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Perfönlichkett -ur Geltung kommen lassen wollten. Daher rühre auch die Unzufriedenheit Weiler Volksschichten mit unseren politischen Verhältnissen. Wir müssen zwischen Demokratie und Aristokratie einen Ausgleich schassen. Hur so wird Deutschland zur Blüte gelangen. Der Redner schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland.
Schöffengericht Wetzlar.
1. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde ein Walzer von Wetzlar wegen schwerer Kuppelei zul Jahr Gefängnis und 5 Iah - ren Ehrverlust verurteilt.
2. Ein Arbeiter auS Wetzlar sowie dessen 25jährige Tochter stehen wegen Blutschande unter Anklage. Die Verhandlung, die ebenfalls unter Ausschluß der Oc,fentlichleit stattfand, endigte mit der Verurteilung des Vaters wegen Dlut- schanbe in Tateinheit mit Verbrechen gegen § 176 StGB, -u 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, während die Tochter 3 TR onotc Gefängnis erhielt.
3. De- weiteren hatte sich ein Schuhmacher auS Münchh olzhau sen zu verantworten, der an einem Mädchen von noch nicht 12 Jahren sich vergangen hat. Auch gegen diesen übrigens schon wiederholt wegen ähnlicher Delikte vorbestraften Angeklagten wird hinter verschlossenen Türen verhandelt. DaS Urteil lautete auf 2 Jahre Zuchth auS und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren.
4. Wegen Vergehens gegen das Umsatzsteuergesetz hatte sich ein Gastwirt und Bäcker aus ^ermann ft ein zu verantworten. Die Verhandlung ergab folgendes: Der Angeklagte hatte den Umsatz in seinem Geschäft für das 1. und 3. Vierteljahr 1925 mit einem bestimmten Betrag angegeben. Rach seinen Auszeichnungen betrug dieser jedoch erheblich mehr. Das Finanzamt stellte fest, daß der Angeklagte in dieser Zeit Mehl bezogen hatte, dessen Kaufpreis nach Abzug des am Schluß des 3. Vierteljahres noch vorhandenen Bestandes immer noch höher war als der in den Aufzeichnungen angegebene Umsatz. Runmehr schätzte daS Ftnanzamt den Umsatz des Angeklagten und erkannte ferner auf eine Geldstrafe von 200 Rm. gegen ihn, wogegen dieser gerichtliche Entscheidung beantragte. In der heutigen Verhandlung lagen Belege der Lieferanten vor. Das Gericht erkannte wegen fahrlässiger Steuerverkürzuna auf 15 0 R m. Geldstrafe hilfsweise 30 Tage Gefängnis
nehmen, außerdem eine Vertretung des Kantons Basel-Stadt unb andere schweizerische Behörden. Auch Holland wird beteiligt fein.
WSR. Frankfurt a. W., 10. Aug. Wie vom Magistrat mitgeteilt wird, ist die Durchführung deS diesjährigen Wohnungsbauprogramms derart befchleunigt worden, daß ein erheblicher Teil der Wohnungen bereits im Herbst bezugsfähig wird. Immerhin bleibt noch ein Teil von Wohnungen, der infolge von Schwierigkeiten bei der Geländebeschaffung erst später in Angriff genommen werden konnte und dementsprechend erst im Frühjahr fertiggestellt werden kann. Um dies für die Zukunft auszuschließen, und um gleichzeitig der in diesem Jahr besonders großen Erwerbslosigkeit im Baugewerbe zu begegnen, beschloß der Magistrat, bereits Im Herbst 1500 Wohnungen aus dem Wohnungsbauprogramm 1927 in Angriff zu nehmen und die Mittel hierfür, soweit sie nicht aus dem Hauszinssteueraufkommen fliehen, auf dem Anleiheweg zu beschaffen. — Unter ungewöhnlich starker Beteiligung wurden auf dem Hauptsriedhof die Opfer der Bluttat in der Dahlmann st raße beigeseht. Schon lanie vor Beginn des Traueraktes hatten sich Tausende von Menschen, darunter viele Reu- gierige, eingefunden. Die beiden Särge der Opfer waren überaus reich mit Blumenspenden geschmückt. Die Grabrede hielt Kirchenrat Trom- mershausen.
(tzrost - Wiesbaden.
WSR. Wiesbaden, 11. Aug. Die Verfassungsfeier wurde am Vorabend durch einen Fackelzug eingeleitet. Am Mittag sand die eigentliche Feier im großen Saale des Kurhauses statt, in dem sich etwa 1OOO Zuhörer versammelt hatten. Universitätsprofessor Dr. Hörne f f e r - Gießen hielt die Festrede. Gr betonte, daß es auch für die Anhänger der früheren Ordnung notwendig sei. Abschied zu nehmen von dem, was nicht wirderkehre. Es gelte jetzt, alle Kräfte zusammenzufassen, um hierdurch große Leistungen zu vollbringen, wie es in Griechenland nach dem Uebergang von der Monarchie in die Demokratie geschehen sei. Wie monarchistische Staaten nur bestanden hätten, wenn sie demo- krattsch regiert wurden, so könnten demokratische Staaten nur bestehen, wenn die Persönlichkeit zur Geltung gelangt. DaS Ideal sei der Staat Wilhelms I., der seine Souveränitätsrechte der bedeutendsten Persönlichkeit seiner Zeit, D i s - marck, übertragen hat. Unsere heutigen Parteien verfielen in die Fehler Wilhelms II., indem sie alles selbst tun und keine bedeutende
5. Aehnlich lag der Fall bei einem anderen Angeklagten, einem Kaufmann au8 Wetzlar, der feinen Umsatz erheblich niedriger angab, während die Lieferantenrechnungen eine bedeutend höhere Summe ergaben. Gegen ihn hatte daS Finanzamt 100 Rm. Geldstrafe festgesetzt, wogegen er ebenfalls gerichtliche Entscheidung beantragt hatte. Der Angeklagte bestritt eine vorsätzliche Handlung, was ihm nicht zu widerlege« war. Er wurde freigesprochen
6. Ein Arbetter aus Wetzlar, der sich an einem noch schulpflichtigen Mädchen vergangen batte, muhte sein Tun mit sieben Mona ten Gefängnis hüben. Die Oesfentlichkeit war während der Verhandlung ausgeschlossen.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
" Das AmtSverkündigungSblatt Rr. 64 vom 10. August enthält: Anschluß des Kreisamts Gießen an das Fernsprechnetz. — Maul» und Klauenseuche in Inheiden. — Sicherheit bei Lichtfpielvorführungen. — Aufwertung von Stiftungskapitalien. — Dienstanweisung für die Schulleiter, Lehrer und (Siternbeiräte. — Bedarf an Lehrplänen für die Fortbildungsschulen. — Belehrung der Schüler über PostversendungS- vorschristen. — Muttersprache. Zeitschrift deS Deutschen Sprachvereins. — Schulstatistik. — Feldbereinigung Holzheim. — Gefunden, verloren. — Straßensperren. — Konzession als Dienstmann. — Dienstnachrichten.
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Schristleitung.)
Städtische Anleihen.
Rach einer Bekanntmachung im „G. A." findet die Stadt Gießen die Ansprüche auf ihre Anleihen von 1922 und 1923 in bar ab. Huflar ist gelassen, ob das eine Kündigung ist, oder ein Anerbieten. Letzteres soll der Fall sein, doch bedürfte es einer ausdrücklichen Erklärung der Stad' Gießen, da selbst eine befragte Bank es für zweifelhaft erklärte. Unbegreiflich ist die Gering- fügigfeit der Ablösung. Aus der löproz. Anleihe von 1923 über 200 Millionen hat die Stadt nach einer von maßgebender Seite nicht bestrittenen Angabe die Gnauthstrahe gebaut. Die Stadt wolle angeben, was sie hieraus für Einnahmen an Mieten usw. hat. Cs Ware billig, wenn sie dementsprechend ihre Anleihegläubiger abfinden würde. Zur Zeit will sie für die 200 Millionen nur 3000 Mk. geben. Eine Straße für
3000 Mk.! Gebaut auf Kosten von Gläubigern, meist wohl Gießener Bürgern, die tm Vertrauen auf den großen städtischen Grundbesitz und die aus allgemeinen Wahlen hervorgegangene Stadtverwaltung die Anleihe zeichneten. Daß andere Städte auch nur den gesetzlichen Minimalbetrag zahlen wollen —, so Wetzlar. daS auS einer der- maligen Anlage eine große Kirchhofanlage geschaffen haben soll —, ist nicht maßgebend. Das Gesetz hat eine höhere Ablösung ausdrücklich angeregt Dieser Anregung kommen biS jetzt bereits Stuttgart. Köln. Hamburg, Lübeck usw. nadv Sicherlich werden rwch viele Städte folgen. Diese Städte werden dann auch, wenn eine neue Anleihe aufgelegt werden muh, leichter Geld, und zu einem billigeren Zinsfuß, finden. Betreffs der Anleihen von Oberhessen ist noch nichts betarmt. doch ist wohl anzunehmen, da es sich bei Oberhessen auch nur um werbende Anlagen handelt. daß die Abfindung deren jetzigem Wert entsprechend erfolgt. Es ist zu wünschen, daß sich die Stadtverordnetenversammlung eingehend mit der Angelegenheit beschäftigt. Bisher ist nach dem Sitzungsbericht diese noch gar nicht gefragt worden. KI.
Rundfunk-Programm
des Frankfurter LcndcrS.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Freitag, 13. August.
3.30 biS 4 älhr: Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: HauSfrauennachmittag. 5.45 bis 6.05 Ufer: Die Lesestunde. 6.30 bis 6.45 Ubr Stunde der Frankfurter Vereinigung für Heimatkunde. 6.45 bis 7.15 Uhr: ..Die Erseh ließungs- aeschichte der Alpen". 7.15 bis 7.45 il^r: Funk- Hochschule Frankfurt a. M.: „Rormales und vorzeitiges Aitern", Vortrag von Frau Dr. Riese 7.45 bis 8.05 Ufjr: 20 Minuten älmschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 8.05 biS 8.15 älhr: Filmwvchenschau. 8.15 bis 10.15 ll&r: Bunter Abend.
Sprechstunden der Nedaktion.
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen.
Für unverlangt cingefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.
Jtnjeigenaufträge find lediglich an die Geschäfts ft eile zu richten.
Verantwortlich für den lokalen Teil i.D.:
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