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Amte- gebracht und Haben um unsere Dörfer ein Band der Gemeinschaft im Glauben ge­schlungen, das nicht ohne seine verbindende Wir­kung bleiben wird.

B Aus dem evangelischen Deka- n at Rodheim v. d. H., 17. März. Auf dem Eelzerbrunnen bei Groh-Karben, dem üblichen Tagungsort, wurde die zweite diesjährige K o n- ferenz der Geistlichen des Dekanats Rodheim unter Leitung von Dekan Heu Hel, Altenstadt, abgehalten. Sn Anwesenheit des oberhessischen Superintendenten, Oberkirchenrat Wagner, Giehen, referierte Pfarrer Eichenauer, Groh- Karben, über das Aeichsschulgeseh. Eine leb­hafte Aussprache schloß sich dem Vortrage an.

Wirtschaft.

Handelspolitische Entwicklungs­möglichkeiten für Deutschland.

Interessant ist, wie der Reparationsagent sich die Weiterentwicklung unserer Außenhandels­politik denkt. Er hat bisher nichts davon gesagt, daß die Passivität unserer Außenhandelsbilanz (7 Milliarden Mark in 2 Jahren) hauptsächlich entstanden ist durch den uns infolge des Frie- Densdiktats entstandenen Verlust der Märkte und durch die Zollabschnürung des Auslandes, die gerade t:i den Ländern am ausgeprägtesten ist, die von uns die größten Reparationen haben wollen. Der Reparaticnsagent findet kein Wort der Kritik gegen das Ausland, das durch seine Zollpolitik die Erfüllung des Dawes-Planes un­möglich macht. Dagegen rät er uns, im Inland die Preise so hoch zu halten, daß im Ausland zu billigeren Preisen verkauft werden kann, d. h. also, daß unsere Ware unter Preis ins Ausland verschleudert werden soll. Des weiteren rät er, die Passivität der Handelsbilanz auszugleichen durch Aeuaufnahme von Auslandkrediten, also durch Fortführung unserer Verschuldung. Aus derselben Einstellung erfolgt der weitere Rat, den Diskont in Deutschland nicht weiter zu er­mäßigen, um den Transfer nicht zu gefährden; mit anderen Worten soll also der Diskont in Deutschland so hoch bleiben, daß ständig ein Hereinströmen von Auslandanleihen möglich ist. Hier sind sehr interessante Zusammenhänge ge­geben zwischen privaten Krediten und Transfer- mahnahmen von Staat zu Staat, die vom pri­vaten Kreditnehmer nicht unbeachtet gelassen wer­den sollten. Die Gedankengänge des aus Rord- amerika stammenden Reparationsagenten sind um so interessanter, als Europa und vor allem Deutschland seinerzeit den Der. Staaten, als diese stark an Europa verschuldet waren, es er­möglicht haben, die Schulden in Gestalt von Aus- fuhrskeigerung abzuzahlen; uns sollte jetzt eigent­lich dasselbe zu tun möglich sein; aber gerade die Ver. Staaten sperren sich in besonders starkem Maße gegen die Einfuhr nach Rordamerika. Rordamerika will keine Einfuhr haben, will aber- feine eigene Ausfuhr auf immer mehr Fabrikate erstrecken. Auf diese Weise kann natürlich nie­mals zwischen Gläubiger- und Schuldnerländern ein Gleichgewicht erzielt werden, das zum Funk­tionieren der Weltwirtschaft unbedingt notwen­dig ist.

Von besonderer Wichtigkeit sind für uns die Entwicklungsmöglichkeiten aus dem Dawesplan. Dieser ist bisher vielfach anders durchgeführt worden, als anfangs beabsichtigt war. So hat sich - z. V. infolge des niedrigen Valutastandes vieler Länder eine sehr empfindliche Störung des Sachlieferungsverfahrens ergeben; außerdem ist durch Gewährung von Subventionen (im eng- : lischen Kohlenbergbau), durch Erhebung von be° sonderen Abgaben (die 26proz. Abgabe an Frank- 7 reich usw.) für Deutschland ein geregelter Han­delsverkehr vielfach sehr erschwert worden. Troh- - dem ist der Dawesplan von der deutschen Regie­rung in mehreren Punkten über die eigentlichen Verpflichtungen hinaus erfüllt worden. So sind z. D. Zahlungen früher geleistet worden; monat­liche Abschlagszahlungen, die hauptsächlich für VesahungZzwecke verwendet sind, wurden gezahlt usw.; entsprechende Zinsvergütungen dafür wur­den nicht gewährt. Infolge unserer Steuer- und Zollpolitik besteht die Gefahr, daß die Leistungen aus dem Dawesplan noch mehr vergrößert wer­den. Der Dawesplan geht davon aus, daß in Deutschland 1 Milliarde Mark an Zöllen und Verbrauchsabgaben einkommen; tatsächlich wurden aber im letzten Jahr mit insgesamt 1,75 Milliar­den noch 500 Millionen Mark mehr als ver­anschlagt vereinnahmt. Da wir nach dem Dawes­plan von dem Mehreinkommen ein Drittel als Reparationszahlung zu leisten haben, besteht die Möglichkeit, daß wir im nächsten Jahr statt 1,2 Milliarden Mark an Dawes-Verpflichtungen im ganzen 1,45 Milliarden Mark zahlen müssen. Es ist unbedingt erforderlich, die indirekten Ab­gaben zu ermäßigen oder eine Entlastung der Reichsbahn vorzunrhmem Es besteht zweifellos für Deutschland die große Gefahr, daß mit Hilfe künstlicher Mittel ein Funktionieren des Dawes­planes länger als eigentlich möglich aufrechterhal­len wird, und daß uns dadurch Verpflichtungen entstehen, die wir bei loyaler Auslegung der Verträge niemals zu tragen brauchten.

* D i e Reichseinnahmen i in' Fe­bruar. Rach der vom Reichsfinanzminister im Haushaltsausschuß des Reichstages vorgelegten Einnabmeschähung für Februar sollten die Vesih- und Verkehrssteuern 320,4 Mill. Mk., die Zölle und Verbrauchsabgaben 153,6 Mill. Mk. erbrin­gen. Die Besitz- und Verkehrssteuern sind gegen­über der Schätzung um 1,3 Mill. Mk., die Zölle und Verbrauchsabgaben um 6,0 Mill. Mk. zurück­geblieben, so daß sich insgesamt ein Minderauf­kommen von 7.3 Mill. Mk. ergibt. Infolge höheren Aufkommens an veranlagter Einkommensteuer und an Körperschaftssteuer erhöhen sich die Ueber- weisungen an die Länder gegenüber der Schätzung um 2,1 Mill. Mk., so daß die Mindereinnahmen des Reiches im Februar insgesamt rund 9,4 Mill. Mark beträgt.

* 10 Proz. Reichsbanldividende. Der am 26. März stattfindenden o. H.-D. wird die Verteilung einer Dividende von 10 Proz. wie im Vorjahre vorgefchlagen.

" Abnahme der Insolvenzen in der zweiten Märzwoche. Verglichen mit der Vorwoche, hat sich in der Becichtswoche die Zahl der Konkurse von 463 auf 431. die der Geschüstsaufsichten von 328 aus 302 gesenkt. Mangels Masse wurden 46 Verfahren eingestellt. Unter den vom Konkurse betroffenen Firmen befinden sich 14 A -G. (6), 33 Ges. m. b. H. (27), 5 Komm.-Ges. (6) und 6 eingetragene Genossen­schaften (6). Reue Geschäftsaufsichten verhängt

wurden über 4 A.-G. (8), 19 Ges. m. b. H. (21), 4 Komm.-Ges. (3) und 0 eingetr. Genoss. (2).

* Weitere Ausdehnung der fis­kalischen Bergbau-Interessen. Der preußische Staat hat auf dem Wege über die Bergwerks-Gesellschaft Hibernia, die in ihrem kürzlichen Bericht erhebliche Staatszuschüsse in­folge ihres Verlustabschlusses zugibt, die Beteili­gungen der Firma Peter Glasmacher, Kohlen- großhandlmig. Düsseldorf, erworben. Es handelt sich um die Syndikatsbeteiligung in Höhe von insgesamt 270 000 Tonnen, die mit ca. 200 000 Tonnen übertragen wird.

* Phönix A.-G. für Bergbau und Hütten betrieb, Abteilung Horde. Die Verwaltung hat sich genötigt gesehen, den Antrag zu stellen, 1740 Arbeiter, die augenblicklich ohne Gehalt beurlaubt sind (Werksurlaub), entlassen zu dürfen. Diesem Anträge liegt eine Verfügung der Regierung zugrunde, nach welcher Werks­beurlaubte nur noch bis zum 27. März Erwerbs- losenunterstühung erhalten, falls nicht vorher ein Cntlassungsantrag gestellt ist. Da in absehbarer Zeit mit einer Einstellungsmöglichkeit nicht zu rechnen ist, mußte die Verwaltung die Entlassung beantragen, obwohl praktisch keine Aenderung eingetreten ist, da die Arbeiter bei einer Be- fchäftigungsmöglichkeit wieder bei Phönix ein­gestellt werden können. Die Belegschaft Hörde beträgt seit längerer Zeit etwa 4600 Mann, wobei die nunmehr endgültig zur Entlassung kommenden Leute schon abgerechnet sind.

* Deutsch-Luxemburgische Berg­werks- und H ü t t e n - A. G.. Bochum. Be­kanntlich weist die Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 1 914 288 Mk. aus. der vorgetragen werden soll. Aus dein Ge­schäftsbericht geht hervor, daß auch das ver­gangene Geschäftsjahr im Zeichen schwerer wirt­schaftlicher Rot gestanden hat. Die» Absahregelung der Kohlen hat weitere Fortschritte gemacht. Rach äußerst schwierigen Verhandlungen ist mit Wirkung vom 1. Mai 1925 ein neuer Syndikats­vertrag für die Dauer von 5 Jahren abgeschlossen worden. Der Absatz des Syndikats ließ derart nach, daß die Zechen sich zur Einlegung von zahlreichen Feierschichten gezwungen sahen. Da mit einer baldigen Lösung der Frage der Arbeits­zeitverlängerung nicht zu rechnen war, mußte mit den bereits begonnenen Rationalisierungs­bestrebungen in verstärktem Maße fortgefahren werden. In Verfolg dieses Zieles wurden im Laufe des Geschäftsjahres die Grubenbetriebe der Zeche Windahlsbank, Glückauf Tiefbau und Kaiser Friedrich gänzlich eingestellt. Die ersten 6 Monate brachten den Werken gute Deschäftv- gung, wenn auch die Preise unzureichend waren. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres machte sich der Wettbewerb der südwestlichen Werke infolge der fortschreitenden Frankeninflation und der fortgesetzten Zollstundung für das Saar­gebiet noch stärker bemerkbar. Die Bestellung der Reichseisenbahn auf Oberbaumaterial im August 1925 wurde gerade rechtzeitig genug erteilt, um eine weitere Verminderung der Produktion zu verhindern. Die Beschäftigung in den Werk­stätten sank von Monat zu Monat, so daß man sich schließlich genötigt sah, den Waggonbau, der früher monatlich bis zu 300 Waggon ablieferte, nur noch mit Reparaturarbeiten aufrechtzuerhal­len. Aeber die Frage der Vereinigten Stahlwerke A. G., die auch die bevorstehende H.-V. beschäf­tigen wird, schweigt der Bericht, ebenso über die Geschäftsgestaltung im laufenden Jahre.

* Dresdner Bank. Wieder 8 Proz. Dividende! In der gestrigen Aufsichtsrats­sitzung wurde beschlossen, eine Dividende von wieder 8 Proz. vorzuschlagen. Der Abschluß weist einen Rohgewinn von 69 577 816 Mk. gegen 76 714 273 Mk. i. D. aus. Einschließlich Vortrag vom Vorjahre in der Hohe von 156 904 Mk. ver­bleibt ein Reingewinn von 8 670 523 Mk. (8349878 Marl). Die Dividende erfordert 6 240 000 Mk. Der gesetzlichen Rücklage werden zur Auffüllung auf 25 Mill. Mk. 1,6 (1,4) Mill. Mk. überwiesen, dem Versorgungsbestand 350 000 Mk. (300 000 Mark), der Gewinnanteil des Aufsichtsrats be­trägt 252 973 Mk. (252 974 Mk.), der Rest von 227 550 Mk. wird vorgetragen. Die Liquidität beträgt 62 Proz. gegen 60 Proz. i. V. Sie ist also im Gegensatz zu den anderen Großbanken gestiegen, da von der Steigerung der Schulden um 320 Millionen nur etwa 210 Mill. Mk. an Schuldner in laufender Rechnung gegangen sind, so daß etwa 100 Mill. Mk. in flüssigen Mitteln angelegt sind. 3m laufenden Jahre hat sich das Effekten- und Pfandbriefgeschäft gut entwickelt, so daß man annehmen darf, daß hierin Ersah für die verringerten Zinseinnahmen gefunden wird.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Berlin, 18. März. Die Börse hatte heute einen Tag der Spezialwerte. Weit in Front lagen S ch i f s a h r t s a k t i e n. Die Vermutungen über die künftige enge Zusammenarbeit zwi­schen der .f) a p a g und dem Norddeut­sch en Lloyd, die die bisherige Konkurrenz künf­tig ausschließen soll, veranlaßte die Spekulation zu bedeutenden Engagements in diesen Werten. Die Meinung war für Schiffahrtsaktien auch deswegen besonders günstig, weil eine baldige Herein- nähme der Freigabewerte erwartet wird, die eine wesentliche Erweiterung und Verbesserung des Schiffahrtsmarktes ermöglichen dürfte. In diesem Zusammenhänge wird darauf hingewiesen, daß der Abschluß zwischen Hapag und Harriman jetzt un­mittelbar bevockteht, der nicht nur die Uebernahme der Harriman-Schiffe, sondern auch der Peers­anlagen in Neuyork vorsehen soll. Das Interesse der Spekulation wandte sich daher während der ersten Börsenstunde ausschließlich den Schiffahrtsaktien zu. Besonders fest lagen Hapag, Nordd. Lloyd, Kosmos, Hansa und Deutsch-Australische. An den übrigen Terminmärkten stockte demgegenüber das Geschäft. Nur K a l i a k t i e n waren infolge der Veröffent­lichung der Februar-Absatzziffern, die die Schätzun­gen noch übertrafen, um einige Prozent gebessert. Dagegen waren am M o n t a n in a r f t teilweise sogar leicht Rückgänge zu verzeichnen, was wohl aus eine Verstimmung infolge neuer Arbeiterent­lassungen in der Montanindustrie zurückzuführen war. Rombacher Hütte blieben allerdings infolge der Verkaufsverhandlungen wegen der Zeche Konkordia weiter gefragt. Die Grundtendenz der Gesamtbörse war, abgesehen von den Spezialbewegungen, zu­nächst k n a p p behauptet. Am Geldmarkt hielt die Flüssigkeit unverändert an. Tagesgeld war zu 5 bis 6,5 Prozent nahezu unanbringlich. Mo­natsgeld war zu 6 bis 7,5 Prozent ebenfalls reich­lich ungeboten. Im Devisenverkehr war das englische Pfund gegen Kabel leicht befestigt. Im übrigen waren keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen.

| Börsenkurse.

Frankfurt a.M.

Berlin

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Datum:

17. 3. | 18- 3.

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126,25

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Deutsch-Luxe Gelsenkirchen Harpcncr Be Kaliwerke A Kaliwerk W Laurahütte Oberbedarf Phönir Bcrc Rycinstahl Riebeck Mon Tcllys Berg Hamburg-Ar Norddeutsche

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17 März.

18. März.

Amtliche Geld

Jtotictuno

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Amtliche Notierung

Geld 1 Brief

Slmft.»iKou Buen.-Arreö Brss.-Antw Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors. Italien. .

London. . Nenvork . . Paris. . . Schweiz . Spanten . . Japan .. . mio de Ian Wien in D-- Oest. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. .

Bulgarien Lissabon Danzig. . Konstantin. Athen Canada. .

Uruguay

168.07

1,634

17,04

90,17

109,91

112,36

10,555

16,83

20,389

4,195

15,055

80,74

59,07

1,900

0,607

59,18

12,417

7,38

5,575

3,003

21,275

80,87

2,175

5,85

4,18

4,255

Dc

168,49

1,638

17,58

90,39

110,19

112,64

10,595

16,87

20,441

4,205

15,075

80,94

59,21

1,904 0,609

59,32

12,457

7,40

5,595

3,004

21,325

81,07

2,185

5,87

4,19

4,265

infnote

168,08

1,651

16,68

89,39

109,84

112,38

10,55

16,83

20,395

4,195

15,045

80,735

59,07

1,899

0,603

59,16

12,407

7,38

5,875

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21,275

80,88

2,17

5,85

4,18

4,255

n.

168,50 1,655

17,02 89,61

110,12

112,66 10,69

16,87

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15,085 80,935

59,21 1,903 0,605

59,30 12,457

7,40 5,895

3,04 21,325

81,08

2,18 5,87

4,19 4,265

Berlin, 17 März

Geld

Brief

Amerikanische Note» ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten .... Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch-Ocsterr., äioo Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten .

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten......

4,188

17,00

109,72

20,35

15,15

167,66

16,89

90,09

59,08

1,77

112,12 , 80,63 59,00

12,38

5.85

4,208

17,08 110,28

20,45 15,23

168,.50 16,97 90,55 59,38

1,81 112,68

81,03 59,30

12,44

5,89

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers"^

Frankfurt a. M., 18. März. Tendenz fest, besonders für Schiffahrtsaktien. Das Börsengeschäft, das heute in ruhigen Bahnen eröffnete, zeigte wieder eine durchaus freund­liche Veranlagung. Obwohl die unklare außenpolitische Situation den Verkehr scharf ein- engte, hatte man den Eindruck, daß die Börse in ihrem überwiegenden Teile in bezug auf die Genfer Angelegenheit bereits zur Tagesordnung übergegangen ist. Ausgeheno vom Schiff­fahrtsmarkte, der in verstärktem Maße die Kauflust auf sich vereinigte, konnten die bereits gestern hervorgetretenen Befestigungen weitere Fortschritte machen und sich a u f fast alle Märkte übertragen. Für die feste Haltung der Schiffahrtswerte (Hapag plus 2,37 Prozent und Rordd. Lloyd plus 3,25 Proz.) sollen, wie verlautet, wiederum die ge­besserten Aussichten für die baldige Freigabe des Amerikabesihes maß­gebend fein. Dies läßt sich auch daraus be­gründen, daß sich nicht nur in Frankfurt zahl­reiche Käufe für diese Werte einstellten, sondern außer Hamburg und Bremen noch weitere In­teressenten für diese Werte auftraten. Für Farbwerte zeigte sich etwas Interesse. Auch Montan- und Elektroaktien wurden hö­her, obwohl die Kursgewinne sich in beschei­denen Grenzen hielten. Kaliaktien waren stärker gefragt und hatten Kursbesserungen von 3 bis 4 Prozent aufzuweisen. Der Kassa­markt der Industriepapiere verkehrt in stei­gender Tendenz. Von Maschinenaktien waren Karlsruher um 1,5 Prozent höher. Zuckeraktien zeigten nur geringe Verände­rungen. Frankenthal waren gut befestigt plus 1 Prozent. Am Bankenmarkt Umsätze un­bedeutend. Kursveränderungen minimal. Baye­rische Hypothekenbank plus 0,5 Proz., dagegen lagen Deutsche Dank 0,5 schwächer. Deutsche

Anleihen blieben vernachlässigt, die Kurse be­haupteten aber ihren Stand. Ausländische Renten verkehrten ruhig und kaum verändert. Der Freiverkehr war geschäftslos. Decker Stahl 46, Decker Kohle 52, Benz 49, Drown Doveri 68, Entreprise 10, Growag 55, Ufa 50, älntersranken 69 Proz. Der weitere Verlauf brachte keine Veränderungen von Belang. Wäh­rend Schiffahrtsaktien weiterhin scharf umstritten blieben, hielt sich das Geschäft in anderen Wer­ten in engen Grenzen, doch konnten sich die er­holten Kurse auf fast allen Märkten behaupten. Der Geldmarkt steht im Zeichen großer Flüssigkeit. Tagesgeld 5 Proz. Monatsgeld 6 bis 7,5 Prvz. je Adresse. Privatdiskonten 5 Proz. Industrie-AHepte bei 6 Proz. gesucht. Im internationalen Devisenverkehr no­tierte Paris gegen London 135,50.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 18. März. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 26,50 bis 26,75 Mk.; ? Roggen, inländischer, 17,50; Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 24; Hafer, inländischer, 19,25 bis 21,50; Mais (gelb) 17,50 bis 18; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0) 40 bis 40,50^ Roggenmehl 25,75 bis 26; Welzenkleie 9,25 bis 9,50; Uöggenkleie 10 Mk.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M 18. März. Auftrieb: 6 Rin­der, 1 Bulle, 5 Färsen und Kühe, 1310 Kälber, 349 Schafe, 601 Schweine. Es wurden notiert: Käl­ber: feinste Mastkälber 68 bis.75 Mk.; mittlere Mast- und beste Saugkälber 58 bis 67; geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 57; geringe Saugkälber 40 bis 49. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50; geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 44; mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 28 bis 34. S ch w e i n e: vallfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 75 bis 78; unter 80 Kilogramm 70 bis 74; von 100 bis 120 Kilogramm 77 bis 80; von 120 bis 150 Kilogramm 76 bis 78 Mk. Marktverkauf. Kälber und Schafe bei lebhaftem, zum Schluß abflauenden Handel aus­verkauft. In Schweinen gedrücktes Geschäft und Ueberstand.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 17. März. Die Tendenz im Berliner Produktenhandel ging heute weiter zurück, wenn auch für Weizen mittags schon wieder eine gewisse Widerstandsfähigkeit unverkennbar war. Das An­gebot vom Inland ist äußerst gering. In Roggen zeigten sich die Forderungen nur teilweise williger. Das Kursniveau war hier aber gleichfalls nicht voll behauptet, da die Unternehmungslust sehr vorsichtig bleibt. Gerste bleibt in besten Sorten fest, im übrigen schwer abzusetzen. Hafer folgt der allge­meinen Tendenz, desgl. Mais, Futterartikel still. Im Lieferungsgeschäft ermäßigte sich Weizen und Roggen um etwa 1 bis 1,50 Mk., Mais 2 bis 2,50 Mark. Hafer bis 2 Mark unter Vortagsschluß. Es wurden notiert (1000 Kilogramm): Weizen, märt., 250 bis 254 Mk.; Roggen, märkischer, 153 bis 156; Sommergerste 166 bis 190; Futtergerste 138 bis 152; Hafer, märkischer, 162 bis 172; (100 Kilogramm) Weizenmehl 32,50 bis 36; Roggenmehl 22,25 bis 24,25; Weizenkleie 10,1 bis 10,2; Roggenkleie 9 bis 9,2; Viktoriaerbsen 25 bis 31; kleine Speiseerbsen 23 bis 25; Fultererbsen 19 bis 21; Peluschken 20 bis 21; Ackerbohneu 20 bis 21; Wicken 23 bis 25,5; Lupinen (blau) 11,5 bis 12,5; Lupinen (gelb) 14 bis 14,5; Serradelle (alt) 16 bis 21; Serradelle (neu) 25 bis 29; Rapskuchen 14,5 bis 14,7; Leinkuchen 18,2 bis 18,5; Trockenschnitzel 8,4 bis 8,6; Kartoffelflocken 13,7 bis 14; Soyafchrot 18,5 bis 18,6 Mk.

Büchertisch.

Der neueHeger" (März 1926) bringt eine Schilderung vomLenz in der Tucheler Heide", aus einem schönen Revier in der Weichselgegend, das uns der Krieg, wie so manches andere, genommen hat. Hans Breuning plaudert aus Kriegserinnerungen von einem Iagdtag im FeldeMit Remsi Essendi", von Reineke Rotvoß erzählen der Rheinjäger und Karl von der Klaudnih, während Usinger einen sachgemäßen Aufsatz über das Haselwild liefert. 2m übrigen fei besonders auf den kynologischen und schießfachmännischen Teil des Heftes emp­fehlend hingewiesen.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Isr. ReNgionSgemeinde. Gottesd.i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 20. März 1926. Vorabd. 6.30, morgens 9.00, abds. 6.45 u. 7.25.

Gottesdienst der isr. Religivnsgesellschast. Sabbatfeier, den 20. März 1926. Freitag abds. 6.10, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 7.25. Wochengottesdienst: morg. 6.45, abds. 6.00.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Amschau".)

Freitag 19. März.

3.30 bis 4 älhr: Die Stunde der Jugend. 4.20 bis 5.45 älhr: Hausfrauen-Rachmittag. 5.45 bis 6.10 Tlhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 älhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Diktat von 80 Silben aufwärts). 6.45 bis 7.15 Tlhr: Schachstunde. 7.15 bis 7.35 Tlhr: Zwanzig Minuten Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik; vorgetragen von Ing. Randewig. 7.35 bis 7.45 Tlhr: Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 7.45 bis 8älhr: Film-Wochenschau. 8 bis gegen 10 älhr: Tlebertragung von Wiesbaden: Achtes Volks-Sin- fonie-Konzert. 10 bis 11 älhr: Heiterer Abend.

LetzteJIarhricMen.

Das Volksbegehren.

In die Cinzeichnungslisten für das Volks­begehren haben sich in den oberhessi­schen Städten eingeschrieben in Grünberg 197, Alsfeld 563, Lauterbach 687, Lich 388, Lau­bach 143, Hungen 124, Ridda 262, Schotten 336, Gedern 330, Ortenberg 218, Büdingen 597, Butz­bach 1037. Dad-Rauheim 1702, Friedberg 1993, Vilbel 2699 Personen. Das Ergebnis in der Stadt Gießen ist an anderer Stelle dieser Aus­gabe registriert.

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