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Der Andrang des Publikums und der Presse der Sitzung ist ungeheuer. Den Vorsitz führt
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dem Staats- Landrat des
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gnoszieren. diener der Handkarren das er der
Meon ist dann noch dem Couleur- „CRugia“ begegnet, der ihm einen besorgen sollte. Von dem Geld, Handtasche der Ermordeten entnom- hat der Angeklagte bei seinen Be-
freuten zwei Männerchöre durch Ihren vollen und ausgeglichenen Gesang, sowie ein ausgezeichnet vorgetragenes Trompetensolo (Herr Schwarz, lose) die begeisterten Zuhörer. Auch ein humori- stisches Terzett wurde beifällig ausgenommen. Den Höhepunkt des Abends bildete eine von A. Bru- sius einstudierte Operette, für deren Spielleitung W. Ude verantwortlich zeichnete. Langauhaltender Beifall war der Dank der Gäste für die schönen Leistungen aller Mitwirkenden. Der Abend wurde ein voller Erfolg des Vereins. Das am 24. d. M. stattfindende Konzert wird dem Verein Gelegenheit bieten, sein Können auch einer größeren Oeffentlich- keit zu beweisen.
** Die Paddler-Gilde Gießen hielt am Sonntag ihr Abpaddeln nach der Badenburg und beendete damit die diesjährige Saison. Mitglic- der der Gilde befuhren dieses Jahr unseren schönen Heimatfluß, die Lahn, von Biedenkopf bis zur Mündung, ferner Neckar, Kinzig, Main, Rhein, die Geber, den Edersee, die Wildslüsse Loisach, Isar und Inn; auch wurden Weser und Donau befahren. Sogar auf der Wieseck wurde bei günstigem Wasserstand bis zum Philosophenwald gepaddeli, ein Beweis für die vielseitige Verwendungsmöglichkeit des Faltbootes. Insgesamt wurden von den Mitgliedern in dieser Saison 8400 Kilometer gefahren.
** D r e Maul- und Klauenseuche
Regierungsrat Dr. Jünger, Ministerium als künftigen Dillkreises vorzuschlagen.
Maingau.
WSN. Frankfurt a. M.,
Berichtsfaai.
Der Mordprozeh Meon.
WSR. Mainz. 12. Olt. Vor dem Schwurgericht in Mainz begann beule vormittag das Wiederaufnahmeverfahren gegen den Studenten Meon aus Darmstadt, der bekanntlich vom dortigen Schwurgericht wegen Mordes, begangen an der Stühe G i l l m a n n, & um Tode verurteilt worden war. Das Reichsgericht gab dem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens statt, weil bei ber ersten Verhandlung verschiedene Feigen der Verteidigung an die Sachverständigen nicht zugelasjen worden waren, worin das Reichsgericht eine Beschränkung der notwendigen Vertcivigung sah. Die Sache wurde an das Schwurgericht Mainz zur Verhandlung verwiesen, damit keinerlei Beeinflussung durch die dem Angeklagten sehr ungünstige Darmstädter ö'sfentliche Meinung stattfinden könne.
Tat war er im Theater. Er ging dann nach Hause, schaute in den Schrank, wo die Leiche war, und schlief in einem anderen Zimmer.
Der Vorsitzende betont immer wieder, daß alle Zeugen die Meon nach der Tat sahen. — der Couleurdiener, das Aus Wartemädchen, der Hausherr und seine Freunde — betonten, daß er einen sehr ruhigen Eindruck gemacht habe.
Am 22. August ist der Angekla te in die Gschollbrücker Tonnen gefahren. Er glaubte dort ein geeignetes Gelände für die Beseitigung der Leiche gesunden zu haben. Ein TeU der Uten« sUien der Gillmann hatte er schon vorher in das Klosett geworfen oder im Walde verstreut.
Der Angeklagte ist von seiner Aussage sichtlich mitgenommen. Der Vorsitzende vertagt deshalb die Sitzung um 1.15 Uhr auf den Aach- mittag.
abend gegen 6 Uhr ereignete sich charach, Roßmarkt 15, ein schwerer Unfall. Der 16jährige Liftjunge Kurt Ländle, wohnhaft
ist jetzt in Burkhardsfelden (Kreis Gießen), in Schotten. Ober-Florstadt u. Ober-Eschbach Kreis Friedberg) amtlich festgestellt worden. 3n Altenberg und Werdvrf (Kreis Wetzlar) ist die Seuche erloschen. 3n Leihgestern hat sie nicht sich gegriffen, so daß der Sperrbezirk verseuchte Gehöft beschränkt werden
men hatte, ....
kannten Schulden bezahlt. Am Abend nach der
RonneMtsTee
JeLjL seit 1OO Jahren bewährt von Millionen getrunken
Berufung, sowohl soweit die QlngiJIagten freigesprochen waren, als auch soweit eine Geldstrafe erfamti war. Die Strafkammer verurteilte die frühere Hebamme wegen Abtreibung in zwei Fällen, in einem Fall in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung, zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis und die andere Angeklagte unter Freisprechung in einem Falle zu 1 Monat Gefängnis.
Albusgasse 52, wurde vom fahrenden Fahr- st u h l derartig erfaßt und gegen die Mauer gedrückt, daß er nach wenigen Minuten ver - starb. Der Junge hatte, wie schon oft, die Tür des Fahrstuhls während des Fahrens geöffnet und soll während der Fahrt vom Keller nach dem Zwischengeschoß an der offenen Tür geturnt haben. — Im Hause Musikantenweg 49 hat sich heute vormittag eine Liebestragödie ereignet. Die aus Karlsruhe stammende 38jährige Kellnerin Eugenie Bender kam in die Wohnung ihres früheren Bräutigams, des Kellners Scheffer, der vor einiger Zeit von dem Verhältnis zurückgetreten war, ■um sich mit diesem auezusprechen. Im Verlaufe der Unterredung machte sie Scheffer eine heftige Eifersuchtsszene und durchschnitt sich schließlich die Schlagader. Das Mädchen mußte in schwer - verletztem Zustande im Krankenhaus ein- geliefert werdn.— Aus der Strafanstalt in Preungesheim erwirkte sich vor einiger Zeit ein bereits 3 6 mal wegen allerlei Eigentumsoergehen mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestrafter Mann einen zweitägigen Urlaub, von dem er jedoch nicht mehr zurückkehrte. Vielmehr nahm er sein alles Handwerk auf und ernährte sich wieder wie früher auf Kosten anderer; u. a. hat er inzwischen vier Fahrräder mitgehen heißen. In Limburg konnte er jetzt nach langer aufregender Jagd und, nachdem ein Schreckschuß au ihn abgegeben worden war, wieder im Polizei- gewahrsam genommen werden.
Große Strafkammer Gießen.
* Gießen, 12. Okt. Eine frühere Hebamme ijuS Gießen und eine früher hier wohnende Wirtsfrau waren vom hiesigen Schöffengericht wegen Abtreibung in einem Falle zu 9 Monaten Gefängnis bzw. 200 Mk. Geld- strafe verurteilt und in einem weiteren Falle mangels Beweises freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft verfolgte gegen dieses Urteil
schöner ungsvereins in Alsfeld statt. Bürgermeister Dr. D ö l s i n g erläuterte die Zwecke und Ziele eines solchen Vereins und dessen Notwendigkeit auch für die kleineren Städte, gerade in Ober- Hessen. Die Aussprache ergab, daß man allgemein die Gründung des Vereins für notwendig hielt. Da die Besprechung, wie der Vorsitzende betonte, nur einen vorbereitenden Charakter hatte, wurde be« schlossen, demnächst eine öffentliche Versammlung einzuberusen mit der Tagesordnung „Gründung eines Verkehrs- und Derschönerungs- Vereins". Vorher soll sich der Bürgermeister mit den in der Vorbesprechung vertretenen Vereinen und Korporationen ins Benehmen setzen, um der Versammlung hinsichtlich des Vorsitzenden des Vereins, der eine arbeitsfreudige, ztelbewußte Persönlichkeit sein muß, Vorschläge zu unterbreiten. Mit Worten des Dankes an die Erschienenen für die in Aussicht gestellte Bereitwilligkeit, an der zu erfüllenden Aufgabe mitarbeiten zu wollen, schloß der Vorsitzende die Besprechung. Die Gründung eines solchen Vereins entspricht tatsächlich hier einem Bedürfnis, da jede Stadt, einerlei ob groß ober klein, wenn sie vorwärts schreiten will, unfcebingt auf die Hebung und Belebung ihres Verkehrs bedacht fein muh.
-er. Ober-Ofleiden, 12. Olt. Am gestrigen Montag wollten zwei Männer aus Ober-Os leiden, Schwiegervater und -sohn, in der Ohm oberhalb der Brücke nach Homberg zu angeln. Der eine war Eur^e Zeit toeggergangen, imi) als er zurückkam, war von feinem Verwandten nichts mehr zu sehen. Er suchte das User ab in der Annahme, daß der Gefährte an einer anderen Stelle angele. Rach vergeblichen Bemühungen schöpfte er Verdacht und zog an der Angelschnur, die der inzwischen Ertrunkene noch in der Hand hielt, den Mann an die Oberfläche und dann mit Hilfe einiger herbeigeeilter Männer aus den Fluten. Da der Ertrunkene, der 28 Zähre alt war, und aus Frankfurt zum Besuche seiner Braut hier weilte, schon vorher über Herzbeschwerden klagte, nimmt man an, daß er beim Angeln ausgerutscht, ins Wasser gefallen ist und dabei von einem Herzschlage ereilt wurde.
— Ruppertenrod, 12. Ott. Die Wasserversorgung unseres Dorfes kann den berechtigten Ansprüchen nicht gerecht werden. Um dem Mangel abzuhelfen, trat unsere Gemeinde bereits im Jahre 1914 mit Ober- Ohmen zwecks Anschluß an die dortige Wasserleitungsanlage in Verhandlungen, die indessen scheiterten. Man würde es hier begrüßen, wenn die Angelegenheit erneut in Fluß gebracht und dabei ein befriedigendes Ergebnis erzielt würde.
-er. Homberg a. d. Ohm, 12. Okt. Auch auf dem Lande merkt man die zunehmende Automobilisierung. Am Sonntagmorgen passierten 25 Autos, mit rotweihen Wimpeln geschmückt, unser Städtchen. 3n Homberg selbst mit über 1400 Einwohnern laufen zur Zell a ch t Autos, darunter eine sehr gut rentierende Autodroschke, welche die „Landauer", die teurer waren und deshalb weniger in Anspruch genommen wurden, zeitgemäß erseht.
Starkenburg.
= 2) a r m ft a b t, 12. Oft. Der Tierschutzverein für Hessen hat eine Sammlung eröffnet, beren Ertrag für die Errichtung ober Erweiterung eines Tierheims in Darmstabt ver- wandt werben soll.
Rheinhessen.
WSN. Mainz, 12. Okt. In ben Anlagen am Zahlbacher Weg entgleiste gestern nachmittag ein mit Erbmassen beladener Kippwagen unb stürzte um. Der auf bem Wagen sitzenbe 60jäh- rige Arbeiter U l l m a n n konnte nicht mehr rechtzeitig abspringen unb geriet bei bem Sturz unter ben Wagen. Infolge ber acht Zentner schweren Last erlitt er einen schweren Schäbelbruch unb ver- ft a r b halb, barauf.
Preußen.
Dillkreis.
* Dillenburg, 12. Okt. Der Kreistag beschloß mit 19 Stimmen der Arbeitsgemeinschaft ‘ gegen fünf Stimmen der Sozialdemokratie bei Stimmenthaltung des Abg. Trott, den bislang kommissarischen Landrat des Dillkreises,
Landgerichtsdirektor Hessel. Die Anklage vertritt Oberstaatsanwalt Bechtold. Die Verteidigung teilen sich die Darmstädter Rechtsanwälte R e u s ch ä f f e r und Dr. Wolf. Heber 40 Zeugen und eine Reihe von Sachoerstan- digen sind geladen.
Zunächst beginnt die Vernehmung des Ange k l a g t e n. Dieser kann nur schwer seine innere Erregung verbergen, macht einen außerordentlich niedergeschlagenen Eindruck und macht seine As- sogen, besonders die ihn belaftenöen, mit so leiser Stimme, daß er ost kaum zu verstehen ist. Es wird ihm zur Last gelegt, am 21. August 1925 die Anna Gillmann in seiner Wohnung mit ileberlegung getötet zu haben. Der Angeklagte ist mit 3 Monaten und 1 W?che Gefängnis wegen Diebstahls und Betrugs in Erfurt vorbestraft. Mit leiser und stockender Stimme gibt er ein D Id seines Entwicklungsganges. Meon ist jetzt 27 Jahre alt. Rach dem Kriege widmete er f.ch in Darmstadt dem Studium ber Chemie. Anfänglich ging es ihm finanziell gut; in der Inflationszeit geriet er in Bedrängnis. Er tarn dann im Laufe der Zeit auf die schiefe Sb..'S und stahl etwa 13 Fahrräder und 15 Mäntel, die letzteren zum Teil in Frankfurt a. M., wo er nach fiebenfemeftrigem Chemiestudium Ratioaal- ökonomie studieren wollte. Seine Mutter mußte oft für ihn einspringen und Bürgschaft leisten. Weiter hat der Angeklagte ein sehr lockeres Leben geführt und viel „Weiberbetrieb" gemacht. Der Angeklagte behauptet aber, daß chn die Frauen nicht viel gekostet hätten. Von der Darstellung seiner eigenen Gesundheitsverhältnisse und der seiner Familie geht der Angeklagte zur Schilderung der Tat über. Am Abend des 20. August 1925 hat Meon, nachdem er bei einem alten Herrn seiner Burschenschaft „Rugia" gewesen war, die Ermordete auf der Straße kennengelernt und sie mit im seine Wohnung genommen. Hier hat er dann der (Sillmanm in seinem Wohnzimmer ein Lager zurecht gemacht, während er in seinem Schlafzimmer übernachtet hat. Vor dem Zubettgehen hatten die beiden Tee getrunken. Er hat dem Tee ein Schlafmittel aus Opium und Veronal beigesetzt. Der Angeklagte betont, daß er hierbei feine Vergiftungsabsicht gehabt habe Am anderen Morgen sei er dann mit der Ermordeten in Streit geraten und habe sich dabei in eine solche Wut hineingesteigert, daß er der Gillmann mit einem Totschläger vier- bis fünfmal auf den Kopf geschlagen und ihr dann, um sie am Schreien zu verhindern, Len Hals zugedrückt habe. Hieraus habe er die Leiche in einen Kolter verpackt und sie in den Schrank eingeschlossen.
Der Vorsitzende macht den Angeklagten daraus aufmerksam, daß es doch auffallend sei, daß die Ermordete, die nach seinen Aussagen wach gewesen sein soll, bei seinem Angriff so ruhig liegen geblieben sei.
Der Angeklagte bleibt jedoch bei seiner Darstellung. Nachträglich habe er die Leiche dann noch stranguliert, das Zimmer aufgewischt und von den Dlutspuren gereinigt. Den Tag hat er dann ohne Zeichen äußerer Erregung in seiner gewohnten Umgebung verbracht, nachdem er in den Wald gefahren war, um ein geeignetes Gelände für die Defeittgung der Leiche zu rekv-
Kreis Schotten.
□ ß a u b a d), 12. Okt. Am Sonntaaoormittag traf der Zweigverein Alsfeld des Vogelsberger Höhen-Clubs (Vorsitzender Bürgermeister Dr. V ö l s i n a) über Station Mücke in unserer Stadt ein. Unter Führung von Professor Dr. Roe sch en wurden die Sehenswürdigkeiten der Stadt und Umgebung (Stabtbefestigung, Marktbrunnen, Kirche, Schloß, Park) in Augenschein ge-
Publikum großer Beliebtheit erfreuen. Um der zu- f nehmenden Nachfrage nach den billigen Liegeplätzen < gerecht werden zu können, läßt die Mitropa zur Zeit eine Anzahl Schlafwagen 1. und 2. Klasse in ge- 1 mischtklassige Schlafwagen 1—3. Klasse umbauen, i Diese Wagen werden zehn Bettplätze 3. Klasse enthalten. Sie sollen auf solchen Strecken Verwendung i finden, auf denen die Nachfrage nach Bettplätzen 1. und 2. Klasse die Führung eines ganzen Schlafwagens dieser Klasse nicht rechtfertigt.
** Jungdeutscher Orden. Der Ein- t lahung der Bruderschaft Gießen des 3ung= deutschen Ordens zu einem Lichtbildervortrag I des Hauptmanns a. D. Dr. Äu ermann über I Schlacht und Grauen" war daS Publikum am Montag abend so zahlreich gefolgt, daß der Saal der Palast-Lichtspiele nicht nur brs auf den letzten Platz gefüllt war, sondern auch in den Gängen noch viele Stehplatz bezogen bah ' rn. Der Vortragende führte im ersten Teile seines etwa zweistündigen fesselnden Vortrages seine Zuhörer im Geiste auf die Schlachtfelder in West unb Ost, er weckte Weltkrieg-Erinneran-- apn unb -Oebanfen unb zog daraus die Fol- cerungen in nationaler und volkserzieherischer Hinsicht. Manches frohsiimmende Erinnern an unvergeßliche Erlebnisse, in denen aufrichtige Fronttameradschaft die lichtvollsten Seiten wahrhaft edlen Menschentums enthüllte, wurde da wieder lebendig, ebenso aber auch das Zurück- denkeu an gar manche Dinge, über die man ihres vollendeten Schattens wegen besser den Mantel des Vergessens breitet. Mil Recht pries der Vortragende den hohen ethischen Wert des wahren Frontgeistes, der das Letzte für den Kameraden einsetzt und hingibt, der alle, ob hoch ober niedrig, in enger Schicksalsgemeinschaft umschließt; unb mit Recht, leider aber noch mit wenig Aussicht auf Erfolg verlangte der Redner die Ausbreitung dieses hohen Frontgeistes gerade in der gegenwärtigen Zeit, die diesen vorwärts- und aufwärtsstrebenden, selbstlosen Antrieb besonders nötig hat. Mit Recht beklagte Dr. Kuermann, daß unserer Jugend das vortreffliche Erziehungsmittel der allgemeinen Wehrpflicht fehle, durch die sie Unterordnung unter die Autorität, Ehrfurcht vor dem Alter, kurzum das Dienen und Gehorchen für eine große Sache und den Respekt vor dem Aelteren, vor dem Gereisten hätte lernen können. Mit einem eindrucksvollen Hinweis auf das hohe Beispiel selbstloser Treue und Pflichterfüllung für das Dolksganze, das unsere Gefallenen uns gegeben, und mit dem tameradfchastlichen Gedenken an diese Tapferen schloß der Redner das Thema „Schlacht und Graue.»". 3m zwei e i Tei e 'eines Vortrages legte Dr. Kuermann die Stellung des Jung- deutschen Ordens zu den wichtigsten politischen Fragen ber Nachkriegszeit, der Gegenwart und der nächsten Zukunft dar. Jungdeutsch heiße, unser Voll erfüllen mit neudeutschem Wesen und Gedanken, die frei seien von den häßlichen Erscheinungen der Kriegs- und Rachkriegszeit, Arbeiten für des Volles Wohl, den wahren, selbstlosen, aufopfernden Frontgeist auch jetzt in der Heimat lebendig werden und wirken lassen. Der Redner betonte, daß der Jungdeutsche Orden . der Parteipolitik völlig fern stehe, daß er gerade das Parteiwesen als ein Unglück für unser Voll ansehe. Die Verfassung von Weimar erkenne der 3ungdeutsche Orden an, aber er erstrebe doch, daß an der Spitze des Staates ein Einzelner, ein Auserlesener stehe, der nur auf Grund seiner staatsmännischen Befähigung diese Stelle einnebmen dürfe; ob dieser Einzelne, nur durch sein Können und Wissen Auserlesene ein Fürst oder ein Arbeiter sei, sei völlig gleichgültig, nur der Tüchtigste von den Tüchtigen müsse er sein. Wenn auch der Orden die Farben Schwarz- Weiß-Rot habe und sie gerne wieder eingeführt sähe, so stehe er doch auf dem Standpunkt, daß die Farben Schwarz-Rot-Gold alK die Hoheitszeichen des Staates zu respektieren seien, solange sie eben die Farben des Staates find. 3n außenpolitischer Hinsicht bekannte sich der Redner zu einer Politik der Verständigung mit Frankreich, selbstverständlich unter Wahrung der deutschen Ehrenpunkte; wenn gegen diese Verständigungspolitik auch das Gefühl sich sträube, so müsse sie doch rein verstandesmäßig gefordert und herbeigeführt werden. Die Verständigung mit Frankreich sei notwendig, damit wir freie Hand bekämen nach Osten hin. Zum Schlüsse richtete der Redner eine entschiedene Absage an das Prinzip der „Herrschaft der Masse" und stellte ihm das 3deal der einzigen Führerpersönlichkeit, des durch Tüchtigkeit zum echten Führertum Berufenen gegenüber. Der anregende Vortrag fand den lebhaften Beifall der Zuhörerschaft.
—.— Hassia - Bezirkstag in Gießen. Im Postkeller versammelten sich am Sonntag die Vertreter von 21 Kriegervereinen des Hassia-Be- zirks Gießen. Nach den Begrüßungsworten gedachte der Vorsitzende, Professor Dr. Krämer, des verstorbenen Präsidenten der Hassia, Oberst S ch l i e fitz a k e, und widmete ihm wanne Worte der Anerkennung; die Versammlung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen oon den Sitzen. Alsdann bewillkommnete er den neu erstandenen Kriegerverein zu Alten- Buseck, der sich mit rund 50 Mitgliedern wieder zur „Hassia" zurückgefunden hat. lieber den Verbandstag der Hassia in Bingen berichtete Professor Dr. Krämer. Mit lebhaftem Bedauern teilte er den Austritt des Artillerievereins mit. Außer die- fern Verein ist kein anderer Kriegerverein wegen der obligatorischen Einführung des „Hessischen Kamerad" aus der Hassia ausgetreten. Bezüglich der neu- gegründeten Sterbekasse der Hassia konnte festgestellt werden, daß sich bis jetzt eine verhältnismäßig geringe Zahl von Kameraden gemeldet hat. Mehrere Redner waren der Ansicht, daß in dem „Hessi- schen Kamerad" und in Versammlungen Aufklärung erfolgen müsse, lieber die Kriegsbeschädigtenfürsorge erstattete der Bezirksobmann D ö h n aus Lollar ausführlich Bericht. Bezüglich des Kleinkaliberschießens forderte Kamerad Klein-Gießen weiteren Ausbau, besonders einheitliche Form des Uebungs- und Preisschießens. Seine Anregung fand die Zustimmung des Bezirkstages und soll als Wunsch des Bezirks dem Präsidium überreicht werden. Kamerad S o l d a n - Gießen teilte mit, daß der Kavallerieoerein im Mai 1927 die Abhaltung eines großen Kavallerietages in Gießen plane; der Verein verbindet damit sein 20jähriges Stiftungsfest und läb die Kriegervereine von Gießen und Umgegeni) dazu ein. Der Kriegerverein Großen- Linden feiert voraussichtlich 1927 sein 50jähriges Stiftungsfest. Für das Jahr 1928 ist ein Bezirkskriegerfest für den Hassiabezirk Gießen in Aussicht genommen.
** Der GesangvereinHeiterkeit hatte am Samstag zu seiner diesjährigen Winterveran- stallung geladen, deren zahlreicher Besuch die Sympathien bezeugte, die dem Verein in weiten Kreisen cntgegengebracht werden. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden und einem Prolog er-
Oberheffen.
Kreis Büdingen.
)( Stockheim, 12. Okt. Dissr Tage hielt der Kreisausschuß des Evangel. Wohlahr t s d i e n st e s für den Kreis Bübin- j e n unter dem Vorsitz von Pfarrer Kahn- Orten- >erg eine ordentliche Sitzung ab. Der Jahresbericht gab ein Bild der bisherigen Tätigkeit des Eoang. Wohlfahrtsdienstes, der auch in unserem Kreis in ortschreitenbem Ausbau begriffen ist. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand ein Vortrag des Geschäftsführers über „Das Jugendgesetz und die Jugendgerichtshilfe". Zur Einführung in die wichtigen Fragen unb Aufgaben des Eoang. Wohl- ahrtsdienstes soll im Laufe des Winters in Bü- lingcn eine größere Versammlung abgehalten werden, in der der Direktor des Hessischen Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Dreoes- Darmstadt, sprechen wird.
le. Bleichenbach, 12. Okt. Die durch Lehrer W. S i n n e r - Michelau seither kommissarisch verwaltete eine hiesige Lehrerstelle wurde diesem endgültig übertragen. — In ben letzten Tagen ereigneten sich hier zwei bedauernswerte Unfälle: An der Kreissäge verlor ein Gewerbeschüler drei Finger der linken Hand unb verletzte bie übrigen, gerade an dem Tage, als ihm seine Aufnahme in eine Darmstädter Fachschule mitgeteilt wurde. Der andere Unfall ereignete sich beim alltäglichen Dickwurzmahlen und raubte einem jungen Landwirt einen Finger. — Bei Pri - vatoerpachtungen einiger Morgen guten Landes kam der Pacht preis für den Normalmorgen wieder auf 90—120 Mark. — Der hiesige Raiffeisenoerein hat zur allgemeinen Be- Nutzung eine größere Krautschneidern afchine angeschafft. Die stundenlange Arbeit kann damit in Minuten erledigt werden.
△ Bisses, 12. Okt. Am Sonntag sand hier unter zahlreicher Beteiligung die Einweihung unseres Gefallenendenkmals statt, das auf bem Friebhof hinter der Kirche errichtet wurde. Es trägt die Namen der 16 Gefallenen und Vermißten im Weltkriege und kostet 3000 Mk., .welche Summe ber Ortsvorstanb für biefen Zweck einstimmig bereitgestellt Hal. Das Denkmal ist aus Muschelkalk oon bem Bilbhauer May (Helbenbergen) entworfen.
nommen. Sodann wurde ber Ramsdera bestiegen, wo man bie prächtigste Aussicht auf Vogelsberg, Taunus und Westerwald genoß. Hierauf besichtigte man die Engelburg, die um 1540 als gräfliches „Lusthaus" errichtet wurde; um 1700 wurde sie abgebrochen. Sie wird wiederholt genannt als Aufenthalt der Landgräfin Anna von Hessen, 1609—11 in der vielgelesenen Volkserzählung „Das Vogelbärb- chen" von Justus Treumund (Karl Glaser), die neuerdings von Karl Esselborn, Darmstadt, trefflich herausgegeben wurde. Ein gutes Oelbild in der Laubacher Kirche oon 1610 gibt eine genaue Ansicht der Engelburg. Don ber Engelburg begab man sich durch herrliche Buchenwaldung zum „Tier- gärtner Weiher", ber ebenfalls yn prächtiges Lanb- schaftsbilb bot. Sobann wanberte man, fortgesetzt von schönstem Wetter begünstigt, burch bas Loute r t a l nach Grünberg, wo man in ber Villa Emilia noch einige schöne Stunden geselliger Unterhaltung genoß.
= •= Gedern. 12. Ott. Auf Wunsch vieler Wanderer, die von hier aus dem Hoherods- köpf zustreben, wurde eine O rtsmarkie- rung des Fuhwegeß nach Kaul st oh, bestehend in einem Weißen, nach rechts geöffneten rechten Winkel, geschaffen. Die neue Martterung bedeutet eine wesentliche Verkürzung des Weges zum Hoherodskopf. Ferner wurde am Ortsaus- ausgang nach M e r k e n s r i tz eine große Markt e r u n g s t a s e l aufgehängt, welche die von hier ausgehenden bzw. durchgehenden Verbindungen in übersichtlicher Anordnung vor Augen führt. Eine weitere, kleinere Maüierungstafel soll mehr im Mittelpunkt der Stadt zum Aufhang kommen und denjenigen Touristen als Wegweiser dienen, welche die Tafel am Ortsausgang nicht beachtet haben, oder die aus anderer Richtung kommen. — Gestern wurde der Große See a u s g e f i s ch t. Die kühle Witterung kam dabei recht zustatten. Der Fang (bestehend in Hechten, Karpfen und Schleien) gelangt an einen Händler in Ragold (Württemberg), der die Fische an größere Hotels zum Verkauf bringt. Das Fangergebnis war recht gut wenn auch nicht ganz der Ertrag früherer 3ahre erreicht wurde.
Kreis Alsfeld.
Alsfeld, 12. Okt. Am Montagabend fand auf Einladung ber Bürgermeisterei im Gasthaus „Mainzer Hof* dahier eine Besprechung zwecks Gründung eines Verkehrs- unb Der-
Chioosoil Grippe, Katarrhe
verhütet und heilt man sicher durch Spülen und Gurgeln mit Chlnosol. Verlangen Sie in Apotheken und Drogerien kostenlosen Prospekt mit Anwendungsvorschriften.


