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Streben zeugende Gesamtbild mit seinen vielen, ganz verschiedenartigen Einzelerscheinungen sollte jedermann in Stadt und Land, der Sinn für DekorativnSkunst und Warenschönheit besitzt, in Augenschein nehmen.

Geh. Rat Erich Opitz f.

Wie aus Freiburg gemeldet wird, ist dort am Sonntag im Alter von 55 Jahren der derzeitige Leiter der Freiburger Frauenklinik, Geh. Hofrat Dr. Opitz, gestorben. Opitz war von 1903 ab außer­ordentlicher Professor in Marburg, von 1912 ab al., ordentlicher Professor in Gießen. Im Jahre 1918 wurde Opitz nach Freiburg berufen. Er erlitt vor einigen Wochen in der Schweiz einen 2üito- Unfall, ohne jedoch erheblichere Verletzungen davon­zutragen. Er erkrankte bald daraus an Lungen­embolie, der er am Sonntag erlag.

Gießener Wochenmarktpreise.

Cs kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 35 bis 40, Käse (10 Stück) 60 bis 100, Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10, Spinat 25, Römischkohl 10, Bohnen (grüne) 12 bis 20, Dohnen (gelbe) 20 bis 25, Änterkohlrahi 6 bis 8, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 12 bis 15, Meer­rettich 40, Kürbis 8 bis 10, Kartoffeln 4, Fall- öpfcl 8 bis 10, Frühäpfel 10 bis 25, Dirnen 10 bis 25, Zwetschen 18 bis 25, Mirabellen 25 bis 35, Pfirsiche 25, Brombeeren 50, junge Hahnen 90 biS 100, Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Eier 14 bis 15, Blumenkohl 10 bis 120, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 30, Cinmachgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 5 bis 50; dos Bund: Radieschen 10 Pfennig. Dom 15. September beginnt der Wochenmarkt um 8 Ähr und endigt um 2 Ähr.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Dolköhalle: Gartenbau- und Elektrrzitäts-Ab­stellung: 2 bis 7.30 Ähr nachmittags Besichtigung, 8 Ähr abends: Dortrag mit Lichtbildern des Herrn Obering. Kühnel. Saalbau Sauer: von 12 Ähr mittags bis 8 Ähr abends Waren­ausstellung des Konsum-Vereins. Männer- Dadeverein: 8.30 Ähr bei Rahnefeld General­versammlung.

L. U. Von der Landes Universität Gießen. Die Theologische Fakultät unserer Lan- desunioerfität hat den Professor der Theologie, Prä­sident William Douglas Mackenzie D. D. L. L. D. in Hartford (Conn.) und den außerordentlichen Pro­fessor der Theologie Lic. theol. Dr. phil. Roland Schütz in Kiel ehrenhalber zum Doktor der Theo­logie promoviert. Der ordentliche Professor an der Technischen Hochschule in Dresden, Dr. Wal­ther Fischer wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 1926 zum ordentlichen Professor für englische Philo­logie an der Landesuniversität ernannt.

** Elektrische Backöfen, lieber dieses Thema hält Regierungsbaumeistcr Oelkrug mor­gen, Mittwoch, vormittag 11 Uhr einen Vortrag in der Volkshalle. (Siehe heutige Anzeige.)

" Von der Gartenbau-Ausstel­lung. Die in unserem gestrigen Bericht erwähnte Gärtnerei Schab (nicht Schad, wie es irrtüm­lich hieß) befindet sich im Alten Steinbacher Weg und nicht im alten Schisfenberger Weg.

** Vom Gießener Stadttheater. Wie bereits in der gestrigen Ausgabe gemeldet wurde, fällt die für heute angesetzte Ausführung Das goldene Kalb" aus.

** Das Geschäftsviertel am Markt­platz ist feit Samstag um eine neue Geschäftsein­

richtung bereichert worden. Dort Hal in dem Haufe Marktplatz 15 der Mehgerrneifter Ernst S e i b t, der seither schon in der Ederstraße ein Geschäft be­treibt, ein zweites Geschäft eröffnet, das durch feine vorteilhaft« Aufmachung und Ladeneinrichtung die starke Aufmerksamkeit der Bevölkerung erregt. Eine Besichtigung der Betriebseinrichtungen zeigte uns, daß das Unternehmen mit allen Mitteln der Neu- zeit ausgezeichnet versehen ist.

0 Die Eisenbahnbrücke in der Klinik st raße ist jetzt wieder für den Ver­kehr freigegeben. Dte Arbeiten sind beendet, und die Drücke macht mit ihrem neuen Belag einen recht guten Eindruck.

Q Der Seltersweg, dessen oberer Teil seither gesperrt war, ist jetzt wieder für den Verkehr frei. Die Straßenbahnschienen find aneinanderge- schweißt und die Einfassung der Schienen mit be­sonderen Basaltsteinen eingepflastert und eingeteert. Es ist eine Probepflasterung. Hoffentlich Hot man mit dieser Probe etwas Haltbares gefunden.

** Straßensperre. Wegen auszusiihrendcr Walzarbeiten hat das Polizeiamt folgende Straßen bis auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt: 1. die Straße am Pfarrgarten und 2. den Schiffen- berget Weg zwischen Licher Straße und Bergstraße.

* Aufgehobene Straßensperren. Die Sperrungen der Frankfurter Straße zwischen Friedrich- und Klinikftraße und des Äulwegs zwischen Liebig- und Wilhelmstraßr sind wieder aufgehoben, da die Strahenbauarbeiten beendet sind.

** 1. HesstschLs Sängerbundesfest. Rur wenige Tage trennen uns vom 1. Hessischen Sängerbundessest in Mainz. Von über 300 Ver­einen des Hessenlandes und seiner benachbarten Bezirke sind Anmeldungen ergangen. 3m letzten Augenblick macht sich das Bedürfnis für einen Extrazug am Sonntag früh von Gießen bis Vilbel bemerkbar, der die Teilnehmer um 8,22 Ähr morgens nach Mainz brächte, so daß sie allen Veranstaltungen noch beiwohnen könnten. 120 Meldungen liegen vor. 180 aber sind nötig, damit der Extrazug gefahren wird. Den Vereinen ist deshalb nochmals ein Fragebogen zugegangen. Meldungen von Sangesbrüdern sind daher er­wünscht und müßten umgehend erfolgen. Die Teil­nehmer können auf Sonntagsfahrkarte fahren und den Sonderzug zurück ab Mainz Sonntag nacht benutzen.

" Der Bund der Kolonialfreunde, Bezirk Hessen, hielt am Sonntag hier seine Bezirkstagung ab, auf welcher folgende wichtige Punkte zur Beratung standen: 1. Stand der deut­schen Kolonialfrage. 2. Werbearbeit im Winter­halbjahr 1926/27. 3. Reuwahl der Bezirks­leitung. In packender Weise entwickelte der erste Vorsitzende des Bezirks, Polizei-Oberleutnant Gotzing er, Darmstadt, den Werdegang der Kolonien und gab der Hoffnung Ausdruck, daß Deutschland nach seinem soeben vollzogenen Ein­tritt in den Völkerbund nunmehr auch recht bald seine Kolonien wiedererhalten möge. Die Werbearbeit für das Winterhalbjahr wurde nach einem Vorschläge der hiesigen Ortsgruppe, der Lichtbilder und Filmvorführungen mit erläutern*' den Vorträgen, sowie die Aufführung eines kolo­nialen Schauspiels vorsieht, angenommen. Dank der guten Vorarbeiten der Ortsgruppe Fried­berg werden die Filme recht bald gezeigt wer­den können. Zu Punkt 3 wurde der Sitz der Bezirksleitung von Darmstadt nach Gießen ver­legt. Als Dezirksvorsihenden wählte die Ver­sammlung F. I. M o h r von hier, Rechner wurde E. Schneider, Schriftführer Zirbus. Die erst fünf Monate bestehende hiesige Ortsgruppe hat damit die Führung und den weiteren Aus- I bau der kolonialen Bewegung für ganz Hessen

übernommen und hofft unter der tatkräftigen Mitarbeit aller Kolonialfreunde, daß der Ruf nach Wiedererlangung unserer Kolonien nicht ungehört verhallen wird.

" Die nächste Prüfung von land­wirtschaftlichen Lehrlingen findet An- fang Oktober diese- Jahres vor der Prüfungs­kommission der Landwirtschaftskammer statt. Die Prüfung hat den Zweck, den landwirtschaftlichen Lehrlingen nach beendeter zweijähriger Lehrzeit die Möglichkeit zu geben, sich einen Befähigungs­nachweis für ihre praktischen Kenntnisse zu er­werben. Diejenigen jungen Landwirte, welche an der Prüfung teilnehmen wollen, müssen sich bis spätestens 20. September bei der Land­wirtschaftskammer angemeldet haben. Mit der Anmeldung ist gleichzeitig einzusenden: 1. ein kurzgefaßter, selbstgeschriebener Lebenslauf; 2. eine Zustimmungserklärung und das Zeugnis des Lehrhcrrn, sowie das letzte Schulzeugnis; 3. eine Beschreibung der Lehrwirtschaft; 4. der Rach- weis der zweijährigen Praxis; 5. die Prü­fungsgebühr in Höhe von 5 Mark. Die Prüf­linge werden von dem Termin und dem Ort der Prüfung schriftlich in Kenntnis gesetzt. Die Bestimmungen für die Lehrlings Prüfung sind bei der Landwirtschaftskammer zu erhalten.

Oberhessen.

Kreis Alsfeld.

»-» Alsfeld, 13. Sept. Am Samstag fand im großen Saale desDeutschen Hauses" dahier ein Männerchor-Konzert statt, welches von der etwa 100 Mann starken ^ängeroereinigung Lollar unter Mitwirkung der Gesangver­eine .Harmonie" undL i e d e r k r a n z" zu Alsfeld undErheiterung" Altenburg veranstaltet wurde. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Der Lollarer Chor bot dem Alsfelder Publikum ein auserlesenes Programm und zeigte in seinen Vorträgen ein reckt gutes Stimmenmaterial und eine sehr gute Chordisziplin. Die Lieder sanden stürmischen Beifall. Auch die Darbietungen der beiden Alsfelder Gesangvereine und der AltenburgerErheiterung" zeigten hervor­ragende Proben ihres Staunens. Besonders der Altenburger Verein errang mit dem ChorFrüh­lingslandschaft" von Julius Otto, mit welchem der Verein in Schlitz den ersten Klassenpreis der zweiten Stadtklasse erlangt hatte, stürmischen Beifall. An Stelle des erkrankten Dirigenten des Gesangvereins Liederkranz" hatte stuck. Zoll (Alsfeld) für den Abend die Leitung des Vereins übernommen. Den musikalischen Teil dos Abends bestritt das Salon- orchefter Ltznkcr von Lollar, das die Lollarer Sänger mitgebracht hatten. Nach Schluß des Kon­zertes hielt ein Tanz die Teilnehmer noch bis in die frühen Morgenstunden zusammen. Das gute, vielseitiges Programm des Abends ließ bei allen Teil­nehmern den besten Eindruck zurück. Die Lollarer Sänger waren dank der Gastfreundschaft der Als­felder Bevölkerung in Privatquartieren gut unter­gebracht. Am Sonntag unternahm die Sängerschar einen Ausflug nach dem benachbarten Altenburg, woselbst man noch einige fröhliche Stunden bis zur Rückfahrt am Sonntagabend verbrachte. Der hie­sige Turnverein hielt am gestrigen Sonntag sein diesjähriges Ab tu men auf dem Sportplatz unter lebhafter Teilnahme einer großen Anzahl sportbegeisterter Anhänger.

»er. Homberg, 13. Sept. Der Kleinkali­ber-Schützenverein Hombergs veranstaltete am Sonntag sein zweites Preis schießen auf seinem eigenen Schießstande. Den 1. Preis errang Daniel $ e cf e r mit 30 Ringen, den 2. K. Klemm mit 29 Ringen, den 3. Rud. Seipp mit 28 und den 4. Johs. Becker mit 28 Ringen. Es wurde auf Zehnerscheiben geschossen. Die Beteiligung war ..... ./- -

sehr rege. Rach nur zweitägigem Ärantenlagci verstarb hier der Vorsteher unseres Finanzamts, Regierungsrat Kratz. Seine Leiche wurde Montag nach Lich überführt, woselbst sie Dienstag zur letzten Ruhe bestattet wird. Das Ableben dieses zuvor kommenden und sehr beliebten Beamten wird hier allgemein bedauert.

Kreis Lauterbach.

hml. Lauterbach, 13. Sept. Der Wunsch der Lauterbacher Bürgerschaft, den im Weltkriege gefafle neu und verstorbenen Söhnen der Stadt ein wm diges Ehrenmal zu errichten, ist nun erfüllt. Die auf dem alten Friedhof nach dem Entwürfe des Regie rungsbaurates Pfeiffer erbaute Krieger- gedenk ft ätte ijt am gestrigen Sonntag ein- geweiht worden. Schon am Samstagnachmittag hotte sich der Denkmalsausschuß mit dem Stadtrate und den am Bau beteiligten Meistern in der Halle ein- gesunden, um in den Altar den Schlußstein mit der Urkunde, die den Verlauf des Baues schildert, ein zufügen. Regierungsbaurat Pfeiffer und Bürger­meister Walz, dem an der Errichtung der Halle das größte Verdienst aebührt, vollzogen die Hammer­schläge. In der Frühe des Sonntags kündete ein Choral vom Turme herab den für die Stadt fo wich tigen und ernsten Tag. Zum Gedächtnisgot t c 3 b i e n ft e in der Stadtkirche, bei dem der hiesige Musikverein sowie der Kirchengesangverein unter der vortrefflichen Leitung von Lehrer Schmier mit- wirkten, hatte sich eine vielhundertköpsige Gemeinde eingefunden, die das weite Gotteshaus füllte. Der größte Teil der hiesigen Vereine und Korporationen war mit ihren Fahnen zum Gotteshaus gekommen. Die Gedächtnispredigt hielt Dekan Schlosser. Roch dem Gottesdienste ordnete sich der Zug der Vereine, denen die Hinterbliebenen der Gefallenen, sowie der Verein der Kriegsbeschädigten voraus- gingen, zur Einweihungsfeier der Gedächtnisstatte auf dem Friedhof. Bei dieser Feier wirkten außer dem Mustkverem die drei hiesigen Gesangvereine mit. Rach der Begrüßung durch Bürgermeister Walz erfolgte die Uebergabc des Schlüssels durch Regierungsbaurat Pfeiffer an den Vorsitzenden des Z)enfmal5aus(d)iiffes. Bürgermeister Walz öffnete darauf die Halle. Die Weiherede hielt Dekan Schlosser, der auch die Weihe der Stätte, die zugleich als Friedhofskapelle dienen soll, vornahm. Rach der Uebernahme der Gedächtnisftätte durch Bürgermeister Walz auf die Stadt Lauterbach spielte unter tiefster Ergriffenheit der Anwesenden die Musik das Lied:Ich hott' einen Kameraden". Es folgten unter entsprechenden Ansprachen, bc ginnend mit dem Stadtoberhaupte für die dankbare Vaterstadt, eine große Zahl von Kranzniederlegum gen von feiten der hiesigen Vereine und Korpora. Honen. Mit dem Dank des Bürgermeisters Walz und demLargo" von Händel fand die ernste und würdige Feier ihren Abschluß. Die Stadt Lauter­bach kann stolz fein auf ihre würdige und schöne Kriegergedenkstätte,, die sie ihren gefallenen Söhnen aus Dankbarkeit errichtet hat.

Kirche und Schule.

nd. Nidda, 12. Sept. Zur Gedenkfeier des 2 50. Todestages von Paul Ger- Hordt wurde heute vormittag in unserer Kirche ein liturgisch reich ausgestatteter Gottesdienst ge­halten, wobei die Gemeinde und der Kirchenchor mehrere Lieder des unvergeßlichen Predigers und Sängers fangen. Don seinen 131 Liedern enthält das hessische evangelische Gesangbuch 32. Pfarrer L a u t schilderte in seiner Predigt Paul Gerhardts leiden- und schicksalsreiches Leben und den Geist, die Kraft, das Vertrauen, die Hoffnung und den Trost seiner herrlichen Lieder, die der Dichter selbst kreuzgeborene" genannt Hot. Nock heute dienen sie ollen gläubigen Christen in den verschiedensten Zeiten und Lebenslagen &ur herzlichen Erbauung.

Obstversteigerung.

Dos Obst der Gemeinde Alten-Buseck soll Donnerstag, den 16. lfd. Mts. an Ort und Stelle öffentlich versteigert werden. Rnfang vormittags 8 Ähr an der Kreis- straße Wieseck-Alten-Buseck. 7486V

Alten-Buseck, den 11. September 1926.

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Gießen, den 13. September 1926.

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Auch am Samstag, den 18., und Sonntag, den 19. September finden nachmittags um 4 Uhr für Kinder und abends um 8 Uhr für Er­wachsene weitere Filmvorträge statt. Die Karten hierfür werden vom Donnerstag ab in der Warenausstellung im Saalbau Sauer ausgegeben.

Sollten auch diese beiden Tage nicht ausreichen, müßten wir im Laufe der nächsten Woche den Film noch einmal laufen lassen. Der Vorstand.

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