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Wirtschaft.

Die Nutzbarmachung der Lahn.

WSA. Am Samstag loitrbc in Frankfurt a, M. dieLaHnkra f twerk 21.=®." mit einem Aktienkapital von 2,5 Millionen mit dem Sitz tn Limburg a. d. Lahn gebildet. Zweck des gemischtwirtschaftlichen -UnternefimenS ist die

Elektrifizierung der Lahnwasserkräfle.

Teilhaber sind mit der Konzession das Reick, mit Geld Preußen, der Bezirksverband Wies­baden, die meisten an der Lahn liegenden Kreise und Städte, die Lahmeyergesellschaft und die Mainkraftwerke 21.=®. Zunächst wird die Wasser­kraft bei Balduinstein ausgebaut, die bis zu 4000 Ps. oder im Jahre 15 000 000 Kllowattstdn. liefern wird. Den Bau übernimmt die Lahmever- gesellfchaft, die die Grd- und Detonarbeiten be­reits an Holzmann und Dyckerhoff u. Widmann vergeben hat. Den Betrieb fuhren die QHainFrnfh werke 2I.-@. Der Ausbau weiterer Stau­stufen ist geplant, wodurch die

Sahnkanalisierung ihrer Vollendung ein gut Stuck naher gebracht

wirD. Die wasferbaulich durch Mitbenutzung der alten Anlagen aus der nassauischen Zeit außer­ordentlich günstig liegenden Derhältnisse dürften die Baukosten wesentlich verbilligen, und die volkswirtschaftliche Bedeutrmg her Anlage für den Bergbau und die ausgedehnte Stein- und Tonindustrie im Lahngebiet lassen eine finanzielle -Unterstützung durch das Reich in Gestalt von Zu­schüssen und Darlehen erwarten. Auch die gerade jetzt wieder akute Hochwassergefahr wird durch die Regulierung der Lahn bedeutend herabge- mindert werden, so daß alles in allem genommen mit der Durchführung des Projekts ein wirt­schaftlicher und kulturell er Auf­schwung für das ganze Lahntal ver­bunden fern dürfte.

Die finanzielle Lage der Deutschen Reichsbahn.

Die Deutsche Reichsbahn tritt jetzt mit einer Aufstellung über ihre finanzielle Lage an die Oeffentlichkeit, wobei sie vorausschickt, daß das erste Geschäftsjahr die Zeit vom 1. Ok­tober 1924 bis 31. Dezember 1925, allo 15 Mo­nate umfaßt, um zu erreichen, daß in Zukunft Geschäftsjahr und Kalenderjahr zusammenfallen. Da das Geschäftsjahr und das Reparationsjahr sich überschneiden, fällt das erste Drittel des zweiten Kalenderjahres noch in das erste Ge­schäftsjahr, in welchem somit an Reparations­zahlungen 400 Mill. Rm abgeführt werden muhten. Hierzu kommen noch 112 Mill. Rm. für die Ausgleichsrücklage zur Sicherung des Dienstes der ll°Milliarden-Schuldverschreibun° gen in der Höhe von 2 Prozent der Betriebs­einnahmen. so daß insgesamt im ersten Ge­schäftsjahr 512 Mill. Rm. für Re- parationszwecke verwandt wurden. 3m Geschäftsjahr 1926 lind an Zinsen für die Schuld­verschreibungen 580 Mill. Rm zu zahlen, die ^usgleichsrücklage ist mit 90 Mill. Rm. an- gesetzt, außerdem sind für ein Halbjahr an Borzugsdividende für die dem Reich zustehenden Vorzugsaktien 17,5 Mill. Am. zu zahlen, so daß ptm Geschäftsjahr 1 926 öie Repara­tionsbelastung 690 Mill. Rm. betrat »gen wird. Infolge von Lohn- und Gehalts­erhöhungen und anderer Mehrbelastungen so­zialer Art hat sich der Personal- Etat im Berichtsjahr um insgesamt 2 8 0 Mill. R m. erhöht. Auch bei den sächlichen Aus­gaben ist eine erhebliche Steigerung eingetreten. Sv waren auf dem Gebiete der Bauten und Beschaffungen zahlreiche Kosten­steigerungen zu verzeichnen. Bei einzelnen Ma­terialien haben sich erhebliche Preiserhöhungen ergeben, z. D- bei Dtabeisen, das im Durchschnitt Von 125 auf 134 für die Tonne, also um 2 Proz. gestiegen ist. 2luch ist die bisher bevorzugte Stellung der Reichsbahn in* bezug auf Steuern, Gerichtskosten, Verwaltungsgebühren usw. stark gefährdet. Zur Deckung der Mehrausgaben sind erhebliche Spa r m ahnahmen getroffen worden.

Die amerikanische Anleihe der Rhein-Elbe-Union. Die Verwaltung beftä= tsgt nunmehr das Zustandekommen der Dillon, Read 25 Millionen-Dollor-Anleihc zu 7 Prozent für die Rhein-Elbe-Union. Der Ausgabekurs be­wegt sich um 90 Prozent. Die Währung wird auch fpr die außeramerikanischen Lander, in denen die Anleihe aufgelegt wird, der Dollar sein. Die Lauf­zeit beträgt 20 Jahre.

* E i n türkischer Auftrag für Wayß & Freytag A.-G., Frankfurt a.M Wie die Reue Mannheimer Zeitung" erfährt, hat die Firma Wayß & Freytag in Frankfurt a. M. und Reustadt a. d. H. durch Vermittlung der Rheinischen Kreditbank, Mannheim, von der Stadtpräfektur Konstantinopel den Auftrag für die Gesamtkanali- sotion von Stambul erhalten. Mit dem weiteren Vertrag, in dem die Firma Wayß & Freytag einge­treten ist, soll es sich um ein Wertobjett von an­nähernd 100 Millionen Mark handeln. Die Gesell­schaft wird dadurch auf eine längere Reihe von Jahren beschäftigt fein.

* Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik A.-G., Düsseldorf. Die Hauptversammlung genehmigte einstimmig den Verlustabschluß für 1924/25 und die bekannte Her­absetzung des A K. im Verhältnis von 3 1 auf 6 Millionen Reichsmark, sowie gleichzeitig die Her­aufsetzung des A. K. um 6 auf 12 Millionen Reichs­mark.

* Maschinenbaugesellschaft Karls­ruhe in Karlsruhe. Zu den Kurssteigerun­gen in den Aktien der Gesellschaft an der Berliner Börse teilt die Verwaltung dem DHD. mit, daß zur Zeit noch Aufträge für einige Monate vor­liegen. Die weitere Entwicklung des Geschäfts könne bei der gegenwärtigen unsicheren Lage nicht vor- ausaesagt werden Ob für das abgelaufene Ge­schäftsjahr 1925 die Verteilung einer Dividende in Frage kommt, läßt sich noch nicht übersehen.

Berlin« Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Berlin, 18. 3an. An der heutigen Börse setzte sich die Tendenz ber letzten Woche fort. Die ersten Kurse zeigten säst durchweg gegenüber

38,5

I 63,75

61 5

94,9°

M.5'

71 25°

Banknoten.

Frankfurter

Börse.

102'

115 6

35

36

6.75

0 035

70

57 !

108' 100,5

116 ; l?o,5»

71.r

85,5'

103-

115.7'

53.5

20 75

2 75

95

49.5

46.5

6.9 0 035

79° |

Devisenmarkt Berkin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.

52

2,75

93

48

,109.7

120,2

67,25

78

121

63 75

68

Ul 101.7° 1 4.7° 115 5J

112.2

95.5° 6,9

68,5 I 09,5 j

88.5 I 94° 're

70,5

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77 23°

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34.62

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31

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17 |

29 5

20

94.75

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20.7 |

2,75

94

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45

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37.7 43

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85,62

1U5° 113

115 3?

4.'. 4 74'

62.12«

77,5

61 -

112,5 I 113

85 | 88

95.5' l 95.75

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank Deutsche Bereinsbank .... Disconlo Commandit . . . Metallbank..........

Mitteldeutsche Crcdrtdank . . Ocsterretchische Creditansiail. Weltbank ....... .

Bochumer ®o8 ....... BuderuS...........

Taro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurabütte . ...... Oberbedarf . . . , Phönir Bergbau ..... Roeinstadl

Rtedeck Montan Tellus Bergbau Hamburg-Amerika Pakei. . . Norddeutscher Llovd . . .

Theramtsche Werke Albin . > Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmamr.....

Anglo-Cont-Guano.....

Chemische Mayer illapitt . . I G Farbenindustrie, Ä.«@. Goldschmidt..........

Holzverkohlung RütgerSwerke Scheideanstalt Sllg. Elekirtjttäte.yesellschaft Bergmann Main kraftwerte Schuckcrt . . .......

Siemens <t HaMe ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedl.....

Megutn............

Motorenwerke Mannheim .

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Brann . .

Metallgesell chaft Frankfurt. Per. Union A.-G Schuhiabrtk Herz . .. .

Sichel. Zellstoff Daldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbäulü . ..

der Borwocke weitere 6 t e i g c r u n g c n von 1 bis 2 Prozent, unb zwar in Rachwirsiing der bekannten stimulierenden Momente, die auch das Publikum immer mehr zu Gffektenkäufen veran­lassen. Wenn die Kurssteigerungen über den Rahmen von 2 Prozent zunächst nicht hinaus­gingen, so lag dies an Bedenken der Spekulation im Hinblick auf die Schwierigkeiten bei der Re- gierungsblldung. An einigen Svezialmärkten kam es wieder zu größeren Schwankungen. So eröff­neten Canada mit 60 Proz., nachdem am Sams­tag der Kurs bereits von 48 auf 52,2 gesteigert worden war. Auch Schiffahrtswertc gin­gen stärker in die Höhe, 3m Verlaufe der ersten Börfenstunde betätigte sich auch die Platz­spekulation infolge des Einlaufens weiterer Kauf- vrders von außerhalb etwas reger, so daß später eine neue Befestigung auf der ganzen Linie ein­trat. Für Pfandbriefe, namentlich für land­wirtschaftliche Gold Pfandbriefe erhielt sich die stärkere Rachfrage. Der Geldmarkt ist weiter sehr leicht. Tägliches Geld war zu 6 bis 8 Prozent und darunter angeboten. Mo­natsgeld 8,5 bis 9,5 Prozent. 3m Devisen- verkehr waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichneil. London und Tokio lagen besonders fest.

Börsenkurse.

«9 49 78,5 SO,5 106* 116,6 119,5

46 74,75°

62 5* 81 5

78'

86 5 105° 113,5*

114,5

32.5

4

73.75- 62 5

79,75

145,7' I 101 115 ' 116

145 102

115,5 11«'

113-

95,75

| 82°

I 4n ! 81*

J 85 r.* 106,5 117.5*

I 121

35

46*

174.26* -13,25

((Eigener Drahtbericht desGießener Anzeiger-".) Frankfurt, 18. Jan. Tendenz: Weiter fest. Die Börse war auch zu Beginn der neuen Woche zuversichtlich gestimmt und verkehrte in ausgesprochen fester Haltung, zumal die an den Vortagen stimulierenden Momente ihren Einfluß weiter ausübten. Unter wachsender Beteiligung des Auslandes wandte sich das Hauptinteresse erneut dem Chemiemarkte zu, dessen Werte wieder ansehnliche Steigerungen zu verzeichnen hatten. Montan werte lagen heute etwas ruhiger, und vereinzelt wurden be­deutendere Gewinne erzielt. Buderus plus 2 Proz , Ilfe-Bergbau plus 9 Proz., Mansfelder plus 5,5 Prozent. Auch Oberfchlesifche Werte mürben höher

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlux» Rur 5

1-Ult. Kurv

Schluß- Kur»

Anfang

♦tue'.

Datum:

16. 1. [

18-1.

16. 1

18. V

5% Deutsche Rttchsanlethe .

0,245

0,23)

0,2475

0.242

4% Deutsche Rctchsanlcüie . 8V,% Deutsche Retchcanleihe

--

0,2775

0,28

0,25i

0 2575

0 27

3°/, Deutsche ReichSanleiii? . Deutsche Sparprämienan leihe

0.33

0,46

0.186

0.14

4®/o preußische KonsolS . . .

j ,25

0,26

0 26

4% Hessen....... .

-

3>/,% Hessen..........

0,26

92 25

Deutsche Wertb. Dollar-Anl.

_

__

_

dto- Doll.-Schav-Anweimg.)

96,55

*

98,7

4»/0 Hontürfen.........

5% Goldmertkaoer .....

8,5

43

16 Jan.

18. Jan.

Amtliche Noti rung

Amtliche Notierung

Geld

Bries

Geld

Brief

Amst.» Ron

168,6.

169,01

168,70

169,13

Buen.-AireS

1,73

1.74

1.738

1.743

Brff.-Slntw

19.045

19.045

19 06

19.10

Christiania.

85,49

85.71

85.48

85,70

Kopenhagen

104,39

112,31

104,85

104,39

1'14,65

112,58

Stockholm .

112,59

112.30

Helsingfors

10,6b

10.69

10.645

10,585

Stallen. .

16,955

16,995

16.93

16,97

London - -

20,386

20.438

20.385

20,437

Reuyork . -

4,19:

4,2'15

4.195

4,20'

Paris. . .

15.855

15,895

15.74

15,78

Schweiz . .

81,035

8L23>

81 0.'5

81.045

Spanien .

59,41

69,55

69,24

69,48

Japan - . . Rio de Jan

1.865

1,869

1,865

1,869

0.629

0.631

|J 629

1.631

Wien in D-- Oest. abgeft

69.05

69.19

59,05

59.15

Prag .... Belgrad . .

12.419

12.459

12,421

12,46!

-.41

7,43

7.425

7,441

Budapest. . Bulgarien

3,87

0,89

0.87

o.89

2.84

2.85

2,815

2,821

Lissabon

21,335

21,385

21 335

21,385

Danzig. .

80.81

81.05

8» 82

81,02

Konstantin.

i, 21

2.22

2,20

2,21

Silben

5.79

5.81

5 <9

5.81

Canada. .

4.188

4.198

4.187

4,197

Unifluan . .

4,31

4,33

4,31

4,32

Berlin, 16 Jan

Geld

Brief

Amerikanische Roieu ..... Belgische Noten .......

Dänische Noten ....... Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch>Oesterr., i 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten.......

1,20

19.00

101,22

20,855

15,95

168,33 16 98 85,81

U8.94

113,04

80,95

59.15

12.39

5,83

4,32

20 10

101,71

30,455

16 0l

169.17

17,06

85.73

59,24

113,60

81,85

69.45

12.45

5,87

genannt, Caro konnten gegenüber dem letzten Kurs 9 Proz. gewinnen. Für Kali werte war die Tendenz cbenfall" start nach oben gerichtet. Stürmisches Geschäft vollzog sich wieder in Schiffahrts werten. Rordd. Lloyd plus 4,2 Proz., Hapag plus 1,5 Proz. Die übrigen Märkte lagen wesentlich ruhiger, unb auch die Höherbewegung her Kurse vollzog sich in gemäßig­terem Tempo. Elektro werte waren kaum 1 Proz. gesteigert. Bankaktien lagen fest. Von 21 u t o 21 f t i e n gaben Kleyer 1 Prozent nach, während Daimler 1 Prozent anzogen. Am Kassamarkt waren wiederum die Aktien einiger kleinerer Unternehmungen bevorzugt, u. a. Beith- Werke, Hartmann & Braun, Frankenthaler Schnellpressen. Diese Werte, für die auch das Aus­land Interesse zeigte, wurden ansehnlich höher. Heimische Renten lagen ruhig und eher ver­nachlässigt. Kriegsanleihen gaben leicht nach, Schutzgebiet dagegen etwas höher. Von A u s - lantirenten waren Ungarn bevorznat und höher. Der Freiverkehr war ziemlich fest. Api 0,4, Becker Stahl 45, Becker Kohle 46, Benz 34, Brown Boveri 48, Entreprise 12,5, Krügershall 81, Ufa 57, Ufra 56 Prozent. Im weiteren Verlaufe wurde die Stimmung etwas unsicher, und es kam vereinzelt zu Gewinnstcherungen, die schiffahrts- und Chemiewerte im Kurse etwas druckten. Die allgemeine Stimmung blieb aber fest. Am Geld­markt herrschte weiter großes Angebot. Tages­geld war zu 7 Prozent kaum anzubringen. Mo- natsgeld 8,25 bis 9,50 Prozent. Industrieakzepte 8, Bankdiskonten 6z Prozent. Im Devisen ver­kehr waren keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen. Man hörte London gegen Kabel 4,86-, Paris gegen London 129,35. Die Reichsmark lag gegen Kabel 4,002.

Frankfurier Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".!

Frankfurt a. M., 18. Ian. Cs wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 25.75 bis 26, Rog­gen, inländischer. 17.50 bis 17.75, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24.5Q, Hafer, inländischer, 18.50 bis 21.50. Mais, gelb. 20.75 bis 21, Weizen­mehl, inländisches. Spezial 0, 41 bis 41.25. Rog­genmehl 26 bis 26.50, Weizenkleie 11,10 bis 11.30, Roagenkleie 11.25 bis 11.50. Erbsen 28 bis 34. Linsen 40 bis 70, Heu. süddeutsches, gut, trocken 9.50. Weizen- und Roggenstroh 5 bis 6, Treber, getrocknet 18 bis 18.50. Tendenz: Ruhig

Franksurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M.. 18. 3an. Auftrieb: 1574 Rinder (darunter 546 Ochsen, 45 Bullen, 983 Färsen und Kühe), 535 Kälber, 422 Schafe und 3682 Schweine. Rinder. Ochsen. Dottfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 43 bis 53. junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 38 bis 46, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30 bis 37; Bullen: Voll­fleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlacht­werts 42 bis 48, vollfleischige jüngere 35 bis 40; Färsen und Kühe: Vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 47 bis 53. voll­fleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlacht­werts bis zu l 3ahren 39 bis 47. wenig gut entwickelte Färsen 35 bis 46, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 30 bis 38, mäßig genährte Kühe und Färsen 21 bis 29 gering genährte Kühe und Färsen 14 bis 20. Kälber: Doppellender feinster Mast 70 bis 75, feinste Mastkälber 60 bis 69, mittlere Mast- und beste Saugkälber 51 bis 58, geringere Mast- und gute Saugkälber 45 bis 48. Schafe: Mastlämmer unb Masthämmel 44 bis 50, ge­ringere Masthämmel und Schafe 35 bis 43. mäßig genährte Hännnel unb Schafe (Merzschafe) 30 bis 34. Sch weine: Vollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 80 bis 82, vollfleischige unter 80 Kilogramm 75 bis 79, vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 80 bis 83, vdllfleischige von 120 bis 150 Kilogramm 80 bis 82, unreine Sauen unb geschnittene Eber 60 bis 75. Marktverkauf: Schleppender Handel in allen Viehgattungen.

Ditte der hungernden Vögel!

Verlassen unb hungrig zieh'n wir umher Unb nirgends ist Nahrung zu finden.

Verschneit ist der Wald, die Felder sind leer, 0, tut uns vom Hunger entbinden, Und streut bald Futter in unfrer Not, Sonst sterben noch viele den Hungertod.

Wir munteren Sänger in Wald und Feld, Wir Amseln, Rotkehlchen und Lerchen, Mit uns ist's im Winter gar schlecht bestellt, Kaum Obdach, wo nachts wir uns bergen, Wir sind geflogen vor Fenster und Tür Und bitten um Futter euch für unb für.

Und fitzt ihr bei Tisch, wenn's Essen gut schmeckt. Dann wollt ihr auch unser gedenken.

Die Reste, die übria, halt sie nicht versteckt Und tut euem Blick auf uns lenken, Die Körner der Suppe, ob Fleisch oder Brot, Wir fressen sie gern in uns'rer Not.

Bald lacht uns der Frühling mit seiner Pracht Es grüßen die Wälder und Wiesen, Dann soll unser Sang, der wieder erwacht In Tälern und Höhen euch grüßen Aus tausend Kehlen, soll er erschallen Unser Dank, unser Dank den Spendern allen.

Louis R o l o s f.

Kirche und Schule.

t TreiS a. Lda., 16. Ian.. In der hie­sigen evangelischen Gemeinde wurden im letzten Iachre 25 Kinder getauft, 13 Knaben unb 13 Mädchen konfirmiert, 7 Paare getraut, 9 Personen kirchlich beerdigt. Der Gottesdienst­besuch betrug 10 666 Erwachsene und 5830 Kin­der oder 24,36 Prozent der evangelischen Ein­wohner. Zum Abendmahl gingen 1119 Personen oder 167 Prozent der Tlbendmahlsberechtigten. An freiwilligen Gaben und Kirchenkollekten für evangelisch-kirchliche Liebestätigkeit gingen beim Pfarramt ein 1878 Mk. Liturgische Gottesdienste wurden unter Mitwirkung des hiesigen evange­lischen Kirchengesanaoereins und der 1. Schul­klasse an den Rachmittagen des Karfreitags, 1. Advents und 1. Weihnachtsfeiertages abge­halten, eine Totengedächtnisfeier auf dem Fried­hof am Totensonntag, jedesmal unter zahlreicher Beteiligung der Gemeinde. An Stelle der alten unbrauchbar gewordenen Beleuchtung der Kirche durch Petroleumlampen wurde nach den Plänen des Denkmalspflegers unter Geltung des Kreis- BauamteS Gießen eine einfache elektrische Be­leuchtung angelegt.

88 Eichelsdors, 15. Ian. Aus bet kirchlichen Statistik des Jahres 1925 ist zu berichten: Unser Kirchspiel, zu welchem noch Oberschmitten gehört, zählt 1387 Evan­gelische. Der Kirchenbesuch betrug an den drei Zählsonntagen burchschn'tttlich 40 Prozent, im

ganzen Iahte 32 Prozent bet Erwachsenen, unb hi- U such aus der Hohe des Vorjahres. Am heuigen Abendmahl nahmen 1522 Personen teil, also 165 Prozent der Erwachsenen. Gettaut wur­den 16 Paar?. 6 mehr als im Vorjahre, von denen 4 auswärts ihren Wohnsitz nahmen, wah­rend 3 auswärts getraute Paare in unserem Kirchspiel wohnen. Getauft wurden 30 Kinder. 12 Knaben und 18 Mädchen, davon 22 auf Cichelsdorf und 8 auf Oberschmitten entfallen. Uneheliche Kinder waren nicht darunter. Kon­firmiert wurden 16 Eichclsdorser unb 8 Ober* Schmittet Kinder, 11 weniger als im Vorjahre Die Zahl bet Beerdigungen war gering: 9 in Eichelsdorf und 3 in Oberschmitten. An all­gemeinen Kollekten gingen ein 189 Mk., an son­stigen Liebesgaben für Vereine und Anstalten evangelischer Liebestätigkeit 1204 Mk., für die Ortsarmen 183 Mk.. an sonstigen freiwilligen Leistungen für kirchliche Zwecke 435 Mk., also insgesamt 2011 Mk., so daß auf den Kopf der Bevölkerung 1.45 Mk. kommen. Bemerkt sei, daß alle Kinder getauft unb konfirmiert, alle Paare kirchlich getraut und alle Verstorbenen kirchlich beerdigt wurden. Die Btbstjtunden in beiden Orten, die winters gehalten wurden, waren besonders in Oberschmitten gut besucht, Im Dezember hielt Missionar Walther au« Beuern eine viertägige Evangelisation, *bic star­ken Besuch hatte. An dein neuelngerichteten Kindergottesdienst nahmen durchschnittlich 70 Kinder teil..

Auswanderungslustige nach Brasilien, Vorsicht!

Vom Presseamt des hessischen Staatsministeriums wird mitgeteilt:

Die von dem brasilianischen Landagenten Otto Isernhagen während seines Aufenthalts in Deutsch­land begonnenen und seitens derAuslandstelle des Bundes für Siedlungen in Uebersee" unter dem DecknamenTen Haan" von Amsterdam aus fort­gesetzten Werbungen für die Auswanderung nach Brasilien auf Freifahrt werden neuerdings in er­heblichem Umfange von in Holland ansässigen Agenten, wie Dr. Zengier, H. Frank und Pach be­trieben. Es haben sich zahlreiche deutsche Familien bewegen lassen, auf das Angebot einzugehen. Die ihnen von den Agenten gegebenen Weisung gemäß haben diese Auswanderer bei der Beantragung des Passes falsche Angaben über ihr Zielland gemacht und sich der Auskunftserteilung bei den amtlich an­erkannten Beratungsstellen entzogen. Während einige der Agenten in ihrem Werbeschreiben offen zum Ausdruck bringen, dasi es sich um Werbung für die brasilianischen Kasfeepflanzungen handelt, haben Isernhagen und seine Helfer dies verschwiegen und den Auswanderungswilligen ihr künftiges Da­sein als Landpächter und Besitzer in den rosigsten Farben gemalt.

In Wirklichkeit ist die Triebfeder aller dieser Agenten Gewinnsucht. Sic beziehen aus diesem Menschenhandel nicht nur ein beträchtliches Kopf gelb von dem mit der Verschiffung betrauten König­lich Holländischen Lloyd, sondern zum Teil auch noch Kopfgelder von den in Betracht kommenden Kaffeepflanzern. An dem Wohl und Wehe der Aus­wanderer ist ihnen nichts gelegen.

Es muß immer wieder betont werden, daß Deut­sche sich für die im Hinblick auf das heiße Klima schwere Arbeit auf Kaffeepfanzungen im allgemei nen nicht eignen, und daß sie infolge geringer Be­zahlung erst nach einer Reihe von entbehrungs­reichen Jahren tm günstigsten Falle es zu einer bescheidenen eigenen Heimstätte bringen können. Die Auswanderer, die in ihrer Unwissenheit sich als Arbeiter auf Kaffeepflanzungen verpflichten, erleben in der Regel die größten Enttäuschungen. Viele geben diese Arbeit nach kurzer Zeit auf und begeben sich nach der Stadt Sao Paulo, uni dort ein Unter­kommen zu finden. Dort aber sind die Verdienst- Möglichkeiten außerordentlich beschränkt, so daß vielen nichts übrig bleibt, als sich als ungelernter Arbeiter zu einer für deutsche Lebensansprüche ganz ungenügenden Bezahlung , zu verdingen. Gar man­cher, der auf diese Weise nach Brasilien ausgewan­dert ist, hat zu spät erkennen müssen, daß dieser Entschluß einen Fehlschlag bedeutete, der nicht wie­der gutzumachen ist.

Buntes Allerlei.

Seide aus dem Meer.

Da trotz der gewaltigen Zunahme in der Fa­brikation von Kunstseide echte Seide auch heut» mehr als je begehrt wird, so hat man sich nach anderen Insekten umgesehen, deren Gespinst eben­falls dafür verwendet werden könnte. Man hat Versuche mit Spinnen und Raupen unternom­men. Die merkwürdigste Quelle oder, aus der man Seide gewinnt, ist ein kleines Muscheltier, das im Mittelländischen Meer vorkommt und Pinna" genannt wird. Dieses Gesc^pf befestigt sich selbst an dem Felsen mit feinen und starken Fäden, die zu einer prächtigen goldfarbenem Seide gesponnen werden können. Aber leider ist der Faden sehr kurz, und man braucht das Ge­spinst von 3000 dieser Tiere, um ein Pfund Seide zu gewinnen. Daher ist dieseMuschel- seide" sehr teuer; sie wird nur in einigen Dör­fern an der sizilischen Küste hergestellt.

Hamburg als vlertgrößter Hafen.

Die im Gefolge des Krieges aufgetretenen gewaltigen Verschiebungen des Weltverkehrs finden chren bezeichnenden Ausdruck in den Ver­kehrsziffern der Haupthäfen der Welt, die in Werft, Reederei. Hafen" mitgeteilt werden. Danach steht Reuyork mit 37,3 Millionen Donnen an der Spitze; es folgen Hongkong mit 35,7 Millionen, Antwerpen mit 31,3 Mill, und Ham­burg mit 30,9 Mill. Hamburg steht danach an vierter Stelle, und erst an fünfter kommt London mit 29,6 Mill., dann Liverpool mit 24,7 Mill., Schanghai mit 24,7 Mill., Rotterdam mit 22,4. Kobe mit 22 und Singapore mit 20,5 Mill. Don­nen. Rach diesen Angaben haben die amerikani­schen und asiatischen Häfen durchweg starke Stei­gerungen erzielt. Der Schiffsverkehr von Reuyork übertrifft den vor dem Krieg um 25 Proz., den von Kobe um 65 Protz. Auch der Verkehr im Hamburger Hafen hat sich gesteigert und isi von 28 625 522 Tonnen im Jahre 1913 auf fast 31 Millionen Tonnen gestiegen.

sowie alle Arten v. tlautunrcinlgkeiten, tiautausschlägen, wk Blütchen, Mitesser, etc. verschwind, d. tägl. Gebrauch d. echten AeAenpferd -ZeMtuvePed-AiHe- von Bergmann «fc Co., Badebeul. überall zu haben.

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