[eifii0 'Un9ert <y V?'°cht,
ÄS«- -L
rZLb^
mn 77 Ä" 12 bis n-
8 ’■■ faÄft*?* 75^« jÄ L" ®ie4*h
•®'^ener Anzeigers«.)
^iautt^S^ to^röcn
31 Mark.-
4' tnfe,'. ^mmergerffe
21
0, 4250^’. Stw<
■leie 9-995’ ffMI
ung angehorl.ru y
A" "?°Ä-«w11 für 6'1™?* $ in SoUenj- i 1‘Q $on «*" #?** ”*" •e*M*’*W*
»*8**,. (,if »«<»!>’’ i((rI<iL
en «*2”fbis i" ? und rauchte t mit le. cn
eben- _ h.n Sie fP0161 trftÄS**;
NLdch°n u'd
-chloien- fiintcrau^0"3
ueng L«®* «* Efw Lrenche'^ uer fande .-585:8--
1 ein ®eÄr<ib-?urP den hatte se ^KerrH^ Jfür W'L r krf dem^en' .6 ^gelangen-
tfevnns '
lettisch.
pnotlSmus, okkult, um leb en Ufo. Sieben te Laien von W ft 5ig und Dien 1926.
n» Deuticke .- w leben vom Verfasser in der Eene Vorträge aus ver- der Psychischen Forschung. 14. gemeinverständlich ge- an em gebildetes Laien- e. Aus dem interessanlen. >elen belegten Inhalt seien fante Kapitel namhaft ge> gen über das Traumleben anlen (ein bemerkenswerter echtbaren Theorie Freuds» 1 .Psychiatrie und TRulif.
201 i>bie: ,Zas lachende chaus". icrl G. m. b. §.. Verlin.» anzleinen geb. 4,50 Ml. - der, wie wir hoffen, allen Anzeigers noch in guter >ien vor kurzem auch als Freunden einer gediegnen warm empfohlen. 233 freund", illustrierte halb- unb lurijliL Sllpenfreund icnftrafce 9. - Wie bk vor- uch da- vorliegende fiefi 1 l ^fätze. Wr möchten befonder; Feftr Dviff, „Die PrMeme stunde", von Werner Graf, Bernhard" und von F. jas kleine Walfertal und den rheben.
taMichten. Bauunglück.
iter getötet.
m. 14. Juni. («. Stabt- bau einer Scheune m nahen 3te am Samstag, als die • Eisenspause machten. ^ -W-
Nr. 157 Erstes Blatt
176. Jahrgang
Vienrtag, 15. Junk 1926
Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag».
Beilagen:
Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle.
Mouatr'Bezllorprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter, scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ließen.
Postscheckkonto:
Frankfurt am Main 11686.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
vnttk Md Verlag: vrühl'fche Univerfi1Sl5»vllch- und Zleindruckerei R. Lange in Gietzen. Schnftleitlmg und Seschäftrfteve: schnlstraße 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,. mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriol; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Hans Züstel, sämtlich in Dießen.
Die Eröffnung der Marokko-Konferenz.
Paris, 14. Juni. (SU.) Der heute beginnenden französisch-spanischen Marokko-Konferenz sieht man in Paris mit großer Spannung entgegen. Sie wird sich in der Hauptsache mit der Sicherheit und der Abgrenzung der Einflußzonen beschäftigen. 3m Vordergründe des Interesses steht das Schicksal Abd el Krims und seiner Angehörigen. Vach dem „Petit Parisien" soll Abd el Krim mit seiner Familie und seinem Schwager Azer Khane, im ganzen etwa 40 Personen, nach einer französischen Kolonie, wahrscheinlich nach Madagaskar, gebracht werden. Der Vest der Gefangenen, etwa 160 Personen, soll in verschiedenen Gebieten Frankreichs oder Spaniens untergebracht werden. Eine Aus- lieferung an Spanien komme nicht in Frage, da eine Schuld Abd el Krims an dem Tode der spanischen Offiziere nicht festgestellt werden könne, die wahrscheinlich am Typhus gestorben seien. Man werde sich dahin einigen, 2ll>d d Krim ein Schicksal angedeihen zu lassen, das weder das eines Märtyrers, noch das eines Gefangenen sei. 3m übrigen werde erwartet. daß die Grenze von 1912, obwohl sie willkürlich gezogen sei, nicht angetastet würde. Gs würden nur einige Mängel abgestellt und dadurch einige Provinzen eine gemischte spanffch-französische Verwaltung haben.
„Petit 3 o u r n a l" meint, die Hauptsache sei die Regulierung des Verkehrs zwischen den beiden Zonen und seht ein bestimmtes Programm für öffentliche Arbeiten und eine Verbesserung der Wege voraus. Die französisch-spanischen Verhandlungen werden zunächst den Charakter einer Fühlungnahme tragen. An den Besprechungen werden Vertreter der Außenministerien und der Militärbehörden der beiden Länder teilnehmen.
Die Konferenz wurde heute nachmittag von D r i a n d mit einer Begrüßungsansprache an die Delegierten eröffnet. 3n Pariser politischen und diplomatischen Kreisen legt man Wert auf die Feststellung, daß es sich mehr um eine zwanglose Aussprache als um eine eigentliche Konferenz handelt. Der ersten Sitzung am heutigen Tage hat auch Marschall P e t a i n beigewohnt. Auf dem Verhandlungsprogramm des heutigen Tages standen folgende Fragen: 1. Schicksal Abd el Krims. 2. Verwaltungsregime der Grenzgebiete. 3. Allgemeine Regelung der Grenzfragen. Entgegen den bisher in der Presse verbreiteten Meldungen wird festgestellt, daß ein bestimmter Wohnsitz Abd el Krims noch nicht in Aussicht genommen ist. Außer Madagaskar und Korsika ist auch von der 3nsel Djerba, die sich nicht weit von Tripolis befindet, die Rede. Was die Rif» grenze anbelangt, haben die Hnterhändler erneute Anweisung erhalten, darauf zu achten, daß die Verhandlungen nicht zur Aufrollung internationaler Fragen führen. — Die Eröffnungssitzung hatte übrigens rein formalen Charakter. Die Delegierten sind zu einem ersten Meinungsaustausch gekommen, bei dem die Reihenfolge der zu behandelnden Fragen sestgelegt worden ist. Die meisten Delegierten kamen zu Wort. Von französischer Seite sprach nach P o n s o t der Marschall P e t a i n. Die Konferenz hat beschlossen, daß die Arbeiten von Hntetkommissionen geführt werden. Sitzungen sollen jeden Tag stattfinden. Eine Vollsitzung wird aber erst nach grundsätzlicher Klärung der zur Debatte stehenden Fragen einberufen werden. Alles in allem werden die Verhandlungen nach vorläufigen Schätzungen ungefähr zehn Tage dauern.
*
Die Pariser Presse bespricht die Arbeiten der franko-spanischen Konferenz mit ftarfem Optimismus. Die „Information" weist darauf hin, daß die Regelung der Grenz frage keinen Anlaß zu Schwierigkeiten bieten wird. Auf französischer Seite sei man sogar geneigt, die Grenzlinie ein wenig zurückzuverlegen, damit der Stamm der Beni-Zerouan nicht in zwei Teile getrennt wird.
Demonstrationen in Paris.
Paris, 14. 3unt (SU.) Die Pariser Beamtenschaft beabsichttgt, trotz des Verbotes der Regierung, die für heute nachmittag geplante Demonstration abzuhalten. Vach Entsendung einer Delegation in die Kammer, von der man noch nicht weiß, ob sie empfangen wird, werden die Demonstranten sich in geschlossenem Zuge durch die Hauptstraßen der Stadt bewegen. Gleichzeitig haben die städtischen Angestellten der Gas- und Elektrizitätswerke sowie die Angestellten der Hntergrundbahn zu einer Massendemonstration vor dem Rathaus aufgerufen. Von der Polizei werden Zusammenstöße befürchtet. Der Pariser Polizeipräfekt hat umsassende ^Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Die Zugänge zur Abgeordnetenkammer und zum Rathaus werden von Wtlttener Polizei bewacht. Dor den Pariser Kasernen sind Lastauwmobile ausgestellt, damit im Vvtfalle Militär zur Verstärkung heran» gezogen werden kann. Die Polizei hat Anweisung erhalten, keine Ansammlungen zu dulden.
Eine spätere Meldung besagt: Bei den Kundgebungen der französischen Dramtengewerkschaft, Moskauer Richtung, die vor der Deputiertenkammer und dem Finanzmimsterium stattgefunden haben, wurden insgesamt 50 Personen verhaftet, doch wurden nut zwei
Die Krise im Scharfe Absage Amerikas 7! e u y o r k, 14. Juni. (TU.) Jn einer für die internationale Oeffentlichkeit bestimmten Erklärung erteilte Senator Vorah dem Völkerbund, „soweit Amerika in Betracht komme", eine sehr scharfe Absage. Der Fall Brasilien habe bewiesen, daß die mehr und mehr rein europäische Praxis des Völkerbundes mit den Interessen Amerikas unvereinbar sei. Man werde sich in Amerika sicher freuen, wenn der europäische Völkerbund es fertig bringen würde, Frieden und Ordnung aus dem europäischen Kontinent zu gestalten und zu erhalten; aber auf die Mitwirkung Amerikas werde man dann verzichten müssen.
Brasiliens Austritt.
Genf, 14. 3uni. (Sil.) Der Generalsekretär des Völkerbundes hat ein Telegramm des brasilianischen Außenministers erhalten, in dem Brasilien seinen Entschluß, aus dem Völkerbund auszutreten und an der Septembertagung deS Völlerbundes nicht mehr teilzunehmen, ankündigt. Das Telegramm ist als die nach dem letzten Absatz des Artikels 1 des Völkerbundspaktes vorgesehene Ankündigung des Austritts aus dem Völkerbund anzusehen. — Wie das „03. S.“ aus Genf meldet, wird die Regierung Brasiliens die Botschaft, die die erste Vertretung dieser Art war, die ein Großstaat in Gens errichtet hat, demnächst auf» heben. Mello Franco wird in den nächsten Tagen nach Buenos Aires zurückkehren. Rach einer Meldung aus Rio de 3aneiro geben die dortigen Blätter durchweg ihrer großen Genugtuung Ausdruck über den Beschluß der brasllianischen Regierung, die Mitgliedschaft im Völkerbund zu kündigen. „3our- nal de Commerico" betont, Brasilien habe recht daran getan, sich aus dem politischen Zentrum der alten Welt zurückzuziehen. „Gazeta de Roticies' meint, der Völkerbund werde über kurz oder lang selbst zu der Erkenntnis gelangen, daß er wertlosen Zielen nachjage.
Spanien und die Ratssitze.
Berlin, 15. 3unt. (SU.) Wie die Morgenblätter aus Madrid melden, nahm der Mr- nisterrat den Vorschlag des Ministers des Auswärtigen an und beschloß, für einen nichtständigen Völkerbundratssih nicht zu kandidieren und die Frage betreffend die Stellung Spaniens im Völkerbund für genügend erörtert zu betrachten. Der Minister des Auswärtigen wurde mit der Aufgabe betraut, im gegebenen Augenblick und gemäß dem in Genf gefaßten Beschluß Über die Forderungen Spaniens nach den vom Ministerrat endgültig auf»
in Haft behalten. Auch der Vorsitzende des Steuerbeamten-Verbandes, Piquemin, dessen Verhaftung, als sie unter den Beamten bekannt wurde, zu erregten Auftritten zwischen den Demonstranten und der Polizei führte, wurde im Laufe des Abends wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die FranKenbaisfe.
Paris, 14. 3uni. (Sil.) Die Frankenbaisse. die heute einen neuen Rekord darstellt, wurde in den Wandelgängen der Kammer lebhaft erörtert. Die Mißstimmung gegen das Kabinett Briand ist unverkennbar im Wachsen. Der Gegensatz zwischen Briand und Franklin Bouillon verschärft sich immer mehr. Die ilnzufriedenen scharen sich um den radikalsozialistischen Abgeordneten, der auf den Sturz der Regierung drängt. Srohdem wird aber angenommen, daß das Kabinett Briand noch einmal eine Mehrheit erhält, wenn gelegentlich der 3nterpellation Cachins von Briand wieder ein VertMungsantrag gestellt werden müßte. Wahrscheinlich werde Briand auch diesmal wieder die alten Gründe geltend machen wie seiner Zeit und darauf Hinweisen, daß die Regierung bereit sei, auf alle ihr gestellten Fragen am 25. 3uni, dem Sage der großen Finanzdebatte, zu antworten. Briand und P s r e t hatten eine lange Aussprache über die Finanzlage. Dollar und Pfund schlossen mit 173,5 bzw. 35,49.
Der Kampf gegen Elsaß-Lothringen.
Paris, 14. 3unl (SU.) 3m Zusammenhang mit den Zwangsmaßnahmen gegen den elsaß- lothringischen Heimatbund hat 3ustiz- minister Laval den Gouverneur von Elsaß- Lothringen, L a u ch e r, die Bischöfe von Straßburg und Metz und den Präsidenten des Evangelischen Konsistoriums nach Paris berufen. Am Dienstag vormittag wird eine Besprechung stattfinden, in der Maßnahmen gegen die Priester und Pastoren festgelegt werden sollen, die das Manifest des Heimatbundes unterzeichnet haben. Außerdem soll in Zukunft den Geistlichen eine Einmischung in politische und nationale Fragen verboten werden.
Der Rationalvttband der republikanischen Frontkämpfer hat im Lause einer gestern in Verdun abgehaltenen Kundgebung eine Tagesordnung angenommen, in der er mit Bestie» diguirg von dem Entschluß der Regierung
Völkerbund.
gestellten Richtlinien zu verhandeln. Der Regierung nahestehende Persönlichkeiten versichern, daß Spaniens Austritt aus dem Völkerbund beschlossene Sache sei, wenn es nicht etwa doch noch einen ständigen Rats sitz erhallen ftiltc.
Polen beansprucht einen ständigen Ratsfitz.
Paris, 14. 3uni. (SH.) Der polnische Außenminister Zalewski erklärte einem Vertreter des „Figaro", Polen sei überzeugt, daß es ebenso wie Deutschland ein Recht (I) auf einen ständigen Sitz im Vollerbundsrat habe. Dieses Recht gründe sich auf die geographische Lage Polens und seine Bedeutung als Brücke zwischen Mittel- und Osteuropa. Außerdem bestehe eine enge Verbindung zwischen der Frage eines ständigen Ratssitzes für Polen und den Locarnoverträgen. Polen verfolge mit 3n1eresfe das Verhalten Spaniens und Brasiliens. Die gegenwärtige Krise im Dolkerbundsrat dürfe keine Entfremdung Spaniens und Brasiliens herbei- sühren. Der Minister erklärte weiter, Polen lege Wert darauf, mit Rußland gute Beziehungen aufrecht zu erhalten.
Italien Wird deutlich.
Rom, 14. 3uni. (SH.) Die „Sribuua", deren offiziöser Charakter bekaimt ist, wendet sich heute in einem scharfen Protestartikel gegen den antifaszistischen Zwischenfall bei der Matteotti» Feier in Genf. 3talien werde nicht zulassen, daß sich in Genf unter dem Schuh des Völkerbundes ein s o z i a l i st i s ch e s M e k k a bilde, in dem Fahnenflüchtige aller Länder im Schatten unbegrenzter 3mmunität einen an ti- italienischen Feldzug fuhren dürsten. Man nimmt in politischen Kreisen an, daß Mussolini wegen des Zwischenfalles durch den Berner Botschafter bei der schweizerischen Regierung Vorstellungen erheben wird.
Die Dethlen-Affäre.
Genf, 14. 3unt (SH.) Der schweizerische Dundesanwalt S t a e m p f l i ist am Sonntag in Genf eingetroffen und hat mit dem Genfer Staatsanwalt eingehend über das Attentat auf den Grafen Dethlen beraten. Die reinjuristische Frage der Zuständigkeit, ob eidgenössische oder kantonale Gerichtsbarkeit, bereitet den schweizerischen Behörden große Schwierigkeiten. Der Dundesanwalt wird dem Bundesrat seinen Bericht über die von ihm vorgenommene Hntersuchung erstatten. Man glaubt, daß das Attentat gegen Graf Dethlen voraussichtlich vor dem Bunde sgericht und nicht vor dem Genfer Kantona^ericht verhandelt werden wird.
Kenntnis nimmt, gegen d i e Beamten in Elsaß-Lothringen vorzugehen, die sich autonomistische Hmtriebe hatten zu schulden kommen (affen. Der Verband will in dieser energischen Sat das Vorspiel einer entscheidenden Aktion sehen, die höheren Verwaltungsstellen von den Beamten zu säubern, die dem republikanischen Regime feindlich gesinnt seien.
Dem „3ournal" wird aus Straßburg gemeldet, der 3uftizminister habe den Direktor für religiöse Angelegenheiten in Elsaß-Lothringen, den Bischof von Straßburg Msgr. Ruch, den Bischof von Metz Msgr. Pelt und den Vorsitzenden des evangelischen Konsistoriums zu einer Besprechung nach Paris berufen, um die Sanktionen zu bestimmen, die gegen die katholischen und evangelischen Geistlichen ergriffen werden sollen, die die Kimdgebung des Elsaß-Lothringischen Heimatbundes unterzeichnet haben.
Italiens Währungspolitik.
Berlin, 15. Juni. (TU.) Wie die Morgenblätter aus Rom melden, hat Finanzminister B o l p i in der Senatsfitzung am Montag eine Rede über d i e Währungsfrage gehalten. Auf Grund der Maiabrechnung dcs Schatzamtes stellte er fest, daß der Haushaltsüberschuß des Etatsjahres, das am 30. Juni abläuft, auf alle Fälle eine Milliarde beträchtlich überfteigen wird. Dann gab er einen Ueber= blick über feine bisherige Währungspolitik und die Maßnahmen, die zur Stützung der Währung getroffen wurden. Graf Bolpi betonte weiter, daß das Problem der italienischen Valuta mit dem Problem bernationalen Produktion identisch sei. Rur durch Stärkung der nationalen Produktionsfähigkeit und durch die Aenderung der Stellung der italienischen Währung innerhalb der internationalen Währungen könne die Währungsstabilisierung vorbereitet werden. Italien wisse wohl, daß es seine Währung nicht von der Dynamik der anderen Währungen trennen kann. Wenn die nationale Regierung den Augenblick dafür gekommen glaube, und zwar ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des nationalen Nutzens, werde sie das Problem der Währungsstabilisierung vom internationalen Standpunkt aus in Angriff nehmen. Aber überall innerhalb und außerhalb Italiens solle man wissen, daß es sick dabei nicht um ein rein technisches Problem handle, das mit den Mitteln des Schatzamtes allein gelöst werden könnte, sondern daß auch die D e r st ä r - kung der wirtschaftlich en Struktur des Landes dabei unbedingte Voraussetzung sei.
Dieenglisch-rusfischenvisferenzen
Eine Erklärung Chamberlains.
London, 14.3uni. (SH.) Chamberlain gab heute nachmittag im Hnterhaus eine Erklärung über die englisch-russi- schen Beziehungen ab. Er sagte, daß er bei seinen Besprechungen mit dem russischen Geschäftsträger in London deutlich zum Ausdruck gebracht habe, daß die antibritische Propaganda in England und anderswo eines der Hindernisse für eine Derbesserungder englisch-russischen Beziehungen sei. Diese Propaganda mache es der englischen Regierung unmöglich, neue Verhandlungen zu eröffnen. Vor einigen Sagen, gerade vor seiner Abreise nach Genf, habe er dem britischen Geschäftsträger in Moskau besondere Instruktionen erteilt. Die Sowjetregierung sei jetzt davon unterrichtet, daß die englische Regierung die S ä l i g- ?eit des russischen Finanzkommis- s a r s nicht übersehen könne, der die Ausfuhr von Streikunter st ühungsgeldern gestattet habe.
Die Sage im Bergarbeiterfonflift
London, 14. 3uni. (SH.) Der Generaldebatte, die morgen im Hnterhaus zu erwarten ist, sehen die beteiligten Kreise mit großer Spannung entgegen. Die Aussichten auf eine baldige Lösung sind zwar im Augenblick nur gering aber man hofft, nach den währeird des Wochenendes gehaltenen Reden der Arbeiterführer auf Entgegenkommen und Versöhnung. Der Präsident der englischen Derg- arbeitergewerffchaften, Smith, hatte erklärt, wenn er zwischen Verlängerung der Arbeitszeit oder Reduzierung der Löhne zu entscheiden habe, dann würde er für das letztere stimmen Die Bergarbeiterschaft selbst ist aber allem An- fdjein nach geneigt, im Falle einer ihr zugeschobenen Entscheidung mil überwiegender Mehrheit für die Verlängerung der Arbeitszeit zu stimmen.
3n Rewcastle hat heute der Prozeß gegen neun Bergarbeiter, die während des Generalstreikes durch Weichenstellung einen Schnellzug zur Entgleisung gebracht hatten, begonnen.
Ungünstige Autzenhandeisziffern
L o n d o n, 14. Juni. (WB.) Die Blätter äußern sich besorgt über die ungünstigen Außen- handels^iffern des Monats Mai. Die „Financial Times" schreibt, wenn man sich auch vielleicht freuen dürfe, daß Sie Ziffern nicht noch schlimmer ausgefallen seien, so ständen doch leider viel schlimmere Berichte noch bevor. England werde nicht einmal die Ziffern der Maiausfuhr erreichen können. Wenn die Stillegung der Kohlenförderung noch länger anhalte, werde England auch nicht die notwendigen Rohstoffe einführen können, wenn es der Mittel, sie zu bezahlen, beraubt werde. Der Handel würde erst wie- der aufleben, wenn in den Kohlenbezirken Friede hergestellt sei.
Bauernvertreter beim Reichskanzler.
Berlin, 14. 3uni. (SH.) 3n Vertretung der Vereinigung der deutschen Bauernvereine hatten sich Hofbesitzer Stammerjohanir. Vizepräsident, Dr. Crone-Münzebro ck, geschäftssührendes Vorstandsmitglied, und Dr. Kayser, Generalsekretär, zu einer Besprechung der Lage der Landwirtschaft beim Reichskanzler eingefunden. Sie führten etwa folgendes aus: Infolge der unzulänglichen Preise für landwirtschaftliche Produkte und der hohen Lasten hat sich in der Landwirtschaft eine s ch w ere Krise herausgebildet. Es muh durch eine gesunde Handelspolitik für eine Rentabilität der Landwirtschaft gesorgt werden und ein entsprechender Abbau der steuerlichen und sonstigen Lasten erfolgen. 3m schwedischen Handelsvertrag sind die Agrarzölle nicht entsprechend hoch festgesetzt worden wie die 3ndu- striezölle in anderen Derttägen. Herr Stammer- johann wies darauf hin, daß gerade die bäuerliche Wirtschaft, der Schuh der Biehhaltung von ausschlaggebender Bedeutung sei. Dr. Crone machte auf Gefahren, die sich aus den jüngsten Handelsvertragsverhandlungen für die Landwirtschaft ergeben, aufmerksam. Dr. Kayser wies auf die mangelhafte Berücksichtigung des Bauernstandes bei der Bildung des Wirtschafts - Cnguete - Ausschusses usw. hin. Der Reichstan-ler betonte i.: (.einen Ausführungen, daß er den handelspolitischen Verhandlungen eine große Bedeutung für die Landwirtschaft beimesse, und daß auch er der Ansicht sei. daß bei der Landwirtschaft zu (Beginn der nächsten Ernte ein ausreichender Schuh vorhanden sein müsse.
Schachts Gründe für seinen Austritt.
Berlin, 15. 3ult (SH.) Reichsbankpräfi- dent Dr. Schacht hat zu seinem Austritt aus der demokratischen Partei an Herrn Koch ein zweites Schreiben gerichtet, in dem er die Gründe seines Austritts noch einmal auseinanderseht. Er betont noch einmal, et habe durch seinen Austritt zum Ausdruck bringen wollen, daß er als organisiertes Mitglied der demokratischen Partei für einen nach seiner Auffassung grundsätzlich


