Onfevefle der vichecheit deS Publikums einp- siehkt es sich, die Vorzeigung des Ausweises in jedem Falle zu verlangen und beim Vor- sprechen verdächtiger Personen sogleich die Polizei zu benachrichtigen.
—.— Gegen den Abbau im Volks- schulwesen. Eine sehr stark besuchte Versammlung der Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises Gießen fand am Sonntag im Hotel Kobel Hierselbst statt. Sn dieser Versammlung kam in erster Linie die Meinung der Vichtlehrer, der Eltern von Volksschulkindern, zu den auf den Abbau im Dolksschulwesen hinzielenden Vestre- bungen zum Ausdruck. Bürgermeister Völker- Lich sprach als Vertreter der Elternschaft; er betonte u. o.: „Die große Masse der Kinder bekommt die Grundlage ihrer Bildung durch die Volksschule. Die Eltern dieser Schüler, sind be- ruflich meistens so stark in Anspruch genommen, daß sie sich um die Schularbeit nicht kümmern tonnen. Somit fällt der Schule die ganze Last des ^Interrichts und der Erziehungsarbeit zu. Fruchtbringend kann die Schularbeit nur sein, wenn es dem Lehrer möglich ist, sich mit jedem Kinde eingehend zu beschäftigen. Große Klassen bedingen jedoch Massenunterricht. Der Anter eich tserf o tg wird dadurch herabgemindert zum Schaden des Kindes und des Volksganzen. Die Zukunft der werdenden Generation ist gefährdet. Also Hand weg von der Volksschule!" An den beifällig auf- gcnommenen Vortrag schloß sich eine Aussprache, in -der von allen Rednern der Abbau in der Volksschule entschieden verurteilt wurde. Einstimmig fand die nachstehende Entschließung Annahme: „Die am 14 März in Gießen versammelten Schulvorstände der Landgemeinden des Kreises Gießen erheben schärfsten Widerspruch gegen die geplanten Abbau maßnahmen im Dolksschulwesen. Die Eltern von 90 Prozent aller hessischer Schüler sehen in der Volksschule die einzige und zugleich zweckmäßigste Bildungsmöglichkeit für ihre Kinder, welche die Grundlage schafft für das Vorwärtskommen des Arbeiter-. Bauern- und Gewerbestandes. Die Vvlksschulbilöung ist für die meisten Eltern der einzige Vermögenswert, den sie ihren Kindern fürs Leben mitgeben können. Darum die schädigende Hand weg von der Volksschule! Hier muß es heißen: Ausbau statt Abbau. Wir fordern die hessische Regierung und die Landtagsabgeordneten auf. die Abbau- anträge auf dem Gebiete des Dolksschulwesens abzulehnen"
Ruderfilm. Der Deutsche Ruder-Der- band hat im Jahre 1924 einen Ruderlehrfilm Herstellen lassen, der eine Gesamtlänge von 1500 Meter hat. Er beginnt mit einigen Bildern aus dem Bootsbau und der Rudermacherei und behandelt dann die verschiedenen Methoden der Anfänger-Ausbildung. Hierauf werden Aufnahmen von Mannschaften der MeisterschaftsregattI 1924, vom Rettungsschwimmen ufw. gezeigt. Besonderen Wert erhalten die Aufnahmen durch die ausgedehirte Verwendung der Zeitlupe. Die dadurch bei der Wiedergabe entstehende Verlangsamung der Bewegung ermöglicht jedem Ruderer, auch dem Anfänger, das genaue Erkennen der Fehler und vermittelt eine gute Kenntnis der Änzelteile der Ruderarbeit. Die Ausnahmen sind von dem Operateur der Derg- und Sport-Film-Gesellschaft Allgeier, dem Photographen der großen Schneeschuh-Filme, unter Leitung namhafter Größen des Ruder
sports , gemacht worden. Die Zeitlupen-Ausnahmen hat der Ausschuß des Deutschen Ruder- Verbandes bei der Meisterschafts-Regatta 1925 in Hannover Herstellen lassen. Bei dem technischen Fortschritt der erstklassigen Senioren-Mann- schäften im vergangenen Jahre stellt der daraus zusammettgeftellte Film eine wertvolle Ergänzung des Ruderlehrfilms dar. Die Gießener Rcrder- Gesellschaft 1877 hat die Filme zur Vorführung erworben und laßt sie am Donnerstag, 18. März, abends im Palast-Lichtspielhaus laufen. Freunde des Rudersports sind hierzu willkommen. Väheres in der heutigen Anzeige.
•* Reichs st euerbeamten-Tagung. Dec Bezirksverband Hessen im „Bund Deutscher Reichssteuerbeam len" hielt in Gießen seinen diesjährigen Verbandstag ab. Am ersten Tage der Verhandlungen fand vormittags im Hause des Gesellschaftsvereins eine Gesamtvorstandssitzung statt, der Rachmittag war ausgefüllt durch den Tätigkeitsbericht des Vorstandes und ein Referat des zweiten Bundesvorsitzenden, Oberstruer- inspektor B i n g e - Hamburg über Standes- und Organisationsfragen. Der zweite Derhandlungs- tag brachte die Beratung der gestellten Anträge durch die Ausschüsse, sowie die Beschlußfassung durch das Plenum, ferner die Aussprache zum Tätigkeitsbericht, sowie die Vorstandswahlen. Der alte Vorstand kehrte nach einstimmig erfolgter Wahl wieder. Die Ortsgruppe Gießen veranstaltete zu Ehren ihrer Gäste einen Begrüßungsabend unter der vortrefflichen Mitwirkung dec Kapelle Topp, des Doppelquartetts des Dauerschen Gesangvereins, der Herren Hermann (Cello) und Günther (Klarinette) und von Turnerinnen des Turnvereins 1846. Der Abend nahm in allen Teilen einen ausgezeichneten Verlauf.
** Im Lichts pielhaus Bahnhof- st r a ß e läuft der Film-Roman „Pietro, der Korso r". Das Werk greift um Jahrhunderte zurück. Romantische Bilder lind Szenen aus dem Leben und Treiben eines spanischen Korsarenordens — einer Freibeuter-Bande — lenken die Gedanken auf einen Claus Störtebecker und die alte deutsche Hansa. In der Titelrolle zeigt Paul Richter (die Siegfried des Ribelungensilms) seine hohe Kunst. Auch die übrigen Hauptdarsteller geben ihr Bestes, das Filmwerk in feiner Gesamtheit zu einem Erfolg gestaltend. — In den P a l a st - Lichtspielen (Kirchenplatz) bringt eine Künstlergruppe den -Filmsketsch „Ein Blick hinter die Kulissen" zur Aufführung. Mit besonderem Beifall wurden die Tanz- und Gesangsdarbietungen der weiblichen Darsteller ausgenommen, während der Filmkomiker Charlie eigentlich nur ganz am Schluß durch einen ganz verblüffenden Trick die auf ihn gesetzten Erwartungen voll rechtfertigte.
Bad-Nauheimer Wirtschaftssragen.
Bad-Nauheim, 15. März. Im vergangenen Jahre haben sich die verschiedensten hiesigen Wirtschaftsgruppen (Hotenia, Einzelhandel, Aerzteoereinigung, Handwerkerbund und Gewerbstreibende) zur Arbeitsgemeinschaft der Bad-Nauheimer Kurinteressenten zusammengeschlossen, um die gemeinsamen Interessen wirksamer vertreten zu können. Bei der Stadtoerordnetenwahl trat der Verband zum ersten
mal mit Erfolg vor die Oessentlichkeit. In verschiedenen Bersaminlungen wurde inzwischen zu den schwebenden Fragen Stellung genommen.
Die bedeutsamste Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft war bisher die Kundgebung am Samstagabend für die Wahrung der Interessen des besonders gelagerten Bad-Nauheimer Wirtschaftslebens, das fast 90 Prozent der Bevölkerung auf die Erträgnisse aus der Kurindustrie anweist. Der große Saal der Turnhalle war trotz der gleichzeitig stattfindenden anderen Veranstaltungen bis zum letzten Platz gefüllt. An Behörden waren vertreten: das Finanzministerium durch Ministerialrat Windisch, das Finanzamt Friedberg durch Regierungsrat Schmidt, die Handelskammer Friedberg durch Dr. Göbel, das hiesige Polizeiamt durch Regierungsrat Dr. G r o o s h o l z, die Bad- und Kurverwaltung durch Kurdirektor von D o e h m e r, Oberbaurat B e r ck, Prof. Dr. Weber und den Pressechef Dr. Ricklinger, die Stadtverwaltung durch Bürgermeister Dr. Kayser, Beigeordneten Kissel und zahlreiche Stadtverordnete.
Der Vorsitzende, Kaufmann K. Nickel, hob nach kurzer Begrüßung hervor, daß der Abend nicht im Zeichen des ausgesprochenen Protestes ftehen, sondern in gemeinsamer Beratung Mittel und Wege zeigen solle, wie die das Wirtschaftsleben bedrückenden Härten und Mißstände obzu- stellen seien.
Der Redner des Abends, Notar Stahl, behandelte in zweistündigem Vortrag in ausgezeichneter Weise das Thema:
„Wirtschaftliche Rück- und Ausblicke unter besonderer Beachtung der Verhältnisse in Bab- Rauheim als Kurort.
Seine Ausführungen, die mit seltener Aufmerksamkeit verfolgt und mit starkem Beifall ausgenommen wurden, machten in ihrem ersten Teil nut den grundlegenden Problemen vertraut, die die heutige gesamtdeutsche Wirtschaft beherrschen. Im besonderen Teile des Referats gab der Redner an der Hand von Zahlen eine interessante Begründung für die wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs. Die allgemeine Verarmung hat nach Auffassung des Redners auch B a d - N a ii h e i m nicht unberührt gelassen. Hotelindustrie, Einzelhandel, Handwerk und Gewerbe wurden von dem wirtschaftlichen Niedergang in Mitleidenschaft gezogen. Als Mittel zur Abhilfe empfahl der Redner die Bekanntgabe von Mindest- und Höchstpreisen im Hotelgewerbe, außerdem trat er warm für die Wochenend- propaganba (Wochenendkarten vom Samstag dis Montag früh statt Sonnwgskarten!) ein, wie auch für Pauschal abkommen mit den Gästen, besondere Vergünstigungen für die Vor- und Nachsaison. Diskutabel sie auch die Anregung einer Typisierung und Normung im VerpfleHungs- und Beherbergungswesen. Für Einzelhandel und Handwerk sei ebenfalls die Typisierung zu erwägen, ferner die Verringerung der Läger, die Vermeidung großer Zinslasten und die den Verhältnissen an- gepaßte Festlegung der Saisonausverkäufe. Das Verhältnis der Stadt Bad-Nauheim zum Staate streifend, bedauerte Redner den Fis- k a l i s m u s, der sich in manchen Maßnahmen der Verwaltung auswirke, namemlich in der Preispolitik (Kurmittelpreise), und der auch in der Auffassung des Landtages, daß 400 000 Mark
von dem Bruttoertrag des Bades an die Staatskasse abfließen müßten, zum Ausdruck komme. Als falsche Sparmaßnahme bezeichnete er (ebenso Bürgermeister Dr. Kayser später in der Aussprache) die Auslösung des Kurorchesters, da sie die Zerstörung der mühsam eingeführten Winterkur bedeute. In Schutz nahm der Redner die von verschiedenen Seiten angegriffene Finanz- und Steuerpoliti k der Stadl, der es möglich gewesen sei, den städtischen Haushaltsvoranschlag 1925 nur um 50 Prozent über den Stand von 1913 zu erhöhen, trotz der gewaltigen Vergrößerung des Aufgabenkreises. Ohne den Ernst der Lage zu verkennen, schloß der Redner seine Darstelluna mit der Hoffnung, daß bei Aufbietung aller Kräfte diese schwerste Wirtschaftskrisis auch für unsere hessische Badestadt überwunden werden könne.
An der
Aussprache,
die an einem weiteren Abend fortgesetzt werden soll, beteiligte sich als Hauptredner Ministerialrat Windisch, der Dezernent für das Bad im Ministerium, mit Ausführungen, die den guten Willen verrieten, den besonderen Wünschen der Stadt und der Bevölkerung nach Möglichkeit nachzukommen. Er verteidigte die Verwaltung, die sich nur von kaufmännischen Grundsätzen leiten ließe und das Bestreben habe, im allgemeinen Interesse die Preise so niedrig wie möglich festzusetzen. Eine Aendening der Preispolitik sei zur Zeit nicht möglich, zumal die Bäderpreise nur eine 60prozentigc Erhöhung gegenüber dem Effektivpreise von 1914 erfahren hätten, die Ausgaben des Bades aber höher gestiegen seien (100 Proz. mehr an Löhnen, 500 Proz. mehr an Steuern als 1914. Möglichkeiten, die den Staat in Wölfersheim in die Lage versetzten, die Gestehungskosten für Kraft hetob - zusetzen und dadurch die Preise unter den Friedenspreis zu senken, seien in dem Betrieb eines Bades nicht gegeben. Die relativ geringe Erhöhung der Preise habe übrigens keine Kurgäste abgehalteu, das beweise die günstige Frequenz von 1925. Der Redner lehnte es ab, wenn von einem nicht guten Verhältnis zwischen Stadt und Staat gesprochen werde. Stabt und Staat stünden auf gemeinsamem Boden, er kenne nichts Höheres, als die Wirtschaft Bad-Nauheims zu heben. An der weiteren Aussprache beteiligten sich noch Dipl.-Ingenieur W e - Niger, Kaufmann G. Wolf, der auf die besonderen Schwierigkeiten des Einzelhandels in einem Saisonbadeorte hinwies, und Stadtv. Kraus, der Klagen über die unerträgliche Steuerlast des Beherbergungsgewerbes vorbrachte und Beseitigung aller Jnflationssteuern und aller behördlichen Maßnahmen, die den Fremdenverkehr erschweren, forderte.
Bürgermeister Dr. Kayser wandte sich als letzter Redner des Abends ebenfalls dagegen, daß man dem Bade 400 000 Mark entzöge, und stellte fest, daß ein Zusammenarbeiten zwischen Stadt und Staat bestehe und noch viel mehr gepflegt werden muß. Vor allem sei notwendig, daß nicht die eine Instanz wieder nehme, was dze andere gegeben hätte.
Das Schlußwort sprach der Redner des Abend, nach lehr anregendem Dersammlungsverlauf erst nach Mitternacht mit einem nochmaligen Hinweis auf die gemeinsamen Aufgaben, die einmal Stadt und Staat, bann aber auch alle hiesigen Wirtschaftsgruppen in rechtem Solidaritätsgefühl zu lösen haben. „w.-
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Bekanntmachung.
Der auf den 18. März festgesetzte Butzbacher Iubilaums-Faselmarkt sowie die damit verbundene Bullen-Auktion des Landwirtschaftskammer- Ausschusses der Provinz Oberhessen können infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche a hiesigen Platze und in Orten der naher« Umgebung nicht abgehalten werden. ( wird deshalb auf den 29. April verle; Die Ziehung der mit dem Markt verbundenen Verlosung findet gleichfalls erst an diesem Tage statt. Der Betrag die verkauften Lose sowie etwa nicht taufte Lose sind bis zum 20. April einzusenden. 2424D
Vuhbach, den 13. März 1926.
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17 (Re II sei
Feinschnitt ist Trugschnitt
Es ist zu wenig bekannt, daß bei Pfeifentabak die Schnittbreite von großem Einfluß auf Geschmack und Qualität ist.
Gute überseeische Tabake müssen „am Blatt brennen ", wie der Fachausdruck lautet. Es wäre deshalb ein großer Fenier, wenn wir erstklassige Rohtabake zu Feinschnitt verarbeiten würden.
Feingeschnittener Tabak brennt zu heftig, erzeugt übermäßige Hitze, beißt auf der Zunge und die Qualität kommt infolgedessen nicht zur Geltung.
In die lange Pfeife gehört Grobschnitt.
In die Bruyöre-Pfeife Krüll- oder Marineschnitt,
aber niemals Feinschnitt.
Zigarettentabak ist kein Pfeifentabak.
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ist die Schnittbreite genau der Mischung angepaßt, um die Qualität vollkommen zum Ausdruck zu bringen.
Den bisherigen Feinschnittrauchern empfehlen > . :v unsere leichte holländische Mischung
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10. März 1926
r
Cafe Amend
Mittwoch, den 17. März
Schlager-Abend
gesungen von Herrn Plate von der Frankfurter Oper


