ner Studenten sollten schon jetzt durch die Erwerbung der Mitgliedschaft der Hochschulgesellschaft dafür sorgen, daß der Boden, auf dem ihr Kind einst seine geistige Vollendung finden soll, gut bereitet ist, damit es den gröhtmög- lichen Buhen für fein Leben dort gewinnen kann. Sn Stadt und Land sollten die Mitbürger, die in g c i st i g e r und wirtschaftlicher — unmittelbar oder mittelbar — Beziehung Gewinn von der Universität haben, ebenfalls die Hochschulgesellschaft stärken, um dergestalt die Anerkennung zum Ausdruck zu bringen, die sie für die Bereicherung ihres geistigen Gutes, oder für wirtschaftliche Vorteile dem Quell der Gewinne schuldig sind, Und endlich sollten die öffentlichen Körperschaften im Hessen- lande nicht mehr säumen, dem Beispiel der Stadt Gießen. der Oberhessischen Kreisverwaltungen und der Provinzialdirektion Oberhessen durch den Eintritt in die Reihe der korporativen Mitglieder der Hochschulgesellschaft zu folgen, ein Weg, den wir schließlich auch manchen Vereinen, die hohen Zielen zustreben, zum Beschreiten empfehlen möchten. Die Gießener Hochschulgesellschaft. die unter dem Vorsitz des Pro- vinzialdirektors G r a e f arbeitet, will die tatfrohe Mittlerin sein zwischen der Landesuniversi- tat und ihren hilfsbereiten Freunden in Stadt und Land.
Der Staat und die Wirtschaft, die beide bisher stets opferbereite Stützen der Landesuniversi- tät waren und dies nach bestem Können sicherlich auch weiterhin bleiben wollen, haben in der gegenwärtigen schweren Krise ein hartes Ringen um ihre eigene Existenz zu führen. Auch bei den Verwaltungen der Kreise und Gemeinden, wie bei jeÄem einzelnen Staatsbürger geht es heutzutage wesentlich knapper her als noch vor einem Sahre. Wenn wir trotz dieser Bedrängnis alle — Staat, Wirtschaft, öffentliche Körperschaften, Vereine, Einzelpersonen — vereint bemüht sind, von allen Seiten her und aus allen Schichten durch die Vermittelung der Gießener Hochschulgesellschaft ein Opfer zu bringen — viele Wenige geben auch ein Viel! — so muß und wird es uns gelingen, unserer Landesuniversität Gießen die Forderungen allmählich zu erfüllen, die sie im Snteresse der Wissenschaft und zum Vorteil unseres VollslebenS jetzt erneut ausgesprochen hat.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
£ Wieseck, 13. Febr. In seiner letzten Sitzung war dem Gemeinderat erneut Gelegenheit gegeben, zu dem jetzt aktuellen Thema „61 n = schrankung von Vergnügungen" Stellung zu nehmen. Es lagen zwei Gesuche zur Genehmigung von Fastnachtsveranstaltunden vor, wohl die einzigen, die in unserer Gemeinde stattfinden. Die nachgesuchte Genehmigung wurde vom Gemeinderat erteilt. Damit aber die letzthin dargelegte Stellungnahme des Gemeinderats nicht als 2lnreiz zur hemmungslosen Veranstaltung von Vergnügungen ausgelegt werden kann, beschloß der Gemeinderat nunmehr, daß zunächst für Fast- nachtsyergnügungen der vierfache Betrag des seitherigen Vergnügungssteuersatzes zu entrichten ist. — An sämtliche Sozial- und Kleinrentner soll eine einmalige Beihilfe im Betrage von 12 Mk., zu welcher aus Kreismitteln teilweise beigetragen wird, ausgezahlt werden. Der Gemeinderat begrüßte diese Maßnahme, msr aber der Meinung, daß die oerschieden- artigft geraaerten Verhältnisse eine mehr individuelle Behandlung erfordern. Die zuständige Kommission soll vorerst an Hand der vorhandenen Aufstellung nachprüfen, ob und inwieweit in einzelnen Fällen mehr getan werden kann. — Die dtn 11. Februar erfolgte Neuverpachtung der Gemeindejagd brachte ein Ergebnis von 1550 Mark auf 9 Jahre, gegenüber seither 1800 Mark chis 6 Jahre. Die hierzu erforderliche Genehmigung des Gemeinderats wurde nicht erteilt, vielmehr soll die Jagd, die einen guten Bestand aufweist und infolge ihrer bequemen Verbindung mit der Stadt eine besondere Anziehungskraft ausübt, erneut zur Ausschreibung gelangen. Seitens des Gemeinderats wurde hierbei gewünscht, daß die Verpachtung auf 9 Jahre und in drei Abteilungen erfolgen soll. — Für die noch nicht erfaßten Umsätze des Rechnungsjahres 1 92 5 beschloß der Gemeinderat eine Nacherhebung der Gewerbesteuer. Die Erhebung soll in einem Nachtragsziel im März 1926 erfolgen. — In nichtöffentlicher Sitzung lagen eine Reihe Gesuche um Erlaß der Gebäu besonder ft euer vor. Es mußten alle bis auf zwei, denen Stundung gewährt wurde, abgelehnt werden. — Wegen der Vergebung einer freiwerdenden Wohnung soll, um hierbei gleich mehreren helfen zu können, mit den in Frage kommenden Personen in Verhandlung getreten werden. Der Wohnungskommission wurde die wettere Regelung der Angelegenhett anheimgegeben. Eine längere Besprechung interner Angelegenheiten beschloß die Sitzung, zu der sich ebenfalls wieder eine größere Anzahl Zuhörer eingefunden hatte.
f. Klein-Linden, 12. Febr. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Absahgenossenschäft hielt am Donnerstagabend in der Wirtschaft Rinn ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Bei einem Mttgliederstand von 76 wurden 14 381,90 Mk. umgesetzt. Der Reingewinn beträgt 190 Wk.. welcher den Mitgliedern gutgeschrieben wird. An Verzugszinsen mußte im Laufe des Geschäftsjahres 190 Mk. bezahlt werden. Die Ergänzungs- Wahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat ergaben die Wiederwahl durch Zuruf der gesetzlich aus- geschiedenen Mitglieder, und zwar für den Vorstand Wilh. Langsdorf als Direktor, für den Aufsichtsrat Karl Hinterlang als 1. Vorsitzender. Beschlossen wurde ferner, daß in Zukunft die Verzugszinsen von den in Frage kommenden Mitgliedern zu tragen sind. Die Geschäftsanteile in Höhe von 10 Wk. werden mit 10 Prozent verzmst. Reu eingeführt werden Kontobücher für Mitglieder zur Erleichterung der Bezugskontrolle.
* Lang-Göns, 12. Febr. Die Vorarbeiten zu dem am 6. Suni ftattfrndenden Gesangs- Wettstreit des Gesangvereins „German i a“ sind beendet, so daß bereits am Sonn- tag, 21. Februar, der Delegiertentag ab-
| gehalten wird. Bis zu diesem. Termin haben die Anmeldungen zu erfolgen. Wertvolle Kunstgegenstände und hohe Geldpreise stehen schon jetzt zur Verfügung.
5 A u s dem nördlichen Kreise Gießen, 12. Febr. Vergangene Woche wurden in hiesiger Gegend mehrfach Züge der „Schneegänse" beobachtet. Nach der Meinung der Leute bedeutet das ein zeitiges Frühjahr.
• Grünberg, 13. Febr. Die Anmeldungen neuer Schüler für die hiesige Oberreal-- schule werden am nächsten Mittwoch und Freitag entgegengenommen. Räheres rn der heutigen Anzeige.
l. Hungen, 12. Febr. Bei der gestern im hiesigen Gemeindewald abgehaltenen Brenn- Holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Scheiter: Buchen 18 bis 20 Mk., Hainbuchen 14 bis 16 Mk.: Knüppel: Buchen 12 bis 14 Mk., Hainbuchen 10 bis 12 Ml., Eichen 5 bis 7 Mk.: Astreisig: Hainbuchen 1 bis 1,50 Mk., Eichen 0,50 Mk.: Stöcke: Buchen 7 bis 8 Mk., Hainbuchen und Eichen 5 bis 6 Mk. je Raummeter.
df. Langsdorf, 12. Febr. Unser Dorf hat Aussicht, noch in diesem Jahr in den Besitz einer Wasserleitung zu kommen. Nachdem sich die Gemeindeverwaltung über die Beschaffung der zum Bau nötigen Geldmittel im klaren war, beschloß der Gememderat dieser Tage mit großer Mehrheit, nun den Bau in Angriff zu nehmen. Mit der Wasierleitung soll auch gleichzeitig die Kanalisierung verbunden sein, was ja bei der Lage des Dorfes unumgänglich ist. Schon fast drei Jahre lagern Rohre und Material hier, und man konnte es kaum glauben, daß sie schon so bald dem Erdboden übergeben werden sollten. Nun sollen sie im Laufe des Jahres das klare Quellwasser aus dem staatlichen Wasserwerk Inheiden hierher leiten. Möge das beschlossene Werk gelingen zum Segen des Ortes!
bs. S t e i n h e i m b. Hungen, 12. Februar. Unsere Gemeinde feierte am Mittwoch ihren zweiten Familienabend. Während der erste uns an die Wurzeln unseres Seins, die Geschichte unserer engeren Heimat führte, uns ihre Schönheit und die verschiedensten Snrwicklungsstufen und Rückschläge vergegenwärtigte, gedachten wir diesmal unserer deutschen Brüder und Schwestern außerhalb der Reichsgrenzen. Sn Gedanken wurden wir in die Gefilde Walters von der Vogelweide geführt. An Hand von 60 trefflichen Lichtbildern zeigte der Vortragende, Pfarrer Dr. H e y m a n n von Rodheim, den Erschienenen die Schönheit der Berge, ihre Bewohner in ihrem Tun und Treiben und Daseinskampf gegen die welschen Unterdrücker. Passende Gedichte, unter Leitung ihres Lehrers Bersch, von den kleinsten Schulkindern formvollendet vorgetragen, «belebten, an passenden Stellen eingefügt, das Ganze. Eingerahmt wurde die Veranstaltung durch einige gutgegebenen Chöre des Gesangvereins „Frohsinn". Der Verlauf des Abends war ein Beweis dafür, daß es möglich ist, bei verständnisvollem Zusammenarbeiten aller Kräfte eines auch Keinen Dorfes den Einwohnern einen schönen und belehrenden Abend zu bereiten. Aus der Mitte der Versammlung heraus wurde allen Beteiligten der Dank der Anwesenden ausgesprochen imd die Feier mit dem gemeinsamen Rationalgesang geschlossen. — Die hi^ige Feld- j a g d wurde von Bäcker Rudel. Schreiner Emmerich und Landwirt Wilh. Stoll auf 6 Sahre zum Preise von jährlich 405 Mk. gepachtet, vorher war sie im Besitz von 2 Gießener Herren gegen sine Pachtsumme von 300 Mk. das Sahr.
Kreis Friedberg.
* Bad-Rauheim, 12. Febr. Sn dem gestern vom „Gieß. Ang." gebrachten unausführlichen Bericht über die Einweihung des evangelischen Gemeindehauses (alte Wilhelms- kirche) bedarf eine sachliche llngenauigkeit, die sich als Druckfehler eingeschlichen, der Berichtigung. Die Wilhelmstirche wurde nämlich 1740 nicht mit Unterstützung der hessen-nassauischen, sondern der hessen-hanauischen Regierung erbaut.
* Butzbach, 12. Febr. Dieser Tage fand im Gasthaus „Zum Deutschen Haus" ein öffentlicher Vortragskursus statt, der von dem Verein ehemaligerSchüler der landwirtschaftlichen Schule Butzbach veranstaltet wurde. Der Vorsitzende des Vereins, Landwirt K. Hannack (Kirch-Göns), eröffnete um 8.30 Uhr vormittags die Tagung und hieß die zahlreich Erschienenen herzlich willkommen, insbesondere die Vortragenden Univ.- Prof. Dr. Kraemer -Gießen, Pwf. Dr. Röhler- Darmstadt und Oekonomierat Dr. W a g - ner-Gießen, sowie die Herrn des Wirtschaftsausschusses und das Lehrerkollegium der landw. Schule. Der Vormittag brachte drei interessante Vorträge, die, hauptsächlich unserer Gegend entsprechend, klein- und mittelbäuerlichen Verhältnissen angevaßt waren. Es sprachen Direktor Dr. Schad über „Betriebswirtschaftliche Fragen", Univ.-Prof. Dr. Kraemer über „Tagesfragen der Viehzucht" und Prof. Dr. Röhler über „Düngungsmahnahmen im Frühjahr". Allen Römern wurde für ihre interessanten Ausführungen, die durch rege Aussprache noch erläutert und vertieft wurden, reicher Beifall der Versammlung zuteil. Anschließend fand am Rachmittag die Generalversammlung des Vereins ehemaligerSchüler statt, in der dem Rechner Entlastung erteilt und der Vorstand einstimmig wiedergewählt wurde. Mit einer zweistündigen Filmvorführung aus dem Betrieb der landwirtschaftlichen Versuchsstation Darmstadt über Versuche über Dodensäurefrage, Methoden zur Bestimmung des Rährstoffgehalts der Böden, Düngungsversuche, Kontrolle der Dünge-, Futtermittel und Saatwaren" schloß die überaus lchrreiche Tagung.
* Butzbach, 12. Febr. Sn einer gut be suchten Mttgliederversammlung der hiesigen Ortsgruppe der DeutschenVolkspartei sprach Schulrat Dr. E l ö ß n e r - Marburg über das Thema: „Die Grundlage der Deutschen Volks- Partei und anderer Parteien." An die klaren, mit reichem Beifall auf genommenen Ausführungen schloß sich eine rege Diskussion, in der vom
Redner noch zu manchen Fragen Stellung genommen werden konnte.
*** Gambach, 12. Febr. Mittwoch abend fand in der Gastwirtschaft Gg. Haase die diesjährige Generalversammlung des hiesigen Radfahrervereins „W ander- l u st" statt. Aus dem Sahresbericht war zu ent- nehmen, daß die Mitgliederzahl etwas gestiegen ist, daß auch die finanziellen Verhältnisse des Vereins trotz der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse befriedigend sind, daß das Sahr 1925 überhaupt ein Sahr der gesunden Wetter- entwcklung und des Fortschrittes war. Besonders hervorzuheben ist, dah der Verein durch die Opferwilligkeit seiner Mitglieder in den Stand gesetzt war, sich Saalmaschinen zu be- schasfen. Es folgte dann die Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder, bis auf diejenigen, die freiwillig ausschieden.
^Ober-Mörlen, 12. Febr. Die Bür-- germei ft erfrage, die schon länger als ein halbes Sahr die Gemüter bewegt und bereits zu vier heftigen Wahlkämpfen und zwei Kreis- auSschußsitzungen geführt hat, wird am 20. Februar nunmehr auch den Provinzialausschuß in Gießen beschäftigen. Ser Einspruch der unterlegenen Partei des seitherigen Bürgermeisters Geibel .gegen das ülrteil des Kreisausschusses 'Friedberg vom 19. Dezember v. Ss. wird Gegenstand der Verhandlungen sein, zu der eine größere Anzahl Zeugen erscheinen wird.
E Rieder- Florstadt, 12. Febr. Ein Kursus für Werkunterricht in d er Volksschule hat auf Anregung des Kreisschulamts Friedberg hier begonnen. Die Beteiligung ist freigeftellt, trotzdem fanden sich fast sämtliche Lehrer von hier und der näheren Umgebung ein. Der Fachmann hat erkannt, wie wichtig im Unterricht es ist, dem Betätigungsdrang der Schüler entgegenzukömmen und ihn nutzbringend zu verwerten. Wer noch Zweifel daran hatte, konnte schon am ersten Tage eines besseren belehrt werden. Wie vielseittg durch Falten, Zeichnen und Formen der Schüler schon in den beiden ersten Schuljahren angeregt werden kann, welche Fertigkeiten bei entsprechend begabten Schülern erreicht werden, können sich die Teilnehmer, nachdem sie unter Anleitung von Lehrer Stumpf, Friedberg, selber die Arbeiten ausgeführt haben, leicht vorstellen. Soviel kann schon jetzt gesagt werden: der Werkunterricht ist keine Spielerei, sondern er ist, entsprechend verwertet, ein wichtiges Unterrichtsmittel. Aus diesem Grunde ist es sehr zu begrüßen, daß den Lehrern, die in abgelegenen Orten wohnen und die Vorträge und Kurse, die inzwischen schon gehalten wurden, wegen der schlechten Verbindung nicht besuchen konnten, jetzt Gelegenheit gegeben wird, dies im Snteresse der Schule, wenn auch mit persönlichen Opfern, nachzuholen. Sn sieben Kursen, die immer am Mittwoch stattfinden, soll hier das überaus reichhaltige Pensum erledigt werden. — Für den diesjährigen Wohnungsneu- b a u wird hier schon gut vorbereitet. Sn der Siedlungsstrahe sind für vier Häuser die Srd- arbeiten ausgeführt und die Bruchsteine für das Fundament angefahren. Bei diesen Bauherren ist auch die Geldfrage gelöst, so daß die Hauser im Laufe des Sahres zum Beziehen fertig werden. Wettere 5 bis 6 Reubauten von Kriegsbeschädigten werden in nächster Zett begonnen. Auch bei diesen wird mit Hilfe der Abfindungsgelder die Fertigstellung durchgeführt werden formen. Einige Daulustige aber werden infolge der voraussichtlich geringen staatlichen Darlehen nicht zu ihrem Ziele kommen können. Die Gemeinde wird die Doppelwohnung bei der Autohalle in diesem Sahre fertigstellen. Sm ganzen werden durch den Bezug von neuen Wohnungen etwa zehn alte frei, mit denen der dringendsten Wohnungsnot einigermaßen gesteuert werden kann.
C Wick städt, 12. Febr. Bei der ersten Brennholzversteigerung im gräflichen Wald wurden für den Raummeter Buchenfchnitt bis zu 28 Mk. bezahlt. Buchenknüppel kosteten bis 11 Mk. Eichenscheit 16 bis 17 Mk. Reiser 1 bis 3 Mk. pro Raummeter.
* Vilbel, 12. Febr. Am Mittwochabend fand hier im Realschulgebäude der vierte der Experimentalobende statt, die der Rektor Dr. C h a m b re der Realschule i. E., im letzten Winter für die Öffentlichkeit eingerichtet hat. Dr. Chambre machte die Zuhörer an der Hand zahlreicher Versuche mit dem Wesen des Blitzes und des Blitzschutzes für Häuser und Starkstromanlagen vertraut, auch erklärte er die neuesten Blitzschutzvorrichtungen für Antennen. — Die früheren derartigen Vorträge handelten über flüssige Luft elektrische Entladungen in lüft- verdünnten Röhren und den Rachweis der Gifte: den Vortrag über die Gifte hielt Apotheker Dr. Kraft. Der Besuch der Vorträge war gleichmäßig stark. Ihn den Veranstaltungen eine breitere Basis zu geben, wurde am Mittwoch nach Schluß des Vortrags ein Raturwissenschaftlicher Verein Vilbel gegründet.
Kreis Büdingen.
th. Leid hecken, 12. Febr. Wie anderwärts. so haben auch in unserer Gemarkung in den letzten beiden Wintern die O b st b ä u m e stark Schaden gelitten. Richt nur die edleren Sorten, sondern auch Aepfel- und Birnbäume, soweit sie nicht durch Wald oder Höhenzüge geschützt stehen, sind in großer Menge erfroren. HeberaÜ sieht man z. Zt. die Besitzer die Bäume ausmachen. Leider ist das Snteresse an der Obstbaumzucht gegen die Vorkriegszeit stark zurückgegangen, sodaß meist, auch infolge der Preise, keine neuen Baume mehr angepflanzt werden.
Kreis Schotten.
)—( Ruppertsburg, 12. Febr. Die Betriebssicherheit der Nebenbahn Gillingen — Ruppertsburg leidet schwer durch die zahlreichen, oft sehr kurzen Kurven und am schwachen Unterbau. Mit schweren Maschinen war die Strecke seither gar nicht befahrbar. Ein Umbau, der schon 1914 beschlossen war und nahe bevorstand — der neue Bahnkörper mar schon vermessen und abgc- steckt — mußte infolge des Weltkrieges unterbiet’ den. Natürlich kann er bei der trostlosen finanziellen
Lage auch jetzt nicht in geplanter Weise zur Ausführung kommen. Aber größere Reparaturen und Streckungen sind unumgänglich nölig geworden und sollen in diesem Sommer aus- geführt werden. So findet hoffentlich von März an eine größere Anzahl Arbeiter aus den Orten Ruppertsburg und Dillingen lohnende Beschäftigung.
♦ Ulfa, 12. Febr. Zu Beginn dieser Woche wurde die Dersteigerung der Massegrundstücke unserer Feldbereinigung zum zweiten Male vorgenommen. Für gute und günstig gelegene Grundstücke wurde bis zu 1 Mk. für den Quadratmeter gelöst, während leichteres, abgelegenem Land schon für 25 bis 30 Pf. zu haben war. Wider Erwarten wurde fast die ganze Summe der Bereinigungskosten gedeckt. Trotz der geldknappen Zeit war fast jeder Dauer bestrebt, das ihm durch die Feldbereinigung verloren gegangene Land durch den Kauf eines Massegrundstückes wieder in seinen Besitz zu bringen.
* Eichelsdorf, 12. Febr. Der hiesige Turnverein, der kurz nach dem Kriege gegründet wurde, beschloß in einer Generalversammlung, die dieser Tage stattfand, der Verein a u f z u l ö s e n, da sich infolge Fehlens eines Turnraumes im abgelaufene»- ^urnjahre die Zahl der Turner so stark verringert yat, dah ein Weiterbestehen des Vereins zwecklos ist. Um die Wiedergründung eines Turnvereins in späterer Zeit zu ermöglichen, erwarb die Gemeinde die Turngeräte. Durch Pflege des Geräteturnens im Turnunterricht der Volksschule soll ein turnfreudiger Stamm von jungen Leuten herangezogen werden, dem jederzeit durch Rückerwerbung der Geräte die Möglichkeit gegeben ist, einen neuen Turnverein ins Leben zu rufen.
Kreis Alsfeld.
(.) Zeilbach, 12. Febr. Die hiesige Gemeindejagd wurde für 410 Wk. jährlich von Otto Ludwig als Meistbietenden gepachtet.
Kreis Lauterbach.
Lauterbach, 12. Febr. Dieser Tage wurde im nahen Hofgut Eisenbach in die Wohnung der Witwe Hillenbrand eingebrochen und aus einer verschlossenen Kommode 100 Mark gestoh 1 en. Als Täler wurde jetzt der in Eisenbach wohnhafte Dienstknecht Johann Hermann ermittelt und fest genommen. Hermann hat die Tat fofort eingestanden. In seinem Besitz befanden sich noch rund 32 Mk.
Starkenburg.
* Darmstadt, 12. Febr. Die Firma D ö t- tiger u. Co. -Biedesheim hat den ihr von der Handelskammer Darmstadt als Rhein-Ruhrkampf-Entschädigung überwiesenen Betrag von 5 0 0 R m. dem Kreisamt Groß-Gerau als Kriegerdenkmalsfonds für die Gemeinde Biebesheim zur Verfügung gestellt. Die Handelskammer erklärt, daß diese Heberweisung ohne ihr Wissen und ihren Willen vorgenommen worden ist. Sie hat der Firma ihre Mißbilligung ausgedrückt und die soforttge Rückerstattung des Bettages verlangt, damit dieser einer wirklich n o t leide n d e n Firma zugeführt werden kann. Die Firma Döttiger u. Co. hat sich indessen geweigert, den Betrag für diesen Zweck zurückzuerstatten.
WER. Groß-Gerau, 12. Febr. Zwischen den Kreisämtern Grohgerau und Darmstadt sind Verhandlungen zwecks gemeinsa'.ncr Wasserversorgung der Gemeinden Klein- gerau. Worfelden, Erzhausen, Schleppenhausen und anderer Orte eingeleitet worden. Die Finanzierung des Prvjets soll mittels eines Darlehens oder einer Anleihe erfolgen. Sn Zusammenhang damit ist auch eine bessere Wasserversorgung der sogenannten Ma in ecke (Rüsselsheim, Bischofsheim, Gernsheim usw.h geblaut. Auch an andere Gemeinden, wie Groß- Gerau, Rauheim, Haßloch, Astheim usw., soll zwecks Beteiligung an dem Projekt herangetreten werden.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
XX Wetzlar. 12. Febr. Unter der bewährten Leitung des Kreisobstbaulehrers K i 1 b werden tm Frühjahr Hierselbst zwei Obstbau- k u r s e abgehalten. Der erste Lehrgang für Daum- und Straßenwärter, sowie praktische Landwirte ist für die Zeit vom 15. bis 27. März und 6. bis 10. April vorgesehen. Der zweite Lehrgang, für Pfarrer, Lehrer und sonstige Freunde des Obstbaues, findet in den Tagen vom 12. bis 24. April statt.
r. Wetzlar, 12. Febr. Im Bezirke des hiesigen Arbeitsnachweises wurden in der Vorwoche unterstützt: 2699 Vollerwerbslose, 1629 Ehegatten, 2922 Kinder und 184 Notstandsarbeiter. Sn der vorhergehenden Woche betrug die Zahl der Unterstützungsempfänger: 2731 Vollerwerbslose, 1722 Ehegatten, 3066 Kinder und 114 Notstandsarbeiter. Es war also ein geringer Rückgang der Erwerbslosenziffer zu verzeichnen. — Die Maul- und Klauenseuche in Erda, Vollnkirchen und S ch w a l b a ch ist erloschen. Die angcorbneten Sperrmaßnahmen sind aufgehoben.
OO Klein-Rechtenbach, 12. Febr. Bei der hier stattgefundenen Brennholzverstei- g e r u n g wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheitholz 16 Mk. je Rm., Buchen - knüopel 12 Mk. je Rm., Buchenreiser 20—22 Mk. je Haufen (6 Rm.), Fichtenstangen 1. Klasse 18 bis 20 Mk. für 10 Stück, Fichtenstangen 2. Kl. 12 bis 15 Mk. für 10 Stück, Fichtenstangen 3. Kl. 6 bis 8 Mk. für 10 Stück, Fichtenreiser 6 bis 8 Mk. je Haufen (4 Rnu), Kiefernschnittholz (3 Meter lang) 30 Mk. für 3 Rm., Kiefern knüppel 8 bis 10 Mk. je Rm., Kiefernreiser 8 Mk. je Haufen (4 Rm.), Fichten- und Kiefernreiser gemischt 6 Mk. je Haufen (5 Rm ).
<> Niederkleen, 12. Febr. Bei der heute im hiesigen Gemeindcwald stattgefundenen B r e n n h o 1 z v e r st e i g e r u n g wurden folgende Durchschnittspreis? erlöst: Buchenscheicholz 22 Mk. je Raummeter, Buchenknüppel 19 Mk. je Rm., Buchenreiser 20 Mk. je Hausen (5 Rm.), Buchen- stockholz 10 Mk. je Rm., Eichenschichtnutzholz (zwei Meter lang) 15 Mk. je Rm.
•£ - Höhe, Hzizlraff, altbewährt
Lillig, allhefahrt—''


