Einzelbild herunterladen

Ur. 5? viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffcn) Samstag, 15. Zebruar 1926

MM'T.ttuZrinui VW IHi4 _v<.j - >CA/- . _ </^»MWWWWWWMWWWWMWWWWW

Die Kleine Entente.

In der rumänischen Stadt Temesvar begann am Mittwoch eine Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente, auf der ganz flüchtig die wichtigsten Probleme Ost­europas mit dem Beitritt Deutschlands zum Völkerbund und mit der ungarischen Fälscher- affäre behandelt werden sollen. Belgrader Blätter wollen dazu erfahren haben, daß sich der Konferenz eine Beratung der Bal­kan st aaten unter Teilnahme der Türkei anschließen wird. Die Aktivierung der deutschen Außenpolitik fällt den euro­päischen Oststaaten ebenso auf die Nerven, wie die Erfolge Sowjetrußlands in Prag und zum Teil in Jugoslawien. Hinzu kommt das Be­streben Polens, fick mit der Sowjet­union, wenn zunächst auch nur aus rein wirtschaftlichen Erwägungen, möglichst gut zu stellen. Allerdings unterläßt es Polen in der­selben Zeit nicht, den Russen im Baltikum Knüppel zwischen die Beine zu werfen und be­obachtet voller Mißtrauen jeden Schritt Ruß­lands »im Einvernehmen mit Litauen. Wen die russische Presse mit dem Staate meint, von dem sie im Zusammenhang mit der Ermor­dung vonSowjetkurieren inLett- l o n d sagt, er habe ein Interesse daran, die Spuren der Mörder zu verwischen, ist noch nicht ganz klar. Es kann ebensogut England gemeint sein; berücksichtigt man aber, daß Skrzynskis Baltenpläne die russischen Gefühle zu Polen merklich abkühlen, und daß Rußland trotz eines polnischen Protestes sein neues Njemenabkommen mit Litauen zu ratifizieren entschlossen ist, so darf man unter der verdäch­tigten Macht auch Polen vermuten. Das um so mehr,als es sich das polnische Außenministe­rium nicht hat nehmen lassen, gegen größere Zugeständnisse wahrscheinlich in der rumäni­schen Hafen- und Transitfrage die Verlänge­rung des Waffenbündnisses mit Rumänien auf weitere fünf Äahre zu unterzeichnen.

Unter solchen Auspizien wird in Temesvar die russische Frage behandelt werden, und kein Geringerer als der Vater der Kleinen Entente, Dr. Benesch, wird dabei die tschechische Ellenbogenfreiheit hinsichtlich der Beziehungen zu Rußland weidlich ausnützen. Dank der Pra­ger Anerkennung der Sowjetunion ist die Kleine Entente so stark ins Wanken geraten, daß auch Frankreich es sich langsam zu über­legen beginnt, wie weit es mit den Rumänen Hand in Hand gehen kann. Das endlose Schwanken Rumäniens zwischen England und Frankreich zudem kühlt auch die französischen Sympathien weiter ab. Es ist Tatsache, daß Frankreich in seinen ungarischen Plänen, die auf eine Besetzung Ungarns durch tschechoslo­wakische, jugoslawische und polnische Truppen und auf eine Ministerpräsidentschaft Karolys hinzielen, Rumänien völlig außer acht gelassen hat. Die Isolierung Bukarests ist denn wohl auch mit einer der Gründe, wes­halb die Konferenz der Kleinen Entente aus­gerechnet in Temesvar stattfindet. Wenn die Türkei für die Balkanberatungen größeres Interesse zeigt, so erklärt sich das aus dem englischen Ring gegen Angora und aus dem Wunsch der Türkei, sich auf dem Balkan den Rücken zu decken. Angora hat darin die Förderung Belgrads, dessen Außenminister ihm vor kurzem eindeutig mit­geteilt hat, daß Jugoslawien gar nicht daran denke, Frankreichs und Englands wegen gegen die Türkei vorzugehen.

Der Deutsche Adel!

Deutschland hat eine Kultur, so groß, so vielfältig, so gewaltig, wie kaum ein anderes Volk der Erde. Auf dieser Kultur baute sich Deutschlands politische Gröhe auf, und an beiden hat ein Stand vor allem, hat der Adel seit tausend Jahren entscheidend mitgearbeitet. Seit der Reichsgründung begnügten die zur kulturellen Führung Berufenen sich mit dem äußeren Er­folg; das Reich versank. Heute steht der Adel in seiner großen Mehrheit seiner politischen, d. h. seiner kulturellen Aufgabe fern. Ist es Erkenntnis eigener Schwäche oder Vergrämung über nicht selbst verschuldetes Geschick? Ein Land wie Deutschland kann gerade in einer Zeit des nationalen Tiefstandes und der größten völki­schen Rot auf so starke Kräfte urwüchsigen Volkstums nicht verzichten, wie sie den Kern deS deutschen Adels noch bilden, Und wenn in einem Stand hoher Kultur Kräfte der Zersetzung eingedrungen sind, so muh der Stand sowohl wie die Ration deren Lieberwindung wollen zum Vesten des ganzen Volkstums und der Ration.

Es hat bisher auffallenderweise im deutschen Schrifttum an einer Zusammenfassung der Pro­bleme des deutschen Adels gefehlt. Eine um so stärkere Darstellung liegt jetzt vor im neuesten Sonderheft der Süddeutschen Monats­hefte unter dem TitelDer deutsche Adel". Es ist hier gelungen, Sachverständige ersten Ranges aus den besten Reihen des Adels selbst zu einer aufbauenden Kritik zu vereinigen, wie wir sie sonst in fast allen Fragen des po­litischen und kulturellen Lebens so schmerzlich vermissen. Rur angedeutet kann die Fülle des gebotenen Stoffes werden. So führt der Ein- leitungsaufsahDeutscher Adel und deutsche Kul­tur" von Werner v. der Schulenburg gleich

in die Mitte des Problems, die deutsche Kultur zu retten unter entscheidender Mitwirkung des Adels. Aus dem Gefühl der im Materialismus drohenden Gefahr heraus gründete sich im Jahre 1874, zur Zeit größter Machtfülle also, die deutsche Adelsgenossenschaft, die heute als kraft­volle Organisation erst recht entscheidende Auf­gaben zu erfüllen hat, wie sie der Adels­marschall v. Berg-Markienen lurz um- reiht. Was Ewald v. Kleist überAdel und Preußentum" ausführt, gehört zu den bisher tiefsten Gedanken über deutsches Wesen über­haupt. Eine Abhandlung von Universitäts-Pro- fessor Frhr. v. Düngern gibt eine höchst an­schauliche Entwicklungsgeschichte vomAufbau des Adels in Deutschland". Die Untersuchung über Die rassenbiologische Bedeutung des deutschen Adels und das Problem der Immunisierung" von Ludwig Flügge muh notwendigerweise auch für das Bürgertum die Frage des Rassevcrfalls und der Rasseerhaltung streifen, ebenso wie die GedankenLagards über eine Adelsreform" (QI. Hübscher) auch die Probleme des niederen Qldels behandeln.

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Es ist schon vor einigen Wochen, als wir mitten im Haussetaugrel uns befanden, an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, daß die Optimisten, die da glaubten, eine neue Aera sei an der Börse eingetreten, und man könne jetzt mit einer dauernden Aufwärtsbewegung rechnen, wahrscheinlich recht bald enttäuscht würden. Dis zu einem gewissen Grade ist diese Prophezeiung jetzt schon eingetreten. Wenn man auchnoch nicht von einer völligen Verflauung der Börse sprechen kann, so ist doch bereits eine gewisse Unsicherheit eingetreten, die sich bei der technischen Verfassung der' Börse sehr leicht in eine aus­gesprochene Schwäche umwandeln kann. Richtig ist, daß sich ein Teil der Spekulation etwas über­nommen hat und jetzt gezwungen ist, seine Posi­tionen wenigstens teilweise zu losen, da die zum Durchhalten genügenden Mittel nicht vorhanden sind. Aber abgesehen hiervon birgt die Tat­sache, daß eine innerdeutsche zweite Hand so gut wie gar nicht vorhanden ist, und daß das Ausland an deren Stelle ge­treten ist, größere Gefahren in sich. Man kann hier nicht übersehen, inwieweit die starke Aus­landpropaganda solche Kreise gezogen hat, die in den deutschen Werten geeignetes An­lagematerial sehen. Anzunehmen ist. daß diese Propaganda mehr auf die rein spekulativen Kreise des Auslandes gewirkt hat, also beim Rachlassen der Aufwärtsbewegung bemüht sein wird, die erzielten Gewinne sicherzustellen. Daß diese Tendenz in der deutschen Spekulation immer noch sehr stark ist, ist bekannt. Anzeichen dafür, bah die Baissespekulation Versuche unternimmt, wieder Terrain zu gewinnen, liegen darin, daß ungünstige Gerüchte bereits wieder mehr in den Vordergrund rücken. So vermochte die einge­tretene Spannung zwischen Deutschland und Ita­lien in dieser Woche Momente, die eigentlich der Börse neuen Impuls hätten geben können, zu paralysieren. Die neue Regierung bemüht sich augenscheinlich, in wirtschaftlichen Fragen Real­politik zu treiben und der Krise mit allen möglichen Mitteln zu steuern. Die Aussichten, daß der Industrie für Rechnung der Reichsbahn in allerkürzester Zeit ganz erhebliche Aufträge zugehen werden, verdichten sich immer mehr. Die preußische Regierung hat bereits den An­fang gemacht, indem sie etwa 20 Millionen für amtliche Bauten bereitstellt. Auch in den ange­kündigten Steuerermäßigungen liegt zum min­desten der gute Wille, der Wirtschaft zu helfen. Qlber alle diese Dinge sind an der Börse ziemlich spurlos vorübergegangen. Es fehlt eben, wie gesagt, die zweite Hand als Trägerin einer durchgreifenden Bewegung, wenn nicht die Aus­landkäufe, die augenscheinlich in den letzten Tagen erheblich nachgelassen und sich vereinzelt in Ver­käufe umgewandelt haben, erneut einsetzen. Reben Goldpfandbriefen, die dauernd von den starken Tendenzen zur Ermäßigung der Zinssätze profi­tieren und zur Zeit kaum zu haben sind, fand in dieser Woche eine Sonderbewegung in Kriegs­und Schuhgebietsanleihen statt. Die Gedanken­gänge, die dieser Bewegung zugrunde liegen, dürften im wesentlichen stark spekulativen Phan­tasien entsprungen sein. Es ist kaum anzunehmen, daß das Reich von den im Aufwertungsgesetz festgelegten Grundideen abweichen wird, und auch das Gerücht, daß man beabsichtigt, bei Reuauf­lagen innerer Anleihen Kriegsanleihen in Zah­lung zu nehmen, ist bisher durch nichts be­gründet.

Der Geldmarkt hat nach außerordent­lich leichter Ueberwindung des -Ultimo seine flüssige Gestalt schnell wieder zurückgewonnen, und es hat den Anschein, als wenn in der näheren Zukunft hieran nichts geändert werde. Tatsäch­lich scheinen innerhalb der Reichsbank bereits wieder Erwägungen über eine weitere Dis- konterrnäßigung gevflogen zu werden. Auch der an dieser Stelle verschiedentlich ge­forderten Verringerung der Spanne zwischen Wechseldiskont und Lornbardzinsfuh scheint man jetzt bald näher treten zu wollen, um auf diese Weise einen Druck auf die Banken auszuüben, die Spanne zwischen Debet- und Kreditzinsen zu verringern.

Dom Stinnes-Konzern. Von den früher zur Stinnes-Eisen-A.-G., Mülheim-Ruhr, gehörigen Werken werden, wie der DHD. erfährt, das Qchein-Lenne-Werk. vorm. Breuer & Wolff, und das Eisenwerk Reisholz, das einen sehr gün­stigen Geschäftsgang hat, in alter Form weiter betrieben. Das Drahtwerk St. Thönis. QI.-®., das sich noch im Aufbau befindet, mußte sich

neuerdings unter Geschäftsaufsicht stellen. Sonst befinden sich noch in Händen der Stinnes-A.-G. neben ihren ursprünglichen Verkaufsstellen einige Eisenhandelsstellen, von denen die bedeutendste die Weil & Reinhardt Ql.*®, in Mannheim ist. die bei Gelegenheit abgestotzen werden soll. Am 1. April wird die Abwicklung der StinneS- Cisen-A.-G. endgültig auf die Hugo-Stinnes- G. m. b. H., Mülheim-Ruhr, übergehen. Das ncuerbautc Cisenlager G. m. b.H., Essen, dürfte nicht liquidiert, sondern verkauft werden.

e Deutsche Werke QI.-®., Berlin* Wilmersdorf. Die o. H.-V. der Deutschen Werke QI.-®, vom 11. Februar genehmigte die von der Verwaltung vorgelegte Bilanz. Gewinn- und Verlustrechnung und erteilte Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung. Weiler beschloß die H.-V. die Liquidation der Gesellschaft und die Annahme des von der Vereinigte Industrie­unternehmen QI.-®, gemachten Angebots auf Uebernahme des Unternehmens. Gegen die mit großer Mehrheit gefaßten Beschlüsse stimmte eine kleine Minderheit, die fast durchweg gegen die gefaßten Beschlüsse Protest zu Protokoll gab.

Tötfen tarle.

Frankfurt a.M.

Berlin

Schuch. iAnsana Knr» | 'I i-

Datn n: | 12. 2.

11.2. \ 13 2

1.385

0,39

0,38

127 5 120 9

'129,7

<5

1128.5'

1133,9'

79,25

79 5

83'

38.6

35.5

81

81

98,5

47.5

Sd)lu,i flut»

10 l

43

120,7*

99,9*

128.5

134

78

63,5

147.5

109'

130 5'

127'

100

7 13

107 5

60

96.62' 85

84.25*

101,6'

38

84,75

88.5'

90.12'

128.7'

71

55

128,4*

72

109'

1'0.2'

84* 101.5*

38

34

>7,25*

82

128' 77,25 54 75 79,5*

99

97.25*

97.5* 85*

86.75* 40

45.5 88'

88 Gi­no* 117' 122,5

87 5 51* 77.25

81,9*

88

78,5

62,25

129,2' ;

133,4' | 133,2'

62,75

87,5

128,2'

73

88.5* 91* 111*

117.5* 122-75

35.5

50 77,75* 82,5*

87

60,5

2*,5

6

08 5

0.384 |

0 1'8 | 0.41 1

0,209

0.39'5 0.39 0,38

0.425 0,48 0.37

0.31

0 3

0.34 95

89,2

81.25

85.25' iJi.r

55,6 i 121.7 1

95 j 99

7 4 0,033

i 5,6* '

45 25

87,.V

91*

112 5* 116*

124

37 50' 77* 83*

88,25

55

0.99

0 88

0.38

0,425

6,9

9

45

43.75

99,25

97*

121'

94

99*

7.2

0 033

0,37 I

0 37

90.23

99 I

10.25

43 |

145.5 I

18 2*

130.2*

|147 7'

| 109' '130.2'

126.2

5®/0 Deutsche NcichSanlethe 4% Deutsche Rcichsanlcihc . 8'/-°/« Deutsche Reichsanleide 8% Deutsche ReichSanieihe Deutsche Sparpramienanleihe 4°/0 Preußische RonfoIS . . .

4% Hessen .......

SW1.:::

Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schav-Anweimg.*)

<% Zolltürlen 5°/o Äoldmcrikaner.....

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Baok Darmst. und Nationalbank Deutsche Bank.........

Deutsche BereinSbank .... Disconto ComNiandii . . Metallbank..........

Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsterreichische Kreditanstalt Weltbank -

Bochumer Gaß ......

BuderuS .......

Caro Deutsch Luxemburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Aschersleben. . . Kaliwerk Westeregeln. ... Laurahütte Oberbedarf Phönix Bergbau ...... Ryeinitabl.....

Riebeck Montan TelluS Bergbau ......

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Chrramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......

Anglo-Cont-Gnano.....

Chemische Mayer Alaptn . . I. G Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt..........

Holzverkohlung .....

RütgerSwerke.........

Scheideanstalt.........

Alls- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann . . Matnkraftwerke........

Schlickert Siemens & Halske ..... Adlerwcrke Kleycr ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenftacdt . Megutn............

Motorenwerke Mannheim .

frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . .

Metallgesell'chaft Frankfurt.

Pet. Union A.-G Schuhiabrik Her; . .

Sichel. . . .

Zellstoff Waldhof ...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

108 25

60 5

<0

6,62

98

45,75

44

l-Uhr- flurs

13 ;.

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtberichi desGießener Anzeigers".) Frankfurt, 13. Febr. Tendenz behauptet. Nach der gestrigen unsicheren Haltung der Börse konnte sich heute am Wochenende die Tendenz wie­der leicht befestigen. Zu Beginn wurden einige Wochenschlußdeckungen vorgenommen, die sich besonders auf M o n t a n w e r t e erstreckten. Größeres Geschäft konnte sich aber auf keinem Ge­biete entwickeln, da die Spekulation keine Neigung zeigte, größere Engagements einzugehen. Die Stim­mung zeigte keine Regelmäßigkeit, da im Verlaufe auch geringe Abbröckelungen erfolgten. Gegenüber dem gestrigen Stande waren die Kursoeränderungen zumeist nur gering. Von Montanwerken waren u. a. Deutsch-Lux 1 Proz. höher, ebenso Mannesmann. Kaliwerte lagen dagegen eher schwächer. Farb­werte konnten leicht anziehen. Eine Ausnahme bildeten Goldschmidt, die 1 Proz. einbüßten. Von Elektrowerten konnten Elektrische Lieferung eine Steigerung von 4 Proz. erzielen. Sehr fest lagen Bankaktien. Stark begehrt waren beson­ders Bayerische Hypothekenbank, die auf 98 Proz. anzogen. Schiffahrtswerte neigten zum Nachgeben. A u t o a k t i e n wurden niedriger, eben­so waren Zuckeraktien überwiegend abge­schwächt. Der K a s s a m a r k t der Jndustriepaviere verkehrte in geteilter Haltung. Deutsche An­leihen behaupteten ihren Kursstand, doch war die Umsatztätigkeit sehr gering. Preußische Konsols gin­gen etwas zurück. Ausländische Renten ver­kehrten in fester Haltung. Der Frelverkehr hatte fast unveränderte Kurse. Api 0,4, Beckerkohle 60, Beckerstahl 45, Benz 35, Brown-Boveri 70, En­treprise 9, Gromag 53, Krügershall 90, Ufa 63 Proz. Nachdem das Deckungsbedürfnis erledigt war, nahm das Geschäft einen ruhigen Verlauf. Die Kurse konnten sich aber trotz des lustlosen Verkehrs im allgemeinen behaupten. Der Geldmarkt war etwas versteift. Monatsgeld 6,50 bis 6,75 für

erste Adressen und 8 bis 8,50 für zweite Adressen. Bankdiskonten 5,65 bis 5,75 Proz. Industrieakzepte 7 bis 7,75 Proz. Der Devisenmarkt zeigte keine größeren Veränderungen. Paris war gegen London etwas befestigt mit 131,30. London notierte gegen Kabel 4,86*.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.

(Ohne Gewähr.)

12 Febr.

13 Febr.

Amtliche Poti rung l^cld ! Brie'

Amtliche Notieruna

(»clb

Bries

Amn.-r-iou

168.14

169.56

163.--9

(68, 1

Butn.-Aired

1.720

1.724

1.711

I . 25

Brss.-Antw

19 U75

19.115

19.07

19.11

Cbristiania

85.64

85.86

85 21

85 46

fiovcnbaticu

106.2$

1'16.51

107.45

107,71

Stockholm

H2. 2

112,60

112.32

112,36

6clfingforJ

10.551

10,591

10,55'3

1(1,593

Italien. .

16 92

16. '6

16 915

16,205

L'onbon.

10.39

20,451

20, 9J

20.451

Neudork .

1.195

4,20

4,19'

4,2(5

Paris. . .

15.42

5.46

1' 48

15.52

Schweiz .

80 78

8I.9S

80.82.

dl 025

Spanien -

59.08

59,22

54,03

59.17

Japan . -

Wo be Fan

1.802

1,806

,892

1,8'16

> t 16

.61«

>.617

0.119

Wien in D- Ceft. abgest

»9,025

59,105

59.04

69.18

Prag . .

12.415

12,455

12.416

12.466

Belgrad - .

7,3

i.-9

7 37

7.39

Budapest.

6.878

6,89'

5.871

5,891

Bulaarien

2.9h

2.99

3,(05

3.015

«iffabon

21 245

21.295

21.145

£1.295

Danzig. .

Konst tnftn-

SO '10

81 Tl

80. HO

81.10

2,2'1

2,21

1,205

2,212

Athen

6 14

h 16

0 19

6.2t

Canada. . .

4 18

4,19

4.183

4,1'18

Uruguav - -

4,32

4.33

4,32

4,83

Banknoten.

(Ohne Gewahr.)

Berlin, 12 Febr

Geld

Bcici

Amerikanische Note» .....

'.193

4.213

Belgische Noten .......

19 025

19 125

Dänische Noten .......

1116,08

1011.60

Englische Noten. .......

Französische Noten ......

Holländische Noten ......

20,872

20,472

15,54

167,70

1. 6.4

168.12

italienische Noten ......

Norwegische 'Noten. ...

16 91

17 02

85 l

85 95

Deutsch.Ocsterr., ä ioo Kronen

58.94>

09.245

Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

112.02

1U.58

Schweizer Noten.......

80.60

81 .11(1

Spanische Noten ......

68.99

59.25

Tschechoslowakische Noten . .

12.3--5

12 412

Ungarische Noten

5,84

5.88

Berliner Börse.

(Eigener Drahtberichi desGießener Anzeigers"/

Berlin, 12. Febr. Die Börse eröffnete freund­lich und teilweise befestigt. Das Geschäft verlief in der ersten Börsenstunde sehr still, da der Ordersein­gang infolge des frühzeitigen Beginns der Börse erst später einsetzte. Infolgedessen hielt sich die Spe­kulation anfangs zurück und beschränkte sich nur auf die Interessenahme an verschiedenen Spezial­werten, von denen Bankaktien im Mittelpunkte standen. Reichsbankanteile gingen 2 Proz. höher. Auch für O el werte zeigte sich größeres Interesse, Deutsche Erdöl blieben gefragt. Im übrigen hatten ausländische Renten, M o n ta n werte und heimische Anleihen größeres Geschäft bei leicht gebesserten Kursen. Die Entlastungsab­gaben der Spekulation, die während der zweiten Hälfte der gestrigen Börse hervorgetreten waren, setzten sich nicht fort, dagegen wurde heute die Um­satztätigkeit durch die bevorstehenden Prämienerklä­rungen etwas eingeschränkt. An den Terminmärkten handelte man in der Hauptsache bereits per Ultimo. Der Geldmarkt ist unverändert flüssig. Tages­geld 4,50 bis 6 Proz. Das Geschäft am«D)eoisen- markt blieb anfangs vernachlässigt.

Rundfunk-Programm

deS Frankfurter Senders.

(Aus der »Radio-Umschau".)

Sonntag, 14. Februar.

8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet von der Matthäus-Gemeinde, Frankfurt a. M. 12 bis 1 Uhr: Mittagsstundchen des Hausorche­sters: Karnevalsmusik. 4 bis 5 Uhr: Die Stunde der Jugend. Aus dem deutschen Märchenborn, vorgetragen von der Märchentante. 5.11 bis 9.11 Uhr: Uebertragung von Mainz: Fremden- sitzung des Mainzer Karnevalvereins. An­schließend bis 12 Uhr: Uebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Kapelle Rapse.

Montag, 15. Februar.

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend: Von fremden Ländern und Völkern" vorge­tragen von Lehrer Fr. Voigt. 4.15 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Translateur-Rach- mittag. 5.45 bis 6.15 Uhr: Die Lesestunde lDie Rovelle):Der Alexandrit" von Rckolai Ljesskow. 6.15 bis 6.45 Uhr: Die Bücherstunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: Vortrags chllus des Handwerksawtes Hanau:Die wirtschaftliche Bedeutung der Be­rufsorganisation des Handwerks". Vortrag von Stadtrat Gilbert, Hanau. 7.15 bis 7.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für alle Sy­steme tDiktat von 80 Silben aufwärts). 7.45 bis 8.15 Uhr: Englischer Sprachunterricht. 8.15 Uhr: Fastnachtsszenen von Hans Sachs bis zum Rundfunk.

Sonntagsdienst Merzte u.'Avotbeke'i n n 14.2.26 S.-N. Dr. Sch iephake. Dr Steinreich. Htrschapoib.

.labnarrt: Dr ,3lieber. WD

MWWW bicnitc: Sonnt. nacbiH.il1 y nbds. S'/3 Uhr, Mittwoch abd. 8 Uhr. - Gäste berzl. Wille. 0lD Sagitta"-Huftenbonbons

bei Hutten, Heiserkeit, Bronchial Katarrh, VerschlettiniKg, rauhem Hals. Erstklassige, von Aerzten bestens empfohleneviiftenmcbt.wi in fetter Form. In allen Apotheken erhältlich. Steiß vor­rätig: Universitäts-Apotheke zuin goldenen Engel. Apotheke Kroido.s. Sagiita-Werk, München SW 2, Verlangen Sie kostenlose Zusendung uns Prospekte

Die sparsame Hausfrau verwendet MAGGI5 Würze,

1848c

denn sie weiß, daß es nur weniger Tropfen bedarf, um dünnen Suppen, Fleischbrühe, Gemüsen und Soßen sofort einen kräftigen Wohlgeschmack zu geben. Vorteilhaftester Bezug in gro en, plombierten Orlglr.alflaschen zu RM 6.50.

Man verlange ausdrücklich MAGGI5 Würze.