W
ben fi biefiat grsä
der i Chris Jetei tan leit, let, dem und /rie£ über Bete Dew berg
( höhe die (
das Dal Irak Ain anf> Lat bev wir Dei
Hol? ,7- al
im ve flat Ml Ler jjoli: Heil war Nil lichc finm Mil 'Bon Seit wie Ser, N Her 9 zwene an de Zun'j dieN könnt fertig Beut1 hier An! knüp von der die zum Halt das den Zun von die die । gern trali parlk
feine l.op berich ergab der turne in c Forts den ! Mont herein haltunj hällniss i rieben1 allen! den 61 Turn- der D, Verein hinzu Iraner
leute ^eutei Seit.
Zen ji meindl über 1 geachtk Kras Lebe ohne z mit auf
V tz.
ütrnia ( derndet ^uet Armae jchch, i Nt.
S Q( * *9- bvtlru b«' to< von be toie t ft>mm
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
> Lang-Göns, 16. März. QIui Sarnstag- urtb Sonntagabend sand auf Deranlassung des hiesigen Krregervereins hier die Vorführung des Films „Fridericus Rex" statt. Samstags wurde der Film für die Allgemeinheit, Sonntags hauptsächlich der Äugend vorgeführt. Aus der Umgebung hatten sich zahlreiche Mitglieder von Vereinen und Jugendliche eingesunden, so daß der Saal beide Male stark besetzt war.
z. Allendorf a. d. Lda., 16. März. Der hiesige Männergesangverein veranstaltete einen wohlgelungenen Konzertabend bei vollbesetztem Saale. Der Dirigent, Musik- lehrer Kasten, hat es verstanden, den Verein erstklassig auszubilden, wovon die Gesangsvorträge Zeugnis ablegten. Unter Mitwirkung von Fräulein Lisel V e r g aus Gießen (Sopran) erhielt der Abend eine wertvolle Gestaltung. Für seine Verdienste wurde dem Dirigenten ein Eichenkranz überreicht.
T Grünberg, 16. Marz. Auch in unserer Stadt nimmt die Wohnungsnot immer ernstere Formen an. Mit ziemlichen Hoffnungen sah man der bevorstehenden Rauzeit entgegen, leider können aber nur 4 bi s 5 kleinere Wohnhäuser gebaut werden, die in keinem Verhältnis zum Bedarf stehen. Viele Wohnungsuchende aller Stände befinden sich in stark beengten Räumen: es ist ittcht vereinzelt, daß Eltern mit zahlreichen Kindern in einem oder zwei Zimmern wohnen und auch schlafen. Die Stadtverwaltung hatte vor, in diesem Jahre ein großes Familienhaus und mehrere Reihenhäuser zu errichten, allein die Geldnot macht das Vorhaben zunichte. Man hört allerdings von einer beträchtlichen Kostenersparnis beim Dau des Hochbehälters, und ebenso soll die Miete im Brauhaus einen ansehnlichen Ueberschuh abwerfen. Könnte man diese Mittel nicht rntt für den Wohnungsbau verwenden? Zu bedauern sind die Mieter, die einstweilen noch weiter unter den ungünstigen Unterkunftsverhältnissen leben müssen. — Als ein erfreuliches Moment in unserem hiesigen Wirtschaftsleben ist die Tatsache anzusprechen, daß in unserer heimischen Industrie (mit Ausnahme eines Falles) im vorigen Jahre und auch jetzt keine Stilllegungen und keine Betriebseinschränkungen Vorkommen. Im Gegenteil haben noch mehr Leute als früher Beschäftigung gefunden. Der Versand der vier Webereien ist recht gut. Auch die anderen Werke, besonders die Drahtflechterei, sind mit Aufträgen stark beschäftigt, und täglich gehen bedeutende Lieferungen mit der Bahn nach auswärts. Das Zimme^geschäft läßt allerdings zur Zeit noch zu wünschen übrig, ebenso ist der Holzhandel in Dau-, Gruben- und Papierhandel noch nicht in Gang gekommen, denn
9t u p p e I (Darmstadt) Worte des Willkomms. Zum Verbandstagsleiter wurde Ehrenvorsitzender R ö h - l e r (Darmstadt) gewählt. Der Jahresbericht für 1925 fand die Genehmigung des Verbandes. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt und der neue Wirtschaftsplan genehmigt. In den Verbandsvorstand wurden gewählt: 1. Vorsitzender Sallwey, 2. Vorsitzender Glanz, 1. Schriftführer Lamp- mann, 2. Schriftführer Moßner, 1. Rechner Barres, 2. Rechner Rossow, sämtlich aus Darmstadt. Zu Vertretern zum Deutschen Bundestag in Königsberg wurden Sallwey und Lamp- mann bestimmt. Als Ort für die Tagung des Landesverbandes 1927 wurde Darmstadt gewählt. — Samstagabend fand im Saalbau Sauer eine Begrüßungsfeier statt, die einen recht harmonischen Verlauf nahm. Fenchel (Gießen) gedachte dabei besonders des Kameraden Waas, der am 1. Rov. 1903 den Zweigverein Gießen gründen half, und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Bundesdirektor Krüger (Berlin) überbrachte die Grüße des Deutschen Bundes der Zioil- dienstberechtigten und verlieh den Kameraden Waas, Ritter und Haupt das B u n bes» ehrenzeichen für langjährige Tätigkeit im Vorstand des Vereins Gießen.
Am Sonntagvormittag fand die Tagung mit der eigentlichen Hauptversammlung ihre Fortsetzung. Sallwey (Darmstadt) begrüßte besonders die Ehrengäste und Vertreter der Behörden und betonte, daß es heute nicht gelte, neue Forderungen aufzustellen, sondern alte Wünsche der Der- sorgungsanwörter erneut vorzubringen. Es müsse für die Leute gesorgt werden, die ihre besten Jahre dem Staat geopfert hätten.
Polizeischulrat Schaab (Darmstadt) hielt bann einen Vortrag über „Das Unterrichtswesen im Reichsheer und bei der Schutzpolizei". Der Redner sagte u. a.: Es ist notwendig, daß die Qualität der Reichswehr und der Schutzpolizei noch besser wird; wir brauchen nur bestes Material. Deshalb muß der Eintretende eine Aufnahmeprüfung machen. Länder und Gemeinden sollten 50 Prozent der Stellen mit Militäranwärtern besetzen, viele halten sich aber nicht an diese Bestimmung. Zur Unterbringung in der Wirtschaft fehlt den Leuten meist die Praxis und Erfahrung. Jetzt haben mir im Reichsheer das Fachschulwesen eingerichtet, das mustergültig da- fteht. Die Schutzpolizei hat ein solches Maß von Unterricht nicht. Die Beamtengruppe 7 ist als Eingangsgruppe zugestanden für Neer und Schutzpolizei. Die Prüfunaen haben bereits sehr günstige Ergebnisse gezeigt. Bei der Anstellung will Hessen ebenso wie das Reid) über 50 Prozent hinausgehen. Durch die Schulung soll das Los der jungen Kameraden gebessert werden.
Bundesdirektor K r ü p c r (Berlin) verbreitete sich über das Thema „Zivilversorgungssragen und Anstellungsgrundsätze". Er forderte die Anrechnung der Militärdienstzeit vom 5. Dienstjahre ab, also insgesamt 8 Militärjahre, wenn der Eintritt in den Beamtenstand erfolgt. Der Bundestag wird sich erst noch damit befassen. Die Versorgungssrage ist eine Sache des Volksganzen und eine staatspolilische Notwendigkeit, die Ziviloersorgung der gedienten Leute ist von größter Bedeutung auch für den Ersatz der Reichswehr und der Schutzpolizei. Jeder muß in Treue zu Staat und Land seine Pflicht tun.
Im Anschluß an die Vorträge folgten die Begrüßungsreden der Gäste. Regierungsrat Wolf sprach für den Provinzialdirektor Worte der Anerkennung an die Militäranwärter, die als Beamte Gewissenhaftigkeit und Pflichtbewyßtsein besäßen. Im nationalen Interesse müßten die An- stellungsoerhältnifse gebessert werden. Beigeordneter Dr. Ham m überbrachte namens des Oberbürgermeisters herzliche Wünsche für die Tagung. Landtagsabgeordneter Dr. Keller sprach namens der Deutschen Volkspartei. Die Zivildienstoersorgung sei Ehrenpflicht für das Reich. Es fei ein Gebot der Nützlichkeit, für die Zivilanwärter einzutreten. Die gesetzlichen Grundlagen seien geschaffen, Länder und Gemeinden sollten sie nur ausführen, sie würden ein gutes 'Beamtenmaterial erhalten. Landtagsabg. Reiber entbot die Grüße der Demokratischen Partei. Es sei eine selbstverständliche Pflicht, denen beizustehen, die ihre besten Jahre dem Staat und Volk gewidmet haben. Aehnlich sprachen sich Landtagsabgeordneter Fenchel und Postamtmann Weiß (Gießen) aus. Vorsitzender Sallwey hosft
„Nein, Mylord. Lady Grace öffnete vorhin die Türe und blickte herein. Sie trat aber nicht ein, sondern entfernte sich wieder."
„So? Es ist gut, Ryther."
Der Butler ging hinaus und Lord Burnham machte sich selbst an die Untersuchung hes Schrankes. Es war, wie der Sekretär gesagt hatte. Das Schloß war umgedreht, aber die Türe offen. Im Schrank selbst herrschte die größte Ordnung. Keines der Papiere war angerührt worden. Im ersten Fach tag obenauf das große, gelbe Kuvert, in das Lord Burnham das Original und die Kopie des Vertrages gesteckt hatte. Das erstere war da — die Kopie verschwunden.
„Das ist ja entsetzlich," sagte Lord Burnham leise und langsam, „wer kann die Abschrift genommen haben?"
„Doch nur jemand, der ein Interesse daran hat, Mylord!"
„Aber wer um alles in der Welt befindet sich gegenwärtig in meinem Hause, der an solchem Dokument ein Interesse hätte? Es sind nur englische Gäste hier —"
„Mylord, hatten zu Gnaden, Sie vergessen den Grasen Las Valdas."
„Machen Sie sich nicht lächerlich, Graham! Der Mann ist Portugiese und hat bestimmt nicht einmal eine Ahnung von den Dingen, über die wir gestern verhandelt haben. Zudem ist er den ganzen Tag auf seinem Zimmer gewesen ■*-"
„Mylord, verzeihen, daß ich abermals widerspreche. Wir Haden ihn doch selbst gestern abend gegen sieben Uhr vor dem Schlosse gesehen."
„Schon richtig. Aber er hat sich dann wieder zu Bett begeben, und ist nicht einmal zum Diner erschienen. Dr. Thornhill hat ihn untersucht und eine starke Schwellung am Kniegelenk festgestellt. Also Graf Las Valdas kommt schon aus physischen ®rün« oen nicht in Frage, denn er hat das Bett nicht ver- lassen können. Und außerdem — ich habe zwar von der Persönlichkeit des Herrn Grafen keine übergroße Meinung — er ist ein sehr gut angezogener und für den ^alon brauchbarer Mensch, aber gerade megen dieser Eigenschaften halte ich ihn für ganz unfähig, sich für ernste Dingo zu interessieren. Nein — nein, mein lieber Graham, da müssen wir schon jemanden anderen suchen!"
(Fortsetzung folgt.)
Die tolle Herzogin.
Roman von Ernst Klein.
Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin.
18 Fortsetzung 'Nachdruck verboten
Lord Burnham diktierte seinem Sekretär den Entwurf, der nickt lang war. Eine Gesellschaft wurde gebildet, das Präsidium setzte sich aus je einem Vertreter der Standard Oil, der Imperial Anglo-Dutch, des Grolmanskonzerns und der russischen Regierung zusammen. Präsident wurde Lord Burnham, Vizepräsident Karaschin, gesckäftssühren- der Direktor Doktor Röder. Die Bearbeitung der Felder wurde einem später durch eine Kommission 3U bestimmenden Schlüssel vorbehalten. Die erste Rate der Anleihe, fünf Millionen Pfund war fällig, sobald die Somjetregierung die Abmachungen offiziell anerkannt hatte.
In zwanzig Minuten war der Vertrag, der in nicht allzu ferner Zukunft die größte Motorenfabrik in Amerika wie die kleinste Lehmhütte in China, die eine Petroleumlampe brannte, von dem Willen einiger weniger Männer abhängig machen sollte, geschrieben und unterzeichnet.
„Wir können uns beglückwünschen, meine Herren'." rief Lord Burnham und reichte jedem der Anwesenden die Hand. Dann wandte er sich zu Graham, seinem Sekretär:
„Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie die Abschriften gleich heute fertigstellen und morgen selbst den Herren überbringen würden. Ich glaube, sechs Kopien werden genügen."
„Wir könnten ja daraus warten, Mylord", schlug Miller vor. „Dann--*' H
Doktor Röder machte eine plötzliche Bewegung.
„Verzeihen Sie, daß ich unterbreche", sagte er leise. „Mylord, mir schien es eben, als sähe ich einen Kopf an der Scheibe der Türe."
Lord Burnham fuhr herum. Die große Glastüre ging auf die Terrassen des Schlosses vorn hinaus —
„Sehen Sie bitte einmal nach, Graham!"
Der Sekretär trat hinaus, blickte sich, in der Tür stehend, um
„Ich sehe niemanden auf der Terrasse", sagte er. „Unten auf dem Rasen geht der Herr Graf Las Valdas spazieren. Ich glaube, sein Chauffeur stützt
nach diesen Ausführungen das beste für die Anstellung und Versorgung der Militäranwärter. Mit einem Hoch auf das Vaterland schloß er seine Ausführungen.
Bundesdirektor Krüger sprach noch dem ausscheidenden Landesoorsitzenden R u p p e l Dank für seine 26jährige Tätigkeit im Vorstand.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen fand em Rundgang durch Gießen statt, nachmittags schloß sich eine Familienzusammenkunft an. Damit fand die Tagung ihren Abschluß.
Gegen den Abbau in Laubach.
□ Laubach, .16. März. Der Laubacher Bürgerverein hielt im großen Saale des „Solmser Hofes" eine Versammlung ab zwecks Protestes gegen die geplanten Abbaumaßnahmen betr. das Amtsgericht und die Realschule, wozu alle Bewohner von Laubach und Umgegend eingeladen waren.
Die ungemein zahlreiche Versammlung wurde vom 1. Vorsitzenden, Fabrikanten Hohmann, geleitet; das Referat hatten Oberamtsrichter Zimmermann Und Studiendirektor Dr. Hainer übernommen.
Zu Anfang feines Vortrags teilte Oberamtsrichter Zimmermann mit, daß der Staat neuerdings wieder die Stelle eines Gerichtsvollziehers beim Amtsgerichts Laubach errichtet habe, dessen Dienst bisher im Nebenamt von einem Sekretär versehen worden fei. Im Finanzausschuß fei der Abbau von 6 Amtsgerichten beschlossen worden. Oberamtsrichter Zimmermann wies nach, daß durch den Abbau nichts gespart würde. Die neue Organisation nach dem Abbau würde wieder sehr erhebliche Kosten verursachen. Außerdem würden auch den Gerichtseingesessenen durch die größere Entfernung vom Amtsgericht weit größere Kosten entstehen. Die Rechtspflege würde hierdurch außerordentlich verteuert werden. In Laubach habe der Staat bereits ein schönes, ausgedehn- t c s Gerichtsgebäude, das außer zwei stattlichen Dienstwohnungen umfangreiche Diensträume enthalte und sehr bequem in seinen Räumen noch ein weiteres Amtsgericht aufnehmen konnte. Die kleineren Amtsgerichte böten im übrigen noch einen besonderen Vorzug vor den größeren. Hier stünden die verschiedenen Richter den Verhättnisien der Gerichtseingesessenen viel fremder gegenüber, während bei den kleineren Amtsgerichten an kleineren Orten ein einzelner Richter viel tiefer in die Kenntnis der einzelnen Verhältnisse einbringen könne. So erscheine von verschiedenen Gesichtspunkten aus der Abbau des Lauterbacher Amtsgerichts als ein ganz verfehltes Unternehmen. Laubach würde durch den Abbau eine schwere Einbuße an kulturellen Werten erleiden.
Dasselbe wies Studiendirektor Hainer in bezug auf die Jiaiibadjer Realschule nach. In Xlaubad) fei durch die Umstellung des Gymnasiums zu einer Realschule schon ein gewaltiger Abbau erfolgt, und die kleine Stadt, die so schwere finanzielle Opfer gebracht habe, wie keine andere im Lande, sei schon ohnedies schwer gesd)ädigt. An keiner anderen Lehranstalt seien, wie in Laubad), drei schone Dienstwohnungen vorhanden; nirgends sei, d. h. in keiner Stadt von der Große von Laubach, eine so gediegen, so zweckmäßig und so geschmackvoll gebautes Lehrgebäude. Außerdem habe die Stadt noch eine prächtige neue Turnhalle vor wenigen Jahren erbaut. Insgesamt seien hier sehr günstige Verhältnisse, nirgends aber in höherem Maße. In Grünberg dagegen, das beim Abbau der hiesigen Realschule zur Uebernahme der Laubacher Schüler in Betracht käme, seien die Räume der höheren Lehranstalt so klein, daß sie schon jetzt zur Aufnahme Der Schüler von Grünberg und Umgegend kaum genügten. Die gegenwärtig geringere Schülerzahl sei sicherlich nur eine vorübergehende Erscheinung, heroorgerusen durch die Kriegsjahre. Dies ergäbe deutlich der Vergleich der Geburten der Friedensjahre und der Kriegs- und letzten Nachkriegsjahre. Von Jahr zu Jahr höbe sich die Aufnahme der Schüler in die Stadtschule. So kann die Realschule von 1929 an sicher mit Klassen von 20 bis 25 Schülern rechnen, insgesamt also mit einem Schülerbestand von mindestens 120 bis 130 Schülern. Am vorteilhaftesten erscheine für die Stadt Laubach und den hessischen Staat, wenn in Hungen abgebaut würde und die Bahnlinie Hungen bis Mücke an Laubach als Schulbezirk überwiesen würde. Die Schüler von Hungen hätten alsdann Gelegenheit, nicht nur Gießen, sondern auch Laubach mit der Bahn zum Schulbesuch zu
Bibliothek kam, um die Morgenpost durchzusehen, entdeckte ich, daß der Sicherheitsschrank nicht zu- gcschlossen war--"
„Aber ich habe ihn doch selbst gestern abend —"
„Gewiß, Mylord. Sie haben ihn in meiner Gegenwart verschlossen. Und haben die Schlüssel zu sich gesteckt."
„Und hier hängen sie noch an demselben Haken, an den ich sie aufgehängt habe, bevor ich zu Bette ging", sagte Lord Burnham, indem er auf das kleine Schlüsselbrett zeigte, das über seinem Nachttischchen angebracht war und an dem alle wichtigen Schlüssel des ganzen Hauses aufbewahrt zu werden pflegten. Eine alte Sitte, die noch aus der Zeit stammte, da der Kastellan des Schlosses am Abend die Schlüssel zu Haus- und Kellertüren dem Herrn überbrachte.
Graham starrte auf das kleine, mit Elfenbein ausgelegte Ebenholzbrett und schüttelte ganz benommen den kahlen, abgearbeiteten Schädel.
„Mylord — das geht über meinen Verftayd", murmelte er. „Das Schloß des Schrankes war wohl versperrt, aber die Person, die in der Nacht daran gewesen war, muß sehr aufgeregt gewesen sein, denn sie hat die Türe nicht zugedrückt, sondern den Schlüssel einfach umgedreht, ohne daraus zu adjten, ob das Schloß auch einschnappte. Mylord werden ja selbst sehen."
„Haben Sie schon irgend jemandem etwas davon gesagt?"
„Nein, Mylord, als ich die Entdeckung machte, kam-gerade Rycher herein. Ich gab ihm den Auftrag, am Schreibtisch stehen zu bleiben und niemanden an den Tisch und an den Schrank heran- zulassen, bis Mylord selbst käme."
„Sehr gut, Graham, wir wollen um Gottes willen nichts laut werden lassen, bis wir nicht alles genau festgefteltt haben. Das ist ja entsetzlich — ein solcher Vorfall in meinem Hause!"
Er kleidete sich rasch an, verzichteie sogar auf fein alltägliches Bad und eilte mit dem Sekretär in die Bibliothek. Dort stand der alte Ryther noch auf demselben Flecke, auf den ihn der Sekretär postiert hatte.
„Rykher." sagte sein Herr, „es ist hier etwas Ungewöhnliches vorgefallen. Ich erwarte von Ihnen, daß Sie zu keinem Menschen darüber sprechen."
„Sehr wohl, Mylords
„War inzwischen jemand in der Bibliothek?"
„Nun, bann muß ich mich wohl geirrt haben", meinte Doktor Räder.
Es wurde beschlossen, auf die Abschriften zu warten. Der Sekretär machte sich an die Arbeit, während Burnham für die Herren im kleinen Bibliothekssaale, der an den großen stieß, einen kalten Imbiß auftragen ließ.
Und noch einmal versammelte man sich in der großen Bibliothek. Mit einer gewissen Feierlichkeit händigte Lord Burnham jedem der Herren seine Ab- schrist ein. Das Original und die für ihn bestimmte Kopie schloß er in den altmodischen Sicherheitsschrank ein, den er hinter seinem Schreibtisch stehen hatte.
Miller zog eine Grimasse. Seine Blicke drückten höchste Mißbilligung aus.
„Nichts für ungut, Mylord", knurrte er. „Aber sehr einbruchsfest scheint mir dieser Schrank nicht zu fein. Den hat wohl schon Alexander der Große zum Aufheben seiner Staatsakten benützt?"
Burnham lachte.
„Ganz so alt ist er nicht. Aber gegen wen sollte er hier wohl dienen? Ich habe zwar eine Menge Leute im Hause, aber das sind alles Gäste meiner Tochter und — die haben andere Interessen als einen Vertrag über russische Oelkonzessionen."
Am nächsten Morgen, als gerade Lord Burnham sich erheben und in sein Bad begeben wollte, stürzte Graham zu ihm herein.
Graham, der ewig gleiche, der steinruhige, war b(eid) vor Aufregung.
„Mylord — "Mylord--" stieß er keuchend,
nach Atem ringend hervor, „die Kopie des Vertrages ist aus dem Schranke verschwunden. Ich habe sofort alles durchgesucht — das Original steckt in dem gelben Kuvert, in das Mylord die beiden Papiere legten — aber die Kopie ist verschwunden."
11. Kapitel.
Lord Burnham war nicht der Mann, der sich leicht aus der Fassung bringen ließ. Immerhin fuhr ihm die Nachricht, die ihm fein Sekretär so auf nüchternen Magen brachte, in die Glieder.
Aber _ das ist ja nicht möglich! rief er. ,Zn meinem Hause ein Diebstahl? Graham, Sie müssen sich irren! Sie müssen, sage ich Ihnen!"
„Ich wollte, Mylord, ich irrte mich. Leider ist jeder Irrtum ausgeschlossen. Als ich vorhin in die
erholt hatte.
Während nun eigentlich beinahe jedermann erwartete, daß das alte Kabinett C o l i j n als „könig- lid)es Kabinett" wieder auf der Bildfläche erschiene, worauf verschiedene einflußreiche Kreis« innerhalb der alten Koalition teils offen, teils versteckt hingearbeitet hatten, trat in der vergangenen Woche das außerparlamentarische Kabinett de Geer auf den Plan. Dr. de Geer, einer der Führer der Christlich-historischen Partei, der bereits Minister in dem vorhergehenden Kabinett gewesen war, ist es gelungen, dieselbe Aufgabe, für deren Bewältigung feine drei Kollegen Dr. Marchant, de Visser und Dr. Limburg monatelang vergeblich gebraucht hatten, innerhalb von drei Tagen zu lösen. Allerdings gebietet die Gerechtigkeit, sestzustellen, daß er sich die vorangegangenen Bemühungen Dr. Limburgs für sein Kabinett größtenteils zunutze gemacht hat.
Die am Donnerstag in der Zweiten Kammer abgegebene Regierungserklärung hat in der Presse fast aller Parteien einen hervorragenden Eindruck gemacht besonders wegen der zwar einfachen, aber in ihrer Klarheit und Deutlichkeit beinahe unübertrefflich zu nennenden Formulierung der außerordentlichen Lage, in der sich die jetzige außerparlamentarifche Regierung befindet, sowie der Aufgaben, die sie sid) unter Vermeidung eigentlich parteipolitischer Fragen gestellt hat. Sachlich weicht das Proaramm des neuen Kabinetts nicht sehr von dem seiner Vorgänger ab, nur ist cs trotz gewisser Rücksichten, die sich die Regierung wegen des Fehlens eines festen Hinterhalts im Parlament zu nehmen gezwungen sah, viel klarer in Absicht und Zielsetzung als das in der letzten nur zu sehr mit Recht als inhalttos gekennzeichneten Thronrede niedergelegte Programm des Kabinetts Colijn. Dr. de Geer hat in feiner Regierungserklärung die jetzige Lösung selbst als „ein kurzes Intermezzo" charakterisiert, die allerdings Notwendig geworden sei, um dem Lande endlich wieder eine Regierung zu geben und die Parteien zur Selbstbesinnung kommen zu lassen. In der Tat ist es sehr zweifelhaft, ob dem Kabinett ein langes Leben beschieden sein wird, denn trotz seines parlamentarisch-überparteilichen Charakters wird aud) das Kabinett de Geer auf feinem Wege mit verschiedenen ernsten und nicht leicht zu überwindenden Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Letztere dürften außenpolitisch zunächst in der Frage der Abschaffung ober Beibehaltung der vatikanischen Gesandtschaft und in der Frage der längst fälligen Ratifizierung des niederländisch-belgischen Vertrags in die Erscheinung treten. Allerdings hat die Regierung bereits erklärt, daß sie in der ersten Frage die Entscheidung gänzlich dem Parlament überlassen will. Viel schwieriger dürfte es für den „ewigen" Außenminister Dr. van K a r n c b e e t sein, „seinen" in den roeiteften Kreisen mit scheelen Augen angesehenen Vertrag mit Belgien in der Kammer durchzubringen. Vielleicht dürften einige Änderungen und Ergänzungen zu diesem Vertrag, über die Vorbesprechungen zwischen dem Haag und Brüssel bereits aufgenommen wurden, die Kammer für eine Ratifizierung geneigter machen.
Die Frage der weiteren Vermehrung der Völkerbundsratssitze über den Deutschland zugesagten Sitz hinaus hat sich weder bei der Regierung noch in der Oefsentlichkeit geändert. Auch neuerdings wird wieder betont, daß Der Vol- kerbundsrat s o klein wie möglich sein muß, um so mehr, als man noch für den späteren Eintritt der Vereinigten Staaten und Rußlands in den Völkerbund Ratssitze offenhalten muß. Im übrigen wird der Kampf um den allein als berechtigt emp- . funbenen Anspruch Deutschlands auf Zuerteilung eines ständigen Ratssitzes in der gegenwärtigen Session mit Aufmerksamkeit verfolgt.
erreichen. Ungleich ungünstiger lägen für die La u - bad) er Schüler die Verkehrsoerhält- nisse, da weder nach Gießen noch nach Grünberg geeignete Bahnverbindung fei.
An der sid) anschließenden Aussprache, die sich recht lebhaft gestaltete und noch einzelne Ergänzungen zu den sorgfältig und gründlich behandelten beiden Referaten brachte, beteiligten sich Prof. Dr. R o e s ch e n, Kammerdirektor Birnbaum und Bürgermeister Böhm. Die Lehrer Bechtold und Gaub von der Laubacher Stadtschule • wiesen darauf hin, daß auch diese durch den Abbau bedroht sei, und daß bann die Gefahr stark überfüllter Klassen drohe. Sie regten zu einem Proteste auch in dieser Richtung an.
Die gewaltige Versammlung, welche die öffentliche Meinung von Laubach und Umgegend zu vertreten beanspruchen kann, nahm eine Resolution an, worin in scharfer Weise gegen die geplanten Abbaumaßnahmen des Amtsgerichts, der Realschule und der Stadtschule zu Laubach protestiert wurde. Der unversehrte Weiterbestand der Anstalten müsse aus Zweckmäßigkeitsgründen, insbesondere aber auch aus Gründen der Gerechtigkeit gesichert bleiben, da Laubach durch den Verlust des Gymnasiums schon sehr schwer geschädigt sei und für den Hessischen Staat hohe finanzielle Opfer gebracht habe, wie keine andere hessische Stadt.
Man beschloß, diese Resolution an die Regierung und den Landtag zu senden.
Tagung der Zivildienstberechtigten.
—Der Landesverband Hessen des Reichsbundes der Zivildienstberech- t i g t e n hielt am Samstag und Sonntag im Saal- bau Sauer zu Gießen seinen Verbandstag ab. Der Besuch der Tagung war aus allen Teilen des Hessenlandes sehr stark; auch Vereine aus preußischen Gebieten hatten sich eingefunden, z. B. aus Wetzlar, Marburg, Dillenburg, Weilburg, Frankfurt und Fulda.
mervorsitzenden bereits geschlossen, ehe die l Der erste Tag galt hauptsächlich den internen Kammer sich von ihrem Zustand der Erstarrung Verbandsangelegenheiten. Die Tagung begann Samstag um 11 Uhr. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen, Herr Fenchel, begrüßte namens des Zweigvereins Gießen die auswärtigen Vertreter. Für den Landesverband Hessen sprach


