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ftrnße: „Der Rosenkavalier". — Astoria-Lichtspiele: „Marco, der Bezwinger des Todes".
*♦ Beiträge zur Zeppelin-Eckener- spende werden in der Reichsfammelwoche für dieses nationale Werk auch von den hiesigen Geldinstituten und von der Stadtkasse angenommen. Möge das gute Unternehmen recht rege Förderung erfahren!
** Kurse für erwerbslose 21 n g c • |t c [ 11 c. Der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft hat seine Zustimmung dazu erteilt, daß durch den hiesigen Arbeitsnachweis Kurse für erwerbslose Angestellte in Maschinenschrift, Kurzschrift und kaufmännischen Fächern eingerichtet werden. ES ist mit einem baldigen Beginn zu rechnen, sofern nicht die Schulferien einen Aufschub bringen.
" Die Hegezeit für Enten vorbei. In einer Verordnung des Hess. Ministers des Innern wird bestimmt, daß für das laufende Iagdjahr die Hegezeit für Enten mit dem 14. Iuli endet.
’• D i e Handweriskamm erberträge für 1 926 betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir hiermit besonders Hinweisen.
*• Bon b c r Landes-Heil- und Psiegell n st a l t wird uns mitgeteilt, daß der im Groß- Lindener Gemeindewald tot aufacsundene Wilhelm Lotz aus Langendernbach nicht, wie von uns gemeldet, in der Gießener Heil- und Pflegeanstalt untergebracht war. L. ist vielmehr Insasse der Pro - vinzialpflegeanstalt, der früheren Sie- chenanstalt, gewesen.
•* Aufhebung des Sichtvermerk» zwanges zwischen Deutschland und Schweden. Gestern ist in Berlin der Fortfall des Sichtvermerkzwanaes im Derkehr zwischen Deutschland und Schweden vom 1. Oktober ab vereinbart worden. , ,,
** Bon der Tätigkeit der hessr- schen Polizei. Im Jahre 1925 liefen bei der Polizei in Hessen insgesamt 34 312 Anzeigen ein, denen 2095 Verhaftungen gegenüberstehen. Im Vergleich zu dem Vorjahr bedeutet das eine Verringerung von rund 2200 bzw. 500. Wegen Hoch- und Landesverrats liefen ein: 12 Anzeigen U5), denen 2 Verhaftungen (4) folgten; wegen Diebstahls und Unterschlagungen 2332 Anzeigen (3 093), und 238 Verhaftungen; wegen Strahen- und sonstiger Vergehen 11 395 (6098) Anzeigen und 124 (73) Verhaftungen; wegen Körperverletzungen 1853 (1762) Anzeigen und 46 (24) Ver-
Haftungen; Sittlichkeits-Vergehen und Verbrechen 204 (193) Anzeigen und 125 (31) Verhaftungen; Hcbertrctung von gewerbspolizeilichen Vorschriften Anzeigen 3124 (3479), Hcbertrctung gesundheitlicher Vorschriften 1376 (2318).
*• D i c Obsternte in Hessen im Jahre 1 92 5. Aach dm Mitteilungen der hessischen Zentralstelle für die Landesstau st ik betrug die gesamte Obsternte 1925 in Hessen 285 998 gegenüber 446 115 Dopvelze.atncr deS Vorjahres mit einem Wert von 5 397 416 Am. bzw. 5 079 329 Reichsmark. Die aut die einzelnen Sorten ent- fallende Quote stellte sich wie folgt: Tafeläpfel 60 930 Doppelzentner (1 397 496 Mk). Wirtschaftsäpfel 164 473 Doppelzentner, 2 021 930 Mk., Tafelbirnen 5 391 Doppelzentner. 184 525 Mk., Wirtschaftsbirnen 10 929 Doppelzentner, 175 539 Mk., Zwetschen und Pflaumen 23 618 Doppelzentner, 506 051 Mk., Kirschen 6948 Doppelzentner, 412 748 Mark, Aprikosen 3815 Doppelzentner. 245 566 Mk., Pfirsiche 3408 Doppelzentner. 171 370 Mk., Walnüsse 6406 Doppelzentner. 282 192 Mk. Die Haupt- produzenten für Tascläpfel sind die Kreise Büdingen. Friedberg. Dieburg, Erbach; für Wirtschaftsäpfel Büdingen. Friedberg, Erbach, Dieburg; für Kirschen Dingen; für Aprikosen Mainz; für Pfirsiche Bingen, für Walnüsse Heppenheim und Bensheim
*• Volkshochschule Gießen. In dem stark gefüllten großen Hörsaal der Universität hielt Geheimrat Sommer einen Vortrag über „Reise- einbrüefe aus Aegypten und Syrien', mit Projektion einer großen Zahl von Bildern nach eigenen Aufnahmen. Der Vortragende entwickelte zuerst die allgemeinen Gesichtspunkte bei solchen Reisen. Es handelt sich für ihn um die Beobachtung der menschlichen Arbeit in ihren Beziehungen zur umgebenden Natur, sowie zur Menschheit in Familie, Beruf, Stamm, Volk und Staat, also um eine Art von Philosophie der Arbeit unter Berücksichtigung besonders auch der sozialen und politischen Tätigkeit. Von diesem Gesichtspunkte gab er eine Darstellung der Reise, die durch das Mittelmeer von Marseille direkt nach Beyrut in Siricn. sodann nach Alexandria in Aegypten, und weiter über Kairo nach Luxor führte. Auf den Bildern sah man Hasen und Stadt von Beyrut mit dem Libanon, die Ausschiffung von französischen Soldaten, viele Touristen, die von Beyrut nach Haifa unb weiter nach Jerusalem fuhren, ferner den Hasen von Alexandria mit dem bunten Treiben bei der Landung, dann Bilder aus der Umgebung von Alexandria und Kairo, dis mächtigen Pyramiden des Eleops und Ehefsren, sowie die aus dem Kalkfelien heraus- gearbeitete Sphinx, Bilder aus Memphis mit der riesigen am Boden liegenden Ramsesstatue und den
eingeborenen Aegyplern und Arabern, ferner landschaftliche Bilder aus dem Niltal von der fünf- zehnstündigen Fahrt von Kairo nach Luxor mit Palmenwaldern. niedrigen FeUachenhäusern, tür- kischen Friedhöfen, dazwischen Zeichen beginnender Industrie, schließlich die Kalkberge nach dem Roten Meere zu. In umfastender Weise wurden die Tempelanlagen von Luxor und Karnak, sowie in dem alten Theben, durch sehr plastische Bilder bar- gestellt, wobei der Grundriß des Lurortempels genau erörtert wurde. Schließlich kamen Aufnahmen von der Fahrt nach den Königsgräbern und vom Eingang zu den Grabkammern des in den letzten Jahren berühmt gewordenen Tut-Ankhamon. Die Zuhörerschaft folgte mit lebhaftem Interesse den Ausführungen, die zum Schluß durch eine Darstellung der sozialen und politischen Verhältnisse des sog. nahen Ostens im Hinblick auf das (besonders englische) Problem des fernen Ostens (Indien) ergänzt wurden.
** D i e Vereinigung für Feuerbestattung für Gießen und Mmgcgenb hielt am Montag ihre diesjährige Generalversammlung ab. Aach der Vorstandswahl wurde der Mitgliedsbeitrag auf 50 Pfennig jährlich festgesetzt. damit alle Kreise an dem kultureller Fortschritt der Bewegung teilnehmen können. Die Mitgliederzahl beträgt heute 329. Ferner wurde einstimmig beschlossen, das derzeitige Vereins- Vermögen als Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung der Stadtverwaltung zum Ankauf eines Harmoniums für die Friedhofkapelle zur Verfügung zu stellen.
wg. Die 8 3. Jahresversammlung des Hessischen Hauptvereins der Gustav- Adolf-Stistung wird am 18. und 19. Juli in Oppenheim stattfinden. Am 18. Juli werden in den Kirchen der Umgebung des Festortes Fest- gottesdienste, im Anschluß daran Jugendgottes- dienste gehalten werden. Rach dem für den Nachmittag vorgesehenen Festzug findet der eigentliche Festgottesdienst in der altehrwürdigen Katharinenkirche statt mit Senior D. Spanuth, Leoben (Steiermark) als Festprediger. Danach ist auf der Landskrone eine große Volksversammlung geplant, in welcher von Auslandvertretern der evangelischen Diaspora Ansprachen gehalten werden. Der Festtag wird beschlossen mit einem Familienabend in der Landskrone. Der folgende Tag bringt am Vormittag die nichtöffentliche Sitzung des Derwaltungsrates. Nachmittags tagen die Guftao-Adolf-Jrauenvereine und findet an der Schwedensäule eine kurze Feier statt. Abends beginnt ein Lehrgang zur Einführung in Geschichte, Gegenwartslage und Zukunftsaus- gaben der Gustav-Adolf-Vereins-Arbeit, der auch den 20. Juli noch ausfüllt. Bei diesem Lehrgang
n erben nun malle v--'.rcr b r DiafporaarbeU zu Worte kommen, vor allem solche aus der Ausland» diaspora. Die Tagung verspricht nach jeder Rich- tung hm eine äußerst inhaltsreiche zu werden.
*• I in Lichtspielhaus Bahnhof» st r a ß e gelangt zur Zeit der Film „Der Rosen- kavalier" zur Vorführung.. Das Manuskript ist nach der bekannten musikalischen Komödie (kam- paniert von Richard Strauß), zu der Hugo von Hosfmannsthal den Text geschrieben hat, bearbeitet worden. Dieses liebenswürdig'heitere Spiel versetzt den Zuschauer in die Zeit des österreichischen Rokoko unter der Kaiserin Maria Theresia. In Charakterfiguren (vor allem: Ociavian — Baron Ochs) findet das eigenartige Gemisch einer leicht dekadenten Erotik und derb-fröhlichen Sinnlichkeit Ausdruck. Darsteller von Rus verkörpern in vortrefflicher Weise ihre Rollen mit wienerischer Lebenslustig» feit im Geiste versunkener Tage. Im ganzen: ein im Wiener Barockstil prächtig ausgestattetes Filmwerk, das Beachtung verdient. 3-
" Die Maul- unb Klauenseuche ift in Echzell und Höchst a. d. A. iKreis Büdingen) und in Kinzenbach (Kreis Wetzlar) auSgcbrochen. In Saasen. Ettingshausen, Hausen, Müschen- heim (Kreis Gießen) und in Aendel, Büdesheim und Okarben «Kreis Friedberg) ist die Leuche erloschen, in Atphe und Grünberg hat sie sich nicht weiter ausgebreitet, so daß hier der Sperrbezirk beschränkt werden konnte.
** Der falsche Zollbeamte „arbeitet" weiter mit Erfolg. Aus Frankfurt a. M. wird gemeldet: Vor kurzer Zeit wurde in der Presse (auch im „Gieß. Anz.) auf einen Schwindler hin- gewiesen, der bei Frauen mit einem Paket an der Hand vorspricht und sich als Beauftragter des Zollamtes bezeichnet. Er erklärt, daß er den Auftrag habe, dieses Paket, das von einer Verwandten aus Amerika eingegangen sei, gegen eine Gebühr aus« zuhandigen. Der Schwindler ist noch nicht gefaßt worden. Er hat erneut am Montagvormittag in Frankfurt im Sandweg bei einer Frau feinen Trick mit Erfolg angewandt und sich eine Gebühr von 9,80 Mk. zahlen lassen. In dem Paket fand die Betrogene ein Fläschchen mit Wasser und einen alten, aus der Inflationszeit stammenden Tausend- inarkschein. Es handelt sich um einen großen, schlanken, gutgekleideten Mann mit braunen Augen und gelben Zähnen. Er gab an, vorige Woche im Baumweg ebenfalls ein Paket abgelte- fert zu haben. Das Publikum wird erneut vor ihm gewarnt und besonders darauf hingewiesen, daß Pakete vom Zollamt niemals ausgetragen werden.
Verantwortlich für Feuilleton L B.: Dr. Fr. W. Lange.
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