wieder das einstige Chaos tritt oder aber ein neuer Völkerbund, der seinen Namen mit Recht trägt. Ein weiterer Aufsah eines Deutschen in Polen beschäftigt sich mit der Entwicklung des Deutschtums in Polen. Peer beleuchtet die Auswirkungen, die eine nach den Vorschlägen der Stahlhelm-Zeitung eingeführte allgemeine Ar- beitsdiensthflicht auf die private Wirtschaft haben würde. Kleber die flandalösen Vorgänge in Magdeburg berichtet Dr. Krieg in einer überparteilichen sachlichen Form. Schließlich seien Interessenten noch auf die ausführlichen, von großer Sachkenntnis zeugenden Artikel über das Preisproblem in der Kaliindustrie und über die Getreidelombardierung und die Getreidehandelsge- sellschaft hingewiesen.
Wirtschaft.
* Auslandanleihe des Deutschen Giro- und Sparkassenverbandes. Rach erfolgter Befürwortung der Beratungsstelle für Auslandkredite des Reichsfinanzministeriuins hat der Deutsche Giro- und Sparkassenverband vorbehaltlich der staatlichen Genehmigung den zweiten Teil seiner Auslandanleihe mit dem hier weilenden Vertreter des Bankhauses Forbes u. Co.-Reuyork am 14. August 1926 abgeschlossen. Der ^lebernahmepreis für diesen zweiten Teil der Auslandanleihe stellt sich auf 951/« Prozent gegen 90 Prozent des ersten Teiles der Ausländsanleihe. Diese Verbesserung des ^leber- nahmekurses soll jedoch allen an der Auslandanleihe des Deutschen Giro- und Sparkassenverbandes (1. und 2. Teil) beteiligten Kommunalverbänden im Verhältnis ihrer Beteiligung zufliehen. An der Auslandanleihe sind 185 Städte, Landgemeinden und Zweckverbände beteiligt.
' Zurückziehung der amerikanischen Anklagen gegen deutsche Metall-Gesellschaften. Aus Reuhork wird gemeldet, daß der Staatsanwalt die gegen die Metallbank, die Deutsche Metallgesellfchaft, die Brüder Richard und Walter Morton, Frankfurt a. M., die Schweizer Dubois, Fritz Zahn, Gaigy- Basel, sowie die Soziets Suisse pour des Valeurs de Metaux, deren Vermögen im Kriege in den- Vereinigten Staaten beschlagnahmt, durch den Treuhänder des deutschen Vermögens, Daugherth Miller, jedoch der Schweizer Gesellschaft, einer Tochtergesellschaft der Frankfurter Unternehmungen sehr billig überlassen worden war, erhobene Anklage zurückgezogen hat. Lieber die gegen Daugherth Miller aufrechterhaltene Anklage wird am 7. September verhandelt werden.
frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 17. Aug. Tendenz: Fest. — Die Börse eröffnete in freundlicher Haltung und zuversichtlicher Stimmung, so daß Kurssteigerungen zu verzeichnen waren. Trotz der festen Strömung hielt Die Zurückhaltung der Spekulation an, da es an Llnternehmungslust mangelte. Die Geschäftstätigkeit erstreckte sich nur auf Spezialwerte. Am Montanmarkte stimulierten die bedeutenden Kohlenauftrage des Auslandes, die auch nach Beendigung des englischen Berg- arbeiterstreikes eine annehmbare Konjunktur sichern dürften. Rheinische Braunkohlen waren außerordentlich lebhaft gefragt und zogen nach einer Eröffnung von 190 Prozent in kurzer Zeit auf 202 und schließlich auf 205 Prozent an, so daß dieses Papier den Rekordgewinn von 15 Prozent zu verzeichnen hatte. Von den übrigen Montanaktien waren gut befestigt: Gelsenkirchen plus 2.25 Prozent. Harpener plus
2,75 Prozent, Phönix plus 1,75 Prozent, Rheinstahl und Deutsch-Lux je plus 1 Prozent. Das Geschäft in I. G. Farbenaktien hielt sich in engen Grenzen: dieses Papier mußte sich mit einer Besserung von 1 Prozent begnügen, da der Nachfrage auch einiges Angebot gegenüber- stond. Scheideanstalt büßten 2 Prozent ein. E l e k t r o a k t i e n, die in den letzten Tagen stürmisches Geschäft aufwiesen, lagen uneinheitlich, da von der Siemens-Verwaltung die Gerüchte über Fusionsabfichten dementiert werden. Die Kursabschwächungen betrugen etwa 1 Prozent. Der Bankaktienmarkt bot das gleiche Bild, auch hier war die Tendenz unregelmäßig, aber schließlich leicht befestigt .Am Schifffahrtsmarkte stellte sich für Hapag eine dreiprozentige Besserung und für Nordlloyd eine solche von 1,87 Prozent ein. Motorenwerte zogen scharf nach oben. Kleyer und Daimler je plus 2 Proz. Erdölaktien lagen erholt. Auch Zellstoffaktien lagen etwa 2,5 Proz. fester. Dau- aktien gehalten. Zuckeraktien gingen höher. Deutsche Anleihen verkehrten lustlos. Ausländische Renten behauptet. Der Freiverkehr hatte bei stillem Geschäft fast unveränderte Kurse. Benz 87, Growag 60, Alfa 40, Drown Boveri 120, ilnterfranken 90, Frankfurter Handelsbank 90,5 Proz. Der weitere Verlauf brachte unter Schwankungen für Montan- werte weitere leichte Besserungen. Der Geldmarkt zeigte wieder ein leichteres Aussehen. Tagesgeld 57z Proz. Monatsgeld 5 bis 63/i Proz. Im Devis enverkehr waren nennenswerte Veränderungen nicht zu verzeichnen. Paris gegen London 178,13, Brüssel gegen London 179,25, Mailand 148,25 Proz.
Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
Banknoten.
16 August.
17. August.
Amtliche Meld
ioticrung Brief
Amtliche Notierung
Geld
Brief
timft.-lHou.
168,42
168,84
168,33
168.65
Buen.-AireS
1,69
1,70
1,695
1,699
Brst.-Aotw.
11,57
11,61
11,29
11,33
Christiania.
91,46
92,05
91,98
92,22
Kopenhagen
111,46
111,74
111,49
112,30
111,77
Stockholm .
112,31
112,59
112.58
Helsingfors
10,554
10,594
10,552
10,592
Italien. .
13,77
13,81
13,75
13,82
London. .
20,382
20,434
20,380
20,432
Neoyork . .
4,195
4,205
4,195
4.205
PariS. . .
Schweiz . .
11,38
11,42
11.405
11,445
81.065
81,265
81,06
81.26
Spanten. .
63.97
64,13
64.42
64.58
yavan . . . Rio de Jan. Wien in D--
2,013
2,017
2,003
2,017
0.644
9.646
9.644
0.646
Ceft- abgest.
59,30
59,44
a9,29
59,43
Prag ....
12,419
12,459 7,425
12,421
7,405
12,461
Belgrad . .
7.050
7,425
Budapest. .
5,87
5,89
5,87
5,89
3,045
Sargarien .
3,035
3,045
3,035
Lissabon
21,375
21,425
21,375
21,425
Danzig. .
81,47
81,67
81,47
81,67
Konstantin.
2,302
2,312
2,31
2,32
Athen.
4,74
4,76
4,74
4,76
Canada. .
4.198
4,208
4,198
4,208
Uruauau . .
1.185
4.195
4.185
4.195
Berlin, 16 August
Geld
Briet
Amerikanische Note» .... 4 Belgische Noten ....... Dänische Noteo . ....... Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten ...... Atalienische Noten......
Norweatsche Noten...... Deuisch-Oesterr., i 100 Kronen Rumänische Note»......
Schwedische Noten ...... Schweizer Noten.......
Svanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten .. Uno arische Noteo
4,178 11,42
111,22
20,348
11,62 167,93
14,16
91,57
59,30
1,91 111,97
81,05
63,74
12,39 5.8'5
4,198 11,40
111,68
20,448
11,68 168,97
14,24
92,03
69.60
1,95
112,53
81,45
64,05
12,45
5.875
Dörsenkorft.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlug-!
Kur» i
1-Uhr- fhire
Schluh- Rur 6
Anfang rtur-.
Datum:
16.8 |
17 8
16 8
17 8
5% Deutsche NcichSanlethr
'1 4825
0.485
0,4825
v.48
4% Deutsche Rcichsanleihe
—
0,43
0,435
3'/,°/«, Deutsche ReichSanIelhe 3% Deutsche Reichsanlcihe .
—
—
0,4275
0,43
—
—
0,495
0,41
Deutsche Svarprämicuanleihe
0,27
—
0,27
—
4% Preußische Konlols . . .
—
0.43
0,43
4% Hessen......
—
—
0.4275
0,43
3Vt°/n Hessen........
—
—
0,4675
0.465
_
Deutsche Wertb. Dollar-An l.
96
_
_
—
dto- Doll.-Schav-Anweilng.')
-
—
—
—
4e/0 Zoll türken.........
13,5
13,4
13,5
-
6°/o Goldmerikaner ... .
44.9
44,2
44,6
-
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Privat-Bank
203
140*
139'
200.5*
140'
139'
Darmst. und Nationalbank .
197'
195’
196,5'
195,5'
169'
_
169,5*
167'
Deutsche BereinSbank • . . .
93
—
DiLconto Connnandit
164,7'
163'
164,5*
163'
’lPftnnfmnf. .........
133
133
_
_
Mitteldeutsche Crrditbank .
141
142'
141,5*
Oesterrcichische Creditanstalt
7.4
7,45
7,5
7.5
85
145
Bochumer Guh .......
147.5'
145'
146,5*
90.5
84
_
90*
85,75
89
Caro .......... ।
_
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke . .
..151
175,5'
153'
178,2'
150,7*
175,2*
153,7'
178,5'
£>nrpi,nrr Bergbau . . .
146' 142
148,7*
145,5*
137
Kaliwerke Aschersleben....
148'
Kaliwerk Westeregeln. ....
150
149,75
148,9
S'nurnbiitte..........
56
Öberbedarf ..........
Pbnnir Rergbaa .......
72.5
122'
146.7*
71
122.7' 146*
71,5'
120 1* >44*
—
Rheinstahl...........
Riebeck Moutcin. .......
145,7*
146,5*
131
70
155' 150*
145
148,5
steNiis Rergbuii. .....
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovd . . ,
157,4*
151,9'
157,5'
152.5*
156 5*
153,2'
Theramische Werke AlbM . .
54
—
—
_
Zementwerk Heidelberg • . .
125
—
—
—
Philivv Holzmann.....
110,25
—
110
—
Anglo-Cont.-Guano.....
_
97
Chemische Mäher Alapin . . y. G. Farbenindustrie, A.-G.
—
_
—
292,5*
290'
291,5
ö88.5'
Goldschmidt..........
HO
109
109,75
109,5
Holzverkohlung.......
59,5
107.5
Hütgerswerke . .....
107
106
107,5
Scheideanstalt........
160
158
—
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft
162,4'
160'
164.7*
159,2'
Bergmann ........ .
157,5'
154,5'
157,5
154,9'
Mamkrastwerke ........
106
—
—
Schuckert...........
139,5'
196,5'
138'
,40*
137,9'
Siemens & Halske ......
196,75
Adlerwerke Kleher ......
78
_
76
80,5
Daimler Motoren. ......
81.25
81
83,75
Hehligenstaedt. . .......
Megum.............
25,5
46
—
Motorenwerke Mannheim
—
38
—
Frankfurter Armaturen
73,75
—
—
Konservenfabrik Braun . . .
Metallgeselllchaft Frankfurt.
Pet. Union A.-G.....
39
—
—
—
143
85.5
—
84
——
Schuhfabrik Hey......
47
—
50
—
Sichel • . - ........ .
2.8
—
—
—
Reflfton Walddof. . ....
172,5
175
—
174,75
Zuckerfabrik Frankenthal . .
Zuckerfabrik Waabäufel . . .
74,1
82
82,75 —
—
-
Berliner Börse.
Berlin, 17. Aug. Die heutige Börse eröffnete in unsicherer Haltung. Die Tendenz zeigte vorbörslich eine leichte Erholung, die bei Festsetzung der ersten amtlichen Kurse zum Teil wieder verloren ging. Während der ersten Stunde traten dann für Elektro- und Montan» werte größere Käufe hervor, die in den Werten der zum Stahltrust gehörigen Gesellschaften De- festigunc en von durchschnittlich 3 Prozent und bei Elekt'rowerten Erhöhungen von etwa 4 Prozent zeitigten. Daneben waren einige bemerkenswerte Spezialbewegungen zu beobachten. Rheinische Braunkohlen, die zum ersten Kurs mit 190 Prozent eröffneten, zogen innerhalb kurzer Zeit bis auf 205 Prozent an und führten damit auch für die übrigen Braunkohlenwerte
spekulatives Interesse herbei. Am Bankenmarkt fonnteix die Kurse 1 bis 2 Prozent anziehen: Berliner Handel gewannen sogar 6 Proz. Schiffahrtsaktien lagen bei allerdings äußerst stillem Geschäft 2,5 Prozent höher. Die zum Teil unentschiedene Gesamttendenz wurde infolge der verschiedenen Haussebewegungen freundlich und die Kursverluste des Vortages konnten zum größten Teil wieder aufgeholt werden. Am Geldmarkt war Tagesgeld kaum unterzubringen, der Sah stellte sich auf 4 bis 6 Prozent. Monatsgeld 5,5 bis 6,5 Prozent. Im Devisenverkehr waren nur unbedeutende Veränderungen zu verzeichnen. Paris notierte gegen London 178, Brüssel 180,50, Mailand 148.
v.ankf^rter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 17. Aug. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen, neuer Ernte 28,75, inl. Roggen, neuer Ernte 20, ausl. Hafer 20 bis 21,50, Mais, gelb 18 bis 1825, inl. Weizenmehl, Spezial 0 42 bis 42,10, Roggenmehl 30,50 bis 31, Weizenkleie 8,75, Roggenkleie 10,50.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 16. Aug. Die neueinsetzende regnerische Witterung trägt in die Bbrs«» erneut Besorgnisse hinsichtlich der Weizenqualitäten, so daß bei Wochenbeginn alle Momente gegeben sind, die Forderungen weiter in die Höhe zu schrauben. Hinzu kommt das sehr knappe Angebot in prompter Ware. Parallel geht die Bewegung in Roggen. Beide Getreidearten zeigten auch im Lieferungshandel Steigerungen bis zu 3.50 Mk., wobei besonders spätere Monate aus Provinzdeckungen den größten Gewinn erreichten. Von Gerste nur beste Brauware behauptet. Im übrigen gestaltet sich infolge der mangelhaften Qualitäten schwierig Hafer, eher erhöht. Mehl in näherer Ware gefuajt und fest, spätere Lieferung still. Es notierten: Weizen (märt) 269 bis 273, Roggen (märk.) 195 bis 201, Sommergerste 195 bis 245, Hafer (märk.) 180 bis 191, Mais, La Plata, 176 bis 182. Weizenmehl 38.50 bis 40, Roggenmehl 28 bis 29.75, Weizen- kleie 10.25 bis 10.50, Roggenkleie 11 bis 11.40, Raps 325 bis 330, Viktoriaerbsen 35 bis 40, kleine Erbsen 27 bis 31, Futtererbsen 20 bis 24, Peluschken 27 bis 28.50, Ackerbohnen 23 bis 26. Wicken 32 bis 35, Rapskuchen 14.20 bis 14.40, Leinkuchen 18.80 bis 19, Trockenschnitzel 10.80 bis 11, Sohaschrot 19.80 bis 20, Kartoffelflocken 22.40 bis 23.
Letzte Nachrichten.
Revision im Fall Flessa.
WSN. Frankfurt a. M., 17. Aug. In letzter Stunde legten gegen das vom hiesigen Schwurgericht gegen die Krankenschwester Wilhelmine Flessa ergangene Urteil, das wegen Totschlagsversuchs in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung auf sieben Jahre Zuchthaus lautete, der Verteidiger Prof. Dr. Sinz- Heimer, die Verteidigerin Dr. Anna Schulz und d er Oberstaatsanwalt Revision ein. Während der Verteidiger die Revision gegen das erste Urteil, wonach die Angeklagte wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war, auf die Verletzung des formellen Rechts stützte, wird nunmehr von allen Seiten die Revision mit Verletzung des materiellen Rechts begründet. Das zuletzt ergangene Urteil ist ausgefertigt und wurde Montag dem Vorsitzenden zur Unterschrift vorgelegt. Heute soll es der Angellagten. ihren Verteidigern und der Staatsanwaltschaft zugestellt werden.
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