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'N 13. März 1926.

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ttn sich vor Unbehagen und zogen ihre Zlpseb röckchen fest um sich.Wir werden unsjm Winde wiegen, wenn der Regen aufgehört hat", ermutig­ten sich die Blätter. Huiii da pfiff es um die nächste Ecke, und es wirbelte durch die Luft. Ein chmutziger Papiersetzen flog zwischen die grünen ZweigeSind Sie vielleicht em «chmetterlmg? erkundigten sich die Blätter.Na, ihr seid noch sehr grün, daß ihr so töricht fragen könnt lagt dieser,seht ihr nicht, daß ich em Teil einer Zeitung bin?"Was enthalten sie denn Neues? fragten ine Blätter, die wirklich noch sehr grün waren.Ach, immer das Alte," murrte der Fetzen,Zank, streit, Enttäuschungen, trübe Aussichten, Gewalttatiakeiten, Automobilunfälle, Selbstmorde und dazu noch aller- lei politische Versprechungen usw wenn Papier nicht so geduldig wäre . . ." Hum. heulte der Wmd und blies den Fetzen geradewegs m eine $fufee; es mar zum Erweichen traurig |ur ihn. Die Blättchen iahen sich bestürzt an. Sollte d a s wirklich die Welt sein von der sie geträumt hatten? In der man sich frei entfalten und blühen und gedeihen durfte?

Ich kann bis jetzt wirklich nichts von Sonne und Schönheit sehen", sagte ein Blatt.Das kommt viel­leicht von dem vielen Staub, der aufgewirbelt wird , meinte ein anderes.Kommt der burd) die Zeituny?" freute ein noch sehr grünes Blättchen.Fragt nicht b dumm," tadelte der alte Zweig,seht euch lieber nm, um Ihr nicht denSilberstreisen am Hori­zont seht", und im übrigen paßt auf, daß ihr euch an eurem Platz behauptet der März ist ein ge­fährlicher Monat." E- v. M.

Ueberfall im Iuge Kassel - Metzen

3n dem beschleunigten Personenzug Kassel- Frankfurt, der gegen $9 Uhr abends Gießen passiert, wurde gestern abend der Lisenbahnmaschi- neninspeklor Dettmar aus Treysa in einem Ab­teil zweiter Klasse zwischen Borken und Zlm- mersrode übersatten und durch zwei Schüsse, einen in die Brust und einen in den Kopf, schwer verletzt. (Er hatte noch die Geistes- gegenwart, die Notbremse zu ziehen und den 2l n - greifet festzuhatten. 3n Zimmersrodc wurde der Täter festgenommen. Ls handelt sich um einen Mann namens Karl Reichard! aus Salzgitter. Ob Mordversuch. Raubmordversuch oder Geistesgestörtheit vorliegt, muß die Unter- suchung ergeben. Die eine Kugel siht dem Ueberfal- lenen noch im Kiefer, die zweite, die am Herzen vorbeiging, siht noch im Rücken. Dettmar wurde dem Krankenhause in Treysa zugesührt.

Gießener Wochenmarktpreise.

Cs kostete auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfunde Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 bis 40, Käse 65 bis 140, Wirsing 30, Weiß­kraut 25. Rotkraut 25 biS 30, gelbe Rüben 25, rote Rüben 20, Spinat 35, Unterkohlrabi 10, Grünkohl 30, Rosenkohl 60, Feldsalat 120 biS 150. Endivien 80 bis 100, Zwiebeln 20, Meer­rettich 50 bis 80. Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 15 bis 25, Dörr­obst 45, Rüsse 60. Honig 50, junge Hahnen 120 bis 130. Suppenhühner 120 bis 130; das Stück: ($ier 12. Blumenkohl 60 bis 150, Salat 45, Lauch 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40.

Wettervoraussage.

Veränderlich, halb bedeckt bis trübe, strichweise Regenfälle, milde.

In Nordeuropa hat stärkerer, in Zentraleuropa schwächerer Druckanstieg bei verminderten Nieder­schlägen eingesetzt, während die Temperaturen rela­tiv hoch liegen. Da infolge von Temperaturgegen­sätzen im Kanalgebiet die Gefahr der Bildung von Randstörungen gegeben ist und westlich von Irland ein neues Druckfallgebiet anrückt, so kann eine län­gere Beruhigung der Wetterlage noch nicht erwar­tet werden.

Gestrige Tagestemperaturcn: Maximum: 10,3 Grad Celsius. Minimum: 8,2 Grad Celsius. Nieder­schläge 0,3 mm. heutige Morgentemperatur: 8,5 Grad Celsius.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag: Bauerscher Gesangverein: 8 Uhr, Neue Aula der Universität, Konzert für Mitglieder. Obst, und Gartenbauverein: 8 Uhr Kaufmännisches Dereins- haus, Hauptversammlung mit Vortrag von In­spektor Rehnelt. Gießener Rudergesellschaft: 9 Uhr, Bootshaus, Generalversammlung. Jung- deutscher Orden: 8$ Uhr, außerordentlicher Konvent. Reichsbund der Zivildienstderechtigten: Saalbau Sauer. Landesoerbandstag. Männergesangver­ein Liedertafel: 8 Uhr.Frankfurter Hof", orbentl. Generalversammlung. A.-B. 1869/1919: 8$ Uhr, Postkeller", Generalversammlung. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Die eiserne Braut". Astoria-Lichtspiele:Der wilde Cheriff".

Tageskalender für Sonntag: Stadttheater. 7 Uhr ..Die letzte Rächt" (Ende 9 30 Uhr). Bauerscher Gesangverein: 4 Uhr nachm., Reue Aula der Universität, Konzert. Lukas-Gemeinde: 8 Uhr, Lukas-Saal, Familien­abend. Spielvereinigung 1900: 10.30 ilfjr norm., Turnhalle der Stadtknabenschule (Rord- anlage). Vollversammlung. Reichsbund der Zivildienstberechtigten: Saalbau Sauer, Landes- rerbandstag. GesangvereinHeiterkeit": 8.30 >.IHDereinslokal, Versammlung. Lichtspiel­häuser wie Samstag. Palastlichtspiele: Per­sönliches Auftreten des Filmkomikers Charlie i - dem Sketsch:Ein Blick hinter die Kulissen".

Bismarckfeier. Der Bezirksverband Givi ea des Hess. Vaterländischen Blocks, der ''manehr 30 Verbände umfaßt, veranstaltet am ^üontaq, 22. März, eine Bismarckfeier, bei der Professor Bauer (München), der Präsident der vereinigten Vaterländischen Verbände Bayerns, i i ? (Sefcenlrebe überBismarck und seine Erben" I;eiten wird. (Räheres in der heutigen Anzeige.)

L. U. Von der Landesunivcrsitäl Gießen. Dem Gerichtsassessor Dr. Georg (Ziffer wurde die venia legendi von der Juristi­schen Fakultät für das Fach des Bürgerlichen und Römifd)en Rechts erteilt.

** D i e Zeppelin-Eckener- Spende in Gießen hat bis jetzt den Betrag von ins­gesamt 3830,15 Mk. erbracht. Davon entstammen 1849,10 Mk. den Haussammlungen, der übrige Teil ist durch freiwillige Spenden der Bürger­schaft bei den hiesigen Geldinstituten aufgebracht worden. Das Ergebnis bleibt bis jetzt leider hinter den Erwartungen zurück. Hoffentlich fin­det das große nationale Werk auch hier noch eine starke Förderung.

** Ein Vorschlag an die Reichsbahn. Wie überall an den größeren Bahnhöfen sind auch in Gießen große Tafeln angebracht, auf denen die Zeiten der ankommenden und abgehenden Züge verzeichnet sind. Das ist ganz gut. Aber während diese Tafeln an anderen Bahnhöfen, z. B. in Mar­burg und Wetzlar, in der Vorhalle vor der Sperre aufgehängt sind, befinden sie sich in Gießen innerhalb der Sperre, hoch und weit genug, um von den noch außerhalb der Sperre

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befindlichen Personen nur mit Mühe oder gar nicht gelesen werden zu können. Wer noch sehr gute Augen hat, kann die Ziffern, die die Fahrzeiten melden', sowie die Nummern der Bahnsteige auf 5 bis 6 Meter Entfernung erkennen, die neben den Ziffern stehenden Bemerkungen (wie wochentags, nur Samstags, nur bis Londorf ufw.) aber nur mit Hilfe eines scharfen Feldstechers. Erschwert ist die Erkennung der Zeitzahlen in letzter Zeit noch durch die Versetzung des Buchhandelsstandes zwi­schen die Sperr-Ein- und Ausgänge. Der Buch­handelsstand steht mit dem Rücken gegen die Schalterhalle. Der Bahnoerwaltitng fei deshalb empfohlen, die Zeittafeln an der Rückwand des Bücherstandes anzubringen, sofern keine geeignetere Wandfläche für diesen Zweck zur Verfügung steht. Wer sich schon innerhalb der Sperre befindet, hat meistens bereits Kenntnis von den Fahrzeiten, der Draußenstehende aber nicht. DenWeitblick" der Bahnverwaltung in Ehren, aber der in vorliegen­dem Falle entschuldbarenKurzsichtigkeit" des reisenden Publikums sollte auch Rechnung getragen werden.

" Die Reifeprüfung bestanden haben zu Ostern am hiesigen Gymnasium 10 Abiturienten, die sämtlich von der münd­lichen Prüfung befreit teuren; im Herbst 1925 hatten 9 bestanden. In der Oberrealschule bestanden sämtliche 25 Abiturienten, darunter 3 Damen, die Prüfung.

* Zur Ausarbeitung eines klei­nen Führers durch Gießen und Am- g e g e n d sucht der Berkehrsverein eine Anzahl guter photographischer Ausnahmen. Er wendet sich im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes an die Berufs» und Amateurphotographen unserer Stadt mit der Ditte um Förderung. Man beachte die Anzeige.

** Oberhessischer Kunstverein. Es sei darauf aufmerksam gemacht, dah die der­zeitige Ausstellung, welche hauptsächlich Werke Der Künstler Carl Fries und Johannes Ködding umfaßt, morgen Sonntag, 14. März, zum letzten Male geöffnet ist.

d. Städtische Brennholzverstei- gerung. Bei der gestrigen Brennholzverstei- gerung im Staötwald wurden folgende Preise ge­boten: Duchenscheiter 18 bis 20 Mark, Eichen- scheiter 12 bis 13 Mark, Kiefernscheiter 13 Mark, Fichtenscheiter 8,50 Mark, Duchenknüppel 13 bis 14 Mark, Eichenknüppel 11,40 Mark, Kiesern- knüppel 11 bis 12 Mark, Fichtenknüppel 8 Mark, Buchenstöcke 9 Mark. Eichenstöcke 8,50 Mark, Fich­tenstöcke 2,80 Mark je Raummeter, Buchenwellen 38 Mark, Eichenwetlen 25 Mark je 100 Stück.

** Zur Ablösung öffentlicher An­leihen. Durch die 4. Verordnung des Reichs­ministers der Finanzen zur Ausführung des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen ist die Frist für die Anmeldung der Markanleihen des Reiches zum Umtausch in die Anleiheablösungsschuld, sowie die Frist für die Beantragung von Auslosungsrech­ten bis 31. März 1926 verlängert worden. Mit einer weiteren Verlängerung der Frist wird nicht zu rechnen sein.

,v' Der Freiwirtschaftsbund FFF, Ortsgruppe Giehen, veranstaltete im Katholischen Vereinshaus einen Vortragsabend, bei dem der Schriftleiter der Freiwirtschafts- Zeitschrift, Otto Lautenbach, über das Thema:Das Grab der europäischen Arbeit, die Verewigung des Massenelends" sprach. Der Red­ner beschäftigte sich zunächst eingehend mit den Llrsachen, durch welche die auf Spaa, Locarno

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und Genf gesetzten Hoffnungen auf Besserung dec sozialen Lage in Europa nicht erfüllt wur­den. 3n diesem Zusammenhänge erhob er gegen die Reichsbant, wie gegen die Hochfinanz und die führenden Wirtschaftskreise starke Dorwürfe. Rvtwendig sei, für die Folgezeit wirtschaftlichen Zielen nachzugehen, statt den politischen. Den Krieg hätten nicht wir allein verloren, sondern alle an ihm beteiligten Rationen, gewonnen habe ihn nur das internationale Kapital. Zum Schlüsse warb der Redner für die Förderung der Ziele des Freiwirtschaftsbundes. An den Dortrag knüpfte sich eine recht lebhafte Aussprache.

** Die M anl - und Klauenseuche ist neuerdings in Nonnenroth, Vilbel, Ober-Wöllstadt, Steindorf und Atzbach ausgebrochen. In Garben­teich, Birklar. Nieder-Weiniar, Klein-Rechtenbach und Kröffelbach ist die Seuche erloschen.

Preußen.

Zur Aufwertung der Sparguthaben in Preutzen.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit« teilt, hat die Auswertung von Spargut­haben bei den öffentlichen oder unter Staats­aufsicht stehenden Sparkassen in Preußen durch die Zweite Durchführungsverordnung vom 27. Februar dieses Jahres eine weitere Regelung er­fahren. Die neue Verordnung legt zunächst fest, daß es für die Aufwertung der Sparguthaben einer Anmeldung grundsätzlich nicht bedarf. Ledig­lich in Sonderfällen, in denen ein von einer Spar­kasse an eine andere überwiesenes Guthaben unter Zugrundelegung eines höheren Goldwertes als des­jenigen aufgewertet werden soll, der für dos Datum der Ueberroeifung maßgebend ist, bedarf es der Anmeldung bis zum 30. Juni 1926. Der Mindest­goldmarkbetrag der bei der Aufwertung zu berück­sichtigenden Sparguthaben ist auf 8 Reichsmark festgesetzt. Eine Streichung von Einzahlungen der Inflationszeit findet ebensowenig statt wie eine rückwirkende Aufwertung von ausge^ahlten Gut­haben. Die Regelung der Fälligkeit und Verzinsung der aufgewerteten Sparguthaben bleibt späterer Anordnung überlassen, es ist aber Vorsorge getroffen worden, daß bereits vor Eintritt der Fälligkeit die Sparkassen in den dringendsten Härtefällen an ein­zelne Spargläubiger freiwillig die Aufwertung bewirken.

Kreis Wetzlar.

<> Hörnsheim. 12. März. Die Maul- und Klauenseuche ist hier erloschen. Der Ort und Gemarkung umfassende Sperrbezirk ist in ein Beobachtungsgebiet urngetegirdelt worden.

<> Oberfleen, 10. März. Wie in den Vor­jahren, so hat die hiesige Gemeinde auch in diesem Jahre ihr Nutzholz mit demjenigen der Nachbar- gemeinben Niederkleen und Ebersgöns gemeinschastlich versteigert. Während die Preise für das Holz der Gemeinden Oberkleen und Ebersgöns befriedigend waren, wurden für das Holz der Ge­meinde Niederkleen derart geringe Erlöse erzielt, daß diese Gemeinde die Versteigerung nicht geneh­migte, ihr Holz vielmehr noch einmal öffentlich ver- fteiaern will. Bei der Versteigerung wurden fol­gende Durchschnittspreise erzielt: Eichenstämme 3. Klasse 70 Mk., Za-Klasie 100 Mk., 4. Klasse 110 Mark, 5. Klasse 120 Mk., 5a-Klasse 150 Mk. je Fest­meter: Eichennutzscheiter (Küferholz) 55 Mk. pro Raummeter: Fichtenslämme ls-Kl. 23 Mk., Ib-Kl. 16 Mk., 2a-Klasse 15 Mk., 2b-Klafse 14 Mk. je Fest­meter: Fichtenstangen 1. Klasse 2 Mk., 2. Klasse 1,90 Mk., 3. Klasse 1,10 Mk. je Stück: Kiefern­stämme lb-Klasse 13 Mk., 2aKlasse 16 Mk., 2b-Kl. 22 Mk., 3b-Klajse 41 Mk., 4a-Klasse 50 Mk. je Fest­meter: Eichenpsahlholz 11 bis 11,50 Mk. je Raum­meter. Eine seltene und im Gegensatz zu der Regel stehende Erscheinung ist es, daß bei dem Eichennutz­holz für die Stämme der schwächeren Klassen höhere Preise erzielt wurden, als für diejenigen der stär­keren Klassen.

<> Niederkleen, 12. März. Bei der hiesigen Autzholzversteigerung wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Kiefern-- stämme Klasse 1b gleich 18 Mk. je Festmeter. Kie- fernstämme Klasse 2a gleich 19,50 Mk. je Fstm.» Kiefernstämme Klasse 2b gleich 23,50 Mk. je Fm., Kiefernstämme Klasse 3a gleich 27 Mk. je Fstm., Kiefemschichtnuhholz (3 Meter lang) 35 Mk. je 3 Raummeter.

Kreis Biedenkopf.

. Aus dem Kreise Biedenkopf, 12. März. Die Kreistagsabgeordneten Zakob Schwarzentraub, Hof Bubenrod, Karl Schäfer- Raunheim und Zoh. D e b u s haben ihre Mandate als Kreistagsabgeordnete nie­dergelegt, weil sie zu Mitgliedern des Kreisausschusses gewählt worden sind.

T Waldgirmes, 12. März. Trotzdem viele Einwohner von hier ihren Bedarf an Brennholz auswärts gedeckt hatten, hielten sich die Preise bei unserer jüngsten Holzver- steigerung auf der Höhe. Es Mieten pro Raummeter: Buchenscheit 16 bis 18 Mk., Knüppel 10 bis 13 Mk., Buchenreiser (8 Meter) 32 bis 40 Mk.. Eichenscheit 8 bis 10 Mk., Knüppel 7 bis 9 Mk.. Tannenscheit 6 bis 7 und Tannenreiser (8 Meter) 12 bis 17 Mk. Sehe Haushaltung be­kommt noch einen Meter Buchenscheit zu dem Einheitspreis von 16 Mk., da das seitherige freie Losholz wegen der hohen Gemeinbeausgaben für Wasserleitung in Wegfall kommt. Doch müssen erst noch 100 Meter dazu gefällt werden, wozu die Forstbehörde nachträglich ihre Genehmi­gung erteilt hat. Durch den starken Windfall im Sommer mußte nämlich gegen den Hauerplan zuviel Rutzholz gefällt werden: über 400 Fest­meter in einem Distrikt. Bei der Zusammen­legung will man diesen wässerigen Boden als Wiese und dafür einen geeigneteren als Wald anlegen.

Dillkreis.

WSR. Dillenburg, 12. Dlärz. Ver­mißt wird seit einer Woche der 14jährigs Schüler Alfred Becker aus Bellersdorf

(Kreis Wetzlar). Der Knabe war von seinen Eltern nach Dillenburg geschickt worden, ist dort aber nicht angekommen. Auf dem Wege dorthin ist er zum letztenmal gesehen worden.

bl. Dillenburg, 12. März. Dieser Tage fand im hiesigen Kreishaus eine Konferenz statt, an der sich Vertreter der Reichsbahnverwaltung, des Kreises und der Gemeinden sowie der Industrie beteiligten. Eingehend wurde über die Weiter- sührung des Bahnbaues der Strecke von Haiger nach Gustcrnhain verhandelt. Es darf angenommen werden, daß in aller Kürze mit dem Bau der Strecke bis nach Rabenscheid begonnen wird. Die Autobuslinie von hier nach Steinbrücken-Laasphe bleib' weiter in Betrieb.

Kreis Usingen.

! I Brandober ndorf, 12. März. Zu der hiesigen Gemeindebrennholzver- fteigerung hatten sich außer den Cinheimischc.n auch Käufer aus dem Solmsbach-, Wetzbachtal und der Wetterau eingesunden. Die Preise Larea etwas gedrückter als bisher. Für den Raummeter Eichenknüppel wurden 9 Mk. gezahlt. Eichen- wellen fanden keinen Absatz. Der Raummeter Buchenvollscheit erzielte einen Preis von 13 Mk. Buchenlnüppel kamen pro Klafter (4 Rm.) auf 38 Mk., 100 Buchenwellen kosteten 10 bis 12 Mk. Birkenknüppel fanden mit etwa 9 Mk. ihren Käu­fer, 100 gute Durchforstungswellen gingen mit 14 Mk. ab. Radelholzscheit und Radelholzknüppel wurden pro Meter mit 3 Mk., Radelholzreiser- knüppel mit 1,20 Mk. der Meter bezahlt.

Maingau.

'WSR. Höchst a. M, 12. März. Wie Stadtbaurat Wempe in der gestrigen Stadtver­ordnetenversammlung mitteilte, wird den Stadt­verordneten demnächst eine Vorlage über Stra­ßenbauarbeiten zugehen, deren Kosten auf über eine Million beziffert sind.

Turnen, Sport und Spiel. Rademacher hält seinen Weltrekord im 20V-Meter-Bruftschwimmen.

R e u h o r k, 12. März. (Kabeldienst der TU.) Rademacher legte gestern im 200-Meter- Brustschwimmen in Brookline (im Staate Massachusetts) die Strecke in 2,5 0-Minuten zurück und hielt damit seinen eigenen Weltrekord.

Buntes Merlei.

Die deutsche Auswanderung.

Die überseeische Auswanderung aus Deutsch­land ging seit 1895 mit 120 089 Auswanderern vor dem Kriege fast ständig zurück. Von 1921 mit 23 451 flieg sie 1922 auf 36527 und erreichte ihren Höhepunkt 1923 mit 115 416. 3m ersten Jahre der befestigten Währung betrug sie nur 58 328, ist aber 1925 wieder etwas auf 62 643 gestiegen. Abgesehen von Bremen mit 435 Auswanderern auf 100 000 Einwohnern und H arnbur g mit 298 war der wanderlustigste Stamm wieder der alemannische. Aus Ba - den wanderten 201 auf 100000 Einwohner aus. aus Württemberg 190. Beide Länder über­treffen Schleswig-Holstein mit 182, Pofen-West- preuhen mit 175, Hannover und Oldenburg mit 101, Hohenzollern mit 88, Thüringen 84, Dachsen und Pommern 75, Braunschweig 74, Hessen 72, Hessen-Rassau unb Waldeck je 69, Ostpreuhen 66, Brandenburg 61, Westfalen 58, Rhei n- Provinz 57, Reichsdurchschnitt 93.

Die Ursache der Lxplosionskalastrophe in Moabit.

Die älrsache der am 18. Januar d. 3. zu Berlin-Moabit erfolgten Explosion, worüber wir verschiedentlich berichteten und die neun Todes­fälle und viele Verletzungen im Gefolge hatte, ist nunmehr durch den Sachverständigen Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Hofmann, Ordinarius für Chemie an der Technischen Hochschule Char- lottenburg, aufgeklärt. In dem ausführlichen Gut­achten kommt Herr Hofmann zu folgendem Schluß: Die Explosion im Hause Kirchstraße 9 zu Berlin-Moabit läßt sich wegen ihrer außer­ordentlich hohen Drisenz nicht auf LeuchtgaS- luftgemische zurückführen. Es ist aber anzunehmen, daß aus dem sich zersetzenden Chlorkalk int Laden des Mahns größere Mengen Sauerstoff frei wurden, welche die Brisenz eines an sich schwächer wirkenden Brenngas-Lustgemisches erhöhten. Als Brenngas kommeit zunächst Benzindäinpfe in Be­tracht, weiterhin vielleicht auch Azethlengas. Die Annahme einer Leuchtgas-Sauerstoff- Luftexplvsion'ift auszuschliehen.

Ein nach sechs Jahren aufgeklärter Mord.

In Kunow (Pommern) an der Straße wurde im Oktober 1919 der Hofbesitzer Gehrke er­schossen. Jetzt hat die Polizei als Täter den Dachdecker Jahns ermittelt und verhaftet. Als Mittäter wurden ein Milchhändler Hackbarth und ein gewisser Wolters festgenommen. Die Täter sind geständig.

Vier Bergleute verunglückt.

Durch einen zu früh losgehenden Ächuß sind auf dem KalibergwerkWittekind" bei Volpriehausen (Kreis Gislar) vier Bergleute ver­unglückt. Zwei von ihnen wurden mit schweren Verletzungen in die Göttinger Klinik gebracht.

Schwere Einsturzkatastrophe.

Auf der Hütte Michelville in dem unweit der luxemburgischen Minette-Metropole Esch ge­legenen französischen Dillerupt stürzte dis 80 Meter hohe Esse der Hochöfen 3 und 4 mit großem Getöse zusammen, als gerade einige Ar­beiter an der Spitze mit Reparaturen beschäftigt waren. Diese sowie mehrere am Fuße der Esss stehende Arbeiter wurden unter den Trümmern verschüttet. Eine Belegschaft von zwanzig Mann hatte gerade das D<»ch der zerstörten Gieß­halle verlassen, sonst wären auch sie ein Opfer der Katastrophe geworden. Die Zahl der Opfer beträgt schätzungsweise zehn Tote und viele Ver­wundete.

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