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Nr. M Dritter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Zrettag, 14. Mai 1926

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Turnen, Sport und Spiel.

Turnen.

Turnyau Hessen (D. T.)

Goeh-Feler der 5. Bcjirfs im Turngau Hessen.

bpiv. Butzbach. IN. Mai. Der 5. Bezir: im Turngau Hessen unternahm gestern nach altem Brauche seine G oetz-Wanderung und verband damit die Feier des hundertsten Ge­burtstages von Dr. Ferdinand Goetz (geb. 21. Mai 1826), des langjährigen Geschäftsführers und späteren Borsitzenden der D. T. Treffpunkt der Vereine, die am Bormittag längere oder kürzere Wanderungen ausführten, war der S ch r e n z e r bei Butzbach, eine geweihte Turnstätte. Denn hierhin hat derhessische Turnvater", Pfarrer und 'Jlcftor Dr. F- t'. Wcidig, zur gleichen Zeit, als vor mehr als hundert Jahren Jahn in der Hasenheide seine Turner um sich sammelte, die Butzbacher Jugend zu Turnübungen und frohem Spiel geführt. Der Wei- dig-hain am Schrenzer ist zur Erinnerung an den tapferen Vorkämpfer für Einheit und Freiheit im 2ähre 1849 auf der höhe des Taunusausläufers an­gepflanzt worden. Um 3 Uhr nachmittags waren über £00 Turner auf dem Berge versammelt. Der hiesige Turn-"und Sportverein, der die Bcranstal- hing würdig vorbereitet und den A. Storch- Tempel mit Turnerfahnen, turnerischen Abzeichen und einer Jahnbüstc schön geschmückt halte, lies; durch seinen 2. Sprecher Henkel mann die Gäste aus dem Bezirk willkommen heißen und auf Wcidigs Verdienste für die Turnsache in Hessen Hinweisen. Der Bezirksvertrcter, Studienrat Schuchmann (Friedberg) entbot die Grütze des Bezirks und führte aus, warum die Turner den 100. Geburtstag ihres langjährigen Führers würdig feiern müßten. Bon der Bezirksleitung sprach weiter noch Lehrer- wald (Bad-Nauheim), der in kurzen Strichen ein Lebensbild von Dr. F. Goetz entwarf und seine Be­deutung für die deutsche Turnsacho schilderte. Ge­meinsame Lieder umrahmten die Ansprachen, an die sich ein buntbewegtes Treiben auf der herrlichen Bergeshöhe anschloß. Die Jugendgruppe der Tur u> gemeinde Friedberg trug mit Volkstänzen und Neigen in erster Linie zum schönen Verlauf der Feier bei. Trotz der ungünstigen Witterung war die Beteiligung vorzüglich. Auch die entlegenen Bczirks- vereinc aus dem Kreise Gießen waren zum Teil recht stattlich vertreten.

Turngau Hessen, 4. Bezirk.

)( Schlitz, 10. Mai. Eine Borturner­stunde des 4. Bezirks fand am gestrigen Sonntag in der hiesigen Turnhalle statt. Sie war von 33 Turnwarten und Vorturnern besucht und wurde von Bezirksturnwart B a st i a n (Alsfeld) geleitet. Eingeübt wurden die für das diesjährige in Nidda stattfindende Gaufest oorgeschriebenen Frei- und Ge- rätepslichtübungen. In der anschließenden Beratung wurde Turner G erdig vom Tv. Lauterbach als Bezirsspicl- und Sportwart gewählt. Außerdem wurde beschlossen, daß diejenigen Turnvereine, die bei den Vorturnerstunden unentschuldigt fehlen, mit Strafe belegt werden.

KreistagungderArbeitersportler

£ Am Sonntag fand in Frankfurt der ordent­liche Kreistag des 9. Kreises des Arbeiter- Turn - und Sportbundes statt. Die Tagung war aus den sieben Bezirken gut besucht, der Bun- desvorsitzende Gellert (Leipzig), sowie eine An­zahl Vertreter der Wassersportler und Fußballer nahmen daran teil. Die von der Kreisleitung erstat­teten Berichte wurden zustimmend ausgenommen. Ein Antrag, welcher nach Besserung der Wirtschafts­lage den Kreisbeitraa für alle über 14 Jahre alten Angehörige auf 25 Pf. pro Vierteljahr heraufsetzen will, wurde angenommen. Das K r e i s t u r n f e st, das turnusgemäß 1927 stattzufinden hätte und für das Gießen als einziger Bewerber in Betracht kam, wurde im Hinblick auf die trostlose Wirtschafts­lage auf 1 9 28 verschoben. Dazu erfolgt eine erneute Ausschreibung, die sicher auch von Gießen Das lachende Haus.

Roman von Sophie K l o e r ß.

17. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Aber Jens Appelbom seufzte und legte sein blon­des Jungengesicht in sorgenvolle Falten.Wie ich es nur allein da aushalten soll! So herrlich, wie es hier im lachenden Haus war! Das kommt nie wieder."

Schaffen Sie sich selber ein lachendes Haus!"

3a, meinen Sie?" Er bekam mit einem Male blanke Augen.Ich habe auch schon gedacht: Wenn mau neben sich einen streitbaren Kameraden hätte, so einen, der mit durch dick und dünn geht einen, ber weiß, was es heißt, sich durch den Sturm zu schlagen und im dicksten Dreck unermüdlich zu mar­schieren fein wäre das."

3d) finde, wenn ein Mann so mitten im Kampf steht, und wenn es nur ein papiemer ist, der braucht mehr eine sanfte, liebevolle Frau, die ihm ein bitzchen das Haus warm und behaglich macht. Die ihm die Falten fortstreicht und den Aerger fortlacht."

Da faßte dieser schreckliche Mensch unversehens nach ihrer Hand und sagte:Braun ist sie von Ar­beit und Sonne, aber wenn sie einem Manne Liebe erweisen würde--"

Was fällt 3hnen denn mit einem Male ein? Das wäre ein seliger Mann."

Wer? Nein, um des Himmels willen da sind sie ganz auf dem Holzweg. Diese Hand ist gar nicht für Tätscheln und Kosen. Die ist nur für Arbeit und dafür, die Leute auf den rechten Weg zu weisen, die sich verirrt haben. Schwapp, drehte 3llc fidj um und lief in die Küche, denn diese Unterredung hatte auf der Terrasse stattgefunden.

Iven Sornfen aber ging mit finsterer Stirn hin­auf in seine Bodenstube und dack)te: Mädchen sind verdreht. Was lockt sie es denn aus mir raus, wenn sie nachher nichts von mir wissen will? 3ch wußte es ja, aber es war zu früh. Warum mußt' ich Esel denn aufs Eis gehen? Nun hab' ich mir selber das Haus verschlossen.

3ch darf mir nichts merken lassen, dachte Ille. Er ist nur entgleist. Er ist sid; noch nicht ganz klar. 3m Grunde muß er doch Rofe meinen. Für Rose sind die Männer immer viel mehr gewesen als für wich^ Wollen ihm den Rückzug offen lassen.

joo tat sie beim Abendessen ganz heiter und un­befangen, und 3oen stellte wieder fest, daß Frauen Unberechenbar sind.

wieder erfolgen wird, da Gießen mit seinen guten und ausreichenden Sportplatzanlagen auf dem Trieb und den Schwimm- und Riidergelegeicheiten der Lahn für ein derartig großes Fest sehr wohl in Frage kommt. Die zum Schluß vorgenommenen Wahlen ergaben die Wiederwahl des gesamten Kreisrates.

Fußball.

Futzball-Lrgebnisse von gestern.

Westdeutschland Süddcutichland 2.1. Tv. 1860 München Tennis Borussia Berlin 1:1. Eintracht Frankfurt Wacker Müncben 1:0. 1. F. C. '.Nürnberg Spv. Nürnberg 63 2:2. F. E. Stuttgart Guts Muts Dresden 2:5. Offenbacher Kickers Germania 94 Frankfurt 2:1.

! Freie TurnerschafL Heuchelheim.

£ Am Samstagabend wurde das vor einigen Wochen schon einmal ausgetragene und vom Schiedsrichter kurz vor Schluß abgebrochene Spiel zwischen Heuchelheim 1 und Lollar I wieder holt. Beide Mannschaften machten zmiächft einen aufgeregten Eindruck, Lollar war am schnellsten ge­faßt und drängte Heuchelheim zurück, das sid) in auf­fallend ungeschickter Weise verteidigte. Die lieber. Icgenheit Lollars hielt wahrend der ganzetz Spiel­dauer an, Lollar hatte einen recht glücklichen Tag und führte das Spiel äußerst forsch burd). Heuchel­heim dagegen war gegen seine früheren Spiele fast nicht wiederzulenncn, fein Spiel litt unter einer großen Zerfahrenheit, die in dem einen Mann Er­satz nicht allein begründet fein konnte. In der ersten Halbzeit war Lollar fast burchweg im Vorteil und erzielte bis zum ersten Tor, das in der 30. Minute fiel, vier Ecken, dem Heuchelheim nur zwei Ecken entgegensetzen konnte. Der Wicderanstotz fahqLollar sofort wieder im Angriff, nach fünf Minuten mutzte der hcuck)elheimer Tormann abermals einen Ball, den er hätte leicht halten können, aus dem Netz holen. Heuchelheim wurde nun im Zusammenspiel besser und sonnte gcfäbdid)cr werden, die Tor­gelegenheiten blieben aber iinausgenutzt. Das Spiel wurde recht scharf, vergebens bemühte sich die schiedsrichter, cs in der Hand zu behalten, aber es war bereits zu spät. Durch eine sehr zweifelhafte Entscheidung sollte ein Spieler Heuchelheims das Spielfeld verlassen, dem widersetzte sich helichelheiin, während Lollar aus leicht begreiflichen Gründen auf der Durchführung der getroffenen Entscheidung be- siand. So kam, was kommen mußte, eine halbe Stunde vor Schluß brach der Schiedsrichter das Spiel zum zweiten Male ab. Der Bezirksausschuß hat nun die Pflicht, Maßnahmen zu treffen, daß sich derartige Vorgänge nicht wiederholen.

Freier Turn- und Sportverein Wieseck.

£ Der vergangene Sonntag war der Tag der unteren Mannschaften, von denen der Verein vier ins Feld schickte. Die zweite spielte in Fron- hausen gegen die dortige erste Mannsd)aft und holte sich nach einem knappen 3:2-Sieg die ersten Punkte. Zu einem Gesellschaftsspiel traten die 3ugendmannfchaften Wiesecks und Fronhausens an. hier wurde den Wieseckern der Sieg leichter ge­macht, indem sie das Spiel überlegen 3:0 für sich entscheiden konnten. Die zweite 3ugendmannschaft Wiesecks hatte auf eigenem Platz die erste Jugend Heuchelheims zu einem Gesellschaftsspiel' zu Gast. Es war das erste Spiel der Wiesecker, sie mutzten sich nach einem gleichwertig durchgeführtcn Spiel von den erfahreneren heuchelheimern als ge­schlagen bekennen. Das 3:0-Ergebnis für Heuchel­heim drückt den Unterschied der Mannschaften zu stark aus, im Feldspiel waren sie sich gleich, der Vorteil der Gäste lag in ihrer massiven Verteidi­gung. Ebenfalls in ihrem ersten Spiel maßen die Schülermannschaften Wiesecks und heuchel chelheims ihre Kräfte. In der Hauptsache wickelte sich das epiel vor dem Tore der Heuchelheimer ab, die gegen die mit verblüffender Technik spielenden Wie-

Als Lornsen abreifte, versprach er, im Frühling wiederzukommen, und wenn es sich irgend machen ließe, schon zu Weihnachten ja, ganz gewiß, man konnte es schon versprechen, zu Weihnachten, und dann wollten sie mächtig feiern. Und tausend Grüße an Fräulein Rose, und er würde natürlich schreiben, und den.Nordischen Heerruf" würde er schicken.

Dann war es merkwürdig still und leer im Hause. Niemand ging mit vergnügt knarrenden Stie­feln über die Bodenbretter, daß unten im Hause alles Nerven bekam, niemand pfiff ebenso vergnügt wie falsch den Fridericusmarsch, niemand schwenkte Gespenster vor dem Schlafstubenfenster und jachterte mit der kleinen Dina über den Hof.

Die Sechstausend waren auch bedenklick) in der Abnahme, und Polematz ließ die letzte Pachtsumme sehr lange ausstehen, denn er ärgerte sid) wütend, weil heider Steffen statt seiner angenommen war. Viel zu sicher hatte er sich gefühlt und nie daran gedacht, daß ihm hier im Dorf ein anderer zuvor- kommen würde.

Und mit dem Menschen gehst du noch immer!" sagte er zu seinem Christian.

Stimmt. Mit dem geh ich immer. Zu netter Kerl. Und sollst mal sehen, wie der Kiekvondiek wieder in Schwung bringen wird."

Du sprichst ja recht unkindlich."

O nee, o nee", sagte das Schaukelpserd.Ich will dich nicht schlecht machen, aber Steffen macht's besser als du. Das sollst du sehen."

Mir hat er die Pacht weggeschnappt, dir wird er die Braut wegschnappen."

Das war der einzige Punkt, in dem Christian keinen Spaß vertrug. Er wurde borstig.Von Braut ist erst mal gar keine Rede, und dann wenn Thora ihn will das wirdne gute Sache. Das glaube mir man."

,.S)a, du! Du weißt nicht, was du willst."

Das weiß ich ganz genau. Ich geh' zu Ostern nach Mecklenburg rüber und werd' Administrator bei Herrn von Bülow auf Groß- Rogahn."

Wa was?"

Ich wollt' es dir nicht eher sagen, als bis es fest war. Nun ist es soweit."

Aber warum denn?"

Ich will mal selbständig werden, hier bei dir b:n id) nu£ immer fünftes Rad am Wagen. Daß er endlich Schluß machen wollte mit seiner unglück­lichen Liebe, das sagte er lieber nicht. Wer traute ihm zu, daß ihm em Gefühl so nahe ging? Und

feder Jüngsten wenig zu bestellen hatten. 3:0 für Wiescck lautete das Schlußergebnis.

Freie Turnerschost (Liehen.

£ Bis auf zwei Spiele herrschte am Sonntag Ruhe. Die Jugend und die zweite Mannsd)ast hatten Punktspiele in Blasb a ch gegen die dortige Jugend und d:? erste Mannschaft auszutragen. Die spiel­starke Gießener Jugend überfuhr ihren Gegner 10:0, bies ist ein Resultat, dc.s vorausgesehcn wurde und auch dem Spielverlauf entspricht. Ebenfalls ein emp- findlick) hohes Resultat erreichte die zweite Mann- ld)aii Gießens gegen die Erste Blasbachs, die 7:2 abgefertigt :vrde. Wenn die Blasbacher Mcmn- frijaft mehr lebhaften Geist in ihr Spiel bringt, wer ben wohl auch die Resultate etwas günstiger aus- fallen.

Meter»Freistilschwimmen mit DergeS als Sie­ger (Zeit 1 Müt. 6.8 Sek.) und das öenioraruft» schwimmen über 200 Meter, das Fritz Pas­coe vom Gießener S ch w i m m » D e r e, n in guter Zeit und überlegen für sich cnlfchriderr konnte, besonders hervorzuheben. Auch di. vom G. S.B. entlaubten 3ugenbd)toinimcr waren er­folgreich: so wurde Erich Stabt Erster im Jugend »Seitenschwimmen, 100 Meter, während 3 immer und Schneider im Jugend» Brust, das 19 Meldungen cruswies, den 4 und 5. Platz belegten. Einen besonders schönen Kampf lieferte ihren 7 Gegnern die Gießener Jugend» B r u ft ft a f f ei. die knapp hinterT^nnL Offenbach den zwettcn Platz belegen konnte. Zeit Abschluß der Wettkampfe bildet - ein zwi­schen den Stadtemcmnsch.Eten Darmstadt und

Die LolZarer Jugend

wartete mit einem übcrrafd)cnbcn Resultat auf, in» dem sie die in guter Verfassung befindliche und sehr stabile N a n n Heimer Jugend 1 0 besiegen konnte. Der Sieg ist zwar knapp, bebautet aber gerade gegenüber Naunheim einen sehr starken Achtungc- erfolg.

Lsllcrr.

Spicto. Dillenburg Spotlobteiluug des Turn­vereins CoUar 3:2 (1:1).

Auf dem nechhergestellten Lollarer Waldfportplatz fräsen sich am Sonntag obige Mannschaften im fried sichen Wettkampf. Der beiderseits fair durchge­führte Kampf sah Dillenburg als technisch reifere Mannschaft, während die Platzmannfd)afi durch ihr eifriges Spiel die fehlende Testpiik Weltmächte. Be­sonders Der eingestellte Ersatz kämpfte vorbildlich. Leider war Lollar nach Halbzeit gezwungen, nur mit 10 Mann zu spielen, da der Linksaußen vom eige­nen Spielführer wegen unfportlid)en Benehmens vom Platze gewiesen wurde. Schiedsrichter h o f f = in a n n (Heuchelheim) konnte bis auf eine etwas Harfe (£lfmetcrentfd)eibung befriedigen.

Ringen.

Schwerathleten - Krerswettstreit in Fransifurt,

£ Bei rech! guter Beteiligung fanden am Sonn­tag die Wettiämpfe der Athleten in Frankfurt statt, die äußerst interessante Kämpfe, besonders im Ringen und Stemmen, zeigten. Der Kraft- und Sportklub Gießen beteiligte sich mit einer stattlichen Zahl Wettkämpfer, die mit folgenden Preisen heimkehren konnten: 1. Heinrich Stau« bad), 1. Preis im Ringen der Schwergewichts- Altersklasse. 2. Wilhelm Wolf, 1. Preis im Ringen und 2. Preis im Stemmen der Mitfdgewichtsklasse. 3. Fritz Theo, 3. Preis im Stemmen der Schwer- Mittelgewichtsklafse. 4. Wilh. Scheppers, 4. Pr. an Stemmen (Federgewicht). 5. Heinrich hart- mann, 4. Preis im Ringen (Federgewicht). 6. Alex Götz, 7. P.eis im Stemmen (Bantamgewicht)'. 7. Walter Wolf 2. Preis und 3. Preis bei den leiststathleuschen Wettkämpfen der schweren Jugend­klasse. 8. Karl L," r e n z, 6. Preis im Ringen der leichten 3ugenbtfa|fe.

Schwimmen.

SchwimnweLLKLmpfe im Frank­furter Stadion.

Dor mehr ald 5000 Zuschauern gingen gestern im Stadion in Frankfurt a. M. die Schwimmer nach der langen Winterruhe zum erstenmal im freien Wasser an den Start. Höhe­punkte unter den hervorragend besetzten Rennen waren die vonJungdeutschland"-Darmstadt mit dem Deutschen Meister Berges als Schluß­mann gewonnene Seniorfreistilstasfel über 3x100 Meter und die Seniorlagenstaffel, in derOffen­bach 96 einen überraschenden Sieg davontrug. Anter den Einzelwettbewerben sind das 100-

ehe er sid; zum Gelächter machte für andere, lachte er lieber über sich selbst. Daß Thora ihn nie nehmen würde, darüber war er sich doch endlich ganz klar geworden.

Am nächsten Sonntag tarn Rose nicht. Sie hatte einen Ausflug mit ihren Mitschülerinnen gemacht, und als sie am übernächsten kam, war sie zerstreut, und die Schwestern sagten zueinander:Siehst du wohl, Jens Appelbom geht ihr ab. Sic wird es uicht zugeben, aber es ist so. Das hilft nun nichts, er muß zu Weihnachten kommen. Man soll eigent­lich in solchen Dingen die Finger davon lassen, aber unser Kleines darf keine unglückliche Liebe haben, also müssen wir ein bißchen schieben. Schreib ihm mal eine Karte, Thora, daß wir seinen ,Heerruf' wunderbar finden."

Schreib du ihm doch!"

Du bist die Aelteste. Und du bist so durch Steffen und Christian in Anspruch genommen er wird dich für ganz neutral ansehen."

So schrieb Thora, und dann schrieb auch Frau Margrit einmal, aber eine lebhafte Korrespondenz wurde es nicht.

Rose hatte Grund gehabt, an diesem Sonntag fo zerstreut zu sein. Es wäre jetzt an der Zeit ge­wesen, über das zu reden, worüber sie so lange geschwiegen: aber nun wollte es nicht mehr gehen.

Am Mittwoch es war der neunte Oktober ge­wesen und ein herrlicher Tag, wie ihn der Herbst in den Küstengegenden noch bisweilen spendet wurde sie am Morgen an das Pensionstelephon gerufen. Ihr Herz tat einen Ruck, als sie Brock- öorfs Stimme erkannte.Fräulein Bunsen? 3ch komme mit einer tzroßen Bitte, halten Sie mid) nicht für allzu unbescheiden. Auf einer Reise in China lernte ich ein Geschwisterpaar kennen, Professor von heigen und Schwester, die zur Zeit hier in ^Hamburg sind. Die Herrschaften wollen mir die Freude machen und heute nachmittag eine Tasse Tee bei mir trinken. Und meine Samm­lungen besehen. Von denen wir. Sie und ich, schon gesprochen Haden. Nun wäre die Gelegenheit ge- geben Sie würden in der Gesellschaft von Fräulein von Heiden alles fchen können. Vor allem die indischen Webereien, die gewiß Interesse für Sie hätten."

Rose sagte fröhlich zu.

Wie sanft und schmeichelnd seine Stimme ge­klungen hatte! Der Ton lag ihr noch den ganzen Morgen im Ohr. Es war Musik in seiner Stimme,

Frankfurt ausgetragenes Wasserballspiel, das blc Darmstädter Mannschaft mit 7.0 als Sieger fah.

Nachstehend die Ergebnilse der Wettiämpfe, zu denen der Gießener Schwimmer Verein Titel- düngen abgegeben hatte:

Zugendbruststaffel 3 100 Meier. 1. Mönus Offenbach, 4 Min. -<c Sei. 2. Gieße­ner E.V. tholzigel. Zimmer. Schneider, 4 Mm. 50.4 Sek. 3. Erster Frankfurter Schwimmverein 1 Min. 54 Sek.

Sc n io rbru st schwimmen 200 Meter. 1. Pascoe. Gießener S. V. 3 Min. 11 Sek. 2. Müllergrotz. Offenbach 96 3 Min. 34 Sek. 3. Woltersdors, Frankfurter S. D. 3 Min. 35 Sei. Pascoe führt über die ganze Dahn und ge­winnt mit 20 Meter Vorsprung.

Jugendseitenschwimnten 100 Meter. 1. Stahl. Gießener S E. 1 Min. 31.6 Sek. 2. Fischer. Erster Frankfurter S. E. 1 34,1. 3. Gimpel. Move Darmstadt.

Jugend brüst schwimm en. 1. Fuhr, Moenus Offenbach 1:31,2. 2. Endree, Erster Frankfurter S. E. 1:31.3. 3 Engelhardt. Oflen- bnen 96 1:33.4. 4. Schneider. Gießener S. V. 1: 34. 5. Zimmer, Gießener S. V. 1 :'34,5.

Tennis.

Giehener Sieg in Bad-Nauheim.

Der Gießener Tennisclub 1 922 mellte am Sonntag mit feiner 1. Turniermannschaft in Bad-Nauheim, wo er in der 1. Vorrunde der ..Meden-Spiele" gegen die gleiche Mannschaft des Homburger Tennisclubs antrat. In zähem Ringen konnte der Gießener Club mit 5:4 über den turniergewohnten Homburger Club siegen. Von den 6 Einzelspielen konnte Gießen 4 Spiele gewinnen, während in den 3 Doppelspielen homvurg mit 2 Spielen Sieger blieb. Auch hier zeigte es sich, daß das Training des Doppelspiels von feiten des G. D. C. vernachlässigt war. Durst, Anlage der beiden neuen Plätze, die, wie man hört, von der Stadt Gießen noch in dieser Saison fertigqefteüt werden sollen, ist sicherlich den Gießenern Gelegenheit ge­geben, auch das Doppelspiel eifrigst zu pflegen.

Am interessantesten und von dem zahlreichen Sportpublikum mit lebhaftestem Beifall bedacht, waren das Herrendoppelspiel Dr. F r i e ö {e h c n Haas (Homburg) gegen Dr. Fische r»h. M ü l. I e r und das Einzelspiel Kirchner-Leonhard (W.). Gegen das hervorragende Zusammenspiel her homburge?, von deyen Dr.fmebl^-i in hoher Fvrm fei*e bekanntes gefdjnifti'nen Ts ole 3 ::it gulem Erfolge anwandte, konnten die sonst fo o it spielenden Gießener nicht aufFommcn. Der h-ld des Tages war der jugendliche Gießener Kirchner. Seine gute Aufgabe und fein taktisch stets richtig on- gemanbtes Mittel-LInien-Spiel ließen seinen fast ebenbürtigen Gegner nicht zu Atem kommen. Mit 6:2, 6:4 konnte Kirchner den Sieg an sich reißen.

Den Beschluß des Turniers bildete das Einzel» spiel Dr. Dön^g es- Rosenberg. Auch hier ge­lang es dem Senior der Gießener Mannschaft, in drei Sägen zu siegen und somit die Entscheidung für die Gießener Farben herbeizuführen.

Die einzelnen Spieleraebnisfe sind folgende:

und sie Hane solche Stimmen gern, cic umtosten, und es war süß, ihnen zu lauschen. Der Nachmittag war durchaus.programmäßig. Brockdorf empfing sie im Garten, wo er die alten Herrschaften herum- führte, stellte sie als Nachbartöchterlein des Stamm- gutes vor, und die alte Dame begriff vollkommen, daß man dem jungen Mädchen, das so tapfer in einen Beruf hineinging, jede Gelegenheit geben mußte, sich fortzubilden. Sie protegierte Rose in altmodisch liebenswürdiger Weise, erzählte von ihrem Leben über See mit dem Bruder, der für ein süddeutsches Museum weite Auslandreifen machte, neckte sich mit Aribert, wobei man spürte, daß sie ihm einen kleinen späten Herzenstrieb weihte, und als sie gina, ging Rose mit ihr. Es war alles nett und tadellos gewesen die Räume, der Teetisch, der aufwartende Diener, dessen Frau, die den Damen beim Ab- und Anlegen der Jacken unb hüte behilflich war: vor allem hatte der Haus­herr das junae Mädchen so durchaus als Gleich­berechtigte behandelt, hatte fo gar keinen Dünkel 3ur Schau getragen--Rose war still-selig in

den nächsten Tagen.

Unb hatte boch nicht den Mut, zu Hause davon zu reden. Dann hätte sie erklären müssen, wie denn diese Einladung zustanbegekommen. Dann hätte sie erzählen müssen von kleinen Wanberungen zu zweien bann hätten Thora unb Ille üoer ihre lange Verschwiegenheit maßlos gelacht, und sie konnte bas Lachen ber Schwestern früher auch ihr eigenstes Element in bieten Dingen nicht er­tragen. Nur einmal fragte sie die Mutter:Ist es unpassend, wenn man die Wohnung eines Herrn betritt? Ich meine es sind da viele von den pingen Mädchen, die nichts dabei finden, ihre guten Freunde bei sich zu empfangen ober auch mit an­deren zusammen einmal bei ihnen Kaffee zu trin- fcn. Und zum Beispiel: Ein Herr will etwas be­stellen eine Decke ober Kisten, unb sie sollen zur Einrichtung passen--" Frau Margrit sah ihre

Jüngste nachbenklich an. War bas unpersönlich gefragt persönlich gekracht? Sie sagte ruhig: Darüber muß man in jebem einzelnen Fall ent- scheiben. Ich würbe alles nach Möglichkeit ver­meiden, was mich in eine schiefe Lage brina-v könnte. Wo das der Fall ist ja, bas muß em junges Mäbchen selber fühlen. Bester, sich zu stark zurückhalten, auch wenn man als übertrieben prüde verschrien wirb, als bereuen müssen, baß man un­vorsichtig gewesen ist."

(Fortsetzung folgt)