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Kalbfleisch.Aich« fia, LÄS’L?* Lehrer die Echte. Seitens aller frühem ^Msbesiher Aeü^si ^.lrwen alten Schule weitere ^"?.Dünschen der eban-. ^-Meider ausdrückte, der Glückwünsche. Erwädnt sei rndesamt für das Gil. lernen Vertreter ent- -ristlich die Glückwünsche über» 'n Vertreter deS Kreisarils »rrektor Gebhardt, war zu am Erscheinen verhindert und h schriftlichen Glückwunsch, rde der ftimmngsvolle Malt >rr Schülerchöre der Anstalt, sw, ausgesÄrt durch da- Or. ealschicke, schlvh den M wir«
im gleichen Saale ein grumt- id statt, bei welchem ein vm :er vcrfahteS Zestspiel von ilt aufgtfttrt wurde. TrMtchi ab mit Wulilftütfai unb gelingen des Gonischten Thors r Schule.
Svnntag sand vvr und in der tatet Tor Iuzendsest statt, i der gleichen Halle die össent- nit Tanz folgte. Auch diese bet- m einen gemütlichen, sümmngs' i> dah die Deidig-Oberrealschu'i e Fünfzig'Iahrfrier zuruckblicken
ldtteis Gießen.
.Linden, 14. Juni. In dem -ihgestern wird die 0r- er freiwilligen Seu°r Nm den Ortsvorsiand für die len, hatten einige Leihgesterner ?2is*g ”Ui®s sES-s sj^ '•tfSrss'S “ÄÄ ien Elemen. a o verehrt
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zwei Jahre wiederkehrendes M i s s i o n s f e st. Morgens predigte bei gutem Wetter auf dem Kir. chenplay Kirchenrat Trommershause n-Frank- furt (Luiherkirche). Nachmittags sprechen die Missionare Maneke HcrmaiOisburg und Lauck- Frankfurt (Bafel). Die Musik werden die Posaunenchöre Klein-Linden und Lang-Göns und der Ge. mischte Chor voi^ Klein-Linden übernehmen.
d Lollar, 14. Juni. Aus der jüngsten Gerne inderatssitzung ist zu berichten: Für die Abstimmung zum Volksentscheid und zur Beigeordnctenwahl wurden als DorsliTender bAw. Stellvertreter in der Wabl- kommission Bürgermeister Schmidt und Ge- meinderat Keller, zu Schriftführern die Ge- meinderäte Hoffmann und D e u h i n g bestimmt. Der übrige Gemeinderat verteilt sich auf die Deisitzerstellen. — Als Feldgelchwore- n e r wurde Fritz Geißler 5 bestellt, und di« betr. Gebühren nach Vorschlag deS Kreis- amteS folgendermaßen festgesetzt: Sine Betätigung biS zu zwei Stunden 1,15 Mark, von zwei bis vier Stunden 2.25 Mark und über vier Stunden 4,50 Mark. — Da verschiedene Familien in der Gemeinde sind, die unbedingt anderweitig untergcbracht werden müssen, zog Bürgermeister Schmidt bei verschiedenen Geschäftsleuten Offerten über Herstellung vonRotwoh- n u n g e n ein. Die Firma D. Buhn A. G. verlangt für Errichtung solcher Rotwohnungen in Form einer Baracke mit zwei zwei und einmal drei Zimmern 87 00 Mark, hingegen beansprucht der Schreinermeister Geißler für dasselbe Objekt nur 5 4 0 0 Mark. Letzterer wurde mit der Herstellung beauftragt. — 3n nichtöffentlicher Sitzung behandelte der Gemeinderat Anträge betr. Vermittlung von Baugeldern, die dann der Prüfungskommission überwiesen tourben.
ch Londorf, 14. Juni. Unsere Einwohner rüsten eifrig für das am 3., 4. und 5. Juli stattfindende Bundesfest des Lahntal- sängerbundes. An den meisten Häusern wird eifrig gearbeitet. Da unsere Weißbinder — unser Dorf ist verhältnismäßig arm an diesem Berufe — die Arbeit nicht alle bewältigen können, so ist auch den Weißbindern auS den Nachbarorten reiche Arbeit-Möglichkeit gegeben. Der Festplah befindet sich auf dem .Lahnkippel", nur 100 Meter vom Bahnhof entfernt. Gr wurde von dem Pachter de- hiesigen Hof gute-, das den Freiherren von Vordeck zu Rabenau gehört, zur Dersügung gc- stellt. Die Singhalle, eine auf dem Platze schon länger stehende Baracke aus dem ehemaligen Gefangenenlager in Gießen, wird eben hergertchtet. Sie wird allerdings nur einen Teil der Sänger fassen können. Werden doch fast 40 Vereine mit rund 2000 Sängern, einschließlich der Gastoerein«, erwartet. Da ein großer Teil der auswärtigen Sänger au- den Bundesvereinen zwei oder auch drei Tage da- Fest besuchen, so ist der Festausschuß eben an der Arbeit. Quartiere für die Gäste zu besorgen. Am Festsonntagmorgen wird ein WertungSsingen veranstaltet, bei dem jeder Verein einen wahlfreien Thor vorträgt. Der Dirigent deS sestqebenden Verein- ist Musck- lehrer Kasten von Gießen.
t. G r ü n b e r a, 14. Juni. Gegenwärtig wird mit Hochdruck an dem neuen Hochbehälter gebaut. Der gewaltige Zementklotz kommt an die Lonborfer Straße südöstlich des Wartturmes zu liegen. Der bisherige Hochbehälter, der sogenannte Diebsturm, reicht für den Wasserverbrauch der Stabt nicht mehr aus, und so mußte ein zweiter Hochbehälter errichtet werden. Durch die Pumpstatton wird bas Wasser aus bem Brunnental in den Hochbehälter geleitet. Die Kosten für das neue Bauwerk einschließlich des Zuleitungsstranges belaufen sich auf 60 bi- 70 000 Mark.
t Grünbcrg, 14. 3unt. Die hiesige Be - zirkssparkasse hielt ihre diesjährige M t t- glieber-Dersammlung ab. AuS dem Bericht deS Vorstandes über das Geschäftsjahr 1925 war zu ersehen, daß daS Geschäftsjahr im Zeichen wirtschaftlicher Depression, Kapitalarmut und Kreditnot stand. Trotz allem kann die Kasse mit Befriedigung auf das abgelaufene Jahr zurückblicken und daS Ergebnis alS günstig bezeichnen. Der GeschäftSumsang hat sich bedeutend erweitert. Di« Kass« hatte in den Jahren 1904 biS 1913 einen durchschnittlichen Einlagezuwachs von rund 70 000 Mk., in 1913 einen, Gesamtumsatz von 3 350 000 Mk., im Jahre 1925 einen Einlagezuwachs von 217 000 Mk., einen Gesamtumsatz von rund 6 650 000 Mk. Die Zahl
Der dritte Schutz.
Kriminalroman von Die Stefani.
12. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Auf halbem Weg zwischen Haus und ©orten» Pforte schimmerte im Nasen ein weißer Gegenstand. Kramer hob ihn auf. Es war eine der Emaille- fannen, in denen man das Wasser vom Brunnen zu holen pflegte. Lag sie schon gestern abend da? — Darüber würden Maria oder Franz Auskunft geben können.
Das Wichtigste aber fand er dicht unter dem Fenster des Wohnzimmers. Der feucht gewesene und nun trocken gewordene Erdboden hatte an dieser Stelle deutlich« Abdrücke aufbewahrt, die Kramers geübtes Auge als die zweier langer spitzer Schuhe befinierte, die in etwas ungewöhnlichem Winkel zueinander standen. Der Mann muh stark einwärts gegangen sein! sagte er sich. — Weiter fand er nichts.
Als er an die Gartenpforte gelehnt baflanb, kam Esser mit Molinski aus dem Hause. Sie wechselten einige Worte.
„Hoben Sie ein Auto?" fragte Kramer dann.
„Ja, gewiß! — Es steht in Sonn. Wenn Sie es haben wollen — es kann in einer Stunde hier sein!"
„Was für ein Typ?"
„Mercedes Tourenwagen. Ein Hunderter, mein Lieber! Riesenkasten!"
„So?" sagte Kramer. „Hat sonst jemand hier in der Gegend ein Auto?"
,Zn Godesberg selbst haben mehrere Leute eins. Ich stell Ihnen aber das meine ebenso schnell zur Verfügung!"
„Danke vielmals, ich frage nur so . . . Kennen Sie jemanden, der einen grauen Sportwagen hat?" „Nee," sagte Esser. „Hier in der Gegend nit." „Sonst irgendwo?"
„Ja — in Bonn steht so'n Ding. Ein hochtouriger Selve-Rcnnwagen!"
„Gehört?" fragte Kramer in gleichgültigem Ton.
„Sandberg!"
Der Anwalt kämpfte die jäh aufwallende Erregung nieder. Nach einer Welle fragte er: „Hat der Mann einen guten Chauffeur?"
der Buchungen im Jahre 1913 betrug 4841 Posten, in 1925 dagegen 17199. Die Spar- einlagen sind gcfti.'gcn von 568 Konten mit 126 246 Mk. auf 954 Konten mit 343 864 Mk. Nach ihrer Höhe verteilen sich die Einlagen wie folgt: Einlagen unter 100 Mk. 307 Posten, von ICO biS 500 Mk. 436 Posten, von 500 bis 1000 Mk. 104 Posten, über 1000 Mk. 57 Posten. Anfang 1925 hatte die Kasse im Dezirl 13 Schulsparkasfen eingerichtet, die am JahreSschluß einen Bestand von 6391 Mk. auftoiefen. Der Kontokorrentverkehr hat sich günstig weiter entwickelt. Die Zahl der Konten stieg von 203 auf 264. Die Gesuche um Darlehen waren auch in diesem Jahre groß, jedoch konnte die Kasse im allgemeinen den dringenden Wünschen entsprechen. Die Zahl der gewährten Darlehen flieg von 234 Posten mit 85 910 Mk. aus 786 Posten mit 252 351 VN. Der Reingewinn für 1925 beträgt nach Abschreibung von 759,10 Mk. aus Mobilien 24 562.24 Mk. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, diesen Betrag wegen der AuswertungSverpslich- tungen voll der Rücklage zusließen zu lassen. — Die Aussichten auf Wohnungsbauten, die sich bei Beginn der diesjährigen Bauperiode boten, waren äußerst gering. Rur ungefähr drei biS vier kleinere Häuschen sollten voraussichtlich neu in Angriff genommen werden. 3m Laufe deS Frühjahrs hat sich aber doch eine regere Tätigkeit im Wohnungsbau entfallet. Gegenwärtig befinden fich sechs Wohnhäuser im Bau, wovon drei bald 'ertiggestellt sind. Weiterhin stehen noch acht bis zehn Wohnbauten in Aussicht. Hiervon werden in diesem Jahre mindestens noch fünf in Angriff genommen, die anderen spätestens zum Beginn des Frühjahrs 1927. Durch Straßenbauten, Legen von Wasserleitungen und evtl, den Bau des neuprvjektierten Finanzamtes mit der dazu gehörigen Billa gäbe eS in dem hiesigen Baubetrieb reichlich Beschäftigung.
Kreis Friedberg.
y. Wölfersheim, 14. 3uni. In der jüngsten Gemeinderatssihung wurde beschlossen, den Gcmeinderatsbeschluß, vom 13. Juni ab alle Wasserleitungs-Kellerpumpen zu schließen, bestehen zu lassen, um jeder Wasservergeudung vorzubeugen und eine Wiederkehr von Wassermangel und hohe Sonderwasserrechnungen zu verhindern. — Die Stundengebühr für hie Feldgeschworenen während ihres Dienstes wurde von 30 auf 50 Pf. erhöht. — Bei der Versteigerung der Gemeindefrühkirschen kam das Pfund Kirschen am Baum auf etwa 10 bis 15 Pf. zu stehen.
Kreis Büdingen.
nd. Nidda, 14.Juni. Wie alljährlich machte die hiesige Realschule auch in diesem ?n!)tc einen größeren Ausflug. Die oberste Klasse, VnlenSe- kunda, unternahm eine zweitägige Reise n.'O) Heidelberg. Die anderen Klassen besuchten den Rhein und dar Niederwalddenkmal, die jüngsten Schüler Wiesbaden, Marburg und Bad-Nauheim.
Kreis Schotten.
* Eichelsdorf 14. Juni. Nachdem die „Dicke E i ch e" im letzten Winter ihren stärksten Ast durch Absturz verlor, ist nun auch der schwächste der ihr verbliebenen beiden Aeste abgebrochen. Da in den letzten Tagen kein Sturm zu verzeichnen war, kann nur Alterschwäche den bereits seit einigen Jahren abgestorbenen Ast zu Fall gebracht haben. Wenn die Bruchstelle wasserdicht abgeschlossen wird, steht zu hoffen, dah dem 1000jährigen Baumriesen der letzte fröhlich grünende Ast noch lange Zeit erhalten bleibt. — Seit einiger Zeit sind seitens der Reichsbahnverwaltung Bestrebungen im Gange, die hiesige Bahnstation nachmittags nur als Haltestelle zu behandeln. Der hier tätige Beamte soll yt den Nachmittags- und Abendstunden auf den Stationen O b e r - S ch m i 11 e n und Rainrod als Ablöser verwandt werden. Die Durchführung dieses Plane- würde für den Güterverkehr, der sich, wenigsten- für daS eine Stund« talauswärt-liegende Eichelsachsen, meistens in den Qlbenbftunben abwickelt, eine große ülnbequemlichkeit bedeuten, da Ausgabe und ilebernafjme der Güter in den arbeitsreichen Vormittagsstunden geschehen müßte. Die Reichsbahnverwaltung würde nur die Ausgaben für die seither auf den genannten Stationen beschäftigten Ablöser sparen, deren fernere Bezahlung di«
„Er fährt meist selbst. Aber er hat natürlich einen!"
„Fährt er gut?"
„Leidlich."
Kramer wollte darauf hinaus, daß Esser ihm eine Beschreibung des Mannes gäbe. Aber Esser tat ihm nicht den Gefallen, sondern sagte auf alle darauf bezüglichen Fragen: „Fies sieht er aus, ich weih wirklich nit, wie sehr!" Er wandte sich ab.
Molinski, der sich bis dahin schweigend verhalten hatte, sagte leise und aufgeregt zu Kramer: ,Lch weiß, warum Sie ihn fragen!"
„So?"
„3a. Sie haben den Wagen gestern abend gesehen!"
„Woher wissen Sie das?" fragte der Anwalt überrascht.
„Weil ich ihn auch gesehen habe. Er kam auf der Bonner Landstraße daher, verlangsamte feine Fahrt einen Moment, weil jemand absprang, und fuhr bann, in einen selten benützten Feldweg abbiegend, in nördlicher Richtung weiter!"
Kramer sah den jungen Mann lange prüfend an.
In diesem Augenblick rief der Weinhändler, der sich einige Schritte entfernt hatte: ..Fall nit hin, Babettchen!"
Sie brachte drei Tassen frischen Kaffee.
„Halt deine Näs nit so hoch ,wo guckst du denn hin?"
„Ein Flieger!" sagte sie und blickte in den Himmel.
Der Aeroplan flog in niederer Höhe, beschrieb einen Kreis und senkte sich mehr und mehr, bis er hinter einem Hügel verschwand.
„Nanu!" sagte Ester. ,Lst das Besuch für uns?" —
Molinski ging mit feiner Taste langsam ins Haus.
Die Qunifonne begann wieder zu brennen. Ära- feine Augen mit der Hand und blickte in oie Richtung, wo das Flugzeug niebergegangen zu sein schien.
Auf einmal horte er in der Ferne, scheinbar auf ber anderen Seite des Stromes, eine Autohupe heulen. Dorgeneigt horchte er auf den Ton . . .
Aus dem Hause kam der Arzt. Er erklärte, Brentheim habe den Schuß, der feinen Herzmuskel
Reichsbahnverwallung sicherlich nicht in finan- i zielle Schwierigkeiten brächte.
Ärm Alsfeld.
•!• Merlau, 14. Juni. Der hiesige Polizei, diener Karl Harsmann ist seit 33 Jahren Kirchendiener, hat aber in Vertretung seine. Vaters dieses Amt bereits viel länger über 50 Jahre, ausgeübt. In Anerkennung feiner großen Treue und Gewissenhaftigkeit, mit der er allezeit seinen Dienst versah, überreichten ihm Kirw.cnvor stand unb Gemeindevertretung einen Ruhe kessel. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes dankte ihm im Namen der Gemeinde für feine Dienste und wünschte ihm einen gesegneten Lebensabend.
*!* Flensungen, 14. Juni. Die Regu lierung der Sem bad), die in Verbindung mit der Feldbereinigung durchgesuhrt werden soll, nimmt in dieser Woche ihren Anfang. Die vielen Windungen, die der Bach macht, sollen verschwinden, und ein gerader Flutgraben wird das Wasser aiifnehmen. Es soll damit den vielfachen Heber- schwemmungen der Wiesen, bi« das ganze Tal oft in einen See verwandeln, ein Ende gemacht werden. Die Regulierung schafft den vielen, die durch die Stillegung der Eisensteingruben arbeitslos geworden find, willkommenen Berdienst.
Starkenburg.
Bensheim, 14. 3uni. (WSR.) Infolge des anhaltenden Regenwetters springen die Kirschen auf und faulen an den Bäumen. Deswegen werden sie jetzt majfentoeife gepflückt und zu Schleuderpreisen abge'eyt. Aus den Wochenmärkten kosteten sie zuletzt 8 Pf. pro Pfund.
Preußen.
Kreis Weülar.
XX Aus dem Kreise Wetzlar, 14.Juni. Der Stand der Felder ist im allgemeinen günstig. Das Getreide ist teilweise mannshoch. Seit kurzem blüht der Roggen. Das Düngen mit Kunst, bünger hat infolge ber langen Feuchtigkeit das Wachstum vielfach mäßig gestaltet. In manchen Aeckern lagert ddr Roggen. Wenn auch angenommen werden kann, daß sich die Halme bei trockenem Wetter wieder aufrichten, so ist doch die Körnerentwicklung beeinträchtigt. Es mollert nicht, wie der Landmann sagt. Eigenartig sehen viele Weizenäcker aus. Der Rost hat Halme und Blattwerk be- fallen. Sehr schön ist der Stand der übrigen Felder. Jedoch hat der Bauer sehr viel mit dem Unkraut zu kämpfen. Die Kartoffeln stehen bis auf wenige Sorten schön.
X Dutenhofen, 14. Juni. Die Bau. tätig feit in unserem Orte ist auch in diesem Jahre wieder ziemlich lebhaft. Durch die Ausdeh- nung des Ortsbebcniungsplanes gewinnt unser Ort nach allen Richtungen hin immer mehr an Umfang. Die Preise für Bauland betragen, wie früher, je nach Lage 4 bis 5 Mk. pro Quadratmeter.
ch. Lützellinden, 14. Juni. Zwecks Grün- düng einer 2 u n g b a u e r n f ch a f t fand dieser Tage auf dem Rathaus eine Versammlung des hiesigen Bauernvereins statt, zu der ein Vertreter ber Bezirksbauernschaft Nassau als Redner erschienen war. Nach dessen Vortrag wurde die Grünbuna einer Ortsgruppe vorgenommen, ber sofort sieben Mann beitraten.
CO Lützellinden, 14. Juni. Die hiesige Gemeinde hat als erste des Kreises vor längeren Jahren eine H a u s h a 11 u n g s s ch u 1 e eingerichtet, die sich im Laufe ber Jahre äußerst bewährt hat. In ber Besetzung ber Lehrerinnenstelle ist dieser Tage ein Wechsel eingetreten. Die bisherige Lehrerin A 11 o a t e r von Gießen ist infolge Annahme einer anberen Stelle ausgeschieben: an ihre Stelle ist bie Lehrerein Dem von Großen-Linden getreten.
O Hörnsheim, 14. 3un:. Die in Unterhaltung des Kreises stehende Kleebachtalstr a ß e wird zur Zeit vom hiesigen Orte bis zur preußisch-hessischen Gemarkungsgrenze einer Instandsetzung unterzogen. Die Straße befand sich bisher in sehr schlechtem Zustande, der jedoch auf ihrer Fortsetzung im hessischen Gebiete in noch stärkerem Umfange besteht. Es ist allgemein befamü, daß die wirtschaftlichen Beziehungen aus dem unteren Kleebachtale fast ausschließlich nach Gießen gehen. Aus diesem Grunde würden es die Bewohner des Kleebachtales begrüßen, wenn auch der auf hessischem Gebiete belegen« Teil der Straße einer
gründlichen Instandsetzung unterzogen würde. Während der Zeit der Arbeiten ist di« Straß« für den öffentlichen Verkehr gesperrt.
O Hochelheim, 14.3unl Die hicsi« evangelische Gemeinschaft beabsichtigt, in dem ©arten ihres Mitgliedes Anton Hart- m a n n s h e n n ein D e r e i n s h a u S zu erbauen. Das HauS soll einen geräumigen Saal erhalten, der zur Abhaltung religiöser Versammlungen, sowie von Gebets- und Bibelstunden dienen soll,
j Groß -Rechtenbach, 14. Juni. Am Donnerstag. Freitag unb Samstag der vorigen Woche fand eine Revision der Pflichtfeuer- wehren, Feuerlöschgerätschaften. Spritzen- und Lciterhäuser der Gemeinden der Bürgermeisterei Rechtenbach durch den stellvertretenden Kreisbrandmeister Vogels von Wetzlar statt. Di« zur Uebung angetretenen Wehren zeigten im allgemeinen befriedigende Leistungen. Auch die Gerätschaften usw. befanden sich im großen unb ganzen in ordnungsmäßigem Zustande. Der stellvertretende Kreisbraitdmeister legte den Mannschaften die Gründung freiwilliger Feuerwehren nabe. Zum Teil scheint diese Anregung auf fruchtbaren Boden gefallen zu fein, da in einzelnen Gemeinden bereits Meldungen zum Eintritt in eine zu gründende freiwillige Wehr ergangen find.
t». Tiefenbach, 13. Zuni. Hier fand beute die 40jährige Jubelfeier des hiesigen 'Männergesangvereins statt. Am Vormittag ehrte der Verein bas Gedächtnis seiner Toten am Kriegerehrcnmal und am Grabe des langjährigen Derelnsd:rigenten Lehrer R u ß - mann auf dem Friedhöfe. Von der angemeldeten großen Sängerschar fonirten des starken Regenwegen nur etwa 20 Vereine erscheinen. Unter Dorantrltt einer festlich gekleideten Jungfrauenschar und der Solmser Musikvereinigung unter Leitung von Reinhold Müller zog am Rachmittag der große Festzug nach dem Festplatz. Das von dem Festverein unter feinem Dirigenten Lehrer Rehorn gesungene Degrühungslied leitete die Feier ein. worauf der Vereinsvor- sihende Gilsdorf der Festgemeinde, insbesondere den Sängern, Willkommen entbot und dabei der Entstehung des Vereins vor 40 Jahren und seiner weiteren Entwicklung gedachte. Der Redner lieh den drei noch lebenden Gründern des Vereins eine besondere Ehrung zuteil werden und schloß alsdann mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland und das deutsche Volkslied. Rach einem Prolog überreichte eine Jungfrau dem Verein als Ehrung der Frauen und Jungfrauen eine kostbare Fahnenschleife mit der Zahl 40. Der hiesige Turnverein ehrte den Verein durch die Ueberreichung eines prächtigen Fahnennagels. Im Anschluß an die offizielle Feier trugen die Gast- vereine aus ihrem reichen Liederschatz kostbare Proben vor.
Mrcie Biedenkopf.
ch. Rodheim a. d. Bieber, 14. Juni. Trotz ungünstiger Witterung wurde heute unter sehr zahlreicher Beteiligung der Einwohnerschaft und der ganzen Umgegend daS Jünglings- und Posaunenfest deS Kreise- Wetzlar in unserem Orte gefeiert. Nachdem die Probe der Posaunenchöre um 9 Uhr stattgefunden hatte, versammelten fich die Festteilnehmer zum Festgottesdienst. Die Festpredigt hielt Stistsdechant Lenz aus Lich. Rachmittags mürbe der Festzug ausgestellt. Unter den Klängen der Posaunen und Pauken begab sich die ansehnliche Menge in den nahegelegenen Wald, wo die Festversannnlung stattfand. Dort sprachen der Kreispräses der Jünglingsvereine, Pfarrer Koch- Lühellinden, Stiftsdechant Lenz aus Lich, Dun- desgauwart Keller-Feudingen, sowie der hiesige Pfarrer D ö m e l über das Generalthema „Zur Freiheit berufen!“ Die Begleitung der gemeinsamen Lieder übernahmen die vereinigten Posaunenchöre, deren Leitung in den Händen des Dirigenten Joh. Kuhl aus Drandoberndorf log.
Dillkreis.
bl. Dillenburg, 14. Juni. Den Bemühungen ber Kreisverwaltung ist es gelungen, bas Netz ber Krankenpflege st ationen beträchtlich 3 u erweitern. So bestehen heute im Kreise etwa 30 Schwesternstationen. Andauernd werben Versuche zu weiteren Gründungen gemacht. Die Stationen leisten vornehmlich auf dem Gebiet der Tuberkulose- und Äleinfinberfürforge Vorzügliches.
gestreift hatte, gerade von vorn aus vielleicht zwanzig Meter Entfernung erhalten.
„Für die Dunkelheit glänzend gezielt!" sagte Kramer und biß die Zähne zusammen.
Er trennte fich von Ester und ging mit schnellen Schritten und in den Zackettaschen geballten Fäusten die Bonner Landstraße hinauf — bis zu der La- terne, wo er gestern abend Molinski erkannt hatte. Hier stand er eine Weile still und holte tief Atem.
Zwei Taxameter tarnen von der Höhe herab an ihm vorbei und hielten vor der Villa Grete: Herren vom Gericht und von den Behörden.
Kramer schritt wieder zurück, ober efr konnte sich nicht entschließen, in das menschenerfüllte Haus ein» zutreten. Er wollte noch fünf Minuten allein fein — so schritt er, an der Gartenmauer vorbei, die 2anb» ftrafje in entgegengesetzter Richtung zurück. Nach einiger Zeit fetzte er sich auf einen Meilenstein unb sing an zu rauchen.
Ein t efes Surren begann hinter ihm. Er blickte auf unb ah einen großen Vogel sich hinter Bäumen in bie Luft heben: Den Aeroplan — der in niederem Fluge nach Nordosten zu über ihn hinstrich.
Öuer über das Feld schritt ein Mann auf die Landstraße zu. Er trug einen Ledermantel unb an den Beinen Gamaschen. Kramer sah scharf hin, bann erhob er sich und schwenkte feinen Hut.
Der Mann winkte wieder und lief auf ihn zu.
Als er nahe genug war, rief der Anwalt: „Guten Morgen, Schulz! — Sind Sie mit dem Flugzeug gekommen?"
„Jawohl, Herr ReHtsanwalt! Gemäß Ihrer Order, so schnell wie möglich hier zu sein. Komme ich zur Zeit?"
„Etwas zu spät", antwortete Kramer und drückte ihm die Hand. „Aber ich bin froh, daß Sie da sind."
Schulz vermochte kein Wort zu äußern, als er bie Nachricht von ber Ermorbung seines alten Chefs vernahm. Schweigend schritten sie ber Billa zu, den staubigen Weg enllang im prallen Sonnenschein — Kramer, schmal und schlank, mit seinem sonnverbrannten, stählernen Gesicht, und Schulz, der kleiner und jünger war und hinter unscheinbarem Aussehen Zähigkeit und Schlauheit verborgen hielt.
9m Hause angelangt, stellte der Anwalt Schulz als Ingenieur Beyer aus Berlin vor und erkundigte
sich nach dem Resultat der angestellten Vernehmungen.
Es sagte ihm nichts Neues, mit Ausnahme einer Angabe, die Grete gemacht hatte: sie glaubte, gestern abend, im Wohnzimmer weilend, unmittelbar vor dem Schuß einen halblauten, hellen Schrei gehört zu haben.
Die Abschußstelle selbst meinte sie nicht feststellen zu können. Sie wäre so entsetzt von dem Knall gewesen, daß es ihr geschienen hätte, als sei er in unmittelbarer Nähe des Fensters abgefeuert worden.
„Diel zu weit entfernt für ein so unsicheres Ziel!" sagte Schulz leise.
Der Anwalt bat ihn auf sein Zimmer und hatte eine einstündige Besprechung mit ihm, in deren Verlauf er ihm fein Taschenbuch oorlegte. Darauf sagte er:
..Es wird Ihnen ohne weiteres klar fein, warum ich Lachner unb Molinski rot angeftridjen habe. Bei Ester lat ich es, weil mir feine Verbinbung mit dem Architekten Sandberg dringender Untersuchung zu bedürfen scheint. Und Sandberg selbst?"
Schulz — ich habe nur einen einzigen, ganz schwachen Anhaltspunkt, um ihn zu verdächtigen: ich meine die Begegnung mit seinem Auto heute nacht. — Aber verstehen Sie mich: ich habe noch niemals, in meinem ganzen Leben nicht, einem Menschen gegenübergestanden, von dem ich in diesem Maße den Eindruck hatte: er ist nicht das, was er darstellen will. Ein unbeschriebenes Zuviel oder Zuwenig in Stimme unb Geste, das nicht zum Ausdruck feiner Augen paffen mag — ober der Ton feiner Hautfarbe, obwohl er in nichts den natür- sichen Gesetzen widerspricht — ich kann Ihnen nicht sagen, was mich zwingt, in feinem Gesicht zu suchen, wie in einer Maske. — Wie selbstverständlich und sachlich klangen die wenigen Worte, die wir in ber Trambahn zusammen sprachen — können Sie Der- stehen, warum es mir vorkommt, als ob er dabei den Kommissar auf geschickte Weise nach dem Grund feiner Reise ausgefragt hatte? — Ich kann es mir nicht erklären!" —
„Nun," sagte Schulz, „wer wie wir viel mit Verbrechern zu tun hat, tausenderlei Arten ron fiiftfh und Verstellungen geübt und erfahren bat, der gewinnt mit der Zelt eine besondere bcharistcht unv Hellhörigkeit für diese Dinge."
(Fortsetzung Mgt) '


