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25-Iahr-Feier der HessischenDereinigung für Volkskunde.

Aus der Provinzialhauptftadt.

Liehen, drn 13. Dezember 1926.

Der wandernde Wald.

3n diesen Tagen, wenn die Stunden früh dämmerig werden und die Nebel in den Bergen sich gegen Morgen zu silbernen GejchrneiLen wan­deln, geschieh das seltsame. Da wachsen in den Städten, auf Märkten und Höfen, zwischen Stein» mauern und aus dunklen Kellergängen junge, grüne Wälder auf

Du hast sie nicht kommen, nicht wachsen sehen. Du gingst wie sonst deine Straße, über die der kurze Mittag mit flüchtiger Gebärde sein kalte-, rolsich2s Licht blendete. Bis du plötzlich auf einen, Mark, in einem Torweg, einen Wald, einen duftenden, grünen, harzigen Wald gewachsen sahst, von dessen Zapsenkronen silberne Perlen trapsen.

Er kam hertte nacht, als die schmale Mond­sichel hinter die Berggrate hinabtauchte, aus den Bergen her in unser Tal gewandert, aus dem man ihm zuries:Komm, deine Zeil ist da!" Da griff er zum Stecken, und stieg aus den Schluchten, von den Bergen und Halden zu Tausenden und Aber lau'enden zu uns herab in die Lassen und auf die Märkte, und brachte alle seine Herrlichkeit mit, ohne die un- Weih­nachten nicht das Fest aller Feste ist: fein Grün, in dem der ewige Sommer schläft, den Duft der Kräuter seiner Berge und den Schimmer der Tränen, die er weinte, als man ihn aus seiner Heimat rief.

Nun steht er auf Strahen und Plätzen in dem grauen Licht der Stadt und wartet, wartet, wartet. Seine Kronen hängen schwer von Zapfen, aus denen das Harz in hellen Schuppen glanzt, er gestern in der Nacht herniederstieg, al- er Um ihn her ist der Duft der Berge, von denen den Auf hörte:Komm," es will Weihnacht werdens"

Und auf allen feinen Zweigen ist et schon wie heimllcher Kerzenschein. ob.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Freiw. Gailsche Feuerwehr: 8'Uhr bei Gast­wirt Tippcl. Monatsversammlung. Lichtspiel­haus Bahnhofstraße:Annette macht alles". Astvria-Lichtspiele:3n den Krallen des Todes".

Vortragsabend Wilhelm Schä­fer. Der Derfasser der klassischenAnekdoten", des Pestalozzi-Lebensbildes und derDreizehn Bücher der deutschen Seele" wird heute. Mon­tag, abenD 8'Uhr (13. Dezember) im Botani­schen Hörsaal (Brandplatz) eine neue Novelle vorlesen. Alle an zeitgenössischer deutscher Dich­tung Anteilnehmenden sind zu dem Abend ein- geladen. (Siehe heutige Anzeige.)

" Eine öffentliche Sitzung der Stadtverordneten findet am nächsten Don­nerstag, nachmittags 4 Uhr beginnend, im Sitzungssaal im Stadthaus, Bergstraße, statt. Aus der umsangreichen Tagesordnung stehen u. a. folgende Vorlagen: Beschaffung der inne­ren Ausstattung für die Dezirksschule West­anlage. Umbenennung der Gießener Volksschul- Häuser. Zuschüsse für den Winterbedars der Für­sorgeempfänger des Wohlfahrtsamtes, Erwerbs­losen und Kurzarbeiter. Festsetzung des Gas­preises. Aotstanbsarbeiten im Winter 1926 27. Vertrag mit dem hessischen Staat be­züglich deS Umbaues der Zehntscheuer zum Polizeiamtsgebäude. Ausbau des Flughafens. Straßenbenennungen. Beschaffung eines auto­mobilen Sprengwagens.

* Der Silberne Sonntag brachte gestern den Geschäftsstraßen un'erer Stqdt wieder einen außerordentlich starken Verkehr. Wie am Vorsonntag, so war auch gestern wieder die Land- bevö.kerung in großen Scharen zum Einkauf et- schienen. Die Eisenbahn und die Kraftwagen­linien hatten Großbetrieb: bereits in den Mit­tagsstunden war der Zubringerdienst außeror­dentlich stark, er erreichte seinen Höhepunkt etwa zwischen 2 und 3 Uhr. Bei der Rückfahrt in den Abendstunden mußten viele Reisende mit einem drangvoll-engen Stehplatz zufrieden fein, um überhaupt mitkommen au können: die Eisen­bahn fuhr die Züge verstärkt und voll beseht, die Kraftwagen waren von großen Menschenmengen dicht umlagert, deren Abtransport reichliche Mühe machte. Die Kauftätiakeit war durchweg sehr rege; in einigen Geschäften wat der An­drang sogar so stark, daß hier vorübergehend die Ladentüren geschlossen werden mußten und die ankommenden Käufer nur insoweit zuge- lasfen wurden, als andere den Laden verließen. Reben ter erfreu icherv e se ftaffen Kau be ätigung widmete man sich auch mit lebhaftem 3nüie|'fe der Besichtigung der vielen lockenden Schau­fensterauslagen. 3n der Tat muh man sagen, daß unsere Geschäftswelt sehr große Anstrengun­gen bei der Herrichtung ihrer Musterkarte gemacht und damit eine der wesentlichsten Vor­bedingungen für ihren Erfolg erfüllt hat. Es ist dabei von 3ntereffe, feststellen zu können, daß-

Gießen. 12. Dezember.

Am 25. Oktober sind es 25 Jahre gewesen, daß in Gießen die Hessische ^Bereinigung für Volkskunde ins Leben gerufen worden ist. An der Wiege der neuen Bereinigung, die sich vom Oberheisischen Geschichtsverein abgezweigt hatte, standen O. Altendorf, Alfred Boä, Dr. Collin, Dr Albrecht Dietrich, Oberlehrer Dietrich, Dr. Paul Drews, Dr. Ä. Ebel, Dr. H. Haupt, Dr. ft. Helm, Dr. L. Holzapfel, Dr. E. Jung, Dr. Gg koch, Dr. A. Lucius, Oberlehrer Lucius, Dr. Schwally, Dr. A. Strack. Der regen, hingebungsvollen Arbeit der Gründer ist es zu danken, daß die Bereinigung innerhalb kurzer Zeit auf eine hohe Miigliederzahl anwuchs, daß sie eine Fülle von grundlegenden Ar­beiten veröffentlichen konnte daß ein volkskundliches Archiv von größtem Wert geschaffen wurde.

So bestand oller Anlaß, das 25jährige Be­stehen durch eine besondere Feier in Verbin­dung mit der heurigen Hauptversammlung festlich zu begehen Ein

Begrüßungsabend.

der ganz im Zeichen der Volkskunde und der volks- tümlichen Kunst stand, gab gestern den würdigen Auftakt zu der Jubiläumsfeier. Im Restaurant Andres" hatten sich Mitglieder und Freunde der Vereinigung aus Äadt und Land in stattlicher Zahl eingefunden. Rach Worten des Willkommens, die der Vorsitzende, Obcrstudiendirektor Dr. Faber (Fried­berg) entbot, erfreute sich die Festoersammlung an den feinen Darbietungen einer Friedberger Sänger- schar, die unter Leitung von Professor Dr. Karl «chmidt alte Volkslieder aus dem 15. und 16. Jahrhundert tiefempfunden zu Gehör brachte, und an den Dialektdichtungen des oberhessischen Heimat­dichters Georg Heß (Leihgestern). Im Mittelpunkt des Abends stand der mit Spannung erwartete Vor­trag von Dr. Wilhelm L u h (Frankfurt a. M.) überSie Hüttenberger Volkstracht^. Eine Fülle von Kleinarbeit wurde in den fesselnden Ausführungen zu einem anschaulichen Gesamtbild vereinigt, ein echtes Stück Volksleben und Volkstum ausgezeichnet. Ausgehend von einer Erklärung des Begriffs Volkstrachten, schilderte der Redner deren Wesen und Umwandlungen im Laufe der Zeit, wie sie durch Einflüsse von außen und durch die ver­änderte Wirtschaftslage bedingt werden. Im Licht­bilde lernte man die verschiedenen Typen der Hüt­tenberger Tracht kennen, vor allem die Festgewän­der der Frauen. Interessant war es, den Ursachen nachgehen zu können, die innerhalb des Hüttenber­ger Bezirks zu den örtlichen Unterschieden in der Tracht geführt haben, wobei deutlich in Erscheinung trat, daß Trachtengeschichte ein Stück Kulturgeschichte ist Kragen, Leibchen, Jacke (Motze), Rock und Haube fanden im Lichtbild.anschauliche Darstellung, Bilder von Abendmahls- und Trauertrachten. sowie zahlreiche Brautbilder boten einen schönen Einblick in die reichen volkskundlichen Schätze, die uns in der Hüttenberger Tracht heute noch erhalten sind. Und nur der eine Wunsch wurde laut: daß diese alten Güter uns erhalten bleiben möchten. Der V rtrag sand aufmerksame Zuhörer, die dem Redner dank­baren Beifall zollten. Die heutige

Festsitzung

im Großen Hörseral Der Universität gestaltete sich zu einet eindrucksvollen Kundgebung für die Volkskunde und ihre Bestrebungen, die von einer Reihe berufener Redner höchste Ancrrennung fanden. Mit Freude konnte Oberstudiendirektor Dr. Faber Vertreter der Behörden, befreun­deten Verbänden usw. in großer.Zahl begrüßen. Für das von jedem einzelnen betreute behörd­liche oder wissenschaftliche Gebiet hatte er ein be­sonderes Wort des Dankes, zeichnete er treffend die Beziehungen zur Vereinigung. HnD auch von den Gratulanten hatte jeder in inhaltreichen Worten etwas Besonderes zu sagen, einig waren sich alle darin, daß die Vereinigung in den 25 3ahren ihres Bestehens segensreiche Arbeit getan, die reiche Früchte tragen werde und auch für die Zukunft Unterstützung und Förderung finden müsse. Es sprachen der Reihe nach: Mini-

die Erfahrungen der Verkehrs- und Werbewoche im September auch jetzt wieder in weitgehendem Maße zur Anwendung gebracht wurden, denn neben wohlgelungenen Schausensterarrangements, die sich lediglich auf die Waren des betreffenden Geschäfts stützen, sieht man noch mancherlei ori­ginelle Hilfsmittel der Schaufensterdekoratiens- kunst, die nicht zu den Alltäglichkeiten gehören und verschiedentlich feinen Humor verraten. Ein Gang über unseren Weihnachlsmarkt ist jeden­falls sehr abwechselungsreich und kausanregend, wobei man jedoch jedem Besucher wünsche i möchte, daß er dabci über ein wahlgefülltes Per nnaie versüge. 3m Hinblick auf das gestrige Ünge sei den einheimischen Käufern schließlich noch ge­raten, mit ihren Besorgungen nicht etwa bis zum nächsten Sonntag oder gar noch länger zu warten, sondern beizeiten einzukaufen, wobei sie und auch der Geschäftsmann mancherlei Vor­teile haben.

sterialdirektor Dr. 11 r ft a D t im Auftrage des Staatspräsidenten und für bas Landesamt für das DildungSwefcn: Seine Magnifizenz der Rek- tor Pros. Dr Z w i ck für die Landesunioerfitäl: Beigeordneter Dr. Frey im Auftrage des Ober­bürgermeisters und der Verwaltung der Stadt Gießen: Superintendent Wagner, Gießen, für das Landeskirchenamt: Pros. Dr Karl Helm für die Umlxrfiiäi Marburg: für drn Verband der ^efs.kchen Geschichts» und A.r^rtumsvLre»ne Prof. Dr. Aubin. Gießen. 3n sehr großer Zahl waren Glückwunschschreiben cingelaufen. u.a. von Staatsrat Block. Darmstadt: Mini- stcrialrat Löhlein, Darmstadt: Provinzial- dircktor Gracf. Gießen: von den Regierungs­präsidenten in Kassel und Wiesbaden: von dec Zentralstelle zur Förderung der BolksbUdung und Jugendpflege in Hessen: von der Schrift­leitung des »Gießener Anzeigers": auch ein sehr herzlich gehaltenes Schreiben des Verbandes der deutschen Vereine für Volkskunde, das Prof. 3ohn Maier, Freiburg, zugesandt, lag vor.

3n fesselnder Weise gab der Vorsitzende dann einen Ueberblid über die Geschichte Der Vereinigung, dabei besonders der verdienst­vollen Gründer gedenkend und der Männer, die später ihre ganze Kraft im Dienste der Der- einigunq einsehten. Ramen wie Adolf Strack, O. Schulte, Karl Helm, Paul Drews, Paul <5 i e b e d , Hugo Hepding sanden be­sondere Erwähnung. Dem hessischen Staat, der Notgemeir.schast der deutschen Wissenschaft, Prof. Boas (Neuhvrk), der amerikanische Hilfe ver­mittelte, wurde Dank und Anerkennung für die Unterstützungen ausgesprochen, die auch in den Rotjahren eine Weiterarbeit ermöglichten. Eine Fülle von Material liege in den »Hessischen Blättern für DollSlunde" und im volkskundlichen Archiv (Universität) vor. Es müsse nun aus- gewertet werden, vor allem im Dienste der neuen HeimaLschule, Die von Der Vereinigung schon angestrebt worDrn wäre, bevor dieser Be- griff Schlagwort gewesen. Große Aufgaben habe Die Vereinigung auch in nächster Zukunft zu lösen. Reue Fragebogen mühten herausgegeben werden, die Schätze des Archivs seien zu er­weitern und noch mehr auszumünzen, die Ver­öffentlichung der Flurnamensammlungen müsse fortgesetzt und die Herausgabe einer hessischen Voltskunde Wirklichkeit werden. Dankbarer Bei­fall wurde dem Vorsitzenden für seine anre­genden Ausführungen zuteil.

War die Festsitzung schon eine Weihestunde, so erreichte diese ihren Höhepunkt mit dem Vor­trage von Prof. Dr. Alfred Götze (Gießen) über » r ch en s o r s ch u n g". 3n lebendiger Art behandelte der Redner das Thema in voll­endeter Weise. Auf Dem Veden unserer hessischen Heimat habe die Märchenforschung ihren Aus­gang genommen. Zwei der besten Hessensöhne, den Brüdern Grimm, gebühre das Verdienst, Begründer der Märchenforschung zu sein. Sie haben zu Weihnachten 1812 den ersten Band ihrer Kinder- und Hausmärchen herausgegeben und damit dem deutschen Volke kostbarste Schätze beschert. Liebe zur Heimat, Vertrautheit mit der Kenntni des Volkes, wissenschaftliche Schulung und in rische Neigung hatten ihnen das Rüst­zeug für ihre mühevolle Entdeckerarbeit gegeben. Nach der künstlerischen und sprachlichen Seite wurde ihr einzig dastehendes Werk vom Redner äußerst feffelnö dargestellt. Der weiter einen Ueberblick über Die Geschichte der Märchenfor­schung gab. um Dann mit einer geistreichen Be- t.achtung über Die verschieDenen Theorien Der MärchenkunDe, Deren Für unD Wider beleuchtet wurde, zu schließen. Die aufmerksam lauschende Festversammlung nahm die erbauenden Ausfüh­rungen, die Höhepunkt und würdiger Austtang der eindrucksvollen Jubiläumsfeier waren, mit stärkstem Veifall auf. Die geschäftlichen 0 (jungen des Abschusses und der Hauptversamlung schloss sich am Nachmittag an.

" Wohlfahrtsbriefmarken zum Vesten der Nothilfe kauft man am zweck­mäßigsten bei dem ftädtifchen Wohl­fahrtsamt, Gartenstr. 2, Zimmer 8, Da nur Dann von Dem hierfür ausgegebenen Betrag ein ansehnlicher Teil unserer Gießener Win­ter n o t h i l f e zugute kommt. Obwohl überall im Reiche viel Not zu lindem ist, müssen wir Gießener doch in erster Linie an Die Hilfs- 6eDürftlgen in unserer eigenen 6 t a D t Denken und für diese nach besten Kräften uns anstrengen. Ein gutes Mittel zu diesem Wohltun ist der Kauf der Wohlsahrtsbriefmarken beim Wohlfahrtsamt, das gerade jetzt vor dem Weihnacktsfest eine Verstärkung feiner Geld­mittel gut brauchen kann. Deshalb nochmals: kauft Wohlfahrtsbriesmarken beim Wohlfahrts­amt!

*' Postkart . .nbungen im O r 16 = beste llbezirt r'en vielfach »roch mit 5 Pf.

frankiert. Das rft falsch. Nach Dem Postgebühren­tarif kostet die Beförderung einer Postkarte im Orte nur 3 Pfennig.

* Erblindete Künstler. 3m An- fchluh an unfern Bericht über Dai Konzert für zwei Klaviere werden wir gebeten, daraus bin» z»»weifen, daß beide Herren, die bas Konzert veranstalteten, vollständtg erblindet find.

L Forlbildungskurfus für preu­ßische StandeSbea mte in Gießen. Auf 'Berankfiung des Provinzialverbandes der Stan- desbeamren von Heffen-Nafsau beabsichtigt Der Regierungspräsident zu Wiesbaden. anfangs nächsten Jahres in Gießen einen eintägigen 5crtbilDung41u:fu6 für StanDesbeamte hasten zu laben. Gegenstand Der Verhandlungen soll das im Besitze Der Standesbeamten befindliche amt­liche Handbuch für Standesbeamte sein. Als Vor­tragende werden Zachb amte von Frankfurt a. M. und Wiesbaden tätig sein. Auch Standesbeamte aus dem Kreise Wetzlar werden an dem Kursus teilnehmen.

" Sine unnatürliche Mutter wurde in diesen Tagen hier m gerichtliche Untersuchung genommen. ES fjanbelt sich Dabei um ein noch nicht IS 3ahre alteS Mädchen. Has in einem Hause in Der Vahnhofstrahe beDienftct war und dort vor etwa 3 Tagen heimlich geboren hatte. Die junge Mutter oerftedte Das Neugeborene, in einem Pappkarton aufbewahrt, im Kle.Der- schrank unter Kleidern und Wäsch«. Seines lei­denden Zustandes wegen mußte das Mädchen auf ärztliche Anordnung hin der Frauenklinik zugesührt werben. Bei einer Durchsicht des Zimmers deS Mädchens entdeckte Die Hausfrau dann Die Tat. Nach Anzeige bei Der Polizei toiurDe nun über Das noch in Der Klinik befind­liche Mädchen die Llnteisuchungöhatt verhängt. Am Samstag sand die ge.ichtsärzttiche Sektion der Kindcsleiche statt, wobei sich ergab, Das» DaS kräftig entwickelte Neugeborene gelebt hat: je­doch wurden sichtbare Zeichen eines acwaltsamcn Todes nicht fest gestellt. Anscheinend ist das Kind infolge mangelnder Pflege gestorben.

" Sin kleines Schadenfeuer ent­stand am Samstag vormittag gegen 11 Uhr in einer Wohnung in Der Wagengafse. Dort stand im Echla^-.immer ein Aaucherapparat, auf den Die Bewohner Pappkartons unD einen Koffer abgestellt hatten. Da Der Aaucherapparat aber in Betrieb war, fingen die Pappschachteln und der Koffer infolge der Hitzcentwicllung schl.- lich Feuer. Die alarmierte und schnell herbei­geeilte Feuerwehr brauchte nicht in Tätigkeit zu tretest, da durch beherztes Zugreifen die Gefahr mittlerweile beseitigt worden war.

** Gießener Freiwillige Feuer­wehr. In Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste und bei starker Beteiligung ihrer Mitglieder und deren Angehörige beging die Freiwillige Feuerwehr nm Samstagabend in der Turnhalle am Oswalds garten einen stimmungsvollen Familienabend, bc{ den ausgezeichneten kameradschaftlichen Geist in der Wehr, die hcr-liche Harmonie untereinander und mit den ihr nahestehenden Organisationen in eindrucks­voller Weise darlcgte. Als Stellvertreter des er krankten Kommandanten entbot Brandmeister N ö - bißet den Gästen und Kameraden herzlichen Will- kommengruß, der insbesondere dem Stadtbrand direktor Braubach, den Vertretern des Stadt- Parlaments, der Gailfchcn Feuerwehr, der Heuchel­heimer Wehr, der Freiwilligen Sanitätskolonnc ooni Roten Kreuz, den Turnerinnen und Turnern vom Gießener Männerturnverein galt. Rach einem von Frl. M. Neuling gesprochenen Prolog brachte Branddirektor Braubach die Grüße des Kreis amtes und der Stadtverwaltung zum Ausdruck und lobte dabei mit Recht in warmen Worten die treue, unermüdliche, auf selbstloser Freiwilligkeit beruhende Pflichterfüllung der Angehörigen der Wehr, Deren reiner Idealismus gerade in dieser Zeit Des Sira- bens nach Geld, nach materiellen Gütern ein leuch­tendes Vorbild für andere sei. Im Anschluß an feine trefflichen Worte nahm der Redner im Auftrage Dtr Staatsregierung, der Stadtverwaltung und des Kreis-Feuerwehroerbandes die Verteilung von Aus­zeichnungen an zahlreiche verdiente Kameraden vor, deren Namen wir morgen noch berichten werden. Brandmeister Rüdiger überreichte sodann dem Branddirektor Braubach selbst eine ehrenvolle Auszeichnung, die diesem für 15jährige Feuerwehr dienstzeit von der Stadt verliehen wurde: bei dieser Gelegenheit betonte der Sprecher in herzlichen Wor­ten die Wertschätzung der Webr für den 5taötbrnnb- bireftor. Exakt und abwechselungsreich vorgeführtes Keulenschwingen und Barrenturnen der 1. Turne­rinnenriege, schneidiges Reckturnen der 1. Turner riege des M. Tv. Gießen, ein von Frl. R e u l i n g und Frl. L. Decker gesungenes Duett, sowie ein flott gespieltes Thealerstückchen bereicherte.» den Abend aufs beste. Ctadtv. Rahnefeld grüßte im Verlaufe der jjeier die Wehr im Namen der an­wesenden Stadtverordneten, Kolonuensührer Kratz sprach herzliche Grußworte namens der Freiwilligen Sanitätskolonne vorn Roten Kreuz, die mit der Feuerwehr stets beste Kameradschaft halte. Mitglie­der der Kapelle des 1. Batl. 15. Jnf.-Regts. bereite­ten durch ihre musikalischen Darbietupgen einen besonderen, durch lebhaften Beifall gedankten Ge­nuß. Den Ausklang der Veranstaltung bildete ein

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Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34

Heute bis einschließlich Mittwoch:

Nanette macht alles

Gesellschaftssehauspie! in 6 Akten, in den Hauptrollen die erst­klassige deutsche Besetzung: Georg A exander. Vlvlan Gibbon. Mady Christian«*, Fritz Kämpers, Siegfried Arno. Fritz Spiro. - Ferner:

Jimmy Aubrey als Innenarchitekt

Groteske in 2 Akten. Sowie: 10274c

Wochenende am ÜortaMe und öie «le Wochenschau

Astoria-Lichtspiele

Heute bl* einschließlich Mittwoch:

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Allen denen, die unserem lieben Entschlafenen die letzte Ehre erwiesen, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Wehrum geb. Briegel

Verlobungskarten

Verlobungsbriefe

Garben trieb, den 11. Dezember 1926.

10255D

Gießen, II. Dezember 1926.

69662

Danksagung.

Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichen Dank.

Für die trauernden Hinterbliebenen:

Frau Emilie Geck geb. Beyenbach.