Dienstag, 16. November (926
(76. Jahrgang
Nr. 269 Erstes Blatt
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Beschleunigung der Militär- kontrolloeryandlungen.
Paris, 16. Roo. (TU.) wie der Vertreter der Telunion erfährt, besteht sowohl in Paris als auch in Berlin die Hbfirfjt, die Verhandlungen über die Beseitigung der interalliierten mililärfontroUtom- misfion in den nächsten Wochen lm beschien- nigten Tempo sorlzusühren. Auch der sranzö- sische Außenminister Briand ist persönlich der Anschauung, daß es wünschenswert wäre, die Verhandlungen nicht mehr zu verzögern, da er befürchtet, daß sie sonst seine Besprechungen mit Stresemann über die deutsch-französische Verständigung unnötig belasten würden. Der Reichs- reglerung liegt bereits die Stellungnahme der B o t- schasterkonferenz zu allen Fragen, von denen wie bekannt eine Reihe bereits als erledigt zu betrachten ist, vor, während für die Behandlung der Rechtsfragen Besprechungen in Paris vorgesehen sind. Ungeregelt sind die Fragen der Militär- ausbildung und der militärischen verbände. Line Ausnahme macht nur noch die Frage der Königsberger Befestigungen, mit der sich die Bolschasterkonseren; am Samstag befestigte, ohne jedoch zu einem abschließenden Urteil zu gelangen. Aber auch diese Frage soll, wie verlautet, auf keine besonderen Schwierigkeiten stoßen. Ueber die Entsendung des Legationsrats F o r st e r . ber_ die Verhandlungen mit der Interalliierten Militärkommis- sion direkt führen sollte, ist eine endgültige Entscheidung durch die Reichsregierung noch nicht gefallt worden. Ls ist mit der Möglichkeit zu rechnen, bah an die Stelle des Legationsrats Forster General von Pawels als verhandlungsleiler treten wird. Die Reichsregierung wird die alliierten Regierungen ersuchen, ihren Vertretern In der Bot- schasterkonserenz die deutsche Ausfassung über die Beseitigung der Mitilärkommisston und über die Enfwasfnnngslage Deutschlands rnttzu- leNen.
Konflikt int französischen Kabinett. Minister Marin und die Radikalen.
Paris, 16. Rov. (TÜLL.) Auf einem Bankett der republikanischen Vereinigung hat der der Rechten amgeborenux Pensionsminister Louis Marin eine Rede gehalten, in der das Kartell der Linken und die von ihm betriebene Politik in heftigster Weise angegriffen werden. Der radikale „üuotitien" nennt ixese Erklärung eines Ministers, der mit fünf radikalen Ministern in einem Kabinett sitze, unerträglich, besonders da Marin die Methoden der radikalen Partei als eine Schande vor der Geschichte bezeichnet haben soll. Der Parieivorstand der Radikalen wurde für Mittwoch zusammenbemfen, um über die Haltung der radikalen Minister innerhalb des Kabinetts zu beschließen. Die Frage, die der Parteivorstand zu erörtern haben wird, Wird in der „Ere Rouvelle" wie folgt festgelegt: Die von Marin beleidigten Minister können unter dieser Beschuldigung nicht ruhig bleiben. Außerdem muh man die Frage erörtern, was Poincar 6 als Ministerpräsident zu tim gedenkt, kenn er kann Beleidigungen gegen Mitglieder seines Kabinetts nicht mit St-ll schweig en hinnchmen. 3n dem radikalen parteiof.iziosen Blatt „La Parole" erklärt der Abgeor.n.'te Archimbaud, wenn morgen abend Louis Marin noch Minister sein würde, würden die Radikalen sich über eine Lage auszusprechen haben, die sie nicht geschaffen hätten, die sic aber nicht hinnehmen könnten. Die Radikalen hätten den Wunsch, an der Rettung des Franken in dem Maße weiter teilzunehmen, in dem ihre früheren Gegner ihnen diese Zusammenarbeit ermöglichten. Man Hoist, daß der heutige Ministerrat nicht zum Bruch einer Kombination führen wird, die nur in einem Augenblick außerordentlicher Gefahr möglich gewesen ist.
Die katalanischen Zeparatisten.
Paris, 15. Rov. (WB.) Einer der hier eingetroffenen verhafteten katalanischen Sepera- tiften, Josephe Dorda Della Questa, erklärte, daß er und feine Kameraden nichts bedauerten, sondern dah sie sich weiter für die katalanische Bewegung einsehen wollten, die seit langem vor» bereitet worden sei. Diele seiner Kameraden seien aus Spanien ausgewiesen. Äe seien katalanische Rationalisten und nichts weiter. Es gebe keine rechts stehende und links stehende (Elemente. Man wolle zuerst einzn Freistaat schaffen, dann könne man eine Innenpolitik betreiben. Er und seine Kameraden empfänden es als eine Schande, daß ihr Führer, Oberst M a c i a , wie ein gewöhnlicher Gefangener behandelt werde. Sic empfänden es ferner als eine Schande,^daß ihre Bewegung mit der Angelegenheit Garibaldi vermengt worden sei. Man habe behauptet, seine Kameraden hätten den Schatz von Aotre Dame stehlen wollen und einer der Katalonier sei mit 100 000 Frank, die für die Bewegung bestimmt gewesen seien, in Dyon verhaftet worden. Das alles sei falsch Allerdings hätten die spanischen Carlisten und die Kommunisten ihre Hilfe angeboten, aber man habe sie abgclehnt, weil man nur eine rein nationalistische Bewegung habe Hervorrufen wollen. Er und feine Kameraden seien keine Spanier, sondern Katalonier und wollten, auf Frankreich angewandt, sozusagen .ein zweites Belgien schaffen.
Der deutsche Wahlsieg in Oberschlesien.
Dor etwa SVa Sohren, im März 1921, fand in Oberschlesien die bekannte Abstimmung statt, die eine starke Mehrheit für das Derbleiben bei Deutschland ergab. Trotzdem hielt sich der Dolkerbundsrat nicht an das Ergebnis der Gesamtabstimmung für gebunden und bestimmte, dah gewisse Teile von Deutschland losgetrennt und an Polen übergeben wurden. Damals hat die deutsche Reichsregierung! eine formelle Verwahrung gegen diesen Beschluß eingelegt und ihn als rechtsungültig bezeichnet, obwohl sie sich gezwungenermaßen der Entscheidung fügen muhte. Es war damals mit ganz besonderem Rachdruck geltend gemacht worden, dah ein großer Teil auch derjenigen, die für Polen gestimmt hatten, das getan hatten in. der bestimmten Annahme, Oberschlesien werde als solches ganz und ungeteilt entweder bei Deutschland verbleiben ober an Polen übergehen. An die Möglichkeit einer Zerreißung des einheitlichen oberschlesischen Wirtschaftsgebietes hatte kaum jemand gedacht. Aber gegen den Machtspruch der Entente gab es bei Deutschlands Machtlosigkeit keine Möglichkeit, die Rechtsauf- faffimg anders als in einer papiernen Verwahrung zum Ausdruck zu bringen, und so nahm das Verhängnis feinen Lauf.
Alle Doraussagungen, die damals an die klar zutage liegende Unfamigfeit der Zerreißung eines organisch gewachsenen und fest zusammenhängenden Wirtschaftskörpers geknüpft worden waren, sind in Erfüllung gegangen. Obwohl die osdoberschlcsischen Kohlengruben, denen zunächst ein ziemlich großes Kontingent zur Qiefecung nad> Deutschland freigegeben worden war, infolge des englischen Kohlenstreiks keinen Rückgang in ihrer Produktivität zu erleiden haben hat sich die wirtschaftliche Lage Ostoberfchlefiens so zu- gespiht, dah bei dem Aushören des englischen Kohlenstreiks und damit auch beim Einstellen der Lieferungen nach ®nglanb der wirtschaftliche Rückgang zur K a t a st r o P h e werden muh. Was für Ostoberschlesien im besonderen gilt, trifft für Polen im ganzen zu. Tie unausbleibliche Katastrophe ist nur durch den englischen Kohlenstreik verzögert und aufg^halten worden Sofort nach der Abtretung Ostoberschlesiens setzten polnische Bestrebungen zur Entdeutschung des Gebietes ein, das alles, was es geworden ist, deutschem Fleiß, deutschem Können und deutscher Tüchtigkeit zu verdanken hat. Allerdings konnte man nicht ganz so schroff und ungeniert vorgehen, wie in Westpreußen und Posen. Aber es steht noch lebhaft in der Erinnerung, m.t welcher Richtachtung sich die polnischen Behörden in Ostoberschlesien über feierlich eingegangene allgemeine und besondere Verpflichtungen hinweggesetzt haben. Rur dem wiederholten Eingreifen des Präsidenten E a 1 o n d e r ist es zu verdanken, wenn noch hier unb ba eine deutsch? Schule vorhanden ist.
Unter gewaltigem polnischem Druck sand bann einige Zeit später eine Wahl zum o ft ober» schlesischen Landtag statt, in der die wahre Volksmeinung nicht richtig zum Ausdruck kam, obwohl auch hierbei ein deutscher Sieg zu verzeichnen war. Nun aber nahte die Zeit der Gemeindewahlen, die man verschiedentlich in Ahnung kommender Ereignisse verschoben hatte, aber nicht länger mehr verschieben konnte. Das Ergebnis dieser am letzten Sonntag stattgehabten Wahl ist geradezu verblüffend. Man kann getrost behaupten, daß diese ?(bftimmung einem wahren Volksentscheid gleich zu achten ist. Als besonderen Schachzug hatten die Polen den Wahlzwang eingeführt, wobei sie von dem Gedanken ausgingen, daß der polnische Beoölkerungsteil sich bei Gemeindewahlen gleichgültiger zeigen würde als der deutsche. Das mag richtig gewesen sein. Aber jedenfalls haben die Polen damit erreicht, daß ungefähr 95 Prozent der wahlfähigen Bevölkerung auch geftimmt hat, was am besten beweist, daß die Volksmeinung klar zum Ausdruck gekommen ist. Das Ergebnis ist ein überwältigender Sieg des deutschen Gedankens in ganz Ost oberschlesien, selbst in den Bezirken, in denen bei der Abstimmung von 1921 polnische Mehrheiten zu verzeichnen waren.
Für jemanden, der die ostoberfchlesischen Verhältnisse aus eigener Anschauung kennt und der sich an die Zeit der heftigen Kämpfe vom Sommer 1920 mit der Erstürmung und Zerstörung des Korfanty- schen Hauptquartiers in Kattowitz erinnert, ist am bedeutsamsten der Umschwung in der Kattowitz benachbarten Ortschaft Schoppinitz. Dort war der Herd der polnischen Bewegung. Ein deutsch-amerikanischer Berichterstatter konnte sich nur mit eigener Lebensgefahr nach dieser Höhle des polnischen Löwen begeben. Von dort stießen ununterbrochen schwerbewaffnete polnische Trupps nach Kattowitz vor, die dorthin führenden Straßen und Wege waren von polnischen Wachen besetzt. Bei der Abstimmung fiel dort nicht eine Stimme für Deutschland. Und heute hat sich in Schoppinitz eine Mehrheit für bie deutschen Kandidaten ergeben.
Diese Tatsache allein spricht wahrlich deutlich genug. Obwohl weit über hunderttausend Deutsche seit der Abstimmung von 1921 aus Ostoberschlesien vertrieben worden sind, obgleich polnische Beamte und Techniker in großer Zahl dorthin verpflanzt worden find, hat heute die Bevölkerung von Ost- oberfchlesien mit überwältigender Mehrheit ihren Wahrspruch dahin abgegeben, daß die Zerreißung Oberschlefiens ein wirtschaftlicher und politischer Unsinn und auf die Dauer unhaltbar ist. Damit ist die Wendung eingetreten, die jeder Kenner der Ver
hältnisse erwartet hatte, nur noch früher, als zu hoffen war. Wird man auch in Warschau, in Paris und London die volle Bedeutung dieses Volksentscheides begreifen?
Weitere deutsche (Erfolge.
fi a 1f o w i (j, 15. Rov. (TA.) Die in den heutigen Vormittagsstunden eingelaufenen Resultate von den gestrigen Gemeindewahlen auch aus den kleineren Ortschaften Polnisch-Oberschlesiens lauten durchweg für die deutschen Listen günstig. Ls ist auf der ganzen Linie ein großer Sieg der Deutschen erfochten. worden, und zwar mit einer Durchschnttts- mehrheit von 60 Prozent. Lin besonders bezeichnendes Resultat liegt unter anderem vor aus der früheren Grenzstadt MysIowlh. hier erhielt die deutsche wahlgemeinde 3813, die korfanlypartei 723, die Rationale Polnische Arbeiterpartei 1164, die Polnische Sozialdemokratische vartei 145, die Kommunisten 216 und der polnische Bürgerblock 216 Stimmen. Lin genaueres Resultat liegt auch jetzt aus Königshütte vor. hier erhielten die Deutschen 32 Mandate, die Deutschen Sozialisten sechs Mandate, der Polnische Wahlblock elf Mandate und • die Kommunisten zwei Mandate. 3n de n während der Aufstandszeit sehr berüchtigten Ort Bis - marckshütte erhielten die Deutschen eine Mehrheit von 65 Prozent. Terrorfälle sind bisher noch nicht gemeldet. Rur in einem kleinen Orte wurde die Auszählung seitens der Polen verhindert.
Berliner Pressestimmen.
Berlin, 15. Rov. (TU.) Die Berliner Blätter vermerken ausführlich den deutschen Wahlsieg in dem an Polen abgetretenen Oüer- schießen. Die „K r e u z z e i t u n g" schreibt, dah die Ergebnisse des 14. Rovember auf die künftige Gestaltung der Dinge in Ostoberschlesien nicht ohne Rückwirkung bleiben können, ist selbstverständlich. Auf der anderen Seite aber zeigt her Ausfall der Wahlen erneut mit aller Deutlichkeit. wie unhaltbar die Zerreißung Ober- schlesiens, die uns durch das Diktat seinerzeit auf erlegt wurde, ist. Die „Tägliche Rundschau" unlerstreicht besonders die klägliche Riederlage der von dem Derbande der Aufständischen und des Westmarken-Dereins ausgestellten Liste. Dieses Ergebnis sei bezeichnend für die Bedeutung der Leute, die von dem Kattowiher Wojwoden gesördert, alles nieder- lnüppell.en, was anders gesinnt war. Die „D o s - fische Zeitung" bemerkt: We er die Täuschungsversuche. noch die gegen die t eutsche Wirtschaft gerichtete Politik Haden es erreichen können, daß sich das oberschlesische Dolk eng an die neue Regierung angeschlossen hat. Es ist im Gegenteil zu beobachten, dah vielfach die für die
Rach Frankreich ist nun auch in Jugoslawien eine ernste Verstimmung über das Derhalten der Faszisten ausgebrochen, die sich, was nur auf ilmtoegen bekannt wird, in den von Slowenen bewohnten Provinzen und Grenzgebieten ähnlich schwere, wenn nicht noch schlimmere Ausschreitungen haben zuschulden kommen lassen als an der französischen Grenze und in A,rika. Man wird zwar gut tun, den Alarmnachrichten, wonach die Slowenen in großen Scharen über die Grenze getrieben worden sind, zunächst mit einigem Mißtrauen zu begegnen. Fest steht aber, daß in Triest, Görz und anderen Grenzstädten es doch zu recht peinlichen Zwischenfällen gekommen ist, die das italienisch-jugoslawische Derhältnis höchst ungünstig beeinflussen unb für Italien wenig erfreuliche Folgen auslösen müssen, zumal Frankreich jetzt jede Gelegenheit benutzen wird, eine anti- italienische Front herzustellen. Mussolini selbst dürfte nicht so unflug fein, sich mit Gewalt Feinde zu verschajfen, die disziplinlosen Faszisten aber, die anscheinend ganz seiner Gewalt entschlüpft sind, manövrieren 3 tat en allmählich in eine Situation hinein, aus der es auch der Duce nur schwer wieder wird herausbringen können.
Wettrüsten.
Paris, 15. Rov. (MTB.) Die allerdings wenig zuverlässige „Chicago Tribüne" veröffentlicht alarmierende Nachrichten aus Dien, nach denen wegen der schlechten Behandlung der in Italien wohnenden Slowenen die Spannung zwischen Italien und Süb- flawien eine Kriegsgefahr fjeraufjube- schwören drohe. SübflarolenJ|oU Truppen an der italienischen Grenze konzentrie- ren und eine teilweise Mobilisation an- geordnet haben. Rach weiteren Berichten zöge auch die Türkei in der Provinz Adalia Truppen gegen Italien zusammen, und nach nicht authentischen Nachrichten solle sogar Frankreich mehrere Armeekorps an der italienischen Grenze mobil machen. Berichte aus Belgrad unb Laibach besagen, daß in den slowenischen Gebieten Italiens Panik herrsche, weil man mit einer Deportierung der Einwohner durch die Faszisten befürchte. Die Faszisten sollen in diesen Gegenden ein Schreckensregiment führen. In Laibach hätten gestern gewaltige antifaszistische Kundgebungen
Deutschen bei der Volksabstimmung abgegebenen Stimmen weit übertroffen wurden. Das „Berliner Tageblatt" schreibt, man denkt in Ostoberschlesien keineswegs daran, diese Gemeindewahl etwa als „zweite Abstimmung" zu betrachten. Man hofft nur, dah jetzt endlich in Warschau begriffen wird, dah die deutsche Minderheit in Polnisch-Oberschlesien ein machtvol -- l e r Faktor ist, mit dem man rechnen muß und dessen berechtigte Wünsche nicht mi 1Schi- lauen beantwortet werden dürfen.
Das Echo in Warschau.
Marschau, 16. Roo. (IU.) Rach den am Montagabend hier vorliegenden Meldungen haben die Deutschen in Kattowitz 34 Mandate und die Polen 26 Mandate erhalten. Zn Myslowih erlangten die Deutschen 14 und die Polen 16 Mandate. Im sog. Indusirieeck Oberschlesiens, das zum Kattowitzer kreis gehört, erhielten die Polen 216 und die Deutschen 159 Mandate. In polnischen Kreisen herrscht besonders Entrüstung über das Ergebnis im Indusirieeck, da die polnische Regierung stets daraus bedacht war, diese Gegend mit b u n - dertprozentigen Polen z u bevölkern. Die Warschauer Äbendpresse schlägt Alarm. Während die Rechtsblätter die ganze Schuld auf die Regierung werfen und dabei vor allem auf die durch die von der Regierung begünstigte Partei „Bund zur Verbesserung Polens" hervorgerusene Zersplitterung Hinweisen, beschuldigt die Linkspresse hauptsächlich K o r f a n t y und besten Anhängerschaft.
Neuer Konflikt zwischen 3 Regierung und Parlament.
Warschau, 16. Nov. (TU.) In Warschau entwickelt sich ein neuer schwerer parlamentarischer Konflikt. Die juristische Kommission des Sejms yat in einer Sitzung, an der kein Vertreter der Regierung teilnahm, die Presfeverordnung der Regierung annulliert. Die Regierung hat sofort beim Sejmmarfchall Protest eingelegt mit der Bemerkung, daß dieser Beschluß eine Verletzung derKonstitution darstelle. Die Regierung hebe beabsichtigt, die Verordnung noch vor Ablauf der vierzehntägigen Sperrfrist infolge der ungünstigen Stellungnahme der öffentlichen Meinung zurückzuziehen. Die juristische Kommission hat trotz dieser Regierungserklärung die Annullierung in einer zweiten Sitzung aufrechterhalten. Der Beschluß wird nm heutigen Dienstag die Plenarsitzung des Sejms beschäftigen. In politischen Ärnfen wird der Austragung dieses Konfliktes, de- möglicherweise zu einer Machtprobe zwischen ung und Volksvertretung entwickeln kann, gro„e Bedeutung beige- messen.
ftattgefunben, und die Polizei habe nut mit Mühe bas italienische Konsulat schützen können.
Die Konzentration türkischer 2ruppcn In Adalia wird als das erste Ergebnis der Verhandlungen in Odessa angesehen. Die Kerntruppen der Türkei seien in Konia zusammengezogen. Au-Iändevn sei bas Betreten türkischen Gebiets verboten worden: ebenso müßten aus Europa kommende Flugzeuge sich einer Kontrolle unterziehen. Italien solle die Insel Rhodos eifrig befestigen und die Insel Kastoloriz in ein Marincarsenal und eine Flugzeug- bafis umwandeln.
Italiens Balkanpotitik.
Bertihiflutlfl ^versuche des italienischen sandten.
Belgrad, 15. Roo. (WB.) 3n einem dem Vertreter der Wiener amtlichen Rachrichtenstelle gewährten Interview äußerte sich der italienische Gesandte D o d r e r o folgendermaßen über die Beziehungen zwischen Italien und Jugoslawien: Die Beziehungen zwischen beiden Regierungen sind die b e st e n. Wie bei allen Staaten mit gemeinsamen Grenzen sind Differenzen wie in den letzten Tagen unvermeidlich Solche Differenzen werden aber im Sinne einer vollständigen Ae verein st immung b e i g e l e g t. Ich kann versichern, dah Ziel der Politik Mussolinis auf dem Balkan ist der F r i e ö e, da die wirtschaftliche Entwickelung nicht nur des Balkans, sondern überhaupt, durch friedliche Verhandlungen gesichert wird. Die Instruktionen unserer Regierung, selbst dienen alle der Erhaltung des Friedens und der Rupe. Die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder sind die besten und der Handel, der wirkliche Inder der wirtschaftlichen Beziehungen, ist im siändigen Steigen begriffen. Rach dem Pakt von Rom, der das Wert Mussollnis und bestinnnt ist, die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verbessern, haben wir einen Handelsvertrag u!7d sehr wichtige Riederlassungs- und Konsular.'onven- tionen, die schon ratifiziert sind, abgeschlossen. Jetzt handelt es sich um die Approbierung der zahlreichen, von den beiderseittgen Bevollmächtigten in Rettuno unterfertigten Konventionen, die als Ergänzung der ersteren au betrachten sind, die Frucht mühevoller Verhandlungen darstellen unb für beide Länder gleich
Alarnmachnchicn vom Balfait.
Die italienisch -jugoflarvische Spannung.


