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Nr. 61 viertes Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)

Samstag, 13. Mrz1y26

WIWIIIIII,. M1I..JI -II BillIWTIB111

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

3n der vergangenen Woche ftant) die Börse wieder einmal mehr als seit langem unter poli­tischen Einflüssen. Bei im allgemeinen ziemlich, fester Grundtendenz legten die wenig durchsich» ftigen Verhältnisse in Genf der Börse doch große Zurückhaltung auf. Auch die französi­sche Krise, die wiederum einmal eine starke Abschwächung des französischen Franken in Ge­folgschaft hatte, wirkte lähmend auf die Geschäfts­tätigkeit. Nachdem jedoch diese Krise austerorden- lich schnell überwunden und man über Genf zu einer allgemein optimistischeren Meinung über­gegangen war, lebte das Geschäft vielfach recht merklich auf. Der Montan-Aktienmarkt allerdings, der in den vergangenen Hausse- Wochen führend gewesen war, trat gegenüber anderen Märkten mehr und mehr zurück, was an­gesichts der jetzt der Oeffentlichkeit unterbreiteten Abschlüsse der Werke der Rhein-Elbe- Union kein Wunder nehmen kann. Man hatte zwar vorausgesehen, daß diese großen Werke für das Jahr 1925 dividendenlos bleiben würden, wobei man allerdings vielfach der Meinung ge­wesen war, daß die Abschlußziffern doch die Möglichkeit gegeben hätten, eine Dividende aus- zuschütlen. Auch in dieser Beziehung haben die Abschlußziffern, soweit sie bisher bekannt sind, aber enttäuscht, und wenn diese Enttäuschung nicht in der Kursentwicklung zum Ausdruck ge­kommen ist, so ist das wohl darauf zurückzuführen, daß sie durch die Hoffnungen, die man an den Montantrust knüpft, paralysiert worden sind. Die gleichzeitig bekanntgewordenen Abschluß­ziffern der Elektrowerke der Rhein-Zlbe-- ilnlon bringen erneut den Beweis, daß es der weiterverarbeitenden Industrie im vergangenen Jahre doch wesentlich besser gegangen ist, als der Schwerindustrie. Entsprechend wurden auch Elektrowerte in der vergangenen Woche mehr in den Vordergrund gerückt. Das Hauptinteresse der Spekulation konzentrierte sich aber auf Schiffahrtswerte, wobei einerseits die Verhandlungen Harrimans mit der Hapag, die bekanntlich die Zurücknahme der großen, früher der Hapag gehörenden Dampfer zum Gegenstand haben, andererseits die Aussichten für die Zurückerstattung des deutschen, in Amerika beschlagnahmten Eigentums eine Rolle spielten. Seltsamerweise sind die Verhandlungen der Hapag mit Harriman bisher nicht zum Abschluß gelangt, und man spricht hier von Unstimmig­keiten innerhalb der Direktion der Hapag, wobei aber vielleicht nur die außerordentliche Zurück­haltung der Hapag die Llrsache dieses Gerüchtes ist. Was die Zurücker st attung des deut­schen Eigentums anbelangt, so darf man nicht aus den Augen verlieren, daß hiermit auch die Befriedigung der amerikanischen Ansprüche an die deutsche Regierung verknüpft ist, und daß also bestenfalls mir ein Teil der beschlag­nahmten Werte freigegeben wird, immerhin dürfte nach Schätzungen namentlich für die Schiff­fahrts-Gesellschaften hierbei noch eine erkleckliche Summe herauskommen. Eine auffallende Steige­rung erfuhren in der vergangenen Woche die Werte des Schult Heiß-Konzerns, eine Steigerung, die sicherlich nicht lediglich in der Dividendenerklärung und im Geschäftsgang dieser Gesellschaft begründet ist. Es hat vielmehr den Anschein, als wenn hier größere Umwand» lungsbestrebungen am Werke seien, wobei sich zur Zeit noch nicht sagen läßt, ob diese nach einem Auseinanderfallen des Konzerns oder um­gekehrt nach einer völligen Verschmelzung zielen. Man geht jedenfalls nicht fehl in der Ansicht, daß es sich hier in erster Linie um Interessenkäufe handelt. Von den sonstigen Märkten sind noch K a l i w e r t e als fest zu nennen. Man rechnet damit, daß die recht gute Beschäftigung des vergangenen Jahres, die auch int neuen anhält, in verhältnismäßig günstigen Dividendenerklä- rungen zum Ausdruck kommen wird. Rach der technischen Seite ist zu erwähnen, daß man wohl schon in allernächster Zeit die endgültige Auf­hebung der Medio-Liquidation, die sich keinerlei Freundschaft von feiten der Börseninteressenten erfreut, erwarten darf.

Am Geldmarkt haben sich die Verhält­nisse weiterhin günstig entwickelt. Die geringe Anspannung des Ultimo ist schnell wieder ver­schwunden. Die Reichskredit-Gesellschaft tritt neuerdings wieder als Geldgeber auf. Hinzu kommt die Bank für Industrie-Obligationen, die bekanntlich am 1. April die erste Halbjahres- Rate von 62,5 Mill. Rm. zu entrichten hat und bis zu diesem Termin die bisherigen Eingänge dem Markte zur Verfügung stellt. Auch die Ver­hältnisse am Kapitalmarkt erhalten durch die erfolgreichen Inlandanleihen der letzten Wochen ein etwas freundlicheres Aussehen.

*

* 6Ve Proz. Preußische Staatsschah° anweisungen. Die im Februar d. I. begebe­nen 6^/,proz. Preußischen Staatsschahanweisun­gen, fällig am 1. März 1929, sind, wie der Amt­liche Preußische Pressedienst mitteilt, fertiggestellt und gelangen in den nächsten Tagen zur Aus­gabe. Die Einführung an den deutschen Haupt- börsenplähen wird voraussichtlich anfangs näch­ster Woche erfolgen.

* Deutsche Bank. Wieder 10 Pro­zent Dividende! Der in der gestrigen Auf- sichtsratssihung vorgelegte Abschluß für 1925 er­gibt einen Reingewinn von 17 468 675 Rm. (i. V. 18 758 996 Rm.). Hierzu treten noch 762 221 Rm. Vortrag aus dem Vorjahr. Die Dividende von wieder 10 Prozent erfordert 15 Millionen Am. gegen 11 Millionen Rm. im Vorjahr, da bekanntlich die im Vorjahr noch im Portefeuille befindlich gewesenen 40 Millionen Rm. inzwischen nach Amerika verkauft sind und jetzt an der Divi­dende teilnehmen. Eine Aeberweisung an die Rücklage (L V. 5 Millionen Rm.) findet nicht statt. Der Dr. Georg v. Siemens Wohlsahrtskasse werden zur Auffüllung auf 5'Millionen Rm. 1045 292 Rm. (1 500 000 Rm.) überwiesen. Der

Gewinnanteil des A. R. beträgt 677 419 Rm. (496 775 Rm.). Der Rest von 1 508 185 Rm. wird vorgetragen. Der Gesamtumsatz beträgt 133 Mil­liarden Rm. gegenüber 88 000 000 Rm. im Vor­jahr, ohne Berücksichtigung der Essener Kredit­anstalt und der Siegener Bank. Das Liqui­ditätsverhältnis beträgt c inschließlich der Vor­schüsse auf Waren 56,84 Prozent (70,18 Prozent) und ausschließlich der Warenvorschüsse 48,62 Prozent (61,89 Prozent). Man rechnet damit, daß schon die Zweimonatsbilanzen Ende Februar ein besseres Liquiditätsverhältnis zeigen. Der Geschäftsbericht gibt einen Rückblick der Wirt­schaftsverhältnisse des vergangenen Jahres unter Hervorhebung der hoffnungsvollen Momente, die von der Krise verdeckt tourben.

* D ie Hapag ohne Dividende. In der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrates der Hamburg-Amerika-Linie wurden neben laufen­den Angelegenheiten die Ergebnisse des letzten Geschäftsjahres besprochen. Die vorgelegten vor­läufigen Ziffern ergeben befriedigende Abschrei­bungen, die aber zur Ausschüttung einer Divi­dende für dos abgelaufene Geschäftsjahr keinen Raum lassen werden.

* Teilweise Wiederaufnahme der Arbeit auf Zeche Radbod. Bekanntlich muhte auf Zeche Radbod in Hamm vor einiger Zeit wegen eines großen Brandes fast die ganze Belegschaft beurlaubt werden. Die Wiederher­stellungsarbeiten auf der Zeche sind nun soweit fortgeschritten, daß sechs- bis siebenhundert Mann der Belegschaft die Arbeit wieder aufnehmen können, und zwar in verschiedenen Revieren der zweiten und dritten Sohle. Augenblicklich ist man damit beschäftigt, die in Brand geratenen Sohlen mit Sand zu verschlämmen. Der Brand ist jedoch bereits völlig gelöscht und die meisten Reviere sind rauchfrei.

* Keine Stillegung der Stinnes- zechen. Zu den Gerüchten der letzten Tage über eine voraussichtliche gänzliche Stillegung ein­zelner Stinneszechen, vor allem im Gebiet der Gewerkschaft Matthias Stinnes, erfährt der DHD., daß der Geschäftsgang bei der Gesellschaft im Inland von den bekannten Witterungsver­hältnissen beeinträchtigt ist, die den Absatz an Hausbrandkohle beeinflussen. Ihr Hauptabsätz ist jedoch auf dem Gebiete der Gasflammkohle, der durch das Kohlenshndikat ebenso kontrolliert wird, wie dies bei den übrigen Syndikatsmit­gliedern der Fall ist. Die Gewerkschaft ist also an dem jeweiligen Absatz der Ruhrkohle im In- und Auslande je nach dem Syndikatsabsah in Höhe ihrer Quote beteiligt, so daß ein beson­derer Ausfall oder eine Annullierung von Auf­trägen gerade für diese eine Gesellschaft praktisch nur im Rahmen der Quote bzw. des Gesamt- absahes des Kohlensyndikates eintreten kann.

* Harpener Bergbau QI.©., Dort­mund. Wie die Gesellschaft mttteilt, sind einige gefälschte Aktien der Gesellschaft, wahrscheinlich Emission vom 4. August 1902, in den Handel gekommen. Die Zahl der Falsifikate ist aber nach Mitteilung der Verwaltung sehr gering, so daß feinerlei Anlaß zur Beunruhigung vor­liegt.

D i e Abschlüsse der Siemens- Gruppe. Die Siemens & Halske A. G. und die Siemens°Schuckertwerke legen ihre Geschäftsberichte und Bilanzen für das Ge­schäftsjahr 1924/25 vor. Aus den umfangreichen Mitteilungen ist zu erwähnen, daß die Entwick­lung der Unternehmungen des Siemens-Konzerns bedeutende Schritte nach vorwärts machte. Dies gilt sowohl technisch wie bei der Höhe des Auf­tragsbestandes, der bei Siemens & Halske gegen­über dem Vorjahr nicht unbeträchtlich gestiegen ist. Der in das neue Jahr übernommene Bestand ist sehr erheblich. Mit der Preisgestaltung, ins­besondere für die Auslandlieferungen, ist die Gesellschaft nicht zufrieden. Es wird über die unwirtschaftliche Zersplitterung der Fabrikation in den verschiedenen europäischen Ländern geklagt und hervorgehoben, welchen Vorsprung infolge­dessen Amerika gegenüber dem europäischen Kon­tinent gewinnen konnte. Dennoch konnte die Sie- mens-Gruppe auch ihre ausländischen Interessen erweitern und u. a. in Mailand eine Zweig- sabrikation errichten. Die Zahl der bei der Siemens & Halske A. G. und den Siemens- Schuckertwerken, einschließlich der von beiden ab­hängigen Gesellschaften, beschäftigten Personen betrug am Ende des Geschäftsjahres mehr als 112 000. In der Bilanz der Siemens & Halske A. G. zeigen diejenigen Konten, aus denen der Aufschwung des Geschäftes besonders deutlich hervorgeht, nicht unerhebliche Erhöhungen, so das Konto der angefangenen und fertigen Fabrikate, der Anlagen im Dau, der Schuldner. Anderer­seits haben sich die kurzfristigen Gläubiger kaum verändert, Anzahlungen der Kundschaft sind zurückgegangen. Die langfristigen Verpflichtungen wurden durch die Aufnahme der Dollaranleihe um etwa 20 Millionen Mark vermehrt. Im übrigen ist in der Bilanz besonders beachtlich, daß die flüssigen Mittel eine beträchtliche Steigerung erfahren haben. Bei den Siemens-Schuckertwerken zeigt die Bilanz eine noch kräftigere Aufwärts­entwicklung des Geschäftes. Rohmaterialien haben sich fast verdoppelt, Sabritate und im Bau befindliche Anlagen sind um ca. 17 Millionen Mark gestiegen. Auf der Passivseite kommt die Erweiterung des Geschäftsumfanges in den von 90,5 auf 136,6 Millionen Mark gesteigerten Kre­ditoren zum Ausdruck. Die Liquidität hat auch hier eine bedeutende Verbesserung erfahren. Wie be­kannt, beträgt die Gewinnausschüttung bei der Siemens & Halske A. G. 6 Proz., bei der Sie- mens-Schuckertwerke G. m. b. H. ebenfalls 6 Proz.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Berlin, 13. März. Die Samstag-Börse zeigte bei Beginn des Geschäfts mit Rücksicht auf die außenpolitische Lage eine unverkennbare Z u» rückhaltung. Das Geschäft setzte außerordent­lich still ein. Das Kursniveau erwies sich trotzdem als widerstandsfähig, da Abgaben infolge der opti­mistischen Auffassung über den Ausgang der Döl- kerbundsoerhandlungen nicht siattfanden. Anfangs

waren sogar vereinzelt leichte Besserungen zu ver- zeichnen, vornehmlich einige Spezialpapiere konn­ten etwas anziehen. So waren namentlich Bau- a k t i e n mit Rücksicht auf den Reichskredit Aiim Bau von über 100 000 Wohnungen gebessert. Außerdem stimulierte die glatte Ueberroinbunq des Medio-Termins, zu dem allerdings größere En­gagements kaum gelaufen sein dürsten. Die Divi- dendenlosigkeit bei H a v a g führte fjeute früh zu einer leichten Kursabscywcichung, bet Beginn des amtlichen Verkehrs konnte diese aber wieder wett gemacht werden. Dagegen wirkten sich Veröffent­lichungen der Ostwerke, Schultheiß-Patzenhofer und des Kahlbaum-Konzerns, die deutlich die Rich­tigkeit der Börsenvermutungen über die Vorgänge innerhalb der Interessengemeinschaft bestätigen, auf alle Aktien dieser ©nippe sehr günstig aus. Kahl­baum verloren 7, Schultheiß-Patzenhofer minus 2,5, Ostwerke minus 4 Proz. Der Abschluß der Dnentschcn Bank blieb ohne Einfluß, da er Ueberraschungen nicht brachte. Im ganzen war das Geschäft an der Wochenschlußbörse zunächst sehr still, die Kursentwicklung aber durchaus wider­standsfähig. Der Geldmarkt ist unverändert flüssig. 2(m Devisenmarkt notierte Paris mit 134 gegen London etwas schwächer. Dagegen lag das englische Pfund mit 4,86* gegen Kabel außer­ordentlich fest.

Börsenkurse.

___ (Ohne Gewöhn)__

Frankfurt a.M.

Berlin

Sd)lug» Kurs

1-Uhr. Kurs

Schlich«! Anfang Kur» ! Iure

Datum:

12. 3. |

13. 3.

12 3.

13 3.

5°/i Deutsche Rctchsan leihe .

0,3925

0,3875

0,3975

0,385

4°/0 Deutsche Reichsanleihe .

0,375

3/a% Deutsche Reichsanleihr

0,365

0,37

0,36

3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Svarpramienanlethe 4°/o Preußische Kousols . . .

0,45

0,475

0,248

0,24

0.355

0.3775

0,37

4°.'o Hessen . ....

0,375

0,375

3/i°/o Hessen.........

3% Hessen ...........

0,35

0,37

Deutsche Wertb. Dollar-Änl. dto- Doll-Schav-Slurrcikug.*!

99,45

96,1

100

99,65

4»/0 Zolltürkrn......

12

11,9

12

5% Äoldmerikaner . .

38,5

Berliner Handelsgesellschaft Lommerz- und Privat-Bank

153

153,6*

151,5*

112,2-

111,7*

Ul'

111,7*

Tarmft und Na:ionalbank

130*

130-

130,5

Deutsche Bank. ...

129'

128,2-

129

128*

Deinsche Bcreinsbank ...

75

Disconlo Commandii

124,2*

123,1-

123,7*

Metallbank..........

Mitteldeutsche Kreditbank .

85

103,5-

103,7*

103,7*

103,5*

Ocsterreichische Kreditanstalt Weltbank ..........

6.95

7

0.041

0.041

Lochumer Guß.......

83

84,5*

82,5*

Buderus...........

44,6

44

44

Caro . ...........

41

43*

_

Deutsch Luxemburg......

88,75*

88,5'

Gelsenkirchener Bergwerke .

89.25*

88,75*

87,5*

Harpener Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

104,5

103,7*

103,5*

123

120,25

122*

Kaliwerk Westeregel«.....

129

128,25

126.5

Laurahütte...........

Lberbedarf...... « . .

33,4

33

44,75

43*

41,75*

Phönix Bergbau ......

77,25*

76.25*

77,25*

Rheinstahl...........

82'

79,75*

81,12*

79*

Niebcck Montan........

83

_

82,75

Tellus Bergbau - ......

55

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd

147'

143*

146,2*

143*

139,7*

138,5*

138,5

136.5*

Theramtsch« Werke Albin .

42,25

_

Zementwerk Heidelberg

89

88,9

_

_

Philipp HoUmanu ....

67,75

07

67,9

Anglo-Cont.-Guano.....

-

87,75

Chemische Mayer Alapin . .

3- G Farbenindustrie, A -G. Goldschmidt..........

129,2

128,2

129

127,9*

78

72,62

_

Holzverkohlung........

63,5

65

_

Rütgerswerke.........

77,5

75,5

75

Schcidcanstalt ........

92

SHfl. ElektrtittSts-Sesellschaft

92,6*

91,75*

93*

92,13

Bergmann .........

Mauilrastwerke........

85*

83,62'

88,5

87

_

Schuckert . . ...... . .

Siemens & Ha licke . .....

83,5

82-

83,75*

80,75*

104,5-

104,7-

104,2*

104,5*

Adlcrwerke Kleycr ......

49

50

50

50,25

Daimler Motoren. ......

47,5

48,25

48

Heyligenstaeb!........

25

u.eguin. . . ......

28

- - -

Motorenwerke Mannheim .

39

Frankfurter Armaturen

Konservenfabrik Braun . .

20

42

_

Metallgesell chaft Frankfurt.

Per. Union A.°G.....

91

75,25

74,5

Schuhfabrik Herz . .

28

26,75

Sichel . ........

5,5

_

Zellstoff Waldhos.....

Zuckerfabrik Frankenthal . .

Zuckerfabrik Waghäusel . . .

109,5

108,25

110,25

109

45

48

46

50

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

12 März.

13 Mär;.

Amtliche Von rung

Amtliche Notierung

Geld Brief

(Selb

®ncr

Amsr.- tHoti

168,07

168,49

168,07

168,49

Buen-'AireS

1,678

1,682

J .658

1,662

Brss.-Antw

19,06

19,10

19,04

19,08

Thrtstiania.

91,04

91,26

91,54

91,76

Kopenhagen

109,81

110,09

110,24

110,52

Stockholm

112,51

112,79

H2.46

112,74

HelstngforS

10,553

10,593

10,551

10,691

Italien. .

16,85

16,89

16,83

16,87

London -

20,390

20,442

20,391

20,443

Neuvork . .

4,195

4,205

4,195

4,205

Paris. . .

15,245

15,285

15,23

15,27

Schweiz .

80,74

80,91

80,75

80,95

Spanien

59,11

59,25

59,09

59,23

Japan . . .

1,891

1,898

1.900

1,904

Rio de Jan

Wien in D-°

0,610

0,612

0,608

0,610

Lest, abgest

59,13

59,27

59,12

59,26

Prag

Belgrad . .

12,416

12,456

12,416

12,456

7,382

7,402

7,382

7,402

Budapest. .

5,872

5,892

5,872

5,892

Bulgarien

3,025

3,035

3,025

3,035

Lissabon

21,275

21,325

21.225

21.275

Danzig. .

80,85

81,05

80,87

81,07

Konstantin.

2,18

2,19

2,18

2,19

Athen

5,79

5,81

5,79

5,81

Canada. .

1,181

4,191

4,183

1,193

Uruguatt

4,285

4,295

4,295

4,305

Banknoten.

Berlin, 12 März

Geld

Briet

Amerikanische Note» .....

4,186

4,206

Belgische Noten .......

19,01

19,11

Dänische Noten .......

109,53

110,07

Englische Noten........

20,353

20,453

Französische Noten ......

15,33

15,11

Holländische Noten......

167,78

168,6?

Italienische Noten ......

16,91)

16,98

Norwegische Noten......

90,82

91,28

Deutsch-Oesterr.äioo Kronen

59,01

59,31

Rumänische Noten ......

Schwedische Noten .....

112,17

113,73

Schweizer Noten ......

80,60

81,00

Spanische Noten .....

59,10

59,40

Tschechoslowakische Noten . -

12,386

12,446

Ungarische Noten . . .

-

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Frankfurter Börse.

Frankfurt, 13. März. Tendenz behauptet, dann fest. Die Konfliktsstimmung in den Völker­bundsverhandlungen in Genf gab vorbörslich der Spekulation Anlaß zu weiteren Abgaben, die einen Kursdruck bis zu 2 Proz. herbeifüyrten. Der amt­liche Verkehr eröffnete aber zu gut behaupte­ten Kursen, und man konnte feststellen, daß trotz der trostlosen Lage in Genf die Stimmung der Börse nur wenig erschüttert wurde. Das Geschäft eröffnete unter ftarfer Zurückhaltung, und es ist bemerkenswert, festzustellen, daß Ver- kaufsneigung kaum noch bestand. Man war be­strebt, nicht abzugeben, aber auch die Kauflust war äußerst gering. Im allgemeinen hatten nur einige führende Werte Rückgänge von 1 Proz. aufzuwei­fen, während sonst überwiegend gehaltene Kurse zum Vorschein kamen. Am Montanmarkt waren anfangs Meinungskäufe zu beobachten, und es stellten sich leichte Kursbesserungen ein. Far­be n w e r t e eröffneten in behaupteter Haltung. Ansehnlich fester gingen Holzverkohlung aus dem Verkehr hervor. Elektroaktien hatten da­gegen weitere Kursabschwächungen aufzuweisen. AEG. minus 0,75 Prvz., Mainkraft minus 1 Proz.. Schuckert minus 1,5 Proz., aber Siemens & Halske plus 1,25 Proz. Bankaktien ver­kehrten unregelmäßig, neben leichten Kurs­erhöhungen waren mäßige Abschwächungeir vor­herrschend. Die Baisse, die gestern abend infolge der Dividendenlosigkeit bei Hapag am Schiff­fahrtsmarkte eiirtrat, kann bereits als über- tou- den gelten. Hapag plus 1 Proz., Rordd. Lloyd plus 1,25 Proz. Am Kassamarkt der Jnduftriepapiere waren Aschaffenburger Zell­stoff um 2,75 Proz. fester. QIu t o a 11 i en: Kleher plus 1 Proz., Daimler plus 0,5 Proz. Zucker­aktien strebten weiter nach oben. Badischer und Heilbronn je plus 1 Prozent, Stuttgart plus 0,75, nur Offsteinzucker wurde nach der scharfen Kurssteigerung realisiert minus 2 Pro­zent. Höher wurden ferner Reckarsulmer und Karlsruher Maschinen je plus 1 Prozent. Das Interesse für kleinere Werte blieb am Kasfa- marfte unverändert bestehen. Deutsche An­leihen waren leicht gebessert. Auslän­dische Renten hatten geringes Geschäft bei leicht erhöhten Kur'en. Der Freiverkehr war fast umsatzlos. Beckerstahl 46 Prozent, Beckerkohle 53 Prozent, Brown-Boveri 70 Prozent, Entre­prise 9,5, Growag 54 Prozent, Ufa 53 Prozent, Unterfranken 68 5 Prozent. Der weitere Verlauf der Börse war wieder recht zuversichtlich, zumal man in Börsenkreisen an der Auffassung fest­hält, daß die Genfer Verhandlungen doch noch zu einem Ergebnis führen werden. Mit Rücksicht darauf wurde die Tendenz allgemein fest. Eine wesentliche Geschäftsbelebung war da­mit aber nicht verbunden. Der Geldmarkt, der gestern nachmittag infolge des Medio-Ter- mins etwas angespannt war, zeigte bereits grö­ßeres Angebot. Tägliches Geld 5 Proz. Mvnats- geld 6 bis 8 Pro), je Adresse. Industrie-Akzepte 6,25 Proz. Bankdiskonten 5 Prvz.

Bücherttsch.

Emil Ludwig, der durch seine geistreichen politischen Essays bekannt geworden ist und erst neuerlich durch seine biographische SkizzeWil­helm II." viel von sich reden machte, hat eine Reihe poetischer Werke geschaffen, die durch die kluge, fein­sinnige Gestaltung menschlicher Schicksale eingebettet in lyrisch zarten Milieuschilderungen, Beachtung verdienen. Dem vor kurzem angezeigten Roman Dian a" hat der Dichter nun eine Fortsetzung M e e r e s st i l l e" folgen lassen, die den Lebens- faden des feltsamen Weibes Diana von Wassilko weiterspinnt, dieser klugen, schonen, gütigen Frau, die mit ihrer weisen Lebenskunst Männer um sich zieht, aufrüttelt und anspornt. Es sind seltene Menschen, die sich auf den Planken einer schmucken Lustyacht zu einer Fahrt im Mittelmeer zu­sammenfinden, selten in dieser Ausgeprägtheit des Typus, in glitzerndem Geplauder, mit dem ganzen Esprit des Dichters geschaffen, ent­hüllen sie sich in dem Spiel um Diana, der einzigen Frau an Bord. Cs ist ein interessantes Buch, dessen Lektüre mehr als ästhetischen Genuß bedeutet. (Ver­lag Grethlem & Co., Leipzig). 789

Rundfunk-Programm

des Frankfurter .Eenders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Sonntag, 14. März.

8 bis 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt. 12 bis 1 Uhr: Mit­tagsständchen, veranstaltet vorn Ersten Hanauer Mandolinenorchester. 3.30 bis 4.30 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.30 Uhr: Konzert des Housorchesters: Die Oper der Woche. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung:Von nassauischer Mundart", Vortrag un dVorlesung von Lehrer Wittgen. 7.30 bis 8 Uhr: Die Bücherstunde. 8.30 bis 9.30 Uhr:Das Salzburger große Welttheater" von Hugo v. Hoffrnannsthal, vorgetragen von Dr, Erich Forstner, Wien. 9.30 bis 10.30 Uhr: Volks­tümliches Konzert des Frankfurter Orchester­vereins. Anschließend bis 12 Uhr: Übertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.

Montag, 15. März.

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.20 bis 5.45 Uhr: Tanzmusik der Jazzkapelle John Abriani von der Tanzklause Groß-Frank­furt. 5.45 bis 6.10 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr:Blumen im Hausgarten", Vortrag von Palmengartendirektor Otto Kraus. 7 Uhr: Uebertragung aus Berlin:Tristan und Isolde", Musikdroma in 3 Akten von Richard Wagner.

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