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pnotlSmus, okkult, um leb en Ufo. Sieben te Laien von W ft 5ig und Dien 1926.

n» Deuticke .- w leben vom Verfasser in der Eene Vorträge aus ver- der Psychischen Forschung. 14. gemeinverständlich ge- an em gebildetes Laien- e. Aus dem interessanlen. >elen belegten Inhalt seien fante Kapitel namhaft ge> gen über das Traumleben anlen (ein bemerkenswerter echtbaren Theorie Freuds» 1 .Psychiatrie und TRulif.

201 i>bie: ,Zas lachende chaus". icrl G. m. b. §.. Verlin.» anzleinen geb. 4,50 Ml. - der, wie wir hoffen, allen Anzeigers noch in guter >ien vor kurzem auch als Freunden einer gediegnen warm empfohlen. 233 freund", illustrierte halb- unb lurijliL Sllpenfreund icnftrafce 9. - Wie bk vor- uch da- vorliegende fiefi 1 l ^fätze. Wr möchten befonder; Feftr Dviff,Die PrMeme stunde", von Werner Graf, Bernhard" und von F. jas kleine Walfertal und den rheben.

taMichten. Bauunglück.

iter getötet.

m. 14. Juni. («. Stabt- bau einer Scheune m nahen 3te am Samstag, als die Eisenspause machten. ^ -W-

Nr. 157 Erstes Blatt

176. Jahrgang

Vienrtag, 15. Junk 1926

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag».

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,. mehr.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriol; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An­zeigenteil Hans Züstel, sämtlich in Dießen.

Die Eröffnung der Marokko-Konferenz.

Paris, 14. Juni. (SU.) Der heute be­ginnenden französisch-spanischen Ma­rokko-Konferenz sieht man in Paris mit großer Spannung entgegen. Sie wird sich in der Hauptsache mit der Sicherheit und der Abgrenzung der Einflußzonen beschäftigen. 3m Vordergründe des Interesses steht das Schicksal Abd el Krims und seiner Angehörigen. Vach demPetit Parisien" soll Abd el Krim mit seiner Familie und seinem Schwager Azer Khane, im ganzen etwa 40 Per­sonen, nach einer französischen Kolonie, wahrscheinlich nach Madagaskar, gebracht werden. Der Vest der Gefangenen, etwa 160 Per­sonen, soll in verschiedenen Gebieten Frankreichs oder Spaniens untergebracht werden. Eine Aus- lieferung an Spanien komme nicht in Frage, da eine Schuld Abd el Krims an dem Tode der spanischen Offiziere nicht festgestellt werden könne, die wahrscheinlich am Typhus ge­storben seien. Man werde sich dahin einigen, 2ll>d d Krim ein Schicksal angedeihen zu lassen, das weder das eines Märtyrers, noch das eines Gefangenen sei. 3m übrigen werde er­wartet. daß die Grenze von 1912, obwohl sie willkürlich gezogen sei, nicht angetastet würde. Gs würden nur einige Mängel abgestellt und dadurch einige Provinzen eine gemischte spanffch-französische Verwaltung haben.

Petit 3 o u r n a l" meint, die Hauptsache sei die Regulierung des Verkehrs zwischen den beiden Zonen und seht ein bestimmtes Programm für öffentliche Arbeiten und eine Verbesserung der Wege voraus. Die französisch-spanischen Ver­handlungen werden zunächst den Charakter einer Fühlungnahme tragen. An den Bespre­chungen werden Vertreter der Außenministerien und der Militärbehörden der beiden Länder teilnehmen.

Die Konferenz wurde heute nachmittag von D r i a n d mit einer Begrüßungsansprache an die Delegierten eröffnet. 3n Pariser politischen und diplomatischen Kreisen legt man Wert auf die Feststellung, daß es sich mehr um eine zwanglose Aussprache als um eine eigentliche Konferenz handelt. Der ersten Sit­zung am heutigen Tage hat auch Marschall P e t a i n beigewohnt. Auf dem Verhandlungs­programm des heutigen Tages standen folgende Fragen: 1. Schicksal Abd el Krims. 2. Verwaltungsregime der Grenz­gebiete. 3. Allgemeine Regelung der Grenzfragen. Entgegen den bisher in der Presse verbreiteten Meldungen wird festgestellt, daß ein bestimmter Wohnsitz Abd el Krims noch nicht in Aussicht genommen ist. Außer Madagaskar und Korsika ist auch von der 3nsel Djerba, die sich nicht weit von Tri­polis befindet, die Rede. Was die Rif» grenze anbelangt, haben die Hnterhändler erneute Anweisung erhalten, darauf zu achten, daß die Verhandlungen nicht zur Aufrol­lung internationaler Fragen führen. Die Eröffnungssitzung hatte übrigens rein formalen Charakter. Die Delegierten sind zu einem ersten Meinungsaustausch gekommen, bei dem die Reihenfolge der zu behandelnden Fragen sestgelegt worden ist. Die meisten Dele­gierten kamen zu Wort. Von französischer Seite sprach nach P o n s o t der Marschall P e t a i n. Die Konferenz hat beschlossen, daß die Arbeiten von Hntetkommissionen geführt werden. Sitzun­gen sollen jeden Tag stattfinden. Eine Voll­sitzung wird aber erst nach grundsätzlicher Klä­rung der zur Debatte stehenden Fragen einbe­rufen werden. Alles in allem werden die Ver­handlungen nach vorläufigen Schätzungen unge­fähr zehn Tage dauern.

*

Die Pariser Presse bespricht die Arbeiten der franko-spanischen Konferenz mit ftarfem Opti­mismus. DieInformation" weist darauf hin, daß die Regelung der Grenz frage keinen Anlaß zu Schwierigkeiten bieten wird. Auf franzö­sischer Seite sei man sogar geneigt, die Grenzlinie ein wenig zurückzuverlegen, damit der Stamm der Beni-Zerouan nicht in zwei Teile getrennt wird.

Demonstrationen in Paris.

Paris, 14. 3unt (SU.) Die Pariser Beamtenschaft beabsichttgt, trotz des Ver­botes der Regierung, die für heute nach­mittag geplante Demonstration abzuhalten. Vach Entsendung einer Delegation in die Kammer, von der man noch nicht weiß, ob sie empfangen wird, werden die Demonstranten sich in geschlossenem Zuge durch die Hauptstraßen der Stadt bewegen. Gleichzeitig haben die städtischen Angestellten der Gas- und Elektrizitätswerke sowie die Angestellten der Hntergrundbahn zu einer Massendemonstration vor dem Rathaus aufgerufen. Von der Polizei werden Zusammenstöße befürchtet. Der Pariser Polizeipräfekt hat umsassende ^Sicherheits­maßnahmen ergriffen. Die Zugänge zur Ab­geordnetenkammer und zum Rathaus werden von Wtlttener Polizei bewacht. Dor den Pariser Kasernen sind Lastauwmobile ausgestellt, damit im Vvtfalle Militär zur Verstärkung heran» gezogen werden kann. Die Polizei hat Anweisung erhalten, keine Ansammlungen zu dulden.

Eine spätere Meldung besagt: Bei den Kundgebungen der französischen Dramten­gewerkschaft, Moskauer Richtung, die vor der Deputiertenkammer und dem Finanzmimsterium stattgefunden haben, wurden insgesamt 50 Personen verhaftet, doch wurden nut zwei

Die Krise im Scharfe Absage Amerikas 7! e u y o r k, 14. Juni. (TU.) Jn einer für die internationale Oeffentlichkeit bestimmten Erklä­rung erteilte Senator Vorah dem Völker­bund,soweit Amerika in Betracht komme", eine sehr scharfe Absage. Der Fall Brasilien habe bewiesen, daß die mehr und mehr rein euro­päische Praxis des Völkerbundes mit den Interessen Amerikas unvereinbar sei. Man werde sich in Amerika sicher freuen, wenn der europäische Völkerbund es fertig bringen würde, Frieden und Ordnung aus dem europäischen Konti­nent zu gestalten und zu erhalten; aber auf die Mitwirkung Amerikas werde man dann verzichten müssen.

Brasiliens Austritt.

Genf, 14. 3uni. (Sil.) Der General­sekretär des Völkerbundes hat ein Tele­gramm des brasilianischen Außen­ministers erhalten, in dem Brasilien seinen Entschluß, aus dem Völkerbund aus­zutreten und an der Septembertagung deS Völlerbundes nicht mehr teilzuneh­men, ankündigt. Das Telegramm ist als die nach dem letzten Absatz des Artikels 1 des Völker­bundspaktes vorgesehene Ankündigung des Aus­tritts aus dem Völkerbund anzusehen. Wie das03. S. aus Genf meldet, wird die Re­gierung Brasiliens die Botschaft, die die erste Vertretung dieser Art war, die ein Groß­staat in Gens errichtet hat, demnächst auf» heben. Mello Franco wird in den nächsten Tagen nach Buenos Aires zurückkehren. Rach einer Meldung aus Rio de 3aneiro geben die dortigen Blätter durchweg ihrer großen Ge­nugtuung Ausdruck über den Beschluß der brasllianischen Regierung, die Mitglied­schaft im Völkerbund zu kündigen.3our- nal de Commerico" betont, Brasilien habe recht daran getan, sich aus dem politischen Zentrum der alten Welt zurückzuziehen.Gazeta de Roticies' meint, der Völkerbund werde über kurz oder lang selbst zu der Erkenntnis gelangen, daß er wertlosen Zielen nachjage.

Spanien und die Ratssitze.

Berlin, 15. 3unt. (SU.) Wie die Morgen­blätter aus Madrid melden, nahm der Mr- nisterrat den Vorschlag des Ministers des Aus­wärtigen an und beschloß, für einen nichtstän­digen Völkerbundratssih nicht zu kandidieren und die Frage betreffend die Stellung Spaniens im Völkerbund für genügend erörtert zu betrachten. Der Minister des Aus­wärtigen wurde mit der Aufgabe betraut, im gegebenen Augenblick und gemäß dem in Genf gefaßten Beschluß Über die Forderungen Spa­niens nach den vom Ministerrat endgültig auf»

in Haft behalten. Auch der Vorsitzende des Steuerbeamten-Verbandes, Piquemin, dessen Verhaftung, als sie unter den Beamten bekannt wurde, zu erregten Auftritten zwischen den Demonstranten und der Polizei führte, wurde im Laufe des Abends wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die FranKenbaisfe.

Paris, 14. 3uni. (Sil.) Die Franken­baisse. die heute einen neuen Rekord darstellt, wurde in den Wandelgängen der Kam­mer lebhaft erörtert. Die Mißstimmung gegen das Kabinett Briand ist unverkennbar im Wachsen. Der Gegensatz zwischen Briand und Franklin Bouillon verschärft sich immer mehr. Die ilnzufriedenen scharen sich um den radikalsozialistischen Abgeordneten, der auf den Sturz der Regierung drängt. Srohdem wird aber angenommen, daß das Kabinett Briand noch einmal eine Mehrheit erhält, wenn ge­legentlich der 3nterpellation Cachins von Briand wieder ein VertMungsantrag gestellt werden müßte. Wahrscheinlich werde Briand auch diesmal wieder die alten Gründe geltend machen wie seiner Zeit und darauf Hinweisen, daß die Regierung bereit sei, auf alle ihr ge­stellten Fragen am 25. 3uni, dem Sage der großen Finanzdebatte, zu antworten. Briand und P s r e t hatten eine lange Aus­sprache über die Finanzlage. Dollar und Pfund schlossen mit 173,5 bzw. 35,49.

Der Kampf gegen Elsaß-Lothringen.

Paris, 14. 3unl (SU.) 3m Zusammenhang mit den Zwangsmaßnahmen gegen den elsaß- lothringischen Heimatbund hat 3ustiz- minister Laval den Gouverneur von Elsaß- Lothringen, L a u ch e r, die Bischöfe von Straß­burg und Metz und den Präsidenten des Evange­lischen Konsistoriums nach Paris berufen. Am Dienstag vormittag wird eine Besprechung statt­finden, in der Maßnahmen gegen die Priester und Pastoren festgelegt werden sollen, die das Mani­fest des Heimatbundes unterzeichnet haben. Außerdem soll in Zukunft den Geistlichen eine Einmischung in politische und nationale Fragen verboten werden.

Der Rationalvttband der republikanischen Frontkämpfer hat im Lause einer gestern in Verdun abgehaltenen Kundgebung eine Tages­ordnung angenommen, in der er mit Bestie» diguirg von dem Entschluß der Regierung

Völkerbund.

gestellten Richtlinien zu verhandeln. Der Regie­rung nahestehende Persönlichkeiten versichern, daß Spaniens Austritt aus dem Völkerbund beschlossene Sache sei, wenn es nicht etwa doch noch einen ständigen Rats sitz er­hallen ftiltc.

Polen beansprucht einen ständigen Ratsfitz.

Paris, 14. 3uni. (SH.) Der polnische Außenminister Zalewski erklärte einem Ver­treter desFigaro", Polen sei überzeugt, daß es ebenso wie Deutschland ein Recht (I) auf einen ständigen Sitz im Vollerbundsrat habe. Dieses Recht gründe sich auf die geo­graphische Lage Polens und seine Be­deutung als Brücke zwischen Mittel- und Osteuropa. Außerdem bestehe eine enge Verbindung zwischen der Frage eines ständigen Ratssitzes für Polen und den Locarnover­trägen. Polen verfolge mit 3n1eresfe das Ver­halten Spaniens und Brasiliens. Die gegenwärtige Krise im Dolkerbundsrat dürfe keine Entfremdung Spaniens und Brasiliens herbei- sühren. Der Minister erklärte weiter, Polen lege Wert darauf, mit Rußland gute Be­ziehungen aufrecht zu erhalten.

Italien Wird deutlich.

Rom, 14. 3uni. (SH.) DieSribuua", deren offiziöser Charakter bekaimt ist, wendet sich heute in einem scharfen Protestartikel gegen den antifaszistischen Zwischenfall bei der Matteotti» Feier in Genf. 3talien werde nicht zulassen, daß sich in Genf unter dem Schuh des Völkerbundes ein s o z i a l i st i s ch e s M e k k a bilde, in dem Fahnenflüchtige aller Länder im Schatten unbegrenzter 3mmunität einen an ti- italienischen Feldzug fuhren dürsten. Man nimmt in politischen Kreisen an, daß Mus­solini wegen des Zwischenfalles durch den Berner Botschafter bei der schweizerischen Re­gierung Vorstellungen erheben wird.

Die Dethlen-Affäre.

Genf, 14. 3unt (SH.) Der schweizerische Dundesanwalt S t a e m p f l i ist am Sonntag in Genf eingetroffen und hat mit dem Genfer Staats­anwalt eingehend über das Attentat auf den Grafen Dethlen beraten. Die rein­juristische Frage der Zuständigkeit, ob eidge­nössische oder kantonale Gerichtsbarkeit, bereitet den schweizerischen Behörden große Schwierig­keiten. Der Dundesanwalt wird dem Bundesrat seinen Bericht über die von ihm vorgenommene Hntersuchung erstatten. Man glaubt, daß das Attentat gegen Graf Dethlen voraussichtlich vor dem Bunde sgericht und nicht vor dem Genfer Kantona^ericht verhandelt werden wird.

Kenntnis nimmt, gegen d i e Beamten in Elsaß-Lothringen vorzugehen, die sich autonomistische Hmtriebe hatten zu schulden kommen (affen. Der Verband will in dieser energischen Sat das Vorspiel einer ent­scheidenden Aktion sehen, die höheren Verwal­tungsstellen von den Beamten zu säubern, die dem republikanischen Regime feindlich gesinnt seien.

Dem3ournal" wird aus Straßburg ge­meldet, der 3uftizminister habe den Direktor für religiöse Angelegenheiten in Elsaß-Lothringen, den Bischof von Straßburg Msgr. Ruch, den Bischof von Metz Msgr. Pelt und den Vor­sitzenden des evangelischen Konsistoriums zu einer Besprechung nach Paris berufen, um die Sank­tionen zu bestimmen, die gegen die katholischen und evangelischen Geistlichen ergriffen werden sollen, die die Kimdgebung des Elsaß-Lothringi­schen Heimatbundes unterzeichnet haben.

Italiens Währungspolitik.

Berlin, 15. Juni. (TU.) Wie die Morgen­blätter aus Rom melden, hat Finanzminister B o l p i in der Senatsfitzung am Montag eine Rede über d i e Währungsfrage gehalten. Auf Grund der Maiabrechnung dcs Schatzamtes stellte er fest, daß der Haushaltsüberschuß des Etatsjahres, das am 30. Juni abläuft, auf alle Fälle eine Milliarde be­trächtlich überfteigen wird. Dann gab er einen Ueber= blick über feine bisherige Währungspolitik und die Maßnahmen, die zur Stützung der Währung getroffen wurden. Graf Bolpi betonte weiter, daß das Problem der italienischen Valuta mit dem Problem bernationalen Produktion identisch sei. Rur durch Stärkung der nationalen Produktionsfähigkeit und durch die Aenderung der Stellung der italienischen Währung innerhalb der internationalen Währungen könne die Währungsstabilisierung vorbereitet werden. Italien wisse wohl, daß es seine Währung nicht von der Dynamik der anderen Währungen trennen kann. Wenn die nationale Regierung den Augenblick dafür gekommen glaube, und zwar ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des nationalen Nutzens, werde sie das Problem der Währungsstabilisierung vom internationalen Standpunkt aus in Angriff nehmen. Aber überall innerhalb und außerhalb Italiens solle man wissen, daß es sick dabei nicht um ein rein technisches Problem handle, das mit den Mitteln des Schatzamtes allein gelöst werden könnte, sondern daß auch die D e r st ä r - kung der wirtschaftlich en Struktur des Landes dabei unbedingte Voraussetzung sei.

Dieenglisch-rusfischenvisferenzen

Eine Erklärung Chamberlains.

London, 14.3uni. (SH.) Chamber­lain gab heute nachmittag im Hnterhaus eine Erklärung über die englisch-russi- schen Beziehungen ab. Er sagte, daß er bei seinen Besprechungen mit dem russischen Ge­schäftsträger in London deutlich zum Ausdruck gebracht habe, daß die antibritische Pro­paganda in England und anderswo eines der Hindernisse für eine Derbesserungder englisch-russischen Beziehungen sei. Diese Propaganda mache es der englischen Re­gierung unmöglich, neue Verhandlungen zu er­öffnen. Vor einigen Sagen, gerade vor seiner Abreise nach Genf, habe er dem britischen Ge­schäftsträger in Moskau besondere Instruktionen erteilt. Die Sowjetregierung sei jetzt davon unter­richtet, daß die englische Regierung die S ä l i g- ?eit des russischen Finanzkommis- s a r s nicht übersehen könne, der die Ausfuhr von Streikunter st ühungsgeldern ge­stattet habe.

Die Sage im Bergarbeiterfonflift

London, 14. 3uni. (SH.) Der General­debatte, die morgen im Hnterhaus zu er­warten ist, sehen die beteiligten Kreise mit großer Spannung entgegen. Die Aussichten auf eine baldige Lösung sind zwar im Augenblick nur gering aber man hofft, nach den währeird des Wochenendes gehaltenen Reden der Arbeiter­führer auf Entgegenkommen und Ver­söhnung. Der Präsident der englischen Derg- arbeitergewerffchaften, Smith, hatte erklärt, wenn er zwischen Verlängerung der Arbeits­zeit oder Reduzierung der Löhne zu entschei­den habe, dann würde er für das letztere stimmen Die Bergarbeiterschaft selbst ist aber allem An- fdjein nach geneigt, im Falle einer ihr zuge­schobenen Entscheidung mil überwiegender Mehr­heit für die Verlängerung der Ar­beitszeit zu stimmen.

3n Rewcastle hat heute der Prozeß ge­gen neun Bergarbeiter, die während des Generalstreikes durch Weichenstellung einen Schnellzug zur Entgleisung gebracht hatten, begonnen.

Ungünstige Autzenhandeisziffern

L o n d o n, 14. Juni. (WB.) Die Blätter äußern sich besorgt über die ungünstigen Außen- handels^iffern des Monats Mai. Die Financial Times" schreibt, wenn man sich auch vielleicht freuen dürfe, daß Sie Ziffern nicht noch schlimmer ausgefallen seien, so ständen doch leider viel schlimmere Berichte noch bevor. England werde nicht einmal die Ziffern der Maiausfuhr er­reichen können. Wenn die Stillegung der Kohlenförderung noch länger anhalte, werde England auch nicht die notwendigen Rohstoffe einführen können, wenn es der Mittel, sie zu be­zahlen, beraubt werde. Der Handel würde erst wie- der aufleben, wenn in den Kohlenbezirken Friede hergestellt sei.

Bauernvertreter beim Reichskanzler.

Berlin, 14. 3uni. (SH.) 3n Vertretung der Vereinigung der deutschen Bauernver­eine hatten sich Hofbesitzer Stammerjohanir. Vizepräsident, Dr. Crone-Münzebro ck, geschäftssührendes Vorstandsmitglied, und Dr. Kayser, Generalsekretär, zu einer Besprechung der Lage der Landwirtschaft beim Reichskanzler eingefunden. Sie führten etwa folgendes aus: Infolge der unzulänglichen Preise für landwirtschaftliche Produkte und der hohen Lasten hat sich in der Landwirtschaft eine s ch w ere Krise herausgebildet. Es muh durch eine ge­sunde Handelspolitik für eine Rentabilität der Landwirtschaft gesorgt werden und ein entspre­chender Abbau der steuerlichen und son­stigen Lasten erfolgen. 3m schwedischen Han­delsvertrag sind die Agrarzölle nicht ent­sprechend hoch festgesetzt worden wie die 3ndu- striezölle in anderen Derttägen. Herr Stammer- johann wies darauf hin, daß gerade die bäuer­liche Wirtschaft, der Schuh der Biehhaltung von ausschlaggebender Bedeutung sei. Dr. Crone machte auf Gefahren, die sich aus den jüngsten Handelsvertragsverhandlungen für die Landwirtschaft ergeben, aufmerksam. Dr. Kayser wies auf die mangelhafte Berücksichti­gung des Bauernstandes bei der Bildung des Wirtschafts - Cnguete - Ausschusses usw. hin. Der Reichstan-ler betonte i.: (.einen Ausführungen, daß er den handelspolitischen Verhandlungen eine große Bedeutung für die Landwirtschaft beimesse, und daß auch er der Ansicht sei. daß bei der Landwirtschaft zu (Beginn der nächsten Ernte ein ausrei­chender Schuh vorhanden sein müsse.

Schachts Gründe für seinen Austritt.

Berlin, 15. 3ult (SH.) Reichsbankpräfi- dent Dr. Schacht hat zu seinem Austritt aus der demokratischen Partei an Herrn Koch ein zweites Schreiben gerichtet, in dem er die Gründe seines Austritts noch einmal auseinanderseht. Er betont noch einmal, et habe durch seinen Austritt zum Ausdruck bringen wollen, daß er als organi­siertes Mitglied der demokratischen Partei für einen nach seiner Auffassung grundsätzlich