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Gi rft ml bedeuten, daß m dieser Ableitung nicht die Möglichkeit gegeben war, die Schmückung eines Geburtstagstisches, eines Blumenfensters oder einer festlichen Tafel in mustergültiger Weise zu zeigen. Wir find überzeugt, daß auch diese und ähnliche Aufgaben ebenso glücklich ihre Lösung gefunden hätten, als die selbstgewählten. Der Mangel an Raum ließ es diesmal nicht zu. Es kann aber gesagt werden, daß die Abteilung Dindetunst unseren Handelsgärtnern Gelegen­heit gegeben hat, chr Können vor dem großen Publikum im besten Lichte zu zeigen. Wenn etwas dabei zu erinnern wäre, so ist es dies:

Man solle mit der Verwendung von § i guten inmitten von Blumen, die in der Rähe gesehen werden, äußer st zurückhaltend sein. Sehr leicht wirken sie in dieser Umgebung zu aufdringlich.

Richt unerwähnt soll das Bild des Wohn­hauses in der Kaplansgasse Bleiben, wo ein einfacher Mitbürger seine Hauswände in liebevoller Weise mit Blumen geschmückt hat. Dieses Bild ist an einem der Pfeiler aufgehängt, die sich innerhalb der Binderei-Ausstellung be­finden.

Turnen, Sport und Spiel.

Regatta in Gießen.

Auf Einladung des Vereins Rudersport Gi e h en 1913 fand am Samstag und am gestrigen Sonntag auf der Lahn die 6. Herbstregatta des Lahn-Regatta-Verbandes statt. Die Veranstaltung war an beiden Tagen vom Wetter recht begünstigt. Eine halbe Stunde nach Schluß der Sstrigen Hauptrennen brach ein Gewitter los, das on einige Stunden vorher am Horizont aufge­zogen und dann hübsch brav dort verblieben war, vis die Ruderer ihre Veranstaltung programmäßig zu Ende geführt hatten.

Dank ausgezeichneter Organisation verlief das sport­liche Fest in allen Teilen gut und prompt. Der gezeigte Sport war gut, insbesondere ist das ohne jeden Lokalpatriotismus! von unseren Gießener Ru­derern zu sagen. Ein besonderer Glanzpunkt, die große Sensation, war der prächtige Kampf um den Großen Lahn-Achter, den Höhepunkt der Regatta, den dieGießenerRudergesellschaft 1877 mti ihrer Mannschaft Ludwig Klaus, August W al­le nfels, Hans Mohr, Willi Müller, Willi Becker, Willi Michel, Curt Georgi, Steuer: Willi R o l o f f in sportlich ganz hervorragender Weise in schärfstem Komme gewonnen. Auf diesen Sieg kann die Rudergesellschaft 1877 mit Recht sehr stolz sein!

Der Besuch der wertvollen Veranstaltung war im großen und ganzen gut; er wäre noch besser ge­wesen, wenn nicht die Veranstaltungen in der Stadt und in der Volkshalle allzu viel Publikum von diesem Sportereigtkis abgezogen hätten. Sportlich gesehen, kann der Verein Rudersport aber zufrieden sein mit dem Verlauf des Festes, für das er ver­antwortlich zeichnete.

Nachstehend die Ergebnisse sBahnlänge 1800 Meter, beim Schülervierer ca. 1000 Meter, Start am Felsen, Ziel beim Bootshaus des Rudersport).

Vorrennen am Samslagnachmitlag:

Jungmann-Bierer. Erster Lauf: Coche­mer Rudergesellschaft geht allein über die Dahn, da Limburger Ruderklub unterwegs aufgegeben. Zweiter Lauf: 1. Rud-erverein Rüsselsheim Z.F/j, 2. Wetzlarer Ruderklub 7,20, Frankfurter Ruderklub kurz vor dem Ziel aufgegeben.

Junior-Vierer. Erster Lauf: 1. Ruder­verein Rüsselsheim 6,57. 2. Verein Rudersport Gießen 7. Zweiter Lauf (äußerst scharfes Rennen bis ins Ziel): 1. Wetzlarer Ruderklub 6,58, 2. Cochemer Rudergesellschäft 7,01, Frankfurter Ruderklub unterwegs auf gegeben.

Jung mann-Vierer. Erster Lauf: 1. Limburger Ruderverein 6,58V-, 2. Limburger Ru­derklub 7,04' /-1. Zweiter Lauf: 1. Wetzlarer Ruderklub 7,02, 2. Verein Rudersport 7,14V.-,.

Das Stilr udern für Schüler zwischen dem Ruderverein Rüsselsheim und dem Verein Rudersport wurde bei beiden mit 22 Punkten be­wertet, d. h. die Rote gut.

Herbst-Achter. Erster Lauf: 1. Ruder­verein Rüsselsheim 5,55V;, 2. Wetzlarer Ruder­klub 6,12. Zweiter Lauf: 1. Verein Ruder­sport 6.02, 2. Limburger Ruderklub 6,10. Dritter Lauf: Alleingang des Limburger Ruder- Vereins.

vorrennen am Sonntagvormittag.

Zweiter Herb st achter. Zwischenlauf: 1. Ruderverein Rüsselsheim 6,17V«, 2. Verein Rudersport infolge eines Sitzdefektes aufgegeben. Limburger Ruderverein 1895 geht allein über die Bohn.

Schüler-Vierer (Länge der Dahn 1000 Meter) Erster Lauf: 1. Limburger Ruderverein 3,52V6, 2. Verein Rudersport aufgegeben. Zweiter Lauf: 1. Ruderverein Rüsselsheim 3,46Vs. 2. Weilburger Ruderverein 3.47Vs-

Junior-Vierer. Zwischenlauf (Protest­lauf): 1. Wetzlarer Ruderklub 7,04, 2. Frank­furter Ruderklub 7,16 Vs-

Erneuerungsvierer, Erster Lauf: 1. Verein Rudersport Gießen 6,58Vs« 2. Lim­burger Ruderklub 6,58Vs, Limburger Ruderver­ein aufgegeben. Zweiter Lauf: 1. Cochemer

Ruder-Gesellschaft 6,53, 2. Wetzlarer Ruderklub 7,05l,c. Dritter Lauf: 1. Wetzlarer Ruderklub 6,57- s, 2. Limburger Ruderklub 7.052 5.

Hauptrennen.

Iunarnann - Vierer (Ehrenpreis): 1. Cochemer Rudergesellschaft 7,01 V;, 2. Ruder-Ver­ein Rüsselsheim 7,17- 3. Wetzlarer Ruderklub

7,88. Zunächst führt Cochem, dann geht Rüssels­heim vor. Hieraus übernimmt Cochem wieder die Führung und siegt mit vier Längen.

Iungmann- Einer (Ehrenpreis): 1. Akademischer RuderklubRhenus" Donn (Fritz S t a l l m a n n) 8,01, 2. Limburger Ruderverein (Erich Stein) 8,06. Rhenus gewinnt überlegen. Führte über die Strecke.

Gast-Vierer (Ehrenpreis, gestiftet von Emil Schm all. Gießen): 1. Gießener Ruder- Gesellschast 1877: 6,51.6; 2. Limburger Ruder­klub 1907: 7'01,2. Zunächst Bord an Bord- Rennen, hierauf geht Gießen leicht in Führung. Bei 500 Meter liegen die Boote wieder Bord an Bord. Bei 700 Meter geht Gießen erneut in Führung und gewinnt mit gut 2 Längen Vor­sprung.

Jung mann ° Vierer (Hermann Hap­pel-Gedächtnispreis): Limburger Ruder-Verein 1895: 7.46,2. Geht allein über die Bahn.

II. Herbst-Achter (Ehrenpreis, gestiftet von Fabrikant 3. Äreuter): 1. Ruderverein. Rüsselsheim: 6.32,4. Limburger Ruderverein 1895 hat nach 1200 Meter aufgegeben.

Schüler-Vierer Gigboot. (Shren- plakette, gestiftet von Fabrikant 3. Kreut er): 1. Limburger Ruderverein 1895: 3.56,8; 2. Ruder­verein Rüsselsheim:4.04. Rüsselsheim liegt zunächst in Führung, bei 600 Meter geht Lim­burg vor und führt dann schneidig über Den Rest der Bahn. Limburg gewinnt mit 2 Längen Vor­sprung.

Erster Vierer (Wanderpreis, gestiftet von den allen Herren des Vereins Rudersport): 1. Gießener Ruder-Gesellschaft 1877: 6.24. Lim­burger Ruderklub 1907 aufgegeben. Zunächst führt Limburger Ruderklub 1907 mit Luftkasten­länge, dann mit einer Länge Vorsprung. Bei 300 Meter stoppt Limburg ab, da es durch sein Verschulden mit Gießen kollidiert, und gibt auf.

Jungmann-Achter (Heraussorderungs- preis, gestiftet von den Damen des Vereins Ruder­sport): 1. Limburger Ruderklub 1907: 6:59. Lim­burger Ruderoerein 1895 aufgegeben. Zunächst wechselnde Führung, schließlich geht der Limburger Ruderklub 1907 vor, während Limburger Ruder­verein aufgibt.

Junior-Vierer (Ehrenpreis): 1. Cochemer Rudergesellschaft: 6:57,8; 2. Ruderverein Rüssels­heim: 7:24. Wetzlarer Ruderclub 1880 gibt 200 Meter vor dem Ziel auf. Die Führung wechselt zwi­schen Cochem uno Rüsselsheim, schließlich scharfer Kampf zwischen beiden bis kurz vor das Ziel. Rüs­selsheim setzt dicht am Ziel, während Cochem schon eine halbe Länge vorliegt, einige Schläge aus und führt dann weiter. Cochem gewinnt sicher.

Iungmann-Vierer (Herausforderungs­preis, gestiftet von einem Freunde der Rudersache): 1. Wetzlarer Ruderclub 1880: 7:18,8; 2. Limburger Ruderoerein 1895: 7:16,2. Wetzlar liegt zunächst leicht in Führung, dann Bord an Bord, hieraus geht Wetzlar erneut vor, Limburg folgt scharf, jedoch kann Wetzlar das Rennen mit zwei Langen Vor­sprung für sich entscheiden.

Lahn-Emer (Wanderpreis, gestiftet vorn Lahn-Regatta-Verband): 1. Gießener Rudergesell­schaft 1877 (Curt Georgi: 7:50,8; 2. Limburger Ruderverein 1895 (Erich Stein): 7:58. Georgi führt über die ganze Bahn und gewinnt das Rennen mit 24 Längen voraus.

Zweiter Vierer (Ehrenpreis, gestiftet von Se. Magnifizenz dem Rektor der Landesunioersität Gießen): 1. Wetzlarer Ruderclub 1880 : 7:24,8. Seine beiden Konkurrenten aufgegeben. Anfänglich Kampf. Bei 300 Meter gibt Verein Rudersport Gie ßen 1913 auf, nach Kampf zwischen Limburg und Wetzlar gibt bei 600 Meter Limburg infolge Fehl­zugs ebenfalls auf.

Begegnung.

Bad-Rauhei m, im September.

Ein trübseliger Tag. 5lm Himmel dunkles Gewölk. Blitze zuckten, Donner rollte. Erst gegen Abend raffte sich die otntne aus, die bösen Wettergeifter zu vertreiben. Unter Bäumen von schier tropischer Kraft wanderte ich zum Teich. Glockenähnliche Stimmen tönten. Waren es die Schwäne, die in stolzer Haltung über Die schim­mernde Wasserfläche glitten? Bunte Schmetter­linge schwebten vorüber. Dingsher ein üppiges Pflanzenbild in golddurchglühter Märchenwelt.

Ich setzte mich am jJfer auf eine Dank, wo bereits eine ältere Dame Platz genommen hatte. Man tonnte ihr sechzig, auch ein paar Jahre mehr geben. Wir kamen ins Gespräch. Sie hatte fesselnde Züge, hatte gütige, kluge Augen. Richt als Kurgast, erzählte sie, war sie in Rauheim, fie war aus Frankfurt herübergekommen. 'Ver­wandte. die ihr nahe standen, zu besuchen. Da wir uns länger unterhielten, hatte ich das Ge­fühl. eine verwandte Seele sprach zu mir. 3hre Worte waren von lebendigem Geist beschwingt. Sie war nicht Sechzigerin, wie ich vermutete, sie hatte mit erstaunlicher Frische und Rüstigkeit die Höhe der Achtzig erklommen. 3hr Vater, Konrad Hieronymus Haeberlin, 1800 geboren, hatte in Frankfurt, wo sie selbst lebte, als Jurist und Mitglied der gesetzgebenden Körperschaft ge­wirkt. Ihr Bruder, Iustizrat Haeberlin, der an der Schwelle der Achtzig vor zwei 3ahren ge­storben ist, hat eine große, wertvolle Münzen- famntlung hinterlassen, die seine Witwe bewahrt. Altfrankfurter Erinnerungen wurden in Fräulein Auguste Haeberlin wach. 3hre Eltern, die mit Eduard Steinle befreundet waren, suchten eines Tages mit ihrer elfjährigen Tochter den Meister vuf. Dieser zeigte Herren und Damen, die sich

um ihn versammelt hatten, eine Reihe eben voll­endeter Aquarelle. Ein Diener kam und meldete: Frau von Willemerl" Alle waren freudig überrascht.

Gleich darauf trat Goethes Suleika ins Zimmer, den Meister und feine Freunde freund­lich begrüßend. Ungeachtet ihres hohen Alters war sie von wunderbarer Beweglichkeit, ihre dunklen Augen strahlten in wahrhaft blenden­dem Glanz. Sie trug ein zierliches Häubchen, das von weißen Atlasbändchen durchzogen war. Richt allem, was der Greisin Geistesflug be­rührte, konnte Auguste Haeberlin folgen. Was Marianne Willemer mit dem Herzen sprach, war auch der Elfjährigen verständlich. Die Er­scheinung der seltenen Frau im Abendrotlicht lebt unvergessen in Auguste Haeberlin weiter. Wie jene sich immer fortzubilden, den Besten ihrer Zeit sich verbunden zu fühlen, ist ihre größte Glückseligkeit. Unvergänglichen Besitz erwarb sie sich auf ihren Reisen. Ihr war vergönnt, Ma­thilde von Humboldt, Malwida von Metz- s e n b u g, Karl Schurz näherzutreten. 3n Rom gehörte sie dem Kreis an, der sich um Grego- rovius scharte.Herr Professor," sagte sie ein­mal zu dem berühmten Gelehrten, »ich habe mir aus den acht Bänden 3hrer Geschichte Roms im Mittelalter Auszüge gemacht!"Da wissen Sie mehr als ich," entgegnete Gregorovius, der mit vielem Behagen zu witzeln pflegte.Sie glauben gar nicht, was man alles vergißt!" Griechenland, Palästina hat Auguste Haeberlin durchstreift, ja in Mexiko hatte sie längere Zeit ihr Zelt aufge- schlagen. Was sie in sich aufnahm, hat sie in Tagebüchern niedergeschrieben. 3mmer noch ist sie bemüht, ihre Existenz zu steigern, ihr Leben vom Schönen durchdringen zu lassen.

Stunde um Stunde verrann. Der zunehmende Mond schickte fein weißes Licht herab, als ich von Auguste Haeberlin schied. Die Gestalt Suleikas

Ermunterungs-Vierer (Ehrenpreis): Verein Rudersport Gießen 1913: 7:07. Allein­gang. Cochemer Rudergesellschaft und Wetzlarer Ru» derclub 1880 scheiden durch Sieg in vorhergehenden Rennen hier aus.

Großer Lahn-Achter (Wanderpreis, ge­stiftet von einem Mitglied des Vereins Rudersport): 1. Gießener Rudergesellschaft 1877: 6:05',,»; 2. Lim­burger Ruderklub 1907: 6:05Vio. Dieses Rennen war die Sensation der Regatta. Die Zuschauer waren voll höchster Spannung. Zunächst führte Gie­ßen mit leichtem Vorsprung, dann gab's Bord-an- Bord-Rennen. Hierauf versuchten beide Boote im Spurt einander abzuhängen, sie lagen jedoch bei 400 Meter immer noch Bord an Bord. Endlich ging Limburg mit Diertellänge in Führung, und schließ­lich vergrößerte es seinen Vorsprung auf eine halbe Lange. In dieser Lage näherten sich die Boote im schärfsten Ringen dem Ziel. Da ging, schon dicht am Zielband, die Gießener Rudergesellschaft mit größter Energie und Kraft zum Endspurt über, cs holte in blendender Form gegen die sich stärkstens wehren­den Limburger rasch auf und errang mit knapp einem Meter Vorsprung den Sieg für die Gießener Farben. Das Publikum rafteDor Begeisterung über diesen fesselnden Kampf.

Anschließend nahm Se. Magnifizenz der Rek­tor, Professor Dr. B ü r k e r , die Preisverteilung vor.

Psltzers Welttriumph.

Dr. Peltzer schlägt Wide und Nurmi in Weltrekordzeit.

vo. Das Zusammentreffen Rurmi- Wide-Dr. Peltzer, dem man schon vorher die Bedeutung eines sportlichen Ereignisses ge­geben hatte, wie es in der Rachkriegszeit bisher noch nicht stattfand, wurde zu diesem Ereignis. Der neue Platz des S. C. Charlottenburg an der Avus (Derlin-Grunewald) war bis auf den letzten Platz gefüllt, obwohl es nur ein Sams­tag, der erste Tag des Internationalen des S. C. C. war.

Das Rahmenprogramm fand naturgemäß trotz schöner Kämpfe, nur bescheidenes Interesse. Als die Teilnehmer des Laufes über 1 500 Meter, von lautem Beifall begrüßt, den Platz betraten, machte Böcher den Anfang, Rurmi folgte zusammen mit Wide, zuletzt Dr. Peltzer. Unter ungeheurer Spannung stellten sich die vier Teilnehmer den: Starter.

Zunächst gibt es einen Fehlstart, den Dr. Peltzer verursacht. Der zweite Start gelingt, und sollte es ein Omen fein fast gleichzeitig mit dem Schuß füllt die finnische Flagge vom Mast. Wide nimtm sofort die Spitze, von Peltzer, Rurmi und Böcher gefolgt. Bei 30 OMcter löst ihn Rurmi in der Führung ab, und so bleibt es zu­nächst, Peltzer und Böcher liegen an dritter und vierter Stelle. Bei 600 Meter verschärft Rurmi, der die 400 Meter unter 60 Sekunden zurückgelegt hatte, das Tempo weiter, je 1£ Meter trennen die vier Teilnehmer jeden vom anderen. 800 Meter legt Rurmi in 2:02 zurück, bald daraus rückt Dr. Peltzer an zweite Stelle und hängt sich an Rurmi an. Wie scharf das Tempo war, zeigt die Zeit für 1000 Meter, für dis Rurmi 2:32 brauchte, eine Sekunde wenige:, als er bei feinem letzten Welt­rekordlauf gebraucht hatte. Ungeheuer wird die Spannung, als ausgangs der Kurve bei 1200 Meter Wide zum Spurt anzieht und an Peltzer und Rurmi oorübergeht. Zu gleicher Zeit scheidet Böcher aus dem Rennen. Mit Wide an der Spitze geht's in die Zielkurve, und nun kommt der entscheidende Moment: Ausgangs der Kurve fetzt Dr. Peltzer zum Endspurt an, angefeuert von den aufs höchste erregten Zuschauern. Zentimeter um Zentimeter käinpster sich heran, wäh­rend Rurmi hier schon geschlagen ist, er­reicht Wide etwa 40 Meter vor dem Ziel, liegt mit ihm eine Zeitlang Brust an Brust, geht an ihm vorüber, spurtet sich etwa 20 Meter vor dem Ziel um Ü Meter vor und verteidigt diesen Meter Vorsprung hartnäckig, bis er das Ziel­band als Sieger durchreißt. Rurmi wird mit 2 Meter hinter Wide Dritter. Ungeheurer Jubel bricht aus. Peltzer wird umringt und beglück­wünscht, ein Flugzeug wirst einen herrlichen Blu­menstrauß für ihn ab. Totenstille herrscht, als durch den Lautsprecher die Zeit verkündet wird:

3 Minuten 51 Sekundee neuer Weltrekord, da braust die Begeisterung los, die Musik setzt ein, die Menge stimmt das Deutschlandlied an. Bescheiden entzieht sich Dr. Peltzer allen weiteren Ehrungen, von seinen Vereinskameraden umringt, läuft er vom Platz zurück. Dann werden die genauen Eegeb- niffe verkündet: Peltzer 3:51, Wide (Schweden) 3:51V Rurmi 3:52z. Für Peltzer wurden als Zwischenzeiten gestoppt: 40 OMeter in 61 Sek., 1000 . Meter in 2:34z.

stieg vor mir auf, ihr Vers, an Goethe ge­richtet. klang mir ins Ohr:

Zu den Kleinen zähl' ich mich, Liebe Kleine" nemfft du mich. Willst du immer mich so heißen. Werd' ich stets mich glücklich preisen." älnd Goethes Antwort:

Daß du, die so lange mir erharrt war, Feurige Iugendblicke mir schickst, Jetzt mich liebst, mich spät beglückst, Das sollen meine Lieder preisen, Sollst mir ewig Suleika heißen." A. B.

Warum der Zarewitsch immer wieder auslebt.

Wieder einmal taucht das Gerücht auf, daß der Zarewitsch noch lebe, diesmal als Gast eines vornehmen Polen, nachdem er einige Monate in einem Kloster zu Krakau zugebracht habe. Es ist dies der vierte oder fünfte Alexis Riko- lajewitsch. der hier zum Vorschein kommt, und es würde nicht der Mühe wert fein, darüber nachzudenken, wie er dem Blutbad von Ie- katerinenburg entgangen sein soll, wenn nicht ein anderer Ü1 instand diese ewige Wiederkehr interessant machte. Dieses Gerücht hat nämlich einen ganz besonderen Grund, den eine hoch­stehende Persönlichkeit, die früher am Hofe Riko- laus II. war, demSecolo" erklären zu können glaubte.Wir sind völlig der Meinung," sagte dieser Russe,daß die regelmäßig wiederkeh­renden Gerüchte von der Wiederauffindung die­ser oder jener Persönlichkeiten, die, wie wir lei­der wissen, in Iekaterinenburg ermordet worden sind, nur deshalb in Umlauf gesetzt werden, da­mit die Erben des Zaren in den Besitz der an­sehnlichen Erbschaft gelangen können, die gegen­wärtig bei der größten englischen Dank hinter­legt ist. Man rechnet, daß das persönliche Der-

Wide schlägt Nurmi in neuer Wellrekordzeit.

Der gestrige zweite Tag des Internationalen Sportfestes des Sportklubs Charlottenburg brachte das Zusammentreffen zwischen Rurmi - Finn­land und Wide- Schweden über zwei eng­lische Meilen. Rurmi führte bis 2800Meter, dann ging Wide an ihm vorbei und schlug ihn mit etwa 15 Meter im neuen Weltrekord von 9 Min. 1,4 Sek. Auch Rurmi blieb unter der bisherigen Weltrekordzeit (9 Min. 5 Sek.).

Oberhesien.

Landkreis Gicszcrr

f. Klein-Linden, 13. Sept. Ein Mo - torrad-plnfall ereignete sich am Samstag­nachmittag auf der Frankfurter Straße am Orts- ausgang nach Grohen-Linden. Jedenfalls durch seitliches ileberlegcn der Mitfahrerin fiel das Motorrad während der Fahrt um. Erhebliche Deinverletzungen der Mitfahrerin wa­ren die Folgen, während der Fahrer mit dem Schrecken davonkam. Rach Anlegung eines Rot­verbandes setzten beide Motorfahrer, ein Arzt und seine Frau aus Gambach bei Butzbach, ifjre Reise nach Gießen mittels Postauto fort. Das Motorrad mußte zwecks Reparatur zurückgelas­sen werden.

. Grohen-Linden, 12. Sept. Die beiden ältesten hiesigen Einwohner, Ludwig Schaum und Ludwig Belten V., er­freuen sich trotz ihrer 90 bzw. 89 Jahre bester Gesundheit und sind noch täglich in Feld und Garten tätig. Ludwig Velten V. muhte sich dieser Tage in der Gießener Klinik einer Bruchoperation unterziehen, die er gut überstanden hat, gewiß ein Zeichen ler- niger Gesundheit.

t Grünberg, 11. Sept. Bei der Obstver - Weigerung des Kreises bei Grünberg, die hauptsächlich Grafensteiner zum Ausgebot brachte, waren die Preise ziemlich hoch. Schätzungsweise wurde der Zentner am Baurn mit 15 Mark bezahlt.

# Obbornhofen, 11. Sept. Infolge des günstigen Wetters ging die Grummeternte in diesem Jahr sehr flott vonstatten. Man ist mit der Menge sowohl als auch mit der Güte des geernteten Grummets sehr zufrieden. Run ist man bereits eifrig mit dem Kar­toffelausmachen beschäftigt.

Kreis Friedberg.

OO Friedberg, 12. Sept. Wegen Pflaft er­arbeiten ist die Strahe nach Ossenheim schon über fünf Wochen gesperrt. Der Verkehr nach der Stadt wurde während dieser Zeit umgeleitet. Die Fuhrwerke aus der näheren Umgebung, die regelmäßig zur Stadt fahren, hatten aber infolge der trockenen Witterung fast keinen ilmtoeg zu machen, denn ein Feldweg, der dicht an 'Cer Ufa her geht, konnte während der ganzen 3 zu benutzt werden. Selbst der ZweckverbandWet- terau" befuhr diesen Feldweg und konnte dadurch seine Fahrzeiten einhalten. Run ist die Straße soweit fertiggestellt und toi.', bald in Betrieb genommen werden. Mit dieser Pflasterung ist ein weiteres Stück der Strahe, die sehr viel befahren wird, für einige Jahrzehnte in gutem Zustand.

OO Rieder-Flor st adt, 12. Sept. Hier hat sich eine rege Bautätigkeit entwickelt. In der Siedlungsstrahe wurden zwei Häuser fertig- gestellt, vier stehen im Rohbau und können wohl diesen Herbst noch bezogen werden. Auherdem wurden zwei Häuser angefangen, die auch noch im Rohbau fertig werden sollen. Damit ist fast die ganze Straße, die erst vor zwei Jahren in den Ortsbauplan einbezogen wurde, bebaut. Auch in der Ebertstraße stehen zwei neue Häuser, die noch in diesem Jahre bezogen werden können. Die Gemeinde richtet in einem Rebenbau der Autohalle zwei Wohnungen ein, an einigen Häusern wurde ein weiterer Stock aufgebaut oder Erweiterungsbauten vorgenommen. Damit kann die Wohnungsnot, die sich hier sehr unangenehm auswirkte und teilweise unhaltbare Zustände ge­schaffen hat, durch die freiwerdenden Wohnungen toenigftenS einigermaßen behoben werden.

Kreis Büdingen.

rl. Bleichenbach, 12. Sept. Der Ge­meinderat hat nun die P achtpreise für die Gemeindegrundstücke in folgender Weise ein­heitlich geregelt. Es wurden drei Wertklassen bestimmt, und der Preis für das Quadratmeter auf 2, 21/3 lund 3 Pfennig festgelegt. Gebote, die bei der letzten Versteigerung über diese Sätze gehen, bleiben bestehen, im übrigen gelten diese als Mindestsätze. Für die Kosten der In­standsetzung der Bachmauern an der Durchgangsstrahe BüdingenOrtenberg kommt der Kreis nun doch zur Hälfte auf.

mögen des Zaren das in England aufbewahrt wurde, im Augenblick der Kriegserklärung 40 Millionen Pfund betragen hat. Für die Be­dürfnisse des Landes, um gegen das durch den Krieg hervorgerufene Elend zu helfen, wurde die gute Hälfte dieses Erbes vom Zaren zurückgezo­gen. Andere nicht unerhebliche Summen wurden verbraucht, um die Pläne zur Befreiung der Gefangenen zu finanzieren. Obwohl ich die Zahl nicht genau bestimmen kann, habe ich den Ein­druck, daß von dem Erbe des Zaren noch etwa ein Dutzend Millionen Pfund zuzüglich der Zin­sen vorhanden fein mutz. Aber das Fehlen jedes Dokuments über den Tod des Zaren, der Zarin, der Kinder und des Bruders hat es bisher immer unmöglich gemacht, diese Summe abzu­heben. Wem kommt dieses Erbe nun zu? Auch dies ist eine schwierige Frage. Rimmt man an, daß die Erbschaft nach dem Recht, das in der kaiserlich russischen Familie in Kraft war, geregelt werden muh, so wäre die Summe unter alle Verwandten je nach dem Grade ihrer ver­wandtschaftlichen Beziehung zu verteilen. Wenn dagegen die Teilung nach dem englischen Gesetz vorgenommen werden mühte, so fiele die ganze Summe den nächsten Verwandten, also den bei­den Schwestern, der Grohfürstin Xenia und der Großfürstin Olga, zu. Ich glaube jedoch, daß alle Familienmitglieder einig darüber sein wer­den, das Urteil irgend einer hohen Persönlich­keit zu übertragen: Ich habe in diesem Zu­sammenhang die Ramen Victor Emanuel III. und König Georgs gehört. Aber, bevor man verteilen rann, mmb die Erbschaft freigegeben werden, und wir können sicher sein, daß die Bolschewisten alles, was sie können, tun werden, dies zu verhindern, und da sie kein anderes Mit­tel haben, dafür sorgen werden, daß man mit der Möglichkeit, datz der Zar ober der Zare­witsch noch lebt, rechnen mühte." <