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Dorkrisgschett. daß wir über der Zugehörigkeit gum deutschen Staat unsere viel liefere Zu­gehörigkeit zum gröberen deutschen Volke ver­gaben. Solche bewußte Zusammengehörigkeit des Volkes auch über die Staatsgrenzen hinaus braucht nicht notwendig eine Aenderung der staatlichen Grenzen zum Ziel zu haben. Aber sie fordert vom Staat, dab auch er alS Staat stets das Woht des ganzen Volkes innerhalb und außerhalb seiner staatlichen Grenzen im Auge behält.

>er noch in einem anderen Sinne ver­langt echte Siaalsgesinnuna, daS Volk über den Staat zu stellen. Die Formen des Staates dürfen ebensowenig als Selbstzweck gelten, wie der Willkür der einzelnen Menschen oder Par­teien anhcimfallen. Die Anerkennung der Der- fassung und der Gesetze deS Staates, die Ach­tung vor seinen Vertretern und den Zeichen seiner Hoheit hat unter allen Umständen ganz unabhängig davon zu geschehen, wie weit ihr Inhalt im einzelnen für richtig gehalten, oder ihr Inhalt im besonderen gebilligt wird oder nicht. Denn wer solche Achtung oder Anerken­nung auch nur im allergeringsten verweigert, verletzt damit die Einheit seines Volkes und beweist somit seinen Mangel an Liebe zu ihm. Aber es ist ein Irrtum, zu glauben, echte EtaatSgesinnung verlange nun auch Gesetze und Verfassung unverändert zu erhalten. Denn ge­ragt weil echte StaatSgesinnung überhaupt nicht dem Staat als solchen gilt, sondern dem Volke, dessen Wirkungsform sein Staat ist, muh diese seinem Form dem geschichtlichen Wandel unter- warfen bleiben. Entscheidend bleibt freilich, daß solche Entwicklung der staatlichen Formen nicht der Willkür einzelner überlassen bleibt, son­dern eben diese Vcrfassungssormen sich nur ge­mäß dem einheitlichen Willen des ganzen Volkes wandeln. Und in diesem Sinne ist ein unbeding­tes Bekenntnis zur Verfassung der selbstverständ­liche Ausdruck echter Staatsgesinnung alS der unerschütterlichen Liebe zu dem einen, ganzen Volke.

Freilich läßt sich solche Gesinnung im Grunde nur vorleben, vielleicht aber doch mit Worten wenigstens bekennen . Und so will ich denn meine Rede über die Notwendigkeit echter Staats- gesinnung mit einem Bekenntnis schließen, von dem ich wünschen und hoffen darf, daß es nicht nur das meine, sondern unser aller lebendiges und freudiges Bekenntnis ist: Dem Bekenntnis der einsichtigen Liebe zum ganzen deutschen Volk!

Die Rede wurde von jeweils einem Musik­stück und einem Mannerchor umrahmt. Der Fest­akt klang aus in ein dreifaches Hoch auf das deutsche Vaterland. Hierauf fang die Versamm­lung zum Abschluh das Deutschlandlied.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

f. Klein-Linden, 11. Aug. Die Hüh­nerställe in unserem Dorfe erhalten den gan­zen Sommer über unliebsamen Besuch von Raubzeug. Fast jede Nacht werben ganze Stämme junger Hühner diesjähriger Bruten ein Opfer dieser Räuber: es ist den Hühner- besitzern dadurch schon ein ganz empfindlicher Schaden entstanden. In manchen Fällen werden die jungen Hühner ganz verschleppt, in anderen wieder liegen die ausgesaugten Kadaver zu­sammen auf einem Haufen, was Wohl auf ver­schiedenartiges Raubzeug schließen läßt. In der vorletzten Nacht wurden wieder einem Besitzer zehn, einem anderen acht schone Hühner hinge­mordet.

ck. Heuch elheim, II. Aug. Bei dem guten Wetter der letzten Zeit nimmt die Ernte einen raschen Fortgang. Nachdem in der vorigen Woche der Schnitt des Kornes beendet wurde, ist man jetzt vollauf an der Haferernte. Leider labt sich in diesem Jahr mit der Mähmaschine wenig an» fangen, da schwerer Regen und Wind die Frucht größtenteils gelegt hat. Für den Landwirt be- beutet das mühevolle, zeitraubende Mehrarbeit. Seit dieser Woche hat nun der Drusch deS Kornes begonnen, imb von morgens früh, bis spät in die Nacht hinein hört man das eintönige Summen der vier hier in Betrieb befindlichen Dresch­maschinen. Hält das gute Wetter noch einige Tage an, dann wird bis zu der nächsten Sonntag stattflndendeit Kirmes das meiste Korn gedroschen sein. Die Kanalisierung der Heine- straße ist soweit beendet, und mit der Chaussie- rung wird jetzt begonnen. Mit der Kanalisierung ist auch gleichseitig vom Unternehmer Schneider eine Wasserleitung in die gesamte Heine- ftraße gelegt worden. So ist wenigstens der An­fang zu einer Wasserleitung gemacht worden. Wie man hört, sind ja Verhandlungen im Dang über den Bau einer Wasserleitung für das ganze Dorf.

£ Wieseck, 11. Aug. Die Roggen ernte ist beendet, Hafer unb Weizen steht ebenfalls nur noch zum kleineren Teil auf dem Halm, lieber» raschend schnell wurde die Arbeit während der letzten warmen Tage gefördert: der gestrige Regentag brachte zwar eine kurze Unterbrechung der Erntearbeiten, die aber hoffentlich nicht lange anhält. Die Erträge an Körnern und Stroh sind als zufriedenstellend zu bezeichnen. Der klein­bäuerlichen Struktur unseres Dorfes entsprechend wird das Getreide in den allermeisten Fällen nicht erst eingefahren, sondern direkt vom Acker zu einer der beiden Maschinen gebracht, die von morgens bis abends und auch fast die ganze Nacht hindurch ohne Unterbrechung int Betrieb sind. Das sehr regenreiche Ernteweiter der letzten Jahre veranlaßte die Landwirte in diesem Jahr, bic Felder so schnell wie möglich zu räumen. Da­durch besieht Gefahr, daß ein Teil des Getreides ohne die erforderliche Verhärtung gedroschen wor­den ist, was sich hoffentlich nicht nachteilig aus­wirkt. Infolge des gegenwärtigen Dresch- betriebs mußte, um Verkehrsstockungen vorzu­beugen. im Autvbet rieb der Gemeinde eine Aenderung eintreten. Die Wagen fahren während der Dreschzeit nicht mehr vom Friedhof Wreseck ab, sondern die Linie Lindenplatz Kornblumen- stratze ab Lindenplatz und die Linie Gießener Straße ab Philosophenplah.

!! Staufenberg, 11. Aug. An der äußeren Mauer und auch im Hofe unserer Burg blüht zur Zeit das bescheidene und doch fo anmutig wirkendeefeubfättrjge Letn- f rau t auchHeidelberger Schloßkräutchen ge­nannt (Linaria cymbalaria). Es wurde durch den naturliebenden, in unserer Gegend so wohlbe­kannten praktischen Arzt Dr. D i I o r d hier ange­pflanzt Anwohner der Burgmauer machen sich die lobenswerte Mühe und streuen den Samen in die Ritzen, bainit es die Mauer besser und rascher umwuchert. Daher sollte jeder Besucher

unserer Burg auch darauf bedacht fein, das schöne Pflänzchen zu schonen, und nicht, wie es häufig vorkommt. es sinnlos abreißen. Durch das gute Ernt ewetter der letzten Tage begünstigt. Ist jetzt auch Weizen und Hafer schnittreif ge­worden. Leider liegt der Hafer durch den vielen Regen an einigen Stellen wie gewalzt auf dem Boden, so baß er wieder von neuem ausgewachsen ist, was dann das Abmachen auberordentlich erschwert und verzögert. Der Landwirt hat jetzt alle Hande voll zu tun; denn gleichzeitig mit dem Abmachen wird auch Getreide heimgefahren und teilweise sofort gedroschen.

is. Steinbach, 11. Aug. Gau 2 des Ober- heffifchen Radfahrerbundes unternahm dieserTage seine Gau-Wandersahrt nach Steinbach. Mit dieser Veranstaltung verband der hiesige Radfahrerverein Wanderlust ein Straßen­rennen Gefahren wurde in drei Klassen. Kl. A: Ehrenpreis: Hans Fröhlich. Treysa, 1. Preis: Adolf Wolf. Berstadt, 2. Preis: Heinrich Dorr, Eberstadt, 3. Preis: Hermann Hoche r, Berstadt. Kl B: Ehrenpreis: Heinrich Kraft. Alsfeld, 1. Preis jammer t, Watzenborn, 2. Preis: Otto Heun, Oberbefsingen, 3. Preis: Heinr.Höcher, Berstadt. Iugendklasfe: Ehrenpreis: K. Keck, Alsfeld. 1 Preis: Fritz Schneider. Alsfeld. 2. Preis: Karl Keil. Ettingshausen, 3. Preis: Serb. Gornert, Ettinashausen.

t Grünberg, 11. Aug. Die Zahl der hie­sigen Arbeitslosen schwankt in der letzten

6 und 8. Die Stadtverwaltung tut ihr Möglichstes, um die Leute mit dem Ausbau der Feldwege, Auspuhen von Gräben u. a. m. zu beschäftigen. Die sehr gute Bautätigkeit am Platze, sowie die Legung von Wasserleitung, Einzellanalisierung und die gegenwärtige Hoch­saison der Ernte spielen auch hierbei eine be­deutsame Rolle. Einzelne hiesige Industrie­zweige sind gegenwärtig ziemlich beschäftigt und haben schon seit einigen Wochen ihre Ar­beitszeit von 7 Uhr vormittags bis 6 Uhr nach­mittags sestgelegt. Diese regere Tätigkeit ist jedenfalls auf zahlreiche Herbstbestellungen zu­rückzuführen. - Der hiesige Bauernbund und die Vorstände der landwirtschaftlichen Orts­gruppen aus dem Lumdatal und der sonstigen Umgegend von Grünberg sind in einer Vorbe­sprechung überein gekommen in Grünberg eine Molkerei-Genossenschaft zu gründen, wobei es für selbstverständlich gehalten wird, daß die Grünberger Landwirte wegen der Milch­versorgung der Grünberger Milchverbraucher ausscheiden. Ein geeignetes Objekt, das hierzu evtl, in Frage kommt, ist die Leppermühle, welche durch Kauf oder Pacht erworben werden könnte. Man hofft, diese Angelegenheit baldigst in An­griff zu nehmen: zur Festlegung der Grundsätze wird demnächst eine Hauptversammlung statt- finden.

L i ch . 11. Aug. Im nahen Birklar er­eignete sich gestern ein bedauerlicher ungl ü c? s- fall. Der allseits beliebte Arbeiter Peter Gott- walz stürzte in der Scheune so unglücklich, daß sofort der Tod eintrat. Die Dreschma­schine hat. etwas später als im Vorjahre, be­reits ihre Tätigkeit begonnen. Korn und Gerste werden schon gedroschen. Der Körnerertrag ist zufriedenstellend.

Kreis Friedberg.

CO Nieder-Florstadt, 11. Aug. Vor eini­gen Tagen hielt der Kreisziegenzuchtverein eine örtliche Ziegenschau, verbunden mit Prä­miierung und Preisverteilung, ab. Zur Schau gestellt waren etwa 60 Lämmer und Zie­gen Das vorgeführte Material war sehr gut, hauptsächlich die Lämmer. Nur ganz wenige Tiere konnten nicht mit Preisen bedacht werden. Im ganzen wurden neun erste Preise zugeteilt, und zwar drei für Lämmer, zwei für einjährige Ziegen, je zwei für zweijährige und drei- und mehrjährige. Erschienen waren vom Vorstand des Kreisvereins Direktor Spies und Gewerbe­lehrer Ringshausen, und als Preisrichter Pfeifer-Eckenheim und H a u p t - Niederwei- sel. In der nachfolgenden Versammlung lobte der Kreisvorsitzende nochmals das gute Material, das vorgeführt worden war, und gab der Hoff­nung Ausdruck, daß die Leberegelkrankheit nun zum Stillstand gekommen sei. Seit dem lebten Winter sind feine Tiere mehr von dieser Krank­heit befallen, während im vorigen Iahre vierzig Tiere daran verendeten.

§§ Ober-Florstadt. 11. Aug. In den letzten Tagen berieten Gemeinderat und Schul­vorstand in gemeinsamer Sitzung über die Eltern- Vertretung bei den Schulen, den E l t e r n b e i - rat. Don dessen Einrichtung nahm man in unserer kleinen Gemeinde Abstand, da sich die Elternvertretung als nicht unbedingt nötig er­wies. Gin dahingehender Beschluß wurde denn auch gefaßt. Die Arbeiten des Elternbeirats werden von dem Schulvorstand erledigt Das Reinigen der Nidda, soweit sie durch unsere Gemarkung flieht, ist zur Zeit im Gange. Die Nidda ist stückweise zu 80 bzw. 90 Rm. vergeben. Die Arbeit wird von Erwerbslosen ausgeführt.

Kreis Büdingen.

nd. Nidda, 11. Aug. Unsere neue Turn­halle hat gelegentlich des Turnfestes allgemein Anerkennung gesunden. Am vergangenen Sonn­tag weilte Bürgermeister Grün aus Kirchhain mit einer Abordnung des dortigen Stadtvor­standes hier. Die Herren besichtigten eingehend die Turnhalle unter Führung des Bauleiters, Rektor Vitt von der hiesigen Gewerbeschule. Dieser legte den Gästen Zeichnungen, Pläne und Kostenvoranschläge vor und erläuterte sie aus­führlich. Die Kommission kam zu dem Entschluß, den Neubau einer Turnhalle in ihrer Gemeinde genau nach der hiesigen in die Wege zu leiten. Auch in Schotten plant man die Erbauung einer neuen Turnhalle ober eine bedeutende Erweite­rung der bestehenden. Der Stadtvorstand will zu diesem Zweck dem Turnverein 25 000 Mk. zur Verfügung stellen.

Kreis Schotten.

Schotten. 11. Aug. In althergebrachter Form fand hier der wertbekannte Schottener Sommermarkt statt. Am Vorabend, Sonn­tag, wurde nach alter Sitte der Markt »ange­trommelt". Die Marltwache zog mit den städti­schen blauweißen Fahnen und der alten 1813er Fahne klingenden Spieles nach dem Rathaus. Hier wurde der Markt durch den Bürgermeister mit einer Ansprache eröffnet. Regstes Leben herrschte in den Straßen und den Lokalen. Sehr viel Vieh, sehr viele Händler waren bereits eingetroffen. Auch die üblichen Zigeuner waren in großer Masse zum Markt hier zusammen­gezogen. Der Montagsmarkt war mit Pferden und Rindvieh stark beschickt. Ueber 250 Pferde, 430 Stück Rindvieh waren aufgetrieben worden.

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. O r b a ch

Alle für die Redaktion besilmmten Mittei­lungen, Lösungen uftr. sind zu richten an die Schachredaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 74.

Don Prof. Weißgerber, Gießen (Original).

8

6

7

5

4

3

2

8

6

3

2

Weiß.

Schwarz, d e

L____h

a b

Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 5 Steine Kc7; Db5; Th5; Ld3, 114. Schwarz: 12 Steine Ke5; Ddl; Te2; Ld5, g7; Sd2, f8; Bc3, d4, e6, f4, f5.

Endspiel Nr. 18.

Don D. Horwitz.

Schwarz, a b c d e f g h

a b c d e t g h

8

6

6

5

5

3

3

2

Weiß.

Weih zieht und gewinnt.

Weiß: 4 Steine Kd2; Df2; Sbl, Se8.

Schwarz: 7 Steine Kb2; Tal, c5; Ba2, ab, b3, d6.

Sine lehrreiche Studie.

Lösung beS Problems Nr. 72.

Von O. Nemo.

1. Kgl f2, g6-g5 2. Lf4-g3, g5-g4 3. Lf3- g2 matt. 1. . .. , KB3-L4 2. Kf2-g2, g6-g5 3. Lf4 - g3 matt.

Aus der Tchachwclt.

Der Länderwettkamps Deutschland gegen btt Schweiz.

Der in Freiburg am 4 und 5. August aus- getragene Länderwettiampf endete mit dem über legenen Siege der deutschen Spieler, bauptkid' lich infolge der starken Besetzung der drei ersten Bretter (1. Wagner, Hamburg, 2- Schmitt. Mün chen: 3. Orbach. Frankfurt a. M), welche aus sechs gespielten Partien 6 Punkte erzielten, ob­wohl an diesen Brettern die stärksten Vertreter der Schweiz faßen, nämlich: 1. Dr. W Michel. Bern: 2. Dr. M. Henneberger, Basel: 3. D. Henneberger. Glarus. Die restlichen Teilnehmer spielten mit mehr oder minder gutem Erfolge. 4. Pros. O. Naegeli, Bern, gegen W. Hnssong. Ludwigshafen, T -: 1 > P. 5. H. Johner. Zürich, gegen Weißgerber. Saarbrücken. 1'P. k. Dr. E. Doellmp, Bafel, gegen Th Weißinger V»: 1*/» P 7. G. Grob, Zürich gegen Scheck, Stuttgart, 11 s:/» P- 8. G. Geal, Gens, gegen Wiedemann, Stuttgart. 1:1 P. 9. F. Blum. Bern, gegen Klucker. Freiburg, 1:1 P. Alles in allem gewann Deutschland an beiden Tagen mit 5Vsi 3Vi Punkten, was einen zu 11 gegen 7 Punkten ergibt.

Die Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom NedakttonStisch.

Erlebnis.

Gestern war ich in der Lausitz.

©in achtzigjähriger Weber besucht dort meine Großmutter.

Trinken Sie eine Tasse Kaffee", schiebt ihm Großmutter die Tasse hin.

Der Weber schiebt den Kaffee zurück.

Danke."

Aber trinfen Sie doch, Haubolb. Sie haben noch einen weiten Heimweg."

Der Weber schiebt den Kaffee zurück.

Großmutter stellt zum dritten Male die Tasse vor den Besnd). Da ersaßt den Weber rote Wut

Kocht's nicht mehr, als ihr saust", schlägt er mit der Faust auf den Tisch. Und geht.

Dialog.

König Friedrich Wilhelm 111. war bekannt wegen seiner überaus lakonischen Redeweise: er drückte sich möglichst immer nur in einem Wort aus. Als er einmal zur Kur in Tepllh wellte, erzählte man Ihm, daß sich unter den Kurgästen auch ein ungarischer Gutsbesitzer befinde, der an Kürze der Ausdrucksweise mit ihm wetteifre. ..Kennenlernen!" befahl der König. Man zeigte ihm also aus der Brunnenpromenade den Herrn und Friedrich Wilhelm begrüßte ihn freundlich, worauf sich zwischen den beiden Lakonikern das folgende Gespräch entwickelte:Baden?" -- Trinken!" --Militär?"Magnat!" So!"Polizei?"Äönig!Gratuliere!"

Kreuzworträtsel.

Bei der Familie Krause ist eine Seuche aus- gebrochen: die Kreuzworträtselseuche.

Die ganze Familie fitzt wieder einmal und sinnt, aber trotz allen Kopfzerbrechens kommt nie mand auf einen Fisch mit dem Anfangsbuch staben O. Da klingelt's! Der gute Onkel Hugo tritt ins Zimmer. Alle rufen ihm zu:

..Onkel Hugo! Einen Fisch, der mit O be­ginnt."Kleinigkeit: Die Oelsardine!"

(Lustige Blätter.)

Der Schweinemarkt am Dienstag war ebenfalls sehr gut befahren, mit nahezu 700 Schweinen und Ferkeln. Die gehandelten Preise waren sehr unterschiedlich. Eine Unmenge Marktstände, Schaubuden stehen in den Straßen der Stadt, in denen sich der Krämermarkt am Mittwoch abspielte. Aus der letzten Gemeinde- ratssihung wird berichtet: Der Stadtbad) soll, da in ihm aller Unrat abgeladen wird, in Beton gefaßt und überdeckt werden. 'Die Ar­beiten werden nad> und nach ausgeführt, eine Strecke von zirka 100 Meter ist für dieses Iahr vorgesehen, die Kosten werden sich auf zirka 3000 Mark belaufen. Der von dem Forst­amt Schotten ausgestellte Waldwirtschaftsplan wird angenommen. Ein gemeinsamer Waldgang in den Stadtwald soll in Kürze stattfinden. Die Turnhalle des hiesigen Turnvereiits ist für den reinen Turnbetrieb nicht immer verfügbar und unpraktisch. Daher will der Turnverein seinen alten Plan verwirklichen und in dem Turngarten eine moderne Turnhalle errichten. IDie Kosten werden auf zirka 35 000 Mark ver­anschlagt. Der Gemeinderat ist bereit, dem Turn­verein ein Kapital von 25 000 Mark gegen ent­sprechende Sicherung und Wahrung der Rechte der Stadt zur Derfügung zu stellen. Die Gene­ralversammlung des Vereins wird in dieser Woche über das Projekt entscheiden, mit dessen Ausführung sofort begonnen werden soll. Die vom Ministerium des Innern vorgelegte Mustersahung über die Erhebung einer In- slations-Wertzuwachssteuer wird vom Gemeinde­rat angenommen.

».- Schotten, 11. Aug. Da durch das wiederholte Auftreten der Maul- und Klauenseuche in den verschiedenen Bezirken des Kreises eine besondere Seuchengefahr für den ganzen Kreis Schotten begründet ist, hat das Kreisamt den Handel mit Klauentieren, der ohne vorgängige Bestellung entweder außerhalb des Gemeindebezirks der gewerblichen Nieder­lassung des Händlers oder ohne Begründung einer solchen stattfindet, verboten. Von außer» hessischen Orten dürfen Klauentiere, insbesondere Ferkel, durch nicht kreiseingesessene Händler nach einer Quarantäne von fünf Tagen in den Kreis eingeführt werden.

=.= Gedern. 11. Aug. Hier ereignete sich gestern ein bedauerlicher Unglücksfall. Die Frau des Dahnarbeiters Beck wollte mit einem kleinen Handwagen, auf dem ihre beiden Kinder faßen und Sense und Rechen lagen, Futter holen. Bei der Fahrt durch ein enges Gäßchen blieb die Sense an dem angrenzenden Drahtzaun hängen und schnellte dann zurück, so daß dem einen Kinde eine schwere Kvpfverletzun g und dem andern eine starke Schnittwunde an der Hand zugefügt und die sofortige Uebcrfüß» rung ins Krankenhaus erforderlich wurde.

-.» Gedern, 11. Aug. Der dieser Tage von Würzburg aus veranstaltete Brieftauben­flug mit 1926er Iungtauben verlief trotz starken Nebels lehr gut. Bon den um 6.30 Uhr morgens

in Würzburg geworfenen Tieren trafen die ersten Tiere um 9.12 Uhr hier ein. Am nächsten Sonn­tag wird ein weiterer Flug von Neustadt an Der Aisch stattfinden.

wh. H e rch enhai n, 11. Aug. Dieser Tage sand das Jugendfest der Herchenhainer Schule statt. Blumengeschmückt zog die Iugend nach Der neuerbauten Jugendherberge auf Der Herchenhainer Höhe. Hier entfaltete sich ein fröhliches Treiben. Lehrer Weimer wies in einer Ansprache auf die Bedeutung des Tages hin. Die Schülerinnen führten nun ihre flotten Reigen vor. Gedichte ernster und heiterer Art wechselten ab mit Gesängen und turnerischen Vorführungen. Abends fand die Aufführung eines Theaterstücks von Lehrer Weimer statt. Das Stückchen fand reichen Beifall. Bürger­meister Linker dankte dem Veranstalter für Me genußreichen Stunden.

Id. Ulrichstein, 11. Aug. Aus den Ver­handlungen der Hutweidekommission, Die hier stattfanden, ist zu entnehmen, daß im Iahre 1925 in den drei Kreisen Lauterbach, Schotten und Büdingen 444 Morgen Hutweiden melioriert wurden, wovon 166 Morgen im Kreise Schotten in den Gemeinden Burkhards, Busenborn, Michel­bach, Ober-Seibertenrod, Rebgeshain und Ul­richstein (einschk Versuchsgut Selgenhof) ge­legen sind. In Den Drei Kreisen wurden ins­gesamt 71 500 Mk. für Hutweidenverbesserung ausgegeben: Der Kostenanteil Der beteiligten Ge­meinden unseres Kreises beträgt 26 410 Mark und wird zur Hälfte vom Staate getragen. Die ausgeführten Arbeiten haben den Hutweiden ein völlig neues Gesicht gegeben; Steine und Ameisenhaufen wurden befeitigt, Entwässerungs­anlagen verschiedenster Art wurden geschaffen, Lachen ausgefüllt, kahle Flächen angesät. Bei Der Düngung wurden wegen Der vorhandenen Boden­säure größere Mengen Kall gegeben. Im Iahre 1926 werden die Arbeiten in den genannten Gemeinden fortgesetzt: Teile Der Gemarkungen Feldkrücken, Kaulstoß, Rudingshain und Dol- kartshain sind außerdem zur Verbesserung vor­gesehen. Als Hauptziel Der Hutweidenverbesse­rung wird Die Schaffung von Iungviehweiden bezeichnet, Die zur Höherzüchtung Der hei­mischen Rotviehrasse unbedingt erforderlich sind. Die Gemeinden Ober-Seemen und Hartmanns- Hain erhielten für gut eingerichtete Hutweiden je 150 Mark Prämie.

ld. E i ch e l s a ch f e n, 11. August. Unsere Dorfgemarkung, in dem vielfach gewundenen Täl- chen der Eichel und des Eckartsbaches gelegen, eignet sich vorzüglich für Den Obstbau, Da Die Der Obstbaumblüte so gefährliche rauhe Zugluft hier ihre zerstörende Tätigkeit kaum entfalten kann. Während man in der Umgegend nur ein ganz geringes Ernteergebnis zu erwarten hat, wird unser Dorf eine einigermaßen befriedigende Obsternte haben. Unsere Gemeindevbstverstei gcrung, die immer zahlreiche Steigerer aus höheren Teilen des Gebirges anlocktc, wird auch in diesem Iahre ab gehalten werden können. Sie