die Straße mit einer hochwertigeren Asphaltdecke zu versehen, wogegen die Kreisverwaltung, die Genehmigung der Provinz vorausgesetzt, nichts einzuwenden hat. Unter Besprechungen fragte Stadto. I. Ehr. Schäfer nach dem Stand der Vorarbeiten für das Krieger- ehrenmal, dessen Schaffung seit Jahren schon angestrebt wird. Der Bürgermeister mußte dazu mitteilen, daß städtische Mittel jetzt dafür nicht vorhanden seien; ein größerer Betrag für den Zweck
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S1926


