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bem Drown Bros. in Reuyork. die International. Sceptance Dank in Iteubort und QL M. Roths wild it Sohn in London gehören, hat der ManSselb QI G einen Kredit von 9 Millionen Rin. auf 3 Jahre zu günstigen Bedingungen gewährt, der der Berliner Handelsorganisation der Mansfeld- schen Metall Ä. G. zur Dersügung gestellt werden soll. Der Kredit ist zu Qlu^bnu- und Finanzie- rungszwecken bcftimmf. Unabhängig davon wer- den mit einer amerikanischen Gruppe Verhand­lungen wegen Ausnahme eines langfristigen 3- Millionen-Dollar-Kredites. der dem Ausbau der Produktionsanlagen dienen soll, geführt.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegrapbtlche Auszahlung.

Banknoten.

10 Mär»

11. Mär».

Amtliche tHoH.vuno

Amtliche Notieiilija iWb 1 Briet

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1,682

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6,875

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5,79

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4,18

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1,181

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4,285

4,395

1/485

4/403

Berlin, 11 Mär»

Geld

Briet

AmcrNanllche Violen.....

Betatsche Violen .......

Dänische Noten

Englische Noten........ Fran»östsche Noten ...... HoNandischc Violen ...... Ätaltentsche Noten......

Norweatsche Noten......

Deutsch-Oesterr-, 5100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Notm ...... Schweiler Noten.......

Spanische Noten...... .

Tschechoslowakische Noten .. Uno arische Noten ...

4.185

10,01

108,90 ,20,307

16,31

167,78

10,811 »0,82

59,04

1,76

112,11

80,61

50,10

12,M9

5,8.25

1.205

10,11

10». H 20,467 15,39

168,62

10,07 91,28 59,31

1,811

112,70

81,04 50,10

12,410

5,865

Arankfnrtev Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".') Frankfurt a. Q1L. 12. März. Tendenz: Fest'. Die Meldungen aus Genf mit ihrem pessimistischen Unterton vermochten die feste Grundstimmung der Börse nicht zu beeinträchtigen und liehen nur einen Einfluß auf den -Umfang des Geschäftes erkennen, das eine schärfere Zurückhaltung auswies. Die freundliche Stimmung kam kursmähig nur wenig zur Aus­wirkung, da die Börse zu behaupteten Kursen eröffnete. Am. Mont an martl beanspruchten Phönix größeres Interesse, da bedeutende Kauf­aufträge für dieses Pavier vorlagen. Der Kurs tonnte um 1,25 Proz. anziel)en. Die übrigen Montanwerte eröffneten auf gestrigem Stande. Eine Ausnahine bildeten Buderus, die etwas schwacher lagen. Kaliwertc waren ansehnlich höher. Aschersleben plus 2 Proz. Westeregeln plus 1 Proz Bon Farbenwerten konnten Goldschmidt um 0,75 Prozent und Holz­verkohlung um 1,5 Prozent anziehen, dagegen waren I. G. Farben-Industrie 1 Proz. schwächer'. Tlektroaktien eröffneten zu ermäßigten Kursen. QlEG. minus 0,75 Proz. Auch Lahmeyer gaben etwas nach, während Siemen« & Halste um 0,5 Proz. anzogcn. Der Banken markt behauptete die feste Haltung. Besonders fest lagen Bank für Brauindustrie plus 1,25 Proz., Ber­liner Handel plus 1 Proz., Commerzbank plus 2,25 Prvz., dagegen Reichsbank minus 1 Proz. Die übrigen Banlenwerte setzten unverändert ein. Eine rückläufige Bewegung zeigten von Schiffahrtsaktien Hapag (minus 1 Proz.) lund Rordd. Lloyd (minus 1.75 Proz.). Qlm K a s s a m a r k t der Industriepapiere wandte sich die Kaufneiguag wieder einigen Spezialpapieren zu. Don A u t o a k t i e n zogen Reckarsulmer um nahezu 4 Proz. an. Kleyer plus 0,5, aber Daimler minus 2 Proz. Karlsruher Maschinen eröffneten auf dem gestrigen Stande von 40 Pro-. Erdölaktien hatten Kurssteigerungen von 1 bis 1,5 Prozent aufzuweifen. Auch Zucker- aktien gingen wesentlich gebessert aus dem Verkehr hervor. Badischer Zucker plus 1 Prozent, Frankenthalzucker plus 0,5 Prozent, ©tuttgart-

zucker plus 2 Prozent. Deutsche Anleihen blieben vernachlässigt und hatten neue Kurs- abschwächungen zu verzeichnen. Kriegsanleihe 0,392 Die Verluste konnten aber zum größten Teile wieder aufgeholt werden. Bon auslän­dischen Renten blieben Türken gefragt und gingen höher. Ungarn und Mexikaner waren unverändert. Der F r e i v e r k e h r war freund« lich. Beckerstahl 46 Prozent. Beckerkphle 62.5 Prozent. Benz 49 Prozent. Brown-Boveri 70 Prozent. Entreprise 9,5 Prozent, Growag 54 Pro­zent. Krügershall 93 Prozent Petroleum 73 Prozent, Ufa 53 Prozent, Ufra 69 Prozent. Im weiteren Verlaufe konnte die z u ver­st ch t l i ch e Haltung sich etwas vertiefen, zumal die Börse unverwandt daran fest- hält. daß die Bölterbundsversammluna, ohne einen Erfolg erzielt zu haben, nicht auseinander gehen kann. Die Stimmung wurde allgemein etwas fester, ohne daß jedoch damit eine wesent­liche Gcschäftsbelebung verbunden war. Der Geldmarkt stand weiter im Zeichen ver­stärkten Angebotes, sodaß man mit einer Verbilligung des Satze« für tägliches Geld glaubt rechnen zu binnen. Monatsgeld stellte sich auf 6 bis 8 Proz je Adresse. Industrie-Qlszepte 6.25 Proz. Bankdiskonten 5 Proz. Im Devisen- verkehr ist eine nennenswerte Veränderung nicht eingetreten. Paris blieb gegen London mit 133,75 behauptet. Das englische Pfund hält seinen festen Stand gegen Kabel mit 4,86 . 'Die deutsche Reichsmark war gegen Kabel gesucht

Börsen kmle.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Berlin, 12. Marz. Die Zuspitzung de r

Lage in Genf blieb auf die Börse nicht ohne Einfluß. Die außenpolitische Spannung wirkte sich in her Richtung aus, daß von allen am Börsen geschäst beteiligten Kreisen größte Zurück­haltung geübt lvnrde. Das Geschäft war bei Beginn außerordentlich klein, selbst an den führen­

Frankfurt a.M.

Beilin

Lchluii« Sture

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Datum:

11. 8.

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12. 3,

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0,305

0,3925

0.3075

0.385

0.3925

0,376

0,398

0.3725

0,3525

0,400

0. 16

i), 16*5

Deutsche -Zvarprämienanleihe

0,248

0,215

4°/o Preußische KonsolS -

0,380

0.375

0,3775

4% Hessen . ......

0,400

0,375

8WVo Hessen..........

y. Ätfitii ...........

0,3.8 1»;

Deutsche Wertb. Dollar-Anl.

04,12

dto- Doll.°Schav<Lowetsng/t

00,45

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4% Zolltürken.........

5% Äoldmexikaner ... .

11,8

11,9

11,75

___

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Berliner HandelSaeteltschast. iLomnier». und Pdvat-3iank

150,2 111

112,2*

HO, 7 HU

162,7* 112,?

Darmst. und Nalioualdant .

130,5

131*

130,2*

130,2*

Deuttchc Bank.........

Deutsch» «ereinSbank .... DiSconto Lommandtt

129,5

71,5

130*

120,2*

149*

121

121*

123,7*

128,7*

85

103,2*

Mttteldeutsche Kreditbank.

10,1,5

103,5*

103,7*

Oesterrrtchtsche ßtcbüanfralt

Westbank .......

7,2 0,011

0,040

7

81,25* H

BuderuS ..........

15,76

45

84,5

15,5

Deuttch-Luxernbürg . ' ' ' ' Aelsenurchener Äcrowerke.

13

87,5

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88,5*

89,62*

Harpener Bergbau ... . . finuroei'ie Lisch,rSleben. . . .

105*

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101,5*

118,7..

101,5*

Kaliwerk YUeftetegeln.....

126,7,.

129,5

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128,76

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77,12*

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82,25*

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Vliehcd "liontan ......

81

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81/15

Haml'urg.Amerika Paket. . .

Norddeutscher Llovd ...

145,5*

140,7

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Cheramtsche Werke Albin . .

Zementwerk Heidelberg . . .

42,25

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88,25

89,5

__

Pbiltvv Holzinann .....

68

67,6

Slnglo-Sont Guano.....

Chemisch« Mäher Awpin . . y ^arbenindustrie, (ssoldschuijdt ..........

72,1

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73,5

129,6*

128,9*

63

NütgcrSwerke.........

76

03,25

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Mo- ElektrtzUStS.Te|easchaft

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Bergmann ...... .

Mainkrastwerke ........

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87,0

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Schultert .........

83,2.'»

83,5*

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Siemen« 4 Halske ......

103,75

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Adlcrwerke Kleyer ......

49,5.

10,5

40,0

49,9

Daimler '.Motoren ......

19

17,62

17

Hehktgenstaedi........

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MegUio .......

28

__

Motorenwerke Ntannbeim .

--

-

39,75

Frankfurter Armaturen . .

Konservenfabrik Braun . .

12

-

Metaslgefell'k^aft Frankfurt.

03,5

74.75

26,6

-

Schuhtabrik Herz.....

w

Sichel. . .......

5

ü

V

BeUftoif waldho,......

Zlicker adckk Frankenthal . . fluderfobrif CBaobaufel . . .

111,3

44,5»

44,75

HO 45 48

HO,5

46

110,5

den Märkten. Hieran dürste sich lolanae kaum etwas ändern, bis inan weiß, wohin die Fahrt gehl. E» kamen zunächst nur einige spezielle Kursschwankun gen vor, die einen sehr individuellen Charakter trugen. So zogen z. B. S l ö h r - K a m m g a r n bei der ersten amtlichen Rotiz um ca. 10 Prozent an, da eine große Anzahl Mauforbers {iir dieses Papier Vorlagen. 'Außerdem waren einige M a f d) i neu werte sehr lebhaft gefragt und ansehn­lich höher. Wenn die Olesamltendenz her Börse unverändert, später sogar etwas erhol, war, so lag dies vor allem an de mnnerschüllerlichen Oplimis mus der Börse, die damit rechnet, daß in Gens angesichts des durchaus auf deutscher Seite liegen den Rechtes sich eine Losung finden lassen wird. Jnsolgedessen sanden einige günstige Momente, so der xlitBwciö der Reichvbank. der S i i l l st o n d der R r b e i i v l o s e n z i s f e r und die flüssige Lage des Geld m a r 11 e $ größere Beachtung. Tagesgeld 5 bis (»'. Prozent, Mouatogeld 6J bis 7 Prozent. Privatdiskonten blieben fast umsatzlos. Jim De vifen verkehr war das Geschäft sehr still. Nordische Balulen zogen etwas an. Paris war gegen London unverändert.

«vvnnfftivier (^ctrcidcbörsc.

(Eigener Drahtboricht desGießener Anzeigers'.)

Franks u r t a. M. 12. März. Es wurden HO« lierl: Weizen, Wetterauer 26,25 bis 26,50, Roggen, inländischer 17,25, Sommergerste für Bratizmecke 20 bis 23, Hafer, inländischer 10,26 bis 21,50, Mais, gelb 17 bis 17,25, Weizenmehl, inländisches, Spe­zial 0 39,75 bis 40,75, Roggenmehl 25,25 vis 25,75, Weizenkleie 9,25, Roggenkleie 9,50 bis 9,75. Tew denz: Stetig.

Erweitertes Schöffengericht Gießen.

v Gieße n. 10. März. In der Rächt vom 8. auf 9. Oktober V. I. wurde der Ehaufseuv Reumeier in Frankfurt a. M. von zwei jun­gen Herren crfiidrt, sie und ihre Begletterin in seiner Autodroschke nach Friedberg zu fahren. Er hatte Bedenken, zerstreute sie aber, weil eine Dame dabei war und her eine Herr ihm sagte, es komme ihm auf ein vaar Mark nicht an. Die Dame, die ein kleines Paket bei sich trug, gab als Ziel der Fahrt Franksnrterstraße 14 an. Einer Straßenausbesse-rung wegen wurde der Weg über Homburg genommen. Der Ehausseur, der ein früher nie gekanntes unheimliches Ge­fühl nicht loswerden konnte, fuhr, namentlich im waldigen Gelände hinter Homburg, mit großer Geschwindigkeit; als er in der Rähe von Ober» Ros buch wegen eines über die Landstraße füh­renden Geleises langsam fahren mußte, spürte er plötzlich einen schweren Schlag gegen den Hin- terlopf und die 'Stummer der zersplitterten Scheibe flogen um ihn herum. Die Sinne droh­ten ihm zu schwinden, er ließ das Auto auf einen Acker laufen, sprang heraus und hörte, wie die Dame" schrie, ihre Begleiter sollten ihn tot» schlagen: diese bedrohten ihn ebensalls, svdaß er die Flucht ergriff und da« Auto im Stich liest. Als man am andern Tage an den Tatort Farn, fand man das Auto mit den Rädern im Acker­boden steckend vor: die Verbrecher waren ver­schwunden.

Der Tätigkeit der Strasversolgungsbehörden gelang es rasch, sie zu ermitteln und zu verhalten. Es waren der neunzehnjährige Fürsorgezögltng Johann Michael Hercher aus Friedberg, der neunzehnjährige Dachdecker Holmui Dung in Darmstadt unb die zwanzigjährigeArbeiterin" Marie H u ß In Stierstadt. Der trotz seiner Jugend vielfach vorbestrafte Hercher und die Hust, die ein Verhältnis unterhielten, hatten fich in Frankfurt mit Dung getroffen und - da alle drei von der Polizei gesucht wurden verabredet, sich eines Autos zu bemächtigen und über die Grenze zu fliehen. Der ahnungslose Ehausseur sollte durch einen Steinwurf an den Kops er­schreckt, verwirrt, wenn möglich betäubt und ihm der Wagen abgenommen werben. Der zu diesem Zweck mitgenommene Stein befand sich in dem Paket, dos die Huß trug. Bei Ober- RoSbach an der Stelle, wo der Chauffeur lang­samer fuhr, wurde auf einen Zuruf von Hust die Tat durch Hercher auSgesührt, der durch die Autoscheibe hindurch dem Wagenführer den Stein an den Kopf warf. Rach dessen Flucht bemäch­tigten sich die Spießgesellen des Autos, mußten es aber wieder im Stich lassen, da He es nicht wogsahren konnten. In Bad-Rauhelm verübte Hercher, zum Teil mit Hilse seiner Genossen, noch drei Diebstähle.

Heute hatten die Verbrecher sich vor dem erweiterten Schösfengericht zu verantworten. Hercher erhielt wegen nolienbcten schweren

Raubs und dreier Diebstähle eine Gesamt- gesängnlSstrase von sechs Jahren. Dung eine solche von drei Jahren eine m Monat, beiden wurden die bürgerlichen Ehren­rechte aus drei Jahre abgesprochen. Die Huß kam mit einem Jahr vier Monaten Ge - s ä n gn i « davon

Hinter verschlossenen Türen wurden zwei Anklagen wegen SlttlichteitSvervrechen verban­delt. Ein Bauhandwerker au« Reiskirchen erhielt eine Gefängnisstrafe von sechs Rk o n a t e n: drei Angellagte aus Oppers- hoseir wurden mangels Beweise« s r e i ge­sprochen.

Kirche und Schule.

es. Lui, gadvrf, 11. März. Die Vorbereitun­gen für die dritte und letzte D v r s k 1 r ch e n v a > heuert a g uNg, die am 15. März hier statt Huben |oll, sind getroffen. Im einleitenden Gotte» dienst in bei Kirche wird der Superlntenbeul von Dberhelicn, Oberkirchenrat W a g n e r, predigen. 'Rach einer Mittagspause, in der die auswärtigen Teilnehmer von den Familien linieret» Dorfes gast frei bewirtet werben, beginnen bis Verlwndlnngen um N Uhr Im Saale. Wieder wirb über blc wldi tige Frage her Sonntagsheiliaung ver Haubelt, wozu bas cinleitenbc Referat diesmal bei Vorfitzeube bei Doifkiiä»envereinigung, Dekm, Scriba, Eichelsborl, hallen wirb. Eine ein gehende Bofprechimg soll sich anfchlicßen.

Büchertisch.

Die Sinn ft", Monatshefte für freie und angowaubto Kunst (Verlag Bruckmmm, München) bringen in ihrem Märzhejt einen auch textlich sehr bebeutiiugsvoUeu Aussatz, in ivelchem Tintoretto und, a(i> Bollonber feiner künstlerischen Ziele, Greco einanber gegenübergestelll sinb. Sie belbe stob djurofteriftildje Vertreter eines Uebergangsstiles, bem heute bas Interesse sich in besondeiem Maße zuwenbet: eine Reihe großer schöner Abbildungen erläutert bas Gesagte. Es folgt ein reich illustrierter 'Aufsatz über Religiöse Kunst, eine her brennend aktuellen Fragen nuferer heutigen Kunst. Ta» wirtschaftlich wichtige ThemaWohnung und Sied lang" wird, ebenfalls nn Hand vieler vorzüglicher Bilderprobeu, aus Grund einer Aufteilung mDro den behandelt. Ans dem textlichen Teil sei nodi eine Sammlung köstlicher, hier zum erstenmal ueröffent lidjtcr Briefe von Wilhelm Busch genannt.

Rundfunk-Programm

bet Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Samstag, 13. Mär».

3,30 bis I Uhr: Die Stunde her Jugend. Au« dem deutschen Liederkranz (tiiebecDortragc Frankfurter Sdiulen). Rebsiöckerschule. II. Rkäd- chenklasse. Chorleiterin: Frs. A Feuerriegel. 4 bis 4,15 Uhr: Die Bücherstunbe II. 1.20 bi« 5.45 Uhl-: Konzert des Hausorchesters: Franz Liszt wid Hugo Wols. 5,45 bl« 6.10 Uhr: Die Lesestunde (für die reifere Jugend): Aus dem RomanDie Regulatoren Im Arkansas" von Friedrich Gersiäcker. 6,20 bl« 6,45 Uhr: -5h-r Briefkasten. 6,45 bi« 7,15 Uhr: Fuirkhochschule Frankfurt. Die neue Gestalt der Philosophie der Gegen wart Hl. Rietzsche (Bejahnng de« Lebendigen)", Vortrag von Privatdozent Dr. Helnernaim. 7.15 bis 7,45 Uhr Stenographischer Fortbil- bungdfurfu« für alle Systeme (Diktat von 80 Silben auswärts». 7,45 bis 8,15 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: «Das Kastenwesen In Indien", Vortrag von Dr. Maria Müller. 8,15 bis 10.15 U»r: Adels Stoltzc-Abend Anschließend bis 12 Uhr Uebertraanna aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.

Letzte Nachrichten.

Folgenschweres Brandunglück.

Pfarrkirchen. 12. Rlärz. (WTB. Funk­spruch.) Gestern, srilh brach In dem Anwesen des Gastwirtes Weit! in Furth bei Pfarrkirchen (Riederbayern) ein Brand au«, dem fünf Menschenleben zum Opfer fielen Belm Ausräumen einer Wohnung, die sich über einer Stallung befand, stürzke plötzlich die Zimmerdecke ein und begrub fünf Feuer­wehrleute unter sich. Zwei waren fofovt tot, drei mußten In schwer verletztem Zustande in das Krankenhaus nach Psarrkirchen gebracht wer­den. Im Verlause des Rachmittags stürzte dann noch eine Giebel mauer ein und begrub drei weitere Feuerwehrleute unter sich. Alle drei tonnten nur noch als Leichen geborgen werden.

Der fliegende Hund.

Von Walter von Rummel.

Fledermäuse, so groß wie Adler", beschreibt der Ritter Pigasetla, der getreue Begleiter des Portugiesen Magalhae«, Die ersten fliegenden Hunde, die er erblickte. Richt schlecht gesehen! Denn mit seiner Flügelspannweite von einund­einhalb Meter macht der fliegende Hund, wenn er hoch oben seine weit auSgeholten Kreise zieht, einen äußerst stattlichen Eindruck. Hat man ihn dann aber unter den Händen, sind ihm die Flügel traurig und kläglich elngellappt, so bleibt nicht mehr allzuviel von der zusammengeschrumvf- ten majestätischen Adlerherrlichkeit übrig.

Im übrigen konnte ich eigentlich nie finden, daß der braune, nicht einmal einen halben Meter lange Gefelle einem Hund so ähnlich sieht, daß er nach ihm hätte benannt werden können. Der Vergleich mit dem Fuchse trifft schon besser in die Scheibe. Der geschmeidige Körper, vor allem aber der spitze Kopf erinnert entschieden daran. Fliegender Fuchs wurde das Tier daher auch früher betitelt, eine Bezeichnung, die trotz ihrer besseren Berechtigung allmählich von dem jetzigen Rainen verdrängt wurde.

Kleine, aber sehr schars geschliffene Zähne blitzen dem Fliegenden im Maule. Die glän­zenden hellbraunen Augen schauen klug in die Welt. Der Gesamteindruck ist viel sympathischer als der einer Fledermaus, zu deren vielgestal­tigem und weit verzweigten Geschlecht der flie­gende Hund gehört. Ganz wie die Fledermaus hängt er sich mit dem Kopfe nach unten in mög­lichst großer Gesellschast tagsüber hoch oben an die Bäume zum Schlafen auf und lomnit, wenn er nicht durch etwas ganz Besonderes in seiner Ruhe gestört wird, erst de« Abend« nach Son­nenuntergang zum Vorschein. Dann sucht er eifrig unter den vielen Früchten des Landes nach Rührung, im ewig gedeckten Paradiesgarten der Tropen ist an ihnen selten Mangel. Fuchs­

artig, wie er aus sieht, verschmäht der fliegende Hund es auch nicht, einem unbedacht zu lange sitzenbleibenden Vogel den Kragen umzudrehen, oder seine (Sier auszulöfsein. Er weiß, was gut schmeckt, und so Ist er wieder, wie Detter Fuchs, auch einer sich gelegentlich bietenden Fisch­mahlzeit ganz und gar nicht abgeneigt.

Aberleider", sagt unser fliegender Hund auch er selbst ist durchaus nicht davor gefeit, ausgefressen zu werden, ilnb zwar wieder ein­mal von dem größten Raubtier der Erde, von dem Menschen. Die Eingeborenen der Troven- gegenben, in denen er heimisch ist, verschmähen ihn keineswegs. Der und jener Europäer mag sich ihnen anschließen. Schon der wackere, mit einer guten Gesundheit und dem besten Magen der Welt begnadete Ritter Pigasetta tonnte eS sich nicht versagen, eine von den Fledermäusen, die groß wie Adler waren, zu fangen und zu verzehren.Sie schmeckte wie ein Huhn", er­zählte er nach Tische befriedigt. Ich weiß nicht, ob der italienische Feinschmecker richtig urteilt, denn ich selbst habe nie einen sliegenden Hund gekostet. Der erste, den ich in unfreiwilliger Gefangenschaft sah, hat mir den Appetit daran für immer verdorben. Einige Insulanerjungen hatten Uyn in einem Paimenwipfei gegriffen und wollten ihn gerade abtun, als ich dazukam. So recht aus tiefster Seele betrübt, als ob er baß ihm bevorstehende schreckliche Schicksal be­reits ahne und mich nun bitten wolle, es von ihm abzuwenden, blickten mich, Hilfe erwartend, seine sprechenden Augen an. Ich tat denn auch mein möglichstes, ihn zu befreien. Aber Die jungen Kanaken waren auf ihn äußerst erpicht und wollten ihn nicht loslassen. Die Eltern kamen herbei und schlugen sich auf die Seite der Kinder. Al« einziger Europäer unter lautet Braunen, der allereinzlaste Weiße auf der ganzen Infel, hatte ich den Landessitten Rechnung zu tragen, mußte vorsichtig fein und konnte an irgendwelche Gewaltanwendung nicht denken. So mußte ich Den armen Kerl vreisgeben

Aber dafür habe Ich mich an den vielen lebenden Brüdern des so traurig Dahtnaegange- nen noch oftmals um so mehr gefreut. Wenn Die glühende Sonnenlugel im Westen hinabgerolil war, kamen die ersten aus den Daumwipfeln hervorgeflogen und läuteten mit ihren großen Fittichen den Abend ein, schwebten dahin, glitten dorthin, hoben fich in fcharfen Umrissen vorn blaß werdenden Firmament ab. Als schwarze Boten zogen sie ihrer stillen, dunkeln Herrin, her Rächt, schweigend voran, fügten ihre An­kunft bem Lande und dem Meere an, aber nie durch irgendein Wort, einen Laut oder Sang, immer nur durch Flug und Erscheinung. Mm die Gipfel der Palmen, die Spitzen de-r Berge ziehen Ile die runden, ha nnoni scheu Kreise, ruhi­gen, fast feierlichen Fluges, wie schöner und sicherer aud) Der König der Lüfte, der Adler, nicht schweben tänn... ein Bild, nicht wegzu- denken au« bem kurzen, in seiner raschen Ver­gänglichkeit schwermütigen Abend der Tropen.

Empfindsame Kopfjäger.

Gegen die Ragas, die in den Berbwildnlssen des oberen Birma leben und noch an der sitte der Kops« Jägerei fcsthalien, rüstet fetzt die britische Regierung eine Strafexpedition aus, nachdem dieser Stamm sich auf eine Aufforderung hin geweigert hat, auf diese barbarische Sitte zu verzichten. Wenn man sich unter Kopfjägern grausame und blutdürstige Wilde norjtellt, so trifft man bei den Ragas nicht das Richtige. Sie find wenn man fo sagen darf die Gentlemen unter den Kopfjägern, ein fleißiges und sympathisches Völkchen, dos als einzigen Schönheitsfehler" In ihrem Charakter eben die Kopfjägerei Hut. Ein englischer Kolonialbeamter, der lange unter den Ragas gelebt hat, führt In einem Ausfaß über diesen Stamm die Tatsache an, daß es bei ihnen al; ein Verbrechen gilt, eine Blume abzubrechen oder eine» tedjmcltcrling zu täten. Diese t-mpflnö|omcn" Leutchen, die sich her Bestellung ihrer Mohn- und Reisfelder widmen, vermnudein sich nur einmal im ilohr zu grimmigen Mördern,

nämlich gegen Ende März, in der Zeit bei Ernte, wenn es gilt, den Crntegöitern Menschenopfer dar

Aiibringen. Dann dröhnt dav dumpfe Gemurmel der Trommeln von den Hügeln, und die Kopfjäger streifen durdj die Wälder und) neuen Trophäen, die die Schädelhuiue jchmilcken sollen. Die Ragadörfer, die unn undurchdringlichen Barrikaden uue Tarnen und Kaktus umgeben sind, können nur durch einen gewundenen und schmalen Gang befreien werden,

aus dessen Boden vergiftete spitze Pfeile hervor ragen, um unerwünschte Fremde, die sich einschlei- d)eii wollen, zu toten. Diese Dörfer sind unterein­ander durch Haine von heiligen Bäumen verbunden. Ill diesen Hninen, deren dichtes Zweiggewirr die Sannenstrahien abhält und ein düsteres Dunkel schasst, stehen in nnheiinllchen Reihen die Toten- vsähle, fdjeußllch geschnitzt, mit leuchtenden Ocker­farben bemalt, und mis der Spitze jede» Pfcit)lev grinst ein Menschenschädel. Kehren die Kopfjäger von ihren furchtbaren Jagden mit den Opfern zu rück, dann wird ein Tanz nbgehalten, die Gesänge nen erholten ein prächtiaes Mahl und werden in die schönsten Kleider gehüllt, die man finden kann. Die Ragas bitten ihre Opfer ausdrücklich für jede Unannehmlichkeit um Verzeihung, dis fie ihnen aus Grund ihrer Bräuche bereiten müssen: sie erklären ihnen, daß die Opfer zu Ehren der Crniegötter dar- gebracht werden, daß ihre Sdjäbel der Auszeichnung teilhaftig werben, Im heiligen Hain zu prangen unb ble bösen Geister unb Dämonen abzuhalten, die die Dörfer umlauern und Pest oder Hungersnot bringen. Dann werden den iinglüalichen Opfern Köpfe, Hande unb Füße abgeschnitten, und es folgt eine Orgie, bei der viel Opium genossen und starke Getränke fit' trunken werden. Tic Köpfe, Hände unb F4jße bei Opfer werben auf Pfählen in feierlichem Zuge burch die Opium* unb Rewselber als Dankesopfer für blc Erntegötter herumgetragen und Ichließlld) in de. Reihe bei '.otcnpfähle ausgestellt. Tie Schöbet uiüHen ooii Fremden stammen, denn der Kaps eines ilnga würde nicht Fruchtbarkeit und (0lü(f bringen, sondern jein Geist wurde die Stammesgenossen ner folgen unb beunruhigen.