Nr. <3 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger <General-Anzeiger für Vberheffen)
Samstag, 16. Januar V>26
] cl)l:
der Individualität
t. Reisrirchen,
der
erscheint, doch die
mehr Tiefe gemimte. Machte werden, wenn Welt fleht Ohne einen
Ar- fl<b
stand der israelitischen Gemeinde dem Verblichenen einen warmen Nachrus. Die Vorstände der beibeii Gesangvereine legten unter ehrenden, dankbaren Warten prachtvolle ÄräiiAe nieder
tb. Ian. Die A a 14 m a di e i
den Kaufpreis nicht besser anzuwenden, als zur Heimreise Aber zu Hanse leidet es ihn nicht lange,
„Stumm schlaf! dei Sänger vor, tvvrans Pronin valiabblnet Dr. Sander (Gießen) in deweglen Wollen em Lebensbild dßv ü nl|d)lafcnen entwarf Dl ad) einem weiteren Gesang widmete der erste Dor
Neues aus dem Reiche Philatelie.
Warle sännen lebendige
schon Lago verkörpernd. Ober das kindhafte Weib auf dem fabelhaften Einhorn reitet langsam, flünj langsam zwischen den Glömmen des verzauberten Waloes hervor - „ein Bild so still, so still, das, man erfdjrerffn muh, wenn fentanb nur anflopfl", wie der Maler selbst non einem anderen seiner Bilder sagie. „Einheit uon Wesen und Welt", |u bezeichnete kürzlich Richard Hrnmum die Art dieser Bilder, und traf damit In glücklicher Formulierung das Uiiocrflänfllidjc in Bäcküns Kunst.
Und so ward dem Allen schließlich sein eigenes Heben zur Mi)the. Dann führt der nicißflcflcibcle Fährmann den stillen Kahn zur Tolenin|el mit ihren ernsten Pinien. Denn lang fdjon hat der Tod, selbst da, wa er als Änod)enmann seinen cdjrerfen verloren — ruht ihm Fiedel im Arm .
wird unbesehen ausgenommen, was fid) als et an besondere- gibt. Eine geistig bearünbde Inbividna- liläl muh aus einer Inneren Rotivenhigkeit ruhen und diese zu voller Entsaltung bringen. Sie muh darin eine groß» und schwere Ausgabe finden. Dai kritiklose Streben nach Individnalilal verfällt leid)! Ino Wunderliche und Berschrobene, das vornehmlich darauf ausgeht, das Individuum mit aller feiner Zufälligkeit möglidjsl überlegen und bedeutend dar Auftcllen und ohne ein echtes Schaffen erhöhender 'Irl mit dein Schein der Originalität zu prunken. Mil Recht sagte darüber einmal Jakob Burckhardt: „Originalität muh man haben, nicht danach stieben."
too leibet unsere 3dt sehr an dem Streben fob djer, die sich einbilden, geistige Individualitäten zu fein, denen aber die notige Kraft und die nötige Befestigung in geistigen Zusammenhängen und An- trieben fehlt. Eigensinn ist noch keine edjle Bildung. Der leere Punkt erzeugt kein vordringkndes Schaf sen. Auch an dieser Stelle geraten mir in die Gefahr eines (Hohen „Als ob", dav heifzl: wir geben uns den Schein einer geistigen Inbioihnalitüt, aber wir hefigen keine geistige Individualität.
Fassen wir die Fragen kurz zusammen:
Bon her Höhe her deutschen Denker tarnen an uns graste Antriebe und Vertiefungen. Sie gaben dem Heben einen festen Grund. 'Aber hie Obersläch.- des heutigen Kulturlebens hat diesen Grund aus- gegeben und begnügt std) mit einem blühen Schein. Ihr Streben schwebt daher in leerer l'uft. Das ist für die Dauer nicht zu ertragen. So gilt es einen mutigen Kampf gegen diese Verkehrung anszuneh men. damit uns das Leben mehr Wahrheit unb
hinter ihnen eine geistige solchen Zusammenhang werden sie nnwrmeiblid) hohle Phrasen.
nicht in München und nicht in Weimar. Und auf feiner zweiten Weife nach Italien erst entdeckt er sein Gleich: eine neue Welt, seine neue Welt.
Schon bei feiner ersten Romfcchrt war er dort mit einem andern zusammengetrosfen, der gleid) ihm aus den gestaltlosen Nebeln her Heimat her aueftrebenh ein Echteres Reich mit der Seele suchte, mit Anselm Feuerbach. Aber der halte über den jungen Burschen den Kopf geschüttelt. Kein Wim her. Bon frühester Jugend mit den Oteflallcn des klassischen Altertums vertrant, sah der strahlend schöne Anselm nun im Südlande mehr die Heimat der klassischen Kunst als der Menschen. Aber feine italienijdjen Landschaftsidylle aus jener Zett sind grau und verschleiert, vornehm und karg roh- Olivenhaine. — Ganz anders Böcklin. Anderes sieht er in Italien — und sieht es auf andere Weise. Okmih, auch Böcklin hat jefit wvhl Catutl und Theokrit gelesen. Aber was er vor allem in Italien damals sah und entdeckte, dav mar die Natur, war Himmel, war Sonne. Er war ja als Landschafter schon nach Italien gekommen: aber seine frühen Bilder spiegeln zumeist nächtiges Waldeodnitkel, Drudjenschlnchl, büstende Einsiedler, Todesritt bu rd) ödes Land: Wald der nordiichen Heimat, Nacht, „die tausend Ungeheuer schasst". Jehl erst erwacht sein Auge und sieht die neue Welt. Wie fein Lands mann (Wethe konnte er sagen, dost ihm Italien neue Augen gefchenkt habe. Italien ersteht. Aber cs ist nicht mehr das Italien der Romantiker, eo ist auch nicht bü', Reid) der klassischen Kunst, wie es Feuerbach sah. Es ist ein lebendiges, ja, ein ewige'. Reich, das vor ihm ersteht — das Reich der antiken Natur. Und nun ersteht aus diesem leben bin neuen Nalurleben ein Vorgang von antiker Gröhe — das klassische Moment in Bäcklinv Schassen, das feine vielumstrittenen Bilder aus tiefer Zeit trog aller Angrifsspunkte noch Henle fo lebendig macht wie am ersten Tage Jene altneue Natur erzeugt in seiner Seele noch einmal wie vor Jahrhunderten wieder hie altneuen Fabelwesen, hie seine seligen Brüher, die alten unb jungen Olrte- chen, liebten. Diese Faune und Sa yren diese Rajaden und Iritoncn, die er fehl malt, sind keine Dekoration und keine Staffage. „Urzeugung fminte man den Vorgang nennen, der hier im Zeitalter her Lokomotive noch einmal Hellenische Fabelwesen mit neuem, den Wasser selbst gebaren aus ihren glchernden Schaumkronen jene Hellen Kopse der Naiadei. d aus- und niederschnetlen mit dem meisten Gisch her sie um sprüht. Aus dem .reisen im Meer wuchst die rätselhafte CBcflall bei 7 ritons au), halb ."tenich, halb Fisch, mit feinem seltsam uubefreiten >ehn suchtsbli.k die Seele des Wassermanns in der beut
Oberhessen.
VanvkretS Gietzen.
I„ A u s dem Kreil e, 18. Ian. Die Spar tn n |) n a h m c n der Regierung erstrecken sid) and) auf das Gebiet des Schulwesens. Durd) 'luf- tellen der gegeuioärtigen und zukünftigen Mlaffcn (arten in den einzelnen Schulen fallen Unterlagen iir das Zusammenlegen besonders ch wach er Klassen gewonnen werden. So wird gar manche zweiklassige Sd)ule, die vor dem Kriege infolge starker Sd)ülerzal)l eingerichtet wurde, wieder einklassig werden, amh gar maiidic nrehrklassige Schule hie eine oder anbei e Klasse ver Heren. — Gegen die von den Strclobauämtern fest gefegte F r i e b e n v m i e t e für die Lehrer d i e n st w o h nu n g e n wurde mehrfad) Wider fprud) erhoben, weil sie viel fad), besonders was alte, besd)ränkte und vom Verkehr abgelegene Dienstwohnungen betraf, als zu hoch angefehen wurde. Radidem nun das Ministerium her Finanzen durd) Verfügung vom 18. Juli 1924 für die Staatsbeamten in den staatlichen Dienstwohnungen eingehende Br stimnmngen erlassen und hamit einen Maststab zur Berechnung her Mieten für die Dienstwohinmgen de- Siaotsbeai.rten geschaffen hatte, t>at das Landesamt für das Bitdun. unefen verfügt, dafi diese Bestimmungen and) für hie Lehrerdienjt Wohnungen Anwendung finden sollen. Die Mielfatze für die Lehrerhienftmohmmgen werden ’oemuad) in nächster Zelt aus Grund dieser Bestimmung von den Krels- ämtcru Im Einvernehmen mit Den Gemeinden er neiit feftgesetzt werden.
v. Lvndors, 15. Ian. Gestern fand dahier die Beerdigung dos in Schönberg (Schwarzwald) verstorbenen früheren langjährigen Lehrers und Kantors der Israelitischen Religionsgemeinde, M. Band a st , statt. Der Gesangverein Froh" sinn, Londorf, war nahezu vollzählig erschienen, um seinem langjährigen treuen und bewährten Diri aenten die Icfjte Ehre zu erweisen, ebenso war eine Abordnung des Mannergesangvereins A 11 e n d o r s a. d. Lda„ dessen langjähriger Dir! gent der .Heimgegangene gewesen, gigegen, ferner ein weiteres großes Trauergesolge. "luf dem Fried Hofe trug der Gesangverein Frohsinn den Chor
Eine auffallende Erfcheinung ist die Konzentra Hon des Handels für Raritäten auf die grasten europäischen Briefmarken o u k t i o n c n, die Haupt sächlich In Berlin, Frankfurt a. M-, London unb Brüsfel abgehatten werden. Richtungweifi nd für dir mrcHc sind die Kataloge, wobei In 2)oiit|d)lnhh her nur dem Kriege |o populäre Leiifkalalog dem Mlchelkatalog Hal weichen müffen. Allerdings Ve schweren sid) viele Sammler harüher, daß öle Preise für da Jahr 192» auch In diesem Buche nicht mastgebend sind, weil ein uerfd)leben w rech nciiber Rabatt jednwlig obzuniehen ist. Für alt deiilfche Marken unb beutfdjr Kolonien erfreut sid) der .Watalon groster Wertschätzung-, bas Mus anh repräsentiert in diejem Zweige mit kannte Namen wie Poert und Telller, Zumsiein, 6cotl
Dav bemerkenswerteste Ereignis des letzten Jahres war die Versteigerung brr großen Fe r rar i - Sammlung In Paris, die fegt endlich been del ist Die Prachtsammtung war bemmilltd) dem deutschen RelchvpvftmiNlfteiium vermacht worden, jedoch beschlagnahmte sie hie sranzosifchr Regierung augunften dec Reparationskasse Soweit bekannt, brachte der Erlös etwa 10 Millionen Mark 211; einer der Hauptkäufer entpuppte sich ein VImm inner der für eine her seltensten Marken nicht niemger als 5H<KH) Dollar bezahlte. Seitdem he kommt der Käufer täglich nahezu hundert Brtef.- oon Schülern aller Länder, die Ihm ihre Sclmm funn „aufhängen" wollen. Wie man hört, verhalt fid) der geplagte Dollarmillionär blefen Wiigeboteu gegenüber ziemlich skeptisch. — Varauosid)>lid) wirb auf der grosten Fruhfahrsanvstellung In Frankfurt nm Main die Sammlung des Zaren Nikolaus tt zur Besichtigung aufgelegt werden. Der ehemalige Russenbehe.rscher hat seine Briefmarken fo geliebt, hah er sie mit fid) In hie Verbannung "ahm. W find die Werte Eigentum eines Balten.
Nach und nach find alle Länder her Welt da g. übergegangen, fld) eigene Briefmarken zu IN'ifttN- Sogar der Herr aus Zentralarabien, der "teige nannte Saud in Riad Hot jetzt feine Wattw.fcb die Beduine., fo grast.- Kvrrefpondeiiz'.edurfntffe hoben, fei dahtngestelli Iedenfalb' durfte es aud) dort einig'- des Schr.-.dens kunchge Leute geben.
Für das Jahr 192» find In Deutschland mehre,. mohi- Briefmarken a v ' st e I l u n g c it ongcfehl. von denen bir bebentenhfie wohl bie m Frank furt a M. Ist- Für diese find die eisten rage b.- Aurll vorgesehen, und e<> warben schon seht inehl als 1000 Sunbratmefer Plast in. Wlfehauv „Werl bunb bestellt. Eino weitere graste Aufteilung bunben mit hem 32. Deutschen Philatelisten „g. inlrb Dortmunh abhalteu. 11
daß der Durchictmm ber Zeit wohl den "Naim । b 1 Persönlichkeit feflhält, aber die ihm liegende Wer lang und Aufgabe preisgibt. Dieser Tagesdurch- schnitt besitzt feine Persönlichkeit, sondern er behilst fid) lediglich mit ilftyin Namen und Schein. Er tut. als ob biefe Tlcnfdjcn Perfönlichkeiten wären, wäb renb sie in Wahrheit jenen Ausdruck nur als ein gefälliges Aushängeschild verwenden.
Charakter.
Mir der ethisd)eii Grundüberzcugimg Kams verbindet fid) eng die Verschiebung und Berliefung he--» Ausdrucks Charakter. Dav griechische Wort hat eine lange Geschichte, mit her wir uns nicht zu besassen buuidjen. In die moderne Literatur ist es nament lid) durch das Werf von La Bruydre gekommen. Sein 1n67 ersdüeneues Bud) „Les caractfrres de Thöophraste, avec les caractercs ou les rnocurs dc ec sibclc“ würbe aud) von ben andern Völkern fehr beachtet, ja versd)l>lngen. Der Ausdruck biente im 18. Jahrhundert zur Bezeichnung einer behat renbeu. seelischen, iiamcntlid) moralifchen Eigentüm lidifeit von Menfd)en und Völkern. In diesem Sinne gibt cs eine Fülle verschiedener Charaktere, gute und auch böse. Erft Kant hat beiitlld) aroifdjen einem physischen und einem moralischen Charakter geschieden. Entsprechend seiner scharfen Auseinander Haltung von 'Jlntur und Freiheit sagte er: „Einen Charakter schlechthin zu haben, bedeutet diejenige Eigenschaft des Willens, nach welcher das Subjekt fid) selbst an bestimmte praktische Prinzipien bindet, die eü sich durch seine eigene Vernunft miabüiibcrlid) vorgefchrieben bat.“ In biesem Sine wollte Kant nicht sagen, her Mensch habe diesen oder jenen Cha- ratter, sondern er habe überhaupt einen Charakter, „der mir ein einziger ober gar keiner sein kann". So wird der Gewinn eines Charakters beutlid) auf ein Entweder Dder gestellt. Diese kantisd).' Fassung, welche das Leben auf die Stufe nioralifcher Selbst - tätigfeit hebt und Freiheit und Willensstärke untrennbar miteinander verbindet, ist rafd) burchge- drnngen. Bei biefer Wendung gewann das Streben eine innere Graste unb Würbe; ein hohes 3bc.il und eine dringende Forderung wird damit dem '[•lenfdien vorgehalten. So verhält fld) auch heute das Wort. Aber wie lieht cs mit der Sache? Ein.- Zeit, deren Dnrd)fchnlt eine geistige Selbsttätigkeit .oenlg schätzt, ja leugnet, unb überwiegend den 3n le reffen des sinnlichen Dafeum huldigt, kann i einen aiiaralter ausbllden. Ihr fehlt der Mut, einer öunHcn Welt zu trotzen. Ihr fehlt her Heroismus, ,.hne ben kein geistiger Aufstieg gelingen kann. Der Verzickft auf einen Charakter im Sinne Kants droht manche Zeitgenossen zu gesinnungslosen Wlndsah- rern zu machen. Um so nötiger wirb es demgegen über, ben Grunbgedanfen Kants mit seiner Yerbig- leit und seiner Strenge, aber aud) mit seiner weit, überlegenen .Hoheit und Würde dem anfwadhenden OJefdilcdit nachdrücklich einzupriigeu.
Geistige 3nbivlbuaUltiL
Spricht auo jenen beiden Ausdrücken zu uns die kantische Gedankenwelt, so haben wir in der gcl- stigen Individualität eine folgenreiche Wirkung Lelbnizenc. anzuerkennen. Denn er vornehmlich hat in seiner Monadcnlehre den Begriff zu einem Hauplstiick einer Wcltanfdjniiimg erhoben. Cs war feine Neberzengnng, da st jedes Wehm, im besonderen das geistige, die llnenblld)fcit ocs Alls eigene tümlid) abfpiegcle, unb barin einen unvergtech' (id)cn Wert besitze. Dav mußte bei näherer (Entwirf lung die Forderung stellen, der individualen Art treu zu bleiben und fie gegenüber der Außenwelt tapfer durchzufctzcm Aber diese Schätzung der In- bivibualität hing durchaus art dem Verhältnis zum Weltall. Sie war unmöglich ohne eine metaphn- sische Begrünbung. Diese Begründung wurde aber im Verlauf her Zeit mehr und mehr verdunkelt, und ec- wurde die oorgesundene Bes.h.ifsenheit hco einzelnen ohne weiteree als ein Mafcktab behandelt. Es fehlte eine genügende Scheidimg von geistige!- Aufgabe und i-mplri|d)cm Bestände/ Wohl hat der Du.chfchnit eine gewisse eigentümliche Art, wie aud) Tiere sie haben, aber es fehlt ihm her Aufstieg zn einer beherrschenden Höhe und damit eine geistige Individualität. Es
arbeiten In den Gemeindewalbungen sind jetzt beendet worben. Im ganzen würben etwa UW Festmeter Hotz gelchtagE«, wovon nicht ganz bie »älftt Brennholz ist. In den stürmtichen Tagen um Neulahc herum hat ber Sturm in ben Fichten bestauben noch bcbculcnhni < diaben angerichtet, Io bast mehr Stammholz gefd)lagcn worben ist. ul - vorgeschlagen war. Die Zahl bei Holzmacher wat dieses Jahr sehr groß, es waren gegen 40 Leute. Diese lallen nunmehr zum größten Teil ber Arbeit- lofcnfiirsorge anheim. — Nachdem dieser Tage her 'Bet bei film bei uns aalgesührt wurde, hielt her Generalsekretär des Ev.Bundes, Pfr. Han vt (Giesten) in der Kirche einen Vortrag. In seiner lief angelegten Rede zeigte er, daß die Religion den Kern des Lebens auc-madiai muh. Ohne Religion ist ein Volk verloren, unb aud) das deutsche Volk muß die Religion wieder mehr achten lernen. Daneben tut hem deutschen Volke und) die Liebe zum
and i- in m1' V0l dem Deutschlandlied ->b>. muß dar Vaterunser kommen. Seinen Vortrag fdimürfte Pfarrer Haupt mit Erzählungen über Er lebmffc ans feiner vielseitigen Tätigkeit aus.
" 2Id». 18 Jan Am morgigen Sonntag, 17. Januar, 31 , Uhr uuchmiltage, hält de. K v i e g e v l> e v c i u L i ch bi der neuhergerichtet en imt> bcheulenh erweiterten T u rnhall c Wieher ebteft feiner belieb len Olt i 111 & v f o u 8 c r t e ab Demertengwert ist, daß diesmal hie gefaulte a bei le deS 1. Ba ' I. Ins.-Rai Ar. l-°» unter ihrem bewehrten Ober-Muslkmelster Löbc fVielen wird. Der erste Teil de» Skonzerle« wird Streichmusik fein, wdbvenb der zweite Teil au« Rlachmtsil besuchen wird .^ervot-zuhelieii sind hier tn-ionderc'c die auf da- Programm gZeßteit blft’orlfdieir Aiärfch. von E. Kaiser mit .Herolds trompeten unb SVcffelbaulen, die aus dem Reat- menkMeft der 116er allgemein entzückten, um 6‘/d 110r abendk finde nod> ein Lichtbild- v o r trag bc8 Dr Alfred SV u e v m a n n. Leut nant unb Mldoffizier be<> ebcitt. A. D. SV. Flieget ■abtg. 23 über da» Thema „Arontflieger int Westen" unb ..Al« Artillerie- und Insantcrie flieget" mit 100 Lichtbildern statt. Dr. K u er - mann ist ein au-gezeidmeter Redner. Seine -HjIber sind eine packende Schildeinng gewaltiger Fronleriebnifse Der 'lkfad> dieser 'Veranstaltungen kl nicht nur den hiesigen Mitbürgern sondern auch den Bewolmern der umllegenbcn Orte IwstenÄ empfohlen. Recht gciiufn'eldic Olmt- deu können in Aufsicht gestellt werben. (Siehe iwitige Anzeige.)
n. Lld>. 15. Jan. Der Zwerabet ein Lid» deV.H.L. hielt dieser Taae sein Ans zelchiumgS- imb gleichzeitig ha^ lOsährlge Stts lung^fcff in Steiiw Saalbau ab. Der I. Boi flhcnbe, Juft-izinspektor Ritter, konnte in feiner Begrüßungsansprache erfreulicherweise Mitteilen, daß sich die Belelliaung der Mitglieder an den Wanderungen im abgeiaufcnen BevebGiahr et- beblld) gebessert bat. Je nach der Anzahl der mitaemachten Wandernugen konnte., verfchlcden.- Tellnehmer mit dem goldenen Abzeichen, andere die da» Abzeidren bereit« früher mcbrmalö er ballen hatten, mit Wanderstöcken ober lilbcrnen Ringen zn diesen ausgezeichnet werben. Rektor -.)(p t V, ein Drunder Mi Vereins, unb D> Schaad wurden zu iS hre u m 11 g l ic h er n ernannt. Der Dorfißende ermahnte zur EinigkeU. und ein Iräftlgn „Frifchaus" galt dem 'Kater lanb worauf da» Deuifch!a»blied gelungen würbe Der Elivenvorfibenbe, Pofimeifter Ran. der den Verein 13 Jahre geleitet balle, einen Rückblick auf die BereirnSgefchichte bei V. H. Q Wi aedachte ber Drünber unb Vorfitze »den be* E>e famtvereiiG. sowie bei unsere- ZlveigvereiaS und schloß mit dem Mansche, dem Vorstand möge e
So mag es wohl in der Brust des jungen i-.olb Böcklin an jenem Einzugstag in Rom hingen haben, von bem er später fo gern erzählte. Mer es ift merkwürdig unb bezeichnend, daß von fdier erfcnnlcn unb innerlich erschauten Welt des romantischen Welfchland vorerst in feinen Bildern fast nichts zum Ausdruck lornrnt. Was er in jener ersten römischen Zeit malt, das sind zumeist Bild chen, wie sie damals Schirmer unb Dreber oov unb neben ihm gemalt hatten: Landschaften mit streifigen Lichtern, öde und welk in der Farbe — adj, wie verschieden späterem Farbenrausch? — Ei» einziges Bild entsteht, bas wie ein Vorläufer kommenden Wesens anmutet: Pan im Schilfe, wo unter den großblätterigen Stauden schon die Gestalt des Natnrgottes erscheint, der ihm später zum Schutzpatron werden sollte. Aber 'alt eine Gönne rin kühn genug ist, das unbekannte Bild des un bekannten Malers zu kaufen, da weiß der Maler
Die Verflachung der ethischen Grunddegrifle.
Bon Prosessor Dr. Rudolf (Surfen, Jena.
Der Zeitabschnitt, den wir jetzt beginnen, treibt -ie gegenwärtige Menschheit zu einer ernsten Selbst tefinnung unb zur Prüfung ihres se-lischen Stan des. Unwillkürlich gebenfen wir bnbei bes späteren Altertums, das die Wirren des bamalgen Lebens durch ein Zurückgehen auf die Tiefe des menfd) lichen Wesens zu übenuinben suchte. Die Stoa erstrebte vor allem einen festen Halt, eine Unerfdiut- terlichkeit gegenüber allen äußeren Geschicken. Verwandte Antriebe unb Stimmungen gehen and) bnrch Hie Höben ber Neuzeit. Nur pflegen diese den Gip- selpimkt nicht sowohl in bem Beharren als in ber Steigerung der Selbsttätigkeit zu suchen. Uns gilt die Welt nicht als eine geschloßene Große, fonbem uh eine Stätte des Werbens, bes Kampfes, bes ' lusftrebcns. Ja dieser Ridftung hoben uns Deutsche Denker ersten Ranges, Männer wie Leibniz und laut den Weg gewiesen. Sie sahen in dem Menschen (> hem Vernunltwesen ben Beginn einer neuen Ordnung, unb sie verbanden ihn eng mit bem Idiaffenben ^Leben bes Alls. Das versprach gegen liber alh’ii Mühen unb Sorgen des Daseins beni 'Renfchen eine unvergleichlid)c Größe und stolze Würde. In diesem Sinne wurden d)arakteristische 'lusdrüct'k geprägt, die in ihrer Mitteilung an die limgebnng lebendige Mächte wurden, Ausdrücke wie Persönlichkeit, Charakter, geistige Individualität. Von ihnen gingen fnichtbare Antriebe aus. Sie gaben dem gemeinsamen Leben sowohl einen Holt <ih ein erhöhendes Ziel. Um so bedauerlicher ist eo, daß diese Ausdrücke unb Antriebe sid, immer mehr verflacht haben, und daß ihr Sinken nicht wenig dazu beiträgt, die heutige Menschheit ärmer zu machen. Es je hier nur an einigen Beispielen gezeigt, wieviel bei dieser Frage auf bem Spiel steht.
Persönlichkeit.
Die Ansh rücke Person und Persönlichkeit gelangten zu uns aus ber mittelalterlichen Philosophie. Aber erst die Spitzen her deutschen Philosophie haben ihnen eine präzise Fassung gegeben. Leibniz sand das unterscheidende Wesen der Person in bem Vermögen, in ben verschiedenen Zeitpunkten des eigenen Daseins eine Einheit des Bewußtseins, eine Identität zu wahren. Rur diese Identität schien ihm eine morali|d)e Zurechnung möglich zu machen und die Unsterblichkeit des Menschen von ber bloßen Unzerstörbarkeit der niederen Wesen zu unter- Icheiben. .Kant aber hob ben Begriff ins Ethische und mad)lc ihn zum Eckstein einer neuen Weltorb- imng. Ihm bedeutete Persönlichkeit die Selbständig- leit des Handelns, „die Freiheit und Unabhängiii' feit von dem Mechanismus der ganzen Natur", „das was den Menschen über fid) selbst (als einen Teil der Sinnenwett) erhebt, was ihn an eine Ordnung der Dinge knüpft, die nur der Verstand denken kann". Als Personen sind Vernnnftwefen Zwecke cn sich und dürfen nie als bloße Mittel gebraucht werden. Der so verstandene Begriff enthält ein I'eilhaben an einer dem menschlichen Getriebe über legenen geistigen Welt. So entschieden Kant die überlieferte Schulmetapstysik ablehnte, seine Anerkennung einer in freier Selbständigkeit gegründeten 'Well bedeutete eine eigentümliche Metaphysik. Roch greifbarer ift die Wendung zu einer ausgeprägten Ethik, welche das ganze Leben zu einer '•lufgabe macht unb eingreqenbe Folgen für das ieelische Verhalten in Moral, Redst, Erziehung daraus ableitet. So verstanden würbe ber Begriff ber Persönlichkeit nicht ein bloßes Wort, sondern eine treibende Macht für das gemeinsame Leben. Er hat. solange er seinem Ursprung in der Gebankenwelt treu blieb, stärkend unb erhebend gewirkt.
Nun aber hat nicht nur der träge Verlauf der .leit, es hat aud) die überwiegende Richtung der Zeit zur sinnlichen Welt den Begriff lief herab gedrückt. Die „Persönlichkeit" wird dnrchfdniililich als ein naturgegebenes Datum behandelt und die Wurzel in einer selbständigen Gebautenwelt schier vergessen. Unb das ergibt hie bedenkliche Wendung.
Die Welt ArnoldBöchlins.
Zu seinem 2b. Todestag — 1». Januar 1926. Von Dr. Bertha D a d t.
' Es war in einer Märznacht des Jahres 1860, als der Postwagen zur Porta bei Cavalieri in Rom einfuhr. Hell im Monbllcht lagen bie .Kolonnaden des Peters Platzes vor ben entzückten Augen Oes jungen Rom Pilgers. Er hätte gar wohl ein jüngerer Bruder von Eichendorffs vielgeliebtem Taugenichts fein können. Zwar hatte feine Wiege nicht in der Mühle an den riefelnden Waffern qc standen, sondern in einem wohlhabigen Baseler Bürgerhause — aber dein Beruf eines Taugenichts hatte fid) der Zweiiinhzwanzigjühnge nach der Meinung feiner Familie redlich unb mit Erfolg gewidmet: der faufmännifd)cn Lehre war er cn< jprungen, um Maler zu werben, aber feine Mal Professoren hatten aud) nichts Rechtes mit ihm zu beginnen gewußt. Wanderlust steckte ihm im Blute, mm kommt er aus Antwerpen, Brüssel, Paris — unb zieht mit feinen paar letzten Gulden m der lasche jetzt nod) dem Sehnsuchtsland aller Tauge nichtsc in jener Zeit — nach Italien.
kld) ruhte aus vom Wandern, Der Mond ging eben auf, Da sah ich fern im Lande Des alten Tiber Lauf.
Irn Walde lagen Trümmer. Paläste auf stillen Höhn Hab (Bärten im Mondenschirnrner. O Welschland, wie bist hu schön!
Hartloten find Trumpf. — Ferrari, der «eploate Amerikaner und die Sammlung des Zaren Nikolaus II. — Briefmcirkenmioftellungen in Frankfurt 0. 7N. und Dortmund.
Die Ausgabe ber neuen deutschen Wohl tütigkeitvmarken U'Nkt das große Publikum, äbnltd) wie zu ben Zeiten her Inflation, wieder auf die Philatelie. Der Briefmarkenfamm eilst naturgemäß von diesen zur Linderung der Not bestimmten Marken nicht sonderlich erbaut, denn er weiß fehr genau, baß sie. die in vielen Millionen Exemplaren auvgegeben. keine Bereicherung für tyn bedeuten. Sein Entzücken bilden nach wie vor o e allen Marken, für bie uoß ber allgemeinen Wir fdjafMrife ein erstaunlich groß- In'eresfe herrsch. bo-> biiifh Zahlung höchster Preise für ii|isg*,|i d)t feine und teure Stücke zum Ausdruck kommt. Wer dagegen mittlere Ware auf ben Markt bringt, ber muß die unangenehme Entdeckung machen, daß der Händler ihm hierfür durchfduutilnh 10 bis 20 Prozent weniger bezahlt, als im ver gangenen Jahre. Raritäten heiß' heule die Lasting, für fie werden oft märchenhafte Preise bezahlt.
Im allgemeinen sieh' her «riesmarkMWr optimistisch In hie Zukunft: er hat bie Wirtschafto frifr bisher erstaunlich gut uberflanhcn, "nb nur bie .Hnslationshelden" haben — nicht zum Leid wesen der soliden Existenzen - ber Zeit ihren Tri Üut zahlen müssen. Die In'ernotionalit. t des Hon deins begünstigt bas (Befcha)t, es sammel,i heule die Bewohner der ganzen Welt, Ob sie beheimatet sind im norwegischen D.onlhelnr un chdeni chen Val paraifo ober gor auf ber Insel Honolulu.


