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Nr. 292 Drittes Statt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Dienstag, (4. Dezemder 1926

Turnen, Sport und Spiel.

Gautag der Schwimmer.

Die Vertreter der Vereine des Taues 1 KreiS V deS Deutschen Schwimmverbandes «D. S. D.) fanden sich am Sonntag in Diesten Aum diesjährigen Gautag zusammen, dessen Vor- bereitung dem Giestener Schwimmverein übertragen worden war. Die Tagung fand bet guter Beteiligung vor- und nachmittags im Sitzungssaal des Stadthauses, Dergstraste, statt. Die Vormittagssitzung war interner Art und diente der Beratung der Anträge.

Aach gemeinsamem Mittagstisch im Hotel Schütz begann um 3 Ufjr die Hauptsihung, zu der als Vertreter der Stadt Diesten Bei­geordneter D r. Seid, sowie Vertreter der drei höheren Schulen und der Stadlknabenschule er­schienen waren. Der D. S. V. war durch Ver- bandsschriftführer Karoß, der Kreis V durch KreiSschwimmwart Bertsch vertreten. Der 1. Vorsitzende deS Gaues, Medizinalrat D r. Friedrich- Darmstadt, eröffnete die Sitzung unb dankte nach kurzen Degrüstungsworten der Stadtverwaltung für die Lleberlassung des Stadt­hauses. Sodann nahm Beigeordneter D r. S e i b daS Wort zu kurzen Aussuhrungen, in denen er betonte, dast es falsch fei, die heutige Sport­bewegung als eine Aristokratie des Biceps zu bezeichnen, wie dies kürzlich ein berufener deut­scher Staatsmann getan habe. Die Sportbewe­gung stecke noch in den Anfängen der Enttoick- luna; die amtlichen Stellen wären jederzeit be­müht, sie zu unterstützen.

Dunmehr hielt Professor Dr. Hunte­müller, der Leiter des hiesigen Instituts für Körperkultur, einen interessanten Vortrag über die biologischen Grundlagen der Leibesübungen.

Gr führte u. a. etwa aus: »Bei den früher be­triebenen Leibesübungen erreichte und bezwerkte man meist nur eine Ausbildung der Muskeln, heute aber weist man, dast vor allem Herz, Lunge und Verven in bester Verfassung sein inüssen, um in den Wettkämpfen, wie sie heute ausgetragcn werden, bestehen zu können. Auf ihre Ausbildung kommt es in erster Linie an. Aus diesem Grund ist die Ueberwachung durch Sportärzte notwenkig, die die 3u- gend auf biologischer Grundlage heranziehen. (Ties ist im (Siebener S. V. feit einiger Zeit der Fall.) Ten meufchlichen Körper kann man ver­gleichen mit einer Dampf maschine: in beiden geht ein Verbrennungsprozeß vor sich, der sie zu ihren Leistungen besähigt. Sie Dampfmaschine wird durch die Kohle, die menschliche Muskelmnschine durch die Dahrung gefüttert. Der Muskel braucht bei anstrengender Arbeit verstärkte Dlutzufuhr, für die das Herz sorgt. Die Folge des Sport- treibens ist fe&r häufig das sog. Sportherz, dies ist aber durchaus kein krankes Herz, sondern ein Arbeitsherz, das sich infolge der vermehrten Blutzufuhr ganz natürlich verstärkt hat, wie jeder andere MuSlel sich infolge stärkerer Inanspruch­nahme kräftigt, im Gegensatz zum Stubenhocker, dessen Herz nicht viel Arbeit zu verrichten hat. ES kann allerdings unter Umständen krankhaft werden, deshalb soll man die Jugendlichen vor­her untersuchen, es besteht dann keine Gefahr. Ebenso wie daS Herz wird auch die Lunge ganz besonders beim Schwimmen gekräftigt, daS eine besonders gründliche Atmung erfordert. Dadurch werden die Lungenspitzen der Kinder, in denen sich allzu leicht die Tuberkitlose fest» setzt, beim Schwimmen erhalten, zumal die Sonne als weiteres Bekämpsungsm.ttel der Tuberkulose hinzutritt. Wir haben beobachtet, dast die Drust- korbentwicklung der Schwimmer in Diesten sehr gut vorwärts gekommen ist. Deshalb ist der Sport als Dorbeugungsmittel gegen Krankheiten auch aus volkswirtschaftlichen Gründen zu begrüßen." Starker Beifall wurde den Haren, lehrreichen Ausführungen zuteil.

Diesem Vortrag schloß sich bcr_ Bericht des Vorstandes an, den zunächst Med.- Vat Dr. Friedrich in allgemeiner, ausführ­licher Darstellung gab. Die Hauptarbeit habe im Vorstand gelegen, es sollten jedoch in Zukunft vierteljährlich Gausitzungen im Interesse einer näheren Fühlungnahme der Vereine stattfinden. Die Werbetätigkeit müsse gehoben werden. Eine der wesentlichsten Aufgaben sei jetzt die E r - z^ehung der Iugend. Auf diese Frage ging der Gaujugendwart Gießmann - Darmstadt näher ein, der neben der körperlichen Erziehung für die neben dem Schwimmen Ergänzungssport nötig sei, eine weitgehende geistige und seelische Erziehung der Iugend verlangte. Die Berichte des Schwimmwarts, des Werbeleiters, des Wasserballwarts und des Kassenwarts vervoll­kommneten den Einblick in die vergangene Tä­tigkeit. Der Vorstand wurde entlastet und voll­zählig wiedergewählt, nachdem ihm Herr Pas­coe sen. (G. 6. V.) im Vamen der Vereine für seine erfolgreiche Tätigkeit gedankt halte.

Man ging nun über zur Beschlußfassung über die vormittags beratenen Anträge. Die An­träge des Gießener E. D., daß bei dem Gau- und Kreisfest das Brustschwimmen über 200 Meter ausgeschrieben werden und dast bei stark be­setzten Wettlämpfen Dorläufe stattfinden sollen, wurden angenommen. Die folgenden Beschlüsse fin zur Weitergabe an den Kreistag bestimmt. Zur Schonung der Jugend wurde beschlossen, dem Kreistag zu empfehlen, die Teilnahme der Jugendlichen an Wettkämpfen zu beschränken, und ihm vorzuschlagen, nur zwei Starts monatlich zu genehmigen. Aus den Jugeudwarten der Gaue soll ein Kreisju - gen Hausschuh gebildet werden, der zu Füh­rertagungen zusammentreten soll. Die Heraus­gabe eines ..Merkbuches für die Jugendarbeit",

learbei et ron len Ju e?.l ü^ern des Veroande., soll durch den Kreis unterstützt werden. Als Grundstock für den spä.eren Dau eines Kreis­heimes, daS als Erho.ungsstä te für Jugend und Erwachsene und g.eich^eüig zur Durchfüh­rung von Lehrkursen dienen soll, soll ein ge­wisser Prozentsatz der Einnahmen des Kreises verwandt werden.

Der nächste Gautag soll in Aschaf­fenburg, das nächste Gaufest in Darm­stadt und das Gaujugendfest im Frankfur­ter Stadion stat finden.

Aus dem Turngau Hessen.

= Der 1. Bezirk des Turngaues J)ef» f e n hielt am Sonntga in Marburg eine gut be­suchte Bezirksoorturner st unde ab. Durch- geturnt wurden die Freiübungen für das nächste Jahr, ferner der Ucbungeftoff für das SBintergerätc- turnen. Dieses findet am 6. März in Marburg statt. Um das volkstümliche Bezirksmetturnen, das am 12 Juni abgehalten wird, hatten sich die Turnver­eine Gladenbach, Neustadt und Nieder-Walgern be­worben. Die Wahl entschied für Niedcr - Wal - gern. Bezirksturnwart Heberlein leitete die Turnstunde mit Umsicht und Sachkenntnis.

Der 5. Bezirk hatte nach Bad-Nauheim zu einer Bezirksoarturnerstunde einge­laden, die aber nicht so gut besucht war, wie die erste Turnstunde des Arbeitsjahres 1926 27. Gar nicht vertreten waren die Vereine Ebcrstadt, Grüningen, Kirch-Göns, Muschenheim, Ostheim, Rockenberg und Wölfersheim. Ordnungs- ö Freiübungen, sowie die für das Winterturnen vorgeschriebenen Geräte­übungen waren Gegenstand eingehender Belehrung. In der anschließenden Besprechung wurde als Ort für das am 13. März ftattsindende Bezirksgeräte­turnen Lang.Göns bestimmt. Um das volks- tümliche Bezirksturnfest, das im Juni ver­anstaltet wird, hatte sich keiner der 25 Bezirks- vereine beworben. Die Veranstaltung wurde daher der Bad -Nauheimer Turnerschaft über­tragen. Die für Januar vorgeschriebene Bestrksvor- turnerftunbe soll getrennt für den nördlichen iinb den südlichen Bezirk abgehalten werden, (fine Lehr- stunde für Ausbildung von Kampfrichtern wird da- mit verbunden.

V. f. B.

D. f. D. Liga ,Hermannia"-Kassel 1: 0.

D. f. B. Ligares. Aßlar 1. Mannsch. 5: 4.

D. f. D. Dritte Burgsolms 1. Mannsch. 0:6.

D. f. B. 1. Igd. Vd -Dirmes 1. Igd. 3: 0.

D. f. B. 2. Igd. Daubringen 1. Igd. 4:0.

V. f. D. 3. Igd. Grünberg 1. Igd. 3. 3.

D. f. D. 1. Schülerm. Heuchelh l.Sch 2:1. D. f. D. 2. Schülerm. Heuchelh. 2. Sch. 02. Die letzte Derbandsspielreise der Lina nach Kassel gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Es gelang der Mannschaft, mit einem knappen, aber verdienten 1:0-Siea über ihren Gegner Her­rn annia" zu triumppieren und sich damit hinter Kurhessen" Kassel an die zweite Stelle der Tabelle zu setzen. R*benbei war dies seit Kriegs­ende der erste Sieg, den ebne Gießener Mann­schaft in Kassel errang. Die in der »Dezirksliga- vorschau für Hessen-Hannover" als »sehr hart und körperlich spielend" bezeichnete Herrnanniaelf machte diesem Ruf alle Etzre. Das Strafsdohver- hältnis von einigen zwanzig zu acht zugunsten Gießens beweist die Richtigkeit deS Dorausge­sagten. Das Eckenergebnis von 2:1 für D. f. D. entspricht iroch genauer dem Spielverlauf als das knappe Schluhresultat; es zeigt, daß Kassel auch im Feldspiel unterlegen war und nicht un­verdient verlor. Die D. f. B.-Mannschaft bot tn diesem Spiel eine Leistung, die als erstklassig bezeichnet werden muß. Während der Gegner, der sich übrigens in seiner besten Form befand, seine mehr als harte Spielweife auf Ueberrumpe- lung einftellbe, ließen die Gießener sich keinen Augenblick aus dem Konzept bringen Daß dieses Spiel, in dem sich Awei grundverschiedene Me­thoden gegenüberstanden, für die Zuichauer äußerst interessant war und eines gewissen Reizes nicht entbehrte, ist natürlich. Rach dem beim Stand von 0:0 erfolgten Seitenwechsel änderte sich das Bild etwas zugunsten der Einheimischen, die mit aller Macht versuchten, den Sieg an sich zu reißen. Bei stets wechselndem Kgnrpf verlegte sich nun auch D. f. D. auf Durchbrüche und halte da­mit wenige Minuten von Schluß den ersehnten Erfolg. Bemerkenswert ist, daß dieser Sieg mit Ersah für den gesperrten Halblinken errungen wurde. Die Mannschaft verdient ein uneinge­schränktes Gesamtlob.

Das 5:4 der Ligareserve gegen Aßlar ist als rechtmager zu bezeichnen. Die Rieder- lage der Dritten kam erwartungsgemäß, aller­dings nicht rn dieser Höhe. Die drei Iugend- mannschaften lassen durch ihre guten Resultate eine stete Formverbesserung erkennen. Während die 1. Schülermannschaft mit einem 2:1-Sieg von Heuchelheim zurückkam, muhte sich die zweite gegen die verstärke zweite der Dorstädter mit 5: 0 beugen.

SpielDcreinigung 1900 Giehen.

ö. Die Ligamannschast der Spielver­einigung 1900 setzte am Sonntag ihren SiegeS- zug weiter fort, und zwar diesmal durch den glanzenden Erfolg übet den Spitzensührer der Lahnkreisliga, die vordem ungeschlagene Ligaelf des Rasensportvereins .Germania 0 8" Marburg. Die Einheimischen spielten in berfetben Aufstellung wie am Vorsonntag in Wetzlar. Reben technischer und taktischer Ueber- legenheit haben es die 1900er in letzter Zeit auch zu einer ansehnlichen Kampfmannschaft ge­bracht, die tn Schnelligkeit und Eifer jedem Gegner der Kreisliga gleich, wenn nicht gar

überlegen, ist. Gießen gewann am Sonntag 3:1 verdient! Das Spiel begann ziemlich aufgeregt. Ungestüme Angriffe setzten beiderseits ein, jedoch hatte bald der Gastgeber die Ober. Hand Die Marburger wurden fortgesetzt in ihrer Spielhälfte sestgehaltcn. Plötzlich kam Marburgs linker Flügel überraschend durch, der Gießener Hüter wehrte einen schwach ge­schossenen D.ehvall nicht energisch genug ab und im darauffolgenden Gedränge wurde icr Ball über die Linie geschah, n.Germania" führte 1:0. Doch nicht lange dauerte die Freu"e. Eine pracht­volle Flanke des vorzüglich disponierte Gie­ßener Rechtsaußen entglitt dem Marburger Hüter. Hoch im Bogen landete der Ball im Retz. 1930 halte ausgeglichen. Kurz darauf schoß nach hef­tigem Geplän.'el im German nftta'raum der Gie­ßener Linksaußen den 2. Treffer. Einen Elfmeter- Strafstoß verwandelte 19305 Mittelstürmer zum 3. Tor. Das Spiel stand beim Seitenwechsel 3:1 für 1930. Auch nach dem Wechsel hatte Gießen beständig mehr vom S^iel. Rur die drei Schluß­leute der Gäste verhinderten weitere Gießener Erfolge. Erst etwa eine Viertelstunde vor Schluß gingen die Marburger aus sich heraus, um das Resultat günstiger zu gestalten. Sie fanben aber die vorzügliche Gießentr Aowehr auf dem Posten. Hochbesriedigt über das spannende Spiel verlieh man den in bester Verfassung befindlichen Sport­platz. 1930 hat durch diesen 3:1-Sieg endgültig den 2. Tabellenplatz erkämpft.

Wetzlarer FuhbaU.

L. C. TDefjlar gegen Gladenbach 6:1.

tz. Der Ballfpielclub setzte sich mit diesem Siege in der Tabelle wieder vor den Fuhballclub. Alle drei Wetzlarer Vereine sind aber immer noch zu spielschwach, um ein ernstes Wort in der Meister­schaft mitreden zu können.

Die Gäste waren, besonders technisch, fast eine Klaffe schlechter als der Plagoerein. Schon in der 2. Minute nach Spielbeginn ging B. C. in Führung unb erhöhte in ständigem Drängen und unter Er­zielung vieler Ecken fein Torverhältnis bis Halbzeit auf 4:0. Nach dem Wechsel wurden die Gäste besser, trotzdm erzielten die Wetzlarer zwei weitere Tore unb führten nunmehr 6:0. Glabenbach köpfte zwei Eckbälle gegen bie Latte, B. C. verschoß seinen zweiten Elfmeter, währenb Glabenbach einen sol­chen zum Ehrentor ausnutzte. B. C. siegte oerbient unb war einroanbfrei besser.

Freie Turnerschaft Gießen

£ Bei ihrem zweiten Spiel mit Mannschaften der 1. Klasse schnitt bie Gießener Id- Mannschaft wesentlich besser ab, als beim ersten gegen Wieseck. Butzbach I war dies- mal Gegner, der eine eifrige Mannschaft ins Feld stellte. Die Hintermannschaft ist der bes­sere Dell, im Sturm mangelt es noch an der letzten Auswirkung der herausgearbeiteten Tor- geüegenheiten. Gießen zeigte eine reifere Spiel- weise und stärkere äleberlegenheit. Bis zum Schluß konnten durch den Mittelstürmer und Hallwechten 2 Tore erzielt werden, diese Zahl erhöhte ein Verteidiger Butzbachs allerdings auf 3. Die aufmerksamen Schlußmänner Gießens verhinderten jeden Erfolg Butzbachs.

Im Spiel der zweiten Mannschaften Butzbachs und Gießens hatte Gießen Mühe, ein Halbzeit-Resultat von 2:0 herauszuholen. Rach der Pause fiel Butzbach dem Tempo zum Opfer und mußte sich 5 weitere Tore gefallen lassen. Aber auch der Gießener Tormann mußte den Ball zweimal aus dem Reh holen.

Aeberraschend ist der verhältnismäßig knappe Sieg der Gießener Iugendmannschaft. Butzbach stellte hier einen sehr beachtlichen Geg- ner, der bis zur Halbzeit nur 1 Tor zu lieh. Rach dem Wechsel konnte Gießen die Torzahl auf 3 erhöhen.

Die weiteren Spiele.

Daubringen, 2. Klasse, hatte sich aber­mals einen Gegner aus der 1. Klasse geholt: dies­mal war es Wetzlar. Rach den gezeigten Leistungen wäre es gar nicht verwunderlich ge­wesen, wenn Daubringen zumindest ein ilnent- schieden herausgeholt hätte. So aber konnte Wetzlar öanf des sofort geschaffenen Vorsprungs und mit Hilfe eines Elfmetertors 5:3 gewinnen. Dtand bei Halbzett 4:1. Auch im Spiel der 3u gen dmannschaften beider Vereine ist der 4:2-6ieg Wetzlars nicht gerade überzeugend. Hier stand die Partte bei Halbzett 1:1.

Heuchelheimi (1. Klasse) trat gegen Fronhaufenl (2. Klasse) in Fronhausen an und holte sich einen verdienten 8: 2-Sieg. Aller­dings trat Fron Hausen mit nur 10 Mann und obendrein mit Ersah an. Trotz dieses Minus ging Fron Hausen in der 8. Minute in Führung und konnte bis Halbzeit das Resultat auf 2:2 halten. Rach dem Seitenwechsel toarf Heuchel­heim seine größere Spielerfahrung in die VKlg- schale und schickte den Tormann Fronhaufens noch sechsmal hinter die Pfosten.

Freier

Turn- und Sportverein Wieseck.

£ Gäste aus dem benachbarten 6. Bezirk Ober-Mörlen gaben am Sonntag den Geg­ner mit zwei Mannschaften ab. Das Spiel der er st en Mannschaften entschieden die Wie- secker für sich. Das Resultat drückt den Spielverlauf nicht richtig aus, denn während des ganzen Spiels zeigten die Einheimischen einen weitaus besseren und einheitlicheren Fußball. Die Hintermannschaft Ober-Mörlens hatte die weitaus größte Arbeit zu tun, wobei der Tormann recht Anerkennenswertes leistete. Ein besonderes Merkmal der ©äftemann-

schost war die mehr als reichliche Unruhe, die das Spiel recht empfindlich störte. 'Nach Schluß der ersten Halbzeit hatte Wieseck bei einem Eckcnverhältnis von 5:1 die Führung mit Amci sehr schönen Toren übernommen. Das erste resultierte aus einem wei­ten Schlag des Rechtsaußen, das zweite war der Erfolg einer guten Kombination des Innei'trios. Zahlreiche weitere Schusie gingen darüber und da» neben, oder wurden von dem sehr gut arbeitenden Tormann Ober-Mörlens gcmciftert. In her zweiten Halbzeit kamen die Gäste zu ihren, Ehrenior. sie konnten einen Durchbruch mit einem Torschuß krönen. Trotz des weiter überlegenen Spiels der Wiesccker blieben weitere Erfolge versagt.

Das Spiel der Jugend Mannschaften der gleicher Vereine litt unter denselben Mänoeln. Auch hier auf feiten der Gäste eine unbegreifliche Un­ruhe. Tron starker körperlicher Ueberlegenhcil mußte sich die Jugend Ober-Mörlens eine 3:1-Nitder- läge gefallen lassen, wobei bemerkenswert ist. daß das Ehrentor der Gäste erst fiel, als nur acht Spie­ler anwesend waren. Die Wicsecker Jugend zeigte ein schönes zusammenhängendes Spiel.

Hessische Vereinigung für Volkskunde.

In Verbindung mit bet J.ib.läumsfe'er der Vereinigung, über bie w r gestern bTretts ai #- sührlich berichte! h-iben. fa.ib auch e ne Aus- sckußsitzung unb anschließend daran d e d es- jährige Hauptversammlung her stat,.

Im Ausschuß wurden verschi'brne A:we- gungen gegeben, die bann auch in der M t- gliederVersammlung Gegenstand der anregenden Aussprache waren. Den Iahresbericht er­stattete der Vorsitzende, Oberstudienb r f!or Dr. Faber (Friedberg): er konnte manches Er- 'reuliche mittcilen aus der Arbeit b?r Vereini­gung. Recht interessant war sein Bericht über die Tagung des deutschen Verbandes für Volks­kunde. bei der die hessische Vereinigung durch den Vorsitzenden und den Schrütleter der Blätter". Prof. Dr. H e p d i n g (®i hen), ver­treten war. Der Verband der hessischen Oe- schichts- und Altertumsoerei ne. in dem de Ver­einigung den Vorsitz führt, hat in einer Druck­schrift, die dem Landtag zugegangen, sich gegen die geplante Aufhebung des.Staatsarchivs in Darmstadt gewandt und damit auch Erfolg ge­habt. In Verbindung mit dem Südhess.schon Wörterbuch ist ein Fragebogen ins Land gegan­gen. Geplant ist, einen neuen Flurname n- band zu drucken. Die im Ja brr 1303 begonnene Flurnamensammlung ist abgeschlossen, im Staats­archiv ausbewahrt und harrt des Druckes. In besserer Zeit hatte man bie Flurnamen b?r Graf­schaft Schlitz, sowie die von Ridda unb bie von Kohden mit Salzhausen herausgegeben. Leider kam dann die Veröffentlichung des Flurnamenwerkes zum Stillstand. Deshalb wird es jeder $eimatfreunb be­grüßen. daß man jetzt wieder an bie Fortsetzung Der Drucklegung denken kann. Die M i t g l i e d e r- zahl, bie vor dem Kriege schon die Zahl 1100 erreicht hatte, bann aber bedeutend sank, ist langsam wieder im Steigen begriffen und be­trägt jetzt etwa 800. Den Kassenbericht er­stattete der Rechner. Studienrat O ß w a l d (Friedberg). Die Rechnung für 1925 weist auf in Einnahmen 5973,54 Mk., in Ausgaben 3212,31 Mark, so daß der Kassenbestand am 1. Januar 1926 sich auf 2761,23 Mk. belief. Dem Vorsitzen­den und Rechner wurde herzlicher Dank aus­gesprochen für die gewissenhafte Geschäftsfüh­rung: Dr. Faber erntete außerdem nochmals besonderen Dank für bie mühevolle Vorbereitung der wohlgelungenen Jubiläumsfeier. Zum Schrift­führer der Vereinigung wurde Prof. Keller (Friedberg) einstimmig gewählt. Erweitert wurde auch der Ausschuß, in den u. a. Ausnahme fanden: Prof. Lucius, Kirchenrat Strack, Superintendent Wagner, Prof. Dr. C o l - l i n von Gießen. Eingehend besprochen wurde die Frage der heimattundlichen Arbeitsgemein­schaften in Hessen. Prof. Dr. Hepding regte die Gründung von volkskundlichen Ortsgruppen an, um durch ihre Mithilfe die Arbeit der Ver­einigung noch mehr zu oertiefen.

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