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Die Kunst, Verständnis zu finden

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IRlüM .Kopftausch". Kappe. Mappe, Sappe, Pappe.

Das Schmunzeln des Gatten darf nicht durch ein Loch im Haushalt­budget erkauft werden. Aber wie das vermeiden? Guter Bohnenkaffee ist eine Voraussetzung und die Zutat vonWebers Carlsbader das Mittel, ihn bei sorgfältigster Zubereitung aufs beste auszunützen, um sich durch diese Ersparnis die Mittel für eine bessere Bohnenqualität zu verschaffen. Ein würzkräftiges, goldbraunes Getränk ist der sicht­bare und spürbare Erfolg, der bei jedem Mann Verständnis findet?

Von links nach rechts: 1. Spielkarte, biblischer Priester, 8. Teil des Kopfes, 10.

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ist eine Lebensfrage für jedes Frauendasein. Warum fühlen sich so viele Frauen unverstanden? Weil ihre hingehendste Betätigung im täglichen Leben, ihre Sorgen und Mühen sich zu keinem sichtbaren und glänzenden Werke zusammenfügen wie Mannesarbeit Der Mann wertet nur den Erfolg, nicht die Mühe. Und welche Muhe steckt nicht in all den kleinen Obliegenheiten der Frauen! Schon am frühen Morgen bei der Bereitung des Kaffeegetränkes.

männlicher englischer Dorname, 11. Stadt im Erzgebirge, 12. Papagcienart, 14. Laufvogel, 15. israelitischer König, 16. geographische Be­zeichnung, 18. Singstimme, 19. Gesangstüct, 22. weiblicher Dorname, 23. Nebenfluß des Nheins, 24. männlicher Dorname, 25. Naturerscheinung.

Don oben nach unten: 1. Schlangen­art, 2. Naubvogel. 3. Stadt in Schlesien, 5. Stadt in der Altmark, 6. europäische Hauptstadt, 7. Fluß in Turtestan, 9. feindseliges Gefühl, 12. Stadt in Südtirol. 13. Behörde, 16. Sport­ausdruck, 17. weiblicher Dornamc, 20. Naubvogel, 21. geographischer Begriff.

Auslösungen. -

Silbenrätsel.

Dzierzon, Industrie, Edmund, Mandoline, Arm­bänder, Eheviol, Thessalonich, Salemi, Oberfranken, Lenormand, Lincoln, Hanau, Alpen, Neapel. Dame Die Macht soll handeln und nicht reden.

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Lpielplau der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag. 14. Febr.: Die Walküre. Montag, 15.: Martha. Dienstag, 16.: Eine Nacht in Denedig. Mittwoch, 17.: Der Nosenkavalier. Donnerstag. 18.: Der Waffen-- schmied. Freitag, 19.: Der fliegende Holländer. Samstag, 20.: Othello. Sonntag, 21.: Tann­häuser. Schauspielhaus. Sonntag, 14. Febr., nachm. 31/2 Uhr: Der Kreidekreis. Abends 8 Uhr: Einmaliges Tanzgastspiel von Niddy Impekoven. Montag. 15.: Wer niemals einen Rausch gehabt. Dienstag, 16.: Der fröh­liche Weinberg. Mittwoch. 17.: Das Kätchen von Heilbronn. Donnerstag, 18.: Die Hochzeit der Schäferin. Hierauf: Der Wald. Freitag, 19.: Die Jagd Gottes. Samstag, 20.: Wilhelm Tell. Sonntag, 21., nachm. 3. Wilhelm Tell. Abends 7'2: Wer niemals einen Rausch gehabt.

in Geldnot lebe. Dr. Seyfried- Gießen hielt hierauf an Stelle des verhinderten Prof. Dr. Zwick vom Tierseuchen-Institut in Gießen einen sehr interessanten Vortrag überAn­steckende Krankheiten der Fohlen und Kälber". Aus Wunsch sprach Dr. Seyfried zum Schluß über dieMaul- und Klauenseuche und ihre Be­kämpfung". Oekonomierat Spieß wandte sich entschieden gegen die Frankfurter Sperr- Märkte, welche die Landwirte ungemein schä­digten.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch.

Sparsamkeit.

Hier schicke ich Euch ein Bild unserer Zwil­linge! Ich habe nur den einen photographieren lassen. Der andere sieht gerade so aus."

Das intelligente Stubenmädchen.

Sie müssen immer von links an die Gäste herantreten, Ida. Wilsen Sie, wo links ist?"

Jawohl, gnädige Frau, links ist, wo der Daumen rechts ist!"

Holofernes.

Irgendeiner von unserer kleiner. Bühne hatte den Vorschlag durchgesetzt, dieJudith" auszu- sühren. Warum auch nicht? Die Nollen wußten wir bei unfercn heimischen Kräften saft alle leidlich aufgehoben. An den Holofernes freilich traute sich schon von selber keiner ran. Was tun? Kurz entschlossen, doch ohne viel Zu­versicht drahteten wir nach Berlin an na halt an den Meister, dem Hebbel, wie es scheint, den Holofernes eigens auf den Leib geschrieben hat. Lind weiß Gott er kam. Kam. sah, siegte natürlich, und der Beifall, vor und hinter der Bühne, schwoll sturmslutgleich von Akt zu Akt.

Anfangs hatte uns der Gast ziemlich oben­hin behandelt: nun ober taute er förmlich auf und wurde immer netter.

Ja, im letzten Aufzug tat er uns zuliebe sogar ein übriges denn bei Hebbel steht nichts davon und ließ, als er Judith eben hinter den Vorhang seines Echlafgemachs gezerrt hatte, ein wildes Röhren los wie ein Brunfthirsch. Schauer überlaufen uns vom Wirbel bis zur Ferse, und vom Zuschauerraum herüber tont aus dreihundert bebenden Kehlen Aechzen und dumpfes Gestöhn.

Er aber lauscht dieser Wirkung eine Weile kühl befriedigt, wendet sich dann zu uns und fragt (mit ernster Sachlichkeit):

Soll ick noch mal?"

Viehzüchter-Tagung in Friedberg.

. Friedberg, 12. Febr. Der Zucht* verein für das schwarzbunte Vieh (Friesenrind) in der Provinz Oberhessen tagte hwr tm Beisein des Provinzial* direktors Graes aus Gießen. Der Vorsitzende, Oekonomierat Alles aus Florstadt, begrüßte den Vertreter der Provinz, den Vertreter des Kreises Friedberg, der landwirtschaftlichen Schu­len und des Tierseuchen-Instituts an der Uni*

Leben, Wege, Weben, Geben Wege le ben. Kreuzworträtsel.

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Schwarzwild, 324 Knabenrufname, 31 Stadt : Böhmen.

drates zu verteilen, daß die wagerechten Reihen Wörter von folgender Bedeutung ergeben: 1. Rechtsgelehrter. 2. Stoff zu Tafeltüchern, 3. kleiner Zeitraum, 4. amerikanischer Tiger, 5. männlicher Rufname, 6. Volksstamm. Die beiden mit 1 bis 12 bezeichneten Diagonalen nennen dann zwei Monate.

Kreuzscharade.

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berfität Gießen. Oekonomierat Spieß* Fried­berg erstattete den Jahresbericht 1 9 2 5, er betonte, daß die Aufzucht der Jungtiere ge­litten habe, da die Landwirte infolge Versagens des Ackerbaues ihre Einnahme aus der Milch­erzeugung nehmen mußten. Seit Bestehen des Vereins wurden 1430 Herdbuchtiere, davon im Berichtsjahre 75 Kühe und 11 Dullen angekört, Iungviehmarken wurden 525 verwendet, davon 100 in 1925. Die Entwicklung des Zuchtviehes mache andere Förderungsmaßnahmen notwendig, z. D. Ankauf von Gebrauchs- und Zuchtvieh und Anerkennung des schwarz­bunten Viehes durch die Landwirtschaftskammer. 1925 wurden 12 Kühe und 7 Bullen bester Llbstammung aus Ostfriesland eingeführt. Die Ankaufsunkosten betrugen nur 10,5 bis 15,5 Pro­zent des Kaufpreises, der Zwischenhandel blieb ausgeschaltet. Die Landwirtschaftskammer müsse allmählich für das schwarzbunte Vieh gewonnen und Zulassung zu den Iungviehweiden angestrebt werden. Redner hofft, nach den Verhandlungen mit der Kammer auf baldige Genehmigung der Wünsche der Züchter des schwarzbunten Viehes. Reallehver Ringshausen-Friedberg erstat­tete den Kassenbericht. Die Mitguederzahl beträgt 523, die Gesamteinnahmen sind 1548 Mk., die Ausgaben 1246 Mk. Der Voranschlag für 1926 zeigt eine Einnahme und Ausgabe von 1350 Mk. Sechs Gemeinden haben freiwillige Beiträge von je 25 Mk. bewilligt. Zu dem Punkt gemeinsamer Bezug von Zucht-Nutzvieh" bemerkte Oekonomierat Spieß, daß gegenwärtig die fi­nanzielle Lage der Landwirte hinderlich sei, ob­wohl die Preise sehr niedrig seien. In Ostfries­land koste eine beste hochträchtige Kuh heute nur 600 Mk., in Ostpreußen 400 Mk.; die niedrigen Preise zeigten, daß auch dort der Landwirt

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Silbenrätsel.

Aus den nachstehenden Silben: a a as brud chi da di do e el en en gli hi ja ju la ma man mant mo mus mus ne ne ni - rro o rist ro scha schle si fi stra ta thu ze ze sind 11 Wörter von folgender Bedeutung zu bilden: 1. Rechtsgelehr­ter, 2. Begeisterung, 3. südöstlicher Teil Ru­mäniens, 4. jüdischer Prophet, 5. Dichtungsgat­tung, 6. preußische Provinz, 7. Tanzkünstler, 8. im März blühende Kräuter, 9. Astrolog, 10. Edelstein, 11. höchstes Gebirge der Erde. Die Anfangs- und Endbuchstaben der Wörter, erstere von oben nach unten, letztere von unten nach oben gelesen, ergeben ein bekanntes Sprichwort.

Füllrätsel.

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nur den sechsten Teil, nämlich 30 Millionen Mark. Belgien standen 115,3 Millionen zu, die bis auf 20,5 Millionen Besatzungsaus­gaben in Sachleistungen angelegt wurden.

Das sind Ausgaben, die nach dem Lo­carno-Vertrag die drei Besatzungsmächte sich hüten ersparen können. Ebenso verschlingt der Verwaltungs- und Kontroll­apparat enorme Summen. Die Repara­tionskommission verausgabte im ersten Da­wesjahr 5,5 Millionen, der Reparationsagent selbst für sein Bureau 3,7 Millionen, die Rheinlandkommission sogar 9,4 Millionen und die Militärkontrollkominissionen schließlich 7,8 Millionen Goldmark. Etwas mehr Verständ­nis kann man den Aufwendungen für Sach - leistuNgen entgegenbringen, obwohl auch hier wieder daran zu erinnern ist, daß Frank­reichs Kohlenförderung die Friedensnorm be­reits überschritten hat. Dennoch hat es 210 Millionen für Kohlenlieferungen verausgabt. 155 Millionen gingen auf dem Wege über die Recoveryabgabe nach England, 56,5 Mil­lionen wurden gegen entsprechende Kohlen­lieferungen an Belgien aufgerechnet. Auch Italien legte den größten Teil der ihm zu­stehenden Summe von 66,6 Millionen in Koh­lenlieferungen an. Alle übrigen Staaten mach­ten von dem Recht der Sachlieferung aus­giebig Gebrauch und verwendeten ihre Antelle restlos für die Bezahlung deutscher Sach­leistungen. Nur die Vereinigten Staa­ten verzichten darauf, ihre 15,3 Millionen onzurühren, die ihnen nach wie vor zur Ver­fügung stehen.

Alkoholverbot in Amerika, wird ja z. Z. auch in Deutschland lebhaft erörtert. Die Alkohvlfrage existiert drüben schon seit dem 18. Jahrhundert, ist also so alt wie der Staat selbst. In jedem der 48 Staaten hat das Alloholverbot eine lange Geschichte hinter sich. Am Ende kam man zu dem Schluß, daß nur auf dem Weg eines Bundes­gesetzes etwas zu erreichen sei. Besonders ver­hängnisvoll waren für das öffentliche Leben die saloons. Diese Schankstätten gehörten den Brauereien und wurden an Wirte verpachtet, die einen möglichst hohen Umsatz alkoholischer Getränke erzielen mußten. In densaloons wurden Die Wahlengemacht", und es war ein öffentliches Geheimnis, daß immer derjenige Kan­didat Aussicht auf Erfolg hatte, der das meiste Trinkgeld zahlte. Auch daß die Einwanderer jeweils ihre Nationallastcr mitbrachten, verstärkte den Ruf nach einem völligen Verbot. Schließ­lich Tarn es zu Dem Bundesgesetz, das mit mehr als Zweidrittelmehrheit angenommen wurde. Eine Schwierigkeit besteht nun darin, daß von den 48 Staaten z. Z. drei das neue Gesetz nicht durchführen: Reuyorl, 'Rhode Island und Con­necticut. Ihre Küstenlage bietet gute Gelegen­heit zum Schmuggel, und die Bundespolizei allein ist viel zu schwach, um das Verbot durchzu­führen. In Reuyork kommen auf 6 Millionen Einwohner ca. 150 Bundesbeamte. Ferner ver­stärkt das Weltkapital des Alkohols mit seinen europäischen Zentralen (z. D. Berlin. Brüssel und Paris) den Widerstand gegen das Gesetz. Drittens haben sich auch gewisse Mißstände ge­zeigt. wie das heimliche Brauen und der Genuß von hochprozentigem und gesundheitsschädlichem Alkohol. Es fragt sich, ob diele Mißstände ein ernstlicher Grund gegen die Prohibition sind, oder ob sie nicht vielmehr die unvermeidlichen Uebergangserscheinungen sind, die durch die Vor­teile weit übertoogen werden. Die Vorteile aber sind: 1. Das Verschwinden der saloons wird als Wohltat empfunden, auch von solchen, die selbst weder Abstinenten waren noch jetzt sind. 2. Es ist eine wirtschaftliche Hebung, besonders des Arbeiterstandes festzustellen. Die Summen, die sonst jeden Monat in die saloons wan­derten, ermöglichen jetzt nach der üblichen be­quemen Art der Ratenzahlungen die Anschaffung von Möbeln, Kleidern: auch die Autos kauft man mit kleinen Monatsraten. 3. Ist der gesundheit­liche Vorteil spürbar: begreiflicherweise nicht so leicht statistisch zu fassen, wie etwa die Zahl der Betrunkenen, die cm Beobachter irgendwo sest- stellt. 4. Vor allem: es wächst eine junge Ge­neration heran, die nichts weiß von dem Terror der Trinkfeste, die sportgestählt und gesund eine neue Sitte schafft. Die dritte der großen Fragen ist die W e l t f r i e d en s f r a g e. In Nord­amerika ist wirklich die Befriedung eines gan­zen Kontinents erreicht. An der langen Grenze gegen Kanada ist keine einzige Befestigung, kein Soldat. Der Amerikaner hält dies auch für Europa möglich Man kann drüben nicht be­greifen. daß diese Frage in Europa ein ganz anderes Gesicht hat. Deshalb hat der Ameri­kaner den Europäern gegenüber meist dasselbe Gefühl, das bei uns vor dem Kriege in bezug auf die Balkanstaaten herrschte: eine Handvoll kleiner Völker, die merkwürdigerweise alle paar Jahrzehnte auseinander losschlagen, weshalb, be­greift kein Mensch. Es ginge doch auch ohne das! Nur Japan gegenüber zieht man die Möglich­keit eines Krieges ernsthaft in Betracht. Hier herrscht - - anscheinend auch in militärischen Krei­sen ein Defensivprogramm. Aber den Kirchen und den Pazifisten genügt das nicht. Eine große Anzahl Menschen hat den Kriegsdienst aus re­ligiösen Gründen verweigert, und immer wieder trifft man Männer, die deshalb monatelang im Gefängnis gesessen haben. Sehr erstaunlich war z. B., daß an Weihnachten in vielen Kirchen Neuhorks über Locarno gepredigt wurde, das allgemein als ein Schritt zum Frieden unter den Völkern Europas gepriesen wird. Auch der Waffenstillstandstag, der 10. November, wurde in vielen Städten, z. B. in Boston, zu einer großen Kundgebung für den Völkerfrieden be­nutzt.

Für uns Europäer ist immer wieder erstaun­lich die eigentümliche Art nationalen S e l b ft b e w u ß t s e i n s. die der Amerikaner besitzt. Amerikanischer Nationalismus ist eine werbende Kraft, die den Gast und Ein­wanderer gewinnen möchte. Kennzeichnend ist das Vorherrschen einer fortschrittlichen Ten­denz. Cs gibt fein sich Berufen auf Geschichte, feinen Konservatismus. Wer etwas erreichen will, muß ein Zukunftsprogramm haben. Und drittens ist eine menschliche Toleranz vorhanden, die den Verkehr mit Andersgesinnten leichter macht als bei uns. Die Zusammenarbeit mit dem Ausland wird gewünscht, und besonders erwähnte Pros. Frick die hohe Achtung vor Deutschland, die er im Kreise seiner amerikani­schen Kollegen immer wieder verspürt hat. So klang dieser Vortrag aus in den Wunsch, daß Deutschland eine Wiedergeburt erleben möge, die es aus kleinlichem Parteigezänke heraushebe und ihm neue große Gedanken gebe, mit deren Hilfe es fähig sei zur schöpferischen Mitarbeit an den großen Fragen der Welt. Heute gilt für Deutschland die Mahnung aus Schillers Wallen­stein:2m engen Kreis verengert sich der Sinn, Es wächst der Mensch mit seinen größeren Zwecken."

Volkshochschule Gießen.

Amerikanische Neisceindrücke.

Am Samstag fand im großen Hörsaal der Universität der diesjährige erste Vortragsabend der Volkshochschule statt. Geheimrat Pros. M i 11 e r m a i e r begrüßte die Versammlung und erteilte dem Redner des Abends. Prof. D. Dr. Frick, das Wort. Dieser ist erst vor kurzem von einer Studienreise aus den Ver­einigten Staaten heimgekehrt, die ihn von Hartford. Conn.. wo er als Gast des theologi­schen Seminars über ein Vierteljahr weilte, nach Norden und Westen führte: in das Gebiet der großen Seen, nach Cleveland, Detroit, Chicago, ferner nach Washington und Philadelphia, schließ­lich nach Neuhork und Boston. Er sprach über das Thema: Amerikanische Reiseeindrücke und führte etwa folgendes aus:

Der Europäer, der nach der Aeberfahrt im Hasen von Neuyorl ankommt, ist überwältigt von dem gigantischen Anblick, der sich ihm bietet. Die Wolkenlraher türmen sich zu ungeheurer Höhe empor, einem Hochgebirge vergleichbar, von den Schluchten der Straßen durchschnitten. Riesig steigt die Freiheitsstatue, ein Geschenk Frank­reichs an die Vereinigten Staaten, aus dem Wasser herauf. Die heimkehrenden Amerikaner geraten in eine Art patriotischer Begeifterrmg bei diesem Anblick. Der Europäer, der zum erstenmal hinüberfährt, fühlt: dies ist die Pforte einer neuen Welt. Er empfindet deutlich: Amerika ist fein Land, sondern ein Kontinent.

Dazu kommt die Mannigfaltigkeit dieses Erdteils. Er hat Hochgebirge wie unsere Alpen, in den Rocky Mountains, er hat uner­meßliche Ebenen, durch die man tagelang im Schnellzug fährt, er umfaßt alle Arten von Land­schaften, wie etwa Europa von Skandinavien bis t hinunter nach Süditalien, ja Afrika. Auch scheint der Reichtum dieses Landes an Boden- k'schähen und Naturprodukten unerschöpflich zu sein. Da keine Zollschranken efiftieren, ist der * Preisunterschied in den verschtedenen Teilen des Landes gering. Die Städte wachsen rapid an. 3n Chicago mißt die längste Straße gegen 50 Kilometer, hat also einx Entfernung wie etwa von hier bis Vilbel. Nicht nur Straßenzüge, ganze Stadtviertel, ja nette Städte wachsen wie Pilze aus dem Boden.

. Das Aufblühen der amerikanischen Wirtschaft wurde noch verstärkt durch Amerikas politisches Glück im Krieg. Es ist die große Gläubiger­nation geworden. Es hat seine Kraft und Größe erst jetzt erkannt und ebenso seine Bedeutung für die Welt. Nun steht die Nation vor einem merkwürdigen inneren Problem. Zwei poli­tische Stimmungen entgegengesetzter Att kämpfen miteinander. Die erste Losung ist die der splendid isolation", d. h. Amerika hat an sich genug und braucht die übrige Welt nicht. Wan will sich also absondern und nicht um die euro­päischen und anderen Konflikte in der Welt küm­mern. Dafür sind vor allem die Mittel- und Weststaaten. Die entgegengesetzte Stimmung aber ist: Amerika hat eine Sendung an die Welt, und es wird zugrunde gehen, wenn es sich seiner Berufung entzieht. Amerika muß in der Lösung der großen Weltfragen vorbildlich vorangehen.

Der Redner griff drei der öffentlichen Fra­gen heraus, 1. die Rassenfrage, 2. die soziale Frage am Beispiel der Prohibition, 3. die Frage des Weltfriedens. Die Rassenfrage hat Amerika zu lösen versucht durch die Freilassung der Negerslaven (am 1. Januar 1863). Natürlich hatte dies damals wie jede Neuerung mancherlei Mißstände zur Folge. Aber das Problem der Sklavenbefreiung wurde allmählich aus einer politischen Frage zu einer Erziehungs- frage des Landes. In Amerika ist man stolz auf diese huMdne Tat und glaubt durch die Gleich­stellung der Neger ein Vorbild für die Welt ge­geben zu haben, insbesondere für Afrika. Denn dort ist die Negerfrage ein brennendes Problem für das britische Reich geworden. Nun zur s o - zralen Frage! Ein Teil davon, nämlich die Prohibition oder Trockenlegung, d. h, das

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